{"id":623,"date":"2013-05-06T14:21:13","date_gmt":"2013-05-06T13:21:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.neschle.de\/index.php\/blog\/neschle-depeschle-20\/"},"modified":"2020-06-20T12:44:52","modified_gmt":"2020-06-20T11:44:52","slug":"neschle-depeschle-20","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/blog\/neschle-depeschle-20\/","title":{"rendered":"Neschle-Depeschle 20"},"content":{"rendered":"<header>\n<h2 align=\"justify\"><strong><span style=\"color: #4f81bd;\">Evangelischer Kirchentag 2013:<\/span><\/strong><br \/>\n<strong><span style=\"color: #4f81bd;\">Bibelfest und doch nicht bibelfest!<\/span><\/strong><\/h2>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\"><strong>Neschle-Depeschle-Neschle-Depeschle-Neschle-Depeschle<\/strong><br \/>\n<strong>F\u00c3\u00bcr den kleinen Hunger zwischendurch: Der schnelle Einwurf in den Strafraum<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\"><strong>Die evangelische Kirche versteht die Bibel nicht! Was soll da Bruder Martin denken?<\/strong><\/p>\n<\/header>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Gerade ist er zu Ende gegangen: der Evangelische Kirchentag 2013 mit der Losung \u00e2\u20ac\u017eSoviel du brauchst\u00e2\u20ac\u0153. Unter dieser Losung war auch Peer Steinbr\u00c3\u00bcck zu Besuch. Das sagt entweder viel dar\u00c3\u00bcber, wie \u00e2\u20ac\u017eernst\u00e2\u20ac\u0153 der Kirchentag seine Losung nahm, oder etwas dar\u00c3\u00bcber, wie viel Gnade die Kirche auch gegen\u00c3\u00bcber \u00e2\u20ac\u017ePharis\u00c3\u00a4ern\u00e2\u20ac\u0153 walten l\u00c3\u00a4sst, die zumindest fr\u00c3\u00bcher (wer\u00e2\u20ac\u2122s glaubt?!) die eigene Gier nicht im Griff hatten.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Neschle wundert sich aber vor allem dar\u00c3\u00bcber, wie wenig die evangelische Kirche die Bibel als Grundlage der eigenen Moralvorstellungen kennt, von den Folgen ihrer davon verselbst\u00c3\u00a4ndigten Moral f\u00c3\u00bcr Wirtschaft und Gesellschaft ganz zu schweigen. In aller Regel gen\u00c3\u00bcgt unseren Moralaposteln n\u00c3\u00a4mlich ihre Gesinnungsethik, mit der sie sich in gel\u00c3\u00a4uterter Selbstzufriedenheit hinter ihrer k\u00c3\u00bcnstlichen Ethikfassade gegen \u00e2\u20ac\u017edie Gier da drau\u00c3\u0178en\u00e2\u20ac\u0153 verschanzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><!--more--><\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\" align=\"justify\"><strong>A. Bedarfsgerechtigkeit und Leistungsgerechtigkeit<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Wer sich in der Gerechtigkeitstheorie auskennt, wird die Losung \u00e2\u20ac\u017eSoviel du brauchst\u00e2\u20ac\u0153 der Bedarfsgerechtigkeit zuweisen, die h\u00c3\u00a4ufig auch als eine Spielart der \u00e2\u20ac\u017esozialen Gerechtigkeit\u00e2\u20ac\u0153 betrachtet wird. Letztere wird derzeit in der politischen Diskussion gern verwendet, meint dort aber mehr als die Forderung nach einfacher Selbstbescheidung, eine Deutung, welche die Kirchentagslosung herausfordert.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Verworren wird es, wenn eine zweite auf dem Kirchentag fast genauso h\u00c3\u00a4ufig genannte Losung hinzutritt: \u00e2\u20ac\u017eGleicher Lohn f\u00c3\u00bcr gleiche Arbeit\u00e2\u20ac\u0153, womit klarer wohl \u00e2\u20ac\u017eGleicher Lohn f\u00c3\u00bcr gleiche Arbeitsleistung\u00e2\u20ac\u0153 gemeint ist. Und da standen nicht West und Ost, Ausl\u00c3\u00a4nder und Inl\u00c3\u00a4nder, sondern Frauen und M\u00c3\u00a4nner im Vordergrund. Es ging also um gleichen geschlechtlichen Lohn f\u00c3\u00bcr gleiche geschlechtliche Arbeit. Diese Losung kann aber als Spielart der Leistungsgerechtigkeit zu Ergebnissen f\u00c3\u00bchren, die im Gegensatz zur Kirchentagslosung \u00e2\u20ac\u017eSoviel du brauchst\u00e2\u20ac\u0153 stehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Das aber ging in Reden und Predigten, vor allem aber in der guten Laune des Kirchentags unter (Die Presse berichtet: die fr\u00c3\u00bchere Bisch\u00c3\u00b6fin Margot K\u00c3\u00a4\u00c3\u0178mann wurde dort gefeiert wie ein Popstar). So kommt \u00e2\u20ac\u017eKirche\u00e2\u20ac\u0153 (ohne \u00e2\u20ac\u017edie\u00e2\u20ac\u0153, so wie es die Hirnfrommen sagen) allerdings nicht an die Konflikte zwischen den Gerechtigkeitsprinzipien heran. Diese Konflikte bestimmen die soziale Realit\u00c3\u00a4t, w\u00c3\u00a4hrend die Kirche im himmlischen Wolkenkuckucksheim der harmoniebesessenen Gutmenschen schwebt. Jeder erf\u00c3\u00a4hrt n\u00c3\u00a4mlich heute oft und schmerzlich, dass mit guten Absichten allein der Weg zur H\u00c3\u00b6lle gepflastert ist, wenn man die Folgen seiner Losungen ignoriert. Doch die Hirnfrommen wollen das nicht merken, geschweige denn zugeben.