{"id":6,"date":"2007-02-16T14:01:39","date_gmt":"2007-02-16T12:01:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.neschle.de\/wordpress\/?p=6"},"modified":"2020-06-21T16:21:08","modified_gmt":"2020-06-21T15:21:08","slug":"leon-neschle-2-9-woche-2007","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/blog\/leon-neschle-2-9-woche-2007\/","title":{"rendered":"Leon Neschle 2 (9. Woche 2007)"},"content":{"rendered":"<header>\n<h2 style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #4f81bd\"><strong>Guru! Guru! Guru!<\/strong><br \/>\n<strong>Wei\u00dfe Tauben sch.. Dich zu.<\/strong><br \/>\n<strong>Ein weiser Guru grinst dazu!<\/strong><\/span><\/h2>\n<\/header>\n<p style=\"text-align: left;\"><em>Viele Menschen sind zu gut erzogen, um mit vollem Mund zu sprechen, aber sie haben keine Bedenken, es mit leerem Kopf zu tun. <\/em>(Oscar Wilde)<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Auch im Jahre 2007 wird es sie wieder geben: motivierende Managerseminare. Was man sich da bieten lassen muss, zeigt ein R\u00fcckblick auf 2006. Es ist das richtige Thema zur Karnevalswoche:<!--more--><\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong>A. Die Mottoshow der Managerseminare. Lasst Pferde kotzen!<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">In Deutschland bl\u00fcht das Seminar- und Vortrags-(Un-)wesen. Jeder darf mal ran. Vom ehemaligen Spitzensportler bis zu Leuten mit wohlklingenden Pseudo-Titeln. Alle erz\u00e4hlen staunenden Zuh\u00f6rern wichtige Dinge. Einige der Zuh\u00f6rer haben kurz zuvor noch Betriebswirtschaftslehre studiert. Schon m\u00fcssen sie sich durch solche Vortr\u00e4ge beleidigen und vorf\u00fchren lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Kostprobe gef\u00e4llig \u00fcber Sinnspr\u00fcche, von denen sich mehr oder minder leitende oder leidende Mitarbeiter deutscher Unternehmungen beeindrucken lassen (sollen oder m\u00fcssen)<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>? Alles nach dem Motto von John Morley: <i>Three things matter in a speech: who says it, how he says it and what he says \u2013 and of the three the last matters least.<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Der Inhalt ist am unwichtigsten. Wichtig ist die relative Prominenz des Vortragenden<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a>. Der versucht die These zu beweisen, dass ein Publikum von Hohlk\u00f6pfen besonders aufnahmef\u00e4hig ist f\u00fcr alles, was das Hirn ausspachtelt. Genau so h\u00f6rt sich das an (Alle <i>kursiven<\/i> Spr\u00fcche sind echt, der Kommentar von Leon Neschle):<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><i>1. Ergebnisse sind die Visitenkarte einer F\u00fchrungskraft! &#8211; <\/i>Nicht auch einer Fu\u00dfballmannschaft? Das ist ein Allgemeinplatz, auf dem man jeden Sport betreiben kann. Schon Helmut Kohl wusste: Entscheidend ist, was hinten rauskommt. Was, wissen wir alle! Sch&#8230;ade! Wir dachten, wir w\u00fcrden Neues lernen.<i><\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><i>2. Der absolute Glaube an Dich selbst l\u00e4sst Dich zum Sieger werden. \u2013 <\/i>Na gut!<i><\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><i>3. Erfolg hat, wer Erfolg will! <\/i>\u2013 Doch nicht der absolute Glaube an Dich selbst? Der Wille z\u00e4hlt! K\u00f6nnen offenbar nicht? Das kommt vielleicht mit dem Willen! Jedenfalls, wenn beim Genie die Gene stimmen. <i><\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><i>4. Nichts macht so anziehend und selbstbewusst, wie der Erfolg!