{"id":609,"date":"2013-02-25T17:43:02","date_gmt":"2013-02-25T16:43:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.neschle.de\/index.php\/essays\/leon-neschle-78-9-woche-2013\/"},"modified":"2020-06-20T13:37:36","modified_gmt":"2020-06-20T12:37:36","slug":"leon-neschle-78-9-woche-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/blog\/leon-neschle-78-9-woche-2013\/","title":{"rendered":"Leon Neschle 78 (9. Woche 2013)"},"content":{"rendered":"<header>\n<h2 style=\"text-align: left;\" align=\"justify\"><strong><span style=\"color: #4f81bd\">Rassismus gegen sich und andere<\/span><\/strong><\/h2>\n<\/header>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\"><em>Unsere schiefe Weltsicht verdanken wir auch der Tatsache, dass die Presse regelm\u00e4\u00dfig \u00fcber die Ausnahme berichtet, aber nur ausnahmsweise \u00fcber die Regel. <\/em>(Neschle)<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\"><em>Nat\u00fcrlich muss man diskriminieren! Wir k\u00f6nnen die Dinge doch nicht alle so lange als \u201egleich g\u00fcltig\u201c betrachten, bis sie uns alle \u201egleichg\u00fcltig\u201c sind. <\/em>(Neschle)<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Niemand hat je gezeigt, wie man eine einzige Stelle bei f\u00fcnfzig Bewerbern ohne Diskriminierung besetzen kann. Dazu muss man diskriminieren. Doch nicht wegen angeborener oder ererbter Eigenschaften, also nicht wegen Rasse, Geschlecht, geschlechtlicher Orientierung, Nationalit\u00e4t, Religion oder kultureller Identit\u00e4t.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">F\u00fcr alle Formen solcher Diskriminierungen werden in diesem Blog die Begriffe \u201erassistisch\u201c und \u201eRassismus\u201c verwendet. In Anf\u00fchrungszeichen, wenn es \u00fcber den engen Begriff hinausgeht. \u2013 Nicht pr\u00e4zise? Unwissenschaftlich? \u2013 Na und?! Dies ist kein wissenschaftlicher Beitrag, sondern die \u00c4u\u00dferung einer Befindlichkeitsst\u00f6rung.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Neschle kennt allerdings keinen zusammenfassenden Begriff f\u00fcr diese Eigenschaften.<em>Und doch haben sie eines gemeinsam: Sie entspringen keinem selbst erarbeiteten Verdienst und keiner pers\u00f6nlichen Verfehlung. Deshalb kann ein Mensch daf\u00fcr eigentlich weder Stolz noch Scham empfinden. Eigentlich! Denn er tut es trotzdem, wenn er \u201estolz\u201c ist, ein T\u00fcrke zu sein oder sich als Deutscher daf\u00fcr sch\u00e4mt!?&nbsp;<\/em>Aus Neschles Sicht kann man zwar froh sein, ein Deutscher oder ein T\u00fcrke, ein Mann oder eine Frau zu sein, aber \u201estolz\u201c? Was hat man daf\u00fcr getan?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Obwohl sie durch die Person nicht oder nur bedingt beeinflussbar sind, dienen diese Eigenschaften einigen Menschen dennoch dazu, andere&nbsp;<em>vor<\/em>zusortieren,&nbsp;<em>vor<\/em>zuverurteilen oder <em>vor<\/em>zuziehen, ohne Ansehen der Person. Diesen \u201eRassisten\u201c im weitesten Sinne sind sie der wichtigste Entscheidungsfilter in pers\u00f6nlichen Beziehungen und politischen Fragen. Das ist der Fall, in dem Diskriminierungsverbote zum Einsatz kommen (sollten).<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Doch Diskriminierungsverbote diskriminieren auch. Den, der nicht (mehr) diskriminieren darf. Die Deutsche Witzregel sagt z.B.: Deutsche d\u00fcrfen Witze \u00fcber Deutsche machen. Ausl\u00e4nder d\u00fcrfen Witze \u00fcber Ausl\u00e4nder machen&nbsp;<em>und<\/em> \u00fcber Deutsche. M\u00e4nner d\u00fcrfen Witze \u00fcber M\u00e4nner machen, aber&nbsp;<em>nicht<\/em> \u00fcber Frauen. Frauen d\u00fcrfen&nbsp;<em>auch<\/em> Witze \u00fcber M\u00e4nner machen, deutsche Frauen aber <em>nicht<\/em> \u00fcber Ausl\u00e4nderInnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Ergebnis: Ausl\u00e4ndische Frauen d\u00fcrfen in Deutschland alle Witze \u00fcber alle und alles machen. Deutsche M\u00e4nner d\u00fcrfen nur Witze \u00fcber sich selbst machen. \u2013 Das gilt aber nur f\u00fcr Witze und nur, soweit die deutsche Kultur die Leit- oder Leidkultur ist. Sonst kann es schon mal genau umgekehrt sein. Dann d\u00fcrfen ausl\u00e4ndischen Frauen nichts. Sie sind diskriminiert als Frauen und als Ausl\u00e4nderinnen. Mitten in Deutschland, doch keinesfalls nur von Deutschen! Doch eine Form \u201erassistischer\u201c Diskriminierung ist in Deutschland verbreiteter als irgendwo sonst auf der Welt:&nbsp;<em>Der Deutsche diskriminiert mit Vorliebe sich selbst, d.h. seine Volksgenossen.