{"id":388,"date":"2009-02-12T14:15:15","date_gmt":"2009-02-12T13:15:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.neschle.de\/index.php\/blog\/leon-neschle-52-8-woche-2009\/"},"modified":"2020-06-20T16:00:24","modified_gmt":"2020-06-20T15:00:24","slug":"leon-neschle-52-8-woche-2009","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/blog\/leon-neschle-52-8-woche-2009\/","title":{"rendered":"Leon Neschle 52 (8. Woche 2009)"},"content":{"rendered":"<header>\n<h2 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #4f81bd\">Herr, Obama Dich unser!<\/span><\/strong><\/h2>\n<\/header>\n<p style=\"text-align: left;\"><em>Der Amerikaner entwickelt sich, bis er dreizehn Jahre ist. Danach w\u00e4chst er nur noch.&nbsp;<\/em>(diabolisch-hyperbolische Hypothese)<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die Welt ist in Aufruhr, die Welt ist im Niedergang, die Welt steckt in der Krise. In einer Studie der Europ\u00e4ischen Kommission lese ich \u00fcber die gef\u00e4hrliche Lage der LKW-Produktion: EU-weit seien die monatlichen Bestellungen von 38.000 im Januar 2008 auf 600 im November 2008 kollabiert, also von 100 auf 1,6 Prozent. Das ist merklich dramatischer, als wir das alle wahrhaben wollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Doch die Banker von der Mauerstra\u00dfe genehmigen sich Ende Januar 2009 Leistungs-Pr\u00e4mien f\u00fcr Aktivit\u00e4ten vor und w\u00e4hrend der Finanzkrise. In der Wall Street die Mauer vor den K\u00f6pfen und \u201eIch\u201c gro\u00dfgeschrieben! Schlie\u00dflich hat man (sich) etwas geleistet, wenn so wenige Banker eine Krise dieses Ausma\u00dfes lostreten.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Doch dann reagieren sie mit Kurseinbr\u00fcchen auf das mehr als 2 Billionen Dollar-Geschenk des \u201eersten <i>schwarzen<\/i> US-Pr\u00e4sidenten\u201c. \u2013 In Kenia, der Heimat seines Vaters, w\u00e4re Obama der \u201eerste <i>wei\u00dfe<\/i> Pr\u00e4sident\u201c geworden. Setzt man mal ein\u2019 Stein vor den anderen, sagt das die Relativit\u00e4tstheorie. \u2013<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">W\u00e4hrend Obama \u201eBad Banks\u201c gegen die Finanzkrise einsetzen will, h\u00e4lt ein deutscher Radiojournalist dem fast unbemerkt von der Welt ein innovatives Konzept entgegen. Unwidersprochen, aber leider auch ohne jeden Beifall, verk\u00fcndet er seine Ideall\u00f6sung: <i>Bad Bangs<\/i> zur \u00dcberwindung der Finanzkrise! \u2013 Sic!? Doch warum nicht? Originell ist das! Bei einer solchen Krise sollte man nichts unversucht lassen!<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong>A. Mit \u201eBad Banks\u201c oder \u201eBad Bangs\u201c gegen die Finanzkrise?<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">\u201eToll\u201c hie\u00df in Deutschland mal so etwas wie \u201everr\u00fcckt\u201c. War man toll, etwa weil man Tollkirschen gegessen hatte, wurde man von Leuten in wei\u00dfen Kitteln abgeholt und ins Tollhaus gesteckt.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Noch bei Karl May konnte man Drohungen lesen wie: \u201eIch schie\u00df\u2019 Dich nieder wie einen tollen Hund.\u201c Vor einer solchen Drohung h\u00e4tte heute keiner Angst. Einen tollen Hund w\u00fcrde doch keiner mehr erschie\u00dfen! Toll ist heute gut, ja besser als gut. Fast sogar so etwas wie toll.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\u201eBad\u201c, so haben wir in der Schule gelernt, hat zwar im Deutschen wie \u201eTollhaus\u201c ein wenig Klinisches und Sanatorisches; wenn sich dort gediegene Leute (gegenseitig) aufhalten sogar ein wenig Senatorisches. Aber englisch \u201eb\u00e4\u00e4hdd\u201c ausgesprochen bezeichnet es etwas ausgesprochen Schlechtes.