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\" align=\"justify\"><strong>B. Bedarfsgerechtigkeit und Leistungsgerechtigkeit<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Eines haben die Vorstellungen von Bedarfs- und Leistungsgerechtigkeit gemein: Sie beziehen sich beide auf ein Ergebnis (oder einen Endzustand), der als \u00e2\u20ac\u017egerecht\u00e2\u20ac\u0153 bezeichnet wird. Um die beiden Leitspr\u00c3\u00bcche \u00e2\u20ac\u017eSoviel du brauchst\u00e2\u20ac\u0153 und \u00e2\u20ac\u017eGleicher Lohn f\u00c3\u00bcr gleiche Arbeit(sleistung)\u00e2\u20ac\u0153 durchzusetzen, ben\u00c3\u00b6tigt man eine Person oder Institution, die bestimmt, wie viel Du brauchst, was gleicher Lohn ist und was gleiche Arbeitsleistung.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Bist Du das selbst, diese Person, ist es ein privates Lebensmotto, was im Falle von \u00e2\u20ac\u017esoviel du brauchst\u00e2\u20ac\u0153 wohl als Aufruf zur eigenen Bescheidenheit gemeint war. Wie das Beispiel Peer Steinbr\u00c3\u00bcck zeigt, war das zumindest bislang nicht das pers\u00c3\u00b6nliche Lebensmotto aller Teilnehmer.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Die kommunistische Ideologie und die sozialistische Staatsphilosophie haben die Bedarfsgerechtigkeit aber weit \u00c3\u00bcber die Selbstbescheidung hinaus zum zentralen Leitprinzip\u00c2\u00a0<em>des Staatshandelns<\/em> erhoben und den Menschen genau das zugeteilt, was sie nach Ansicht der politischen F\u00c3\u00bchrung zum sozialistischen Leben ben\u00c3\u00b6tigen. \u00e2\u20ac\u017eSoviel du brauchst\u00e2\u20ac\u0153 nach Ma\u00c3\u0178st\u00c3\u00a4ben der sozialistischen \u00e2\u20ac\u017eF\u00c3\u00bchrungselite\u00e2\u20ac\u0153. Damit haben sie der pers\u00c3\u00b6nlichen Gier des gemeinen Volkes strikte Z\u00c3\u00bcgel angelegt, den Zirkel der oberen F\u00c3\u00bchrung aber davon ausgenommen. So verstanden, wird die Vorstellung vom \u00e2\u20ac\u017egerechten Bedarf\u00e2\u20ac\u0153 zur diktatorischen Ideologie, die nicht nur in Nordkorea zeigt, dass sie sogar in Hungersnot enden kann. Da wird das \u00e2\u20ac\u017eSoviel du brauchst\u00e2\u20ac\u0153 der sozialistischen Staatsphilosophie zur zynischen Selbstverneinung dieser Losung.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Mit dieser Verwendung seiner Losung, bei der sie zum universellen Prinzip und f\u00c3\u00bcr alle Menschen in gleicher Weise geltenden und durchgesetzten Prinzip wird, setzt sich der Kirchentag freilich gar nicht auseinander. So weit und tief geht die Selbstreflektion nun auch nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Nehmen wir daher an, die Losung des Kirchentags sei \u00e2\u20ac\u201c das ist die harmlose Version von \u00e2\u20ac\u017eSoviel du brauchst\u00e2\u20ac\u0153 \u00e2\u20ac\u201c allein als Vorschlag f\u00c3\u00bcr ein privates Lebensmotto gedacht, als Aufruf zu mehr Bescheidenheit und Absage an die Gier, und konfrontieren dieses Lebensmotto mit dem zweiten Motto \u00e2\u20ac\u017eGleicher Lohn f\u00c3\u00bcr gleiche Arbeit\u00e2\u20ac\u0153.