Leon Neschle 53 (9. Woche 2009)

Ein zentraler Rat für den Zentralrat

„Hey Jude, don’t make it bad“ (The Beatles aus dem Song „Hey Jude“, der gar nicht von einem Juden handelt.)

Der Zentralrat der Juden hat mal wieder kritisiert: Ex-Kanzler Gerhard Schröder scharf. Wegen seines Treffens mit dem iranischen Präsidenten Ahmadinedschad in dieser Woche. „Herr Schröder fügt dem Ansehen der Bundesregierung und der Bundesrepublik Deutschland schweren Schaden zu“, sagte dessen Generalsekretär Stephan J. Kramer. Schröder stärke mit seinem Besuch das Regime und den Diktator. Für diesen Diktator sei er Aufwertung und Unterstützung für seinen Wahlkampf. –

Mit Verlaub, Herr Kramer: Irgendwie vermischen Sie da die politischen Systeme. Welcher Diktator führt einen ernstzunehmenden Wahlkampf, in dem er Unterstützung braucht? Und dann auch noch die von unserm Gerd, der jetzt selber von der Stütze lebt! – Herr Kramer, Sie haben sich schon früher solche Fehleinschätzungen erlaubt und Leute für etwas beschuldigt, was die weder gedacht, gewollt noch getan hatten. Wo liegt da der Sinn? Identifiziert sich ihr Zentralrat eigentlich mit ihren Aussagen?

Ich hörte neulich im Radio ein Interview mit einer Rabbinerin und war erstaunt, dass die genau so dachte wie Neschle. Sie wollte raus aus der Überempfindlichkeit und Reizbarkeit, mit der Juden in Deutschland „offiziell“ auf alle Themen reagieren, die Israel oder das Judentum angehen. Weg von dem schlechten Gewissen, das sie selbst Gutwilligen einreden, und von den Tabus mit dem diese Themen belegt sind. Und sie hatte den Wunsch, nicht immer auf diese Themen reduziert zu werden. Neschle kann das gut verstehen. Aber auch ihr Zentralrat?

A. Tanzt Schröder auf der Achse des Bösen?

Schröder traf zwar am Samstag mit Ahmadinedschad zusammen. Doch auch ein Treffen mit Ex-Präsident Mohammed Chatami ist vorgesehen. Der will bei der Wahl gegen Ahmadinedschad antreten. – Also, Herr Kramer, öffnen Sie doch mal das andere Auge: Unterstützt Schröder damit nicht die Opposition im Iran? Pflegt er damit nicht sogar die ersten Triebe einer Demokratisierung? Man kann doch nicht immer nur die halbe Welt betrachten, um miese Mutmaßungen zu bestätigen, Herr Kramer!

Schröder hat den Iran aufgefordert, der Iran solle das Angebot von Barack Obama zur Aufnahme eines Dialogs annehmen. Auch könne der Iran eine positive Rolle in Afghanistan spielen bei der Unterstützung der Regierung in Kabul und im Kampf gegen den Drogenhandel. Was ist daran verwerflich, was gegen die Interessen des Judentums oder Israels gerichtet?

Meinen Sie, Herr Kramer, das wirklich ernst, Schröder „würde im Sinne der Menschenrechte besser auf das Treffen verzichten“? Ist den Menschenrechten besser gedient, wenn man darauf verzichtet, die Missachtung der Menschenrechte zu thematisieren. Wäre das richtig, sollten wir vielleicht auch die Bewährungshilfe streichen und jeglichen Versuch zur Resozialisierung! Was rechtfertigt, denn ihr Misstrauen gegen Schröder, was dessen Absichten und den Gesprächsinhalt angeht? Warum immer nur Negatives vermuten, wenn es um die eigene Sache geht? Warum selbst die Freunde des Judentums und Israels ständig in den Hintern treten?

Und warum sagen Sie nicht, dass Schröder den iranischen Präsidenten für dessen Bemerkungen gegen das Existenzrecht Israels und die Leugnung des Holocaust kritisiert hat? Und das keinesfalls halbherzig: „Der Holocaust ist eine historische Tatsache und es macht keinen Sinn, dieses einmalige Verbrechen zu leugnen“. Das hat er denen im Iran gesagt.

