{"id":330,"date":"2008-06-18T08:58:06","date_gmt":"2008-06-18T07:58:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.neschle.de\/index.php\/au-aufschrei\/au-aufschrei-29\/"},"modified":"2020-06-18T18:20:02","modified_gmt":"2020-06-18T17:20:02","slug":"au-aufschrei-29","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/au-aufschrei\/au-aufschrei-29\/","title":{"rendered":"Au &#8230; Aufschrei 29"},"content":{"rendered":"<header>\n<h2 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #4f81bd\">Cordoba. Und das Wunder bleibt!<\/span><\/strong><\/h2>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Bei Angela: Oranje boven. Bei Yogis Buben: ein Deut Schland zu viel.<\/strong><\/p>\n<\/header>\n<p style=\"text-align: left;\">Nach dem Sieg gegen Polen h\u00f6rte Neschle einen abgef\u00fcllten Schrumpfgermanen in Klagenfurt rufen: \u201eSch\u2026 sch \u2026Schland! Schland! Su-su-suuper \u2026 Schland!\u201c Gestern in Wien war aus Sicht von Neschle ein Deut Schland zu viel im deutschen Spiel.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Dem Klang nach stellt man sich unter \u201eSchland\u201c n\u00e4mlich eine schwarz-wei\u00df-graue z\u00e4he Masse vor, eine Art Kl\u00e4rschlamm. So z\u00e4h spielten die Deutschen auch bis auf einen, den sie ironischerweise \u201elahm\u201c nannten. Und was ein Deut ist, wei\u00df doch jeder. Wer es nicht wei\u00df, kann vermutlich keinen Deut deutsch. Es h\u00e4tte also noch z\u00e4her sein k\u00f6nnen. So wie gegen Kroatien!<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Was aber w\u00e4re passiert, h\u00e4tte \u00d6sterreich gewonnen? Etwas Schreckliches f\u00fcr ganz \u00d6sterreich, f\u00fcr alle \u00d6sis: Das Wunder von Cordoba h\u00e4tte seine Bedeutung verloren. Jahrelange Aufbauarbeit umsonst. Oder sagen wir es positiv: Die deutschen Fu\u00dfballer haben den \u00d6sterreichern ihr einmaliges Wunder gelassen. Das fiel ihnen verdammt schwer. Denn verlieren h\u00e4tten sie schon k\u00f6nnen, so gomezten sie herum (\u201eGomezen\u201c f\u00fcr \u201eaus drei\u00dfig Zentimetern das Tor nicht treffen\u201c. Man spricht von \u201eGomeztizierung\u201c, wenn ganze Mannschaften vor dem Tor grasen wie die Hausschafe und dann beim Einlochen versagen. \u00c4hnliche Versager-Begriffe der Fu\u00dfballsprache: \u201eleverkusen\u201c oder neuerdings auch \u201eschalkern\u201c f\u00fcr \u201eimmer nur Zweiter werden (k\u00f6nnen)\u201c, in letzterem Fall auch \u201eMeister der Herzen\u201c).<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Auf das Wunder von Cordoba 1978 hatte \u00d6sterreich 47 Jahre gewartet. Extrapolieren wir das, gibt es ein neues Cordoba-Wunder erst in 17 Jahren. Aber dann ist gar kein internationales Turnier. Ein solches Turnier ist erst wieder 47 Jahre sp\u00e4ter, also 2072. Falls \u00d6sterreich da \u00fcberhaupt teilnimmt, gibt es freilich eine Chance: Wenn die Niederlande infolge der Klimaerw\u00e4rmung \u00fcberschwemmt und ihre Fu\u00dfballer alle \u00d6sterreicher sind. Doch dann w\u00e4re es ja kein Wunder mehr. \u2013<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">In Deutschland hatte das Spiel gegen Kroatien derweil eine der gr\u00f6\u00dften Staatskrisen in der Geschichte hervorgerufen. Einschlie\u00dflich Kanzlerin hatte sich deshalb das halbe Kabinett nach Wien zum Spiel gegen \u00d6sterreich begeben, um den dortigen Mischfu\u00dfball (\u201eWiener Melange\u201c genannt; sprich looong\u00dfaaam: \u201eMeehl-looonsch\u201c) zu erleben und der Behebung der deutschen Staatskrise beizuwohnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Unter der Zusehern, wie die Zuschauer hier hei\u00dfen, waren neben Richtlinien-Angela: Innenminister Sch\u00e4uble wegen des Mittelfeldes; Verteidigungsminister Jung wegen Lahm und Co; Bauminister Tiefensee wegen Torbreite und \u2013h\u00f6he f\u00fcr Gomez; Umweltminister Gabriel wegen des Natur-Rasens; Finanzminister Steinbr\u00fcck, der hoffentlich den \u201egeldwerten Vorteil\u201c f\u00fcr den \u00d6si-Kick versteuert hat, wegen der Sponsoren; Au\u00dfenminister Steinmeier, obwohl es f\u00fcr die Deutschen, anders als gegen Polen oder Kroatien, zuseherisch noch am ehesten ein Heimspiel war, wo Au\u00dfenminister gar keine Funktion haben. \u00dcber allen bestimmte Angela die Richtlinien: Sie trat auf \u201eOranje boven\u201c mit orangefarbenem Oberteil und zeigte damit, wo es balltechnisch langgehen soll.