{"id":648,"date":"2014-12-01T10:38:40","date_gmt":"2014-12-01T09:38:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.neschle.de\/index.php\/blog\/leon-neschle-83-49-woche-2014\/"},"modified":"2020-06-20T12:53:59","modified_gmt":"2020-06-20T11:53:59","slug":"leon-neschle-83-49-woche-2014","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/blog\/leon-neschle-83-49-woche-2014\/","title":{"rendered":"Leon Neschle 82 (49. Woche 2014)"},"content":{"rendered":"<h2 style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #4f81bd;\"><b>Make-up und Wettkampfvorbereitung als allegorische Bildungsbeihilfen<\/b><\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: left;\"><em>Mein Hund ist gut ausgebildet, aber nicht gebildet.<\/em> (Neschle)<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><em>Es gibt kein englisches Wort f\u00fcr Bildung. Education meint Ausbildung. Der Bologna-Prozess verurteilt auch uns zur Ausbildungspolitik. Doch unsere Politiker nennen es immer noch \u201eBildungspolitik\u201c. So schwindeln sie mit dem Etikett \u201eBildung&#8220;. <\/em>(Neschle)<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Studierende haben es nicht leicht heute. Man wirft ihnen Passivit\u00e4t vor, eine \u201eKultur der pr\u00fcfungstechnischen <em>Ab<\/em>kl\u00e4rung\u201c (Was genau soll ich tun, um die Klausur zu bestehen?) anstelle des \u201eWillens zur inhaltlichen <em>Auf<\/em>kl\u00e4rung\u201c. Sie seien Punktesammler ohne tieferes Interesse f\u00fcr ein tiefgr\u00fcndiges Verst\u00e4ndnis ihres Fachs. Sie lie\u00dfen lieber eine vorgefertigte Ausbildung \u00fcber sich ergeben, statt sich m\u00fchevoll selbst zu bilden und sich als Unternehmer ihrer Talente zu sehen. Ihre einzige Aktivit\u00e4t sei die Suche nach einem, der sie passiv ausbildet: Nach-Denken in einer intellektuellen H\u00e4ngematte statt Vor-Denken als geistige Herausforderung.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-family: Arial;\"><!--more--><\/span><\/p>\n<p>Wie richtig diese Beobachtungen auch sein m\u00f6gen, sie geben keine Antwort auf die Frage: Warum? Und ein Buch, das diese Frage j\u00fcngst stellte, ist voll von Indizien einer punkte- statt inhaltesuchenden Ausbildungsmentalit\u00e4t, doch ohne Antwort auf die selbstgestellte Themenfrage: Warum?<a href=\"#_ftn1_2799\" name=\"_ftnref1_2799\">[1]<\/a><\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong>A. Aus Bildung wird Ausbildung a la Bolognese<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Es w\u00e4re zu billig, NUR \u201eBologna\u201c zu rufen, schon weil das Prinzip \u201epost hoc, non propter hoc\u201c gilt: Danach ist (noch lange) nicht deswegen. Anders als in der Naturwissenschaft muss man bei sozialen Wirkungen die realen Ursachen nicht in der Vergangenheit suchen. Hier kann die reale Ursache in der Antizipation von Erwartungen k\u00fcnftiger Sachverhalte liegen. Dann liegt die Ursache zeitlich hinter der Wirkung. (Das ignorieren Vertreter des \u00f6konomischen Mainstreams in statistikschwangeren Erfolgsfaktoruntersuchungen, siehe dazu <a href=\"https:\/\/neschle.de\/index.php\/blog\/leon-neschle-81-48-woche-2013\/\">Neschle 81<\/a>).<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die politische Ursache f\u00fcr \u201eBologna\u201c liegt zeitlich nach \u201eBologna\u201c: Es ist die Furcht vor dem internationalen Versagen Deutschlands als (Aus-)Bildungsstandort. Doch Bologna ist wiederum nur EINE, aber nicht die einzige Ursache der Wirkungen, die wir an unseren Studierenden heute beobachten m\u00fcssen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die Vereinheitlichung internationaler Aus-Bildungsstandards kam im Kern als stupide \u00dcbernahme angels\u00e4chsischer Ideale. Dort dominiert Aus-Bildung (Education) den beruflichen <em>und<\/em> akademischen Bereich. Dies dokumentiert sich durch die Gleichheit der Titel: Bachelor (Geselle) und Master (Meister) f\u00fcr Handwerker <em>und<\/em> Akademiker.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">In Deutschland verfolgte man unterschiedliche Konzepte. Im beruflichen Bereich dominierte die Aus-Bildung, selbst wenn zuweilen sogar von \u201eberuflicher Bildung\u201c die Rede ist. Dabei wird das, was ein Ausbilder tut, kopiert: <em>Lernen durch Nachmachen steht im Zentrum.<\/em>Gesellen- und Meister gab es in Deutschland nur hier.