{"id":30,"date":"2007-04-01T14:18:33","date_gmt":"2007-04-01T12:18:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.neschle.de\/wordpress\/?p=30"},"modified":"2020-06-20T12:05:18","modified_gmt":"2020-06-20T11:05:18","slug":"neschle-depeschle-7","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/blog\/neschle-depeschle-7\/","title":{"rendered":"Neschle-Depeschle 7"},"content":{"rendered":"<header>\n<h2 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #4f81bd\">Warum gibt es im Tee-Punkt Tih-mohbail? Was sind eigentlich Fla-trate?<\/span><\/strong><\/h2>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Neschle-Depeschle-Neschle-Depeschle-Neschle-Depeschle-Neschle-Depeschle <\/strong><br \/>\n<strong>F\u00fcr den kleinen Hunger zwischendurch: Der schnelle Einwurf in den Strafraum<\/strong><\/p>\n<\/header>\n<p style=\"text-align: left;\"><em>Man brauche gew\u00f6hnliche Worte und sage ungew\u00f6hnliche Dinge.&nbsp;<\/em>(Arthur Schopenhauer)<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Schopenhauer ist gerade mal lange tot und schon geht der Trend gegen ihn.<!--more--> Jetzt hei\u00dft es: \u201eMan brauche ungew\u00f6hnliche Worte und sage gew\u00f6hnliche Dinge\u201c. Wichtigtuer dr\u00fccken sich heute englisch aus, selbst wenn ihre eigene Sprachdecke d\u00fcnn und kurz ist. Doch ausgerechnet in einer Profession, wo Englisch \u201eAmtssprache\u201c ist, scheiden sich Experten und Pfuscher darin, ob sie \u201eRechner\u201c sagen wie die Experten oder \u201eComputer\u201c wie die Pfuscher, wozu zweifellos auch Neschle geh\u00f6rt.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Es mag ja diese Verwirrung sein, die eine gro\u00dfe deutsche Telefongesellschaft zu einer Sprachmixtur sondergleichen verf\u00fchrt hat. Da ist es kein Wunder, dass der Service dort der reinste Wirrwarr ist. Doch Sprachwirrwarr herrscht nicht nur bei Telefondiensten. Selbst in \u201eh\u00f6chst ehrenvollen\u201c akademischen Kreisen gibt es die aka-d\u00e4mlichsten Ausw\u00fcchse.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong>A. Man kennt Fil-trate, Ni-trate, Ti-trate und Kas-trate. Doch was sind Fla-trate?<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Ein \u00e4lterer Herr nahe den Neunzigern fragte Neschle vor ein paar Tagen: \u201eSag mal, was sind eigentlich Fla-trate!\u201c Neschle war einen Moment verwirrt und der \u00e4ltere Herr schob als Beweis seiner Bildung nach, dass er Fil-trate, Ni-trate und Kas-trate, ja sogar Ti-trate kenne. Aber das Wort \u201eFla-trate\u201c finde er nirgendwo in seinem Lexikon. (Auch bei Neschles programmgem\u00e4\u00dfer Rechtschreibpr\u00fcfung f\u00e4llt das Wort \u201eFlatrate\u201c rot unterschl\u00e4ngelt durch. \u201eNeschle\u201c \u00fcbrigens auch, doch das ist kein Wunder!)<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Neschle rang um Fassung. Darauf w\u00e4re er allein nie gekommen. Er sagte dem alten Herrn behutsam \u2013 wie es sonst nicht immer seine Art ist \u2013 es handele sich dabei um eine \u201eFl\u00e4tt-r\u00e4ht\u201c, was w\u00f6rtlich \u00fcbersetzt eine \u201eFlach(e)-Rate\u201c ist. Das brachte den alten Herrn allerdings nicht weiter.