Au … Aufschrei 21

Das GYSI-Syndrom: Wer oder was ist ein Wahlgewinner?

GYSI = Genossin Ypsilanti Siegt Immer?!?

In Hessen herrscht Konfusion: Wer hat die Landtagswahl 2008 gewonnen? Die FDP, weil sie seit fast vierzig Jahren ihr bestes Ergebnis hatte? Die Linke, weil sie dort zum ersten Mal im Landtag landete, was Frauenversteher G-Punkt Gysi freute? Die SPD und Frau Ypsilanti, weil sie am meisten Stimmen dazugewannen? Oder doch die CDU, weil sie am Ende die meisten Stimmen hatte? Es scheint so, als erheben dort allein die Grünen keinen Anspruch auf den (oder einen?) Wahlsieg.

Einigen gefühlten Siegern wird der Sieg allerdings abgesprochen: So will Andrea Ypsilanti nicht mal mit Roland Koch und der CDU sprechen, falls die nicht zuvor ausdrücklich zugeben, dass sie die Wahl verloren haben. Also müsste die CDU die SPD erst anflehen: „Wir sind Verlierer. Holt uns hier raus!“

Augenscheinlich hat sich die CDU den Wahlsieg in die eigene Tasche gelogen. Dann soll sie das, verdammt noch mal, zugeben! Es wird in der Politik ohnehin zu viel gelogen und am meisten in die eigene Tasche. Doch da sei Frau Ypsilanti vor!

Oder ist die CDU mit Roland Koch doch der Wahlsieger und Frau Ypsilanti leidet unter Realitätsverlust, unter dem GYSI-Syndrom (Genossin-Ypsilanti-Siegt-Immer)? Wer ist also der wahre Sieger? Und ist der wahre auch der echte?

Hat also die Wahl gewonnen, wer

  1. seit Jahrzehnten sein bestes Ergebnis erreicht hat;
  2. den Eintritt in den Landtag geschafft hat;
  3. den höchsten Stimmengewinn von allen hatte;
  4. die meisten Wählerstimmen auf sich vereinigen konnte?

Für Hessens Parteipolitiker ist die selbstgefühlte Realität: „Alle vier sind Wahlsieger!“, außer für die SPD und Frau Ypsilanti. Für die ist gerade Nr. 4 mit den meisten Wählerstimmen kein Wahlsieger, sondern ein eigenmächtiger Protzer, ein mieser Titeldieb. Für die wenigen Leute mit gesundem Menschenverstand kann aber normalerweise nur einer der Sieger sein. Aber wer, verdammt noch mal?!

Sehen wir das Ganze mal sportlich:

  1. Hat Hansa Rostock die Deutsche Meisterschaft gewonnen, wenn die Hansa den höchsten Tabellenplatz seit Jahren erreicht hat?
  2. Hat der MSV Duisburg die Deutsche Meisterschaft gewonnen, weil er gerade in die erste Bundesliga aufgestiegen ist?
  3. Hat der FC Schalke 04 die Deutsche Meisterschaft gewonnen, wenn er den höchsten Sprung in der Tabelle gemacht hat (nach oben natürlich!)?
  4. Hat der FC Bayern die Deutsche Meisterschaft gewonnen, falls er nach Punkten – wenn auch knapp – vor allen anderen Mannschaften liegt?

Hätte der FC Bayern gegenüber seiner vorherigen Meisterschaft ordentlich Punkte eingebüßt, würde Frau Ypsilanti die letzte Frage mit „Nein!“ beantworten. Solange der FC Bayern aber am Ende mehr Punkte hat als alle anderen, ist er deutscher Meister, egal wie viele Punkte er in der Vorperiode hatte und wie viele Punkte er gegenüber dieser Periode verloren hat, so leid ich mir selbst dabei tue.

Offenbar ist Frau Ypsilanti nicht in der Lage das so „sportlich“ zu sehen. Sie erinnert da an den Ex-Kanzler Gerhard Schröder, der nach der letzten Bundestagswahl weltentrückt im Fernsehstudio auftauchte und sich zum Erstaunen seines Wahlvolkes als Wahlsieger gerierte, obwohl er die Stimmenmehrheit verloren hatte. Auch Frau Ypsilanti hat sie nicht: die Stimmenmehrheit. Ist sie trotzdem Wahlsiegerin, weil sie „von unten“ kommt und in Hessen Stimmen hinzugewonnen hat? Immerhin hat sie sich schon dazu erklärt, bevor alle Stimmen ausgezählt waren. In der SPD (Sieger Partei Deutschlands) ist man da schnell mit solchen Erklärungen und man müsste schon Verhaltenstherapeuten fragen, warum die solche Siegesgefühle nicht verhalten können. Danach hat Frau Ypsilanti ihre Aussage nicht mehr korrigiert. Im Gegenteil: Sie hat erst dann mit Nachdruck gefordert, Koch solle endlich zugeben, dass die CDU die Wahl verloren hat.