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Im akademischen Bereich dominiert dagegen Bildung als eigenst\u00e4ndiger und selbstverantworteter Reifungsprozess. Dessen (vorl\u00e4ufigen) Abschluss bildete das Diplom. Das Wort \u201eAusbildung\u201c h\u00f6rt man hier selten, sein Gebrauch hat aber im Bologna-Prozess zugenommen. Politik und Hochschulleitungen sind seither vom Ausbildungsdenken multiresistent infiziert und versuchen, auch noch die letzten Fakult\u00e4ten mit dem Bologna-Keim zu infizieren. Vielerorts ist deren Immunsystem bereits zusammengebrochen. Unter einem nie gekannten Druck auf die akademische Freiheit werden Bildungskonzepte der Ausbildungsideologie geopfert. Die Verschulung hat Schule gemacht an Deutschlands Unis und in NRW allemal heftiger und h\u00e4sslicher als im S\u00fcden der Republik. (Neschle wei\u00df, wovon er spricht: Er kommt gerade von einer Tagung seiner Fakult\u00e4t, will aber hier nicht aus dem N\u00e4hk\u00e4stchen plaudern.)<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Hinter \u201eBildung\u201c und \u201eAusbildung\u201c stehen ganz andere Konzepte:\u00a0<em>Mein Hund ist eben gut ausgebildet, aber nicht gebildet. <\/em>Den Unterschied kann man aus Sicht der Lehrenden am besten mit zwei Metaphern verdeutlichen: der Bildhauer f\u00fcr die Ausbildung, der G\u00e4rtner f\u00fcr die Bildung.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Der Bildhauer formt seine Skulptur unter Beachtung der Formen des Ausgangsmaterials ganz nach seinem Gusto. Dabei setzt ihm sein Material an verschiedenen Stellen ungleichen Widerstand entgegen. Das kann ihn im Einzelfall zwingen, die Skulptur anders als vorgeplant auszubilden. Aber immer es ist seine Vorstellung, die er verwirklicht. Eigentlich m\u00fcsste daher der Bildhauer (DozentIn) die Note daf\u00fcr bekommen und nicht sein Material (die Studierenden).<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Daher wundert es nicht, dass mit dem Vordringen des Ausbildungsdenkens auch die Umkehrung der Benotung aufkam, die der DozentInnen durch die Studierenden. Die Verantwortung f\u00fcr schlechte Ausbildung liegt nun allein beim Dozenten. Peinlich ist nur, dass Studierende die DozentInnen am besten bewerten, bei denen sie mit bescheidenem Aufwand gute Noten erreichen. Wenn die Ausbildungs-Ziele gute Noten und m\u00f6glichst viele Kreditpunkte sind, ist das im Sinne einer pers\u00f6nlichen Strategie nur konsequent. Aber sind es nicht die falschen Ziele? Sicher f\u00fcr eine Bildungsphilosophie, f\u00fcr die ich den G\u00e4rtner als Metapher w\u00e4hle.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Auch der G\u00e4rtner muss seine Pflanzen in Form bringen, sie ab und zu beschneiden. Sie bilden sich aber immer wieder neu. Dabei nehmen sie nach individuellem Bedarf die ihnen gebotenen Hilfen, Wasser und D\u00fcnger, an und auf. Der G\u00e4rtner freut sich an ihrem Wachstum und wird \u00f6fter als der Bildhauer von ihrer Entwicklung \u00fcberrascht. Auch nachdem die Pflanze der Obhut des G\u00e4rtners entwachsen ist, entwickelt sie sich fort und ist anders als die Skulptur des Bildhauers in der Lage, sich zu vermehren. Die Skulptur dagegen gilt allenfalls anderen Bildhauern als Vorbild.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Im Bildungsverst\u00e4ndnis hat der Lehrende seinen Auszubildenden keine Kopiervorlagen zu liefern, sondern Orientierung, Motivation und Anregung zur eigenst\u00e4ndigen Entwicklung zu geben. \u00dcber Inhalte, die er akzeptiert, ablehnt oder speichert, entscheidet ganz allein der Bildungssuchende. Den Preis bekommt daher nicht der G\u00e4rtner, sondern seine sch\u00f6nen Pflanzen. Verdient haben Studierende eine gute Zeugnisnote eigentlich nur bei diesem Bildungskonzept, beim Ausbildungskonzept geb\u00fchrt sie vor allem dem Dozenten.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Was Bildung ausmacht, tritt uns nach der Internationalisierung durch Anglisierung der Universitas weder im Begriff \u201eeducation\u201c entgegen noch im \u201etraining\u201c, das mir ein amerikanischer Konsul als \u00c4quivalent zur deutschen \u201eBildung\u201c anbot, nachdem er zugeben musste, mit \u201eeducation\u201c zu scheitern. \u201eLiteracy\u201c meint nur \u201eBelesenheit\u201c als Resultat, nicht aber den Bildungsprozess. \u201eBilde Dich selbst!