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Nun leben wir hierzulande in einer Welt der Vertragsfreiheit, wo es im Rahmen vieler Gesetze einen Freiraum f\u00c3\u00bcr private Absprachen gibt, die noch nicht staatlich geregelt sind. (Wie wichtig die Vertragsfreiheit der Bibel ist, nimmt auf dem Bibelfest der Bibelfesten niemand zur Kenntnis, weil man sonst mit dem Motto \u00e2\u20ac\u017eGleicher Lohn f\u00c3\u00bcr gleiche Arbeit\u00e2\u20ac\u0153 nicht daherkommen k\u00c3\u00b6nnte. Doch dazu unter C!) Wenn sich nun Frauen, die wieder mal als die Benachteiligten genannt wurden (ich w\u00c3\u00bcsste da eine Menge anderer), in Verg\u00c3\u00bctungsverhandlungen weniger durchsetzen (k\u00c3\u00b6nnen), mag das aber auch Gr\u00c3\u00bcnde haben, die gern unter den Teppich gekehrt werden. Nachfolgend nur drei davon, wobei der erste im Sinne des Kirchentags sogar hochwohll\u00c3\u00b6blich w\u00c3\u00a4re, aber eben ein Problem f\u00c3\u00bcr das zweite Motto ist:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">&#8211; Frauen treten in Verg\u00c3\u00bctungsverhandlungen im Durchschnitt bescheidener auf. Sie nehmen die Losung \u00e2\u20ac\u017eSoviel du brauchst\u00e2\u20ac\u0153 auch ohne Kirchentag ernster als M\u00c3\u00a4nner. Das allein kann zur Folge haben, dass am Ende nicht gleicher Lohn f\u00c3\u00bcr gleiche Arbeit steht, sogar wenn auf der anderen Seite ebenfalls eine Frau sitzt, die nur das \u00e2\u20ac\u017eSoviel du brauchst\u00e2\u20ac\u0153 f\u00c3\u00bcr sich selbst anders interpretiert, als der Kirchentag es gedeutet sehen m\u00c3\u00b6chte.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">&#8211; Es kommt nicht immer darauf an, welche Arbeit gemacht wird, sondern, wer sie macht. Nirgends wir das deutlicher als in F\u00c3\u00a4llen, bei denen die gleiche Arbeit, ein und dasselbe Kunstwerk, pl\u00c3\u00b6tzlich einem anderen K\u00c3\u00bcnstler zugeschrieben wird. In der Folge steigt oder sinkt der \u00e2\u20ac\u017eWert\u00e2\u20ac\u0153 f\u00c3\u00bcr dieselbe Arbeit oft dramatisch. Da wird \u00e2\u20ac\u017eGleicher Lohn f\u00c3\u00bcr gleiche Arbeit\u00e2\u20ac\u0153 zum Geschw\u00c3\u00a4tz bei allen, die eine solche Umwertung nachvollziehen k\u00c3\u00b6nnen, weil es noch lange nicht das Gleiche ist, wenn zwei Leute das Gleiche, dieselbe Arbeit, machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Viele KundInnen wollen unabh\u00c3\u00a4ngig von der Qualit\u00c3\u00a4t der Arbeit bei bestimmten Leistungen lieber von einer Frau bedient und beraten werden, bei anderen von einem Mann, sogar aus religi\u00c3\u00b6sen Gr\u00c3\u00bcnden, denn es ist nicht alles evangelisch.. Und Peer Steinbr\u00c3\u00bcck verdient sein Geld doch nicht <em>f\u00c3\u00bcr den Inhalt<\/em> seiner Rede. W\u00c3\u00bcrde ich sie ihm schreiben und wir hielten beide dieselbe Rede, wobei ich bei mir als Verfasser sogar mehr inhaltliches Verst\u00c3\u00a4ndnis unterstelle, wer von uns beiden erhielte wohl das h\u00c3\u00b6here Honorar?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Damit ich nicht falsch verstanden werde: Ich beklage mich nicht dar\u00c3\u00bcber, stelle aber fest: \u00e2\u20ac\u017eGleicher Lohn f\u00c3\u00bcr gleiche Arbeit\u00e2\u20ac\u0153 gilt nicht, weil es hier weder auf das \u00e2\u20ac\u017eWas\u00e2\u20ac\u0153 noch auf das \u00e2\u20ac\u017eWie\u00e2\u20ac\u0153 der Arbeit ankommt, sondern allein auf das \u00e2\u20ac\u017eWer\u00e2\u20ac\u0153. Auf das \u00e2\u20ac\u017eWer\u00e2\u20ac\u0153 kommt es auch an, wenn es darum geht, wer entscheidet, ob und wann \u00e2\u20ac\u017eGleicher Lohn f\u00c3\u00bcr gleiche Arbeit\u00e2\u20ac\u0153 verlangt werden soll. Der Kunde, der H\u00c3\u00b6rer und der Leser entscheiden h\u00c3\u00a4ufig genug dagegen, wenn und weil es ihnen gar nicht auf den Inhalt der Arbeit ankommt.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Wenn das beim Kirchentag nicht geglaubt wird, sollten Frau K\u00c3\u00a4\u00c3\u0178mann und ich vielleicht mal auf dem n\u00c3\u00a4chsten Kirchentag dieselbe Rede halten! Selbst wenn ich nach \u00c3\u00bcberwiegender Meinung den Stil (das \u00e2\u20ac\u017eWie\u00e2\u20ac\u0153 der Rede) besser treffen w\u00c3\u00bcrde: ich w\u00c3\u00a4re nicht Frau K\u00c3\u00a4\u00c3\u0178mann. Und darauf kommt es den meisten an. Auch wenn sie tausendmal in den Ruf \u00e2\u20ac\u017eGleicher Lohn f\u00c3\u00bcr gleiche Arbeit\u00e2\u20ac\u0153 eingestimmt h\u00c3\u00a4tten, w\u00c3\u00bcrden sie sich da selbst widersprechen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">&#8211; Was ist \u00e2\u20ac\u017egleiche Arbeit\u00e2\u20ac\u0153? Geht es nur darum, wenn sie getan wird? Oder auch darum, ob sie z.B. besser planbar ist. Soweit man dem zustimmt und Frauen terminlich \u00e2\u20ac\u017eim