{"id":625,"date":"2013-05-20T20:16:35","date_gmt":"2013-05-20T19:16:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.neschle.de\/index.php\/au-aufschrei\/au-aufschrei-68\/"},"modified":"2020-06-18T14:48:10","modified_gmt":"2020-06-18T13:48:10","slug":"au-aufschrei-68","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/au-aufschrei\/au-aufschrei-68\/","title":{"rendered":"Au &hellip; Aufschrei 68"},"content":{"rendered":"<header>\n<h2 style=\"text-align: left;\" align=\"justify\"><strong><span style=\"color: #4f81bd\">Die gro\u00c3\u0178e Verneigung vor den Mobbern<\/span><\/strong><\/h2>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\"><strong>Bayrische Politik sch\u00c3\u00bcttet das Kind mit dem Bade aus. Anti-Diskriminierung allenthalben, au\u00c3\u0178er bei Verwandten?<\/strong><\/p>\n<\/header>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Sie machten es jahrelang falsch die Bayern, weil viele Politiker dort&nbsp;<em>vorzugsweise <\/em>Verwandte besch\u00c3\u00a4ftigten. Nun wollen sie es wieder falsch machen, nur dieses Mal in die andere Richtung und Verwandte&nbsp;<em>unabh\u00c3\u00a4ngig von ihrer Eignung(!)<\/em> diskriminieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Doch wie sagt unser Grundgesetz in Artikel 3 Absatz 3: \u00e2\u20ac\u017e<em><strong>Niemand<\/strong><\/em> darf wegen seines Geschlechtes, <em><strong>seiner Abstammung,<\/strong> <\/em>seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat&nbsp;<strong>und Herkunft<\/strong><span style=\"font-family: Arial;\">, <\/span>seines Glaubens, seiner religi\u00c3\u00b6sen oder politischen Anschauungen&nbsp;<em><strong>benachteiligt<\/strong><\/em> <em>oder bevorzugt<\/em> werden.\u00e2\u20ac\u0153 (Hervorhebungen \u00e2\u20ac\u201c Neschle)<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Verwandte sollen in Bayern k\u00c3\u00bcnftig nicht nur bei gleicher Qualifikation&nbsp;<em>benachteiligt sein, sondern<\/em> <em>allgemein und ohne jede R\u00c3\u00bccksicht auf ihre Qualifikation<\/em><span style=\"font-family: Arial;\">. <\/span>Ist ein Verwandter in der Politik, hat seine Spezies beim politischen Fu\u00c3\u0178volk nichts mehr zu suchen. Reicht es f\u00c3\u00bcr diese umfassende Diskriminierung aus, wenn die Sache ein \u00e2\u20ac\u017eGeschm\u00c3\u00a4ckle\u00e2\u20ac\u0153 hat, wie der CDU-Vorsitzende von Baden-W\u00c3\u00bcrttemberg Thomas Strobl meint? Neschle nennt das nicht nur \u00e2\u20ac\u017eDas Kind mit dem Bade aussch\u00c3\u00bctten!\u00e2\u20ac\u0153, sondern einen Versto\u00c3\u0178 gegen das Nichtdiskriminierungsverbot des Grundgesetzes.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Nat\u00c3\u00bcrlich ist die andere Seite der Medaille, Nepotismus oder Vetternwirtschaft in der Politik, eine Gei\u00c3\u0178el der Menschheit. Ich pl\u00c3\u00a4diere aber daf\u00c3\u00bcr, das Ma\u00c3\u0178 zu wahren. Denn so schlimm wie in Nordkorea war es in Bayern nach den K\u00c3\u00b6nigen(!) noch nie. Es gab auch keine Margot Honecker. Und die anderen Parteien waren in der Sache erstaunlich still: die SPD, sogar die Gr\u00c3\u00bcnen. Jeder f\u00c3\u00bcrchtete sich offenbar davor, in dieser Sache an den Pranger gestellt zu werden. Richtig so: Denn hier wurden&nbsp;<em>vielleicht<\/em>(!) Menschen&nbsp;<em>nur(!)<\/em> <em>wegen ihrer Abstammung oder Herkunft bevorzugt.<\/em> Und das will das Grundgesetz nicht, aber eben auch keine Diskriminierung nur deswegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">In der Wirtschaft ist die Bevorzugung Gang und G\u00c3\u00a4be. Mit dieser Masche hat der deutsche Mittelstand Jahrhunderte hervorragend \u00c3\u00bcberlebt. Da hat selbst eine Unternehmerbrut die F\u00c3\u00bchrung \u00c3\u00bcbernommen, die von Beruf nur Sohn oder Tochter war.