<\/em><\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\" align=\"justify\"><strong>A. Der deutsche \u201eAutorassismus\u201c<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Die Neigung des Deutschen, <em>anderen Deutschen<\/em> \u201eRassismus\u201c anzuh\u00e4ngen, ist \u00fcberall in Deutschland augenf\u00e4llig. Sie nimmt zu mit der N\u00e4he von Geburtsdatum oder Geisteshaltung zu den Alt-68ern und mit der \u00d6ffentlichkeit der \u00c4u\u00dferungen. Daher reiten die deutsche Presse und deutsche Politiker \u201edem Deutschen\u201c \u00f6ffentlich in punkto \u201eRassismusvorwurf\u201c immer (noch) etwas vor.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Dieser \u201eAutorassismus\u201c zeigt sich auch im gew\u00f6hnlichen Leben. \u201eDa fahr ich doch nicht hin. Zu viele Deutsche\u201c: Dieses Urlaubsbekenntnis ist Alt-68er-Standard. Da hinzufahren, wo schon andere Deutsche sind, macht f\u00fcr den Alt-68er n\u00e4mlich den deutschen Spie\u00dfer aus. Trifft er im Urlaub dennoch auf Deutsche, kann er deren Gesellschaft nie genie\u00dfen, ohne sich seiner selbst zu sch\u00e4men. Dabei entbehrt es nicht der Ironie, dass diese Haltung selbst ein Zeichen von Spie\u00dfigkeit ist. Entgegen dem Selbstverst\u00e4ndnis der Alt-68er ist sie zudem peinlich angepasst. Denn:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">In Europa wird Selbstdiskriminierung und \u201eAutorassismus\u201c vom Deutschen geradezu erwartet. Selbst arglose Kinder, Enkel und Urenkel der Kriegsgeneration werden dort auch heute immer noch(!) mit&nbsp;<em>\u201eihrer&#8220;&nbsp;<\/em>Kriegsschuld und dem von<em>&nbsp;\u201eihnen&#8220;&nbsp;<\/em>angerichteten Holocaust konfrontiert. Besonders gern von Briten, die daraus einen Teil ihrer nationalen Identit\u00e4t herleiten, weil sie \u201eganz allein\u201c (Nazi-)Deutschland besiegt und dem Spuk ein Ende gemacht haben.<a title=\"_ftn1\" href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> In allabendlichen Kriegsklamauk-Serien wurde ihnen jahrelang das mit dem Bild vom Depp-Deutschen eingetrichtert, doch nicht einmal die \u201emildernden Umst\u00e4nde\u201c, die das dem Dummdeutschen bringen m\u00fcsste, gestehen sie zu. Im Gegenteil: Bei britischen Zeitungsartikeln zur Wahl des \u201edeutschen Papstes\u201c hatte man sogar den Eindruck, Hitler selbst regiere von jetzt an in Rom.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Aber ist nicht der Brite, der einen jungen Deutschen an dessen Schuld und Verantwortung f\u00fcr das Nazi-Regime erinnert, letztlich \u201erassistischer\u201c als der von ihm angemahnte junge Deutsche? Doch wer sagt das den Briten? Der Deutsche selbst kann das nicht. Wer erz\u00e4hlt den Schweden, dass man ihrer \u201edeutschen\u201c K\u00f6nigin nicht einfach ein Hakenkreuz anheften kann? Und wer mahnt die Griechen, Angela Merkel nicht mit dem Hakenkreuz zu behaken, denn das hat wirklich nichts mit ihrer Wirtschaftskrise zu tun? Einst haben Nazis damit j\u00fcdische Synagogen besudelt. Was will man ihr jetzt damit sagen? Und was kann der Deutsche antworten, wo der verbale Umgang mit Ausl\u00e4ndern f\u00fcr ihn immer noch ein sprachlicher Eiertanz ist?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Am kompliziertesten ist dieser Tanz f\u00fcr die Gutmenschen. F\u00fcr den \u201epolitisch korrekten\u201c Umgang mit \u201eAusl\u00e4ndern\u201c haben sie in dumpfer Arg- und Ahnungslosigkeit den \u201eMigrationshintergrund\u201c erfunden. Den wird ein \u201eAusl\u00e4nder\u201c selbst dann nicht mehr los, wenn er l\u00e4ngst einen deutschen Pass hat. Richtig ist jedoch: F\u00fcr einen Deutschen, der sich \u00fcber Ausl\u00e4nder \u00e4u\u00dfert, ist die Welt der W\u00f6rter und Worte voller Fettn\u00e4pfchen. Viele davon haben Deutsche selbst aufgestellt, Reiz- und Tabuw\u00f6rter, Reiz- und Tabuthemen ausgelegt. Und entgegen aller Vernunft giltdabei:&nbsp;<em>Was der Verd\u00e4chtigte sagt, ist immer wichtiger, als was er tut oder getan hat.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Besonders brisant sind jedoch \u00c4u\u00dferungen \u00fcber Juden und Israel. Selbsternannte Sp\u00e4her des Rassismus achten darauf, dass kein Deutscher in die daf\u00fcr ausgelegten Fettn\u00e4pfchen tritt. Argwohn reicht aber in jedem Fall schon und sie fallen kollektiv \u00fcber den vermeintlichen Rassisten her und ma\u00dfregeln ihn nach Strich und Faden.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Deutsche Politiker brauchen daf\u00fcr nicht mal die Meinung der Betroffenen. Sie bleiben sogar bei ihrer Beschuldigung, wenn die Betroffenen abwinken, wie etwa Philipp R\u00f6sler, den angeblich sein Parteifreund Hahn rassistisch beleidigt hat (<a href=\"https:\/\/neschle.de\/index.php\/au-aufschrei\/au-aufschrei-63\/\">Aufschrei 63<\/a>). Und sie freuen sich \u00fcber Unterst\u00fctzung von Ausl\u00e4ndern und Migranten. Kein Wunder, dass SPD und Gr\u00fcne im Fall Hahn Leute aus \u201eihrem Migrationshintergrund\u201c vorgeschickt haben. Die k\u00f6nnen n\u00e4mlich vorgeben, den unmissverst\u00e4ndlichen Satz Hahns doch missverstanden zu haben. Entschuldigt hat sich daher bislang niemand!