{"id":45,"date":"2007-05-09T14:28:31","date_gmt":"2007-05-09T12:28:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.neschle.de\/wordpress\/?p=45"},"modified":"2020-06-21T15:59:24","modified_gmt":"2020-06-21T14:59:24","slug":"leon-neschle-13-20-woche-2007","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/blog\/leon-neschle-13-20-woche-2007\/","title":{"rendered":"Leon Neschle 13 (20. Woche 2007)"},"content":{"rendered":"<header>\n<h2 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #4f81bd\">\u00dcber die B\u00f6sartigkeit \u201epolitischer Korrektheit\u201c.<\/span><\/strong><\/h2>\n<\/header>\n<p style=\"text-align: left;\"><em>We try to make virtues out of the faults we have no wish to correct.&nbsp;<\/em>(Francois de La Rochefoucauld)<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Sozial \u201ewichtigreden\u201c: K\u00f6nnen sich einige hierzulande! \u201eWichtigtun\u201c auch!<!--more--> Doch \u201esozial richtigmachen\u201c ist etwas anderes. Dazu muss man es machen, nicht schwafeln!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Es gibt kaum etwas, das so scheinheilig und heuchlerisch ist wie die \u201epolitische Korrektheit\u201c. \u201ePolitische Korrektheit\u201c ist der Deckmantel f\u00fcr diejenigen, die ganz anders hindenken als sie sich hinzwingen m\u00fcssen, formal korrekt zu reden.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\u201ePolitische Korrektheit\u201c ist der gesellschaftliche Zwang, so zu tun, als sei man \u201emoralisch\u201c. Beim autosensitiven Bonhomme metamorphiert sie zur Selbstzwangneurose. Dieser selbstgef\u00fchlte Gutmensch sondert stetig und nachhaltig \u201everbale Sozialheit\u201c ab, damit er nicht wirklich sozial sein muss. Statt der Gesellschaft etwas zu geben, fordert er laufend etwas von ihr, f\u00fcr sich und andere. Er ist \u201eAnspruchssozialer\u201c, kein \u201eLeistungssozialer\u201c, weil er es nicht f\u00fcr \u201egerecht\u201c h\u00e4lt, sich von anderen ausbeuten zu lassen. Lieber macht er das selbst. Von unten, wie andere das von oben tun!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die Sache mit der politischen Korrektheit fing fr\u00fch an und hat uns mehr gepackt, als wir wahrhaben wollen. Es ging schon los, als der \u201eMann\u201c \u201eMann\u201c blieb und aus dem \u201eWeib\u201c eine \u201eFrau\u201c wurde, ohne dass sich an der faktischen Diskriminierung etwas \u00e4nderte. Dem haben wir heute Stotterbezeichnungen wie \u201e<i>Frau<\/i> Diplom-Kauf<i>frau<\/i>\u201c zu verdanken, w\u00e4hrend das Gegenst\u00fcck zu \u201eHerr Diplom-Kaufmann\u201c eigentlich \u201eFrau Diplom-Kaufweib\u201c w\u00e4re. Umgekehrt k\u00f6nnten wir \u201eHerr Diplom-Kaufherr\u201c sagen. Aber wer mag das dahin- oder dahersagen? Doch es ist noch viel grausiger mit der \u201epolitischen Korrektheit\u201c!<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong>A. Der Studierende, die Studierende und das Studierende (hoffentlich mit Abschluss!)<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">\u201eLehrlinge\u201c gibt es schon lange nicht mehr, erst recht keine \u201eStifte\u201c. Ich meine nat\u00fcrlich <i>nicht <\/i>\u201ein echt\u201c. Da gibt es sie immer noch. Aber nicht mehr in der Sprache der \u201epolitisch Korrekten\u201c. Da gibt es l\u00e4ngst nur noch \u201eAuszubildende\u201c oder \u201eAzubis\u201c. \u201eStifte\u201c mussten dem Meister die Stiefel putzen, \u201eLehrlinge\u201c das Bier holen. Das war diskriminierend. Deshalb wurden sie abgeschafft! Es kamen die \u201eAusbildenden\u201c, die etwas lernen sollten. \u201eStifte\u201c und \u201eLehrlinge\u201c haben nie etwas so Kluges getan. Deren kostbare Zeit haben Gesellen und Meister an niedere Hilfsdienste verschwendet. Die Auszubildenden von heute ver(sch)wenden ihre Zeit nicht mehr<i> daf\u00fcr<\/i>, sondern nur noch f\u00fcr das D\u00e4umchendrehen an der Computerspiel-Konsole. Sie bekommen n\u00e4mlich keinen Ausbildungsplatz mehr. Aber als \u201eAuszubildende\u201c sind sie wenigstens nicht mehr diskriminiert, sondern \u201epolitisch korrekt\u201c arbeitslos!