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Das sei \u201ein\u201c, erg\u00e4nzte Neschle, nicht nur dem Worte, sondern auch der Sache nach. \u201eFlatrate\u201c sei eine Pauschalzahlung. Jedes <em><span style=\"text-decoration: underline;\">zus\u00e4tzliche<\/span><\/em> Telefongespr\u00e4ch sei bei einer Flatrate kostenlos. Man <em>k\u00f6nnte<\/em> es \u201ePauschale\u201c nennen, dann w\u00fcrden es auch Rentner verstehen. Aber die sind nicht die Zielgruppe f\u00fcr die Flatrate. F\u00fcr diese Zielgruppe, meinen offenbar die Werbefuzzis, klingt \u201ePauschale\u201c zu verstaubt, eben nach Rentner.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\u201e\u2019F\u00fcr nur 15 Euro im Monat kostenlos telefonieren\u2019 sagen sie im Radio\u201c, meinte Neschle. \u201eF\u00fcr 15 Euro kostenlos?\u201c reduzierte der \u00e4ltere Herr das auf den sprachlichen Kern und war einen Moment sprachlos angesichts solcher Dummd\u00f6delei. Er habe auch etwas von \u201eFla-trate Parties\u201c gelesen, kam der \u00e4ltere Herr erneut ins Gesch\u00e4ft, ohne seinen Sprachgebrauch in \u201eFl\u00e4tt-r\u00e4ht\u201c zu \u00e4ndern.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\u201eDie gibt es. Aber da bekommt man keine Fla-trate, sondern man zahlt eine Fl\u00e4tt-r\u00e4ht und bekommt daf\u00fcr so viele Getr\u00e4nke wie man gar nicht mehr m\u00f6chte\u201c. (Neschle vermied ganz bewusst das Wort \u201eDrinks\u201c.)<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\u201eIst das nicht dieses \u201aKoma-Saufen\u2019\u201c, legte der \u00e4ltere Herr nach. Da war er wieder in der richtigen Begriffschiene, denn trotz \u201eFlatrate Party\u201c sagt niemand \u201eComa Drinking\u201c or \u201eComa Boozing\u201c. Letzteres klingt zwar im Englischen derb genug, aber zu niedlich f\u00fcr deutsche Ohren. \u201eKoma-Saufen\u201c fordert da schon mehr Opfer. Hier konnte Neschle den alten Herrn also inhaltlich und sprachlich zu best\u00e4tigen:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\u201eHeute gibt es Gleichberechtigung. Jedem und jeder seine oder ihre \u201aFlatrate\u2019: <em>Was Koma-Saufen f\u00fcr die jungen M\u00e4nner, das ist Koma-Quatschen f\u00fcr die jungen Damen.<\/em> Beides ist gleicherma\u00dfen sinnlos, wird aber durch die Flatrate gef\u00f6rdert, die mittlerweile unser ganzes Leben inflatriert. Man hat ja bezahlt und dann geilt der Geiz, denn die Gespr\u00e4che sind \u201akostenlos\u2019 und daher immer h\u00e4ufiger auch umsonst.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">&#8211; Jau, jetzt ist der alte Macho Neschle wieder \u201epolitisch unkorrekt\u201c. Das mit dem \u201eKoma-Quatschen\u201c der M\u00e4dels h\u00e4tte er nicht sagen d\u00fcrfen. \u201eTelefonitis\u201c h\u00e4tte \u201evoll gereicht\u201c. \u2026 Aber Leute: Erstens war es ein Gespr\u00e4ch unter M\u00e4nnern und wir haben nur gelauscht. Und zweitens: Was ist der letzte M\u00e4nnersport, seitdem die M\u00e4dels Fu\u00dfball spielen oder boxen statt Halmich (oder Halma?) zu spielen? &#8211; Angeln! Da werden wir demn\u00e4chst aber auch jede Menge M\u00e4dels sehen. Auf Entzug! Nachdem sie aus dem Quatsch-Koma erwacht sind. &#8211;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Angefangen hat das alles mit \u201eall inclusive\u201c und bunten Plastikb\u00e4ndchen am Armgelenk. Seitdem man diese Peinsmale nicht mehr tragen muss, ist daraus die Flatrate geworden. Aber genau so wie bei dem \u201eall\u201c von \u201eall inclusive\u201c muss man bei der \u201eFlachrate\u201c darauf achten, was hier alles \u201eflach\u201c liegt und was nicht. Bei dem \u201eall\u201c kann es sein, dass man den Sekt oder die zweite Flasche Wein separat bezahlen muss. \u201eAll\u201c hei\u00dft eben nicht immer \u201ealles\u201c, sondern \u201ealles, au\u00dfer \u2026\u201c. Das kennen wir aus der \u201ePraktiker-Werbung\u201c: \u201eZwanzig Prozent auf <em>Alles<\/em>, au\u00dfer Tiernahrung!