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Doch dann kommt Michael Jackson und singt \u201eI\u2019m bad, I\u2019m bad\u201c und meint damit nicht, dass er ein sauschlechter Kerl ist, sondern sicher das Gegenteil. Das kann man von ihm gar nicht anders erwarten! In den Krisenkreisen schwarzer S\u00fcdstaatler hei\u00dft \u201ebad\u201c l\u00e4ngst so viel wie bei uns \u201etoll\u201c. \u201eBad\u201c ist da, wo super normal ist, also mindestens \u201egut\u201c, wenn nicht sogar \u201ebad\u201c selbst. Man bem\u00fcht sich dort im amerikanischen S\u00fcden, diesem Etikett gerecht zu werden. Es ist beinahe so wie in Deutschland, wo viele kleine Urlaubsorte nach Anerkennung als \u201eBad\u201c streben.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Wenn also \u201ebad\u201c eigentlich \u201egut\u201c ist und durch die deutsche Bedeutung etwas Sanatorisches hat, dann scheint \u201eBad Bank\u201c die richtige Bezeichnung f\u00fcr eine Einrichtung zu sein, die gute und wirksame Heilkuren f\u00fcr die Sanierung des Finanzsystem verordnen kann und die nun auch senatorischen Beifall hat (von 61 gegen 37). Diese Bad Bank ist so <i>gut<\/i>(!), den anderen Instituten ihre faulen Kredite abzunehmen, deren Gr\u00f6\u00dfenordnung in den USA bei gut (oder schlecht?) \u00fcber 500 Milliarden Dollar liegen soll. Dagegen nimmt sich die Kapitalausstattung der guten \u201eBad Bank\u201c mit vorerst 100 Milliarden Dollar klein aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><i>Ob die Bad Bank wirklich helfen wird, wei\u00df keiner. <\/i>Aber die New Yorker B\u00f6rse kann es nicht glauben. Anders l\u00e4sst sich ihre negative Reaktion darauf nicht erkl\u00e4ren. Vielleicht haben die \u00fcberm\u00fctigen amerikanischen B\u00f6rsianer ja erwartet, das alles werde es ohne jede Gegenleistung geben, als weitere Sozialisierung von privaten Verlusten, wenn diese Verluste nicht gerade bei \u00c4rmeren anfallen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Weil die Bad Bank offenbar so beliebt nicht ist, ist vielleicht eine Alternative willkommen, die ein deutscher Radiojournalist j\u00fcngst empfahl. Beim H\u00f6ren verschlug es mir die Sprache und verzerrte mein Gesicht zur d\u00e4mlich grinsenden Fratze. Doch wahrscheinlich war ich der einzige, der ihm genau zugeh\u00f6rt hatte. \u201eBad English\u201c, \u201etolles English\u201c, oder eine dialektische Zungenverstrickung hatte den Journalisten auf die Spur einer innovativen L\u00f6sung der Finanzkrise gebracht. Er wollte der Krise (\u201eKrise\u201c ist wie \u201eFinanzkrise\u201c weiblich!) doch tats\u00e4chlich mit <i>\u201eBad Bangs\u201c<\/i> zu Leibe r\u00fccken.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Vielleicht w\u00e4re der Journalist auch mit Hilfe der amerikanischen Rock-Band \u201eBad English\u201c zu dieser L\u00f6sung gekommen. Deren Song, der (nicht?) zuf\u00e4llig \u201ePrice of Love\u201d hei\u00dft, beginnt so: \u201eGirl sometimes it seems to me that I don\u2019t say the things I should.\u201d Genau wie beim Journalisten! Und wem fallen bei diesem Text als Folge nicht sofort \u201cBad Bangs\u201d ein? Am Ende des Textes wird der Bezug zu den Bad Bangs vollends klar: \u201cAnd sometimes I can\u2019t give enough.\u201d Zu wenig f\u00fcr gut also!