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Damit das mit der \u201epolitischen Korrektheit\u201c bei den \u201eAuszubildenden\u201c \u201epolitisch korrekt\u201c ablief, hat man eine Menge \u201epolitisch korrekter\u201c Regeln erlassen. Diese Regeln verbieten Ausbildern vieles und verlangen von ihnen manches zus\u00e4tzlich, vor allem formale Abschl\u00fcsse und jede Menge B\u00fcrokratie. Den alten \u201eLehrlingen\u201c wurde zum Ausgleich daf\u00fcr vieles erlaubt und sie erhielten jede Menge neue Rechte.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Nun mussten die Ausbilder im Krankenhaus die Kotze wegwischen. Die \u201eLehrlinge\u201c wurden dadurch \u201eAuszubildende\u201c, dass sie dabei zusehen durften und etwas lernten. &#8211; Der Zivildienstleistende \u00fcberspringt hier einfach den Status des \u201eAuszubildenden\u201c! &#8211; Weil Auszubildende jetzt eine Art Aufsichtst\u00e4tigkeit haben, wird die monatliche Bezahlung in eine \u201eAufsichtsratsverg\u00fctung\u201c verwandelt, pardon \u201eAuszubildendenverg\u00fctung\u201c, und damit f\u00fcr alle merklich erh\u00f6ht.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Einen winzigen Wermutstropfen gibt es bei dieser Sache. Die Besch\u00e4ftigung Auszubildender ist nun f\u00fcr manche Unternehmung nicht mehr interessant und mehr noch f\u00fcr staatliche Einrichtungen, ein wundersch\u00f6nes Eigentor! Manche halten sie sogar f\u00fcr unzumutbar, weil sie zu Lasten der anderen Besch\u00e4ftigten geht. Deshalb schr\u00e4nken oder stellen sie die Ausbildung ein, setzen die Einstellung Auszubildender aus: Zu wenig Leistungserwartung f\u00fcr zu viel Geld. Diese Unternehmungen verhalten sich so, wie die meisten Bundesliga-Vereine. Sie investierten wenig in ihren Nachwuchs und viel in den \u201eKauf\u201c bereits Ausgebildeter.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Immer mehr Institutionen, da sind staatliche ganz vorn dabei, dr\u00fccken sich um die Ausbildung. \u201ePolitisch korrekt\u201c ist dies nat\u00fcrlich. \u201eAuszubildender\u201c ist ja nur eine Soll-Formulierung: Jemand <i>ist<\/i> auszubilden, also: Er <i>soll<\/i> ausgebildet werden! Wer kann da verlangen, dass Ausbildung auch tats\u00e4chlich stattfindet? \ud83d\ude09<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">In der Universit\u00e4t soll man seit einiger Zeit \u201epolitisch korrekt\u201c statt \u201edie Studenten\u201c \u201edie Studierenden\u201c sagen, vermutlich weil diese Formulierung auf \u201eder\u201c, \u201edie\u201c, \u201edas\u201c passt und daher extrem geschmacks- und geschlechtsneutral ist. Sie hat kein geschlechtliches G\u2019schm\u00e4ckle, wie der Schwabe sagt. In der Mehrzahl \u201edie Studierenden\u201c wenigstens. Denn \u201e<i>der<\/i> Studierende\u201c ist m\u00e4nnlich, \u201e<i>die<\/i> Studierende\u201c ist weiblich und \u201e<i>das<\/i> Studier-ende\u201c war mal die Sache mit Diplom und ist nun die mit akademischem Gesellen- und Meisterbrief, also Bachelor und Master (siehe dazu <a href=\"https:\/\/neschle.de\/index.php\/blog\/5\/\">Leon Neschle 1<\/a>).<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\u201eDie Studenten\u201c darf man nicht mehr sagen. <i>Studentinnen<\/i> d\u00fcrfen das, auch wenn sie sich selbst dabei einschlie\u00dfen. Sie tun das sogar ausgiebig. Fast so, als wollten sie Neschle damit provozieren und ihm eine Nase drehen. Das ist wohl \u201epolitisch korrekt\u201c, auch wenn das nun<i> ihn<\/i> in <i>seinem<\/i> Sprachgebrauch diskriminiert. Er darf nicht mehr, was die M\u00e4dels d\u00fcrfen, w\u00fcrde es aber gern, weil es k\u00fcrzer ist. Kann solche Diskriminierung \u201epolitisch korrekt\u201c sein? Man m\u00fcsste das mal eine oder einen Gender<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>-Beauftragte(n) fragen!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Man br\u00e4uchte doch \u201eStudenten\u201c nur umdeuten: In \u201eStud-Enten\u201c, und alle w\u00e4ren weiblich. Ob man dann die \u201eStud-Erpel\u201c diskriminiert? Das Wort \u201eStud-Entinnen\u201c w\u00e4re dann als Pleonasmus <i>sprachlich<\/i> nicht korrekt. Doch das ist weniger verwerflich als <i>politisch<\/i> nicht korrekt zu sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Um \u201epolitischer Korrektheit\u201c zu gen\u00fcgen, wurden fr\u00fcher schon aus \u201ePutzfrauen\u201c \u201eRaumpflegerinnen\u201c; doch das hat sich nie durchgesetzt. Heute werden deshalb aus den \u201eLernbehinderten\u201c die \u201eMenschen mit besonderer oder anderer Begabung\u201c. Ob sich das durchsetzt?!