{"id":615,"date":"2013-03-22T11:16:49","date_gmt":"2013-03-22T10:16:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.neschle.de\/index.php\/au-aufschrei\/au-aufschrei-65\/"},"modified":"2020-06-18T15:23:56","modified_gmt":"2020-06-18T14:23:56","slug":"au-aufschrei-65","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/au-aufschrei\/au-aufschrei-65\/","title":{"rendered":"Au &hellip; Aufschrei 65"},"content":{"rendered":"<header>\n<h2 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #4f81bd\">Kraft-Akt: Beamte als Arsch Ihrer Regierung?<\/span><\/strong><\/h2>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Principiis obsta, sero medicina paratur!!!<\/strong><br \/>\n<strong>Wehret den Anf\u00e4ngen, sonst ist es f\u00fcr Heilung zu sp\u00e4t!!!<\/strong><br \/>\n<strong>Rot-Gr\u00fcn? NRW-Beamte kotzen aus leerem Magen Blut und Galle.<\/strong><\/p>\n<\/header>\n<p style=\"text-align: left;\">Neschle kann es mit Fug und Recht sagen: Die meisten seiner ehemaligen Doktoranden und Sch\u00fcler kriegen mehr Geld als er. Das schlie\u00dft Hannelore Kraft ein, die einst Studentin in Duisburg war. Ob sie das auch verdienen? Ja, klar! Doch warum nur soll Neschle verdienen, dass er weniger bekommt? Seine Landesregierung hat ihm gerade wieder best\u00e4tigt, dass es auch auf jeden Fall so bleiben soll: Keine \u00dcbernahme der Tarifabschl\u00fcsse f\u00fcr Angestellte bei Beamten oberhalb der Besoldungsgruppe A 10. Der gr\u00f6\u00dfte Teil davon d\u00fcrfte Lehrer (und Professoren) treffen. \u2013<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><em>Wie hatte diese rot-gr\u00fcne Regierung get\u00f6nt, man m\u00fcsse viel mehr f\u00fcr die Bildung tun. Aber kann man mehr f\u00fcr die Bildung machen, ohne an das dort besch\u00e4ftigte Personal zu denken? Es gibt n\u00e4mlich kaum einen anderen Bereich, in dem Leistung so stark durch die Qualit\u00e4t des Personals gepr\u00e4gt ist, wie in der Bildung.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Wie will man so \u201enachhaltig\u201c noch gute Leute in diesen Bereich locken? \u201eNachhaltige\u201c Politik wurde versprochen, kurzsichtige gemacht.&nbsp;<em>Und hier geht es nicht nur um die Zukunft der Bildung, sondern um die Zukunft dieses Landes! Denn die finanziellen Bedingungen der Besch\u00e4ftigten dort werden schon seit Jahrzehnten relativ verschlechtert und immer wieder werden von ihnen Sonderopfer gefordert:<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">1. Jetzt sind es \u201enur\u201c 5,6 Prozent Erh\u00f6hung, die fehlen und den Job in der Bildung nicht attraktiver machen.&nbsp;<em>Was ist beim n\u00e4chsten Mal? Dieser Betrug an den Beamten, wo doch gerade der NRW-Finanzminister so erfolgreich gegen Steuerhinterzieher zu Felde zog?! Derzeit sprudeln noch die Steuerquellen in Deutschland. Was geschieht erst, wenn das mal anders ist?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">2. Neu ist die <em>offene Gehaltsk\u00fcrzung,<\/em> denn das ist sie \u201ereal\u201c, weil Heiz\u00f6l und Strom f\u00fcr Beamte nicht billiger werden. Mit schmutzigen Tricks hatte man n\u00e4mlich fr\u00fcher schon&nbsp;<em>verdeckte Gehaltsk\u00fcrzungen<\/em> initiiert. So wurden Beamte still immer st\u00e4rker an ihren Krankheitskosten beteiligt. Hiervon bekam die \u00d6ffentlichkeit nur wenig mit.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">3. Dreizehntes Monatsgehalt, Weihnachtsgeld: Es gibt kaum eine Berufsgruppe, in der diese Verg\u00fctungsbestandteile st\u00e4rker zur\u00fcckgeschnitten wurden, weitgehend unbeachtet von der \u00d6ffentlichkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">4. Zuvor schon gab es Nullrunden, immer begr\u00fcndet mit demselben Argument: Sicherheit des Arbeitsplatzes. Aber damit hatte man schon beim Antritt des Stelle das vergleichsweise niedrige Entgelt begr\u00fcndet Folglich w\u00e4re das eigentlich abgegolten.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\u201eNiedriges Gehalt?