<\/i> \u2013 Ups! Was muss zuerst sein: Erfolg oder der Wille und absolute Glaube an sich selbst? Henne oder Ei? Kommt Selbstbewusstsein von Erfolg oder Erfolg von Selbstbewusstsein? Dann eben beides! Irgendwo anfangen! Am besten mit Erfolg! Wenn man nichts wei\u00df, wei\u00df man das sowieso.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><i>5. Unser Erfolgsfaktor N<sup>o<\/sup> 1 ist heute der \u201espirit\u201c des Unternehmens! <\/i>\u2013 Jetzt reichen Glaube und Wille nicht mehr? Erst muss die Geistheilung kommen! Der spirit des Unternehmens! Nicht dass ich vor lauter \u201espirit\u201c besoffen werde!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><i>6. Sie bestimmen die H\u00f6he Ihres Erfolges! <\/i>\u2013 Das w\u00e4re wundersch\u00f6n! Ich habe da schon eine Idee. Ich sag\u2019 mal, da h\u00e4tt\u2019 ich gern &#8230; ! Aber lassen mich die anderen denn auch?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><i>7. Die Zukunft Ihrer Gesch\u00e4ftsbeziehungen bestimmen Sie. <\/i>\u2013 Schon wieder bestimme ich allein! Die anderen k\u00f6nnen nichts dagegen tun? Das m\u00fcsste immer so klappen, sprach der Diktator. Denn wer die Beziehungen bestimmt, bestimmt die Menschen. Na toll!?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><i>8. Kn\u00fcpfen Sie Beziehungen, als hinge Ihr Leben davon ab \u2013 denn das tut es! <\/i>\u2013 Heute nennt man das Stalking! Man l\u00e4uft so lange hinter der zu kn\u00fcpfenden Beziehung her, bis die glaubt, auch ihr Leben hinge davon ab.<i><\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><i>9. Wer keine Freude an der Arbeit hat, wird sie im Leben schwer finden.<\/i> \u2013 Die Wahrscheinlichkeit sinkt jedenfalls betr\u00e4chtlich, wenn die Arbeitszeit weiter verl\u00e4ngert wird und die Arbeit den Gro\u00dfteil des Lebens ausmacht. Doch warum tr\u00e4umen so viele davon, nicht mehr zu arbeiten? Volltrottel!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><i>10. Wer Menschen begeistern kann, kann auf Zwang verzichten! \u2013 <\/i>Wer nicht begeistern kann, kann das nicht? Darum konnte Hitler nicht auf Zwang verzichten! Er konnte die Deutschen nicht begeistern. Jedenfalls nicht alle. Da blieb ihm nur Zwang. F\u00fcr mich ergibt das die einfache Lehre: Jeden, den ich nicht f\u00fcr diesen Text begeistern kann, den stecke ich in eine Zwangsjacke. <i><\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><i>11. Wenn Du es eilig hast, gehe langsam.<\/i> \u2013 Sprach der Mensch und lie\u00df sich vom Zug erfassen. Sprach der Manager und lie\u00df den Konkurrenten vorbeiziehen.<i><\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><i>12. Love Selling \u2013 Verkaufen ist wie Liebe!<\/i> \u2013 Dann schon eher wie Liebe verkaufen! Man muss aufpassen, dass man den Kunden dabei nicht kaputtliebt. Vor allem, wenn man ihn f\u00fcr dumm verkauft. Demn\u00e4chst kommt sicher: Stupid Selling \u2013 Verkaufen ist wie f\u00fcr Dumm (verkaufen)! Oder Direct Fuck Selling ohne l\u00e4stige Ma\u00dfnahmen der Vertragsanbahnung.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><i>13. Die Zukunft geh\u00f6rt denen, die sie machen. \u2013 <\/i>Wir alle machen die<i> <\/i>Zukunft! Die lassen wir uns nicht von ein paar M\u00f6chtegern-Yuppies abnehmen!