<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><b>B. Vom Ausl\u00e4nder, Deutscht\u00fcrken &#8230; zum Memimihi.<\/b><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Ausl\u00e4nder in Deutschland, eingeb\u00fcrgert oder nicht, hei\u00dfen neuerdings politisch korrekt \u201eMenschen mit Migrationshintergrund\u201c. Wenn schon den meisten \u201eAuszubildender\u201c zu lang ist und durch \u201eAzubi\u201c ersetzt wird, wie w\u00e4re es hier mit \u201eMemimis\u201c, \u201eMemihis\u201c oder zumindest \u201eMemimihis\u201c? Oder diskriminiert das, weil es keiner versteht?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Bei \u201eMigrationshintergrund\u201c denkt Neschle jedenfalls an \u201eMigr\u00e4ne\u201c. Die hatte offenbar diejenige, die dieses \u201epolitisch korrekte\u201c Wort erfunden hat. Ob die Schl\u00e4fer von Al-Kaida nicht besser als \u201eMenschen mit Migrationsuntergrund\u201c bezeichnet w\u00e4ren? Und was ist mit \u201eSteuerfl\u00fcchtlingen\u201c? Sollte man die nicht \u201eMenschen mit Migrationsvordergrund\u201c nennen?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Man sieht, das Konzept ist erweiterungsf\u00e4hig, um auch mit weiteren Diskriminierungen \u201epolitisch korrekt\u201c umzugehen. Verbal zumindest! Darin ersch\u00f6pft sich die \u201epolitische Korrektheit\u201c meist ohnehin. <i>Das ist so wie bei Kranken, denen man weder helfen kann noch will.<\/i> Die tr\u00f6stet man mit beruhigenden Worten, um ihnen den Eindruck zu geben, es sei nicht so schlimm:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\u201eAusl\u00e4nder\u201c wollen einige Pannem\u00e4nner nicht lieb haben, obwohl sie selbst fast \u00fcberall welche sind. Bei \u201eMenschen mit Migrationshintergrund\u201c scheint das anders zu sein. Es klingt auch schon so! F\u00fcr die empfindet jeder Mitleid, schon wegen dieser Bezeichnung. Und der Migr\u00e4ne!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Fr\u00fcher war das so: Als \u201eAusl\u00e4nder\u201c kam man nach Deutschland. Wurde man \u201eDeutscher\u201c, war es vorbei mit dem \u201eAusl\u00e4ndersein\u201c. Beim \u201eMenschen mit Migrationshintergrund\u201c ist das anders. Der bleibt das, sein Leben lang. Da wird sozusagen die Nichtdiskriminierung vom \u201eAusl\u00e4ndersein\u201c direkt ins \u201eDeutschsein\u201c versch(r)oben, eine fast philosophische \u201eSeinstransformation\u201c. Aber weil diese Diskriminierung eine \u201epolitisch korrekte Nichtdiskriminierung\u201c ist, darf man sie auch ein wenig verl\u00e4ngern!? Selbst wenn man schon Deutscher ist, bleibt man also ein Memimihi. &#8211;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Frauen und Ausl\u00e4nder, pardon \u201eMenschen mit Migrationshintergrund\u201c (Auslandsdeutsche und Deutschausl\u00e4nder sind eingeschlossen!), bilden in der Denkwelt der \u201epolitisch Korrekten\u201c einen gemeinsamen Diskriminierungspool. Das ist aus Neschles Sicht nicht gerade oder gerade nicht korrekt, aber \u201epolitisch Korrekte\u201c denken so verquast. Das schafft Probleme, wie sie der Kabarettist Rolf Miller geschildert hat:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Da sieht seine politisch korrekte Schw\u00e4gerin, wie ein Ausl\u00e4nder einer Frau eine langt. \u201e<i>So richtig<\/i>\u201c, sagt Miller, \u201enicht blo\u00df so als Warnung!\u201c Dann kommt der Konflikt: Zu wem soll die Schw\u00e4gerin halten? Zur Frau oder zum Ausl\u00e4nder? &#8211; Einfacher w\u00e4re da eine \u201eFrau mit Migrationshintergrund\u201c. Zu der h\u00e4tte man schon wegen der \u201ediskriminatorischen Doppelbelastung\u201c halten m\u00fcssen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Neschle hat schon mit vielen \u201eMenschen mit Migrationshintergrund\u201c gesprochen, selbst mit deutschen Steuerfl\u00fcchtlingen in der Schweiz, die zurzeit durchaus Ausl\u00e4nderfeindlichkeit bei Schweizern sp\u00fcren. Alle haben Neschle zu dessen <i>politisch korrekten Entsetzen<\/i> versichert, sie seien Ausl\u00e4nder oder Deutsche, auch Deutscht\u00fcrken, Deutschrussen, Deutschschweizer \u2026. Keiner hat von sich selbst \u201epolitisch korrekt\u201c \u201eMensch mit Migrationshintergrund\u201c gesagt.