Was Sie da wieder wollen, ist mir nicht verständlich, Herr Kramer. Aber ich habe Sie schon früher nicht verstanden. Ich hatte da noch einen alten Neschle in der Kiste, den ich nun als Teil dieses neuen hervorzaubere, um Sie als Wiederholungstäter zu entlarven. Damals habe ich gedacht, vielleicht ist dieses Eisen zu heiß für Deinen Blog, Leon. Aber jetzt reicht es mir einfach!

B. Warum so sinnlos gegen Sinn?

Ein Vers aus dem Beatles-Song „Hey Jude“ lautet in der deutschen Übersetzung: „Nimm einen traurigen Song und mache ihn besser!“ („Take a sad song and make it better!“) Merkwürdigerweise machte der Herr Kramer mit dem Einschreiten gegen Äußerungen des Präsidenten des Münchener Ifo-Instituts Professor Dr. Hans-Werner Sinn im Oktober 2008 das Gegenteil, ein ohnehin trauriges Ding noch trauriger.

Sinn sagte damals im Interview mit dem Berliner Tagesspiegel: „Auch in der Weltwirtschaftskrise von 1929 wollte niemand an einen anonymen Systemfehler glauben. Damals hat es in Deutschland die Juden getroffen, heute sind es die Manager.“

Auch ein Sinn kann Unsinn machen. Unsinn ist es in Deutschland, das Wort „Jude“ in den Mund zu nehmen und (sich) nicht (zu)gleich an den „Holocaust“ zu erinnern. Das ist traurig und nicht „politisch korrekt“. Das weiß hierzulande jeder, Herr Sinn. –

Die gezielte Vernichtungskampagne gegen Juden im „Dritten Reich“ als „Holocaust“ zu bezeichnen, ist dagegen „politisch korrekt“! Obwohl das für deutsche Ohren fast verharmlosend klingt, weil viele das Wort gar nicht verstehen. „Holocaust“ statt klarer Worte für die geplante Vernichtung von Juden wie „systematischer Massenmord“ oder „planmäßige Massenvernichtung“ erschwert hierzulande eher das Verständnis für die menschenverachtende Grausamkeit dieser perfiden Untaten. Dummerweise ist es aber „korrekt“.

„Jude“ und „Holocaust“ sind siamesische Sprachzwillinge geworden und dürfen nie allein vorkommen. Dabei darf auch nie der Eindruck vermittelt werden, der „Holocaust“ werde mit anderen Verbrechen oder bloßen Vergehen verglichen. Schon ein angedeuteter Vergleich ist verfehlt. Auf das Ergebnis wird da nicht gewartet.

Das hat Herr Sinn also falsch gemacht. Er hat einen Vergleich gezogen zwischen … . Obwohl…? Halt! … Einen solchen Vergleich hat er gar nicht gezogen, nicht so, überhaupt nicht so, wie Sie, Herr Kramer, ihm das unterstellen und in ihrem Gefolge einige Papageien. Weil Sinn was von Mengenlehre versteht. Im Unterschied zu Ihnen? –

Vor einiger Zeit hat man im ersten Schuljahr noch mit der Mengenlehre angefangen, damit sie jedes Kind versteht: Eine kleine blaue Kugel und ein großer blauer Würfel sind etwas völlig anderes. Trotzdem gehören beide in Bezug auf ihr „Blausein“ in eine Kategorie, nämlich die der „blauen Dinge“. Verstanden? Gut!

Was ihre Größe oder Form betrifft, sind sie natürlich etwas ganz anderes: „Klein“ ist anders als „groß“, eine „Kugel“ etwas völlig anderes als ein „Würfel“. Und eine „kleine Kugel“ und ein „großer Würfel“ haben erst recht nichts gemein. Klar?

Nein? Dann noch mal anders: Ein Mann ist etwas anderes als eine Frau. In Alter, Musikgeschmack, Sehleistung, politischer Ansicht kann er trotzdem einer Frau sehr viel ähnlicher sein als einem anderen Mann, dem er im Extrem allein in Bezug auf das „Mannsein“ ähnelt. „Mannsein“ ist hier wie „Blausein“, im obigen Sinne (Ich komme gerade von einem Karnevalszug. –

Dann schauen wir mal, ob wir den Sinn bei Herrn Sinn und dessen Äußerung begreifen. Zitieren zunächst die offizielle Homepage des Zentralrates: „Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat den Präsidenten des Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, aufgefordert, sich für seinen Vergleich der Judenverfolgung mit der aktuellen Managerkritik zu entschuldigen“. Erinnern wir uns! Sinn hatte gesagt: „Auch in der Weltwirtschaftskrise von 1929 wollte niemand an einen anonymen Systemfehler glauben. Damals hat es in Deutschland die Juden getroffen, heute sind es die Manager.“