\u201c verlangt im Englischen \u201eActivate and develop your brains!\u201c oder \u201eMake-up your brains!\u201c, wenn man dabei nicht nur an das \u00e4u\u00dferliche Auftragen von Bildung (\u201eBesserwisserei\u201c) denkt. Vielleicht m\u00fcsste man mit \u201eBraining\u201c ein Wort erfinden, doch ich f\u00fcrchte, das w\u00fcrde eher als \u201eGehirnjogging\u201c durchgehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Das Bildungsverst\u00e4ndnis deutscher Akademiker war dagegen nie identisch mit \u201eAusgebildet-Werden\u201c oder dessen Ergebnis. Die mit Education verbundene Verschulung war allen Studierenden und Studierten hierzulande ein Graus und ist es zum Teil heute noch. Zum Verst\u00e4ndnis des Folgenden ist es notwendig, sich in diesem Sinne wieder als Bildungssuchender und Unternehmer seiner Arbeitskraft zu verstehen. Denn es geht um strategische Bildungsplanung eines Studierenden f\u00fcr sich selbst. Und die hat zwei metaphorische Vorbilder: Schminken und Wettkampfvorbereitung.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong>B. Bildungserwerb und Schminktechnik \u2013 Die Basisstrategie<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">\u201eMake-up your brains!\u201c k\u00f6nnte also gut den Weg zur eigenen Bildung nennen, wenn man beachtet, dass jedes Beispiel ein wenig hinkt. Denn beim Schminken geht es um \u00c4u\u00dferes, bei der Bildung um Inneres, erst recht bei der \u201eHerzensbildung\u201c, die f\u00fcr Neschle w\u00e4rmer daherkommt als die \u201eemotionale Intelligenz\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Wie beim Schminken f\u00e4ngt bei der Bildung alles mit der Grundierung an. Aber es ist nicht so einfach, Grund(lagen)wissen zu identifizieren. Selbst als Professor begreift man die Grundlagen seines Fachs erst nach Jahren der Lehre. Dann lohnt es sich nicht mehr, ein Lehrbuch zu schreiben, denn die Zahl der eigenen Studierenden nimmt bereits ab. Die meisten Lehrb\u00fccher werden daher nicht von den erfahrungs- und kenntnisreichen \u201ePoor Dogs\u201c geschrieben, sondern von umtriebigen \u201eRising Stars\u201c, die unbedarft glauben, sie h\u00e4tten die Grundlagen ihres Fachs schon verstanden, obwohl sie gerade erst dabei sind, sie sich zu eigen zu machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Das ist letztlich sogar gut so. Denn die Grundlage eines Fachs bildet das Allgemeine, abstrakte Denk-, Erkl\u00e4rungs- und Handlungsmuster. Wie aber soll die ein Student verstehen, der bislang mit konkreten Einzelfakten konfrontiert war? Da kommt ihm ein \u201eRising Star\u201c seines Faches in der Mitte entgegen. So finden sich in Standard-Lehrb\u00fcchern separate Modelle \u00fcber Lagerhaltung und Kassenhaltung, w\u00e4hrend Modelle f\u00fcr die Vorhaltung personeller Kapazit\u00e4ten oder Informationsspeicherung sogar fehlen, obwohl all diese Probleme auf denselben Denkmustern beruhen.<a href=\"#_ftn2_2799\" name=\"_ftnref2_2799\">[2]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Wer auch immer die Basis legt und wie immer sie gelegt wird: Es kann und wird regelm\u00e4\u00dfig Bereiche geben, wo trotz guter Basisarbeit Schw\u00e4chen verbleiben, also trotz guter Grundierung der Ansatz eines Pickels zu erkennen ist. Dann sind weitere Defensivaktivit\u00e4ten gefragt: Das Auff\u00fcllen eines Bildungskraters bzw. das Abdecken eines Pickels. Diese Sonderma\u00dfnahmen erfordern besonderen Aufwand, besondere Mittel und eine besondere Technik. Im Studium k\u00f6nnen das zum Beispiel Tutorien sein. Ihr Ziel: die Beseitigung von L\u00fccken und Gl\u00e4ttung der allgemeinen Grundlage.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Eine solche Funktion k\u00f6nnte auch eine zweite Grundierung haben, die quer zu der ersten verl\u00e4uft. Einer Einf\u00fchrung in die funktionale BWL als Basisveranstaltung k\u00f6nnte erg\u00e4nzend eine Einf\u00fchrung in eine der institutionellen BWLs folgen, etwa Handels- oder Bankbetriebslehre. Diese zweite Grundierung quer zur ersten verbessert das Grundverst\u00e4ndnis und gibt den folgenden Aktivit\u00e4ten mehr Halt.