{"id":468,"date":"2009-12-20T15:31:00","date_gmt":"2009-12-20T14:31:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.neschle.de\/index.php\/blog\/leon-neschle-60-51-woche-2009\/"},"modified":"2020-06-20T15:09:19","modified_gmt":"2020-06-20T14:09:19","slug":"leon-neschle-60-51-woche-2009","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/blog\/leon-neschle-60-51-woche-2009\/","title":{"rendered":"Leon Neschle 60 (51. Woche 2009)"},"content":{"rendered":"<header>\n<h2 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #4f81bd\">Gender-Tender: Diskriminieren \u201ezwischen\u201c, \u201enach\u201c und \u201evon\u201c(I).<\/span><\/strong><\/h2>\n<\/header>\n<p style=\"text-align: left;\"><em>In <span style=\"text-decoration: underline;\">unserer<\/span> Gesellschaft werden Frauen manchmal diskriminiert, in <span style=\"text-decoration: underline;\">meiner<\/span> Gesellschaft nicht.<\/em> (Neschle).<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Neschle hat neulich einen Forschungsantrag eingereicht. Dabei musste er unterschreiben, dass mindestens 40% der Arbeit von Frauen geleistet wird. Ohne diese Unterschrift h\u00e4tte er den Antrag nicht einreichen k\u00f6nnen, geschweige denn, den Forschungsauftrag erhalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Trotzdem tut Neschle diese Unterschrift nachtr\u00e4glich leid. Er h\u00e4tte angehen m\u00fcssen gegen den organisierten Schwachsinn. Auch wenn es ein aussichtsloser Kampf gegen institutionalisiertes Gutmenschentum und die \u00fcberfinanzierte Gender-Forschung gewesen w\u00e4re und er sich damit ins moralische Abseits gestellt h\u00e4tte. Geschlechterforschung befasste sich fr\u00fcher nur mit der Geschichte von Adelsfamilien. Heute aber diskriminiert man damit nach m\u00f6glichst sachfremden Geschlechts-Kriterien.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><b>A. <\/b><b>Forschungsf\u00e4higkeit: Sieh zwischen Ohren <i><u>und<\/u><\/i> Schenkel!<\/b><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Bei dem Forschungsauftrag sollten Frauen in Arbeit gezwungen werden, die Kinder nicht machen d\u00fcrfen und k\u00f6nnen und M\u00e4nner nicht machen sollen. Doch warum?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Man k\u00f6nnte an einen Diskriminierungsversuch denken. Frauen und Ausl\u00e4nder sind immer diskriminiert, au\u00dfer sie drehen Pornofilme, spielen in der Bundesliga oder machen Nutzloses wie Tanzen oder Singen. Dann verdienen sie im Durchschnitt mehr als M\u00e4nner oder Deutsche, <i>f\u00fchlen<\/i> sich aber wegen anderer Dinge diskriminiert. Das ist ein sch\u00f6nes Gef\u00fchl, denn die anderen sind dabei im Unrecht.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Mit der Quotenregel sollen jedoch nicht mehr Frauen in eine Arbeit gezwungen werden, die sie gar nicht wollen, sondern das Ganze soll gegen ihre Diskriminierung wirken, damit M\u00e4nner nicht mehr tun d\u00fcrfen, was sie k\u00f6nnen oder wollen:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Fr\u00fcher stellte Neschle seine Teams f\u00fcr Forschungsarbeiten nur nach sachlichen Kriterien zusammen. Das Geschlecht spielte keine Rolle, sondern Fragen wie die folgenden: Welche Synergien hat er oder sie mit seiner oder ihrer Doktorarbeit oder welche speziellen <i><u>wissenschaftlichen<\/u><\/i> F\u00e4higkeiten hat er oder sie im Hinblick auf das Projekt? Schluss!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><i>Dazu schaute Neschle mit genderfreiem R\u00f6ntgen-Blick zwischen die Ohren. <\/i>Das machte er schon aus Erfahrung und Selbstmitleid. Denn er wollte die Arbeit sachlich, schnell, gut und reibungsfrei erledigen. <i>Nun aber soll er mit genderlastigem Scharf-Blick zus\u00e4tzlich auf die Brust oder zwischen die Schenkel starren.