{"id":525,"date":"2010-03-17T21:25:56","date_gmt":"2010-03-17T20:25:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.neschle.de\/index.php\/au-aufschrei\/au-%e2%80%a6-aufschrei-51\/"},"modified":"2020-06-18T16:42:12","modified_gmt":"2020-06-18T15:42:12","slug":"au-aufschrei-51","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/au-aufschrei\/au-aufschrei-51\/","title":{"rendered":"Au \u2026 Aufschrei 51"},"content":{"rendered":"<header>\n<h2 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #4f81bd\"><span lang=\"EN-US\">Prudenter agas et respice finem!<\/span><\/span><\/strong><b><i><\/i><\/b><\/h2>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>M\u00e4rz 2012: Die deutsche Presse geht an ihren eigenen Ma\u00dfst\u00e4ben zugrunde.<\/strong><\/p>\n<\/header>\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"text-align: left;\"><em>Dieser Aufschrei ist ein Fake! Doch w\u00e4re die deutsche Presse konsequent mit sich selbst, k\u00f6nnte es bald so weit sein: Die letzte Tagezeitung macht dicht, nachdem schon Tage zuvor das letzte Wochenmagazin am Ende war. Was ist geschehen?<\/em><i><\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: small;\"><!--more--><\/span><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"text-align: left;\"><em>20. M\u00e4rz 2012:<\/em> Die Presse hat seit Monaten keine Werbe-Anzeigen mehr angenommen, nachdem im Internet immer st\u00e4rkere Zweifel an ihrer Unabh\u00e4ngigkeit aufkamen. Kurt Beck hatte sich schon vor gut zwei Jahren f\u00fcr das Streichen der Werbung bei ARD und ZDF und f\u00fcr eine Erh\u00f6hung der Geb\u00fchren stark gemacht. Dabei hielt die SPD damals selbst Beteiligungen an Presseorganen und f\u00fcllte aus deren Ertr\u00e4gen ihre Parteikasse. So gingen \u00fcber Werbeanzeigen indirekt auch \u201eParteispenden\u201c ein, die nicht als solche deklariert waren, \u201egewaschen\u201c durch diese Beteiligungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die SPD warf wegen zahlreicher Verd\u00e4chtigungen von Bloggern schon Anfang 2011 das Handtuch und trennte sich von ihren Pressebeteiligungen. Es war ihr nicht gelungen, die Verd\u00e4chtigungen glaubhaft als Verleumdungen darzustellen. Selbst ihre W\u00e4hler wollten ihr nach der Blog-Kampagne einfach nichts mehr glauben:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><em>Kann diese Presse bei der doppelten Abh\u00e4ngigkeit von Werbung und SPD noch unabh\u00e4ngig sein? Ist es nicht allzu durchsichtig, warum sie selbst nicht dar\u00fcber schreibt und nicht wie in anderen F\u00e4llen mutma\u00dft und verd\u00e4chtigt! Darf die Presse \u00fcberhaupt \u00fcber eine Bank noch \u201eunschuldig\u201c positiv berichten, wenn sie f\u00fcr diese in ihren Bl\u00e4ttern Werbung macht und sie daf\u00fcr Geld bekommt? Kann eine Redakteurin fair \u00fcber diese Bank informieren, wenn ihr Bruder beim Sparkassen- und Giroverband arbeitet und sie mit dem Freund ihres Bruders liiert ist, der Aktien dieser Bank besitzt?<\/em><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"text-align: left;\"><em>Nicht dass da irgendwas Konkretes w\u00e4re. Kriminell ist das nicht! Noch nicht! Aber es k\u00f6nnte, es k\u00f6nnte was dran sein! Diesen Eindruck <strong>muss<\/strong> die deutsche Presse vermeiden. Dasselbe hatte sie vor zwei Jahren von Westerwelle verlangt (Aufschrei 50) und hatte dabei auch nur blasse und blanke Verd\u00e4chtigungen.