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Ansonsten gilt f\u00fcr deutschen Rassimus immer die Vorgabe internationaler Rassismusexperten, vor allem beim Antisemitismus.<a title=\"_ftn2\" href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Jan Fleischhauer kommentiert das wie folgt:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">\u201eWenn ein Antisemitismus-Experte behauptet, dass jeder zweite Deutsche ein Nazi sei, kommt n\u00e4chste Woche Tuvia Tenenbom und erkl\u00e4rt acht von zehn dazu. Irgendwann ist man am Ende. Bei 100 Prozent gibt es keine Steigerung mehr, es sei denn, man buddelt noch welche aus und erweckt sie wieder zum Leben\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Im selben Artikel fragt Jan Fleischhauer im Fall des als \u201eTop-Ten Antisemit\u201c stigmatisierten Israel-Kritikers Jakob Augstein schon in der \u00dcberschrift:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">\u201eWas bringt ein renommiertes Institut wie das Simon-Wiesenthal-Zentrum dazu, einen SPIEGEL-ONLINE-Kolumnisten unter die zehn schlimmsten Antisemiten einzureihen?\u201c<a title=\"_ftn3\" href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Nicht nur diese Einsch\u00e4tzungen sind absurd, sondern auch die Tatsache, dass sich vor der Welt daf\u00fcr faktisch eher die deutsche \u00d6ffentlichkeit und Jakob Augstein entschuldigen (m\u00fcssen) als diejenigen, die solche Absurdit\u00e4ten in die Welt setzen. Deren eigener Sache (und der Sache aller vernunftbegabten Menschen!), den Rassismus in die Schranken zu weisen, n\u00fctzen sie mit solch mutwilligen Anschuldigungen schon gar nicht. Denn danach k\u00f6nnen Rassisten so schlimm offenbar gar nicht sein, wenn sich der Augstein bei ihnen unter den \u201ebesten Zehn\u201c befindet. \u2013<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Unsere Presse hat sich derweil selbst verboten, bei Straft\u00e4tern mit ausl\u00e4ndischen Wurzeln deren Herkunft zu erw\u00e4hnen. Bei deutschst\u00e4mmigen Straft\u00e4tern ist man dagegen nicht so zimperlich. Die Begr\u00fcndung<a title=\"_ftn4\" href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a>:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">\u201eNach dem Pressekodex haben gerade Minderheiten Anspruch auf Schutz \u2026 . Der Titel \u201eT\u00fcrke schl\u00e4gt Frau\u201c etwa ist dazu geneigt (\u201egeeignet\u201c?), alle T\u00fcrken als tendenziell gewaltt\u00e4tig darzustellen, weil die<em> (deutsche)<\/em> Mehrheit&nbsp;<em>nach wissenschaftlicher Beobachtung<\/em> vom einzelnen Fall <em>gern<\/em> auf den Rest der Gruppe schlie\u00dft. Den Titel \u201eDeutscher schl\u00e4gt Frau\u201c w\u00fcrde es dagegen auch ohne Pressekodex kaum geben \u2013 das Deutschtum w\u00e4re ja hier keine Besonderheit,<em> und dass sich Deutsche in der Folge selbst benachteiligen, ist mithin unwahrscheinlich&#8220;.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Mittlerweile gibt es aber Titel mit \u201eDeutschen\u201c als Straft\u00e4tern, und die Tatsache, dass sich Deutsche selbst benachteiligen, wird durch das Gutmenschentum hierzulande beinahe t\u00e4glich belegt. Doch die Journalisten haben sich mit ihrem Pressekodex entschieden, ihren Landsleuten vorzugaukeln, Ausl\u00e4nder und Migranten seien <em>auf keinen Fall <\/em>(relativ) h\u00e4ufiger an Straftaten beteiligt als Deutsche.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Auch Neschle hat einmal geglaubt, mit diesem Pressekodex etwas gegen den Rassismus ausrichten zu k\u00f6nnen. Kommentare im Internet haben ihn belehrt und er fragt sich, wo die wissenschaftlichen Beobachter mit ihren Augen waren:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\"><em>Bei jeder Straftat wird im Netz vom \u201egemeinen\u201c deutschen Volk n\u00e4mlich mittlerweile verschw\u00f6rerisch gemutma\u00dft, dass auf jeden Fall Ausl\u00e4nder dahinter stecken, gerade wenn und weil die Presse deren Herkunft nicht nennt.