{"id":307,"date":"2008-04-22T10:33:22","date_gmt":"2008-04-22T09:33:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.neschle.de\/index.php\/blog\/leon-neschle-41-18-woche-2008\/"},"modified":"2020-06-21T10:34:00","modified_gmt":"2020-06-21T09:34:00","slug":"leon-neschle-41-18-woche-2008","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/blog\/leon-neschle-41-18-woche-2008\/","title":{"rendered":"Leon Neschle 41 (18. Woche 2008)"},"content":{"rendered":"<header>\n<h2 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #4f81bd\">Das Sublime der Subprime: Ersch\u00fctterter Glaube an bodenst\u00e4ndige Werte<\/span><\/strong><\/h2>\n<\/header>\n<p style=\"text-align: left;\"><em>A sentimentalist is a man who sees an absurd value in everything and doesn\u2019t know the market price of a single thing.&nbsp;<\/em>(Oscar Wilde)<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die \u201eSubprime-Krise\u201c ist l\u00e4ngst in Deutschland angekommen. Sie richtet erhebliche Sch\u00e4den im Bankensystem und der Gesamtwirtschaft an. Neben den bekannten Milliardensch\u00e4den bei der IKB und den Landesbanken in Bayern, NRW etc. \u201everdr\u00fccken\u201c zahlreiche Banken \u201ekleinere\u201c Verluste im dreistelligen Millionenbereich, um nicht im Fokus der Presse zu stehen. Darunter sind ambitionierte Sparkassen, die neben ihren Landesbanken selbst ein wenig am internationalen Gesch\u00e4ft schnuppern wollten und sich dabei eine blutige Nase holten. Der Schaden geht dabei weit in den zweistelligen Milliardenbereich. Er macht das Lamentieren um die zwei Milliarden bei der jetzigen Rentenerh\u00f6hung geradezu l\u00e4cherlich.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Wie konnte es dazu kommen? Zwei Fragen sollen hier angesprochen werden:<\/p>\n<ol style=\"text-align: left;\">\n<li>Wie entstand die Subprime-Krise in den USA?<\/li>\n<li>Wie wurde die Subprime-Krise nach Deutschland exportiert?<\/li>\n<\/ol>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong>A. Die Geburt einer Krise \u2013 Sublime Erkl\u00e4rung des Subprimen<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Um das Entstehen der Subprime-Krise zu erkl\u00e4ren, muss man ein Szenario von Ursachen aufrollen, die beim Entstehen und beim Export dieser Krise in fataler Weise zusammengewirkten. Dabei lie\u00df die g\u00fcnstige Ausgangslage f\u00fcr den Immobilienkauf in den USA alles andere vermuten als diese Krise.<\/p>\n<ol style=\"text-align: left;\">\n<li>Das Zinsniveau in den USA ist in der Ausgangslage niedrig. Das st\u00e4rkt die aktiven und optimistischen Kr\u00e4fte der Wirtschaft. Das sind die Kr\u00e4fte mit den positiven Erwartungen, die bereit sind, sich f\u00fcr ihre Zukunftsprojekte zu verschulden. (Wer Angst hat, spart dagegen und hortet, um vorzusorgen. Er wird durch hohe Zinsen in vermehrter Vorsorge best\u00e4rkt.)<\/li>\n<li>Bei dem niedrigen Zinsniveau gibt es dann steigende Immobilienpreise, weil das Zinsniveau die Nachfrage nach Immobilien erh\u00f6ht. Die Preiserh\u00f6hungen st\u00e4rken den Optimismus der \u201eH\u00e4uslebauer und -k\u00e4ufer\u201c noch. Da der US-Amerikaner h\u00e4ufiger als der Deutsche seine Immobilie verkauft, hat die Preisentwicklung der Immobilien dort zudem eine h\u00f6here Bedeutung f\u00fcr das Kaufverhalten.<\/li>\n<li>Vor dem Hintergrund dieser beiden Faktoren (niedriger Zins, steigende Immobilienpreise) f\u00e4llt es den amerikanischen Banken leicht, mit aggressivem Marketing weitere Immobilienkredite zu verkaufen, zum Teil jenseits der in Deutschland \u00fcblichen Verschuldungsgrenzen (60 bzw. 85 Prozent). Man hofft auf weiter steigende Immobilienpreise. Die amerikanischen Banken haben dabei tatkr\u00e4ftige Helfer: die Immobilienmakler. Die bieten ihren Hauskauf-Interessenten gleich das \u201eRundum Sorglos-Paket\u201c an: Zusammen mit dem Hauskauf wird auch die Finanzierung geregelt. Da das eine nicht ohne das andere m\u00f6glich ist, schauen die Makler in ihrem Preisoptimismus bei manchen K\u00e4ufern nicht so genau hin. Wenn sie erst ihr Immobiliengesch\u00e4ft gemacht haben, ist die Sache f\u00fcr sie erledigt und an Banken und Schuldner \u00fcbergeben.