Aber kann Koch das überhaupt zugeben, ohne zu lügen? Sollte sich Frau Ypsilanti am Ende selbst korrigieren und zugeben, dass sie mit der SPD zwar Stimmen gewonnen, aber die Wahl verloren hat. So sieht es die (Noch-)Mehrheit der Wähler in Hessen, auch wenn Roland Koch Stimmen und Ansehen eingebüßt hat. – Aber was sind schon Wähler, wenn sie mich nicht wählen?

Ist dies also das gerade in Hessens SPD grassierende GYSI-Syndrom? Gilt wirklich Genossin-Ypsilanti-Siegt-Immer? Oder ist das rosaroter Realitätsverlust, sozialverzückte Weltentrückung wie in der Gysi-Partei, die mit dem PDS (Partiell Debiles Syndrom) bei Wirtschaftlich Ahnungslosen Sozialistischen Genossen (WASG) einhergeht, verstärkt durch den wiederkehrenden OSKAR (Oekonomisch-Sozialistisches Keine Ahnung Rezidiv)? Neschle weiß es nicht! Er weiß nur eines: Wahlsieger ist, wer die meisten Stimmen hat, nicht wer die meisten dazugewann.

Sonst erklärt sich demnächst der BVB – Gott bewahre! – zum Sieger über den FC Schalke 04, wenn er nur 2:1 statt 3:0 verliert. Und dann reden die BVB Verantwortlichen nicht mehr mit denen vom FC Schalke, wenn die Schalker nicht zugeben, dass sie das Spiel verloren haben. – Frau Ypsilanti spielt offenbar in einer anderen Liga!?

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7 Antworten auf „Au … Aufschrei 21“

  1. Aber wat zählt, is aufm Platz (Landtag).

    Nicht wer die meisten Tore (Wählerstimmen) geschossen hat wird Meister, sondern wer die meisten Punkte (Sitze im Landtag) hat.

    Und bei jeweils 42 Sitzen könnte man auch von einem unentschieden sprechen.

    Aber da es ja keine 2 Meister geben kann, kommt nun das Torverhältnis (Wählerstimmen vorherige Wahl gegen Wählerstimmen aktuelle Wahl) ins Spiel. Da ergibt sich bei der CDU ein negatives Torverhältnis und ist somit kein Meister in dieser Liga.

    Da hat Frau Ypsilanti vielleicht doch nicht so ganz unrecht.

  2. Lieber Bernhard,

    schön die Sache mit dem „Torverhältnis“. Aber das „Torverhältnis“ wird bestimmt durch das Stimmenverhältnis bei der jetzigen Wahl. Die frühere Wahl sagt doch nichts darüber, wer die jetzige gewonnen hat. Dann hat der BVB gestern auch das Spiel gegen Schalke gewonnen. Denn statt 4 zu 1 hieß es am Ende nur 3 zu 2 für Schalke. Nach Deiner Diktion hätte Schalke nun ein negatives, der BVB aber ein positives Torverhältnis. Denk einfach noch mal nach!

    Liebe Grüße
    Dein Bruder Rainer

  3. Hallo,

    da schreibt der Neschle ganz arglos GYSI (Genossin Ypsilanti Siegt Immer) und dann kommt der Gysi wirklich daher. Aus dem fernen Berlin. Erst behauptet er, sicherstellen zu können, dass jeder(!) Abgeordnete der Linken Frau Ypsilon wählt. Da müsste sich jeder Bürger nun fragen, wie er das bei einer geheimen Abstimmung kann (In Neschle weckt das keine guten Gefühle!). Aber jetzt schiebt er nach bei Gemeinschaftsschule, Studiengebühren und Mindestlöhnen und fordert von der Ypsilon die Zusage für die Realisation seiner(!) Politik, der Politik der Linken.

    Frau Ypsilon wollte sich allenfalls wählen lassen ohne (!) Absprache mit der Linken. Doch nun? Erfüllt sie der Linken nun Gysis Forderung (Haben die eigentlich keine Politiker in Hessen?), erfüllt sie deren(!) Wahlversprechen. Auf diese Weise wurde die SPD schon einmal in die Tasche gesteckt, in der SED!

    Auferstanden aus Urinen …

    Schönen Tach noch
    Euern Neschle

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