<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Allenfalls mit den Stil-Augen der Geschlechterforschung kann das eine Verbesserung der Forschungsleistung erbringen. Aus wirtschaftswissenschaftlicher Sicht bleibt sie <i>bestenfalls<\/i> gleich, im Einzelfall wird sie sich verschlechtern. Die Zeche f\u00fcr den Genderschwachsinn zahlt der ohnehin gebeutelte Steuerzahler.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Durch seine Unterschrift wird Neschle gezwungen, vor der Forschungst\u00e4tigkeit den Leuten zwischen die Schenkel zu schauen, ehe er sich f\u00fcr deren Teilnahme am Forschungsauftrag entscheidet. Falls man an die Quotengrenze kommt werden Sachkriterien zugunsten der v\u00f6llig unsachlichen Geschlechtskriterien ausgehebelt. Sollten sie f\u00fcr die Besch\u00e4ftigung eines Kopfes sprechen, der eine breite Brust sein eigen nennt, der es jedoch an Tiefe mangelt, wird dennoch gegen ihn entschieden.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Dieser Fall kommt umso seltener vor, je h\u00f6her der Anteil der Frauen an Studierenden und MitarbeiterInnen ist. In der Personalwirtschaft und im Marketing erf\u00fcllt sich diese Quote innerhalb der BWL auf nat\u00fcrliche Weise, auch ohne den \u201eGeschlechtstest\u201c. Aber in der Finanzwirtschaft oder in der (Wirtschafts-)Informatik liegen die Frauenquoten unter 40%. Warum soll dort bei Forschungsarbeiten, deren Qualit\u00e4t der Steuerzahler bezahlen muss, die Chance einer Frau an der Teilhabe im Einzelfall sechsmal so hoch sein wie die eines Mannes? Und das zu Lasten des Ergebnisses, weil nicht mehr allein der Blick zwischen die Ohren entscheidet.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Fehlt nur noch, dass demn\u00e4chst Quoten f\u00fcr Behinderte, Ausl\u00e4nder, Fettleibige oder Magers\u00fcchtige beachtet werden m\u00fcssen. Auch die f\u00fchlen sich diskriminiert und m\u00fcssten sich eine Lobby anschaffen, die sinnlose Forderungen f\u00fcr sie durchboxt. Schwule und Lesben sind ja gerade dabei.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die Quote f\u00fcr die Glatzk\u00f6pfigen erf\u00fcllt Neschle selbst. Doch was bitte hat und h\u00e4tte das mit den F\u00e4higkeiten f\u00fcr einen Forschungsauftrag zu tun? Ebenso wenig wie das Geschlecht. Eben! \u00dcber sein Ergebnis entscheidet allein, was den Raum zwischen den Ohren f\u00fcllt und das nur im Hinblick auf wissenschaftliche F\u00e4higkeiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Doch nat\u00fcrlich ist auch das andere von Bedeutung: Neschle diskriminiert h\u00e4ufig <i>zwischen <\/i>M\u00e4nnern und Frauen. Als Vater wollte er nur T\u00f6chter, war und ist ein echter \u201eM\u00e4dchenpapa\u201c. Aus Neschles Sicht k\u00f6nnten alle M\u00e4nner Frauen diskriminieren, \u2026 was die Aktivit\u00e4t X angeht. Dann blieben (fast) alle Frauen f\u00fcr ihn, au\u00dfer sie w\u00e4ren l\u00e4stig (oder so \u00e4hnlich!). Diese Diskriminierung bezieht sich ausschlie\u00dflich auf Aktivit\u00e4t X. Doch welcher hirnlose B\u00fcrokrat ist auf die verruchte Idee gekommen, dass Neschle solche Kriterien bei <i><u>wissenschaftlichen<\/u><\/i> Fragen anlegen soll?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Selbst Neschles T\u00f6chter verstehen das nicht. Sie f\u00e4nden es gar nicht in ihrem Sinne, wenn sie als Quothilde einen Platz in einem Forschungsvorhaben finden w\u00fcrden. Selbst wenn sie das nicht tun, weil sie ihren Platz nach sachlichen Kriterien gefunden haben: Der Verdacht ist gestreut und der schadet auch dem Image der Frauen, die durch bessere Leistung \u00fcberzeugt haben und daher nach rein sachlichen Kriterien gew\u00e4hlt worden w\u00e4ren.