<\/em><i><\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die Presse reagiert darauf seit dem 11.11. 2011 mit dem Zusammenbruch der Medien. Als erste waren die Zeitschriften dran, in denen redaktionelle Artikel von thematisch passender Werbung flankiert waren; danach solche, in denen Artikel mit \u201eWerbung\u201c gekennzeichnet waren, damit man sie \u00fcberhaupt von Artikeln der Redaktion unterscheiden kann. Am Ende aber waren alle Zeitschriften mit Werbung betroffen, sowie alle Privatsender, die zugleich Nachrichten verbreiteten und nicht eine reine Filmshow bieten. Nat\u00fcrlich sind Sportnachrichten wegen der Bandenwerbung generell ausgeschlossen. Da k\u00f6nnte ja was sein! Im Umfeld des Sports sowieso!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Arabeseke am Rande: Bis Ende 2015 sollen alle privaten Schulen und Hochschulen geschlossen werden, weil der Verdacht aufkam, die Absolventen w\u00fcrden ihre Abschl\u00fcsse dort kaufen. Seitdem der deutsche Staat deshalb nicht einmal mehr Abschl\u00fcsse von Harvard und anderen privaten \u201eElite-Universit\u00e4ten\u201c anerkennt, versagt man weltweit dem deutschen Universit\u00e4tsabschluss die Anerkennung. \u2013<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Der erdr\u00fcckenden Kritik aus dem Internet hat sich der deutsche Presserat Ende 2011 angeschlossen, nachdem es eine Unzahl an Beschuldigungen gab: Ein Wirtschaftsredakteur, dessen Magazin eine zweiseitige Anzeige von Coca-Cola geschaltet hatte, titelte \u00fcber Coke \u201eEndlich gute Zahlen aus Atlanta.\u201c Drei Tage sp\u00e4ter wurde er auf einer Party mit einem Glas Coke abgelichtet. H\u00e4me von der Konkurrenz! War doch dieses Blatt zwei Jahre zuvor Meinungsf\u00fchrer der Kampagne gegen Westerwelles \u201eFlugbegleiter\u201c. Und nun setzte es sich selbst solchen Verd\u00e4chtigungen aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Unter dem Druck entschied die Redaktion sich f\u00fcr den moralischen Vorrang unabh\u00e4ngiger Berichterstattung und verfasste weiter Meldungen \u00fcber Coca-Cola, darunter auch positive. Man schaltete deren Werbung fortan kostenlos und erh\u00f6hte unter Verlust von Lesern die Bezugspreise. Um jeden Verdacht von sich zu weisen, verbot man allen Mitarbeitern, sich in der N\u00e4he von Getr\u00e4nken dieser Firma aufzuhalten einschlie\u00dflich aller Tochterunternehmen. \u00dcber das Verhalten in Getr\u00e4nkem\u00e4rkten wurde eigens ein Merkblatt verfasst. Sobald die Zeitschrift \u00fcber eine Unternehmung positiv berichtete, wurde sie mit der Forderung nach kostenloser Werbung erpresst. Denn nur so konnte sich die Presse von jedem Verdacht befreien. Der Ordner mit weiteren Merkbl\u00e4ttern f\u00fcr das Verhalten bei anderen Produkten mit Werbung innerhalb des Mediums hat mittlerweile mehr als 400 Seiten.<\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"text-align: left;\">Dann aber tauchte ein Foto im Feuilleton auf mit Personen, die Fanta tranken. Im Hintergrund eines anderen Fotos waren die Buchstaben \u201eok\u201c zu sehen, die zum Schriftzug \u201eCoke\u201c geh\u00f6rten. Ist da Geld geflossen? Genau diesen Eindruck <em>muss<\/em> eine unabh\u00e4ngige Presse vermeiden. Der Verdachts-Zirkus fing also von vorne an. Gerade von einem ist die unabh\u00e4ngige Presse abh\u00e4ngig: Von jedem noch so unbegr\u00fcndeten Verdacht gegen ihre Unabh\u00e4ngigkeit. Denn nach echter Begr\u00fcndung fragt niemand mehr. Wenn es gegen Unbeliebte geht, nicht einmal die Presse selbst.