{"id":536,"date":"2011-09-22T10:28:00","date_gmt":"2011-09-22T08:28:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.neschle.de\/index.php\/blog\/leon-neschle-72-38-woche-2011\/"},"modified":"2020-06-20T14:44:41","modified_gmt":"2020-06-20T13:44:41","slug":"leon-neschle-72-38-woche-2011","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/blog\/leon-neschle-72-38-woche-2011\/","title":{"rendered":"Leon Neschle 72 (38. Woche 2011)"},"content":{"rendered":"<header>\n<h2 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #4f81bd\">Aus-Bildung im Abseits der Bildung<\/span><\/strong><\/h2>\n<\/header>\n<p style=\"text-align: left;\"><em>Ausbildung hei\u00dft Ausbildung, weil es dann aus mit der Bildung ist.&nbsp;<\/em>(Neschle)<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><em>Nicht auf jede Einbildung kann man sich was ausbilden. <\/em>(Neschle)<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Am vorletzten Wochenende war bei Neschle Zeit f\u00fcr Gespr\u00e4che mit Professoren. Die waren sich einig: <i>Wir leben im Zeitalter der Wissenssimulation<\/i>. Die Ab- und Fertigpr\u00fcfung immer kleinerer Wissensabschnitte er\u00f6ffnet Simulationsspielr\u00e4ume f\u00fcr Auswendiglerner und Nichtversteher mit gutem Kurzzeitged\u00e4chtnis. Ihre Ged\u00e4chtnisschnipsel scheinen in vielen Mini-Klausuren kurz auf, leuchten aber nicht lange und k\u00f6nnen schon gar niemanden mehr erleuchten. Und das, wo au\u00dferhalb des Bildungsbereichs seit langem die \u201e\u00c4ra der Nachhaltigkeit\u201c eingel\u00e4utet ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Bildungspolitkern muss man vorhalten, dass ihre Taten (ihre Worte sollen hier nicht st\u00f6ren;-)) nicht zur Nachhaltigkeit der Bildung f\u00fchren, sondern die Simulation von Wissen f\u00f6rdern. Eine Generation von Flachdenkern macht derzeit die (Vor-)Runde in der universit\u00e4ren Gesellenausbildung, genannt Bachelor! Warum?<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong>A. Das kaum tragbare Leid des Ausgebildetwerdens<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">\u201eWo <i>wird<\/i> denn mein M\u00e4dchen\/mein Junge gut <i>aus<\/i>gebildet?\u201c: Das fragen sich bundesweit deutsche Eltern in der passivischen Leideform, gerade die aus der Helikopter-Fraktion (<a href=\"https:\/\/neschle.de\/index.php\/blog\/leon-neschle-70-11-woche-2010\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Neschle 70<\/a>). Wie an einem (fast) unt\u00e4tigen St\u00fcck Holz (das arbeitet immerhin selbst\u00e4ndig!) soll sich die beste Ausbildungsinstitution an ihrem sonderbegabten, aber zum eigenen Handeln und zur Selbstverantwortung unf\u00e4higen Sch\u00e4tzchen zu schaffen machen, um \u201ees\u201c zu formen, <i>aus<\/i>zubilden und f\u00fcr die neue Welt aufzubrezeln, was man heute \u201epimp-up\u201c oder \u201etuning\u201c nennt.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Diese Philosophie tritt erheblich st\u00e4rker auf, seit nicht nur Studenten, sondern auch Hochschullehrer und Universit\u00e4ten \u201eZeugnisse\u201c bekommen: als Ratings und Rankings von unterschiedlichsten Institutionen, die sich nach kruden Kriterien Urteile anma\u00dfen (wollen). Denn: Fr\u00fcher bekam <i>nur der Student<\/i> ein Zeugnis, offenbar genau deshalb, weil gerade <i>er<\/i> eine Leistung erbracht hatte, die man <i>ihm und nur ihm<\/i> allein zurechnete. <i>Seine Lehrer machten ihn selbst\u00e4ndig denken, und er tat denken.<\/i> Daf\u00fcr bekam <i>er<\/i> sein Zeugnis, f\u00fcr sich allein. Neschle hat n\u00e4mlich nie Zeugnisse von Studenten ver\u00f6ffentlicht gesehen. Das ist gut so und sollte so bleiben!