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Denn auch danach geht es bei der Bildung wie beim Schminken. Der defensiven Anfangsphase folgt die Phase, in der nun die individuellen Vorteile offensiv herausgearbeitet werden. Dies geschieht am deutlichsten in der Abschlussarbeit, deren Thema (mit Note) f\u00fcr jedermann separat sichtbar das Zeugnis ziert. Hier wird man den Teufel tun und das Thema da zu platzieren, wo man noch Defizite versp\u00fcrt. Da w\u00fcrde die Note kaum zufriedenstellend ausfallen. Im Gegenteil: Diese Arbeit sollten Studierende thematisch dort platzieren, wo sie sich ihre Zukunft ausmalen, wo sie glauben, sich wohlzuf\u00fchlen und gr\u00f6\u00dferen Herausforderungen stellen zu k\u00f6nnen, wo sie jetzt schon stark sind und noch st\u00e4rker werden k\u00f6nnen. Mit diesem Schlusspunkt geben sie eine Visitenkarte ihrer pers\u00f6nlichen St\u00e4rke. Es sind die sch\u00f6nen Augen oder der sch\u00f6ne Mund, die zu allerletzt geschminkt werden, um genau dahin die Aufmerksamkeit des Betrachters zu lenken.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Doch schon vor diesem Schlusspunkt gilt es von Defensivmodus und dem Zusch\u00fctten von Bildungskratern in den Offensivmodus zu kommen. W\u00e4hrend der Defensivmodus auf eine gemeinsame Bildungsbasis zielte, dies sp\u00e4ter dazu dient, auch bei unterschiedlichen Schwerpunkten kommunizieren zu k\u00f6nnen, geht es beim Offensivmodus um fokussierte Gestaltung pers\u00f6nlicher Bildungsschwerpunkte, um die Entwicklung der eigenen Bildungspers\u00f6nlichkeit. Dazu werden Lehrformen angeboten, die das, anders als eine Vorlesung, erlauben: Seminare. F\u00fcr die praktische Bef\u00e4higung gilt das vor allem f\u00fcr Fallstudien-Seminare, meist \u201eCase-Studies\u201c genannt.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Seminare sind sehr vielf\u00e4ltig. Die banalste Form ist die, in der es so aussieht, als habe der Professor keine Lust zu lehren. An seiner Stelle bittet er Studierende Teile seiner Vorlesung zu \u00fcbernehmen und vor ihren Kommilitonen vorzutragen. Diese Seminare finden sich vor allem in den Geisteswissenschaften und sind bei Zuh\u00f6rern nicht beliebt. Wer l\u00e4sst sich schon gern von mittelm\u00e4\u00dfig begabten und im Vortrag ungeschulten Dilettanten einer akustischen Folter unterwerfen? Den Vortragenden selbst erm\u00f6glichen sie allerdings, sich im selbst\u00e4ndigen Vortrag zu \u00fcben.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Im Gegensatz zu Seminaren, die auf die Meta-Ebene der Literatur und ihre Aufarbeitung fixiert sind, geht es in Fallstudien um die Objekt-Ebene realer Vorg\u00e4nge und Ereignisse. Dabei gibt es eine minder anspruchsvolle Form, die eigentlich keine echte Fallstudie ist, weil sie sich an einer literarisch existierenden Musterfall-Studie orientiert. Mittlerweile geben vor allem amerikanische Universit\u00e4ten mit Musterl\u00f6sungen versehene Musterfallstudien heraus. Den Studierenden wird nun im Seminar der Musterfall vorgestellt, der z.B. Blackberry oder Nokia hei\u00dft. Dann sollen sie in individueller Heimarbeit ihre L\u00f6sung erarbeiten, die der Dozent dann anhand der \u201eMusterl\u00f6sung\u201c diskutiert und bewertet. Viel Esprit und viel Kreativit\u00e4t sind nicht dabei.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Diesem Fallstudienmodell mit bescheidener Individualisierung steht ein anspruchsvolleres Modell gegen\u00fcber, das Neschle schon vor \u00fcber zwanzig Jahren in Zusammenarbeit mit holl\u00e4ndischen Hochschulen entwickelt und bis heute weiterentwickelt hat. Hier entfalten Studenten aus einer Gruppe heraus ihre Fallstudie eigenst\u00e4ndig unter einem vorgegebenen Oberthema, etwa \u201eTurn-Around Management\u201c. Dabei ist ihnen erlaubt historische, aktuelle oder auch k\u00fcnftige, fiktive (= denkbare) F\u00e4lle zu w\u00e4hlen. Anders als beim der oben geschilderten Fallstdientyp mit der typisch amerikanischen \u201epositiven\u201c Musterl\u00f6sung sind sogar verpasste oder verpatzte Turnarounds als Gegenst\u00e4nde der Gruppenstudie erlaubt, etwa der Fall Schlecker.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Bei der Zusammensetzung der Gruppen werden die Teilnehmer darauf hingewiesen, dass erfolgreiche Fu\u00dfballmannschaften nicht allein aus St\u00fcrmern oder Verteidigern bestehen. Eine Erfolgsgruppe zeichnet sich dadurch aus, dass sie Schwerpunkt-Positionen mit unterschiedlichen Talenten besetzt. Deren Gemeinsamkeit besteht jedoch darin, dass sie an einem Strick ziehen: und zwar in derselben Richtung!