<\/em> Aus dieser gutgemeinten Selbstbeschr\u00e4nkung der deutschen Presse folgert der hundsgemeine deutsche Leser: Die von der Presse gemeldeten Verbrechen werden in der Regel s\u00e4mtlich von Ausl\u00e4ndern begangen, au\u00dfer wenn einmal ausdr\u00fccklich von einem deutschen T\u00e4ter die Rede ist. Das ist im Internet mittlerweile und ironischerweise <em>der<\/em> \u201eTenor der Massen\u201c. Sie wissen, dass sie von ihrer Presse \u201ehinterh\u00e4ltig belogen\u201c werden, und genau das steigert ihren Argwohn \u00fcber die realen Verh\u00e4ltnisse hinaus und es f\u00f6rdert Rassismus statt ihn zu bremsen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">L\u00fcgen haben eben kurze Beine, auch wenn sie im gutwilligen Verschweigen der Wahrheit liegen. Und wenn es nicht gerade um Straft\u00e4ter geht, scheuen sich deutsche Journalisten ohnehin nicht unbedingt, sich rassistisch gegen \u201ePersonen mit Migrationshintergrund\u201c in Szene zu setzen. Mehr als \u201cUnterschwelliger Rassismus\u201c ist das, was Hans-Hermann Kotte bei Spiegel-Redakteuren aufgedeckt hat, in Fragen an&nbsp;<em>Philipp R\u00f6sler<\/em> (Frankfurter Rundschau vom 11.2.2013), dessen \u201evietnamesischer Migrationshintergrund\u201c bekannt sein d\u00fcrfte:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">1. <em>\u201eGab es bei Ihnen irgendwann den Wunsch, wie ein Deutscher auszusehen?&#8220;&nbsp;<\/em>\u2013Liebe Spiegel-Redakteure: Wie sieht denn ein Deutscher aus? Wie einer der in der deutschen Nationalmannschaft Fu\u00dfball spielt?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">2. <em>\u201eWenn Sie heute einen Film \u00fcber den Vietnam-Krieg sehen, auf welcher Seite stehen Sie dann?&#8220;<\/em>&nbsp;\u2013 Liebe Spiegel-Redakteure: R\u00f6sler ist als Kleinkind da raus. Und es ging Nord- gegen S\u00fcdvietnam, nicht Vietnam gegen die USA. Wie sollte R\u00f6sler denn bei seinen \u00dcberzeugungen auf der sozialistischen Seite des Nordens stehen?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">3. <em>\u201eWie kommt es, dass Neonazis im Osten Vietnamesen als \u201aFidschis\u2018 beschimpfen?&#8220;&nbsp;<\/em>\u2013 Liebe Spiegel-Redakteure: Warum soll R\u00f6sler Exegese f\u00fcr Idioten machen? Wolltet Ihr ihn qu\u00e4len, weil FDP-Bashing \u201ein\u201c und man dabei immer in der Mehrheit ist?!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">4. <em>\u201eSind Sie stolz, ein Deutscher zu sein?\u201c<\/em> <span style=\"font-family: Arial;\">\u2013 Liebe Spiegel-Redakteure: <\/span>Wie kann einer stolz auf etwas sein, was er nie geleistet hat, was ihm \u00fcber Geburt oder Adoption zugeflogen ist?<em>Man muss oder darf damit leben, Deutscher zu sein, man kann dar\u00fcber froh oder traurig sein, aber man kann nicht stolz darauf sein, muss sich aber auch nicht daf\u00fcr sch\u00e4men. <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">In diesen Fragen steckt der schleichende Rassismus. In anonymen Kommentaren im Internet kommt dieser Rassismus gerade in Bezug auf Philipp R\u00f6sler besonders oft hoch. Das rassistische Vorurteil dominiert meist sogar die politische \u00c4u\u00dferung. Ausgangspunkt sind gerade bekennende Anh\u00e4nger von Parteien, die sich selbst f\u00fcr die Gralsh\u00fcter des Anti-Rassismus halten.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\" align=\"justify\"><strong>B. Die Diskriminierung durch die anderen<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Neschle hat genug \u00fcber und gegen \u201eRassismus\u201c von Deutschen geschrieben. Doch es gibt ihn ja auch noch: den \u201eRassismus\u201c von Nichtdeutschen gegen Deutsche, aus dem Ausland und sogar in Deutschland selbst. Von Letzterem sei zun\u00e4chst die Rede.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Da ist die kurdische Familie \u00d6., die kollektiv das eigene Kind ermordete, ihre Tochter Arzu. Ihr \u201eVergehen\u201c (Presseberichten zufolge): Sie hatte einen deutschen Freund. \u2013 Da kommt eine Familie nach Deutschland und betrachtet es als schlimm(st)e Eigenschaft eines Menschen, dass der \u201eDeutscher\u201c ist. Oder wie soll man es werten, wenn gerade das den Freund der Tochter nicht heiratsw\u00fcrdig macht? \u2013 Der Anwalt des Vaters, der im Prozess einen \u00dcbersetzer brauchte, sagt dazu auch noch: Diese Familie aus Ost-Anatolien war \u201egut integriert\u201c!?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Die Diskriminierung des deutschen Freundes in Deutschland: eine Ausnahme? Weit gefehlt, wenn auch selten mit diesen fatalen Folgen. Da ist z.B. der junge Mann mit t\u00fcrkischen Wurzeln, der Neschle unverbl\u00fcmt erkl\u00e4rte: Nat\u00fcrlich habe er deutsche Freundinnen gehabt. Heiraten werde er aber nur eine <em>t\u00fcrkische<\/em> Jungfrau.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Oder nehmen wir die t\u00fcrkische Studentin, die sagte, ihre Familie wolle, dass sie nur einen T\u00fcrken heirate. Auf die Anspielung, sie k\u00f6nne ja noch auf einen Deutschen oder Syrer \u201ehereinfallen\u201c, sagte sie kategorisch: \u201e<em>Nur auf einen T\u00fcrken<\/em> mit einem deutschen Pass!