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Bei der Flatrate beim Telefonieren ist das so wie bei Neschles Bauch. Da ist alles flach, au\u00dfer \u2026 . Ja au\u00dfer Gespr\u00e4che in dieses oder jenes Mobilfunknetz, au\u00dfer Auslandsgespr\u00e4che und \u00fcberhaupt alles au\u00dfer Au\u00dfer. Wie das \u201eAu\u00dfer\u201c Neschles Bauch fett macht oder den Kohl (und dessen Bauch), so macht das Au\u00dfer trotz Flatrate die Telefonrechnung fett. \u201eFlach\u201c ist eben relativ im Tarifgebirge.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong>B. Nach Tele-Koma bei den Tele-Komikern.<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Neulich war Neschle einmal im Tee-Punkt. Ach, was hei\u00dft hier einmal. Er und seine Ex-Verlobte waren insgesamt neunmal da (in Zahlen 9x). Sie wollten ihren Tarif \u00e4ndern auf die neue Flatrate (Man ahnt ja jetzt, was das ist!). Nach neun Besuchen dort und einem Besuch vom Service-Techniker funktioniert es immer noch nicht richtig mit t-online (sprich: \u201etea-online\u201c, f\u00fcr Deutsche \u201etih-onnlein\u201c), aber beim zehnten Mal m\u00fcssten wir im Tee-Punkt einen Tee ausgeben.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Neschle hat sich gefragt, warum es \u201eTee-Punkt\u201c hei\u00dft quasi als Gegenst\u00fcck zum Kaffee-Punkt bei Tchibo. Im Tee-Punkt findet man nur \u201eTea\u201c entweder als \u201emobile\u201c oder neuerdings wieder als \u201eonline\u201c. Neschle findet \u201etih-mohbail\u201c doofer als \u201eTee-mobil\u201c und \u201etih-onnlein\u201c doofer als \u201eTee auf Draht\u201c. Aber so richtig doof ist nur die Mischung zwischen \u201eTee\u201c und \u201eTea\u201c am Tee-Punkt.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Neschle hat vor kurzem Mozarts \u201eEntf\u00fchrung aus dem Serail\u201c gesehen in einer Version wie sie auf der Roadshow<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> einer Bank pr\u00e4sentiert wurde, \u00fcbrigens auch in Paris. Da wurde die Entf\u00fchrung in eine Bank verspielt. Auf der stand oben \u201eBanque de Serail\u201c. Unten war zun\u00e4chst \u201eclosed\u201c, sp\u00e4ter \u201eopen\u201c zu lesen. Das fand Neschle \u00e4hnlich doof wie drau\u00dfen \u201eTee-Punkt\u201c und innen \u201etih-onnlein\u201c und wie vermutlich die Franzosen in Paris.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die Tele-Komiker treiben es in ihrem Tee-Punkt mit Tea-online und Tea-mobile aber noch viel toller mit der Sprachverwirrung. Neschle bekam mit dem neuen Tarif zwei neue Identifikationsnummern, eine ad rem f\u00fcr den Anschluss, eine ad personam f\u00fcr Neschle. Das verstand sogar er. Dann aber kam es. Sowohl in den Unterlagen als auch in den Gespr\u00e4chen war der Phantasie zur Bezeichnung dieser beiden Nummern keine Grenze gesetzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Neschle f\u00fchlte sich erinnert an die samst\u00e4glichen Fu\u00dfball\u00fcbertragungen, bei denen es den Reportern immer zu langweilig ist, \u201eBall\u201c zu sagen. Also ziehen sie vom \u201eLeder\u201c (Wo doch l\u00e4ngst keines mehr dran ist!) oder spielen mit dem \u201eSpielger\u00e4t\u201c, wenn alle Sprachmedizin versagt sogar mit der \u201ePille\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">W\u00e4hrend man da immer wei\u00df, was gemeint ist, ist man sich nicht sicher, ob \u201eKennung\u201c dasselbe ist wie \u201eIdentifikationsnummer\u201c. Schlie\u00dflich kennen die am Tee-Punkt eine \u201eAnschlusskennung\u201c und eine \u201epers\u00f6nliche Kennung\u201c und z.B. die \u201ePIN-Nummer\u201c. Die m\u00fcsste eigentlich \u201ePI-Nummer\u201c hei\u00dfen, weil das \u201eN\u201c schon f\u00fcr Nummer steht. Aber bei \u201ePI-Nummer\u201c k\u00e4me man wohl auf falsche Gedanken!?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Neschle hat damals sieben verschiedene Bezeichnungen f\u00fcr die beiden Nummern gelesen und geh\u00f6rt. Man soll ja seinen Text durch die Wortwahl spannend machen! Doch mit den zentralen Begriffen muss man langweilen!!! F\u00fcr zwei entscheidende Zahlen darf es nur zwei W\u00f6rter geben und nicht sieben, bei denen sich keiner mehr entscheiden kann, welches Wort welche Zahl meint. Literarisch kann man zwischendrin sein. Man soll es sogar, um nicht zu langweilen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Als Neschle zum sechsten Mal in seinen Tee-Punkt kam, fragte er sich, warum dieser Laden immer so brechend voll war, dass die Leute bis zur T\u00fcr standen. Er erkannte einige Gesichter und so fragte er laut aus reinem Wissensdurst, wie man die Neugier mit Abitur nennt: \u201eWer von Ihnen ist in derselben Angelegenheit heute das erste Mal hier!\u201c Voll <em>schmunzelnder Verzweiflung<\/em> \u00fcberboten sich die Anwesenden gegenseitig: \u201eDrei!\u201c, \u201eF\u00fcnf!\u201c, \u201eIch biete sieben!\u201c, \u201eIch acht!\u201c, \u201eUnd ich zw\u00f6lf!\u201c. Jetzt wei\u00df Neschle, wie Telekom-Mitarbeiter versuchen, ihre Arbeitspl\u00e4tze zu sichern. Wie sagt man doch vom Arzt: Der lebt am besten, wenn er seine Patienten in der Schwebe zwischen Leben und Tod h\u00e4lt. Bei der Telekom ist dies das Tele-Koma. &#8211;<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong>C. Wir verleihen die Ehrenpromotion. Es geht auch aka-d\u00e4mlich.<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Am 29.M\u00e4rz 2007 sah Neschle an einer Universit\u00e4t ein Hinweisschild: \u201eVerleihung der Ehrenpromotion an Univ.-Prof. Dr. -Ing. habil. \u2026.\u201c mit der Angabe der Raumnummer und zwei Pfeilen. Neschle hat mit seinem Handy gleich ein Photo gemacht.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Neschle wusste immer schon, dass man einen Doktorgrad, Doktortitel oder gar die Doktorw\u00fcrde \u201everleiht\u201c. Denn unter unangenehmen Umst\u00e4nden kann man die Leihfrist beenden und den \u201eDoktor\u201c zur\u00fcckfordern. Was Neschle bislang nicht wusste: Man kann offenbar auch eine \u201ePromotion verleihen\u201c, zumindest eine Ehrenpromotion.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Klar ist, dass man \u201eeiner\u201c Promotion etwas verleihen kann, sogar eine gewisse W\u00fcrde. Das ist die Erotik des Akademikers. Aber \u201edie Promotion\u201c ist ein Akt, eine Handlung. Die verleiht man ebenso wenig wie seine Frau oder seiner Frau sein Auto, wobei Neschle das Letztere h\u00e4ufig tut. Aber \u201eVerleihung einer Ehrenpromotion\u201c? Das h\u00f6rt sich verd\u00e4chtig danach an, als solle viel Arbeit auf andere verlagert werden!