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Jedes Gruppenmitglied sollte auf der Position zum Erfolg beitragen, wo es sich am st\u00e4rksten f\u00fchlt. Hier geht es also nicht darum, dass eine(r) mit Mathematikphobie die Investitionsrechnung \u00fcbernimmt, um eine Schw\u00e4che auszumerzen. Die Position einer Gr\u00e4fin Zahl sollte z.B. eine Studentin einnehmen, die im Studium genau dort ihre St\u00e4rken festgestellt hat. In dieser Position kann sie in dieser F\u00e4higkeit noch st\u00e4rker werden. Im Teamverbund gilt das so f\u00fcr alle Gruppenmitglieder.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Au\u00dfer der schriftlichen Fallstudie, die in der wissenschaftlichen Form einer Abschlussarbeit gleicht, m\u00fcssen die Gruppen zwei weitere Leistungen erbringen:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">1. In einem Tagebuch (Diary) sollen sie das \u201eMaking-of\u201c ihrer Fallstudie nachvollziehbar machen, den Gruppenprozess zur L\u00f6sung. In der formalen Gestaltung sind sie frei, z.B. auch Fotos oder Cartoons kreativ zu integrieren. Selbst das Format ist in das Belieben der Gruppe gestellt und funktionierende Gruppen machen daraus z.B. so etwas wie ein kommentiertes Fotobuch.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Dieses Diary hat im Wesentlichen drei Funktionen:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">a. Rationalisierung des Gruppenprozesses f\u00fcr die Gruppe selbst, Verbesserungsans\u00e4tze f\u00fcr weitere Studie und St\u00e4rkung von F\u00e4higkeiten im Sinne eines Studiums generale,<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">b. Nachvollziehbarkeit des Gruppenprozesses und seiner inhaltlichen und sozialen Probleme f\u00fcr den Dozenten, woran sich im Einzelfall auch unterschiedliche Benotungen f\u00fcr einzelne Gruppenmitglieder kn\u00fcpfen, weil sie im L\u00f6sungsprozess besonders positiv ,oder negativ auffielen<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">c. Andenken f\u00fcr die Studierenden an eine intensive Phase gemeinsamen und koordiniertem Studiums. Dies sorgt daf\u00fcr, dass das Diary noch nach Jahren zur Erinnerung hervorgeholt wird und die Beziehung zur Alma Mater festigt.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">2. Im \u201eGruppenvortrag\u201c sollen die Ergebnisse der Fallstudie pr\u00e4sentiert werden. Der ist keine simple Wiedergabe der schriftlichen Ergebnisse. Die Vortragenden sollen, anders als beim platten Ergebnisvortrag, ein besonderes Szenario f\u00fcr ihre Zuh\u00f6rer entwickeln: z.B. eine Pressekonferenz, eine Podiumsdiskussion oder Besprechungen eines Beratungsteams, wo die Zuh\u00f6rer \u201eM\u00e4uschen spielen\u201c und die Entwicklung der L\u00f6sung nachvollziehen k\u00f6nnen. Weitere kreative Elemente k\u00f6nnen zum Beispiel sein: die Wahl der Perspektive (Studie aus Unternehmens-, m\u00fcndlicher Vortrag aus Nachfragersicht) oder die fiktive Verlegung des Zeitpunkts (Studie aktuell, Vortrag fiktiver Zukunftstag, der Ausblick ist und R\u00fcckblick erm\u00f6glicht). Bei aktuellen Vortr\u00e4gen wird zudem verlangt, dass Entwicklungen zwischen der Abgabe der schriftlichen Studie und dem m\u00fcndlichen Vortrag integriert werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Alle drei Elemente: Studie, Tagebuch und Pr\u00e4sentation, erlauben jedem Teilnehmer unter Wahrung der Gruppensynergie ein individuelles und offensives Sich-Bilden mit dem Ziel einer Weiterentwicklung pers\u00f6nlicher St\u00e4rken. Aus Neschles Sicht ist das die charakteristische Lehrform f\u00fcr die aktuelle Leitfigur betrieblicher F\u00fchrung: den Intrapreneur. Anders als Verwalter und Manager stellt der sich nicht nur der Herausforderung, eine vorgegebene Arbeit ordentlich und ethisch verantwortlich zu erledigen (Verwalter) oder mit Blick auf wirtschaftliche Effizienz zu verbessern (Manager). Er entscheidet auch dar\u00fcber, was zu tun ist. Er stellt folglich auch das Gesch\u00e4ftsmodell und die strategische Ausrichtung der Unternehmung in Frage. Damit tut er f\u00fcr die betriebswirtschaftliche Praxis das, was in diesem Essay f\u00fcr ein selbstverantwortliches Management der eigenen Bildung empfohlen wird: Er fungiert als Unternehmer.