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><b>B. <\/b><b>Frauenf\u00f6rderung: Eine hei\u00dfe Radiorunde<\/b><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">\u201eFrauenf\u00f6rderung = M\u00e4nnerbenachteiligung\u201c machte WDR 2 vor einiger Zeit zum Thema. <i>Jeder <u>wollte<\/u> da das \u201eRecht\u201c, mehr benachteiligt zu sein, f\u00fcr sich reklamieren. <\/i>Wir leben halt im Zeitalter unschuldiger Opfer, damit die anderen schuldige T\u00e4ter sind. Wer ist benachteiligt oder bevorzugt? Frauen oder M\u00e4nner?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Beide, doch wobei und von wem? Was manchem als Diskriminierung nach dem Geschlecht erscheint, ist es nicht. W\u00fcrden Frauen und M\u00e4nner dabei dasselbe tun, w\u00e4ren sie gleicherma\u00dfen bevorzugt oder benachteiligt! Nur weil die Geschlechter mehrheitlich <i>nicht <\/i>dasselbe tun, entstehen \u201eScheindiskriminierungen\u201c, die jedoch bei beiden Geschlechtern nach denselben Kriterien diskriminieren (=unterscheiden).<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">W\u00fcrden M\u00e4nner ab heute vermehrt Kinderg\u00e4rtner, k\u00f6nnten sie sich nicht beschweren, w\u00e4re der Anteil von Frauen in F\u00fchrungspositionen \u00fcber geraume Zeit gr\u00f6\u00dfer als ihr Anteil am Personal. Blitzkarrieren f\u00fcr Menschen beiderlei Geschlechts (Wenn man mich hier richtig verstehen m\u00f6ge!) gibt es nur in Familienunternehmungen: Gestern noch von der Pike auf hochgearbeitet, heute schon ChefIn.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Dauert es im Durchschnitt zehn Jahre, eine gehobene Position zu erreichen, sollte frau\/man als Kennzahl nicht: <i>\u201eFrauen (M\u00e4nner) in gehobenen Positionen heute<\/i> <i>zu Frauen (M\u00e4nner) heute insgesamt\u201c <\/i>w\u00e4hlen, sondern den <i>\u201eAnteil an den gehobenen Positionen <u>heute<\/u> ins Verh\u00e4ltnis zur jeweiligen Gesamtheit <u>vor zehn Jahren<\/u>\u201c <\/i>setzen. Allenfalls so gewinnt man eine faire Kennzahl (und nicht einmal so). \u2013<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Als Ehemann und Vater zweier T\u00f6chter sowie als Pflegevater eines weiblichen Hundes, will ich es nachfolgend mit einem ausgewogenen Urteil versuchen. Die Voraussetzungen sind da, zumal ich mir jahrelang den Flur mit der Frauenbeauftragten geteilt habe und mich \u2013 als sich keine Frau fand \u2013 selbst auf den Posten des Frauenbeauftragten beworben habe (Dann fand sich schnell eine Frau daf\u00fcr!). Mein wirklicher Nachname hat ja etwas niedlich Weibliches. Dazu muss man \u201eNeschle\u201c vom Schwanz aufz\u00e4umen, auch wenn das in diesem Zusammenhang fast sexistisch klingt. Meine Bestandsaufnahme folgt dem Lebenszykluskonzept beginnend mit:<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><b>C. <\/b><b>Geburt und Kindheit: XX oder XY?<\/b><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Fangen wir bei der Zeugung an, mit XY-ungekl\u00e4rt bei den M\u00e4nnern und mit XX bei den Damen, auch wenn es Ausnahmen gibt. Wer hat \u201ein seiner Position\u201c Vorteile? Die 3 Besoffkis singen \u201e<i>Scheiss egal, scheiss egal, ob du\u2019n Huhn bist oder n Hahn\u201c. <\/i>Doch so einfach ist die Sache nicht. Schon bei der Zeugung f\u00e4ngt der \u201eGeschlechterkampf\u201c an: Frau <i>oder<\/i> Mann oben scheint f\u00fcr Unentschieden zu sprechen. Aber es gibt ja noch: Frau vorne! Mann vorne klappt nicht! Also: Vorteil Frauen!?