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die Alternative f\u00fcr die Redaktion, Werbung f\u00fcr Coke zwar kostenpflichtig zu schalten, aber <em>nur negativ<\/em> zu berichten, wurde aus \u201eethischen Gr\u00fcnden\u201c abgelehnt, zumal Coke in diesem Fall die Werbung zur\u00fcckgenommen und nicht mehr gezahlt h\u00e4tte.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Seit Mitte 2011 gibt es eine Empfehlung des deutschen Presserates. Werbeanzeigen d\u00fcrfen nur noch in zwei F\u00e4llen angenommen werden:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">1. Die Werbung ist kostenlos oder im Falle einer Werbung gegen Entgelt:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">2. Das Presseorgan verpflichtet sich, nie \u00fcber dieses Unternehmen, gegenw\u00e4rtige oder k\u00fcnftige Tochter- oder Muttergesellschaften zu berichten und versichert zugleich, dies in der Vergangenheit nie getan zu haben. Alternativ: Die Berichte haben allein negativen Inhalt, was den meisten Organen ohnehin nicht schwer f\u00e4llt. Dann aber gibt es keine Werbung mehr und damit auch keine Einnahmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">3. Personelle Ma\u00dfnahmen: Kein Redakteur darf einen Bericht \u00fcber eine Firma schreiben oder geschrieben haben, in der Verwandte oder Freunde besch\u00e4ftigt sind, au\u00dfer der Bericht hat allein negativen Inhalt. Dies gilt auch f\u00fcr Freunde von Freunden. Daher sind Freundschaften zwischen Redakteuren untersagt, weil dadurch der Kreis der Freunde von Freunden zu gro\u00df w\u00fcrde. Berufsverbote wurden bereits ausgesprochen, um die Unabh\u00e4ngigkeit der Presse zu sichern.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Dies entspricht der L\u00f6sung, die man Anfang 2011 f\u00fcr Westerwelle und dessen Reisebegleitungen fand:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">1. Der Au\u00dfenminister darf grunds\u00e4tzlich nur Personen auf Auslandsreisen mitnehmen, die der FDP nie einen Beitrag oder eine Spende gezahlt haben. Haben \u201epotenzielle Flugbegleiter\u201c der FDP einen Betrag zugewendet, verpflichtet sich Westerwelle, sie bei einem Gespr\u00e4ch im Ausland nicht einmal zu erw\u00e4hnen. Das gilt f\u00fcr alle Parteimitglieder bis zum Minister und f\u00fcr alle Spender. Haben sie dagegen an die Linke gespendet oder sind dort Mitglied, kann sich der Au\u00dfenminister bedenkenlos f\u00fcr sie einsetzen und daf\u00fcr, dass sie Auslands-Auftr\u00e4ge erhalten. Auch kostenlose Partei-Werbung d\u00fcrfen sie machen. W\u00e4hlerstimmen fangen will die Linke erlauben, obwohl machtgeile Politikern sich dadurch leichter bestechen lassen als durch Geld.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">2. FDP-Mitglieder und -Spender d\u00fcrfen nur unter der Bedingung mitfliegen, dass der Au\u00dfenminister sie vor ihren ausl\u00e4ndischen Gesch\u00e4ftspartnern abkanzelt, dem\u00fctigt und beleidigt. Sonst k\u00f6nnte man hier den Verdacht der Vorteilsnahme konstruieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">3. Alle seine Freunde und Verwandten m\u00fcssen ihre Berufe aufgeben oder jeglichen Kontakt mit ihm meiden, sogar mit Leuten, die Westerwelle ansonsten kennen, denn auch dar\u00fcber k\u00f6nnte sich eine Vorteilsannahme anbahnen.