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Darf<i> Neschle<\/i> auch von \u201eAusl\u00e4ndern\u201c sprechen? \u201ePolitisch korrekt\u201c nat\u00fcrlich nicht! Wenn sich seine Studentinnen in Ein- oder Mehrzahl als \u201eStudenten\u201c bezeichnen, muss er sich sprachlich \u201epolitisch korrekt\u201c auch selbst diskriminieren und \u201eStudentin\u201c oder \u201eStudentinnen\u201c sagen. Er darf sich von <i>deren<\/i> Sprachgebrauch nicht verf\u00fchren lassen! Selbst wenn Ausl\u00e4nder selbst \u201eAusl\u00e4nder\u201c sagen, muss er von und mit ihnen \u201epolitisch korrekt\u201c als \u201eMenschen mit Migrationshintergrund\u201c sprechen. &#8211;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Oh, mein Gott, was macht der Borat mit den Juden?! Er selbst ist Jude! <i>Er <\/i>darf das! H\u00e4tte ein Deutscher solche Szenen ge-, h\u00e4tte man ihm den Saft abgedreht. So etwas d\u00fcrfen sonst nur Engl\u00e4nder mit Deutschen machen, in lustigen Filmen \u00fcber den Zweiten Weltkrieg. Das gilt dort als \u201epolitisch korrekt\u201c, weil die Deutschen es selbst schuld sind und \u00fcberhaupt weil es Deutsche sind. Und die sind so! \u2013<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Neschle stellt sich gerade vor, wie er eine afrikanische Studentin als \u201eMensch mit Migrationshintergrund\u201c anredet. Der w\u00fcrden die Ohren aus dem Kopf fallen! Das ist aber auch bei weitem schwierigste Beispiel f\u00fcr \u201epolitische Korrektheit\u201c: die oder der \u201eFarbige\u201c. Das ist weder der Bunte, der Gr\u00fcne, der Gelbe oder der Rote, sondern meist nur \u201eder Schwarze\u201c. Genau das l\u00e4sst man mit \u201eder Farbige\u201c im Dunkeln.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Da darf man heute schon einiges nicht mehr sagen und es ist schwer, auf dem aktuellen Stand zu bleiben. Die \u201eMenschen mit afrikanischem Migrationshintergrund\u201c bezeichnen sich in den USA zwar meist selbst als \u201eBlacks\u201c, gegebenenfalls aber auch als \u201eBrothers and Sisters\u201c (sprich: \u201eBrodas en Sistas\u201c). Aber tut das ein \u201eMensch ohne afrikanischen Migrationshintergrund\u201c (siehe oben!), ist<i> das<\/i> nicht politisch korrekt.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\u201eMohr\u201c ist ganz alt und politisch \u201avoll unkorrekt.\u2019 Auch Spanisch scheint eine \u201apolitisch voll unkorrekte Sprache\u2019 zu sein. Deshalb ist \u201eNegro\u201c ebenso wie \u201eNeger\u201c<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> politisch unkorrekt, von \u201eNigger\u201c v\u00f6llig zu schweigen. Au\u00dfer nat\u00fcrlich, wenn der Unaussprechliche es selbst sagt. So hat Neschle neulich von einem \u2026 geh\u00f6rt: \u201eWhat a crazy Nigger I am!\u201c Neschle hat herzlich mit ihm gelacht, statt sich \u00fcber die \u201epolitische Unkorrektheit\u201c zu entsetzen, wenn es denn \u00fcberhaupt eine war.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\u201eBlack\u201c hei\u00dft wie \u201eNegro\u201c zwar auch \u201eSchwarz\u201c, kommt einem aber nicht spanisch vor. \u201eBlack\u201c und \u201eFarbiger\u201c sind nicht ganz so lange politisch unkorrekte Bezeichnungen, doch sie sind es wohl zurzeit zunehmend. Nun ist wohl \u201eAfro-Amerikaner\u201c politisch korrekt, wenn Neschle es sagt, vorausgesetzt der Mensch ist kein waschechter Afrikaner. Doch nur so lange bis es irgendein anderes Wort wird, weil irgendein (mit Verlaub!) Dummkopf meint, ein (ohne Verlaub!) noch viel d\u00fcmmerer Dummkopf habe das Wort diskriminierend verwendet.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\u201e<i>Politisch Korrekte\u201c sind immer mehr mit dem besch\u00e4ftigt, was Leute <u>sagen<\/u>, als mit dem, was Leute <u>tun<\/u>.<\/i> Der Pastor von Appelh\u00fclsen sprach dereinst von der Kanzel jedoch den Satz der Ewigkeit: \u201eLiebe Gemeinde! Glaubt nicht meine Worte, glaubt meine Tatens!\u201c \u201eUnd\u201c, so f\u00fcgt Neschle hinzu, \u201ewer sich da mit die W\u00f6rters aufh\u00e4lt, der will nix tun.\u201c<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><b>C. \u201ePolitische Korrektheit\u201c: die Suche nach einem Deckmantel und die Pflicht, ihn auch zu tragen!