{"id":613,"date":"2013-03-20T10:57:43","date_gmt":"2013-03-20T09:57:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.neschle.de\/index.php\/au-aufschrei\/au-aufschrei-64\/"},"modified":"2020-06-18T15:29:16","modified_gmt":"2020-06-18T14:29:16","slug":"au-aufschrei-64","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/au-aufschrei\/au-aufschrei-64\/","title":{"rendered":"Au &hellip; Aufschrei 64"},"content":{"rendered":"<header>\n<h2 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #4f81bd\">St. Martin: Unsozialer als Oskar?<\/span><\/strong><\/h2>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>\u00e2\u20ac\u017eHart, aber fair!\u00e2\u20ac\u0153 wieder mal \u00e2\u20ac\u017eWeich und doch unfair!\u00e2\u20ac\u0153 <\/strong><br \/>\n<strong>Oder: Wenn Oskar La(ch)fontaine sich selbst opfert!!!<\/strong><\/p>\n<\/header>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">St. Martin, dereinst Bischof von Tours, gab in seinem alten Leben als r\u00c3\u00b6mischer Soldat die <em>H\u00c3\u00a4lfte<\/em> seines Mantels an einen Bettler. Soweit die Legende. Prozentual gesehen ist das nicht viel gegen die Steuervorschl\u00c3\u00a4ge der Linken. Nach Entw\u00c3\u00bcrfen, die zun\u00c3\u00a4chst mit einer 100-prozentigen Einkommensbesteuerung ab 500.000 Euro drohten<a title=\"_ftn2\" href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a>, blieb die Linke endg\u00c3\u00bcltig bei 75 Prozent.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Oskar Lafontaine in der Runde \u00e2\u20ac\u017eHart, aber fair\u00e2\u20ac\u0153 am Montag, den 18. M\u00c3\u00a4rz 2013, findet das gut und meint \u00c3\u00bcber sich selbst:&nbsp;<span style=\"text-decoration: underline;\"><em>Ich bin der Einzige in dieser Runde, der vom Staat etwas fordert, was sich auch gegen mich selbst richtet.<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Damit sagt der alte Pharis\u00c3\u00a4er nicht nur, dass er selbst so gut verdient, dass ihn dieser Steuervorschlag treffen w\u00c3\u00bcrde, sondern auch, dass die anderen Diskussionsteilnehmer ihre s\u00c3\u00bcndige Politik <em>f\u00c3\u00bcr<\/em> ihre pers\u00c3\u00b6nlichen Interessen machen. Er selbst macht Politik dagegen aus lauterster Moralit\u00c3\u00a4t <em>gegen sein eigenes Interesse<\/em>, nur weil es dem Gemeinwohl dient.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Keiner in der Runde hat das kritisch kommentiert: Eben nicht \u00e2\u20ac\u017ehart, aber fair\u00e2\u20ac\u0153, sondern \u00e2\u20ac\u017eweich und doch unfair\u00e2\u20ac\u0153! Denn danach kommt die Rede auf den Unternehmer Rossmann, den Lafontaine dazu auffordert, er k\u00c3\u00b6nne <em>doch freiwillig h\u00c3\u00b6here L\u00c3\u00b6hne zahlen<\/em>, wenn er die f\u00c3\u00bcr richtig halte. Und das ist ja nun mal wahr. Denn freiwillig kann jeder, muss aber nicht!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Schauen wir noch einmal wertend auf dieses Szenario:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Oskar lobt sich f\u00c3\u00bcr seine Moral, denkt aber selbst nicht daran, dass&nbsp;<em>auch ihn(!)<\/em> bislang niemand gehindert hat, freiwillig das zu tun, was er selbst f\u00c3\u00bcr moralisch h\u00c3\u00a4lt. <em>Wie w\u00c3\u00a4re es also, lieber Oskar, wenn Du genau das t\u00c3\u00a4test, was Du von Rossmann forderst! Freiwilligkeit verbietet in diesem Land niemand. Spende einfach, was das Zeug h\u00c3\u00a4lt, f\u00c3\u00bcr Zwecke, die Dir am Herzen liegen. So viel, bis Du das Besteuerungsziel Deiner Partei bei Dir selbst erreicht hast. Dann kannst Du schon mal f\u00c3\u00bcr den Ernstfall \u00c3\u00bcben wie das ist. Und am besten holst Du Vers\u00c3\u00a4umtes noch nach.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Auch die Tat von St. Martin geschah ja nicht unter gesetzlichem Zwang. Gesetzlicher Zwang verhinderte sogar, dass er den ganzen Mantel geben konnte. Denn der Staat hatte die H\u00c3\u00a4lfte seiner Ausr\u00c3\u00bcstung finanziert und Martin durfte diesen Teil nicht weggeben. Und das genau ist der Unterschied in der moralischen Qualit\u00c3\u00a4t zu Oskar:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Oskar k\u00c3\u00b6nnte freiwillig hergeben, was er selbst f\u00c3\u00bcr moralisch richtig h\u00c3\u00a4lt und von anderen fordert, macht es aber heute noch nicht. Er h\u00c3\u00a4lt sich aber deshalb f\u00c3\u00bcr moralisch, weil er mit den Linken fordert, der Staat solle das \u00e2\u20ac\u017emoralisch Richtige\u00e2\u20ac\u0153 anderen und ihm selbst mit Zwang wegnehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Doch nun kommt der Clou:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\"><em>Oskar k\u00c3\u00b6nnte zwar schon heute bei und f\u00c3\u00bcr sich selbst seine Forderungen an seinem Einkommen realisieren, der Staat aber kann das bei anderen (und Oskar) erst, wenn Oskar sich mit seinen Forderungen politisch durchsetzt und an der Macht ist. <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Zu diesem Zeitpunkt kann sich Oskar aber einfallen lassen, wie er seine Macht wirklich nutzt. Da ist den F\u00c3\u00bchrern in sozialistischsten L\u00c3\u00a4ndern noch immer etwas in den Sinn gekommen, wie sehr sie auch ihr Land heruntergewirtschaftet haben. Das wei\u00c3\u0178t Du doch auch, Oskar! Schau nach Nordkorea, alter Schlauberger! Oder glaubst Du wirklich, in Russland gab es gleich nach dem Ende des Sozialismus so viele Oligarchen, weil im Sozialismus alles so gleich verteilt war?