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Doch ist vorne auch immer besser? Lassen wir diese Frage hier ungekl\u00e4rt und wenden uns den Spermien zu: XX f\u00fcr die Damen (wegen verbreiteter X-Beine?), XY f\u00fcr die Herren (XO wie w\u00e4re einleuchtender: Wer hat schon Y-Beine?).<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Schon die Spermien machen eine andere Figur und legen eine andere Performance hin. Y sind schneller, siechen aber eher dahin. X sind langsamer, wehren sich aber st\u00e4rker gegen vorzeitiges Ableben. Wer hat Vorteile?!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Am Ende geht es fast unentschieden aus, allenfalls mit einem leichten Vorteil f\u00fcr Y. Denn ein leichter \u00dcberhang von Knabengeburten ist die Regel (Hat die Natur da f\u00fcr den fr\u00fcheren Tod der M\u00e4nner vorgesorgt oder ist die \u201eStammhaltertradition\u201c die Ursache, also immer solange weiterzuzeugen, bis ein Junge da ist und dann Schluss zu machen!?). In manchen L\u00e4ndern wird dieser Knaben\u00fcberhang zudem k\u00fcnstlich erh\u00f6ht! Durch Abtreibungen bei \u201edrohenden\u201c M\u00e4dchengeburten. Denn M\u00e4dchen m\u00fcssen dort oft mit einer Menge Aussteuer oder Mitgift versorgt werden, bevor sie im Haus des Mannes leben d\u00fcrfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Ist das nicht eine Diskriminierung der Frauen? F\u00fcr Neschle war das sonnenklar, bis er einen Inder traf, der das anders sah. Von ihm lie\u00df sich Neschle erkl\u00e4ren, dass durch dieses System Frauen einen Mindestwohlstand haben, der auch die sp\u00e4tere Versorgung der Kinder erm\u00f6glicht. M\u00e4nner dagegen nicht! Viele davon blieben arm und w\u00fcrden wegen des M\u00e4nner\u00fcberhangs vergeblich nach einer Frau mit hoher Mitgift Ausschau halten. Sind dann vielleicht sogar die M\u00e4nner diskriminiert?! Bei denen ist weder der Lebensstandard garantiert noch dass sie eine Partnerin finden! So einfach, wie ich mir das dachte, liegen die Dinge nicht. \u2013<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Doch dann sind sie da die Babys. Nicht unterscheidbar, falls man keine Tiefeninspektion macht. Die am h\u00e4ufigsten gestellte Frage: \u201eIst es ein Junge oder ein M\u00e4dchen?\u201c Die umgekehrte Frage \u201eIst es ein M\u00e4dchen oder ein Junge?\u201c h\u00f6rt man selten. Nehmen wir es alphabetisch, aber seien wir auf der Hut! Immer noch grassiert das \u201eStammhalter-Syndrom\u201c, obwohl die Namensfortf\u00fchrung allenfalls noch traditionell begr\u00fcndet ist. Von wegen \u201e<i>Namen<\/i> sind Schall und Rauch\u201c. Das Stammhalter-Gehabe mit dem Familiennamen ist der erste Schuss, den M\u00e4nner noch vorgeburtlich im Geschlechterkampf abfeuern. Frauen \u00fcbernehmen meist ihren Namen. Sogar Heidi Klum hie\u00dft jetzt Seeaal, pardon Samuel. \u2013<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Schon in den ersten Monaten reagieren M\u00e4dchen und Jungen unterschiedlich (Ich drehe es um, sonst bestreitet mir eine(r) aus formalen Gr\u00fcnden den Neutralit\u00e4ts<i>versuch<\/i>!). M\u00e4dchen reagieren intensiver auf Gesichter, Jungen auf Spielzeuge. Wenn schon die Chromosomen anderes agieren, warum sollen die daraus entstandenen Gew\u00e4chse gleich sein? Diese Tatsache ist vielfach belegt, wird aber durch die ideologische Brille des \u201eGender Mainstreaming\u201c gern geleugnet.