<\/b><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Jeder Mensch ist Ausl\u00e4nder. Irgendwo! Jeder Mensch ist auch Farbiger. Nur die T\u00f6nung ist anders! Doch nicht jeder Mensch ist ein Idiot. Diskriminiere ich Ausl\u00e4nder oder Farbige, diskriminiere ich immer auch mich selbst. Diskriminiere ich Idioten, glaube ich zumindest nicht an Selbstdiskriminierung. Diskriminiere ich faschistoide Menschen, wei\u00df ich das sogar.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Suche ich Gr\u00fcnde, andere Menschen nicht zu m\u00f6gen, gibt es gen\u00fcgend andere als Nationalit\u00e4t, Rasse oder Geschlecht. Zum Beispiel, dass einer in unfairer Weise eine Machtposition ausnutzt, wie das bei kleinen Beamten h\u00e4ufig vorkommt. Oder wie w\u00e4re es mit Missg\u00fcnstigen und Neidern? Leuten, die das Blumenbeet haben wollen, ohne die Gartenarbeit zu m\u00f6gen. Wie wenig Phantasie haben da Leute, die Menschen nicht m\u00f6gen, weil sie Ausl\u00e4nder sind oder eine andere Hautfarbe haben!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Ach ja, die Frauen hat Neschle noch vergessen! Jeder Mensch ist zwar Ausl\u00e4nder, aber nicht jeder eine Frau. Schon Gr\u00f6nemeyer hat ja gesungen: \u201eM\u00e4nner sind auch Menschen\u201c. Die Frauen spare ich bis zum Schluss auf. Nur ein kleiner Happen vorweg: Warum sollte es einen Grund geben, Frauen nicht zu m\u00f6gen, nur weil sie Frauen sind. Da w\u00fcrde jeder seine Mutter verleugnen und sich gedanklich um die eigene Existenz bringen. Das Argument funktioniert \u2013 Emma! Nun pass doch mal auf! &#8211; \u00fcbrigens auch umgekehrt bei M\u00e4nnern. &#8211;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Schaut Neschle Pl\u00e4tze und Menschen an, bei denen \u201epolitische Korrektheit\u201c den h\u00f6chsten Stellenwert hat, kommt er zu folgender Feststellung:<\/p>\n<ol style=\"text-align: left;\">\n<li>Der Ort an dem \u201epolitische Korrektheit\u201c weltweit wohl zur gr\u00f6\u00dften Obsession geworden ist, liegt im S\u00fcden der USA, wo einst der Ku-Klux-Klan sein b\u00f6ses Spiel trieb. Dort, wo auf fast jedem amtlichen Formular nach der \u201eRace\u201c gefragt wird, was hier nicht \u201eRennen\u201c bedeutet, aber zum Wegrennen ist. Sollten Sie je ein solches Formular ausf\u00fcllen, schreiben Sie auf keinen Fall irgendeine Form von \u201eArier\u201c hinein, also weder Veget-Arier, Prolet-Arier noch Parlament-Arier (Hitler war nur ersteres aus \u00dcberzeugung.)! Sind Sie \u201ewei\u00df\u201c, interessiert nicht, ob sie Vorfahren in der italienischen oder russischen Mafia hatten. Schreiben sie \u201eWhite\u201c. \u201eWhite\u201c ist hier zwar die \u201epolitisch\u201c, aber sicher nicht die \u201eethnisch\u201c korrekte Bezeichnung f\u00fcr die eigene \u201eRace\u201c.Warum hat sich gerade in diesem Umfeld die \u201epolitische Korrektheit\u201c zur Hochkultur entwickelt?! Was man nicht selber wei\u00df, das muss man sich erkl\u00e4ren:Lassen wir \u201eLatinas\u201c und \u201eLatinos\u201c mal weg, die man \u201epolitisch korrekt\u201c wahrscheinlich nicht so nennen darf. \u201eAfro-Amerikaner\u201c sagen weiter \u201eBlacks\u201c zu sich selbst. Und nat\u00fcrlich \u201eBrothers\u201c, \u201eBrodas\u201c und sonst was. Das ist politisch korrekt, weil niemand an (Selbst-)Diskriminierung denkt, obwohl es auch Selbstbetrug, Selbstbefriedigung und jede Menge anderen dummen Auto-Aktionismus gibt. Sagt das jedoch ein \u201eWhitey\u201c, ist das nicht \u201ewitty\u201c, sondern \u201epolitisch unkorrekt\u201c. Er <i>k\u00f6nnte<\/i> es ja diskriminierend meinen! Und es wird f\u00fcr ihn umso kritischer, je st\u00e4rker dieser Verdacht ist.Genau hier wird der Hase gepfeffert oder er liegt schon drin, im Pfeffer: Warum spielen so viele mit dem Gedanken, sie k\u00f6nnten sich der Diskriminierung verd\u00e4chtig machen? Neschle hat bei sich selbst nie das Gef\u00fchl und w\u00fcrde ohne Probleme das Wort \u201eBlacks\u201c oder sogar \u201eNeger\u201c verwenden.