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong>C. Bildungsabschluss und Wettkampfvorbereitung \u2013 Die Fassadentechnik<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Noten und Zeugnisse bilden die Fassade von Bildung und Ausbildung, eine Fassade, die mehr oder weniger Gutes dahinter verhei\u00dft. Ob zu einer guten Fassade ein entsprechender Bildungsinhalt geh\u00f6rt, l\u00e4sst sich statistisch recht zuverl\u00e4ssig mit JA beantworten. Im Einzelfall aber kann es erhebliche Abweichungen geben. Das liegt unter anderem an Pr\u00fcfkriterien, Pr\u00fcfungsumst\u00e4nden, Pr\u00fcfskalierung und Vorbereitung der KandidatInnen auf die Pr\u00fcfungen, in denen ihr (Aus-)Bildungsstand begutachtet wird. Von allen (erlaubten) Einflussgr\u00f6\u00dfen auf die Zeugnisnoten kann der Kandidat auf seine Vorbereitungen den gr\u00f6\u00dften Einfluss nehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Wie aber bereitet man sich optimal auf eine Pr\u00fcfung vor? Bei der Antwort auf diese Frage half mir unabsichtlich ein Leistungssportler. Der brachte ausgezeichnete Klausurergebnisse, obwohl er in den Lehrveranstaltungen h\u00e4ufig fehlte. Bei ihm stellte ich fest, dass er sich auf Klausuren wie auf einen Wettkampf vorbereitete. Das schloss folgende \u00dcberlegungen ein:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">1. Was wird im Wettkampf von mir gefordert?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">2. Wie kann ich mich darauf einstellen?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">3. Wie kann ich daf\u00fcr trainieren?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">4. Wie schaffe ich es, p\u00fcnktlich zum Klausurtermin in Topform zu sein und den Pr\u00fcfer von meiner Leistungsf\u00e4higkeit zu \u00fcberzeugen?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Diese Fragen geht Neschle jetzt der Reihe nach an:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">1. Was wird bei der Klausur von mir gefordert? Hier machen Studierende den ersten Fehler. Viele glauben, eine Pr\u00fcfung diene dazu festzustellen, ob sie den Stoff \u201everstanden\u201c haben. Aber \u201eVerstehen\u201c ist eine passive Leistung, Klausurschreiben eine aktive. Es fordert Studierende auf, das Gelernte in der Sprache des Dozenten zu artikulieren. Klausurteilnehmer m\u00fcssen zeigen, dass die Englisch sprechen, nicht nur verstehen k\u00f6nnen. Wer den Unterschied zwischen passiver und aktiver Sprachkompetenz kennt, wird auch den zwischen passiver und aktiver Sachkompetenz erkennen. Selbst wenn es in Vorlesungen auf passive F\u00e4higkeiten ankam, geht es in der Klausur um aktive.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">2. Wie kann ich mich auf die Klausuranforderung einstellen? Wie also kann der Student in der Sprache des Dozenten reden? Dazu gibt es zwei Methoden, eine fundierte und eine oberfl\u00e4chliche. Die oberfl\u00e4chliche wird durch den fr\u00fchen und permanenten Pr\u00fcfungsdruck in Bachelor- und Masterstudium beg\u00fcnstigt:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">a. Willst Du in der Sprache des Dozenten reden, kannst Du ihn nachzu\u00e4ffen wie ein Papagei. Modulares Abpr\u00fcfen direkt nach der letzten Vorlesung beg\u00fcnstigt eine Entscheidung f\u00fcr diese Methode. Denn es fehlen Zeit und Mu\u00dfe, die Sprache des Dozenten und ihre Inhalte tiefer zu erlernen:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Neschle zeigte viel Anerkennung f\u00fcr eine slowenische S\u00e4ngerin, die ihre englischen Songtexte perfekt zu beherrschen schien. Als er mit ihr auf der B\u00fchne \u201eperformte\u201c, musste er erkennen, dass diese F\u00e4higkeit nur einem lautschriftlichen Text zu verdanken war: Sie sprach kein einziges Wort Englisch.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Genau so machen es die \u201eB\u00fcffelstudenten\u201c. Sie trichtern sich reproduzierbares Wissen ein, das sie in Wirklichkeit nicht verstehen. Sie kommen zum Pr\u00fcfungserfolg, wenn \u00dcbungsaufgaben in leicht ver\u00e4nderter Form als Klausuraufgaben \u00fcbernommen werden. Im Extremfall schlie\u00dfen sie sogar mit \u201esehr gut\u201c ab, obwohl sie den Stoff gedankenlos eingepaukt haben und gleich nach der Pr\u00fcfung wieder vergessen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">b. Die Studierenden lernen wirklich die Sprache des Dozenten. Bei Diplom-Abschl\u00fcssen war das m\u00f6glich und \u00fcblich. Da hatte Wissen Zeit, sich zu setzen. Da konnte man sich als Studierender einlassen auf Inhalte statt sie nur zu b\u00fcffeln. Diese Zeit scheint vorbei wie Neschles Erfahrungen mit einer \u201eSkandal-Klausur\u201c zeigen, die einfacher war als ihre Vorg\u00e4ngerklausuren, deren L\u00f6sungen aber geb\u00fcffeltem \u201eWissen\u201c unzug\u00e4nglich waren. 