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Bekannte Neschles, die Frau P\u00e4dagogin, der Mann linksintellektuell, haben den \u201eTest\u201c gemacht und Neschle konnte zusehen, wie er scheiterte. Dem M\u00e4dchen wurden Spielzeugautos geschenkt, dem Jungen Puppen. Schon vor der Pubert\u00e4t kam die Auflehnung: Das M\u00e4dchen wollte nur noch rosa Kleidung und der Junge stiefelte jedes Wochenende mit seinen Freunden zum Fu\u00dfball und verdr\u00e4ngte die Sache mit den Puppen. Neschle kennt aus seinem Bekanntenkreis keine Kinder, die dem Klischee von M\u00e4dchen\/Junge mehr entsprechen als diese beiden alternativ erzogenen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Meist wird dennoch alles gesellschaftlichen Umst\u00e4nden zugeschrieben. Da diese Frage f\u00fcr die Entwicklung der Argumente grundlegend ist, m\u00fcssen wir hier ein wenig vertiefen.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><b>D. <\/b><b>Gene oder Gesellschaft? Was nimmt uns Freiheit und W\u00fcrde?<\/b><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Die 68er haben die genetische Pr\u00e4gung frenetisch zur\u00fcckgewiesen. Die erinnerte sie an die Nazis, welche die Pr\u00e4gung durch das Erbmaterial massiv \u00fcberbetonten (und verf\u00e4lschten). Die 68er bezogen die \u201eGegenposition\u201c: Der Mensch wird <i>allein<\/i> durch die gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse gepr\u00e4gt und bestimmt, <i>nicht<\/i> durch Gene. Diese Haltung hatte schon der Sozialpsychologe Skinner eingenommen, wohl auch um seine einfachen Reiz-Reaktionstests vor sich selbst zu begr\u00fcnden und ihnen wissenschaftliches Geh\u00f6r zu verschaffen. In Bezug auf Rolle und Verhalten der Geschlechter ist alles gesellschaftlich bestimmt. Der Mensch reagiert auf Reize wie der Pawlowsche Hund auf die Glocke. Wollte man Frauen und M\u00e4nner gleichbehandeln, musste man nur die gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse \u00e4ndern. In dieser Philosophie haben gro\u00dfe Teile der Emanzipationsbewegung ihren Ursprung. Es ist heute \u201epolitisch korrekt\u201c so zu denken. Denn nur so kann Politik etwas \u00e4ndern!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><i>Doch ist das wirklich <u>die Gegenposition<\/u> zur genetischen Bestimmung des Menschen?<\/i> <i><u>In einer Hinsicht nicht:<\/u><\/i> Extreme genetische und extreme gesellschaftliche Pr\u00e4gung sprechen <b><i><u>beide(!)<\/u><\/i><\/b><i> <\/i>dem Menschen den freien Willen ab und seine pers\u00f6nliche Verantwortung: \u201eKannste nix machen, liegt in den Genen!\u201c und \u201eDer Mensch ist das Produkt der gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse\u201c sind unter diesem Aspekt gleich, nicht gegens\u00e4tzlich. In beiden F\u00e4llen trifft einen Verbrecher keinerlei <i>pers\u00f6nliche<\/i> Schuld. <i>Alle T\u00e4ter sind zugleich Opfer: Opfer ihrer Gene oder ihrer Gesellschaft.<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Der Widerspruch der 68er ist jedoch, dass davon bei den Nazi-T\u00e4tern keine Rede ist, ebenso nicht bei \u201eReaktion\u00e4ren\u201c. Auch die m\u00fcssten <i><u>Opfer<\/u><\/i> der gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse sein. Sie werden aber daf\u00fcr verantwortlich gemacht und sind so die wahren Verbrecher oder T\u00e4ter?! Wenn letztlich alle \u201eOpfer\u201c der Verh\u00e4ltnisse sind, welchen Sinn macht dann die Unterscheidung von T\u00e4tern und Opfern? \u201eJust as every cop is a criminal and all the sinners saints\u201d hei\u00dft es in \u201eSympathy for the Devil\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Folgt man Skinners Buchtitel \u201eBeyond Freedom and Dignity\u201c (\u201eJenseits von Freiheit und W\u00fcrde\u201c), wird dem Menschen auch das genommen, was laut Grundgesetz \u201eunantastbar\u201c ist: die W\u00fcrde. Ich glaube aber nicht, dass deren Unantastbarkeit im Grundgesetz so gemeint ist: \u201eHat der Mensch <i><u>keine<\/u><\/i> W\u00fcrde, ist sie <i>auch<\/i> unantastbar!