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><i>14. Lehre zu angeln statt Fische zu verteilen! <\/i>\u2013 Da ist nicht mal der (Un-)Sinn klar. Soll ich lehren zu angeln und nicht lehren, Fische zu verteilen? Was hat der gegen Fischverk\u00e4ufer? Das ist der erste Sinn, der keinen ergibt! Es ist unsozial, Leuten angeln beizubringen, die dann die Fische f\u00fcr sich behalten. Oder soll ich keine Fische verteilen, sondern lehren zu angeln? Leute, denen nicht zu helfen ist, die m\u00fcssen sich selbst helfen. Es zumindest lernen! Das ist gut!<i><\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><i>15. Fr\u00f6sche, die miauen, fallen auf! &#8211; <\/i>Pferde, die kotzen, auch. Besonders vor der Apotheke! Tiefe muss eben flach sein, damit sie jeder erkennt.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Aus dem Zusammenhang gerissen, wird der Leser sagen. Da sehen alle Spr\u00fcche schlecht aus und lassen sich beliebig schlechtmachen. Aber nach <i>dem Prinzip vom unzureichenden Grunde<\/i> wird die H\u00e4lfte dieser Spr\u00fcche durch den Zusammenhang noch schlechter. Die andere H\u00e4lfte wird besser. Doch um wie viel besser muss mancher dieser Spr\u00fcche werden, damit er zum Sinnspruch wird.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong>B. Mit viel Spa\u00df. Orientierungshilfen ohne Orientierung.<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Man fragt sich, wie verzweifelt deutsche Managementseelen sind, um sich mit solchem Schmu ihre angeblich knappe Zeit zu vertreiben und daf\u00fcr ein Stundensal\u00e4r zu berappen, das der deutsche Staat seinen Hochschulprofessoren nicht einmal im Monat zahlt. Soll man doch gleich sagen, worum es geht: Um einen riesigen Spa\u00df f\u00fcr Schlau und Dumm, f\u00fcr Gro\u00df und Klein! Aber bitte nicht um <i>einen einzigartigen Bildungs-Event<\/i>! Um sich so etwas zu verkaufen oder mit so etwas verkaufen zu lassen, muss man schon den Horizont einer knienden Waldameise haben. Geistig!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Das einzig artige, was mir <i>zu diesem einzigartigen Bildungs-Event<\/i> einf\u00e4llt: Liebe Deutsche, ihr d\u00fcrft ja Spa\u00df haben ohne Ende. Aber verkauft und kauft Eure B\u00fcttenreden nicht unter dem M\u00e4ntelchen ernsthafter Bildung! Spa\u00df ist sch\u00f6n! Sehr sch\u00f6n! F\u00fcr die Herzensbildung! Man lebt l\u00e4nger. Da ist es richtig, wenn solche Redner mehr verdienen als die Spitzenjecken in der B\u00fctt des K\u00f6lner Karnevals. Schlie\u00dflich ist es schwerer, au\u00dferhalb des Karnevals und au\u00dferhalb K\u00f6lns Stimmung zu machen und die Leute zum Mitmachen zu animieren. Mitdenken ist hier ja nicht gefragt. Dann k\u00e4me man n\u00e4mlich zu ersch\u00fctternden oder betr\u00fcblichen Ergebnissen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Eines haben diese Bildungs-Redner von den Fu\u00dfball-Fans gelernt. Das Werfen von Nebelkerzen kann Spa\u00df machen. Dann zeigt man den Leuten v\u00f6llig neue Dinge hinter dem Nebel, obwohl sie nur dasselbe sehen, was sie vorher schon gesehen haben. Niemals zu sp\u00e4t f\u00fcr Trivialit\u00e4t! Reingelegt in die und mit der Sch\u00f6nrede. Auch als <i>Trivialit\u00e4t im Frack<\/i> zu haben! &#8211; Mag sein, dass \u00f6konomische Schulmedizin bitter schmeckt. Doch sie l\u00e4sst sich nicht durch solche Voodoo-Zauberspr\u00fcche ersetzen. &#8211;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Aber es gibt auch andere Seminare! Solche, in denen Praxis von Praxis lernt. Wo die Praxis sich selbst gegen die Besten der Branche oder die beste allgemeine Praxis benchmarkt. Das wollen heute die meisten Praktiker! Das ist doch gut! Oder?