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Nein, lieber Oskar, es ist wirklich zu leicht, 75 Prozent Besteuerung auch f\u00c3\u00bcr Dich selbst zu fordern. Du wei\u00c3\u0178t n\u00c3\u00a4mlich, dass gerade Dich selbst das niemals unfreiwillig trifft. Wenn diese Besteuerung f\u00c3\u00bcr die anderen eintritt, bist Du an der Macht, kannst Du es f\u00c3\u00bcr Dich richten, dass Du gar nicht betroffen bist.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Bei mir h\u00c3\u00a4ttest Du daher nur eine Chance als der Moralist zu gelten, als der Du Dich selbst so gerne hinstellst:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\"><em>Du machst heute schon freiwillig, was Du von den anderen fordern wirst, wenn Du Deine politischen Ziele durchsetzen kannst. Am besten holst Du das von gestern sofort nach. <\/em>(Zinsen seien Dir sogar erlassen!)<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Erst dann, lieber Oskar, kannst Du behaupten, Du seist \u00e2\u20ac\u017emoralisch\u00e2\u20ac\u0153. Sonst belegt, was Du sagst und tust, wieder einmal Deine Doppelmoral. Deine Taten stimmen mit Deinen Worten nicht \u00c3\u00bcberein. \u00e2\u20ac\u201c Nee, Oskar, nee! Selbst wenn es keiner gemerkt hat in der Diskussionsrunde \u00e2\u20ac\u017eWeich und doch unfair\u00e2\u20ac\u0153. Mit mir nicht, mein alter Schlauberger!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Ausnahmsweise ein Gedicht:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"justify\"><strong>Fortgeschrittener und weggelaufener Sozialismus<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"justify\">Der Sozialist vom alten Eisen<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"justify\">will alle Menschen equalizen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"justify\">Er baut daf\u00c3\u00bcr aus Leistungslust<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"justify\">am gr\u00c3\u00bcnen Tisch den Lebensfrust.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"justify\">Wer am Beginn wird profitieren,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"justify\">der muss am Ende doch verlieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"justify\">Denn die zur Leistung sind imstande,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"justify\">sind dann nicht mehr in seinem Lande.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"justify\">Nur die dort an dem gr\u00c3\u00bcnen Tische,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"justify\">die teilen sich die dicken Fische.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"justify\">Was fr\u00c3\u00bch gefordert an Moral,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"justify\">f\u00c3\u00bcr die am Ruder ist\u00e2\u20ac\u2122s egal.<\/p>\n<div align=\"justify\">\n<p style=\"text-align: center;\">\n<hr align=\"left\" size=\"1\" width=\"33%\">\n<\/div>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\"><a title=\"_ftnref1\" href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> dapd (2013): Linke fordern 100-Prozent-Steuer f\u00c3\u00bcr Reiche, vom 01.02.2013. URL: <a href=\"http:\/\/nachrichten.t-online.de\/linke-fordern-100-prozent-steuer-fuer-reiche\/id_61979132\/index?news\">http:\/\/nachrichten.t-online.de\/linke-fordern-100-prozent-steuer-fuer-reiche\/id_61979132\/index?news<\/a>.<\/p>\n<p><a title=\"PDF-Datei\" href=\"http:\/\/www.neschle.de\/download-manager.php?id=197\"><span style=\"font-size: small;\">PDF-Datei<\/span><\/a><span style=\"font-size: small;\"><br \/>\nThis post was downloaded by <!--downloads(197)--> people until now.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>St. Martin: Unsozialer als Oskar? \u00e2\u20ac\u017eHart, aber fair!\u00e2\u20ac\u0153 wieder mal \u00e2\u20ac\u017eWeich und doch unfair!\u00e2\u20ac\u0153 Oder: Wenn Oskar La(ch)fontaine sich selbst opfert!!! St. Martin, dereinst Bischof von Tours, gab in seinem alten Leben als r\u00c3\u00b6mischer Soldat die H\u00c3\u00a4lfte seines Mantels an einen Bettler. Soweit die Legende. 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