<\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"text-align: left;\">Fr\u00fchere Unternehmerfreunde Westerwelles wurden daraufhin 2012 HartzIV-Empf\u00e4nger, weil sich auch ihre einstigen Auftraggeber nicht dem Verdacht aussetzen wollten, deren Freundschaft mit Westerwelle sei der Grund f\u00fcr den Auftrag gewesen. <em>Ein deutscher Au\u00dfenminister muss eben jeden Verdacht ausschlie\u00dfen, muss vor jedem absolut sicher sein, der einen solchen Verdacht konstruieren k\u00f6nnte.<\/em> Das ist eine schwere Aufgabe, aber ein solcher Verdacht w\u00e4re mit der W\u00fcrde seines Amtes nicht vereinbar. \u2013 Moment! Vom wem kommt eigentlich dieser Verdacht? Der w\u00e4re nicht gut f\u00fcr seine W\u00fcrde, sagt die Presse. Da sprach und spricht sie Westerwelle die W\u00fcrde wegen etwas ab, das sie selbst erschuf; sie versagt ihm genau die W\u00fcrde, die sie ihm selbst glaubt schon genommen zu haben. Doch ist das so sicher?! \u2013<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Seit einem Jahr besetzt nun Westerwelle auf diesen Druck hin seine Flugzeuge nur noch mit seinen erkl\u00e4rten politischen Feinden. Er stellt sicher, dass niemand mitfliegt, mit dem er befreundet ist, war oder sein k\u00f6nnte. Er bevorzugt Personen und Unternehmen, die an die Linke gespendet haben. Das ist am unverd\u00e4chtigsten und m\u00fcsste seine W\u00fcrde daher am meisten wahren.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Das Spendenaufkommen der Linken ist umgekehrt zu ihrem Widerstand gegen die private Parteienfinanzierung gewachsen, aber nicht die Qualit\u00e4t der deutschen Delegationen. Es blieben nicht mehr viele, die Westerwelle mitnehmen konnte. Die meisten Leute aus der Wirtschaft kannte er und pflegte ein gutes Verh\u00e4ltnis. Die schieden ebenso aus wie Parteifreunde und Spender f\u00fcr die eigene Partei. Da blieb am Ende die \u201ewahre Lumpenelite\u201c. \u2013 Davon aber kann man nicht erwarten, dass sie die deutsche Wirtschaft nach vorne bringt. Das meinen doch sogar Sie, Herr Gabriel. \u2013<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Der Auftragseingang aus dem Ausland ist daher auch eingebrochen. Die Stimmung der deutschen Auslands-Delegationen wird als \u201emiserabel und feindselig\u201c bezeichnet. Sie kommen bei ihren Gastgebern immer schlechter an. Schon starten Blogger eine neue Kampagne: \u201eSchlechte Stimmung an Bord. Westerwelle tr\u00e4gt die Verantwortung: Wirtschaftsdelegationen wirkungslos im Ausland\u201c.<\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"text-align: left;\">Die Presse selbst aber gibt es so heute nicht mehr: Sie ist an ihren eigenen \u201emoralischen\u201c Ma\u00dfst\u00e4ben gescheitert. Sie konnte ihre Mitarbeiter nicht mehr finanzieren und ist an innerem Streit \u00fcber erlaubte und verbotene Freundschaften und Berufe von Freunden eingegangen. Dabei ist sie doch nur den eigenen \u201emoralischen\u201c Ma\u00dfst\u00e4ben gefolgt. Dabei h\u00e4tte sie dem alten Rat folgen sollen:&nbsp;<em>Quiquid agis, prudenter agas et respice finem!<\/em> So bloggt man heute im Jahr 2012 nur noch. Oder twittert!<\/p>\n<p><a title=\"PDF-Datei\" href=\"http:\/\/www.neschle.de\/download-manager.php?id=170\"><span style=\"font-size: small;\">PDF-Datei<\/span><\/a><span style=\"font-size: small;\"><br \/>\nThis post was downloaded by  1128  people until now.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Prudenter agas et respice finem! M\u00e4rz 2012: Die deutsche Presse geht an ihren eigenen Ma\u00dfst\u00e4ben zugrunde. Dieser Aufschrei ist ein Fake! 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