\n<p>Doch wie oft verwendet jemand, der immer <i>\u201eden Menschen\u201c<\/i> sieht, dieses Wort \u00fcberhaupt? Eigentlich nie! &#8211; Wie oft jemand, f\u00fcr den sich sein Gegen\u00fcber vor allem durch seine Rasse darstellt? Ziemlich h\u00e4ufig! Soll dieser Dummkopf doch \u201epolitisch korrekt\u201c immer \u201eMensch mit afrikanischem Migrationshintergrund\u201c sagen! Das ist zumindest lang genug, um seinem Zuh\u00f6rer f\u00fcr den Rest des Gespr\u00e4chs manch anderen Unsinn zu ersparen. Neschle sagt weiter Bob zu ihm oder Liza oder \u2026 .<\/li>\n<li>Der Personenkreis in Deutschland, der \u201epolitische Korrektheit\u201c bis zur Selbstverleugnung liebt, besteht aus linksintellektuellen Geisteswissenschaftlern. Hier ist das Sammelbecken der \u201eideologischen Pharis\u00e4er\u201c, deren moralischer Zeigfinger stets auf andere zeigt, ohne die drei Finger zu bemerken, die auf sie selbst zur\u00fcckzeigen. Manchmal f\u00e4llt das auf, wenn noch kein Grass dar\u00fcber gewachsen ist. Bei Grass selbst etwas sp\u00e4ter!Moralische Selbstverliebtheit treibt hier in die Zitronen-Bl\u00fcte der \u201epolitischen Korrektheit\u201c, die in sauren Fr\u00fcchten endet. Dadurch zeigt man anderen eigene moralische Sauberkeit und heuchelt sie sich selbst vor. Das ist die wahre Funktion der \u201epolitischen Korrektheit\u201c in den moralischen Sauberkeitsappellen der Linksintellektuellen! Das ist auch die geistige Grundlage f\u00fcr die <i>politische Verordnung<\/i> von \u201eAnti-Diskriminierung\u201c.<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: left;\">Drehen wir die Sache mit der Diskriminierung aber einmal um: <i>Vielleicht sollte man Diskriminierung sogar zur Pflicht machen!<\/i> Sonst ist einem alles egal, gleich g\u00fcltig und gleichg\u00fcltig. Soll man Faschisten, (Ehren-)M\u00f6rder oder Drogenh\u00e4ndler nicht diskriminieren? <i>Man sollte zum Ausgleich mal Pro-Diskriminierungsgesetze erlassen!<\/i> Damit auch der bl\u00f6deste B\u00fcrger wei\u00df, was und wen man diskriminieren soll, statt ihm nur zu sagen, wo er <i>nicht <\/i>diskriminieren soll. Beim durchschnittlichen Bild(zeit)ungsb\u00fcrger erweckt man sonst den Eindruck, die Tugend liege allein in der Nicht-Unterscheidung und Nicht-Diskriminierung. Hier mal ein fl\u00fcssiges Beispiel, damit das Essay nicht zu trocken bleibt:<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><b>D. Diskriminierung tut Not-Durft. Das w\u00e4re mal \u201epolitisch korrekt\u201c <u>getan<\/u>!<\/b><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Man sollte die <i>M\u00e4nner<\/i> beim \u00f6ffentlichen \u201eToilettengesch\u00e4ft\u201c diskriminieren. (Die Leserin hat sich <i>nicht<\/i> verlesen!) Nicht weil M\u00e4nner es unsauberer machen<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a>. So wie in den privaten \u201eDamentoiletten\u201c, wo zumindest die Dilettanten allzu h\u00e4ufig nur die Kanten treffen: aus dem Stand. Man sollte M\u00e4nner hier diskriminieren, gerade weil sie ihre \u201ekleinen Gesch\u00e4fte\u201c problemloser und schneller erledigen!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><i>Wer schreibt unseren Architekten eigentlich vor, \u00f6ffentliche Herren- und Damentoiletten m\u00fcssten aus Gr\u00fcnden der Nichtdiskriminierung die gleiche Raumgr\u00f6\u00dfe haben?<\/i> Das Ergebnis: die lange, bange Schlange vorm Damen-Abtritt, Frauen, die bei \u00f6ffentlichen Veranstaltungen auf der Herrentoilette an der m\u00e4nnlichen Pippi-Galerie vorbeidestillieren und hinterr\u00fccks in der Sitzbatterie verschwinden.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Merke: Gerade zur Nicht-Diskriminierung ist beim \u00f6ffentlichen Liquidit\u00e4ts-Druck <i>Diskriminierung<\/i> notwendig! Gerecht ist nicht, alles \u00fcber den Kamm einer gedankenlosen Gleichbehandlung zu ziehen, sondern zwischen Ungleichem zu diskriminieren!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Vielleicht k\u00f6nnten die Architekten als Ausgleich in private Wohnh\u00e4user mal was anderes einbauen als Damentoiletten f\u00fcr Sitzpinkler! Hier M\u00e4nner werden in doppelter Weise diskriminiert: Von Frauen, die vergessen die Brille wieder hochzuklappen ;-), und von Frauen, die sich dann noch \u00fcber Grenzbefeuchtungen beschweren. Diese Frauen sollten froh sein, dass hierzulande der Damenstandard und nicht das franz\u00f6sische Herren-Stehklo die Privatgem\u00e4cher erobert hat. Sie sollten ihr Sitzmonopol daher nicht zu Lasten der M\u00e4nner ausnutzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Beim Reiten hat sich dagegen der Damensattel nie richtig durchgesetzt. Liebe M\u00e4dels: Stellt Euch mal vor, wir w\u00fcrden beim Reiten alle M\u00e4nner in den Damensattel zwingen! So ist es aber bei der h\u00e4uslichen Toilette:alle M\u00e4nner in den Damensattel. Da man als Mann nur sagen: Das Leben ist wie eine Brille: Man macht viel durch!