{"id":423,"date":"2009-03-09T13:15:56","date_gmt":"2009-03-09T12:15:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.neschle.de\/index.php\/blog\/leon-neschle-55-11-woche-2009\/"},"modified":"2020-06-20T15:19:12","modified_gmt":"2020-06-20T14:19:12","slug":"leon-neschle-55-11-woche-2009","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/blog\/leon-neschle-55-11-woche-2009\/","title":{"rendered":"Leon Neschle 55 (11. Woche 2009)"},"content":{"rendered":"<header>\n<h2 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #4f81bd\">Schon wieder eine Vertreibung?<\/span><\/strong><\/h2>\n<\/header>\n<p style=\"text-align: left;\"><em>Ich habe mich nie meiner polnischen Wurzeln gesch\u00e4mt. Jetzt ja!<\/em> <span style=\"color: #000000;\">(Neschle)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die Pr\u00e4sidentin des Bundes der Vertriebenen(BdV), Erika Steinbach, ist zur\u00fcckgetreten von ihrer Mitgliedschaft im Stiftungsrat des \u201eZentrums gegen Vertreibungen\u201c. <i>Aber sie hat nicht zur\u00fcckgetreten.<\/i> Zum Gl\u00fcck! Dass die Erika nach der Hetzkampagne aus Polen nicht zur\u00fcckgetreten <i>hat<\/i>, sollte (die) Polen zum Nachdenken bringen. Zum Vordenken sind polnische Politiker und Presse n\u00e4mlich nicht gekommen:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Weder Wort- und Bildwahl noch Tonlage der Kommentare waren einer Kulturnation w\u00fcrdig. Kein entehrendes Klischee \u00fcber die \u201eblonde Bestie\u201c wurde ausgelassen, auch nicht das der SS-Domina, die l\u00e4chelnd auf dem deutschen Kanzler reitet:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><!--more--><\/p>\n<h4 style=\"text-align: left;\"><a href=\"http:\/\/www.neschle.de\/wp-content\/2009\/03\/clip-image0014.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" style=\"border-width: 0px; display: inline;\" title=\"clip_image001[4]\" src=\"http:\/\/www.neschle.de\/wp-content\/2009\/03\/clip-image0014-thumb.jpg\" alt=\"clip_image001[4]\" width=\"244\" height=\"184\" border=\"0\"><\/a><\/h4>\n<p style=\"text-align: left;\">Das war (2003) nicht nur eine Diffamierung von Frau Steinbach (<i>und<\/i> Gerhard Schr\u00f6der), sondern ist auch noch heute eine <i>v\u00f6llige \u00dcbersch\u00e4tzung<\/i> des (\u201em\u00f6glicherweise b\u00f6sartigen\u201c) Einflusses von Frau Steinbach auf die deutsche Politik.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Frau Steinbach zeigt sich mittlerweile verletzt von der endlosen Folge polnischer Diffamierungen, die, obwohl voll daneben, nach ihrem R\u00fccktritt noch nicht vorbei sind. Wladyslaw Bartoszewski, polnischer Deutschlandbeauftragter, meinte noch im Nachtrag sagen zu m\u00fcssen, Steinbach eigne sich f\u00fcr Verhandlungen mit Polen wie ein entschlossener Antisemit f\u00fcr Verhandlungen mit Jerusalem. Dagegen nehmen sich die \u00c4u\u00dferungen von Frau Steinbach richtig harmlos aus: &#8222;Ich streue Zucker auf das Brot, und dann sagen sie: Das ist aber Salz.&#8220; Die Polen sollten sich langsam beruhigen und nicht bestimmen wollen, \u201ewie wir unserer Opfer gedenken&#8220;.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong>A. \u201eWas uns fremde \u00dcbermacht nahm, werden wir uns mit dem S\u00e4bel zur\u00fcckholen!\u201c<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Der Satz in der \u00dcberschrift stammt nicht etwa von Erika Steinbach. Oder von Leuten, die \u201eMitteldeutschland\u201c in bestimmtem Sinne w\u00f6rtlich nehmen. Oder von solchen, die anders als Frau Steinbach die ehemals Ostgebiete zur\u00fcckhaben und Deutschland wieder einverleiben wollen. <i>Die Polen selbst (!) singen diesen Satz gleich in der zweiten Zeile ihrer Nationalhymne und bezeugen so ihre Unvers\u00f6hnlichkeit mit allen, die ihnen etwas weggenommen haben.<\/i> Was die r\u00e4umlichen Verh\u00e4ltnisse angeht, waren das nach dem zweiten Weltkrieg allerdings eher Russen als Deutsche.