{"id":314,"date":"2008-04-29T09:04:41","date_gmt":"2008-04-29T08:04:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.neschle.de\/index.php\/au-aufschrei\/au-aufschrei-27\/"},"modified":"2020-06-18T18:27:55","modified_gmt":"2020-06-18T17:27:55","slug":"au-aufschrei-27","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/au-aufschrei\/au-aufschrei-27\/","title":{"rendered":"Au &#8230; Aufschrei 27"},"content":{"rendered":"<header>\n<h2 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #4f81bd\">Collarisierung des Arbeitseinkommens<\/span><\/strong><\/h2>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Sie Planen D\u00e4mliches: Einkommensfl\u00f6ze f\u00fcr Nichtsportler und Nichtk\u00fcnstler! \u2013 Da sieht Neschle schwarz!<\/strong><\/p>\n<\/header>\n<p style=\"text-align: left;\">Gerade noch ging es um diejenigen, die \u201ezu wenig\u201c verdienen. Mindestlohn war da die \u201eL\u00f6sung\u201c. Nun geht es um die, die aus Sicht der SPD \u201ezu viel\u201c verdienen. Nein, nicht um Top-Profi-Golfer, Tennisspieler, Autorennfahrer oder Fu\u00dfballspieler. Die verdienen <em>nicht<\/em> zu viel! Das sind K\u00fcnstler! Denen kann weiter jeder Veranstalter oder Verein bezahlen, was er will. Die tun ja auch wichtige Dinge: Sie besch\u00e4ftigen den gemeinen Malocher am Wochenende. Das entspannt ihn, l\u00e4sst ihn ausspannen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Aber diejenigen, die uns w\u00e4hrend der Woche besch\u00e4ftigen und dem Arbeitsleid aussetzen, die Top-Manager der gro\u00dfen Aktiengesellschaften sollen nicht mehr verdienen als sozial gerade noch \u201eangemessene\u201c 1 Mio., meint Herr Heil, der Generalsekret\u00e4r, und mit ihm seine SPD. Eine Erkl\u00e4rung f\u00fcr diese Summe gibt es nicht. Die ist irgendwie in den B\u00e4uchen von SPD-Politikern entstanden, vielleicht sogar allein im Bauch von Herrn Heil, aus dem sie freilich viel zu fr\u00fch geboren wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Wenn bei uns Heil gerufen wird, sollten wir aber immer vorsichtig sein. Auch wenn es hier nur der HaHa ist, der Hubertus Heil. Es ist da in Deutschland n\u00e4mlich wie bei einem Magneten: Man ruft zwar Heil, aber schon wird das Un-Heil angezogen. \u2013<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">So ganz richtig ist das allerdings nicht dargestellt. Eigentlich soll mal wieder unser Steuersystem hin- und herhalten f\u00fcr \u00f6konomischen Schwachsinn, was bei der SPD nur ein anderes Wort f\u00fcr \u201esoziale Gerechtigkeit\u201c ist. Oberhalb von einer Million soll die steuerliche Abzugsf\u00e4higkeit bei Managereinkommen eingeschr\u00e4nkt werden. Ein h\u00f6heres Arbeitseinkommen (einschlie\u00dflich der Abfindungen) darf nur noch zur H\u00e4lfte steuerlich abgezogen werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Was dann auch abgezogen wird und zwar aus Deutschland, ist die H\u00e4lfte Unternehmensleitungen der internationalen Konzerne. Denn das sind die einzigen, die solch hohe Vorstandsgeh\u00e4lter zahlen (k\u00f6nnen). Nur sie k\u00f6nnen deshalb \u201eManagement-Stars\u201c nach Deutschland holen oder in Deutschland halten. Beim Fu\u00dfball sind es ja auch nur die ersten Vereine der ersten Liga, die internationale Stars holen und nationale Stars halten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Um eine L\u00f6sung ist bei diesen Gesellschaften niemand verlegen: Nur den Sitz ins Ausland verlegen. Sofern sich die (Damen und) Herren dann nicht mehr als die H\u00e4lfte des Jahres in Deutschland aufhalten, hat der deutsche Fiskus nach den Regeln des Internationalen Steuerrechts keinen direkten Zugriff mehr auf ihr gesamtes Arbeitseinkommen. Nur f\u00fcr eine \u00dcbergangszeit wird das anders aussehen. Und das geht so:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die Kapitaleink\u00fcnfte sind von dieser Neuregelung nicht betroffen. F\u00fcr die wurde ja erst j\u00fcngst die Abgeltungssteuer eingef\u00fchrt: 25%. Das ohnehin schon doppelt so hoch besteuerte Arbeitseinkommen (mit Solidarit\u00e4tszuschlag und Kirchensteuer) soll dagegen nun indirekt noch st\u00e4rker besteuert werden, oberhalb der einen Million. Die schon bestehende \u201eSteuerspreizung\u201c zwischen den Einkunftsarten von Gro\u00dfverdienern wird dadurch weiter erh\u00f6ht.