Durchschnitt\u00e2\u20ac\u0153(!!!) mehr berufliche Freiheiten f\u00c3\u00bcr sich in Anspruch nehmen, weil sie mehr private oder soziale Verpflichtungen \u00c3\u00bcbernehmen, leisten sie selbst dann nicht dieselbe Arbeit, wenn sie diese tun, wenn sie sie tun. \u00c3\u2013konomisch ist hier ein \u00e2\u20ac\u017eRisikoabschlag\u00e2\u20ac\u0153 sinnvoll, weil sonst M\u00c3\u00a4nner nur den \u00e2\u20ac\u017eGleichen Lohn f\u00c3\u00bcr verl\u00c3\u00a4sslichere Arbeit\u00e2\u20ac\u0153 bekommen. Gew\u00c3\u00a4hrt man den Risikoabschlag nicht, wird jeder rational denkende Unternehmer auch zugunsten seiner anderen Arbeitnehmer versuchen m\u00c3\u00bcssen, weniger (<em>solcher<\/em><span style=\"font-family: Arial;\">, <\/span>falls er sie unterscheiden kann) Frauen einzustellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Wir lassen diese Fragen mal dahingestellt, weil der Grundsatz \u00e2\u20ac\u017eGleicher Lohn f\u00c3\u00bcr gleiche Arbeit\u00e2\u20ac\u0153 nur dann sicher durchsetzen l\u00c3\u00a4sst, wenn man diktatorisch festlegt, was \u00e2\u20ac\u017egleicher Lohn\u00e2\u20ac\u0153 (da machen z.B. Einmalzahlungen, Pensionen zu Lasten heutiger Verg\u00c3\u00bctung Schwierigkeiten) und was \u00e2\u20ac\u017egleiche Arbeit\u00e2\u20ac\u0153 ist, obwohl manchen die Arbeit als solche ganz egal ist und f\u00c3\u00bcr sie allein das \u00e2\u20ac\u017eWer\u00e2\u20ac\u0153 entscheidet.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\" align=\"justify\"><strong>C. \u00e2\u20ac\u017eGleicher Lohn f\u00c3\u00bcr gleiche Arbeit!\u00e2\u20ac\u0153 \u00e2\u20ac\u201c Ein No-Go f\u00c3\u00bcr das NT<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Im Vergleich zum Koran f\u00c3\u00bcr die \u00e2\u20ac\u017emorgenl\u00c3\u00a4ndische Gerechtigkeitsvorstellung\u00e2\u20ac\u0153 ist die Bibel in ihrer Auswirkung auf Gerechtigkeitsvorstellungen und Recht vergleichsweise unbedeutend. Kirchenv\u00c3\u00a4ter, wie Albert Magnus oder Thomas von Aquin, waren aber h\u00c3\u00a4ufig Rechtsgelehrte und haben fr\u00c3\u00bch die Ansichten der griechischen Philosophen f\u00c3\u00bcr die \u00e2\u20ac\u017echristliche Welt\u00e2\u20ac\u0153 nutzbar gemacht.<a title=\"_ftn1\" href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Das Neue Testament befasst sich an einer Stelle intensiv mit der Frage \u00e2\u20ac\u017eGleicher Lohn f\u00c3\u00bcr gleiche Arbeit\u00e2\u20ac\u0153, kommt aber zu einem anderen Ergebnis als der Evangelische Kirchentag. Doch die Bibel las man offenbar nicht beim Bibelfest der (offenbar nicht ganz so) Bibelfesten. Die Stelle im Neuen Testament kann aber heute noch als Wegweiser durch die Gerechtigkeitsdiskussion dienen und m\u00c3\u00bcsste die kirchlichen Stellungnahmen eigentlich begr\u00c3\u00bcnden (<em>Matth\u00c3\u00a4us 20, 1 \u00e2\u20ac\u201c15<\/em>, Einheits\u00c3\u00bcbersetzung)<a title=\"_ftn2\" href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a>:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial;\"><sup>1<\/sup><\/span>\u00e2\u20ac\u0153Denn mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Gutsbesitzer, der fr\u00c3\u00bch am Morgen sein Haus verlie\u00c3\u0178, um Arbeiter f\u00c3\u00bcr seinen Weinberg anzuwerben.\u00c2\u00a0<span style=\"font-family: Arial;\"><sup>2<\/sup><\/span>Er einigte sich mit den Arbeitern auf einen Denar f\u00c3\u00bcr den Tag und schickte sie in seinen Weinberg.\u00c2\u00a0<span style=\"font-family: Arial;\"><sup>3<\/sup><\/span>Um die dritte Stunde ging er wieder auf den Markt und sah andere dastehen, die keine Arbeit hatten.\u00c2\u00a0<span style=\"font-family: Arial;\"><sup>4<\/sup><\/span>Er sagte zu ihnen: Geht auch ihr in meinen Weinberg! Ich werde Euch geben, was recht ist.\u00c2\u00a0<span style=\"font-family: Arial;\"><sup>5<\/sup><\/span>Und sie gingen. Um die sechste und um die neunte Stunde ging der Gutsherr wieder auf den Markt und machte es ebenso. <span style=\"font-family: Arial;\"><sup>6<\/sup><\/span>Als er um die elfte Stunde noch einmal hinging, traf er wieder einige, die dort herumstanden. Er sagte zu ihnen: Was steht ihr hier den ganzen Tag unt\u00c3\u00a4tig herum?