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Bef\u00fcrchten gerade (die) Polen die von ihnen selbst sanglich angek\u00fcndigte Politik des S\u00e4belrasselns von Frau Steinbach? Man \u00fcbertr\u00e4gt ja gern das eigene Denken auf andere, weil einem die eigenen Vorstellungen vertraut sind! Oder ist da mehr dran:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Vor 18 (AH<a href=\"#_ftn1_7035\" name=\"_ftnref1_7035\">[1]<\/a>!) Jahren hat Erika Steinbach sich gegen die endg\u00fcltige Anerkennung der Oder-Nei\u00dfe-Linie gewandt. Aus ihrem Mund erhielte da auch die erste Zeile der polnischen Nationalhymne \u201eNoch ist Polen nicht verloren\u201c eine bedrohliche Bedeutung f\u00fcr die Polen, obwohl die sich ihrerseits damit tr\u00f6sten. Sp\u00e4ter hat sie mit der Blockade des polnischen EU-Beitritts \u201egedroht\u201c. Selbst wenn beides aus meiner Sicht nicht richtig und auch nicht richtig klug war, rechtfertigt das nicht solch b\u00f6sartige Unterstellungen wie die einer SS-Domina, welche die <i>heutige<\/i> deutsche Politik fest im Schenkeldruck hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Frau Steinbach r\u00e4umt ein: &#8222;Die Polen waren das gebeutelteste Volk unter Hitler. Hinterher mussten viele Polen aus dem ostpolnischen Bereich ihre Heimat verlassen, \u2026.\u201c Das ist in beiden F\u00e4llen richtig beobachtet. Dennoch kennt fast in Polen jeder sie als <i>die<\/i> Intim-Feindin der Polen, der augenscheinlich ein riesiges Machtpotential zugeschrieben wird. Anders l\u00e4sst sich kaum die gigantische Aufmerksamkeit f\u00fcr eine Politikerin erkl\u00e4ren, die hierzulande den meisten unbekannt ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">In Polen dagegen ist Erika Steinbach eine der bekanntesten und zugleich verkanntesten Deutschen. Sie wird in einem Atemzug mit dem nicht verkannten Hitler genannt: \u201eSie kam mit Hitler (ihr Vater war Soldat) und ging mit Hitler\u201c. Ihr werden unglaubliche Kr\u00e4fte bei der negativen Beeinflussung der deutschen Politik gegen\u00fcber Polen unterstellt, die sie nicht einmal ann\u00e4hernd hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><i>Polnische Politiker und polnische Presse k\u00f6nnen sich jedoch mit einer solchen Fehleinsch\u00e4tzung nicht hinter Nichtwissen verstecken!<\/i> Das ist mittlerweile reine Hetzjagd und reiner Herdentrieb (Leon Neschle <a href=\"https:\/\/neschle.de\/index.php\/blog\/leon-neschle-54-10-woche-2009\/\">54<\/a>), der in einer wilden Stampede alles zu zertreten sucht, was schon an deutsch-polnischen Beziehungen aufgebaut wurde. Eine solche Stampede dreht sich best\u00e4ndig im Kreis. Da geht nichts mehr durchs Hirn, sondern alles durch Bauch und durchs Herz. Passend dazu folgt die polnische Argumentation zur Vertreibung der Deutschen einem Kreislauf:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\u00a7 1: Die Deutschen sind durch Hitler immer im Unrecht!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\u00a7 2: Sollten die Deutschen im Recht sein, tritt \u00a7 1 in Kraft!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">So verweilt man nie lange bei der Frage, wo Deutsche einmal im Recht (gewesen) sein k\u00f6nnten. Der AH-Effekt macht\u2019s m\u00f6glich: Denkst Du an Deutsche, denke nur an den Beutedeutschen Adolf Hitler, dessen krankes Regime und dessen Untaten!<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong>B. \u201eDer hat angefangen!\u201c und die harte Bestrafung von Revanchefouls<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Mich erinnert die polnische Haltung an meine Kindheit als blondgelockter(!) Raufbold. Ganz egal, was ich selbst dem anderen angetan hatte, ich kannte nur eine Antwort: \u201e<i><u>Der<\/u><\/i> hat angefangen!