{"id":530,"date":"2011-09-05T00:24:21","date_gmt":"2011-09-04T22:24:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.neschle.de\/index.php\/au-aufschrei\/au-aufschrei-52\/"},"modified":"2020-06-18T16:26:22","modified_gmt":"2020-06-18T15:26:22","slug":"au-aufschrei-52","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/au-aufschrei\/au-aufschrei-52\/","title":{"rendered":"Au &hellip; Aufschrei 52"},"content":{"rendered":"<header>\n<h2 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #4f81bd\">OPI et Moi \u2013 Other Peoples Ideas &amp; Missuse of ideas<\/span><\/strong><\/h2>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>\u00dcber ein Jahr kein neuer Neschle! Y?<\/strong><\/p>\n<\/header>\n<p style=\"text-align: left;\">Wir hatten den Freiherrn von und zu Guttenberg und andere. Die sind wegen fehlender oder mangelnder Kenntlichmachung von Ideen anderer in wissenschaftlichen Arbeiten aus Amt und W\u00fcrden gejagt worden. Sicher war es da nur Zufall, dass sowohl Initiator als auch Inquisitor Parteig\u00e4nger der SPD waren. Und ebenso zuf\u00e4llig sind nur Politiker aus CDU\/CSU und FDP die Opfer.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Nat\u00fcrlich haben sich die Leute mit Recht \u00fcber den Ideendiebstahl aufgeregt. Es ist im Grund dasselbe als wenn ich das Fahrrad meines Nachbarn benutze und erkl\u00e4re es zu meinem Eigentum. Jeder, der eine wissenschaftliche Arbeit schreibt, arbeitet auf \u201eden Schultern von Riesen\u201c. Den Beitrag dieser Geistes-Riesen sollte er fairerweise trennen von seinem eigenen bescheidenen Beitrag zur Verbesserung oder Erweiterung unseres Wissens. So weit \u2013 so gut!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Aber wie geht es ansonsten im Umgang mit gestohlenen Informationen? Sind wir auch da so sensibel wie sensationsgierig angestachelt bei den Plagiatsf\u00e4llen? Immerhin gibt es Sch\u00e4tzungen, nach denen mittlerweile mehr Songs \u201ekostenlos\u201c aus dem Internet heruntergeladen werden als an der Ladentheke verkauft. Wem ist da geschadet? Die Leute denken zun\u00e4chst allein an die K\u00fcnstler, vergessen aber allzu leicht den CD-Laden an der Ecke.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Noch krimineller ist die Ver\u00f6ffentlichung pers\u00f6nlicher Daten, die durch unberechtigten Zugang \u201eerworben\u201c wurden, vor allem wenn sich daran Vermutungen und Spekulationen kn\u00fcpfen oder Informationen gewerbsm\u00e4\u00dfig verwendet werden. Neschle hat bereits den Kauf der Steuer-CDs durch den deutschen Staat gebrandmarkt, weil der Hehlerei beg\u00fcnstigt und den Datendiebstahl hoff\u00e4hig macht. (Das hat nichts mit Bef\u00fcrwortung von Steuerhinterziehung zu tun! Wie man jetzt an den Vertr\u00e4gen mit der Schweiz sehen kann, h\u00e4tte es schon vor Jahren andere Mittel gegeben. Die deutschen Regierungen haben aber darauf verzichtet, auch die von SPD und Gr\u00fcnen und \u2013 weil sie sich am meisten \u00fcber Steuers\u00fcnder aufregen \u2013 sogar gerade die.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Was bei Guttenberg einen Aufschrei der B\u00fcrger ausgel\u00f6st hat, wird ansonsten frisch, fromm, fr\u00f6hlich und frei selbst praktiziert: die Vereinnahmung \u201egestohlener Informationen\u201c als seine eigenen. Die drei obersten Maximen dabei:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">1. Lass Dich nicht erwischen! (= Tue es heimlich und unerkannt!)<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">2. L\u00e4sst sich Maxime 1 nicht einhalten, erkl\u00e4re Dein Tun zur \u201esozial bedeutsamen Tat\u201c! Denn es gilt auch:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">3. Lasse niemals Eigennutz erkennen!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">So machen das auch die Hacker, die Milliardensch\u00e4den anrichten, so machen das alle anderen, die Informationen stehlen. Die japanische und chinesische Wirtschaft bau(t)en zum gro\u00dfen Teil auf gestohlenen Informationen. Erst wenn man selbst Ideenproduzent wird, dreht sich das Spiel: Dann geht es pl\u00f6tzlich darum, nicht bestohlen zu werden. Dazu gibt es zwei Methoden:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">1. Man f\u00e4ngt an, seine Informationen besser zu sichern.