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Heute wird der Professor jedoch \u00f6ffentlich beurteilt, h\u00e4ufig sogar mehrfach nach Kriterien von Au\u00dfenstehenden, die sich angeblich<i>, aber nicht nachpr\u00fcfbar (!)<\/i>, auf Urteile von Insidern st\u00fctzen. Da geht es um die Frage: \u201eWie \u201agut\u2018 macht sie\/er oder seine\/ihre Universit\u00e4t die Ausbildung?\u201c Dabei ist die Bewertung im Internet sogar personalisiert: Professor XY wird entweder auf den Thron gehoben oder (meist viel gen\u00fcsslicher) an den Pranger gestellt.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Fu\u00dfballern und Fu\u00dfballtrainern geht es da nicht anders. Aber da gibt es einen entscheidenden Unterschied: Die erbringen auch ihre Leistung \u00f6ffentlich. Diesen Unterschied vergisst man, wenn man eine \u201e\u00f6ffentliche Bewertung\u201c von Lehrern zul\u00e4sst: <i>Wer sich \u00f6ffentlich beurteilen lassen muss, der sollte auch \u00f6ffentlich beurteilbar sein,<\/i> wie es z.B. bei Fu\u00dfballspielern und ihren Leistungen in Ligaspielen ist. Jeder, der dieses Urteil liest, kann es auch pers\u00f6nlich \u00fcberpr\u00fcfen. Wer dagegen dem Blick der \u00d6ffentlichkeit entzogen ist, \u00fcber den sollte man auch nicht \u00f6ffentlich urteilen d\u00fcrfen. Denn dann sind Betrug, Diffamierung und Mobbing T\u00fcr und Tor ge\u00f6ffnet.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die \u00f6ffentliche Beurteilung der Lehrer hat zudem einen Effekt im Bildungsbereich, den wir aus dem Fu\u00dfball kennen. Sie verschiebt die Verantwortung f\u00fcr ein schlechtes Spiel von den Spielern auf den Trainer, obwohl der gar nicht mitspielt, sondern nur auf das Spiel vorbereitet. Damit verbunden sind im Bildungsbereich Versuche, den Spielern ihr Spiel zu erleichtern:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Statt ihnen zuzumuten, die 90 Minuten durchzuspielen, werden nun quasi sechs Spiele zu je zehn Minuten angesetzt. Dies l\u00e4sst die Beteiligten vor Pr\u00fcfungsstress kaum zur Ruhe kommen und die scheinbare Erleichterung erweist sich letztlich in dieser Hinsicht als Erschwerung: Sie verst\u00e4rkt Stress und Pr\u00fcfungsbelastung. Bevor man richtig ins Spiel gekommen ist, zeigt der Schiedsrichter zur Mittellinie. Und mitten im Training ruft der n\u00e4chste Wettkampf in ultra-englischen Wochen.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong>B. Simulatoren des Wissens: Das Als-ob-Wissen hat Konjunktur<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Aus Paniermehl einen Kuchen backen kann niemand. Genau das will aber unser noch immer recht frisch reformiertes Bildungssystem leisten. Derweil man sich schon neuen Br\u00f6seln zuwendet, l\u00e4sst die Zerbr\u00f6selung der Wissenspartikel und ihre br\u00f6ckchenweise Abpr\u00fcfung die gelernten Br\u00f6sel mehr und mehr vertrocknen. Wer sich mit diesem panierten Wissen aufs Leben vorbereitet, bekommt dort garantiert nichts gebacken.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Das Zeugnis summiert heute all diese Br\u00f6sel auf zu einer Summe von \u201eCredit Points\u201c, von denen ein \u201enormal gewordenes\u201c Bachelor-Studium 180 verlangt. Diese Summierung unterstellt von Natur aus die Unabh\u00e4ngigkeit der Pr\u00fcfungsbr\u00f6sel und damit mangelnde Synergieeffekte: 1 + 1 sind zwar gleich 2, aber ein Kaninchen und ein Kaninchen sind nicht unbedingt zwei Kaninchen, wenn sie synergetisch zusammenwirken. Das gilt insbesondere auch f\u00fcr die gegenseitige Befruchtung von Wissensinhalten. Bildung geht wie ein gut gebackener Festtagskuchen und ist keine Dose voll Paniermehl, ohne Verbindung der Partikel und ohne Luft zur Entwicklung.