<\/li>\n<li>In den USA ist es anders als in Deutschland \u00fcblich, auch Immobilieninvestitionen ohne l\u00e4ngerfristige Zinsfestschreibung (5, 10, 15 Jahre) zu finanzieren. Damit kann sich der Zinssatz f\u00fcr die Finanzierung der Immobilie f\u00fcr den Schuldner kurzfristig ver\u00e4ndern.Dieser Verzicht auf Zinsfestschreibung ist zwar auf lange Sicht eine durchaus sinnvolle Finanzierungsweise, weil sie den \u201eVersicherungsbetrag\u201c erspart, den eine Zinsfestschreibung immer enth\u00e4lt. Doch er erh\u00f6ht kurzfristig das Risiko. Falls sich die Zinsen spontan erh\u00f6hen, schl\u00e4gt das unmittelbar auf <i>alle<\/i> Schuldner durch. In Deutschland w\u00e4ren dagegen nur die betroffen, deren Kredit gerade zur Neuverhandlung ansteht, also je nach Zinsbindung 20 Prozent, 10 Prozent oder knapp 7 Prozent je nach Zinsbindung. Das zudem verteilt \u00fcber das ganze Jahr. Steht also am 1. Januar eine Zinserh\u00f6hung an, dann tr\u00e4gt derjenige, dessen Zinsbindung Ende Juni abl\u00e4uft, noch ein halbes Jahr den niedrigeren Zins, w\u00e4hrend die Zinserh\u00f6hung in den USA spontan auf alle durchschl\u00e4gt.<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: left;\">Die Zinserh\u00f6hung gibt es dann durch die Entscheidung der US-Notenbank und sie f\u00e4llt zusammen mit der Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in den USA. Allen, die gerne in Deutschland nach Staatseingriffen oder Eingriffen der Zentralbank rufen, sei noch einmal gesagt: Ausl\u00f6ser (wenn auch nicht alleinige Ursache) der Subprime-Krise sind die Zinserh\u00f6hungen der US-Notenbank zur \u201eUnzeit\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Als die ersten Immobilienbesitzer darum in Zahlungsschwierigkeiten geraten, weil sie die erh\u00f6hten Zinsen bei sinkendem Einkommen nicht mehr zahlen k\u00f6nnen, m\u00fcssen sie ihre H\u00e4user verkaufen. Dies erh\u00f6ht den Druck auf andere Immobilienbesitzer. Die m\u00fcssen nun ihrerseits f\u00fcrchten, dass weiter sinkende Immobilienpreise dazu f\u00fchren, dass ihre Verschuldung am Ende h\u00f6her ist als ihr Verkaufserl\u00f6s. (Zur Erinnerung: Amerikaner verkaufen ihre Immobilien deutlich \u00f6fter als Deutsche.)<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Manche amerikanische Hausbesitzer verkaufen daher ihre Immobilien vorzeitig, ehe es zu weiteren Preissenkungen k\u00f6mmt. Damit aber sorgen sie indirekt f\u00fcr etwas, dem sie aus dem Wege gehen wollen: Dramatisch fallende Immobilienpreise. Aus den Erl\u00f6sen beim Verkauf k\u00f6nnen nun aber weder die Besitzer noch die Banken als Eigent\u00fcmer die Restschuldsumme herausholen. Die Immobilienblase ist geplatzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">[Solche Spekulationsblasen bei Immobilien gibt es nach Ansicht von Neschle derzeit auch in England und in den Niederlanden. \u00c4hnliches gilt f\u00fcr Frankreich und Spanien. Neschle konnte seit Jahren beobachten, wie die englischen und niederl\u00e4ndischen Immobilienpreise den deutschen davonliefen. Die englischen Preise gehen langsam auf Sinkflug, der sich jedoch bis zum Platzen der Blase noch beschleunigen wird, wenn sich die Finanzlemminge davon anstecken lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Niederl\u00e4nder kaufen sich mittlerweile vor allem im grenznahen Raum in deutsche Immobilien ein, w\u00e4hrend es bis zum Anbruch des neuen Jahrtausends eher umgekehrt war. Da wanderten Deutsche zum Immobilienkauf in die Niederlande. Clevere Deutsche verkaufen derzeit ihr Anwesen in den Niederlanden, um sich vergleichsweise billiger \u2013 meist auch mit besserer Bausubstanz \u2013 wieder in Deutschland einzudecken, falls sie nicht das fiskalische Verhalten in Deutschland davon abschreckt.]