\u201c Damit beantwortete ich jede Schuldzuweisung an mich und damit kl\u00e4rte und erkl\u00e4rte sich f\u00fcr mich die <i>gesamte<\/i> Schuldfrage. Merkw\u00fcrdigerweise aber nicht f\u00fcr die anderen. Denen war es nicht egal, dass ich hart und unfair zur\u00fcckgeschlagen hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Das stellte ich besonders beim Fu\u00dfball fest. Ich selbst wurde schon f\u00fcr ein kleines Revanchefoul vom Platz gestellt und nicht derjenige, der mir den ersten harten Tritt versetzte. Dahinter sah ich fast die fast biblische Anforderung: \u201eTritt Dir einer auf die eine Wade, halte ihm die andere Wade hin!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Solch biblische Haltung fordert heute niemand von (den) Polen. Bis auf ein paar Verr\u00fcckte, denkt auch niemand hierzulande daran, die ehemals deutschen Ost- und heutigen polnischen West-Gebiete wieder Deutschland einzuverleiben. Wo will man da anfangen, wo aufh\u00f6ren? Die Russen d\u00fcrfte man dabei nicht vergessen und (die) Polen f\u00fchren ihrerseits an, dass diese Gebiete irgendwann schon vorher einmal \u201epolnisch\u201c waren. Nur die Dummen auf allen Seiten haben da <i>keine<\/i> Zweifel, nur die Engstirnigen <i>keine<\/i> Skrupel! Die wollen sich, wie in der polnischen Nationalhymne, am liebsten alles mit dem S\u00e4bel zur\u00fcckholen. \u2013 Doch f\u00fcr wen und f\u00fcr was?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Mir reicht es, wenn ich die ehemals (auch) deutschen St\u00e4tten mit Respekt besuchen darf. In Passau verstehe ich die Leute doch ebenfalls nicht und vergesse, dass ich in Deutschland bin. Welchen Vorteil sollte ich davon haben, dass etwas zu Deutschland geh\u00f6rt? Man muss irgendwann einen Schlusspunkt setzen: Die Leute, die <i>jetzt(!!!)<\/i> dort leben, sollten das entscheiden, wie die Saarl\u00e4nder nach dem Krieg. Ich stelle mir vor, Hitler-Deutschland h\u00e4tte den Krieg gewonnen! Nicht auszudenken, wie gro\u00df Deutschland w\u00e4re! Mein Vater h\u00e4tte jedoch zeitlebens eine Grenze hinter dem Ural bewacht. F\u00fcr den Preis, dass etwas zu Deutschland geh\u00f6rt??? Was h\u00e4tte er und was h\u00e4tten wir denn davon? \u2013<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Unterhalb der Ebene von Politik und Presse tut sich rund um die deutschen Kulturg\u00fcter Erstaunliches in Polen. Ich selbst war da. In Schlesien! Nach der Bilderst\u00fcrmerei der Nachkriegszeit, in der viele Zeugnisse deutscher Kultur zum Teil gnadenlos beseitigt wurden, sieht man sie nun \u00fcberall wiedererstehen. Mit den alten <i>deutschen<\/i> Inschriften. Und sie werden wieder gepflegt! Respekt! Auch wenn manche unwiederbringlich zerst\u00f6rte Denkm\u00e4ler nie zur\u00fcckkehren werden, am Ring in Breslau<a href=\"#_ftn2_7035\" name=\"_ftnref2_7035\">[2]<\/a> und anderswo. Denn an ihrer Stelle stehen nun neue da. In Breslau erinnert z.B. das Denkmal eines polnischen Dichter aus Ostpolen an die ehemalige Heimat der neuen Bewohner von Breslau. Letztlich ist das auch ein Mahnmal der Vertreibung! Dieser Polen hier in Breslau durch Russen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Doch es gibt gerade in Schlesien viele Zeichen der R\u00fcckbesinnung auf eine Kultur, die dieses Land einst gepr\u00e4gt hat. Und sogar so etwas wie eine stolze Identifikation damit. Pflegen Polen so einst fremdes deutsches Kulturgut nach all ihren eigenen Schmerzen, darf die offenbar schwer unterbelichtete Presse auch mal rump\u00f6beln! \u2013 \u00a7 2 (siehe oben) hat im Geist und im Herzen von vielen Polen l\u00e4ngst seinen Platz, ohne dass immer auf \u00a7 1 verwiesen wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Den Verweis auf \u00a7 1 brauchen wir auch von (den) Polen nicht mehr! \u00a7 1 ist auch f\u00fcr mich gesetzt! Kein Volk der Erde kennt \u00a7 1 besser als wir selbst. Kein Volk wei\u00df besser, dass es dazu stehen muss, wenn es gro\u00dfen Mist gebaut hat, selbst wenn der einzelne nicht daran beteiligt war. Da ben\u00f6tigen wir weniger Nachhilfe als \u00d6sterreicher, die sich den Haider-Rabatt nehmen (Leon Neschle 17). Offenbar sogar weniger Nachhilfe als Polens Presse und Politiker. \u2013 Nur gut dass es auch andere Polen gibt!