\u00c2\u00a0<span style=\"font-family: Arial;\"><sup>7<\/sup><\/span>Sie antworteten: Niemand hat uns angeworben. Da sagte er zu ihnen: Geht auch ihr in meinen Weinberg!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial;\"><sup>8<\/sup><\/span>Als es nun Abend geworden war, sagte der Besitzer des Weinbergs zu seinem Verwalter: Ruf die Arbeiter und zahl ihnen den Lohn aus, angefangen bei den letzten, bis hin zu den ersten.\u00c2\u00a0<span style=\"font-family: Arial;\"><sup>9<\/sup><\/span>Da kamen die M\u00c3\u00a4nner, die er um die elfte Stunde angeworben hatte, und jeder erhielt einen Denar. <span style=\"font-family: Arial;\"><sup>10<\/sup><\/span>Als dann die ersten an der Reihe waren, glaubten sie mehr zu bekommen. Aber auch sie erhielten nur einen Denar.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial;\"><sup>11<\/sup><\/span>Da begannen sie \u00c3\u00bcber den Gutsherrn zu murren <span style=\"font-family: Arial;\"><sup>12<\/sup><\/span>und sagten: Diese letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleichgestellt; wir aber haben den ganzen Tag \u00c3\u00bcber die Last der Arbeit und die Hitze ertragen.\u00c2\u00a0<span style=\"font-family: Arial;\"><sup>13<\/sup><\/span>Da erwiderte er einem von ihnen: Mein Freund, Dir geschieht kein Unrecht. Hast Du nicht einen Denar mit mir vereinbart? <span style=\"font-family: Arial;\"><sup>14<\/sup><\/span>Nimm dein Geld und geh! Ich will dem letzten ebenso viel geben wie dir. <span style=\"font-family: Arial;\"><sup>15<\/sup><\/span>Darf ich mit dem, was mir geh\u00c3\u00b6rt, nicht tun, was ich will? Oder bist Du neidisch, weil ich (zu den anderen) g\u00c3\u00bctig bin?\u00e2\u20ac\u0153 \u00e2\u20ac\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">In diesem Gleichnis kommt der Hausherr (Gott?) zu Ergebnissen, die f\u00c3\u00bcr den Evangelischen Kirchentag schlichtweg unakzeptabel sind. Das aber hei\u00c3\u0178t nichts anderes, als dass der Kirchentag sich mit seiner Losung \u00e2\u20ac\u017eGleicher Lohn f\u00c3\u00bcr gleiche Arbeit\u00e2\u20ac\u0153!\u00e2\u20ac\u0153 gegen die Bibel wendet. Die f\u00c3\u00bcr ihn unakzeptablen biblischen Grunds\u00c3\u00a4tze sind:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\"><em>&#8211; \u00e2\u20ac\u017eGleicher\u00c2\u00a0<\/em>Lohn f\u00c3\u00bcr <em>ungleiche<\/em> Arbeit!\u00e2\u20ac\u0153 und folglich<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">&#8211; \u00e2\u20ac\u017e<em>Ungleicher<\/em> Lohn f\u00c3\u00bcr <em>gleiche<\/em> Arbeit!\u00e2\u20ac\u0153.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\"><em>Obwohl der Kirchentag dagegen den Grundsatz \u00e2\u20ac\u017eGleicher Lohn f\u00c3\u00bcr gleiche Arbeit!\u00e2\u20ac\u0153 f\u00c3\u00bcr richtig h\u00c3\u00a4lt, passt dieser weder zum Gleichnis noch zur Vertragsfreiheit.<\/em> Da gilt:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">1. Jeder Vertrag \u00c3\u00bcber Arbeit und deren Verg\u00c3\u00bctung hat eine Laufzeit. Innerhalb dieser Laufzeit ist er von allen Vertragsparteien zu befolgen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">2. W\u00c3\u00a4hrend der Laufzeit \u00c3\u00a4ndern sich meist die Knappheitsverh\u00c3\u00a4ltnisse am (Arbeits-)Markt. Neue Vertr\u00c3\u00a4ge werden zu anderen Konditionen abgeschlossen. Das ist der Kern marktwirtschaftlicher Effizienz und Flexibilit\u00c3\u00a4t.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">3. Sind Vertr\u00c3\u00a4ge mit unterschiedlichen Konditionen gleichzeitig wirksam, kommt es zu \u00e2\u20ac\u017eungleichem Lohn f\u00c3\u00bcr gleiche Arbeit\u00e2\u20ac\u0153. Weil neue Vertr\u00c3\u00a4ge zu jeweils geltenden Bedingungen abgeschlossen werden, sorgen die Marktbedingungen funktionierender M\u00c3\u00a4rkte permanent f\u00c3\u00bcr Ausgleich.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\"><em>\u00e2\u20ac\u017eUngleicher Lohn f\u00c3\u00bcr gleiche Arbeit\u00e2\u20ac\u0153 kann durchaus Folge freiwilliger Verhandlungen sein. Dies wird ungern akzeptiert, noch seltener verstanden.<\/em> Doch \u00c3\u00bcbertr\u00c3\u00a4gt man das Prinzip als \u00e2\u20ac\u017eGleiche Zinsen f\u00c3\u00bcr gleiches Geld!