\u201c sagen da manche, \u201eWo denn?\u201c. \u201eJa, sicher!\u201c, sagt Neschle. Wenn ich nicht \u00c4pfel mit Birnen vergleiche, sondern gleiche Qualit\u00e4ten, dann sind hier&nbsp;<em>sogar gerade die h\u00f6heren Beamten<\/em> gemeint:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><em>K\u00fcrzlich noch hat Steinbr\u00fcck die Bezahlung der Kanzlerin thematisiert. <\/em>W\u00fcrde man z.B. den Ma\u00dfstab \u201ePersonalverantwortung\u201c m\u00fcsste sie und nicht Martin Winterkorn 30 bis 50-mal mehr verdienen.&nbsp;<em>Doch was f\u00fcr die Kanzlerin gilt, das trifft erst recht auf niedrigere F\u00fchrungspositionen im \u00f6ffentlichen Dienst zu:<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Sehen wir auf den Chef der obersten Bankenaufsicht (Bafin) mit derzeit etwa 2.100 Mitarbeitern. Der bringt weniger Geld nach Hause als der Leiter einer Provinzsparkasse, ganz zu schweigen, von Verg\u00fctungen der Vorst\u00e4nde in Gro\u00dfbanken. Neschle wurde Zeuge eines Gespr\u00e4chs, in dem sich Bankvorst\u00e4nde mit geheucheltem Bedauern \u00fcber die Bezahlung ihres obersten Kontrolleurs lustig machten. Merke: Respekt ist zuweilen an eine ordentliche Bezahlung gekn\u00fcpft. Neschle empfindet das nicht anders, wenn ihn ein Vorstandsmitglied vor dem Hintergrund der eigenen Mega-Verg\u00fctung als \u201ekleinen Professor\u201c behandelt, (wobei hier nicht thematisiert werden soll, wer von beiden wem das Wasser nicht reichen kann.)<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Oder nehmen wir einen Polizeipr\u00e4sidenten\/Universit\u00e4tsrektor? Im Vergleich zum Hilfsarbeiter verdient der viel. Aber auf derselben Vergleichsstufe zum Job in der Wirtschaft wird er schlecht bezahlt. Die Verg\u00fctung eines Gesch\u00e4ftsf\u00fchrers eines vergleichbar gro\u00dfen \u201eUnternehmens\u201c erreicht er nicht ann\u00e4hernd, die vielgelobten Pensionsanspr\u00fcche inbegriffen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><em>Und was n\u00fctzt diese \u201eSicherheit\u201c heute noch, wo der Beamte einer Staatsmacht ausgeliefert ist, die von ihm Treue fordert, sich selbst aber treulos verh\u00e4lt? Wie tr\u00fcgerisch \u201eBeamten-Sicherheit\u201c sein kann, erfahren derzeit griechische Beamte und erfuhren ehemals DDR-Beamte. Da muss man sich wundern, wie wohlfeil das Argument der \u201eSicherheit\u201c heute noch ist, um Abschl\u00e4ge bei der Beamtenverg\u00fctung zu begr\u00fcnden. Jetzt aber zeigt Rot-Gr\u00fcn in NRW allen, wie wenig das Sicherheits-Argument daf\u00fcr in Zukunft noch taugen wird. Die heute ersparten Millionen werden daher nachhaltig einen Schaden anrichten, der noch gar nicht absehbar ist.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">5. Sonderfall Hochschulbildung:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">A. Verschlechterung der Verg\u00fctungsstufen f\u00fcr Professoren durch Einf\u00fchrung der sogenannten W-Besoldung: Da, wo \u201en\u00fctzliches Wissen\u201c produziert wird, wo die Studentenstr\u00f6me hinflie\u00dfen, ist die Attraktivit\u00e4t der Hochschulkarriere dadurch zutiefst gef\u00e4hrdet. Nur mit ihrem Steckenpferd \u201eGender\u201c-Forschung (die \u201eFrauenforschung\u201c hie\u00df, dann \u201cGeschlechterforschung\u201c) wird es nicht gelingen die L\u00fccken zu stopfen, auch wenn dort heute von \u201eDiversity Management die Rede ist, wohl um die \u201eN\u00fctzlichkeit\u201c zu beweisen. Wer und wie viele wollen das wirklich studieren?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">B. Lange schon sind die Pr\u00fcfungsentgelte gestrichen. Professoren und ihre Mitarbeiter, die das Zigfache an Pr\u00fcfungsbelastungen (Neschle hatte im Wintersemester wieder weit \u00fcber 1.000 Klausuren) haben wie ihre Kollegen, bekommen keinen Cent mehr: Das war vor 1990 noch anders. Da gab es (bescheidene) Zusatzverg\u00fctungen f\u00fcr Pr\u00fcfungsleistungen und die waren nach dem Leistungsprinzip mehr als berechtigt. Aber dann hat die Politik das Leistungsprinzip hier durch die Tat beseitigt, nicht ohne es gleichzeitig im Wort besonders lautstark hochzuhalten. Gemeine Doppelmoral!