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Ganz vorn in dieser Disziplin sind auch von Ausl\u00c3\u00a4ndern betriebene Unternehmungen. Das gilt f\u00c3\u00bcr den italienischen Pizzab\u00c3\u00a4cker bis hin zum t\u00c3\u00bcrkischen Gro\u00c3\u0178unternehmer. \u00c3\u0153berall sehen wir Vetternwirtschaft. Ohne die w\u00c3\u00bcrde da nichts laufen. Doch wer will es ihnen verdenken, sich selbst und ihrer Firma Stabilit\u00c3\u00a4t zu geben?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Doch f\u00c3\u00bcr den Steuergesetzgeber hat die Besch\u00c3\u00a4ftigung des Ehepartners auch bei Unternehmungen ein \u00e2\u20ac\u017eGeschm\u00c3\u00a4ckle\u00e2\u20ac\u0153. Daher gibt es hier versch\u00c3\u00a4rfte Regeln zu dem Besch\u00c3\u00a4ftigungsverh\u00c3\u00a4ltnis. Unternehmer k\u00c3\u00b6nnten hier\u00c3\u00bcber selbst dann ein Realsplitting durchsetzen, wenn die Gr\u00c3\u00bcnen sich steuerpolitisch durchsetzen. Und das Familiensplitting der CDU wird in italienischen oder t\u00c3\u00bcrkischen Gro\u00c3\u0178familien \u00c3\u00bcber die Besch\u00c3\u00a4ftigungsverh\u00c3\u00a4ltnisse im gemeinsamen Restaurant schon l\u00c3\u00a4ngst realisiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">In der Politik ist das nur deshalb anders, weil man dort nicht Geld verwendet, f\u00c3\u00bcr das man selbst haftet, sondern solches, f\u00c3\u00bcr das der Steuerzahler haftet.&nbsp;<em>Das Einzige, was hier also zu fragen ist: Mit welcher L\u00c3\u00b6sung ist der Steuerzahler am besten bedient?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\"><em>Die Versorgung von Angeh\u00c3\u00b6rigen jeder Art mit Steuergeldern:<\/em> <em>Das geht gar nicht! <\/em>Darin d\u00c3\u00bcrften sich alle einig sein. Doch dass der Ehepartner als kostenloser Mitarbeiter und Berater selbst au\u00c3\u0178erhalb der B\u00c3\u00bcrozeiten mit-wirkt, nimmt der Steuerzahler gerne mit. Und es ist wohl mehr als ein Ger\u00c3\u00bccht, dass die Evangelische Kirche ungern JunggesellInnen einstellt. Bei Verheirateten kommt n\u00c3\u00a4mlich ein&nbsp;<em>unbezahlter<\/em> Helfer des Pastors oder der Pastorin hinzu und bringt zugleich mehr Stabilit\u00c3\u00a4t ins Pfarrhaus. Da hat man gar nichts gegen eheliche Beziehungen, diskriminiert sogar fachlich besser geeignete Unverheiratete. Einen Vorteil gegen\u00c3\u00bcber den Katholiken hat man da auch: Die m\u00c3\u00bcssen kostenpflichtig eine Haushaltshilfe besch\u00c3\u00a4ftigen, die zudem bei der Gemeindearbeit meist wenig hilfreich ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Doch stellen wir uns folgendes Szenario in der Politik vor:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Bei einer Abgeordneten der Gr\u00c3\u00bcnen bewirbt sich ein junger Mann, der ihr f\u00c3\u00bcr den Posten des B\u00c3\u00bcroleiters am geeignetsten erscheint und das nach allen objektiven Kriterien auch ist. Mit der Zeit lernen die sich au\u00c3\u0178erhalb der beruflichen T\u00c3\u00a4tigkeit kennen und lieben. Als Gr\u00c3\u00bcne sind sie nicht so heiratsfreudig, aber aufgrund der neuen Rechtslage werden sie ohnehin nicht heiraten.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Trotzdem kommt ein Mobber auf ihr Verh\u00c3\u00a4ltnis und legt es \u00e2\u20ac\u201c bei Mobbern eher ungew\u00c3\u00b6hnlich \u00e2\u20ac\u201c als das aus, was es ist: als ehe\u00c3\u00a4hnliche Beziehung. Die Politikerin kommt nun unter Einfluss von Gesetz und Fakten dazu, denen Recht zu geben, die meinen, die Sache habe ein \u00e2\u20ac\u017eGeschm\u00c3\u00a4ckle\u00e2\u20ac\u0153. Sie entl\u00c3\u00a4sst ihren Partner und es kommt dar\u00c3\u00bcber auch zur Trennung der privaten Beziehung. Nun k\u00c3\u00b6nnte sie ihren Ex wieder einstellen. Sie m\u00c3\u00bcsste das im Sinne des Steuerzahlers sogar tun, denn er war und ist der beste Bewerber f\u00c3\u00bcr diesen Job. Denn warum sollte der Steuerzahler ein Interesse daran haben, dass nicht die besten Bewerber f\u00c3\u00bcr eine \u00c3\u00b6ffentliche Position gew\u00c3\u00a4hlt werden? Nur weil das f\u00c3\u00bcr Mobber ein \u00e2\u20ac\u017eGeschm\u00c3\u00a4ckle\u00e2\u20ac\u0153 hat? Soll man sich jeder Spekulation, jeder \u00c3\u00bcblen Nachrede beugen, die auf Missgunst, Neid oder auf politischer Antipathie beruht?