\u00e2\u20ac\u0153, f\u00c3\u00a4llt das Verst\u00c3\u00a4ndnis pl\u00c3\u00b6tzlich leicht:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Wer einen Kreditvertrag zum heutigen Zinsniveau abschlie\u00c3\u0178t und den Zinssatz auf f\u00c3\u00bcnf Jahre fixiert, kann nicht erwarten, von zwischenzeitlichen Zinssenkungen zu profitieren. Die Bank kann entsprechend keine Vorteile aus Zinserh\u00c3\u00b6hungen ziehen, solange der Vertrag l\u00c3\u00a4uft. Doch in der Zwischenzeit werden neue Vertr\u00c3\u00a4ge\u00c2\u00a0<em>zu anderen Konditionen<\/em> geschlossen. Daher kann gar\u00c2\u00a0<em>nicht<\/em> gelten:\u00c2\u00a0<em>\u00e2\u20ac\u017eGleicher Zins f\u00c3\u00bcr gleiches Geld&#8220;.<\/em> Dies zu akzeptieren, f\u00c3\u00a4llt offenbar weniger schwer, als auf die aus denselben Gr\u00c3\u00bcnden unhaltbare Forderung \u00e2\u20ac\u017eGleicher Lohn f\u00c3\u00bcr gleiche Arbeit\u00e2\u20ac\u0153 zu verzichten.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Jenseits theologisch begr\u00c3\u00bcndeter Auslegung beschreibt der Kern des Gleichnisses bei Matth\u00c3\u00a4us\u00c2\u00a0<em>den Konflikt zwischen der Anerkennung von \u00e2\u20ac\u017eSpielregeln\u00e2\u20ac\u0153 beim freiwilligen Tausch und der inhaltlichen Anerkennung der Tausch-Ergebnisse, also zwischen der Akzeptanz des Verfahrens und seiner Resultate, zwischen Verfahrens- und Ergebnisgerechtigkeit.<\/em> In der Argumentation des Gutsherrn kann man vier Grunds\u00c3\u00a4tze entdecken:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">1. Grunds\u00c3\u00a4tzliche Freiheit im Umgang mit Privateigentum: \u00e2\u20ac\u017eDarf ich mit dem, <em>was mir geh\u00c3\u00b6rt<\/em><span style=\"font-family: Arial;\">, <\/span>nicht tun, was ich will?\u00e2\u20ac\u0153.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">2. Die Forderung nach Akzeptanz von Handlungsfreiheit: \u00e2\u20ac\u017eDarf ich mit dem, was mir geh\u00c3\u00b6rt, nicht tun, <em>was ich will?&#8220;<\/em>\u00c2\u00a0\u00e2\u20ac\u201c Grunds\u00c3\u00a4tzlich ist die M\u00c3\u00b6glichkeit einzur\u00c3\u00a4umen, Verg\u00c3\u00bctungen durch freiwillige Verhandlungen zu vereinbaren. Jeder Beteiligte kann Konditionen zustimmen oder nicht. Lehnt er sie ab, kommt kein Vertrag zustande. Dies verlangt auch Zur\u00c3\u00bcckhaltung beim Versuch, Verg\u00c3\u00bctungen durch staatliche Vorgabe festzulegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">3.<em> \u00e2\u20ac\u017eMein Freund, Dir geschieht kein Unrecht. Hast Du nicht einen Denar mit mir vereinbart?\u00e2\u20ac\u0153 \u00e2\u20ac\u201c Bei Verhandlungsergebnissen, die von beiden Seiten akzeptiert sind, k\u00c3\u00b6nnen nachtr\u00c3\u00a4gliche \u00c3\u201enderungen nicht einseitig eingefordert werden;<\/em> nicht einmal durch Verweis auf andere Vertr\u00c3\u00a4ge\u00c2\u00a0<em>und selbst wenn erst dadurch dem Grundsatz \u00e2\u20ac\u017eGleicher Lohn f\u00c3\u00bcr gleiche Arbeit!&#8220; entsprochen wird.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">4.<em> \u00e2\u20ac\u017eOder bist Du neidisch, weil ich (zu den anderen) g\u00c3\u00bctig bin?&#8220;<\/em>\u00c2\u00a0\u00e2\u20ac\u201c Neid oder Missgunst sind Motive, die f\u00c3\u00bcr die \u00e2\u20ac\u017eethische\u00e2\u20ac\u0153 Definition dessen, was \u00e2\u20ac\u017egerecht\u00e2\u20ac\u0153 ist, keine Rolle spielen d\u00c3\u00bcrfen: Ein aus diesen Motiven abgeleitetes Gef\u00c3\u00bchl, benachteiligt zu sein, kann keine akzeptable Grundlage f\u00c3\u00bcr eine gesetzliche Regulierung sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Das von den fr\u00c3\u00bchen Arbeitern geforderte \u00e2\u20ac\u017eleistungsgerecht unterschiedliche\u00e2\u20ac\u0153 Ergebnis h\u00c3\u00a4tte auch erreicht werden k\u00c3\u00b6nnen, h\u00c3\u00a4tten diese eine K\u00c3\u00bcrzung f\u00c3\u00bcr die sp\u00c3\u00a4ter gekommenen gefordert. Dann w\u00c3\u00a4re \u00e2\u20ac\u017eNeid\u00e2\u20ac\u0153 ersetzt durch \u00e2\u20ac\u017eMissgunst\u00e2\u20ac\u0153. Missgunst setzt nicht auf Verbesserung der\u00c2\u00a0<em>eigenen<\/em> Lage, um das \u00e2\u20ac\u017egerechte Ergebnis\u00e2\u20ac\u0153 zu erreichen, sondern auf Verschlechterung der Lage der Vergleichsperson. Dieses Motiv wird noch verdeckter eingesetzt als Neid. Mit dem <em>verdeckten<\/em> Einsatz wird aber unausgesprochen auch die Berechtigung der gesellschaftlichen \u00c3\u201echtung anerkannt.