<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">W\u00e4re es allein beim Platzen der amerikanischen Immobilienblase geblieben, w\u00e4ren auch fast allein US-amerikanische Banken von der Subprime-Krise erfasst worden. Die Krise h\u00e4tte die amerikanische Wirtschaft freilich noch viel st\u00e4rker ersch\u00fcttert als heute. Die deutsche Wirtschaft w\u00e4re dagegen von <i>direkten<\/i> Wirkungen verschont geblieben. Die <i>indirekten<\/i> Wirkungen eines amerikanischen Kollapses w\u00e4ren dann aber deutlich gr\u00f6\u00dfer gewesen. Eine niedergehende US-Wirtschaft h\u00e4tte etwa f\u00fcr eine drastische Senkung der Exporte in Deutschland gesorgt.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Daher gibt es Stimmen, die trotz der hohen Belastungen f\u00fcr das deutsche Bankensystem in der jetzigen Situation, in der deutsche Banken und der deutsche Steuerzahler die Sch\u00e4den der amerikanischen Wirtschaft lindern, die Abwendung einer m\u00f6glicherweise viel gr\u00f6\u00dferen weltweiten Krise sehen.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong>B. Kommt ein Vogel geflogen \u2026 von der Mutter einen Brief<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Wie kam die Krise nach Deutschland? Hier kommt man auf das Zauberwort \u201eVerbriefung\u201c. Das h\u00f6rt sich im angels\u00e4chsischen Wort \u201eSecuratization\u201c noch solider und heimeliger an. Die Sache geht etwa so: Man gr\u00fcndet eine \u201eZweckgesellschaft\u201c, ein \u201eSpecial Purpose Vehicle (SPV)\u201c. Da hinein packt man als Verm\u00f6gensgegenst\u00e4nde eine Vielzahl von Immobilienforderungen kreuz und quer \u00fcber die USA und\/oder verschiedene Branchen und Nutzungsformen (privat, B\u00fcro, L\u00e4den, Praxen).<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">In diesem Forderungspool oder Portfolio findet ein Risikoausgleich statt. Nun verkauft man scheibchenweise die Rechte daran, indem man sie \u201everbrieft\u201c. Der K\u00e4ufer des \u201eBriefes\u201c erwirbt damit einen Anspruch auf den Forderungspool. Dieser Anspruch wird auch \u201e(Asset Backed) Security\u201c genannt.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Eine spezielle Form dieser Asset Backed Securities wird CDO (Collateralized Debt Obligations) genannt. F\u00fcr den Forderungspool werden dabei Anspr\u00fcche verschiedener G\u00fcteklassen herausgegeben. Die Senior Notes (meist AAA geratet) mit der geringsten Verzinsung haften auch nachrangig. Die Junior Notes (meist zwischen AA und BB geratet) werden im Haftungsfall zuvor herangezogen, haben daf\u00fcr aber eine h\u00f6here Verzinsung. Die Equity Notes stellen schlie\u00dflich eine Eigenkapitalbeteiligung dar, zwar mit den h\u00f6chsten Gewinnchancen, aber auch mit der absolut vorrangigen Inanspruchnahme im Haftungsfall.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Vor allem der K\u00e4ufer von Senior Notes erwartet nat\u00fcrlich, dass er seinen Anspruch an den Forderungspool auch einl\u00f6sen kann. Deutsche K\u00e4ufer st\u00fctzten sich dabei auf vier Umst\u00e4nde:<\/p>\n<ol style=\"text-align: left;\">\n<li>Auf den Glauben an die Seriosit\u00e4t der (amerikanischen) Banken. In dieser \u201eNice Society\u201c kann und darf es keine unseri\u00f6sen Anbieter geben. Selbst wenn man nicht denjenigen folgt, die davon ausgehen, dass die deutschen Banken als K\u00e4ufer von CDOs in einigen F\u00e4llen bewusst \u00fcber den Leisten gezogen wurden, l\u00e4sst sich zumindest bezweifeln, ob die Methoden beim Verkauf der Hauskredite in den USA noch \u201eseri\u00f6s\u201c waren. Hier tragen die Banken auch Verantwortung f\u00fcr das Verhalten st\u00fcrmischer und windiger Immobilienmakler, die vielfach als ihre Absatzmittler auftraten.