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Nun stellt sich nach dem oben Gesagten dennoch die Frage, wie unser Journalist das \u201eBad\u201c bei seinen \u201eBad Bangs\u201c gemeint hat, im Sinne von \u201eschlecht\u201c oder doch von \u201etoll\u201c wie bei dem amerikanischen Matrosen, der beim Verlassen eines Hafenbordells gr\u00f6lt: \u201cI really had a b\u00e4hdd b\u00e4nngg in there!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">In diesem Fall scheint die L\u00f6sung klar: \u201eBad Bangs\u201c zur L\u00f6sung der Finanzkrise d\u00fcrfen nicht gut oder gar toll sein, sondern schlecht, m\u00f6glichst sogar olmgrottenmiserabel. Denn guter Sex schreit nach Wiederholung und lenkt vom Aufbau der Wirtschaft ab. Es kann also nur schlechter Sex sein, den uns der Journalist hier empfehlen will. Was sollten wir bei Bad Bangs sonst tun als uns mit der Wirtschaft zu besch\u00e4ftigen und unsere Finanzprobleme l\u00f6sen?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Unterst\u00fctzungskampagnen f\u00fcr Bad Bangs lie\u00dfen sich entwickeln. So k\u00f6nnte man die Macher des Dschungel-Camps engagieren. Ihr Spruch \u201eIch bin ein Star, holt mich hier raus!\u201c lie\u00dfe sich problemlos auf M\u00e4nnerunterhosen \u00fcbertragen und w\u00fcrde f\u00fcr Abschreckung sorgen bei den Damen. F\u00fcr die k\u00f6nnte man umgekehrt liebliche Verse dichten: \u201eIch bin noch gar nicht zwanzig, doch ist mein Fett schon ranzig.\u201c Auch das w\u00e4re appetithemmend und w\u00fcrde eine solide Grundlage f\u00fcr Bad Bangs geben.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Allerdings w\u00fcrden \u201eBad Bangs\u201c zum Sinken der Ums\u00e4tze in Bordellen und auf dem Stra\u00dfenstrich f\u00fchren, falls die dort je etwas anderes im Angebot hatten als Bad Bangs. Dann w\u00fcrden sich die Folgen der Finanzkrise erst richtig zeigen. Dann w\u00e4re mit schlechtem Sex letztlich niemandem geholfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">So muss der Vorschlag des Radiojournalisten, die Finanzkrise mit \u201eBad Bangs\u201c zu bek\u00e4mpfen, zur\u00fcckgewiesen werden. Wie sagte der amerikanische National\u00f6konom George J. Stigler in seinem Konferenz-Glossar: \u201eEs ist gut, dass sich auch einmal ein Nichtspezialist mit unserem Problem befasst. Da kann immer ein neuer Gesichtspunkt auftauchen. Aber im Allgemeinen \u2013 und so auch hier \u2013 zeigen sich wieder einmal die Vorz\u00fcge der Arbeitsteilung.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Seien wir am Ende (des Tages)<a href=\"#_ftn1_5068\" name=\"_ftnref1_5068\">[1]<\/a> ehrlich mit uns selbst: Wer ist denn bereit, um den Preis von \u201eBad Bangs\u201c die Finanzkrise einzud\u00e4mmen? Keiner nat\u00fcrlich! Daher wird diese L\u00f6sung am Ende des Tages (also in der Nacht?) nicht zur Durchf\u00fchrung kommen, obwohl man ihr delikate Originalit\u00e4t nicht absprechen kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Bad Bangs sind zudem eine typisch deutsche L\u00f6sung, die keinen Spa\u00df macht. F\u00fcr den haben wir hierzulande n\u00e4mlich den Karneval erfunden. Und der steht gerade vor der T\u00fcr. Also, liebe Leser, lasst ihn rein. Denn da gibt es alles, auch \u201eGood Bangs\u201c. Die helfen zwar nicht gegen die Wirtschaftskrise. Doch schaden tun sie nicht! Und besser vergessen kann man sie auch!<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong>B. \u201eYes, we can!\u201c Doch sie k\u00f6nnen ja gar nicht(s) mehr.