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Neschle ist hier <i>f\u00fcr <\/i>Diskriminierung und eine salomonische L\u00f6sung: H\u00e4ngt den M\u00e4nnern in die private Wohnung ein Teil wie in der \u00f6ffentlichen \u201eKeramikabteilung\u201c! Gebt den Frauen als Ausgleich daf\u00fcr mehr Raum in der \u00f6ffentlichen Keramik!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Neschle hat zu Hause l\u00e4ngst das Sitzmonopol seiner Ex-Verlobten gebrochen. Jetzt kann er seine Nachfrage gezielt verteilen je nach Gesch\u00e4ft. Vor allem kann er sich weiblicher Kritik \u00fcber mangelnde Zielf\u00e4higkeit entziehen, ohne Platz nehmen zu m\u00fcssen. Er ist halt r\u00fcde und R\u00fcde und hebt deshalb lieber sein Bein. Wie singt doch Lotto-King Karl: \u201eDa hab\u2019 ich lieber ab und zu mal feuchte Socken, statt wie ein Froschk\u00f6nig auf dem Pott zu hocken\u201c. Der musste halt stehend ins Damenklo zielen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">So sind sie halt die M\u00e4nner, meine politisch korrekten Linksintellektuellinnen: r\u00fcde! Warum aber hier diskriminieren, wo Ihr das sonst allgemein und vehement ablehnt? &#8211;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Wegen ihres fatalen Hangs zur Nichtdiskriminierung muss sich Deutschlands Linke doch in Grund und Boden sch\u00e4men. Jahrelang hat sie gegen <i>deutsche<\/i> Faschisten gek\u00e4mpft und gegen Diskriminierung von Ausl\u00e4ndern. Dass ein Rechtsstaat Faschisten diskriminiert, ist notwendig. <i>Aber deutsche und ausl\u00e4ndische!<\/i> Die Linke hat ausl\u00e4ndische Faschisten schlicht vergessen. <i>Toleranz aus Ignoranz!<\/i> <i>Was ich nicht zur Kenntnis nehme, kann ich leicht hinnehmen, auch wenn es schwer zu ertragen ist.<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><i>Linke und Rechte haben hier ein und dieselbe Denkebene. Auch wenn das niemand von ihnen wahrhaben will, liegen \u201einternationale Solidarit\u00e4t\u201c und \u201enationale Solidit\u00e4t\u201c eng zusammen. Zwischen ihnen liegt nur \u201ezwischen\u201c (inter) und eine recht kleine Fl\u00e4che (ar), also (inter-)nationale Solid(ar)it\u00e4t. <\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Linke wie Rechte sehen im Ausl\u00e4nder zuerst den Ausl\u00e4nder, der zum Gl\u00fcck zugewandert ist oder von dem sie sich zugewandert f\u00fchlen. F\u00fcr die Linke ist der Ausl\u00e4nder gut, f\u00fcr die Rechte schlecht. Und h\u00e4ufig genug ist er f\u00fcr Linke nur deshalb gut, <i>weil<\/i> er f\u00fcr die Rechten schlecht ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><i>Doch es gibt gen\u00fcgend andere Gr\u00fcnde, Menschen zu lieben oder zu hassen. <\/i>Ein Ausl\u00e4nder (ein Behinderter, \u2026) ist \u2013 verdammt noch mal! &#8211; Mensch, einfach nur Mensch!!! Da ist er allein als solcher zu beurteilen. Irgendwann <i>in seiner spezifischen Lage<\/i> ist er auch Ausl\u00e4nder. Aber er ist ebenso weiblich oder m\u00e4nnlich, behindert oder nicht. Alles bitte, nachdem er zun\u00e4chst Mensch sein darf! Wie der Einheimische. Doch Diskriminierung muss sein! Zweifellos! Nur nicht daf\u00fcr, dass jemand Ausl\u00e4nder ist. Ausl\u00e4nder sind wir alle, Faschisten aber nicht. Doch ich fange an, mich zu wiederholen. Aber wie denn auch nicht, wenn das selbst die so wunderbar intellektuelle und moralisch selbstverliebte Linke jahrzehntelang nicht begriffen hat!