<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong>C. Vertreibung einer \u201eScheinvertriebenen\u201c durch polnische Politiker und Presse<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">(Die) Polen werfen Erika Steinbach auch vor, sie ma\u00dfe sich an, f\u00fcr die Vertriebenen zu sprechen. Sie sei selbst nur eine Scheinvertriebene, weil sie erst mit ihrem Vater nach Polen kam. Und der war Soldat.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Liebe Polen! Was ist denn das f\u00fcr ein Argument? Ich kann mich doch f\u00fcr die Rechte von Kindern einsetzen, ohne selbst noch ein Kind zu sein. Oder f\u00fcr die von Afrikanern., ohne selbst einer zu sein. Dadurch werde ich doch nicht zum \u201eScheinkind\u201c oder zum \u201eScheinschwarzen\u201c! Und spreche ich mich f\u00fcr Tierschutz aus, werde ich erst recht nicht zum \u201eScheintier\u201c. Eure ganze Abneigung offenbar ist nur noch gegen die Person gerichtet. Ihr achtet weder darauf, was sie sagt noch wie sie es tut. Noch darauf, was ihr selbst tut.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Bedenkt man es genauer, ist Erika Steinbach n\u00e4mlich in einem Sinne nun keine Scheinvertriebene mehr. Sie ist tats\u00e4chlich <i>vertrieben<\/i> worden aus dem Stiftungsrat des \u201eZentrums gegen Vertreibungen\u201c. Vertrieben von der polnischen Presse und Politik, die partout nicht an die Vertreibung der Deutschen aus den <i>polnischen <\/i>(man achte drauf!) Westgebieten erinnert werden wollen. Und wir lassen heute noch solche \u201eVertreibungen\u201c zu? In Deutschland? Durch Polen?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Ganz so will sich Frau Steinbach dann doch nicht vertreiben lassen. Ihre Position im Stiftungsrat bleibt demonstrativ frei. Sie will sich die Option offen halten: \u201eDrei Wochen, drei Monate, drei Jahre &#8211; je nachdem. Das ist ein wunderbares Damoklesschwert&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Solange bis polnische Politiker und polnische Presse Vernunft angenommen haben? So lange wird niemand warten k\u00f6nnen<i>! Solange bis sich bei uns die Ansicht durchgesetzt hat, dass nicht Polen, sondern Deutsche dar\u00fcber entscheiden, wie sie ihrer Opfer gedenken?<\/i> Ja, solange! Denn auch die Polen selbst entscheiden souver\u00e4n, wie sie ihrer Opfer gedenken. Und die polnischen Opfer des Hitlerschen Unwesen machen (den) Deutschen schlie\u00dflich seit langem ein schlechtes Gewissen! Warum verweigern sich die Polen nur so hartn\u00e4ckig ihrem eigenen schlechten Gewissen?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Frau Steinbach will auch weiter Spenden sammeln f\u00fcr das &#8222;Zentrum gegen Vertreibungen&#8220; ihres Verbands und es nicht in die Bundesstiftung &#8222;Flucht, Vertreibung, Vers\u00f6hnung&#8220; einbringen. Zus\u00e4tzlich zum BdV-Projekt halte sie es f\u00fcr erforderlich, dass der Staat \u201ediese Teile deutscher Geschichte und Schicksale dauerhaft ins Bewusstsein der eigenen Nation\u201c einpflanzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><i>Die nationalsozialistische Expansions- und Vernichtungspolitik soll in jedem Fall als Ursache der Vertreibung der Deutschen dargestellt werden.<\/i> (Die) Polen aber bef\u00fcrchten, dass <i>nur <\/i>die Deutschen dort <i>nur<\/i> als Opfer von Vertreibung dargestellt werden, obwohl sie den Krieg als T\u00e4ter begonnen haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Vielleicht w\u00e4re es daher besser, wir h\u00e4tten nur ein einziges Zentrum gegen <i>alle<\/i> Vertreibungen. Dann jedoch haben wir wohl alle V\u00f6lker gegen uns, nicht nur die Polen! \u2013 Welche Hysterie l\u00f6st eine solche Erinnerung etwa in der T\u00fcrkei aus!