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Das ist ebenso kostentr\u00e4chtig wie der Einbau von Diebstahlwarnanlagen oder komplizierter T\u00fcrschl\u00f6sser. Manche Hacker r\u00fchmen sich, im Cyber-Space genau dazu angeregt zu haben. Diese Argumentation ist aber ungef\u00e4hr so schl\u00fcssig wie die Behauptung, man brauche pfiffigere Einbrecher, damit Sicherheitsstandards und Sicherheitsma\u00dfnahmen zur Verbesserung des Volkswohlstandes erh\u00f6ht werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Da werden Ursache und Wirkung verkehrt. Denn dann m\u00fcssten wir auch die Terroristen und den Terrorismus loben, ohne die wir die heutigen Sicherheitsma\u00dfnahmen und Freiheitseinschr\u00e4nkungen aber gar nicht br\u00e4uchten.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">2. Man produziert gar keine Informationen mehr.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Das war bei Neschle der Fall. Er hatte \u201ekeinen Bock mehr\u201c, als er vertraulich zu sehen bekam, dass Inhalte und ganze Passagen seiner Beitr\u00e4ge in kommerziellen Verwendungen auftauchten, ohne dass Neschle<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">a. davon wusste;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">b. als Ideengeber zitiert war (Wer zitiert schon einen Beitrag, der nicht mit wissenschaftlicher W\u00fcrde daherkommt?),<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">c. am wirtschaftlichen Ergebnis beteiligt war.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Zumindest von Juristen h\u00e4tte Neschle anderes erwartet. Aber so wie der Schuster selbst die schlechtesten Schuhe tr\u00e4gt, leisten sich Juristen wohl auch h\u00e4ufig die schlechteste Moral, gleich hinter den Moralisten selbst und den Journalisten unter ihnen. \u2013<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Woher Neschle das nun wieder wei\u00df?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">a. Neschle weist bei Artikeln, in denen sich Journalisten als moralische Instanz aufspielen seit Jahren auf inhaltliche Fehler oder einseitige Sichtweisen hin: egal ob in Zeitung oder Internet. Ergebnis: Kein einziger seiner journalismuskritischen Kommentare wurde je ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">b. Die Gegenprobe (Neschle empfiehlt das als eigenes Experiment!) \u2013 sozusagen in der \u201eKontrollgruppe\u201c \u2013 ergab: Jeder (wirklich jeder) Kommentar wurde ver\u00f6ffentlicht, bei dem Neschle den journalistischen Beitrag selbst unkritisiert lie\u00df und allein zur Sache Stellung nahm.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Journalisten lassen sich offenbar nicht gern anzweifeln in ihren Inhalten und ihrer moralischen Autorit\u00e4t. Sie tun offenbar alles, das zu unterbinden. Es k\u00f6nnte ihrer Glaubw\u00fcrdigkeit schaden. Doch mit derselben Nonchalance untergraben sie gern und zuweilen gezielt und in unfairen Kampagnen die Glaubw\u00fcrdigkeit anderer.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Um das zu zeigen, gibt es heute zum Gl\u00fcck das Internet. Das ist der Grund, warum Neschle sich nun entschlossen hat, doch weiterzumachen, wenngleich nicht mit derselben Regelm\u00e4\u00dfigkeit. Dabei wird er auch und gerade Themen aufgreifen, die jenseits der vom Herdentrieb bestimmten Pressekampagnen liegen. Doch nun auch nicht mehr mit derselben Naivit\u00e4t, was den Diebstahl seiner Ideen und deren kommerzielle Verwendung angeht.<\/p>\n<p><a title=\"PDF-Datei\" href=\"http:\/\/www.neschle.de\/download-manager.php?id=172\"><span style=\"font-size: small;\">PDF-Datei<\/span><\/a><span style=\"font-size: small;\"><br \/>\nThis post was downloaded by  1030  people until now.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>OPI et Moi \u2013 Other Peoples Ideas &amp; Missuse of ideas \u00dcber ein Jahr kein neuer Neschle! Y? Wir hatten den Freiherrn von und zu Guttenberg und andere. Die sind wegen fehlender oder mangelnder Kenntlichmachung von Ideen anderer in wissenschaftlichen Arbeiten aus Amt und W\u00fcrden gejagt worden. 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