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Ein einziger Paniermehlbr\u00f6sel (\u201eCredit Point\u201c) entspricht einer vermuteten (und erfolgreich investierten) Arbeitsleistung (\u201eworkload\u201c) von 30 Stunden. Nach exakt 5.400 Arbeitsstunden und zahlreichen eingestreuten Pr\u00fcfungen wird man Bachelor. Verteilt \u00fcber 6 Semester verlangt das 900 Arbeitsstunden pro Semester und bei einer unterstellten 40-Stunden-Woche 22,5 Wochen\/Semester, also 45 Wochen\/Jahr. Bei 52 Wochen im Jahr ergibt das etwa 7 Wochen Urlaub, etwa 35 Arbeitstage.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Das Ganze riecht extrem nach Arbeitnehmerrechten und Gewerkschaft. So <i>scheint<\/i> alles im Lot, vorausgesetzt man betrachtet den Studenten als <i>abh\u00e4ngigen Arbeitnehmer<\/i>,<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">&#8211; der f\u00fcr die Welt da drau\u00dfen jeweils nach den gerade aktuellen Bed\u00fcrfnissen und Standards <i>aus<\/i>-gebildet <i>wird<\/i>,<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">&#8211; der daf\u00fcr ein eigens f\u00fcr ihn vorgefertigtes und strukturiertes Pensum br\u00f6ckchenweise abarbeiten soll,<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">&#8211; der die einzelnen Werkst\u00fccke immer wieder \u2013 auch bei Unterbrechung sinnvoller Arbeitsabl\u00e4ufe \u2013 vorzeigen und absegnen lassen muss, aber sie dann vergessen kann,<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">&#8211; der dabei arbeitnehmer\u00e4hnlicher Schutzrechte bedarf.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Folgt man dagegen der Alternative, sollte<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">&#8211; der Student in die Lage versetzt werden, sich selbst zu bilden und sich gerade <i>nicht<\/i> im passiven Status des Ausgebildetwerdens bewegen,<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">&#8211; um sich als<i> selbst\u00e4ndiger Unternehmer seiner Arbeitskraft<\/i> lebenslang aktiv und kreativ einer ver\u00e4nderlichen Wissenslandschaft anpassen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Folgt man dieser Alternative, dann ist die in den arbeitnehmerartigen Vorgaben zum Ausdruck kommende <i>Aus-<\/i>Bildungsphilosophie ein Albtraum. Es ist Neschles \u201ebesonderer Vorzug\u201c diesen Albtraum hautnah erleben zu d\u00fcrfen und festzustellen, dass die Bildungspolitiker, die hinter der passiven arbeitnehmerorientierten Ausbildungsphilosophie stehen, in diesem Traum nicht mehr vorkommen. Wie die Regisseure eines Horrorstreifens tauchen sie im Film selbst gar nicht auf. Es ist wie bei Meckie Messer: Die im Schatten sieht man nicht!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Doch eigentlich geht es in der heutigen Aus-Bildung eher zu wie in einer Doku-Soap:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">&#8211; die Szenenwechsel sind h\u00e4ufig und abrupt,<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">&#8211; die Schauspieler m\u00fcssen immer nur kurze Passagen lernen und<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">&#8211; selbst schlechte Mimen k\u00f6nnen sich recht gut verstecken.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Setzt man den Strich unter diese Rechnung, ist den Mimen immer gerade noch die letzte Szene in Erinnerung, f\u00fcr die sie kurz, intensiv und auswendig gelernt haben. Den Sinn des gesamten St\u00fccks erkennen sie nicht. Er ist ihnen auch egal, denn schon wartet die n\u00e4chste Episode. <i>Das Zeitalter der Wissenssimulation ist eine Doku-Soap des Wissens.