Der Generalsekretär des Zentralrats bezeichnete diesen „Vergleich“(?) als „empörend, absurd und absolut deplaziert, eine Beleidigung der Opfer.“ In Kenntnis dessen, was wenige Jahre später mit den Juden passierte, sei es hanebüchen, heutige Wirtschaftsführer mit Juden zu vergleichen, sagte er der NRZ. „Mir wäre neu (für Sinn sind das olle Kamellen?!), dass Manager geschlagen, ermordet oder ins Konzentrationslager gesperrt würden“, so Kramer. Sinns Einlassung folge der Masche: „Wer sich unter Druck gesetzt fühlt, wählt Vergleiche mit den Juden, um sich unter die Opfer einreihen zu können.“ – Na, ja?! Ich könnte mir jedenfalls etwas anderes vorstellen, als mich unter diese Opfer einzureihen!

Sinn hat aber gar nicht gesagt, das Schicksal der Manager sei mit dem Schicksal der Juden vergleichbar. Er hat gar keinen Vergleich zwischen „Juden-Verfolgung“ und „Manager-Kritik“ gezogen. Vielmehr hat er verdeutlicht – und das nur beispielhaft und unter einem einzigen Vergleichsaspekt –, dass in beiden großen Wirtschaftskrisen vor allem nach „schuldigen Menschengruppen“ gesucht wurde und wird und – das war sein eigentlicher Punkt – eben nicht nach „anonymen Systemfehlern“.

Sinns Vergleichsaspekt ist also nur das „Blausein“ oder das bloße „Mannsein“ aus der Mengenlehre. Über die sonstige Vergleichbarkeit von Juden und Managern, was deren Schicksal war und ist, ob es ebenso wie die Judenverfolgung bald eine „Managerverfolgung“ geben wird, in denen Manager systematisch gedemütigt und getötet werden, davon ist bei Sinn gar keine Rede. Und darauf bezieht sich sein Vergleich auch nicht!

Judenverfolgung = „Managerverfolgung“, das wird Sinn schlicht angedichtet von Herrn Kramer. Es ist daher völlig daneben, Sinn wegen dieser Äußerung eine „Beleidigung der Opfer“ vorzuwerfen, in die Nähe von Antisemiten zu rücken oder auch nur die Äußerung in die Nähe des Antisemitismus. Im Gegenteil:

Nur so wird der richtige Schuh aus Sinns Äußerungen: Ebenso wie es 1929 nach Sinns Ansicht abwegig(!) war, die Schuld für die Wirtschaftskrise den Juden zuzuschreiben, wäre es heute nach seiner Ansicht falsch, die Schuld für die Krise bei den Managern zu suchen. – Man mag seine Ansicht über die Managerverantwortung teilen, oder nicht. Aber: Wir sind hier mengentheoretisch bei einer anderen Frage, nämlich immer noch beim „Blausein“. Wo ist da eine Verhöhnung der Opfer?

Die wäre freilich schlimm! Doch diese Verhöhnung durch Sinn existiert nur in der Einbildung des Herrn Kramer. Der will offenbar beleidigt sein und sich selbst als Opfer feiern. Er hat nicht verstanden, dass etwas unter einem Aspekt gleich oder ähnlich sein kann, was unter anderen Aspekten und insgesamt grundverschieden ist.

Wenngleich die Sachverhalte laut Sinn (!) bei der Zuschreibung von Schuld zu Menschengruppen und nicht zu Systemmängeln in beiden Wirtschaftskrisen gleich liegen, bedeutet das in gar keiner Weise, dass die betroffenen Menschengruppen ansonsten Ähnlichkeiten aufweisen oder aufweisen müssten, dass „Verleumdung und Verfolgung“ und „Kritik“ auf einer Ebene stehen oder ihre Schicksale in irgendeiner Weise ähnlich sein müssen. Wenn ich feststelle, dass Hitler Vegetarier war und damit den Vergleich ziehe, mache ich damit doch auch nicht alle Vegetarier zu Nazis.

Es ist nämlich genau wie bei der kleinen blauen Kugel und dem großen blauen Würfel, die nur im Blausein ähnlich sind. Es sei denn, die ideologische Verblendung unterhöhlt die logische Denkfähigkeit, wie bei Volker Beck von den Grünen, der von einer „beispiellosen Geschmacklosigkeit“ Sinns spricht und sagt: „Der Vergleich zwischen Juden und Managern von Sinn ist zynisch und total daneben.“ Wäre er, Herr Beck! Wenn es ihn so total gegeben hätte und Sie nicht alles nachplappern würden!