50 Prozent der Studierenden nahm die Klausur nicht in Angriff und ein Shitstorm mit mehr als zehntausend Klicks brach \u00fcber Neschle herein, gespickt mit Beschwerden und Beleidigungen (siehe <a href=\"https:\/\/neschle.de\/index.php\/blog\/leon-neschle-76-11-woche-2012\/\">Neschle 75<\/a> und <a href=\"https:\/\/neschle.de\/index.php\/blog\/leon-neschle-76-12-woche-2012\/\">76<\/a>). Dies zeigt, wie sehr \u201ereines B\u00fcffeln\u201c seit Bologna in Mode gekommen ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">3. Wie kann ich f\u00fcr die Klausur trainieren? Daf\u00fcr braucht man eine Trainingsphilosophie und einen Trainingsplan. Die Trainingsphilosophie macht nach dem Ziel auch den Weg dorthin klar. \u00dcblicherweise werden Aufbau-, Intensiv- und Wettkampftraining miteinander kombiniert.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Es beginnt mit vorlesungsbegleitendem Aufbautraining. Danach folgt das Intensivtraining anhand einer Verdichtung des Stoffes, z.B. mit dem Spickzettelverfahren, wobei davon bei der Klausur abgeraten wird. Parallel zum Intensivtraining setzt man von Zeit zu Zeit ein Wettkampftraining an, bei dem man die Klausuraufgaben unter Klausurbedingungen immer genauer simuliert.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Im Trainingsplan wird die zeitliche Reihenfolge festgehalten. Dabei plant man von Klausurtermin r\u00fcckw\u00e4rts und setzt strategische Meilensteine f\u00fcr das Erreichen von Zwischenzielen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">4. Wie erreiche ich p\u00fcnktlich meine Topform? Zun\u00e4chst kann man sagen, wie man sie mit Sicherheit nicht erreicht: Falls man f\u00fcr den letzten Tag vor der Klausur Intensiv- oder Klausurtraining vorgesehen hat. Es gibt n\u00e4mlich mentalen Muskelkater und Gehirnkr\u00e4mpfe, die einem die geistige Kraft und Beweglichkeit bei unerwarteten Klausurfragen nehmen. Der \u201eOchs vorm Berg\u201c ist eine typische Folge mentaler \u00dcberforderung unmittelbar vor der Klausur<span style=\"font-family: Arial;\">. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Was also stattdessen? Die eiserne Regel: Am letzten Tag vor der Klausur nur leichtes Aufw\u00e4rmtraining. Am vorletzten Tag muss alles gelaufen sein. Danach geht es nur noch um die mentale Einstellung auf den Typ und die typischen Fragen und L\u00f6sungsmethoden. Die Konzentration auf den Pr\u00fcfungsstil ist wichtiger als die auf die Pr\u00fcfungsinhalte, denn die sollen bereits \u201estehen\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">W\u00e4hrend man sich dieser Fakten zu Diplom-Zeiten erst gegen Ende des Studiums bewusst sein musste, weil die entscheidenden sechst\u00fcndigen Klausuren erst da zu bestehen waren, sollten angehende Bachelor oder Master sich beizeiten damit auseinandersetzen. Hier z\u00e4hlt schon die erste Note f\u00fcr den Abschluss. Und weil alles br\u00f6ckchenweise abgepr\u00fcft wird, feiner gesagt \u201emodular\u201c, ist der Studierende nicht mehr gezwungen, an seinem Studierende sein gesamtes Studium noch einmal Revue passieren zu lassen und in einen Gesamtzusammenhang zu integrieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Anstelle des gut \u00fcberdachten Bildungsgeb\u00e4udes am Ende der Diplom-Studieng\u00e4nge ist der modulare Wissenssteinbruch der Bachelor- und Masterabschl\u00fcsse getreten. Deren Notendurchschnitt ist deshalb ein schlechterer Indikator f\u00fcr die Leistungsf\u00e4higkeit Studierender am Ende ihres Studiums. Denn der angels\u00e4chsische Pr\u00fcfungsmodus bevorzugt Fr\u00fchstarter. Wer also meint, dessen Noten g\u00e4ben bessere Auskunft \u00fcber das Endergebnis, den muss ich ebenso entt\u00e4uschen wie den, der meint das Bildungsergebnis habe sich dadurch verbessert: Wie sollte das auch, wo der Angelsachse nur \u201eAusbildung\u201c kennt und nicht einmal ein Wort f\u00fcr \u201eBildung\u201c hat. Wie man hierin einen Fortschritt f\u00fcr die Bildung unserer Studenten sehen kann, daf\u00fcr fehlen mir nun die Worte.