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Vertreibungen von V\u00f6lkern beginnen vor der Vertreibung der Juden aus \u00c4gypten und werden nicht mit den Vertreibungen in Jugoslawien beendet sein. Auch <i>die Vertreibung der Polen aus ihren Ostgebieten<\/i> w\u00e4re in einem \u201eZentrum gegen jegliche V\u00f6lkervertreibung\u201c vertreten. Glaubt man ihrer Nationalhymne, d\u00fcrften (die) Polen da ihrerseits nicht zimperlich sein. Wir erinnern uns: \u201eNoch ist Polen nicht verloren, solange wir leben. <i>Was uns fremde \u00dcbermacht nahm, werden wir uns mit dem S\u00e4bel zur\u00fcckholen.\u201c <\/i>Dagegen ist <i>jede<\/i> Aussage von Frau Steinbach ein absolutes Friedensangebot, selbst soweit sie (sicher ohne Wirkung!) Entsch\u00e4digung f\u00fcr die deutschen Vertreibungs-Opfer (Ja, dazu stehe ich!) einfordert.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Von Mutter hab ich polnisch Blut<a href=\"#_ftn3_7035\" name=\"_ftnref3_7035\">[3]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">und finde es daher nicht gut,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">wenn jemand mit demselben Saft<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">nicht einmal nachzudenken schafft.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Und in mir selbst da ist vereint,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">was Polen nicht zu passen scheint.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">(Man achte auf den \u201efeinen\u201c Doppelsinn!)<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: center;\">Und Polen drohen unverhohlen,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">zur\u00fcckzuholen was gestohlen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Mit S\u00e4bel oder mit dem Schwert<a href=\"#_ftn4_7035\" name=\"_ftnref4_7035\">[4]<\/a>,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">doch wehe, wenn dann umgekehrt<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">ein anderer einen Anspruch macht,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">der wird verspottet und verlacht.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: center;\">Und wenn die Presse st\u00e4ndig hetzt<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">und w\u00fctend ihre Messer wetzt,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">kann\u2019s selbst der kleine Mann nicht lassen,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">das Presseopfer auch zu hassen,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">wobei die eigene Vernunft<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">reisk\u00f6rnchengro\u00df zusammenschrumpft.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: center;\">Verleumderisches wird geschrieben,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Erika aus dem Amt vertrieben.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Polnische Hetzjagd, die spricht Hohn,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">dem Titel als Kulturnation.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Und damit wird zu guter Letzt<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Frau Steinbachs Einfluss \u00fcbersch\u00e4tzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: center;\">Die Messe, die ist l\u00e4ngst gelesen,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">doch Deutschland ist es einst <i>gewesen<\/i>.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">In Schlesien<a href=\"#_ftn5_7035\" name=\"_ftnref5_7035\">[5]<\/a> man kann\u2019s es noch be\u00e4ugen,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">davon sehr viele Bauten zeugen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Einfache Polen l\u00e4ngst bekennen,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">wo sich Politiker verrennen.