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Vieles in der Gleichstellungsdiskussion dreht sich genau um diese Frage: Wie viel Genetik, wie viel Gesellschaft ist im Spiel? Dabei scheint der genetische Aspekt den Blick zu individualisieren (\u201eJeder Jeck is anders\u201c), w\u00e4hrend der gesamtgesellschaftliche eher f\u00fcr den Mainstreaming-Kamm der Gleichmacherei spricht. Wirkliche Individualisierung geschieht aber erst dadurch, dass man beide Extreme ablehnt und dem Menschen freien Willen und pers\u00f6nliche Verantwortung f\u00fcr seine Entscheidungen zuweist. Das aber ist keinesfalls selbstverst\u00e4ndlich:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">So gab es von den Gr\u00fcnen Vorschl\u00e4ge zum Steuerrecht, Ehen mit \u201eNur-Hausfrauen\u201c und damit (unausgesprochen!) die \u201eNur-Hausfrauen\u201c selbst zu diskriminieren. Dahinter steht die ideologische Sicht: Weil die gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse zur Entscheidung f\u00fcr das Hausfrauendasein gef\u00fchrt haben, m\u00fcssen wir mit einer \u00c4nderung der Verh\u00e4ltnisse daf\u00fcr sorgen, dass das unerw\u00fcnschte Dasein aufgegeben wird. Doch wer entscheidet, was und warum etwas unerw\u00fcnscht ist? Die Gutmenschen der Gr\u00fcnen, aber nicht die einzelne Frau selbst. Darin liegt der Versto\u00df gegen \u201eFreiheit und W\u00fcrde\u201c durch solche Gutmenschen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Wer den freien Willen und die W\u00fcrde des Menschen betont, akzeptiert die Entscheidung der Frauen als \u201efreie\u201c Wahl, die auch der Gesetzgeber zu respektieren hat. Die freie Wahl ist auch unvertr\u00e4glich mit einer vollst\u00e4ndigen genetischen Pr\u00e4gung: Die Frau sei \u201egenetisch\u201c bestimmt, am Herd zu stehen und Nur-Hausfrau zu sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Ich sehe neben genetischer Pr\u00e4gung und gesellschaftlichen Einfl\u00fcssen einen Bereich freien Willens. Den und die Folgen seiner Aus\u00fcbung sollten alle respektieren: Arbeitet jemand freiwillig weniger, ist er nicht diskriminiert, wenn er weniger Gehalt bezieht. Arbeit er freiwillig mehr, ist er nicht diskriminiert, weil er am Burn-out Syndrom leidet. Anders kann man nur urteilen, wenn man den Menschen \u00fcber Gene und Gesellschaft ihren freien Willen und ihre Verantwortung nimmt.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><b>E. <\/b><b>Auch M\u00e4nner werden von Frauen (v)erzogen.<\/b><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Nat\u00fcrlich pr\u00e4gt neben der Genetik auch der gesellschaftliche Einfluss die Geschlechter und Geschlechterrollen. <i>Derzeit werden wir vorwiegend von Frauen erzogen. Auch die Jungen! In der Phase fr\u00fchkindlicher Erziehung bestimmen Frauen die Rolle der M\u00e4nner.<\/i> Gibt es etwas an der Geschlechterrolle von M\u00e4nnern oder Frauen auszusetzen, lie\u00dfe sich daher sagen: Cherchez la femme! (Suche die Frau dahinter!)<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Immer mehr Stimmen sagen, dass die erziehenden Frauen dies in einer f\u00fcr <i><u>Jungen<\/u><\/i> nachteiligen Weise tun. So berichteten mehrere <i><u>Frauen<\/u><\/i> im WDR, die ihre S\u00f6hne vom Kindergarten abholten, \u00fcber folgende Konstellation: Die Jungen waren drau\u00dfen auf Spiel- und Bolzpl\u00e4tzen, \u201ebetreut\u201c von einer einzigen Kinderg\u00e4rtnerin, deren alleinige Aufgabe es war, die Eskalation von Streitigkeiten zu verhindern. Die M\u00e4dchen werden drinnen (im Warmen oder K\u00fchlen, das ist ja auch bequemer!) mit f\u00fcnffachem Betreuungsaufwand gehegt, gepflegt und beh\u00fctet beim Basteln, Singen oder Lesen..