<\/li>\n<li>Das urdeutsche Vertrauen in die Wertstabilit\u00e4t aller Immobilien. Extreme Immobilienpreisbewegungen gibt es hierzulande nur auf Spekulationsinseln (positiv z.B. Berlin-Ost, negativ z.B. Bremerhaven), aber nicht bundesweit. Deutsche Verh\u00e4ltnisse lassen sich aber nicht auf die USA \u00fcbertragen. Es ist daher ein Zeichen mangelnden Kulturverst\u00e4ndnisses, das zu tun.<\/li>\n<li>Das fehlende Bewusstsein \u00fcber die mangelnde Zinsbindung der Schuldner in den USA und deren unmittelbare Folgen. Dadurch schlagen \u2013 anders als in Deutschland \u2013 Zins\u00e4nderungen bei Immobilienkrediten in den USA ohne Verz\u00f6gerung durch. Auch hier fehlt bei deutschen Bankern vielfach das Bewusstsein \u00fcber diese kulturelle Verschiedenheit.<\/li>\n<li>Das vorz\u00fcgliche Rating der amerikanischen Agenturen, das eine hohe Sicherheit der Geldanlage versprach. Viele riskante Forderungen gleichen sich gepoolt im Risiko aus, so dass im Durchschnitt eine stabile Einnahmenerwartung entsteht (Die Amerikaner sprechen hier irref\u00fchrend von \u201efixed income\u201c, so als g\u00e4be es da keine Risiken). Hoch und tief eintauchende Schiffe, ergeben im Durchschnitt eine stabile Eintauchtiefe. Wenn, ja wenn nicht jemand von au\u00dfen die gro\u00dfe Welle macht, die einige Schiffe versenkt. Und das war in diesem Fall die US-Notenbank.Warum aber kaufen Banken in Deutschland diese Papiere? Wegen der noch nicht angelaufenen Konjunktur sahen viele Banken in Deutschland hierzulande nicht gen\u00fcgend Anlagem\u00f6glichkeiten. Der Dollar schien zudem damals noch stabil und die Zinsversprechen der Securities waren bei dem erwartet geringen Risiko verlockend.<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: left;\">Der Mittelstand befand sich zur Zeit der Anlage im Tief schlechter Zukunftserwartungen. Die Diskussion \u00fcber Basel II und die risikoad\u00e4quate \u201eBepreisung\u201c von Krediten tat ein \u00dcbriges. Vor allem viele Mittelstands-Banken waren verunsichert. Sie wollten h\u00f6here Risiken vermeiden oder sie nur noch gegen deutlich erh\u00f6hte Zinsen eingehen. F\u00fcr die weitgehende Kreditverweigerung der Banken gegen\u00fcber dem Mittelstand hatte man schon das Wort \u201eCredit Crunch\u201c gepr\u00e4gt. <i>Das erkl\u00e4rt paradoxerweise, warum gerade Mittelstandfinanzierer mit internationalen Bez\u00fcgen in die Subprime-Krise st\u00fcrzten, allen voran die IKB und die Landesbanken. Man muss sich das einmal vorstellen: Zu Hause vermeidet man alle Risiken und mauert sich ein, geht aber auf eine internationale Abenteuerreise, weil ein bislang gut beleumundeter Reisetester (eine Rating-Agentur) behauptet, es sei dort nicht gef\u00e4hrlich. \u2013 <\/i>Wie hie\u00df es da in einem uralten Karnevalslied: \u201eDa stehste traurig wie Pik Sieben: Ach, w\u00e4r\u2019n wir doch zu Haus\u2019 geblieben!\u201c \u2013<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die reizvollen Zinsen der CDOs h\u00e4tten erfahrene Banker allerdings vorsichtiger machen m\u00fcssen. Es gibt nichts kostenlos am Kapitalmarkt: \u201eThere is no free lunch!\u201c. Im h\u00f6heren Zinssatz spiegelt sich in der Regel auch ein h\u00f6heres Risiko. Aber durch das gute Rating und die Tatsache, dass es sich um <i>Immobilien<\/i>kredite handelte, ersparte man sich offenbar genaueres Hinsehen. Auf Immobilienkredite konnte man in Deutschland immer bauen. Aber das eben z.B. mit der vergleichsweise soliden Konstruktion des Pfandbriefs, der (noch) anderen deutschen Einstellung zur Immobilie und der Neigung zur Zinsbindung bei Immobilienkrediten.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Nun aber ist sie da die Krise, die besch\u00f6nigend \u201eSubprime\u201c (\u201eUntererst\u201c) genannt wird, weil die Forderungen nicht die allerersten Sicherheiten bieten. Die Folgen tragen auch die deutschen Steuerzahler und das deutsche Rentensystem, das ohnehin arg gebeutelt wird. Sie versichern die amerikanischen Banken und die amerikanische Wirtschaft. Der ginge es ohne diese \u201eVersicherung\u201c deutlich schlechter, aber am Ende \u2013 wegen der indirekten Wirkungen \u2013 vielleicht sogar uns selbst. 