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Ergebnis: Seit seinem Dienstantritt Ende der 80er Jahre hat Neschles wirtschaftliche Position im Vergleich zum Job in der Privatwirtschaft erheblich an finanzieller Attraktivit\u00e4t eingeb\u00fc\u00dft. Bei dem Schmerzensgeld von heute w\u00fcrde Neschle niemals mehr Professor werden. Neschle kann in seinem Fach auch keinem Mitarbeiter mehr empfehlen, die Professorenlaufbahn an einer \u00f6ffentlichen Hochschule einzuschlagen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Aber Du hast doch Deine Pension im Alter, Neschle?! Ja, aber die wurde mit Einbu\u00dfen beim laufenden Gehalt gegen\u00fcber Jobs mit vergleichbarer Position erkauft. Es ist im Prinzip so, als habe man \u00fcber die nichtausgezahlten Betr\u00e4ge eine Zweitrente angespart. Und wer es noch nicht vernommen hat: Auch die Pension\u00e4re sind von dem per Ukas verh\u00e4ngten Gehaltsstopp in NRW betroffen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Klar, kann man die Rente anders regeln. Klar, kann man die Bezahlung der Beamten an die der Angestellten angleichen. Doch zumindest in den F\u00e4chern mit gut vermarktbarem Wissen, ginge das entweder nicht ohne merkliche Anhebung der Verg\u00fctungen oder \u00fcber deutliche Qualit\u00e4tsverluste bei den Bewerbern.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><em>Wer vollmundig ank\u00fcndigt, Bildung in den Mittelpunkt seiner Politik zu r\u00fccken, und danach die Bildungsmacher finanziell in den Arsch tritt, sollte seine Politik auf Schizophrenie pr\u00fcfen oder auf demente Schizophrenie pr\u00fcfen lassen, wenn er auch noch unter Ged\u00e4chtnisverlust leidet.&nbsp;<\/em>Neschle jedenfalls ist spei\u00fcbel bei einem derart eklatanten Widerspruch und er kotzt Blut und Galle, ganz im Sinne von Rot-Gr\u00fcn.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><em>Es kann ja sogar sein, dass der Internetmob jubiliert und als popul\u00e4re Ma\u00dfnahme feiert, dass es die Regierung endlich mal den verhassten Beamten und Sesselfurzern zeigt.<\/em> Aber dieser Jubel k\u00f6nnte den Mobbiisten schon bald im Halse stecken bleiben. Wenn das Vertrauen der Beamten nachhaltig gesch\u00e4digt wird, ihre Treue gegen\u00fcber einer treulosen Regierung in Frage steht, geht es um die Grundlagen dieses Staates. Dann gehen die Kollateralsch\u00e4den weit, weit \u00fcber die eingesparten Gelder hinaus.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Wenn sich die Beamten heute nicht dagegen wehren, wird das morgen zum Nachteil aller Staatsb\u00fcrger sein. Und man kann heute schon das Desaster ahnen, wenn Rot-G\u00fcn das k\u00fcnftig auch im Bund machen darf. Vielleicht erh\u00f6ht der Steinbr\u00fcck dann aber wenigstens die Verg\u00fctung des Bundeskanzlers. Und die NRW-Abgeordneten? Ist die n\u00e4chste Di\u00e4ten-Erh\u00f6hung schon beschlossen? Dann gibt es aber Zunder! Denn das l\u00e4sst sich die Beamtenschaft dann nicht mehr gefallen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a title=\"PDF-Datei\" href=\"http:\/\/www.neschle.de\/download-manager.php?id=198\"><span style=\"font-size: small;\">PDF-Datei<\/span><\/a><span style=\"font-size: small;\"><br \/>\nThis post was downloaded by people until now.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kraft-Akt: Beamte als Arsch Ihrer Regierung? Principiis obsta, sero medicina paratur!!! Wehret den Anf\u00e4ngen, sonst ist es f\u00fcr Heilung zu sp\u00e4t!!! Rot-Gr\u00fcn? NRW-Beamte kotzen aus leerem Magen Blut und Galle. Neschle kann es mit Fug und Recht sagen: Die meisten seiner ehemaligen Doktoranden und Sch\u00fcler kriegen mehr Geld als er. 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