Lieber Herr Beck! Einen solchen Vergleich macht generell kein Sinn, weil der keinen Sinn macht. Insgesamt, als Ganzes und im Allgemeinen vergleicht er Juden und Manager nie und nimmer und überhaupt gar nie nicht. Und für Sinns eingeschränkten Aspekt ist sein Vergleich möglich, wenngleich er nichtsdestotrotz falsch sein mag. Nach Neschles Ansicht ist er es sogar. Denn natürlich gibt es eine (Mit-) Verantwortung der Manager, auch wenn sie einem Zug von Lemmingen gefolgt sind. Doch hier es geht nicht darum, ob Sinn Recht hat, sondern ob er den ihm vorgeworfenen Vergleich getroffen hat. Und genau das hat er nicht!

Sinn hat sich für seine Äußerung nun „dummerweise“ entschuldigt, statt seine Aussage wie oben zu erklären. Eine Erklärung wäre vermutlich nicht nur nutzlos gewesen, sondern hätte seine Lage im ideologisch verkleisterten Vorhirn seiner politisch starken Kritiker verschlimmert. Er hat den karrieresicheren Weg gewählt, aber für Verwirrung und Selbstanklage gesorgt. Denn: „Wer sich entschuldigt, klagt sich an!“

Sinn hat so seine Aussage, die gar keinen antisemitischen Kern oder eine Beleidigung der Opfer enthielt, nachträglich damit belastet, weil ihn Unverständige mit politischer Macht dazu gezwungen haben. Dazu kann Neschle nur mit Bertrand Russell sagen: „Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind so sicher und die Gescheiten so voller Zweifel.“

C. Ein zentraler Rat für den Zentralrat?

Es hat sich der Falsche entschuldigt. Nicht Sinn hätte sich entschuldigen sollen, sondern der Generalsekretär des Zentralrates, sachlich für seine Unfähigkeit, aspektbezogene Vergleiche zu verstehen, politisch für den unbegründeten Verdacht des verkappten Antisemitismus in der unterstellten Beleidigung der Opfer gegen Hans-Werner Sinn, gleichgültig ob man dessen sachliche Einschätzung teilt oder nicht. Und Volker Beck? Dem sei Narrenfreiheit gewährt. Der kann gar nicht anders.

Sinn wird „Verharmlosung“ durch seinen Vergleich vorgeworfen. Nur bei Lesern, die nicht (mehr) denken können, mag das stimmen. Das habe ich ja gerade gezeigt. Doch wie heißt es bei „Hey Jude“: „Nimm einen traurigen Song und mache ihn besser!“ Hätte der Zentralrat dies beherzigt, hätte er Sinns „Vergleich“ aktiv und positiv aufgreifen können, sachlich (statt ideologisch) kritisieren und durch Erweiterung(!) der Vergleichsaspekte ad absurdum führen können:

  1. Er hätte Sinns Gesprächsthema positiv nutzen können, statt negativ den Bann des Obszönen darauf zu werfen. Sinn hat dem Zentralrat eine Steilvorlage für das eigene Thema geliefert, aber der versiebte seine Chance. Kläglich! Warum nicht endlich die positive Förderung von Themen, statt deren negative Unterdrückung doch ständige Tabuisierung? Man hat den Eindruck es gehe nur um die Aufstellung von Fettnäpfchen und die Beschimpfung derjenigen, die reingetappt sind. Was soll das denn bewirken außer dass man selbst den Realitätsbezug verliert?Der Zentralrat hätte zeigen können, welche Unterschiede es unter Sinns Vergleichsaspekt der „zugewiesenen Krisenverantwortlichkeit“ zwischen Juden und Managern gibt. Die Schuldzuweisung von 1929 wäre wieder Thema gewesen. Man hätte eine der Wurzeln der perfiden Nazi-Propaganda aktiv diskutieren können. Stattdessen aber hat der Zentralrat durch seinen Generalsekretär jegliche Erinnerung an diese absurden Dummheiten im Keim erstickt und den Mantel des Schweigens darüber gedeckt. Statt den Schwelbrand zu öffnen und mit dem Feuerlöscher zu bekämpfen, hat er ihn zugedeckt, wo es heimlich weiter schwelen kann. Das ist nicht nur strategisch schlecht, es ist sogar miserabel.
  2. Man hätte Sinns Vergleich auf andere Aspekte ausweiten können. Dann wäre die Sache satirisch oder sarkastisch geworden etwa so: „Glaubt Sinn wirklich, den Managern drohe demnächst wie den Juden eine systematische Massenvernichtung?“ – Wie? Das ist wirklich abwegig und geschmacklos! … Eben! Aber statt diese satirische(!) Frage zu stellen, wird dieser Vergleich Sinn von Kramer (und Volker Beck) als tatsächliche Ansicht unterstellt: „Mir wäre neu, dass Manager geschlagen, ermordet oder ins Konzentrationslager gesperrt würden“ (O-Ton Kramer)! So als würde Sinn das tatsächlich glauben. So als hätte Sinn nicht alle Tassen im Schrank und selbst keinen Schimmer von der Unvergleichbarkeit der beiden Gruppen in diesen Totalen. Dadurch wird Kramers Behauptung aber zur böswilligen Unterstellung und zur Beleidigung Sinns. Und Sinn muss sich das in (verständlicher) deutscher Demut gefallen und von Kramer seinen peinlichen Bückling zumuten lassen.