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\u00dcbrigens ist da Neschles kluge H\u00fcndin Lucy wieder mal ein Vorbild. Ob die einen anderen Hund oder eine andere H\u00fcndin mag oder nicht, entscheidet sie nicht nach der Rasse. Ihre Vor- und Hasslieben gehen quer durch alle Rassen und Promenadenmischungen. Aber sie diskriminiert gewaltig. Sie hat, glaube ich, nur ein Prinzip: den find ich gut und den mag ich nicht riechen. Mit der Rasse hat das aber bei ihr gar nichts zu tun. Das liegt nicht einmal daran, dass in ihr selbst mindestens drei Rassen zusammenlaufen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Zum Schluss m\u00f6chte Neschle noch jemand gr\u00fc\u00dfen und ihm danken, seinen alten Philosophielehrer, Herrn Knoche. Der hat eine Endeckung gemacht, die dem Massenerhaltungsgesetz der Physik in nichts nachsteht: Er entdeckte das moralische<i> Gesetz von der Erhaltung der Laster. <\/i>Es lautet:<i> \u201eDie Summe aller Laster ist konstant!\u201c <\/i>So wundert es nicht, dass sich hinter Bezeichnungen wie \u201ePfeile der <i>Rechtschaffenheit<\/i>\u201c im mittleren Osten Erpresser und M\u00f6rder verbergen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">F\u00fcr dieses eherne Gesetz hat Neschle in seinem Leben viele Belege gefunden. Er ist besonders kritisch gegen\u00fcber allen Moralisten, egal welchem \u201e\u2013imus\u201c sie folgen, egal welche \u201e\u2013isten\u201c es sind. Nur in dieser Hinsicht ist er selbst Moralist, selbst ein kritischer und ein selbstkritischer.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">W\u00e4rst Du in Deinem Herzen gut,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">dann h\u00e4ttest Du bestimmt den Mut,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">mit jedem einfach so zu reden,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">wie der anredet wirklich jeden,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">der ist von seines Menschen Sorte,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">statt der Wahl \u201ekorrekter\u201c Worte.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">(Weil es \u201epolitisch korrekt\u201c so gequ\u00e4lt ist, w\u00e4re die letzte Zeile vermutlich so besser:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">statt der Qual \u201ekorrekter\u201c Worte.<\/p>\n<hr align=\"left\" size=\"1\" width=\"33%\">\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Die oder den gibt es noch nicht. Wahrscheinlich scheitert es an der Frauen-Beauftragten. Die sch\u00f6ne deutsche Bezeichnung \u201eGeschlechts-Beauftragte\u201c wird man vermeiden, weil die zu \u201ephantasievoll\u201c ist. Phantasie leistet man sich nicht in Fragen von Bierernst. \u201eGeschlechter-Beauftragte\u201c h\u00e4tte dagegen den Beiklang von Ahnenforschung und Heraldik: \u201eAuf diesem Friedhof liegt das Geschlecht der Wittelsbacher.\u201c \u2013 \u201eJa wirklich? Und wo liegen die anderen Teile?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Bei \u201eJim Knopf und Lukas der Lokomotivf\u00fchrer\u201c kommt er \u00fcbrigens noch vor: \u201eder Neger\u201c! Da h\u00f6ren unsere Kinder davon und finden ihn witzig, niedlich und ganz toll!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Das ist durch viele Toilettenfrauen und \u2013m\u00e4nner empirisch widerlegt. Regelm\u00e4\u00dfig sind es die Damentoiletten, die hier in bedauernswerterem Zustand sind. Wenn schon in Deutschland wie erst bei den Stehklos in Frankreich! Merke: Gibt frau ihnen eine Chance, k\u00f6nnen M\u00e4nner sogar sauberer sein!<\/p>\n<p><a title=\"PDF-Datei\" href=\"http:\/\/www.neschle.de\/download-manager.php?id=14\">PDF-Datei<\/a><br \/>\nThis post was downloaded by  1262  people until now.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcber die B\u00f6sartigkeit \u201epolitischer Korrektheit\u201c. We try to make virtues out of the faults we have no wish to correct.&nbsp;(Francois de La Rochefoucauld) Sozial \u201ewichtigreden\u201c: K\u00f6nnen sich einige hierzulande! \u201eWichtigtun\u201c auch!<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[4,6],"tags":[14,11],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/45"}],"collection":[{"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=45"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/45\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1053,"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/45\/revisions\/1053"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=45"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=45"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=45"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}