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Es ist wie immer, wenn zun\u00c3\u00a4chst allein sachfremde Gr\u00c3\u00bcnde gelten: Wenn bei der quotenbedingten Bevorzugung von Frauen als erstes zwischen die Beine geschaut wird, statt zwischen die Ohren, oder wenn Herkunft und Abstammung jedes inhaltliche Argument in den Hintergrund dr\u00c3\u00a4ngen: die Vor-Urteile schreiten voran und die Vernunft bleibt auf der Strecke. Deshalb:&nbsp;<em>Versch\u00c3\u00a4rfte Pr\u00c3\u00bcfungen bei Verwandtschaftsbeziehungen ja, doch genereller Ausschluss? Warum sollte ein Verwandter nicht die beste Besetzung sein? Nur weil man Mobber ruhigstellen will, l\u00c3\u00a4sst man sich eine schlechtere Besetzung gefallen?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Neschle h\u00c3\u00a4tte Respekt vor jedem, der in diesem Fall seine Entscheidung verteidigt und das Feld nicht den Mobbern und Verd\u00c3\u00a4chtigern \u00c3\u00bcberl\u00c3\u00a4sst. Wenn wir dieser Internet-gef\u00c3\u00b6rderten Spezies nicht Einhalt gebieten, darf man auch keine Geistesverwandten mehr einstellen. Da werden die politischen Institutionen vollends ineffizient.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Neschle wei\u00c3\u0178 es aus eigner Erfahrung: Er hat sich bei einer Bewerbung einmal bewusst gegen die Sekret\u00c3\u00a4rin mit den besseren Zeugnissen entschieden. Denn er erkannte, dass bei deren Arbeitsverhalten die \u00e2\u20ac\u017eChemie\u00e2\u20ac\u0153 nie stimmen w\u00c3\u00bcrde und es Sand im organisatorischen Getriebe des Lehrstuhls g\u00c3\u00a4be.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Auch solche \u00e2\u20ac\u017echemischen\u00e2\u20ac\u0153 Gr\u00c3\u00bcnde k\u00c3\u00b6nnen daf\u00c3\u00bcr sprechen, Verwandte einzustellen. Das kann man fast in jeder Pizzeria erfragen. Hinzu kommt: Mit der Ehefrau arbeitet es sich au\u00c3\u0178erhalb der B\u00c3\u00bcrozeiten leichter zusammen. Davon kann zwar das Evangelische Pfarrhaus weiter profitieren, doch bei solchen Gesetzen k\u00c3\u00bcnftig nicht mehr der deutsche Steuerzahler. Und alles nur, weil man vor den Mobbern kapituliert! \u00e2\u20ac\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Nachtragend ohne eigene Worte. Das haben wir jetzt \u00c3\u00b6fter, denn alle liegen auf der Lauer, sorry: dem Lauer:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">\u00e2\u20ac\u017eChristopher Lauer, Fraktionschef der Piratenpartei im Berliner Abgeordnetenhaus, hat den Vorwurf der Vetternwirtschaft zur\u00c3\u00bcckgewiesen. Die Mutter seiner Freundin habe zwar tats\u00c3\u00a4chlich eine Stelle als Pressesprecherin der Fraktion, sagte Lauer am Freitagabend bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz. Er habe seine Freundin aber erst im Dezember 2012 kennengelernt, als die Einstellung der Mutter schon seit Monaten beschlossen gewesen sei\u00e2\u20ac\u0153 (<a href=\"http:\/\/www.kreisbote.de\/news\/politik-wirtschaft\/piratenpartei-christopher-lauer-verteidigt-sich-gegen-vorwurf-vetternwirtschaft-zr-2912630.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/www.kreisbote.de\/news\/politik-wirtschaft\/piratenpartei-christopher-lauer-verteidigt-sich-gegen-vorwurf-vetternwirtschaft-zr-2912630.html<\/a>).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a title=\"PDF-Datei\" href=\"http:\/\/www.neschle.de\/download-manager.php?id=203\"><span style=\"font-size: small;\">PDF-Datei<\/span><\/a><span style=\"font-size: small;\"><br \/>\nThis post was downloaded by <!--downloads(203)-->people until now.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die gro\u00c3\u0178e Verneigung vor den Mobbern Bayrische Politik sch\u00c3\u00bcttet das Kind mit dem Bade aus. 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