<\/i><\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong>C. Aus-Bildungsmuffel und Bildungsfreunde<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\"><i>Ausbildung hei\u00dft Aus-Bildung, weil es dann aus mit der Bildung ist,<\/i> schreibt Neschle als Zitat an den Anfang und er erscheint damit als Ausbildungsverweigerer. Wie auch mit folgender Ansprache an Studierende:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\u201e Liebe Studierende, Sie treten nun in einen Lebensabschnitt ein, in dem <i>Sie<\/i> gefordert sind, etwas aus sich zu machen: als <i>Unternehmer Ihrer Arbeitskraft<\/i>. <i>Erwarten Sie also nicht, dass ich Sie aus-bilde!<\/i> Das kann ich auch gar nicht, wenn Sie das nicht aktiv wollen. Auf Dauer hilft wie in jeder Entwicklungspolitik (auch in der f\u00fcr Entwicklungsl\u00e4nder!) n\u00e4mlich nur eine Hilfe zur Selbsthilfe anstelle von \u00dcberlebensgeschenken. Nur das wirkt \u201enachhaltig\u201c!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Ich kann Ihnen nichts aneignen, Sie m\u00fcssen das tun! Dann und nur dann ist es gerechtfertigt, dass Sie ein Zeugnis kriegen und nicht ich.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Mit passivem Zuh\u00f6ren allein besteht auch niemand eine Klausur. Darin m\u00fcssen Sie Ihre Sprachlosigkeit \u00fcberwinden und aktiv in der Sprache der Dozenten \u201esprechen\u201c. Wollen Sie Ihre \u201eSprachkenntnisse\u201c sp\u00e4ter verbessern, reicht es nicht, die aktuellen Redensarten auswendig zu lernen. Dann m\u00fcssen Sie den Charakter und die Regeln der Sprache verstehen. Genau daran fehlt es, wenn Sie \u201eWissen\u201c f\u00fcr eine Klausur auswendig lernen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Deshalb m\u00fcssen Sie sich <i>aktiv bilden<\/i>. Ich kann dabei, wie jeder Dozent, nur Katalysator sein und die Reaktion zwischen Ihnen und den Bildungsg\u00fctern in Gang bringen und sie nachhaltig wirken lassen. Aber das ist nicht dasselbe wie der Gedanke, dass Sie f\u00fcr mich unt\u00e4tiger Stoff sind, den ich in der Manier eines Bildhauers gestalte und <i>aus<\/i>bilde. Sie m\u00fcssen <i>sich <\/i>schon selbst formen, ich kann das nicht f\u00fcr Sie. Nehmen sich daf\u00fcr Zeilen aus einem Song von Yes (Owner of a Lonely Heart) zu Herzen:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Move yourself<br \/>\nYou always live your life<br \/>\nNever thinking of the future<br \/>\nProve yourself<br \/>\nYou are the move you make<br \/>\nTake your chances win or loser<br \/>\nSee yourself<br \/>\nYou are the steps you take<br \/>\nYou and you &#8211; and that&#8217;s the only way<br \/>\nShake &#8211; shake yourself<br \/>\nYou&#8217;re every move you make<br \/>\nSo the story goes.\u201d<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Eine \u00e4hnliche Ansprache an Studierende hat Neschle eine Beschwerde eine Studenten bei der Hochschulleitung erbracht. Der Student beschwerte sich dar\u00fcber, Neschle weigere sich, ihn auszubilden.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Das zeigt, wie der Gedanke, sich passiv ausbilden zu lassen statt sich aktiv zu bilden, sich in den K\u00f6pfen der Studierenden eingenistet hat. Wird dann noch f\u00fcr das Studium gezahlt, verst\u00e4rkt sich dieser Wunsch nach Bedienung mit einem fertigen Produkt und die Vorstellung, man habe \u00fcber die Bezahlung sogar das Recht an einem guten Abschluss erworben, das berichteten Kollegen von privaten Universit\u00e4ten.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Neschle antwortete der Hochschulleitung damals lapidar, dass er bei Leuten, die sich in passiver Erwartung darauf freuen, ausgebildet zu werden, gar nicht ausbilden k\u00f6nne. Und zur Selbstbildung anleiten, sei ohne Mitwirkung der Studenten ohnehin unm\u00f6glich. Jeder, wirklich jeder Dozent sei dazu unf\u00e4hig. Als Folge m\u00fcsste man alle Dozenten entlassen. Dann ginge es zu wie bei Fu\u00dfballtrainern, denen man nicht nur jede Unf\u00e4higkeit, sondern auch jede Unt\u00e4tigkeit ihrer Spieler zurechnet.