\u201c \u2013 Selbst wenn es die Religion gewesen w\u00e4re, h\u00e4tte es ja noch den Syrer gegeben. Sie aber machte allein die Nationalit\u00e4t zum Ausgangspunkt, ohne sich davon \u00fcberraschen zu lassen, wenn es am Ende ein T\u00fcrke gewesen w\u00e4re.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\"><em>Was geht im Kopf eines Menschen vor, dessen wichtigstes Ausschlusskriterium f\u00fcr mehr oder weniger enge Kontakte mit anderen Menschen dessen Nationalit\u00e4t, Rasse oder Religion ist? Ex-ante, ohne den konkreten Menschen dazu kennen zu m\u00fcssen!<\/em> Neschle selbst k\u00e4me das nie in den Sinn. Er w\u00fcrde seinen T\u00f6chtern nie die \u201emoralische\u201c Verpflichtung auferlegen,&nbsp;<em>nur einen Deutschen <\/em>zu heiraten oder&nbsp;<em>nur mit einer Deutschen<\/em> eine Partnerschaft einzugehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Ist es dann am Ende tats\u00e4chlich ein Deutscher, gibt es nat\u00fcrlich nichts zu beanstanden. Das ist aber etwas anderes, als wenn Rasse, Nationalit\u00e4t oder Religion das erste und wichtigste Auswahl- und Ausschlusskriterium in pers\u00f6nlichen Umgang oder bei der Partnerwahl ist. Doch bei wem ist diese Haltung am st\u00e4rksten ausgepr\u00e4gt? Bei den Deutschen, die sich \u00fcber \u201eRassismus\u201c in ihren eigenen Reihen wohl am meisten beklagen?! Neschle glaubt das nicht. \u2013<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Betrachten wir zum Schluss eine aktuelle Meldung zu t\u00fcrkischen Pflegekindern in der EU vom 21. Februar 2013, vor dem Besuch von Angela Merkel in der T\u00fcrkei drei Tage sp\u00e4ter. Da hei\u00dft es zu Reaktionen der t\u00fcrkischen \u00d6ffentlichkeit und Regierung<a title=\"_ftn5\" href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a>:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">\u201eTausende Kinder (etwa 4.000), die mit ihren Familien in der EU lebten, seien<em>&nbsp;den Eltern weggenommen<\/em> und an <em>christliche<\/em> Familien gegeben worden, wird beklagt. Den t\u00fcrkischen Jungen und M\u00e4dchen&nbsp;<em>drohe Assimilation <\/em>und der Verlust der eigenen Kultur. \u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Was w\u00e4re denn, wenn die Pflegefamilie&nbsp;<em>t\u00fcrkische Christen <\/em>w\u00e4ren? Die soll es ja geben. Geht es hier um Religion oder um Kultur? Oder ist die Kultur in diesem Fall nur vorgeschoben? Bei der 19-j\u00e4hrigen Elif, die bei einer christlichen Pflegefamilie in Melle aufwuchs und in der T\u00fcrkei als Musterbeispiel f\u00fcr den Kulturverlust fungiert, sah diese \u201eBedrohung durch Assimilation\u201c so aus:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\"><em>\u201eOffenbar auf eine Frage(!) hin versichert die Tochter (Elif), dass sie eine Moschee habe besuchen und Kopft\u00fccher tragen d\u00fcrfen.<\/em> \u201aIch find`s auch <i>schade<\/i>, wenn ich&nbsp;<em>im Nachhinein&nbsp;<\/em><span style=\"font-family: Arial;\">dr\u00fcber nachdenke\u2018, sagte sie aber <\/span>vor <em>t\u00fcrkischen<\/em> Journalisten. \u201aIch spreche T\u00fcrkisch nicht und ich habe meine Kultur <em>irgendwo<\/em> nicht ausleben k\u00f6nnen. Ich <em>h\u00e4tte<\/em> es auch sch\u00f6ner gefunden, <em>in einer t\u00fcrkischen Familie <\/em>aufzuwachsen\u2018\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Liebe T\u00fcrken: Wer sich \u00fcber andere beklagt, sollte bei sich mindestens dieselben Ma\u00dfst\u00e4be anlegen! Fragt Euch daher: Was w\u00fcrde geschehen, k\u00e4me ein christliches M\u00e4dchen in der T\u00fcrkei als Pflegekind in eine muslimische Familie? D\u00fcrfte sie in die&nbsp;<em>Kirche<\/em> gehen und <em>kein<\/em> Kopftuch tragen? Und k\u00f6nnte sie dann flie\u00dfend deutsch? \u2013 Warum haben da sogar Neschles t\u00fcrkische Freunde Zweifel?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Und wer wei\u00df, was Elif gesagt h\u00e4tte, w\u00e4re sie in ihrer oder einer anderen t\u00fcrkischen Familie (muslimisch) aufgewachsen? Wir wissen es nicht und sie auch nicht. Aber in der T\u00fcrkei von einem t\u00fcrkischen Journalisten befragt!? Da muss es klingen, als w\u00e4re es \u201eirgendwo\u201c besser gewesen. Doch w\u00fcrdigt man die Ursache, warum Elif nicht in&nbsp;<em>ihrer<\/em> t\u00fcrkischen Familie aufwuchs, kann man zu einem anderen Schluss kommen. Das will man aber offenbar in der T\u00fcrkei nicht wahrhaben:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">\u201eIn Deutschland greifen Jugend\u00e4mter \u00fcblicherweise ein, wenn Kindern oder Jugendlichen in ihrer Familie Gewalt angetan wird, Verwahrlosung droht oder Eltern wegen Krankheit nicht in der Lage sind, das Wohl der Kinder zu gew\u00e4hrleisten.