Leon Neschle©

Das Buch der Sprüche: Teil 13

„Bitte nicht eintreten!“ stand auf der Tür. Gemeint war aber nicht die Tür, sondern der Raum dahinter. Doch wie soll der Mensch das wissen? Steht „Bitte nicht essen!“ auf der Pelle, ist ja nicht die Wurst gemeint. 

„Art Gallery“ stand am schäbigen Schaufenster in München: „Das ist wirklich nur eine Art Galerie“, dachte ich.

Das deutsche Handballteam hat bewiesen, dass man gewinnend verlieren kann.

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Leon Neschle 89

Die Erbsünden des Liberalismus – Essay in neun Teilen und sieben Sünden

Teil 5

„Der Markt kann gar kein Klimakiller sein, weil es ihn für freie Umweltgüter nicht gibt. Da hat er ein perfektes Alibi.“ (Neschle)

Die vierte Erbsünde: Umweltschmutz statt Umweltschutz

Hier gibt es keine Ausflüchte: Die vierte Erbsünde ist anders als die dritte den Liberalen nicht angedichtet, sie ist genetisch bedingt und kam mit der Geburt des Liberalismus. Ihre Quelle ist schlichte Unwissenheit.

Dem Liberalismus fehlt die Gnade der späten Geburt. In der vorindustriellen Zeit seiner Entstehung bestanden viele Bereiche der Umwelt im ökonomischen Denken aus „freien Gütern“, die kostenlos und in beliebiger Menge zur Verfügung standen. Das betraf nicht alle Teile der Umwelt: Für Grund und Boden oder Schürfrechte war damals schon ein Preis fällig und dort, wo man Wasser verknappen konnte, musste die Wasserzufuhr bezahlt werden. Luftverschmutzung spielte im vorindustriellen Zeitalter kaum eine Rolle, Wasserverschmutzung durch Schlachtabfälle oder Gerberei war ein lokales Problem und wurde, wenn das Wasser ungenießbar war, auch von Kindern mit dünnem Bier heruntergespült.

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Leon Neschle©

Das Buch der Sprüche: Teil 12

„Scheiß Zusammenspiel!“ (Mats Hummels) – Aufgepasst Freunde der Rechtschreibreform! Beim Fußball reicht nicht, dass man zusammen spielt. Man muss auch zusammenspielen. Deshalb gewinnen ja nicht die besten Elf, sondern die beste Elf.

Reduziert sich der Mensch allein auf Unterschiede im Glauben, herrscht Krieg aller gegen alle.

Je öfter ich Kommentare im Internet lese, umso weniger glaube ich an Schwarmintelligenz und Volksentscheide.

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Leon Neschle©

Das Buch der Sprüche: Teil 11

Die Sklaven dieser Gesellschaft heißen „Steuerpflichtige“. Die Einkommensteuer hält sie in Ketten, das Steuerstrafrecht hat die Folterinstrumente. Und ihr Geld bekommen griechische und spanische Banken?

Ein Blick schafft noch keinen Einblick.

Kinder gehen „in die Schule“: Der „fortschrittliche“ Pädagoge geht heute „in Schule“. Er ist da, wo seine Bildungsphantasien sind, aber keine Kinder. Sollte er deshalb nicht besser „fortgeschritten“ oder sogar „weggtreten“ heißen?!

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Leon Neschle 88

Die Erbsünden des Liberalismus – Essay in neun Teilen und sieben Sünden

Teil 4

„Wer die Freiheit anderer achtet, zeigt allein dadurch mehr soziale Verantwortung als die Befürworter totalitärer Systeme, denen individuelle Freiheit nichts gilt.“ (Neschle)

Die dritte Erbsünde: Egoismus statt soziale Verantwortung

Die dritte Erbsünde wird den Liberalen am häufigsten angelastet. Dennoch steckt sie nicht in den liberalen Genen. Sie findet sich aber in der libertären Mutation des Liberalismus. Libertäre verbergen sich (zu) oft als „Bekenntnisliberale“ hinter dem liberalen Etikett. Den Liberalen ist vorzuwerfen, dass sie nicht deutlich genug und nicht öffentlichkeitswirksam gegen diesen Etikettenschwindel vorgehen. 

So mancher Bekenntnisliberale glaubt, der Liberalismus lasse unbeschränkte Freiheit zu und völligen Egoismus des Einzelnen, ja fordere ihn sogar im Wirtschaftsliberalismus, ohne dass davon ein Schaden für die Gesellschaft ausgeht. Nach der Bienenfabel von Mandeville[1] werden durch den Zwang zu freiwilliger Einigung am Markt sogar private Laster zu öffentlichen Vorteilen. Auch der politische Abstimmungsprozess setzt den Individuen gesellschaftliche Schranken bei der Durchsetzung ihrer egoistischen Ziele.

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