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Sicher! Doch wie naiv muss man eigentlich sein, wenn man glaubt, die erfolgreichen Konkurrenten r\u00fcckten auf solchen Seminaren mit ihren aktuellen Erfolgsrezepten heraus? Die schlechten Konkurrenten, ja klar! Denen schadet es kaum, wenn die anderen h\u00f6ren und sehen, was sie tun. Daran k\u00f6nnen sich die Zuh\u00f6rer pers\u00f6nlich aufrichten! Das kann sicher schon ein Grund sein, solche Seminare zu besuchen. Da kann man sich am\u00fcsieren, wie \u00fcber einen Kom\u00f6dianten, der sich dumm stellt oder wirklich so dumm ist. Aber \u00fcber die Erfolgreichen, die Reichen und Sch\u00f6nen? Das l\u00e4sst schon der Neid nicht zu! Da kann man sich nur \u00e4rgern, vor allem aus einem Grund:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><i>Was die selber f\u00fcr gut halten, nutzen sie und plaudern es partout nicht aus. Nur was sie nicht oder nicht mehr f\u00fcr gut halten, k\u00f6nnen sie anderen ohne Schaden f\u00fcr sich selbst gegen Entgelt mitteilen.<\/i> Jedenfalls, wenn sie schlau sind! Gute und erfolgreiche Konkurrenten sind immer schlau. Sonst w\u00e4ren sie keine guten und erfolgreichen Konkurrenten und man k\u00f6nnte nichts von ihnen lernen. Doch genau deshalb kann man es nicht! Verstanden?! &#8211; Wirklich? Dann gibt es noch Hoffnung!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Aber gibt es \u00fcberhaupt Erfolgsrezepte? Und wenn es sie gibt, lassen sie sich erfolgreich nachahmen? Das glauben viele Manager, die Projektseminare besuchen. Auf denen lassen sie sich von Mal zu Mal und zwanzigmal erkl\u00e4ren, wie sie ihr Projekt bew\u00e4ltigen, statt einmal zu lernen, wie man die Sache selbst in die Hand nimmt. Lieber lassen sie sich zwanzigmal eine Wegeskizze vorzeichnen als einmal das Kartenlesen zu lernen. Lieber immer wieder neu die Praxis anderer nachahmen als die Dinge einmal theoretisch zu durchdringen. Das Theoretische dauert l\u00e4nger und kostet, doch es bringt auch mehr Substanz. Man erspart sich neunzehn weitere Projektseminare vom Typ: Wie k\u00f6nnen mir andere zeigen, wie mein Projekt laufen muss?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Ich bewundere Unternehmungen, die ihre Mitarbeiter immer wieder zu solchen Seminaren senden. Denn ein Mitarbeiter hat sp\u00e4testens dann seine Inkompetenz bewiesen, wenn er zum dritten Mal dort aufschl\u00e4gt. Dann m\u00fcsste klar sein: Er ist Gesandter, aber kein Geschickter. Solchen Leuten ohne Orientierung sollte man nicht die Geschicke anderer Menschen anvertrauen. Da kann eine ganze Unternehmung im Denknebel verlorengehen! \u2013<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><b>C. Wahrheiten kommen nur noch von Narren?!<\/b><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Nat\u00fcrlich sind nicht alle Seminare schlecht. Vor allem solche nicht, die sich um konkrete Zukunftsbew\u00e4ltigung bem\u00fchen, wo es gilt, das Verst\u00e4ndnis der Avantgarde auf Nachz\u00fcgler zu \u00fcbertragen. Bei denen Vordenker Nachdenker zum Mitdenken bewegen und ihnen erm\u00f6glichen, selbst Vordenker zu werden. Und solche nat\u00fcrlich, die sich mit dem Verst\u00e4ndnis grundlegender Prinzipien befassen. Aber bitte nicht mit solchen Weisheiten wie den oben genannten. Doch viel mehr erwarten Praxis und Politik auch nicht von der Wissenschaft.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\u201eWenn ich lachen will\u201c, sagte Kurf\u00fcrst Karl Ludwig von der Pfalz, \u201elasse ich mir ein paar Professoren kommen und sie miteinander disputieren.