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Nichts zeigt klarer die Problematik der Philosophie, die den arbeitnehmerorientierten Stundenpl\u00e4nen zugrundeliegt. Sie entzieht den Studierenden immer mehr ihre Selbstverantwortung und weist diese allein Professoren und Hochschule zu. Wer aber sein Schicksal selbst in die Hand nehmen soll, der muss etwas anders lernen!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die \u201eWorkload\u201c ist dabei die gr\u00f6\u00dfte Farce der Universit\u00e4tsgeschichte, weil sie fast beliebig begr\u00fcndbar und gestaltbar ist und es erlaubt, Studieng\u00e4nge mit v\u00f6llig unterschiedlichen Pr\u00e4senzstunden mit gleichwertigen Abschl\u00fcssen zu versehen. Doch das hat Neschle noch k\u00fcrzlich gesagt (<a href=\"https:\/\/neschle.de\/index.php\/blog\/leon-neschle-71-37-woche-2011\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Leon Neschle 71<\/a>).<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>Tu denken, mach denken, dann mach vielleicht sogar Denken<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">Ob wer was tut oder was macht,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">das ist doch gleich, das ist dasselbe,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">das hat sich mancher schon gedacht,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">an Donau, Rhein und Elbe.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: center;\">Beim Denken aber geht\u2019s nicht gut,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">mit dieser Gleichheit Pracht,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">weil man selber denken tut,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">doch andere denken macht.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: center;\">Denken machen muss der Lehrer,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">auch wenn er vorher denken tut,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">nur derart findet er Verehrer<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">und gibt zum Denken and\u2019ren Mut.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: center;\">Ein Student muss aktiv bilden,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">was ihn k\u00fcnftig f\u00e4hig macht,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">in allen Zeiten, auch in wilden,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">zu sch\u00f6pfen aus der Bildung Kraft.<\/p>\n<p><a title=\"PDF-Datei\" href=\"http:\/\/www.neschle.de\/download-manager.php?id=174\"><span style=\"font-size: small;\">PDF-Datei<\/span><\/a><span style=\"font-size: small;\"><br \/>\nThis post was downloaded by  1048  people until now.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus-Bildung im Abseits der Bildung Ausbildung hei\u00dft Ausbildung, weil es dann aus mit der Bildung ist.&nbsp;(Neschle) Nicht auf jede Einbildung kann man sich was ausbilden. (Neschle) Am vorletzten Wochenende war bei Neschle Zeit f\u00fcr Gespr\u00e4che mit Professoren. Die waren sich einig: Wir leben im Zeitalter der Wissenssimulation. Die Ab- und Fertigpr\u00fcfung immer kleinerer Wissensabschnitte er\u00f6ffnet &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/neschle.de\/index.php\/blog\/leon-neschle-72-38-woche-2011\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eLeon Neschle 72 (38. 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