Leon Neschle©

Das Buch der Sprüche: Teil 26

„Alternative“ sind meist weder alternativ noch eine Alternative.

Erstes Bildungsgesetz moderner Gesellschaften: Je größer der Fernseher umso kleiner die Bibliothek. 

„Die Dummen wählen die AfD“, sagt Sonneborn. – Klar, von „Rechtsintellektuellen“ hat man nie etwas gehört. 

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Leon Neschle 86

Die Erbsünden des LiberalismusEssay in neun Teilen und sieben Sünden

Teil 2

„Ein Liberaler schwärmt eher für den Fußball als Wettbewerbssystem, für seine Regeln und für überraschende Ergebnisse, als für den Sieg (s)einer Mannschaft“ (Neschle)

Die erste Erbsünde: Zu viel Verstand, zu wenig Leidenschaft

Der Ur-Liberalismus ist das Aufbegehren des menschlichen Verstandes. Er ist hirn-, nicht bauchgesteuert! Das merkt man Liberalen bis heute an, insbesondere bei ihrer mangelnden Bereitschaft zu kollektiver Leidenschaft: Das ist deren erste Erbsünde. Diese Erbsünde ist dem Liberalismus nicht von seinen Gegnern angelastet. Sie ist ihm in die Wiege gelegt.

Liberale erzeugen mehr Gefühle sozialer Zugehörigkeit und kollektiver Leidenschaft bei denen, die sich gegen sie wenden, als bei und unter sich. Ihnen fehlt es oft an „Seele“[1], sicher aber an „Fankultur“ und an einigenden Ritualen. Linke, Rechte und fundamental Religiöse haben die, z.B. in gemeinsamen Liedern, Handlungen oder einer kollektiven Sprache, bei der oft jede Abweichung von einer Sprachpolizei moralisierend diffamiert und sanktioniert wird[2]. Linke „Aktivisten“ bauen durch ihre Sprache sogar Distanz zu Menschen auf, für die sie sich angeblich einsetzen[3]:

„Die moderne Linke, jedenfalls in ihrem akademischen Teil, scheint vor allem mit der Frage beschäftigt, wie sie dafür sorgen kann, dass niemand vom rechten, also linken Weg abkommt. Ihre ganze Energie ist darauf gerichtet, dass die Menschen nicht das Falsche sagen. Oder die falschen Witze reißen. Oder die falschen Kostüme zu Halloween tragen.“[4]

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Leon Neschle 87

Die Erbsünden des Liberalismus – Essay in neun Teilen und sieben Sünden

Teil 3

„Wenn der Verstand gottgegeben ist, muss auch sein Einsatz gottgewollt sein“ (Neschle)

Die zweite Erbsünde: Menschenverstand statt Gottes Gebot

Die zweite Erbsünde liegt wie die erste in den Genen des Liberalismus. Sie wird den Liberalen jedoch nur von Seiten der Religionen vorgeworfen. Dennoch ist die Aus-einandersetzung damit nicht nur von religiösem oder historischem Wert. Sie bringt tiefe Einblicke in den Liberalismus, insbesondere zu der Frage, ob man sich durch den eigenen Verstand versklaven kann und sich so selbst die Freiheit nehmen kann, für die man eigentlich eintreten will.

Die Liberalen haben den menschlichen Verstand, kein göttliches Gebot zum Ausgangspunkt ihres Denkens gemacht. Die Freiburger Thesen der FDP[1] fordern in diesem Sinne „Fortschritt durch Vernunft“. Philosophien, die den Menschen und seine Vernunft und nicht Gott zum Ausgangspunkt ihres Denkens machen, ordnet Harari zwar dem „Humanismus“ zu, betrachtet sie aber als „Religionen“[2]:

„Die Grundüberzeugung humanistischer Religionen wie des Liberalismus, des Kommunismus und des Nationalsozialismus lautet, dass Homo sapiens über einen einzigartigen und heiligen Wesenskern verfügt, der Quell allen Sinns und aller Macht im Universum ist.“ 

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