1.000 Milliarden Dollar Gesamtverlust, so lautet mittlerweile die kontinuierlich erh\u00f6hte Sch\u00e4tzung, sind eben leichter zu tragen, wenn sie sich weltweit verteilen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">F\u00fcr Deutschland wird das nicht ohne Folgen bleiben. Auch hierzulande werden Immobilienkredite jetzt schon kritischer gesehen. Der Glaube an einstmals bodenst\u00e4ndige Werte ist ersch\u00fcttert, obwohl sich die deutschen Bedingungen deutlich von denen in den USA unterscheiden. Das Rentensystem, das in Deutschland schon einen gro\u00dfen Teil der \u201eKosten der Einheit\u201c tr\u00e4gt, wird indirekt auch durch die Subprime-Krise gebeutelt werden. Aber das soll mal jemand anders dem deutschen Rentner erkl\u00e4ren, dass er auch daf\u00fcr haftet, wenn amerikanische Hausk\u00e4ufer ihre Raten nicht mehr zahlen k\u00f6nnen. Neschle kann nur erkl\u00e4ren, <i>dass<\/i> es so ist, aber letztlich nicht, <i>warum<\/i> es so ist. Denn es gab allzu viele M\u00f6glichkeiten den Wahnsinn zu stoppen. Nur eine davon zu nutzen, h\u00e4tte schon gen\u00fcgt: in den USA und hierzulande.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">In den USA geboren,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">dort hab\u2019n sie Haus und Hof verloren.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Da ist es immer schon so Sitte,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">dass man sie andreht die Kredite.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Auch die f\u00fcr\u2019s Kaufen von \u2019nem Haus,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">doch damit ist es nun wohl aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: center;\">F\u00fcr Deutschland aber ist das Fiese,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">dass sie hier hinkam diese Krise.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Fast jede Bank kauft CDO<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">und manche geht damit K.O.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Doch w\u00e4r\u2019n die Amis nur betroffen:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">W\u00e4r\u2019 das besser? Das bleibt offen!<\/p>\n<p><a title=\"PDF-Datei\" href=\"http:\/\/www.neschle.de\/download-manager.php?id=98\">PDF-Datei<\/a><br \/>\nThis post was downloaded by  1472  people until now.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Sublime der Subprime: Ersch\u00fctterter Glaube an bodenst\u00e4ndige Werte A sentimentalist is a man who sees an absurd value in everything and doesn\u2019t know the market price of a single thing.&nbsp;(Oscar Wilde) Die \u201eSubprime-Krise\u201c ist l\u00e4ngst in Deutschland angekommen. Sie richtet erhebliche Sch\u00e4den im Bankensystem und der Gesamtwirtschaft an. Neben den bekannten Milliardensch\u00e4den bei der &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/neschle.de\/index.php\/blog\/leon-neschle-41-18-woche-2008\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eLeon Neschle 41 (18. Woche 2008)\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[4,6],"tags":[16,30,49,17,20,18,12],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/307"}],"collection":[{"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=307"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/307\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1023,"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/307\/revisions\/1023"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=307"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=307"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=307"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}