<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">\u201cIf English was good enough for Jesus Christ, it\u2019s good enough for me\u201d, sagte einst ein amerikanischer Kongressabgeordneter im Brustton der \u00dcberzeugung<a href=\"#_ftn2_5068\" name=\"_ftnref2_5068\">[2]<\/a>. So stand es jedenfalls im Guardian am 30. April 1988. Der Abgeordnete best\u00e4tigte damit die g\u00f6ttliche Unterst\u00fctzung f\u00fcr God\u2019s Own Country und die dort gesprochene Sprache. Schlie\u00dflich ist die Sprache der Bibel doch Englisch! Oder?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Schule abgebrochen, Kind geblieben? Wie die vielen Naivisten dort, die wirklich und in Echt an die Erschaffung der Welt in sieben Tagen glauben. Solche Leute w\u00fcrden im alten Europa nicht einmal den Hauptschulabschluss schaffen, aber im Land der kaum noch begrenzten Unm\u00f6glichkeiten machen sie fast die H\u00e4lfte der Bev\u00f6lkerung aus. Da kann der religi\u00f6se Fundamentalismus mal locker mithalten mit dem einiger islamistischer \u201eSchurkenstaaten\u201c!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Noch heute sieht kaum ein Amerikaner die Notwendigkeit, sich Kenntnisse einer anderen Sprache anzueignen und dar\u00fcber ein Verst\u00e4ndnis f\u00fcr andere Kulturen zu entwickeln. Zu viele Amerikaner sind trotz Krise der amerikanischen Industrie, allem voran der Automobilindustrie, noch heute davon \u00fcberzeugt, dem Rest der Welt nicht nur sprachlich voraus zu sein. Die folgenden Beispiele klingen wie aus l\u00e4ngst vergangener Zeit, sind aber allesamt weniger als zwei Jahre alt und aus authentischer Quelle, also keine modernen (Trauer-)M\u00e4rchen, wie man lieber glauben m\u00f6chte:<\/p>\n<ol style=\"text-align: left;\">\n<li>Eine \u00e4ltere amerikanische Zimmervermieterin erkl\u00e4rte einem deutschen Gastprofessor minutenlang ihren K\u00fchlschrank. Sie war (2007!) davon \u00fcberzeugt, dass es in Deutschland keine K\u00fchlschr\u00e4nke gibt.<\/li>\n<li>Amerikanische Studenten(!) an einer S\u00fcdstaaten-Universit\u00e4t fragten (2007) einen t\u00fcrkischen Kommilitonen, wie er zu seinem Flugzeug in die USA gekommen sei. Als der \u201eJungt\u00fcrke\u201c verschmitzt antwortete, es sei mit einem Pferd direkt ans Flugzeug geritten, kauften sie ihm das tats\u00e4chlich ab. Wahrscheinlich hatten sie so etwas einmal in einem Action-Film gesehen. Es war jedoch f\u00fcr sie v\u00f6llig klar: In der T\u00fcrkei konnte es noch keine Stra\u00dfen geben.<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: left;\">Nun drohen die Vereinigten Staaten selbst in einem Status zur\u00fcckzufallen, den sie bei anderen auf diesem Planeten allzu gern unterstellen: in die R\u00fcckst\u00e4ndigkeit. Bei allem Trara und Tohuwabohu um die Bankenkrise und den Sturz von Gro\u00dfbanken wie Bear Stearns, Merill Lynch oder Lehman Brothers wird meist vergessen, dass hinter der ganzen subprimen Krise ganz sublim der private Konkurs tausender und abertausender amerikanischer H\u00e4uslebauer steht. Selbst Obama hat lange gebraucht, um zu merken, dass die jetzt alle in \u201eBar(r)acks\u201c wohnen, wenn \u00fcberhaupt.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Das bedeutet aber, dass auf die Amerikaner erhebliche soziale Probleme zukommen. Viele der Betroffenen d\u00fcrften auf l\u00e4ngere Zeit nicht in der Lage sein, ihren Lebensunterhalt sicherzustellen. Das soziale Desaster der H\u00e4uslebauer steht also sowohl am Anfang als auch am Ende dieser Finanzkrise. W\u00e4hrend die Welt \u00fcber Bankenrettung diskutiert und die USA 2 Billionen Dollar daf\u00fcr ausgeben, k\u00f6nnen die fr\u00fcheren amerikanischen Hausbesitzer froh sein, wenn sie &#8211; Pardon! \u2013 ihren Arsch retten k\u00f6nnen. Das gilt auch f\u00fcr andere Gruppen, denen es in dieser Krise noch verdammt viel schlechter geht als schon zuvor. Allen voran die \u00e4rmsten M\u00fcllsammler, weil gerade die Preise f\u00fcr recyclef\u00e4higes Material extrem eingebrochen sind, vom Metall \u00fcber den Kunststoff bis hin zum Altpapier. \u2013<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Mit dem Motto \u201eYes, we can!