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Planung der eigenen Bildung<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">L\u00e4sst Du Dich fallen, l\u00e4sst Dich machen,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">kann \u00fcber \u201eBildung\u201c ich nur lachen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Es ist beim Ausgebildetwerden<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Doch wie bei Hunden oder Pferden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Von USP gibt\u2019s kaum ne Spur,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">ersetzbar bist und bleibst Du nur.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: center;\">Doch hast vom Schminken Du \u2018ne Ahnung,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">verstehst Du auch die Bildungsplanung.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Als erstes solltest Du grundieren,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">das wirst Du sp\u00e4ter sicher sp\u00fcren.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Denn ist die Basis schwach und d\u00fcnn,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">kriegst Du den Aufbau auch nicht hin.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: center;\">Sollt noch ein Schwachpunkt \u00fcbrig sein,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">dann deck\u2018 ihn ab, sonst mach ihn klein.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Der Anfang ist ganz defensiv,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">das ist im Grunde primitiv.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Doch dann im weiteren Verlauf,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">gibst Du die Defensive auf.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: center;\">Je weiter Dich die Bildung bringt,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">wird offensiver sich geschminkt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Statt Deine Schw\u00e4chen zu verstecken,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">gilt es nun St\u00e4rken zu entdecken.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Und dann betonst Du, was schon stark ist,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">wo Du alleinstehst, ja autark bist.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Und f\u00fchlst Du Dich dann stark wie nie,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">so ist das Deine USP.<\/p>\n<hr align=\"left\" size=\"1\" width=\"33%\" \/>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref1_2799\" name=\"_ftn1_2799\">[1]<\/a> Vgl. dazu Christiane Florin, Warum unsere Studenten so angepasst sind. Reinbek 2014. 1968 h\u00e4tte das Buch vermutlich gehei\u00dfen: Warum unsere Professoren so angepasst und unsere Studenten so angepisst sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref2_2799\" name=\"_ftn2_2799\">[2]<\/a> Vgl. Rainer Elschen: Was ist das Allgemeine in der \u201eAllgemeinen Betriebswirtschaftslehre\u201c?, in: Unternehmenstheorie und Besteuerung, Festschrift zum 60. Geburtstag von Dieter Schneider, hrsg. v. Rainer Elschen, Theodor Siegel und Franz W. Wagner, Wiesbaden (1995), S. 205 \u2013 227.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a title=\"PDF-Datei\" href=\"http:\/\/www.neschle.de\/download-manager.php?id=211\"><span style=\"font-size: small;\">PDF-Datei<\/span><\/a><span style=\"font-size: small;\"><br \/>\nThis post was downloaded by  983 people until now.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Make-up und Wettkampfvorbereitung als allegorische Bildungsbeihilfen Mein Hund ist gut ausgebildet, aber nicht gebildet. (Neschle) Es gibt kein englisches Wort f\u00fcr Bildung. Education meint Ausbildung. Der Bologna-Prozess verurteilt auch uns zur Ausbildungspolitik. Doch unsere Politiker nennen es immer noch \u201eBildungspolitik\u201c. So schwindeln sie mit dem Etikett \u201eBildung&#8220;. (Neschle) Studierende haben es nicht leicht heute. Man &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/neschle.de\/index.php\/blog\/leon-neschle-83-49-woche-2014\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eLeon Neschle 82 (49. 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