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Insgesamt kommt im Gleichnis zum Ausdruck:\u00c2\u00a0<em>Ergebnisse einer Verhandlung, die nach als \u00e2\u20ac\u017egerecht&#8220; anerkannten Regeln abl\u00c3\u00a4uft, m\u00c3\u00bcssen nicht \u00c3\u00bcbereinstimmen mit \u00e2\u20ac\u017egerechten&#8220; Ergebnissen nach vorgegebenen Gerechtigkeits-Kriterien. Dazu geh\u00c3\u00b6rt in diesem Gleichnis vor allem der Grundsatz \u00e2\u20ac\u017eGleicher Lohn f\u00c3\u00bcr gleiche Arbeit!&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Der Evangelische Kirchentag 2013 h\u00c3\u00a4tte daher besser versucht, die Genialit\u00c3\u00a4t dieses biblischen Gleichnisses zu verstehen, als sich mit einer \u00e2\u20ac\u017eethischen Vorstellung\u00e2\u20ac\u0153 zu profilieren, die im Gegensatz dazu steht.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Ein merkw\u00c3\u00bcrdiges Ergebnis! Denn Martin Luther verstand die Konfrontation mit der katholischen Kirche seiner Zeit ja als verst\u00c3\u00a4rkte Hinwendung zur Bibel. Der Evangelische Kirchentag 2013 wendet sich mit seiner Forderung \u00e2\u20ac\u017eGleicher Lohn f\u00c3\u00bcr gleiche Arbeit!\u00e2\u20ac\u0153 davon ab. Und was f\u00c3\u00bcr Luther wahrscheinlich am schlimmsten w\u00c3\u00a4re: die meisten Teilnehmer, ohne es zu wissen. Da w\u00c3\u00a4re Bruder Martin wohl doch bibelfester auf dieses Bibelfest gegangen! Der kannte seinen Matth\u00c3\u00a4us.<\/p>\n<p align=\"justify\">\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"justify\"><strong>Das hast Du, was Du brauchst!<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"justify\">\u00e2\u20ac\u017eSoviel du brauchst\u00e2\u20ac\u0153, so hei\u00c3\u0178t Losung,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"justify\">f\u00c3\u00bcr viele ist sie die Liebkosung,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"justify\">der eig\u00e2\u20ac\u2122nen Selbstbescheidenheit,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"justify\">mit der man sich von Gier befreit.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"justify\">\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"justify\">Soweit ist\u00e2\u20ac\u2122s gut, gar keine Frage,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"justify\">auf der Evangelen Kirchentage,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"justify\">Dann fordert man im Geist der Zeit,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"justify\">Lohn gleich f\u00c3\u00bcr gleiche Arbeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"justify\">\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"justify\">In einem Wisch hat man geschafft,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"justify\">Vertragsfreiheit und Marktwirtschaft<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"justify\">ganz einfach so hinwegzufegen,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"justify\">allein der feschen Losung wegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"justify\">\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"justify\">Doch liest man bei Matth\u00c3\u00a4us nun,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"justify\">mit \u00e2\u20ac\u017eBibel\u00e2\u20ac\u0153 hat das nichts zu tun,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"justify\">die kommt, auch wenn sie keiner h\u00c3\u00b6rt,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"justify\">zu einer Folge, die verst\u00c3\u00b6rt:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"justify\">\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"justify\">Da kriegt, weil\u00e2\u20ac\u2122s so vereinbart war,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"justify\">ein jeder nur einen Denar.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"justify\">Doch \u00c3\u00bcberstieg die Arbeitszeit<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"justify\">der Ersten die der Letzten weit.