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Jugend\u00e4mter in Deutschland schauen nach Neschles Erfahrungen grunds\u00e4tzlich darauf, \u201epassende\u201c Pflegefamilien zu finden. Daf\u00fcr gibt es aber, au\u00dfer dem Kriterium \u201et\u00fcrkisch\u201c oder \u201emuslimisch\u201c zu sein noch eine Menge anderer Kriterien, die in Frage kommen, um das Bestm\u00f6gliche f\u00fcr ein Kind zu erreichen. Dass \u201et\u00fcrkisch und muslimisch\u201c allein jedenfalls nicht reicht, zeigt schon Elifs Ausgangsfamilie. Und doch wird in der T\u00fcrkei nun \u00f6ffentlich das Bild gepflegt, die EU \u201eassimiliere\u201c T\u00fcrken zwangsweise durch Stehlen ihrer Kinder und deren christliche Umerziehung?!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Aber etwas st\u00f6rt die T\u00fcrken noch weit mehr:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">\u201eF\u00fcr <em>Emp\u00f6rung<\/em> sorgen in der T\u00fcrkei Berichte \u00fcber \u2026 F\u00e4lle, in denen t\u00fcrkische Kinder in der EU bei homosexuellen Paaren in Pflegschaft gegeben worden seien \u2026 . T\u00fcrkische Familien wollen ihre Kinder nicht an schwule oder lesbische Paare geben\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Unsere Welt besteht l\u00e4ngst nicht mehr aus der \u201et\u00fcrkischen Idealfamilie\u201c, die gedanklich hinter dieser Bemerkung steht, in der EU nicht und nicht in der T\u00fcrkei. Angesichts der Massen alleinerziehender M\u00fctter und V\u00e4ter und mit Blick auf unsere ver\u00e4nderte Arbeitswelt kann Neschle zun\u00e4chst einmal nichts Schlechtes dabei finden, wenn eine zweite Person hinzukommt, die Erziehungspflichten \u00fcbernimmt.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Doch welche \u201emoralischen\u201c Anspr\u00fcche werden da aus der T\u00fcrkei an uns herangetragen?<em>Wohlgemerkt: Nicht f\u00fcr die T\u00fcrkei! F\u00fcr Deutschland und die EU! <\/em>Nach den j\u00fcngsten Urteilen des Bundesverfassungsgerichtes sieht es so aus, als m\u00fcssten die T\u00fcrken uns damit sogar einen Verfassungsbruch zumuten.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Vielleicht bleiben einige Deutsche dann doch lieber \u201eRassisten\u201c <em>in t\u00fcrkischen Augen<\/em>, ehe sie hierzulande das Rad der leidigen Geschichte um die Diskriminierung Homosexueller zur\u00fcckdrehen und wieder hinter unsere ge\u00e4nderten Moralvorstellungen zur\u00fcckfallen, wo selbst die CSU nun wankt!?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\"><em>Doch, liebe T\u00fcrken, man ist gar kein Rassist, nur weil man kritisch gegen\u00fcber \u00c4u\u00dferungen ist, die von (einem) T\u00fcrken ausgesprochen wurden. Die k\u00f6nnten ja auch von jemandem anders stammen, wo man ebenso reagieren w\u00fcrde. Der Hirninhalt ist eben nicht angeboren. Da darf, ja muss man gelegentlich sogar diskriminieren und der Kopf ist bekanntlich rund, damit sich das Denken \u00e4ndern kann.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Das ist etwas, das im Falle Augstein auch das Simon-Wiesenthal-Zentrum nicht verstanden hat. Jakob Augstein hat sich \u00f6fter kritisch zu Meinungen von Israelis bzw. Juden ge\u00e4u\u00dfert. Wenn es um deren Inhalt geht, k\u00f6nnten die kritisierten Meinungen aber auch von Deutschen, T\u00fcrken oder Amerikanern stammen. Doch sie stammen nun mal tats\u00e4chlich von Israelis oder Juden.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Und jetzt ist die Sache ganz simpel: Jeder Spatz ist ein Vogel, aber nicht jeder Vogel ist ein Spatz. Nach derselben logischen Figur gilt:&nbsp;<em>Jeder Antisemit kritisiert Juden (und Israel), aber nicht jeder, der sie kritisiert, ist Antisemit.<\/em> Um das zu erkennen, muss man sich ein wenig mehr M\u00fche machen, liebes Simon-Wiesenthal-Zentrum!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Im rein deutschen Fall Hahn (<a href=\"https:\/\/neschle.de\/index.php\/au-aufschrei\/au-aufschrei-63\/\">Aufschrei 63<\/a>) ist es aber noch schlimmer. Hier h\u00e4tten die selbsternannten Rassismus-Sp\u00e4her nur den Satz konzentriert und richtig lesen und nicht fahrl\u00e4ssig oder gar b\u00f6swillig \u201e\u00fcberlesen\u201c m\u00fcssen. Schon gar keiner der Sp\u00e4her hat sich die M\u00fche gemacht, den Satz mit Hahns Taten als Integrationsminister zu vergleichen. Im Gegenteil: Statt sich selbst bei ihm zu entschuldigen, forderten sie Entschuldigung von Hahn. F\u00fcr seinen Satz und ihr eigenes Unverst\u00e4ndnis! Denn f\u00fcr seine Taten als Integrationsminister musste sich Hahn bislang noch nie entschuldigen. Das zeigt auch der R\u00fcckhalt, der ihm dann von \u201eseinen Ausl\u00e4ndern\u201c gew\u00e4hrt wurde.