\u201c Mit dieser Feststellung war er seiner Zeit (1617 \u2013 1680) weit voraus. Er gab dem Professor eine Aufgabe, die er noch heute hat: die des Hofnarren.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die ungeschminkte Wahrheit sagen zu k\u00f6nnen, ohne daf\u00fcr Sanktionen bef\u00fcrchten zu m\u00fcssen, war von jeher sein Privileg. Zumindest das, was der Hofnarr, manchmal im Unterschied zum Rest der Welt, daf\u00fcr hielt! Zum Gl\u00fcck musste und durfte er das fast nie das in die Tat umsetzen, geschweige denn, die Verantwortung daf\u00fcr tragen. Deshalb galt der Hofnarr als harmlos und konnte die Fackel der Wahrheit vor sich her tragen, ohne K\u00f6nigen und F\u00fcrsten den Bart zu versengen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Mit der Rolle des Hofnarren kann sich ein Professor durchaus identifizieren. Leichter jedenfalls als mit der Funktion, die Politiker und Praktiker den Professoren in neuerer Zeit gerne geben: Die Politiker (be-)nutzen die Professoren wie die Betrunkenen die Laterne: Sie suchen Halt, aber kein Licht! Sie (miss)brauchen Wissenschaftler und Wissenschaft zur \u201eRechtfertigung\u201c ihrer Entscheidungen, ohne die Dinge selbst verstehen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><i>Wir m\u00fcssen ja auch nicht <u>verstehen<\/u>, was die Politik uns zumutet. Wir m\u00fcssen es <u>tun<\/u>! Das w\u00fcrde auch einem Wissenschaftler reichen. <\/i>Doch da fehlt ja noch eines, damit es Politik wird: der Kompromiss der faule!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Helau und Alaaf!<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Willst Du Neues mal erfahren,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">treibt es Dich zu Seminaren.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Als LehrerIn, f\u00fcr hohe \u201eRente\u201c,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">spricht zu Dir manch\u2019 Prominente.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Schnell spannt sie Dich vor ihren Karren<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Und macht aus Dir \u2019nen* Semi-Narren.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">* (Bitte nicht \u201eDirnen\u201c lesen!)<\/p>\n<hr align=\"left\" size=\"1\" width=\"33%\">\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Die kursiv gedruckten Zitate stammen aus: Menschen begeistern \u2013 Menschen aktivieren. Top 100. Excellent Speakers f\u00fcr ihren Erfolg 2006, hrsg. Von Speakers Excellence, Stuttgart 2005.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Zuk\u00fcnftig wird man auch bei deutschen Professoren keinen Gedanken mehr inhaltlich beurteilen m\u00fcssen. Die Abspaltung von Elite-Universit\u00e4ten erspart viel Denkarbeit, denn schon bald wird man den Irrtum eines Elite-Professors der Erkenntnis eines Stino-Professors vorziehen k\u00f6nnen und das auch tun [\u201eStino\u201c von stinknormal und Nicht-Elite].<\/p>\n<p><a title=\"PDF-Datei\" href=\"http:\/\/www.neschle.de\/download-manager.php?id=40\">PDF-Datei<\/a><br \/>\nThis post was downloaded by  1280  people until now.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Guru! Guru! Guru! Wei\u00dfe Tauben sch.. Dich zu. Ein weiser Guru grinst dazu! Viele Menschen sind zu gut erzogen, um mit vollem Mund zu sprechen, aber sie haben keine Bedenken, es mit leerem Kopf zu tun. 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