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Was werden wir da erleben? Eine kr\u00e4ftige Umschichtung in Richtung Kapitaleink\u00fcnfte. Die Manager werden aushandeln, dass sie fr\u00fchzeitig vor Einf\u00fchrung eines solchen Gesetzes gen\u00fcgend Aktien bekommen, deren voraussichtliche Dividende und Kurssteigerung ihre Einbu\u00dfen beim Arbeitseinkommen (\u00fcber-)kompensiert. Das werden sie k\u00f6nnen, denn international haben Management-Stars durchaus eine solche Verhandlungsmacht. Danach haben sie immer noch gen\u00fcgend Zeit, die Gesch\u00e4ftsleitung und ihren Wohnsitz aus Deutschland zu verlegen. Wir werden also die Stars der Managementszene nicht mehr in Deutschland haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">W\u00fcrden wir das auf Bayern M\u00fcnchen \u00fcbertragen, w\u00fcrden die Bayern ohne Ribery und Toni antreten m\u00fcssen, die am Wochenende wieder einmal bewiesen haben, wie wertvoll sie f\u00fcr den Erfolg der Mannschaft sind. Beim Fu\u00dfball verstehen das auch die Leute von der SPD und von der Linken, aber nicht bei Aktiengesellschaften, die mit internationalem Auftritt in der Champions League der Unternehmungen spielen. Der Teufel wei\u00df warum!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Kaum jemand regt sich dar\u00fcber auf, wenn Michael Schumacher oder Ballack das Millionenfache von Hobbyfahrern oder Hobbyfu\u00dfballern verdienen und es au\u00dferhalb dieses Landes versteuern. Eigentlich kann man diese Relation, anders als bei Arbeitnehmern und Vorstand, <em>gar nicht <\/em>ausrechnen. Denn Freunde des Sports bringen sogar Geld mit, um ihr Hobby auszu\u00fcben. Dasselbe gilt f\u00fcr die Rolling Stones im Vergleich zu der Band, mit der Neschles Alter Ego ab und zu und an und ab auftritt. Ja, die Profis haben eben ihre Fans und (wie jeder Mensch) ein Monopol auf ihre individuellen Leistungen. Dieses Monopol d\u00fcrfen sie nutzen, so weit es nutzbar ist (Bei Radrennfahrern ist das ja mittlerweile fraglich geworden).<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Aber warum billigt man diese Einmaligkeit nicht auch Top-Managern zu. Auch da gibt es Stars, die von den \u201eVereinen\u201c kr\u00e4ftig umworben sind. Und die \u201eVereine\u201c zahlen schlie\u00dflich das Gehalt. Manager gelten aber offenbar f\u00fcr die SPD als jederzeit leicht ersetzbar, weshalb zugleich die mit ihnen ausgehandelten Geh\u00e4lter als v\u00f6llig \u00fcberzogen gelten, ja sogar als perfide und pervers.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Bei Fu\u00dfballtrainern ist das v\u00f6llig anders. Die Leistung des Teams h\u00e4ngt entscheidend von ihnen ab. Da ist es wichtig, ob der Trainer Doll oder Dick (Advokat) ist. Beim Wiedeking oder Zumwinkel gilt das sicher nicht. Die k\u00f6nnte man ohne weiteres durch Wiedewinkel und Zumking ersetzen!??? \u2013Da muss man ja <strong>s<\/strong>audoof, <strong>p<\/strong>lemplem und <strong>d<\/strong>eppert sein und das Un-Denken erfunden haben, um das zu glauben. \u2013<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Nachdem mit dem Mindestlohn der Boden eingezogen ist, kommt nun von oben die Decke. Jetzt geht es, nat\u00fcrlich nur da, wo richtig gearbeitet, aber nicht wo gespielt wird, einkommensm\u00e4\u00dfig zu wie im Fl\u00f6z auf der siebten Sohle. Bei Optionen, bei denen sowohl Verlust- als auch Gewinnm\u00f6glichkeiten begrenzt sind, spricht man von einem \u201eCollar\u201c, einem Kragen. Der platzt Neschle, wenn er sich ausmalt, dass so ein Vorschlag von einer deutschen Partei kommt. Nur der Linken h\u00e4tte er das zugetraut.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Nachdem jetzt schon unsere \u00c4rzte in England und in den USA arbeiten, werden es bald auch unsere Manager tun. Neschles Alter Ego wird Leute mit deutschen Steuergeldern ausbilden, die dieses Land verlassen, weil ihre Konzernzentralen \u00fcberall auf der Welt sitzen, nur nicht in Deutschland. Hier bleiben nur die mit einem Verdienst von maximal 999.999,99 Euro. Aber eine Million heute sind nicht eine Million morgen. Der Staat ist da Inflationsgewinner, wenn auch nur vordergr\u00fcndig. Weil wir bei der fortschreitenden Inflation bald n\u00e4mlich alle so viel verdienen, sollten wir schon mal unsere Koffer packen. Mit Idioten, die solche Vorschl\u00e4ge machen, will man ja ohnehin nicht mehr in einem Land wohnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Doch ein Lob muss Neschle ihnen aussprechen, denn keiner ist so schlecht, dass er nicht wenigstens als schlechtes Beispiel dienen kann: Wer nach einem optimalen Weg sucht, mit Steuererh\u00f6hungen die Steuereinnahmen drastisch zu verringern, der d\u00fcrfte mit diesem Vorschlag f\u00fcndig geworden sein.<\/p>\n<p><a title=\"PDF-Datei\" href=\"http:\/\/www.neschle.de\/download-manager.php?id=101\">PDF-Datei<\/a><br \/>\nThis post was downloaded by  1280  people until now.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Collarisierung des Arbeitseinkommens Sie Planen D\u00e4mliches: Einkommensfl\u00f6ze f\u00fcr Nichtsportler und Nichtk\u00fcnstler! \u2013 Da sieht Neschle schwarz! Gerade noch ging es um diejenigen, die \u201ezu wenig\u201c verdienen. Mindestlohn war da die \u201eL\u00f6sung\u201c. 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