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"justify\">\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"justify\">Statt uns mit eig\u00e2\u20ac\u2122ner Ethik zu versehen,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"justify\">sollte ein Kirchentag verstehen,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"justify\">was Matth\u00c3\u00a4us hier berichtet,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"justify\">doch seine Botschaft wird vernichtet.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"justify\">\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"justify\">Ob aus Dummheit oder Ignoranz<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"justify\">oder aus Weltanschauungsdominanz:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"justify\">Eigentlich ist das egal,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"justify\">denn die Folgen sind fatal.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"justify\">\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"justify\">Hirnfromme sind mit sich im Reinen,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"justify\">mit Folgen kann man sie nicht meinen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"justify\">Ihr frommer Wille fegt\u00e2\u20ac\u2122s Gewissen,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"justify\">auch wenn die Folgen sind beschissen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"justify\">\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"justify\">Die Bibel ist, wenn ich\u00e2\u20ac\u2122s Euch sag\u00e2\u20ac\u02dc,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"justify\">viel weiser als der Kirchentag.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"justify\">Doch werd ich hier vergeblich schreiben,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"justify\">denn wer so dumm ist, wird dumm bleiben.<\/p>\n<p align=\"justify\">\n<div align=\"justify\">\n<hr align=\"left\" size=\"1\" width=\"33%\" \/>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\"><a title=\"_ftnref1\" href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Beide Philosophen waren Dominikaner und z\u00c3\u00a4hlen zu den Scholastikern.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\"><a title=\"_ftnref2\" href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Die Bibelpassage schon bei <a href=\"https:\/\/neschle.de\/index.php\/blog\/leon-neschle-10-17-woche-2007\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Leon Neschle 10 (17. Woche 2007).<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a title=\"PDF-Datei\" href=\"http:\/\/www.neschle.de\/download-manager.php?id=202\"><span style=\"font-size: small;\">PDF-Datei<\/span><\/a><span style=\"font-size: small;\"><br \/>\nThis post was downloaded by <!--downloads(202)-->people until now.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Evangelischer Kirchentag 2013: Bibelfest und doch nicht bibelfest! Neschle-Depeschle-Neschle-Depeschle-Neschle-Depeschle F\u00c3\u00bcr den kleinen Hunger zwischendurch: Der schnelle Einwurf in den Strafraum Die evangelische Kirche versteht die Bibel nicht! Was soll da Bruder Martin denken? Gerade ist er zu Ende gegangen: der Evangelische Kirchentag 2013 mit der Losung \u00e2\u20ac\u017eSoviel du brauchst\u00e2\u20ac\u0153. Unter dieser Losung war auch Peer &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/neschle.de\/index.php\/blog\/neschle-depeschle-20\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eNeschle-Depeschle 20\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4,7],"tags":[19,14,84,60,27,18],"class_list":["post-623","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-blog","category-neschle-depeschle","tag-gerechtigkeit","tag-gesellschaft","tag-kirche","tag-moral","tag-philosophie","tag-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/623","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=623"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/623\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":946,"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/623\/revisions\/946"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=623"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=623"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=623"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}