\u201c ist Obama Pr\u00e4sident der USA geworden. Ein sehr amerikanisches Motto, das sich nun anh\u00f6rt wie das Bekenntnis eines trotzigen kleinen Jungen. In den vergangenen Jahren glaubten die US-Amerikaner wirklich, (sich) alles (erlauben) zu k\u00f6nnen, in Politik, Wissenschaft und Recht: Guantanamo einrichten, Klimakonventionen ablehnen, den internationalen Gerichtshof missachten, k\u00f6nnen wir (uns leisten), machen wir auch.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Doch man muss zwar alles k\u00f6nnen, was man macht. Aber man muss nicht alles machen, was man kann. Das ist zwar amerikanisch (und kindisch). Aber die Welt ist guter Hoffnung, dass der neue Pr\u00e4sident mal sagt: \u201eYes, we can. But friends, Americans, countrymen, <i>we should not<\/i>!\u201c Kurz: Er wird seinen Landsleuten abverlangen (m\u00fcssen), \u201eunamerikanischer\u201c zu werden und auch mal zu verzichten.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Doch es gibt Leute, die h\u00f6ren nicht eher, bis man ihnen die Ohren abschneidet. Manche halten die Amerikaner so lange f\u00fcr nicht-einsichtsf\u00e4hig, bis bei ihnen die Erkenntnis w\u00e4chst: \u201eNo, we cannot!\u201c. Mit dieser Spannung zum \u201eYes, we can!\u201c werden Obama und seine Regierung leben m\u00fcssen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\u201eOld Europe\u201c war Don Rums zu Plumps- und Battlefield nur eine flapsige Bemerkung wert. <i>Die USA sind nun selbst das \u201eAlte Amerika\u201c, abgeh\u00e4ngt vom Rest der Welt, stur wie das Wappentier der Demokraten, \u201ebeweglich\u201c wie das der Republikaner in Anwesenheit des au\u00dfenpolitischen Porzellans.<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Wie in Disneys Tierwelt haben sich die Amerikaner in kindlicher Einfalt den (blauen) Esel und den (roten) Elefanten als Symbole f\u00fcr ihre (beiden) Rest-Wahlvereine gew\u00e4hlt. Da es in dieser grundst\u00e4ndigen Demokratie keine (weiteren) Parteien mehr gibt \u2013 das ist eine Einfalt! \u2013, fehlen die schlaue Schlange und die kluge Eule an allen Ecken und Enden. Die deutsche Frage, ob Ampel- oder Jamaika-Koalition, erweist sich angesichts dieser politischen Einfalt als Luxusproblem.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong>C. Weg und weg von den vielen Baustellen!<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Wo man auch hinsieht auf dem internationalen Parkett: Die Amerikaner wollen und m\u00fcssen ihre Baustellen schlie\u00dfen, um sich der einen umso intensiver widmen zu k\u00f6nnen: der Bek\u00e4mpfung der Finanzkrise. Und sie m\u00fcssen in vielen F\u00e4llen das Handtuch werfen wie ein angeschlagener Boxer. Sie haben sich allerdings auch in K\u00e4mpfe eingelassen, die ihnen ein europ\u00e4ischer Promoter nie geraten h\u00e4tte.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die Zeiten des US-zentrierten Selbstmanagements scheinen vorbei. Das \u201ealte Europa\u201c wird nicht mehr abf\u00e4llig, sondern fast ehrf\u00fcrchtig betrachtet. Und es stellt sich Respekt ein gegen\u00fcber der islamischen Welt. Den ben\u00f6tigt diese Welt besonders, weil sie sich in einem tiefen Minderwertigkeitskomplex verfangen hat. Es ist halt so, wie Lichtenberg sagt: \u201eDie kleinsten Unteroffiziere sind die stolzesten.