„Take a sad song and make it better“! Das soll die Aufforderung an den Zentralrat sein. „And any time you feel the pain, hey Jude, refrain, don’t carry the world upon your shoulder“. Es gibt jedenfalls keinen Grund für den Zentralrat, ständig gezielt nach Gründen zu suchen, um belastet von dieser Welt und opferhaft beleidigt zu sein. Geht positiv in diese Welt sagt Euch der Neschle in der Karnevalswoche 2009!

Denn: Wer selbst seine Freunde ständig beargwöhnt und sie wie potentielle Feinde behandelt, wer sie laufend klammheimlich verdächtigt und sie durch die Brille seines ideologischen Unverständnisses betrachtet, sie unbedacht missversteht oder gar missverstehen will, der verlangt auf die Dauer viel. Um es am Beispiel deutlich zu machen: Schröder und Sinn taugen nicht als Sündenböcke von Herrn Kramer!

In Deutschland stößt er damit auf weit mehr Unverständnis auch unter seinen Freunden als das nach außen hin erscheint. Denn fast alle Personen der Öffentlichkeit scheuen sich, bei einer Kritik des Zentralrates selbst Sinns Schicksal zu erleiden. Auch ich habe lange gezögert, diesen Blog zu veröffentlichen:

Neschle fände es gut, wenn der Zentralrat die Größe hätte, sich nachträglich bei Herrn Sinn und nun bei Herrn Schröder zu entschuldigen für die überzogene Reaktion seines Generalsekretärs und dessen Zumutungen, Sinn solle sich für etwas entschuldigen, was er so weder gesagt noch beabsichtigt hat, und Schröder für etwas, was er gar nicht (so) getan hat. Doch diese Größe wird der Zentralrat nicht haben und auch nicht das Verständnis. Leider!

Daher werden wir mit seinen dämlichen Tabus leben, weil sich im Falle des Zentralrates keiner in der deutschen Politik traut, das zu tun, was er bei anderen Institutionen längst täte: der fragwürdigen Meinung eines Amtsträgers zu widersprechen. Auch das ist ein Tabu. Doch wer es nicht bricht, lässt den Zentralrat sehenden Auges in die Irre gehen. Dieser Zentralrat verpasst die Chancen einer positiven Beeinflussung der Diskussionen: Wo ist die Stimme, die diesen Generalsekretär zurückpfeift? Was ist nur aus den Erben „Nathans des Weisen“ geworden? Wer kann wollen, dass seine Freunde schweigen und nur noch die Braunen reden?

Ein Gedicht gibt es nicht.

Schließlich kann ich mir keinen Reim auf das Verhalten des Zentralrats machen.

Fehlt nur, irgendein Kramer stempelt mich aufgrund dieses Blogs zum Antisemiten:

Herr, schmeiß Hirn vom Himmel! Und die Weisheit Nathans!

Vielleicht werde ich ja erhört!

Gotthold Ephraim Lessing würde dann im Grabe tanzen. In Braunschweig übrigens, wo der Gröfatz Hitler am 26.2. vor 7 x 11 (Tö, tö!) Jahren „eingedeutscht“ wurde!

Doch das wünsche ich mir zum Schluss: „Braun schweig!“

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