<\/p>\n<hr align=\"left\" size=\"1\" width=\"33%\">\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref1_7035\" name=\"_ftn1_7035\">[1]<\/a>: Zwischen 18 und den Initialen Hitlers (AH) stellen manche eine Verbindung her, weil A und H der erste und der achte Buchstabe im Alphabet sind. Der FDP versuchte man etwa bei ihrer Kampagne um 18 Prozent W\u00e4hlerstimmen einen nationalistischen Ruck zu unterstellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref2_7035\" name=\"_ftn2_7035\">[2]<\/a> Sollte sich ein Pole \u00fcber \u201eBreslau\u201c erregen, wie das zuweilen vorkommt, kann ich nur sagen. Liebe Polen: Ihr d\u00fcrft zu dieser Stadt sagen, was ihr wollt. Ich sage \u201eBreslau\u201c. Denn ich kenne gen\u00fcgend Angelsachsen, die sagen \u201eCologne\u201c statt \u201eK\u00f6ln\u201c, und Italiener, die sagen \u201eMonaco\u201c statt \u201eM\u00fcnchen\u201c und die mit \u201eFranco-Forte\u201c witzeln \u00fcber den italienischen Namen von Frankfurt. Selbst die Niederl\u00e4nder regen sich nicht auf, wenn ich \u201eNimwegen\u201c statt \u201eNijmegen\u201c sage oder \u201eArnheim\u201c statt \u201eArnhem\u201c. Niemand nimmt dabei an, dass mit der eigenen Bezeichnung auch ein gebietsrechtlicher Anspruch erhoben wird. Nun seid doch mal so gelassen, wie ansonsten alle Welt.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref3_7035\" name=\"_ftn3_7035\">[3]<\/a> Meine Gro\u00dfeltern m\u00fctterlicherseits sind dereinst aus der Gegend von Thorn, der Heimatstadt von Kopernikus, ins Ruhgebiet eingewandert. Aus den Erz\u00e4hlungen meiner Verwandten wei\u00df ich, dass sie sich schon in Thorn trotz des Nachnamens \u201eSadowski\u201c stets als Deutsche f\u00fchlten. Doch ein Teil ihrer Vettern und Nichten betrachteten sich als Polen. \u2013 Was ist da eigentlich ein Pole oder ein Deutscher? Und was ein Amerikaner, der deutsche, polnische oder irische Wurzeln hat?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref4_7035\" name=\"_ftn4_7035\">[4]<\/a> In der alten Fassung der Nationalhymne hie\u00df es ausdr\u00fccklich: \u201eDer Deutsche und der Moskauer werden sich nicht ansiedeln, denn wir nehmen unseren Palasch (s\u00e4belartiges Schwert), unsere Devise ist der Einklang sowie unser Vaterland.\u201c Oder auf polnisch: \u201eNiemiec, Moskal nieosi\u0119dzie, gdy i\u0105wszy pa\u0142asza, has\u0142em wszystkich zgoda b\u0119dzie jak ojczyzna nasza.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref5_7035\" name=\"_ftn5_7035\">[5]<\/a> Die Familie meiner Frau wurde aus Glatz in Schlesien vertrieben. Das meiste Unrecht wurde ihr dabei nicht von Polen, sondern von Russen zugef\u00fcgt. Die machten Platz f\u00fcr ihre Okkupation des polnischen Ostens. Wir vergessen das nicht, aber haben es l\u00e4ngst vergeben und uns mit den Folgen abgefunden.<\/p>\n<p><a title=\"PDF-Datei\" href=\"http:\/\/www.neschle.de\/download-manager.php?id=137\">PDF-Datei<\/a><br \/>\nThis post was downloaded by  1380  people until now.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schon wieder eine Vertreibung? Ich habe mich nie meiner polnischen Wurzeln gesch\u00e4mt. Jetzt ja! (Neschle) Die Pr\u00e4sidentin des Bundes der Vertriebenen(BdV), Erika Steinbach, ist zur\u00fcckgetreten von ihrer Mitgliedschaft im Stiftungsrat des \u201eZentrums gegen Vertreibungen\u201c. Aber sie hat nicht zur\u00fcckgetreten. Zum Gl\u00fcck! Dass die Erika nach der Hetzkampagne aus Polen nicht zur\u00fcckgetreten hat, sollte (die) Polen &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/neschle.de\/index.php\/blog\/leon-neschle-55-11-woche-2009\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eLeon Neschle 55 (11. 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