\u201c Die verzeihen eine Kr\u00e4nkung ihres Stolzes nie!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Was hat diese islamische Welt uns fr\u00fcher nicht alles an Kulturg\u00fctern gebracht, vor allem in Medizin und Mathematik, mit der wichtigsten Zahl oder Ziffer \u00fcberhaupt, der Null. Man stelle sich nur vor, wir m\u00fcssten die zwei Billionen von BHO II (Barack Hussein Obama II) noch in R\u00f6mischen Zahlen schreiben!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Doch heute? Was haben die islamischen Staaten der Welt noch zu bieten au\u00dfer \u00d6l, das jeder haben will, und dem Islam, bei dem es nicht unbedingt so ist? Aber schon Napoleon erkannte: \u201cWe attach ourselves more readily to those whom we have benefited than to our benefactors.\u201d<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Vom Westen allen Fortschritt entgegennehmen zu m\u00fcssen, untergrub auf lange Sicht den Stolz der islamischen Welt und erzeugte ein Gef\u00fchl von Unterlegenheit, gegen das man sich zun\u00e4chst innerlich, dann \u00e4u\u00dferlich wehrte. Mit Prunk, da wo Geld vorhanden war und ist; mit Hass, da wo es fehlte und fehlt, mit der Religion, in der man alle Tugenden zu finden glaubt(e), die dem dekadenten Westen fehl(t)en. Und nun sind diejenigen, die den Banner der Tugend vor sich hertragen, die mit den gr\u00f6\u00dften Untugenden: Sie f\u00f6rdern den Drogenanbau und t\u00f6ten andere und sich selbst.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Parallel dazu bildet sich jedoch ein neuer Stolz heraus, gest\u00fctzt durch Raketen und Atombomben. Mit denen baut der Iran nach Ende des kalten Krieges eine neue Drohkulisse auf, mit der er sich den Respekt des verhassten Westens verschaffen will. Was die Offiziellen verlautbaren im Iran, h\u00f6rt sich hierzulande immer irr an. Aber es fragt sich, ob nun nicht sogar eine neue Hassliebe zu den USA entsteht und ihrem neuen Pr\u00e4sidenten? Auch Obamas zweiter Vorname \u201eHussein\u201c ist (aus gutem Grund) bei Schiiten beliebt und die sind wiederum gro\u00df im Iran.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Dort k\u00f6nnte sich gerade eine neue Gro\u00dfbaustelle f\u00fcr die Welt auftun. Jetzt, wo die USA aus dem Bush gekommen sind und m\u00f6glichst viele Baustellen schlie\u00dfen wollen, macht der Iran eine neue, riesengro\u00dfe Baustelle auf.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Wenn ich mich nicht t\u00e4usche, wird es da viel zu tun geben. Der iranische Stolz w\u00e4chst nach einem bekannten deutschen Sprichwort n\u00e4mlich wie \u00fcberall auf dieser Erde auf demselben Holz mit der Dummheit.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Das kennen die Amerikaner eigentlich noch von George Walker Bush. Der war sich ja nicht einmal bei seinem Abschied zu schade, sich keiner Fehler bewusst zu sein. Da kann man nur beten, dass es k\u00fcnftig anders wird: Oh Herr, Obama Dich unser! \u2013<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Ach ja! Das habe ich noch vergessen! Manche Muslime sehen angesichts der Finanzkrise das \u201eIslamic Banking\u201c im Auftrieb, denn da ist man von der Finanzkrise nicht betroffen. Was ist davon zu halten? \u2013 Soweit es mich betrifft, sehe ich da recht klar:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Das Islamic Banking hat neben der religi\u00f6sen Dignit\u00e4t zweifellos Vorteile in Einfachheit und Transparenz. Doch man darf getrost