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>Die deutsche \u201eBescheidenheit\u201c<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">Erlernter \u201eAnstand\u201c es so will,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">ein Deutscher m\u00f6ge schweigen still,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">wenn\u2018s um Rassismus and\u2019rer geht,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">weil er nicht viel davon versteht.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: center;\">Die Nazis haben das gezeigt,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">drum ist die Welt nicht mehr geneigt,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">des Deutschen Urteil noch zu h\u00f6ren<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">und keiner t\u00e4t\u2018 sich daran st\u00f6ren.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: center;\">Ein Deutscher darf sich da nicht loben,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">weil sonst die anderen alle toben,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">und dennoch sag\u2018 ich\u2019s, wie es ist:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Heut sind wir weniger Nazist<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">als viele andere drumherum.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Wer das nicht sieht, ist vielleicht dumm!?<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: center;\">Doch kritisch gebe ich auch zu,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">es gibt noch zu viel NSU<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">und viele tumbe braune Recken,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">die das deutsche Nest verdrecken.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Sie selbst, sie scheinen\u2018s nicht zu ahnen,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">wenn sie \u201ef\u00fcr (?) Deutschland\u201c schwenken Fahnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: center;\">Doch gibt es \u00fcberhaupt ein Land,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">in dem Rassismus unbekannt?<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">In Deutschland, ja, da kennt man das,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">in \u00d6sterreich, da wird\u2019s schon blass.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">In der T\u00fcrkei, in USA,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">war hier schon je Rassismus da? ;-((<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Dennoch:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Der gemeine Rassismus und der gemeine Deutsche<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Wenn es um die Deutschen geht,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">man das Rad gern r\u00fcckw\u00e4rts dreht,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">so als w\u00e4r\u2019n die Br\u00fcder, Schwestern,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">nicht von heute, sondern gestern:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: center;\">Wie jung der Deutsche immer sei,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">im Weltkrieg war er schon dabei.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Den Holocaust hat er verschuldet,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">zumindest aber still geduldet. \u2013<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: center;\">Nat\u00fcrlich ist Erinnerung Pflicht,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Schuldzuweisung ist es nicht,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">wenn sie, in Sippenhaft vereint,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">auch unschuldige Menschen meint.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: center;\">F\u00fcr die, und das ist kaum vermessen,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">ist es auch recht, mal zu vergessen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Wer st\u00e4ndig tr\u00e4gt der V\u00e4ter B\u00fcrde,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">verliert am Ende <em>seine<\/em> W\u00fcrde.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: center;\">Derweil will es auf dieser Erden,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">mehr und mehr \u201erassistisch\u201c werden,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">auch was ererbt und angeboren,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">wird nun zum Ma\u00dfstab auserkoren.