<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Allenthalben h\u00f6rt man: Jungen lesen weniger und schlechter. Ich lese sehr viel. Doch wenn ich anschaue, was Frauen in meinem Bekanntenkreis lesen, gibt es nicht viele \u00dcberschneidungen. Ich lebe lektorisch in einer anderen Welt. Meine Frau und ich lesen fast nie dasselbe Buch. Ich interessiere mich nicht so f\u00fcr \u201epers\u00f6nliche Schicksale\u201c, meine Frau nicht so f\u00fcr Politik, Philosophie und Dinge mit Witz.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Falls Jungen von solchen Frauen Lesestoff beziehen, verstehe ich, dass sie sich weigern, den Empfehlungen zu folgen. Das mache ich selbst nicht anders! Es zeigen ja auch unterschiedliche Zeitschriften, dass Frauen und M\u00e4nner beim Lesestoff anderes sozialisiert oder \u201egenialisiert\u201c sind. Wie also wollen Frauen Jungen f\u00fcr Lesestoff begeistern, f\u00fcr den sie sich selbst nicht interessieren? Bleiben aber die Anregungen f\u00fcr Jungen aus, gilt deren Verweigerung mangels Alternative dem Lesen selbst.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Dass Lesefaulheit kein m\u00e4nnlicher Gendefekt ist, zeigt uns nicht nur der uns\u00e4\u00e4\u00e4gliche Reich-Ranicki, sondern auch die Existenz von Lesestoff, der kaum in Kontakt mit Frauenaugen kommt. Da meine ich keinesfalls den Playboy, sondern etwa \u201ePer Anhalter durch die Galaxis\u201c, das ein ausgesprochenes M\u00e4nnerbuch ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Doch Vorsicht! Ist die m\u00e4nnliche Lesefaulheit wirklich die Schuld der Frauen in der fr\u00fchkindlichen Erziehung? Erkennen wir eine L\u00fccke, die Frauen in der Erziehung von Jungen nicht f\u00fcllen <i>k\u00f6nnen<\/i>, wo sind dann <i>wir<\/i>? Ich kann jedenfalls keine Schuld in Kindergarten oder Schule sehen, wenn und soweit M\u00e4nner sich aus diesen Bereichen und aus der Erziehung insgesamt heraushalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Gehen wir weiter in die Schule. Fr\u00fcher hat alles nach Koedukation geschrien. Heute gibt es Tendenzen zur\u00fcck, vor allem solche in reine M\u00e4dchenschulen. Denn M\u00e4dchen sollen durch die Koedukation in Mathematik und Naturwissenschaften benachteiligt sein. Davon dass Jungen im Sprachunterricht benachteiligt sein k\u00f6nnten, spricht dagegen kein Schwein! Frauen haben eine St\u00f6hn- und Klagelobby errichtet, die es auf m\u00e4nnlicher Seite nicht gibt. Die Klagen dieser Lobby sind aber nur berechtigt, falls es die Umst\u00e4nde der Koedukation sind, die sie benachteiligen und nicht genetische Unterschiede. Und wenn in die eine Richtung gedacht wird, warum nicht bez\u00fcglich des Sprachunterrichts in die andere?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Und \u00fcberhaupt: Was berechtigt uns, solche Fragen immer auf der Ebene der Geschlechtszugeh\u00f6rigkeit anzusiedeln? Wenn das f\u00fcr M\u00e4dchen oder f\u00fcr Jungen gilt, dann doch immer nur f\u00fcr den Durchschnitt. Und am Durchschnitt orientiert sich dann alles?!? Ja leider, muss man allzu oft feststellen!<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><b>F. <\/b><b>Junge Erwachsene\/StundentInnen<\/b><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Springen wir ans Ende der Schulzeit! Da erwartet immer weniger Jungen die Wehr- oder Ersatzdienstzeit. Meine eigene war erzwungene 18 Monate lang. Ich h\u00e4tte gern verzichtet. Das nennt Neschle eine echte Diskriminierung aller M\u00e4nner, die sich nicht glaubhaft krank (dar-)stellen k\u00f6nnen. Darauf wurde Neschle damals geantwortet:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">1. Alle, die keinen Dienst am Volke schieben, sind krank. \u2013 Darauf sagte ich: a: Seltsam, dass einige der Kranken mehr leisten k\u00f6nnen als ich, z.B. in der Handball-Bundesliga spielen. Und b: Die Nachteile des Krankseins auszugleichen ist Aufgabe der Krankenkassen. Aber wer gleicht die Nachteile von Wehr- oder Ersatzdienst aus?