bezweifeln, ob wir mit dem Islamic Banking jemals die moderne Entwicklung des Bank- und B\u00f6rsenwesens erlebt h\u00e4tten, ohne die es auch die Industrielle Revolution in den westlichen Staaten nie gegeben h\u00e4tte. Das mag sogar einer der Gr\u00fcnde sein, warum sie in den islamischen Staaten ausgeblieben ist. Gleichwohl mahnt uns dessen relativer Erfolg, zu vermehrter Einfachheit und Transparenz zur\u00fcckzukehren. Das einmal verlorene Vertrauen ist ohnehin schwer wieder aufzubauen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Bevor die Krise sich verschleppt,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">holt jeder sein Geheimrezept.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Barack Obama macht\u2019s mit Bad Banks,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">ein Radiojournalist mit Bad Bangs.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Da w\u00fcnsch\u2019 ich beiden mal \u201eGood Luck\u201c,<a href=\"#_ftn3_5068\" name=\"_ftnref3_5068\">[3]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">sei\u2019s mit Kreditkauf oder F\u2026 .<\/p>\n<hr align=\"left\" size=\"1\" width=\"33%\">\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref1_5068\" name=\"_ftn1_5068\">[1]<\/a> \u201eAm Ende <i>des Tages<\/i>\u201c hat sich in der Pr\u00e4sentationssprache etabliert. Es kommt in jedem guten Vortrag zwischen zehn- und zwanzigmal vor. Warum es nicht am Ende der Nacht, des Monats, des Jahres, der Saison, des Winters etc. hei\u00dft kann mir keiner sagen. Aber es ist noch nicht aller Tage Abend!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref2_5068\" name=\"_ftn2_5068\">[2]<\/a> Mit der \u201eGeneration Doof\u201c sind wir dabei, den Weg der Amerikaner nachzuzeichnen. Mit Schrecken musste Neschle vor ein paar Wochen lesen, dass nur etwa 70% der Deutschen wissen, wer Martin Luther war, obwohl der Otto von Bismarck (nur noch 50%) noch weit in den Schatten stellt.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref3_5068\" name=\"_ftn3_5068\">[3]<\/a> Abgeleitet von alten deutschen Anstreichergru\u00df \u201eGut Lack!\u201c<\/p>\n<p><a title=\"PDF-Datei\" href=\"http:\/\/www.neschle.de\/download-manager.php?id=131\">PDF-Datei<\/a><br \/>\nThis post was downloaded by  1212  people until now.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herr, Obama Dich unser! Der Amerikaner entwickelt sich, bis er dreizehn Jahre ist. Danach w\u00e4chst er nur noch.&nbsp;(diabolisch-hyperbolische Hypothese) Die Welt ist in Aufruhr, die Welt ist im Niedergang, die Welt steckt in der Krise. In einer Studie der Europ\u00e4ischen Kommission lese ich \u00fcber die gef\u00e4hrliche Lage der LKW-Produktion: EU-weit seien die monatlichen Bestellungen von &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/neschle.de\/index.php\/blog\/leon-neschle-52-8-woche-2009\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eLeon Neschle 52 (8. Woche 2009)\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[4,6],"tags":[59,14,11,18],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/388"}],"collection":[{"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=388"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/388\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1009,"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/388\/revisions\/1009"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=388"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=388"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=388"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}