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Damit die Fu\u00dfballer das begriffen, lie\u00df die Kanzlerin den Yogi L\u00f6w noch in der ersten Halbzeit vom Schiedsrichter zu sich auf die Trib\u00fcne schicken, damit der verstand, was die Orange-Farben gepinselt hatten. Zum Dank erkl\u00e4rte ihr Yogi (war ein B\u00e4r) L\u00f6w (l\u00f6wt durch die W\u00fcste), was eine \u201eCoaching Zone\u201c ist. Die musste er verlassen, weil er sie angeblich verlassen hatte. Klingt doof, aber das sind die Regeln.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Was hatten (\u201edie\u201c) \u00d6sterreicher vor dem Match nicht alles \u00fcber das deutsche Team gesagt: L\u00f6w war \u201eAbschusskandidat\u201c, Lehmann \u201eFliegenf\u00e4nger\u201c, Ballack \u201eRegisseur Flasche leer\u201c, Metzelder und Mertesacker waren die \u201eEmmentaler Verteidigung\u201c. Nun, wo die \u00d6sis gegen eine solche Gurkentruppe verloren haben, umso schlimmer f\u00fcr sie selbst. Zeigt man mit einem Finger auf andere, weisen eben drei Finger auf einen selbst.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Doch wie recht sie mit einer anderen Behauptung hatten: \u201eDie Deutschen haben die Hosen voll\u201c oder in der \u201eVerlaufsform\u201c Martin Harniks: \u201eIch kann mir vorstellen, dass sie sich schon jetzt vor Angst in die Hose schei\u00dfen\u201c. Nur so l\u00e4sst sich die Bodenhaftung von Gomez weniger als einen halben Meter vor dem \u00f6sterreichischen Tor erkl\u00e4ren. Aber wie sagte Paul Breitner: \u201eWir hatten alle die Hosen voll, aber bei mir lief\u2019s ganz fl\u00fcssig.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Damit wird dann auch Platz geschaffen f\u00fcr den Wunsch von Andreas Herzog: \u201eSie (die Deutschen) k\u00f6nnen sich die Weltrangliste in den Arsch schieben\u201c. So spielt man augenscheinlich zwar schlechter, eben mit z\u00e4hem Schland, aber immer noch gut genug, um die \u00d6sis zu schlagen. Das ist das wirklich Peinliche f\u00fcr die Bergm\u00e4nnchen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Und wie wurden die \u00d6sis von den Piefkes geschlagen? Durch einen schlauen Trick. Die Piefkes schrieben auf ihren spritzigsten und schnellsten Mann in gro\u00dfen Lettern \u201eLAHM\u201c. Die Cordoba-gl\u00e4ubigen \u00d6sis passten deshalb zu wenig auf ihn auf und dann konnten sie ihm nur noch in die Hacken treten. Deshalb gab es dann Freisto\u00df.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Der Freisto\u00df wurde gl\u00e4nzend ausgef\u00fchrt und der Macho (so hei\u00dft der wirklich!) im Tor der \u00d6sis hatte erst das Nachsehen und dann das Einsehen in die wunderlose \u00f6sterreichische Zukunft. Wie so h\u00e4ufig f\u00fcr \u201egl\u00e4nzende Freist\u00f6\u00dfe\u201c verwendeten die Piefkes dazu Ballack oder wie man nach der Rechtschreibreform schreibt: \u201eBall-Lack\u201c. Der gl\u00e4nzte zwar lange Zeit kaum, doch f\u00fcr den Freisto\u00df polierte er frisch auf. Da hatte Angela die deutsche Staatskrise bew\u00e4ltigt und sich ganz doll gefreut. Und alle Minister fuhren froh nach Hause.<\/p>\n<p><a title=\"PDF-Datei\" href=\"http:\/\/www.neschle.de\/download-manager.php?id=108\">PDF-Datei<\/a><br \/>\nThis post was downloaded by  1233  people until now.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Cordoba. Und das Wunder bleibt! Bei Angela: Oranje boven. Bei Yogis Buben: ein Deut Schland zu viel. Nach dem Sieg gegen Polen h\u00f6rte Neschle einen abgef\u00fcllten Schrumpfgermanen in Klagenfurt rufen: \u201eSch\u2026 sch \u2026Schland! Schland! Su-su-suuper \u2026 Schland!\u201c Gestern in Wien war aus Sicht von Neschle ein Deut Schland zu viel im deutschen Spiel. 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