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Na ja, es war ein Inschenj\u00f6hr. Von Ingenieuren sagt man ja, sie w\u00e4ren schon welche, bevor sie w\u00fcssten, wie man es schreibt. Vielleicht erkl\u00e4rt das, warum Ingenieure so viele Ehrendoktorbezeichnungen haben, die vom sonst \u00fcblichen h.c. (honoris causa) abweichen. Ingenieure werden in der Regel Doktor ehrenhalber, abgek\u00fcrzt entweder \u201eeh\u201c oder \u201ee.h.\u201c oder \u201eE.h.\u201c<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a>. Das ist filmreif: \u201aDenn sie wissen nicht, was sie tun\u2019.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Hat da jemand mehrere Ehrendoktortitel mit verschiedenen Bezeichnungen, wei\u00df er n\u00e4mlich kaum noch, was er tun soll. Ist es nur dreimal \u201eh.c.\u201c, dann ist es einfach. Es hei\u00dft: \u201eDr. h.c. mult.\u201c. Es gibt aber vielgeehrte Zeitgenossen, die lassen selbst nach mehreren Ehrw\u00fcrdigungen das Spa\u00dfen nicht. Die nennen sich \u201eDr. Dres. h.c.\u201c. Nun ist allerdings \u201eDres.\u201c die Abk\u00fcrzung von \u201eDoctores\u201c und damit sind mehrere Doktoren gemeint. Als Menschen, nicht als Titel; also etwa die \u201eDres. M\u00fcller und Meier\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Ergebnis: Wer sich als \u201eDr. Dres. h.c.\u201c bezeichnet, klont sich selbst. Das ist \u201everbales Ehrenklonen\u201c. So aka-d\u00e4mlich kann man selbst als mehrfacher Ehrendoktor sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Was will man da sonst an Sprachf\u00e4higkeit erwarten? Wie soll ein normal begabter Mensch noch eine verst\u00e4ndliche Bedienungsanleitung schreiben k\u00f6nnen?<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong>D. Je flacher das Hirn, umso flacher die Rate: Neschle wird nachtragend.<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Eigentlich wollte Neschle nur \u00fcber Sprache sprechen. Doch wegen des Sauf-Koma-Todes eines Jugendlichen tr\u00e4gt er der Party-Flatrate auf Flatrate-Parties etwas nach. Betriebwirtschaftlich d\u00fcrfte es Flatrate-Parties, so scheint es, gar nicht geben. Denn hier gibt es erhebliche Quersubventionen. Diejenigen, die wenig trinken, zahlen f\u00fcr die mit, die sich zu Tode saufen. Warum tun sie das?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Neschle hat nur eine Erkl\u00e4rung: Sie nehmen als Gaffer an einem Sauf-Spektakel teil, an dem sie sich selbst zugleich moralisch \u00fcberh\u00f6hen. Hat sich auf der Autobahn einer totgefahren oder will einer vom Dach springen, werden solche Leute von der Polizei verjagt. Hier k\u00f6nnen sie ungest\u00f6rt zusehen, wie sich einer tots\u00e4uft. Und sie k\u00f6nnen etwas Spannendes erz\u00e4hlen nach dem Motto: \u201e Zu Hause glaubt mir das wieder kein Schwein!\u201c Weil sie selbst nicht spannend genug sind, lassen sie sich ihre Spannung von anderen machen. Diese Gaffer tragen Mitverantwortung f\u00fcr den Alkohol, den sie den saufenden \u201eKoma-ntschen\u201c spendieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Aber warum machen Wirte das? Bei nicht verursachungsgerechter Preisstellung m\u00fcssten sie sich damit eigentlich aus dem Markt kalkulieren (siehe Depeschle 1). Warum geschieht das nicht? Zum einen wegen des \u201eZusatznutzens\u201c der Gaffer (s.o.), zum zweiten wegen ihrer hohen Fixkosten und geringen variablen Kosten der Wirte, zum dritten wegen nat\u00fcrlicher Saufbarrieren und der Saufgrenze \u201eKoma\u201c. Sp\u00e4testens beim Kom(m)a ist der Punkt erreicht, wo der Engl\u00e4nder von \u201eFullstop\u201c oder von \u201eFoolstop\u201c spricht. Neschle meint: Dieser Punkt ist auch f\u00fcr die im Koma liegenden Staatsorgane erreicht. Die Staatsleber sollte hier mal richtig reinigen, bevor sie selbst vergiftet ist von solchen Infil-traten wie Fla-trates.