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">2. Frauen bekommen Kinder. \u2013 Da sprach ich: a: Ahaaa! Die Frauen, die keine Kinder kriegen, werden also nachtr\u00e4glich eingezogen?! b: Man kann Wehr- oder Ersatzdienst nicht als Strafe daf\u00fcr vorsehen, dass M\u00e4nner keine Kinder kriegen. Darauf hat der Mensch (bis auf Ausnahmen) bislang nur wenig Einfluss, selbst wenn er wollte.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Doch halt! Die Bundeswehr diskriminierte ja auch Frauen. Diejenigen, die <i>freiwillig <\/i>hinwollten, durften es fr\u00fcher nicht. \u2013 Keine Angst, ich komme jetzt nicht mit dem Argument, dass M\u00e4nner nicht Hebamme werden d\u00fcrfen. \u2013 Mit der Diskriminierung der Frauen bei der Bundeswehr stimmt das nicht mehr. Sie stellt Frauen schon seit Jahren ein und hat gute Erfahrungen gemacht, obwohl es schlechte Witze gibt<a href=\"#_ftn1_3870\" name=\"_ftnref1_3870\">[1]<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">W\u00e4hrend dort also die Diskriminierung der Frauen abgebaut ist, gibt es die der M\u00e4nner immer noch. Einige <i><u>m\u00fcssen<\/u><\/i> eben immer noch hin, andere brauchen es nicht und keiner wei\u00df mehr so recht warum: Das nennt sich \u201eWehrgerechtigkeit\u201c, gegen die \u201eMann\u201c sich l\u00e4ngst wehren m\u00fcsste!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Den Rest sparen wir uns f\u00fcr Teil II, ebenso das Gedicht!<\/p>\n<hr align=\"left\" size=\"1\" width=\"33%\">\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref1_3870\" name=\"_ftn1_3870\">[1]<\/a> Hier ist einer dieser schlechten Witze. Er riecht deutlich nach ganz unten, nach Fu\u00dfnote: Auf dem Schie\u00dfstand meldet sich die Sanit\u00e4ts-Unteroffizierin beim Leitenden ab. Sie m\u00fcsse wegen einer Unp\u00e4sslichkeit die Kaserne aufsuchen. Der Leutnant ist einverstanden, da ohnehin die Mittagspause bevorsteht. Er bittet die junge Dame nur, f\u00fcr Ersatz zu sorgen, der p\u00fcnktlich um 14.00 Uhr eintreffen solle. Die junge Dame verspricht es und macht sich auf den Weg. \u2026 Es ist 14.00 Uhr. Die Truppe aber wartet und wartet, denn ohne Sanit\u00e4ter darf das Schie\u00dfen nicht fortgesetzt werden. Um 14.45 Uhr taucht am Horizont eine schwankende Gestalt auf: der Sanit\u00e4ter. Als der Leutnant ihn zur Rede stellt, erkl\u00e4rt er seinen Zustand wie folgt: \u201eMeine Kollegin ist in die Kaserne gekommen und hat mir gesagt, ich solle sie abl\u00f6sen. Sie h\u00e4tte ihre Tage! Dann musste ich mich ja abmelden! Da hab\u2019 ich das dem Spie\u00df erz\u00e4hlt und der hat mir einen ausgegeben. Danach bin ich zum Hauptmann und der hat auch einen ausgegeben. Und als ich das dann dem Kommandeur erz\u00e4hlt habe, musste ich wieder einen mittrinken. Ja, un gezz binnich hia!\u201c<\/p>\n<p><a title=\"PDF-Datei\" href=\"http:\/\/www.neschle.de\/download-manager.php?id=148\">PDF-Datei<\/a><br \/>\nThis post was downloaded by  1138 people until now.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gender-Tender: Diskriminieren \u201ezwischen\u201c, \u201enach\u201c und \u201evon\u201c(I). In unserer Gesellschaft werden Frauen manchmal diskriminiert, in meiner Gesellschaft nicht. (Neschle). Neschle hat neulich einen Forschungsantrag eingereicht. Dabei musste er unterschreiben, dass mindestens 40% der Arbeit von Frauen geleistet wird. 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