Au … Aufschrei 37

Lasst Euch nicht besirsken!

Wie Neid die Sinne verödet. – Wer Trübsinn atmet, kann nicht Klarsinn blasen!

Da fliegt Frank Bsirske kostenlos mit der Lufthansa und ganz Deutschland schreit auf. Das ist das Thema! – Neid und Missgunst vernebelt hier alle Sinne und verdrängt viel wichtigere Themen: 1. Kann ein Gewerkschaftsführer mitten im Arbeitskampf in den Urlaub fahren? Ja, er kann! Aber sollte er es und darf er es ohne Schaden für sein Amt tun? 2. Was haben Gewerkschaftsführer im Aufsichtsrat von Unternehmungen zu suchen, wenn sie dort keine Mitarbeiter sind?

Die Frage mit kostenlosen Flügen ist schnell erledigt. Werden sie abgeschafft, steigt die Aufsichtsratstantieme entsprechend. Transparency International ist ja eine löbliche Einrichtung. Doch es gibt wahrhaft wichtigere Frage als die, ob jemand einen Flug umsonst bekommt oder das Geld, um ihn zu bezahlen. Soll sich doch das Finanzamt um den geldwerten Vorteil kümmern! Was soll diese kümmerliche Debatte, wo der gemeine Neid mal wieder seine Blendgranate gezündet hat?

Und der Bsirske? Der lässt sich auf diese Debatte ein, will das Geld für den Flug zurückzahlen. Nichts ist dem lieber als die Ablenkung von der Frage, ob er mit seinem Urlaubsflug zur Streikzeit gegen die grundlegenden Verpflichtungen seines Amtes verstoßen hat. – Hat er? Ja, er hat! Und das weiß er auch:

Lass die Mitglieder meiner Organisation bei der Lufthansa doch streiken und Flüge blockieren! Ich fliege in Urlaub. Kostenlos, aber das ist, siehe oben, gar nicht so wichtig. Wie durch ein Wunder ist mein Flug von Streikaktionen auch nicht betroffen.

Herr Bsirske sitzt in mehreren Aufsichtsräten. Natürlich nur in ganz großen! Bundesliga! Nur da gibt es richtig Geld. Bei kleinen Unternehmungen der Kreisklasse ist der Aufsichtsratsposten meist sogar ein Ehrenamt, wo sich die Mitglieder schon über eine komplette Kostenerstattung freuen. Aber das weiß der neidzerfressene Deutsche nicht und der Gewerkschafter braucht es zum Glück nicht zu wissen: Diese Unternehmungen liegen unterhalb der Mitbestimmungsgrenze. Da ist sowieso nichts zu holen.

Wo etwas zu holen ist, sind die Gewerkschaften dabei. Die deutsche Mitbestimmung sieht nämlich vor, dass die Verbände der Arbeitnehmer ein Recht auf diese Posten haben. Würde man auf der Gegenseite den Verbänden der Arbeitgeber ein solches Recht zubilligen, würden alle den Kopf schütteln über so viel Unsinn. Dieses Recht auf Aufsichtsratsmandate haben dort nur die Anteilseigner der Unternehmung. Denen steht es natürlich frei, Positionen auf „ihrer Bank“ auch mit Vertretern eines Arbeitgeberverbandes zu besetzen. Ein Recht kann man ja auch freiwillig abtreten.

Die entsprechende Regelung für die Arbeitnehmerseite sähe so aus, dass die Arbeitnehmervertreter der Unternehmung das ausschließliche Recht zur Besetzung ihrer Aufsichtsratpositionen hätten. Darauf könnten (!) sie auch Gewerkschaftsvertreter platzieren, müssten es aber nicht.

Das war den Funktionären und Lobbyisten der Gewerkschaften offenbar zu unsicher. Man stelle sich vor, die Arbeitnehmer einer Unternehmung machen Mitbestimmung unabhängig von der Gewerkschaft, so wie es die Anteilseigner in der Regel unabhängig von ihren Verbänden tun? Nein, das geht gar nicht! Eine Mindestzahl von Positionen wird daher direkt für die Gewerkschaft reserviert, allenfalls könnten die Arbeitnehmer der mitbestimmten Unternehmung weitere Plätze für Gewerkschafter räumen. Für solche wie Bsirske, die während ihres Arbeitskampfes in Urlaub fahren, würden sie das bestimmt nicht tun. Doch der ist ja per Gesetz da hineingezwungen.

Wo Du ein starkes Interesse bemerkst, suche nach der Geldquelle! Der Bsirske hat ja, wie schon bemerkt, gleich mehrere fette Aufsichtsratsmandate. Die ansehnlichen Tantiemen daraus teilt er sich s mit seiner Gewerkschaft. Die verdient immer mit! Doch wer zahlt die Zeche? – Die Unternehmung und ihre Eigner, die Aktionäre. Und nun kommt die Geschichte aus Absurdistan:

Die Anteilseigner zahlen dadurch in eine Streikkasse ein, mit der ein gegen sie gerichteter Arbeitskampf finanziert wird. Und zwar gesetzlich erzwungen!

Das ist doch völlig Banane! Und Deutschland heißt diese Bananenrepublik. In diesen Absurditäten ist der ganze Skandal begründet. Ob jemand einen Flug kostenlos erhält oder mit einer erhöhten Tantieme bezahlt, ist dagegen Jacke wie Hose! Von einer Tasche in die andere!

PDF-Datei
This post was downloaded by 860 people until now.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.