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Was also sind Fla-trate? Hier sind es: Unfl\u00e4tige Flatulenzen im Kopf von Gastronomen. Kurz, der Furz! Im Hirn!<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Ein flacher Geist war einst der Pate<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">als man gebar das Wort \u201eFlat-Rate\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Denn es gab ja schon einmal<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">ein kleines W\u00f6rtchen, na? \u201ePauschal\u201c!<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\u201ePauschale\u201c kannte schon die Oma,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">nun s\u00e4uft (quatscht) man sich ins Koma.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">(Und nun der Folgeteil:)<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Ob dummes Schwein, ob dummes Huhn,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">die Flatrate hat damit zu tun.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Denn daf\u00fcr kann man sich heut\u2019 kaufen<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">endlos zu quatschen und zu saufen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Ach w\u00e4ren wir am Ende blo\u00df<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">die doofen Flatrate-Parties los.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">(Die Ursache der Folge:)<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Was ist das f\u00fcr ein Lebenszweck,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">sich vollzusaufen in den Dreck.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Und was ist hier der ganze Reiz,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">es ist der ganz offenbar der Geiz.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Man s\u00e4uft (quatscht) nur weiter, weil<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">man denkt, die Welt glaubt, \u201eGeiz ist geil!\u201c<\/p>\n<hr align=\"left\" size=\"1\" width=\"33%\">\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> \u201eRoadshow\u201c ist keine \u201eStra\u00dfendarbietung\u201c, wie man denken m\u00f6chte. Es ist eine ausw\u00e4rtige Werbeveranstaltung, mit der man Geld f\u00fcr einen Investitionszweck einwerben will. Sie findet nicht auf der bronxigen Stra\u00dfe statt, sondern meist im vornehmen Inneren von Repr\u00e4sentationsgeb\u00e4uden.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Vgl dazu auch das indiskutable Machwerk eines gewissen Elschen, der Neschle auf den Kopf stellt, ver\u00f6ffentlicht unter dem nichtsw\u00fcrdigen Titel \u201ePromivieren in Ehren kann niemand verwehren \u2013 oder doch?\u201c In: Thomas Meuser, Promoviren, Zur Behandlung promotionaler Infekte und chronischer Doktoritis, 2., v\u00f6llig infizierte Auflage, Wiesbaden 1994, S. 211 \u2013 224.<\/p>\n<p><a title=\"PDF-Datei\" href=\"http:\/\/www.neschle.de\/download-manager.php?id=27\">PDF-Datei<\/a><br \/>\nThis post was downloaded by  1354  people until now.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warum gibt es im Tee-Punkt Tih-mohbail? Was sind eigentlich Fla-trate? 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