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: center;\">Ob Rasse, Nationalit\u00e4t,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Religion, Kultur-Identit\u00e4t,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">dazu Geschlecht und wieder Rasse,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">so bildet man die Menschenklasse.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: center;\">\u201eRassisten\u201c sich hierin verrennen<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Und lernen Menschen niemals kennen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Doch sie beschlie\u00dfen damit dann,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">wen, was man noch ertragen kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: center;\">Den <em>Balken<\/em> vor den eig\u2019nen Augen,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">dazu scheint kein Rassist zu taugen,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">zu sehen und dann zu entfernen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Viel eher k\u00f6nnt\u2019 er wohl erlernen,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">wie man den <em>Splitter<\/em> b\u00f6s erfasst,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">der nur ins Auge andrer passt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: center;\">Drum lernt auch niemals ein Rassist,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">was f\u00fcr ein Mensch er selber ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Und glaubt mir, mancher denkt sogar,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">dass er noch niemals einer war:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Die andere \u201eRassisten\u201c nennen,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">lernt man oft selbst als solche kennen.<\/p>\n<div align=\"justify\">\n<hr align=\"left\" size=\"1\" width=\"33%\">\n<\/div>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\"><a title=\"_ftnref1\" href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Vgl. dazu auch Peter Watson, The German Genius, London u.a. 2010, Introduction, S. 1 -38.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\"><a title=\"_ftnref2\" href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Jan Fleischhauer, S.P.O.N. &#8211; Der Schwarze Kanal: Der Fall Augstein, vom 6. Januar 2013. URL: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/antisemitismus-debatte-der-fall-augstein-a-875976.html\">http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/antisemitismus-debatte-der-fall-augstein-a-875976.html<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\"><a title=\"_ftnref3\" href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Siehe Fu\u00dfnote 2<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\"><a title=\"_ftnref4\" href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Vgl. Vorsicht, Vorurteile! Warum Medien die Herkunft von Straft\u00e4tern selten nennen. URL: <a href=\"http:\/\/www.noz.de\/artikel\/47853431\/warum-medien-die-herkunft-von-straftaetern-selten-nennen\">http:\/\/www.noz.de\/artikel\/47853431\/warum-medien-die-herkunft-von-straftaetern-selten-nennen<\/a>. (Erg\u00e4nzung und Hervorhebung von Neschle)<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\"><a title=\"_ftnref5\" href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> Carsten Hoffmann, T\u00fcrkische Pflegekinder: \u201eAssimiliert und entfremdet\u201c. URL: <a href=\"http:\/\/nachrichten.t-online.de\/tuerkische-pflegekinder-assimiliert-und-entfremdet-\/id_62260722\/index\">http:\/\/nachrichten.t-online.de\/tuerkische-pflegekinder-assimiliert-und-entfremdet-\/id_62260722\/index<\/a>. (Erg\u00e4nzungen und Hervorhebungen von Neschle)<\/p>\n<p><a title=\"PDF-Datei\" href=\"http:\/\/www.neschle.de\/download-manager.php?id=196\"><span style=\"font-size: small;\">PDF-Datei<\/span><\/a><span style=\"font-size: small;\"><br \/>\nThis post was downloaded by  1086  people until now.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rassismus gegen sich und andere Unsere schiefe Weltsicht verdanken wir auch der Tatsache, dass die Presse regelm\u00e4\u00dfig \u00fcber die Ausnahme berichtet, aber nur ausnahmsweise \u00fcber die Regel. (Neschle) Nat\u00fcrlich muss man diskriminieren! Wir k\u00f6nnen die Dinge doch nicht alle so lange als \u201egleich g\u00fcltig\u201c betrachten, bis sie uns alle \u201egleichg\u00fcltig\u201c sind. (Neschle) Niemand hat je &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/neschle.de\/index.php\/blog\/leon-neschle-78-9-woche-2013\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eLeon Neschle 78 (9. 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