{"id":278,"date":"2008-02-27T16:58:49","date_gmt":"2008-02-27T15:58:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.neschle.de\/index.php\/blog\/leon-neschle-35-8-woche-2008\/"},"modified":"2020-06-21T10:57:25","modified_gmt":"2020-06-21T09:57:25","slug":"leon-neschle-35-8-woche-2008","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/blog\/leon-neschle-35-8-woche-2008\/","title":{"rendered":"Leon Neschle 35 (8. Woche 2008)"},"content":{"rendered":"<header>\n<h2 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #4f81bd\">Der Horror horrend hoher Honorare<\/span><\/strong><\/h2>\n<\/header>\n<p style=\"text-align: left;\"><em>We don\u2019t need another hero <\/em>(Tina Turner)<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Seit Monaten gibt es Diskussionen \u00fcber Managerhonorare, deren H\u00f6he und deren Entwicklung; \u00fcber Unternehmensgewinne und deren Entwicklung. Weniger diskutiert wird \u00fcber Einnahmen von Sport- oder Filmstars und deren Entwicklung; \u00fcber Steuereinnahmen und deren Entwicklung. Doch \u00fcberall horrend hohe Honorare! \u2026 \u00dcberall? \u201eNormale\u201c Arbeitnehmer, Angestellte und Beamte f\u00fchlen sich abgeh\u00e4ngt. Mit Recht! F\u00fcr sie werden die horrend hohen Honorare der anderen zum Horror.<!--more--><\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong>A. Rentner und Beamte: als Letzte vom d\u00fcmmsten Hund gebissen!<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Die Steuern steigen! Der Staat profitiert vom Aufschwung, sogar von der Inflation, die seinen B\u00fcrgern schadet. Die Kanzlerin wiederholt es unentwegt. Jetzt m\u00fcssten es langsam alle merkeln: <i>\u201eDer Aufschwung ist bei den B\u00fcrgern angekommen!\u201c<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Welche B\u00fcrger meint sie? Top-Manager und Spitzensportler haben sicher nie so viel verdient, nie so gro\u00dfe Erh\u00f6hungen bekommen. Sind das \u201edie B\u00fcrger\u201c? \u2013 <i>Schlusslichter, das Allerletzte, sind diejenigen, die mit diesem Staat \u201eeinen Vertrag haben\u201c: Rentner, Angestellte im \u00d6ffentlichen Dienst und Beamte.<\/i> Die sind vom Hund gebissen, Frau Merkel. Vom allerd\u00fcmmsten K\u00f6ter! Merkeln sie das gar nicht?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die Leute diskutieren \u00fcber steigende Gewinne und Managergeh\u00e4lter bei zur\u00fcckbleibenden L\u00f6hnen in der Wirtschaft. Immerhin sind diese L\u00f6hne noch gestiegen in den letzten drei Jahren. Der Staat demonstriert dagegen, wie bei steigenden Steuereinnahmen Renten real zur\u00fcckgehen; Beamtengeh\u00e4lter sogar nominal! Bei Beamten gibt es f\u00fcr fehlende Erh\u00f6hungen \u201egerechterweise\u201c K\u00fcrzungen: beim \u201eWeihnachtsgeld\u201c, bei der \u201eGesundheitsf\u00fcrsorge\u201c. Beamte <i>bekommen<\/i> weniger Geld als vor drei Jahren f\u00fcr mehr Arbeit, stunden- und intensit\u00e4tsm\u00e4\u00dfig! Aber haben sie das auch <i>verdient<\/i>? Und wie soll der Aufschwung bei ihnen angekommen sein? \u2013 Beamte laufen doch t\u00e4glich vor Ihrer Nase herum, Frau Merkel. Weitsicht sollten Sie anders demonstrieren als im \u00dcbersehen der Nahestehenden und des Naheliegenden!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Was bei Unternehmen steigende Wirtschaftskraft ist, das ist beim Staat steigende Steuerkraft. Werfen unsere Politiker Unternehmen vor, Arbeitnehmer nicht angemessen zu beteiligen am Aufschwung, sollten sie ihre Hausaufgaben im \u00d6ffentlichen Dienst und bei Rentnern gemacht haben! Haben sie die vergessen? Sie, Frau Merkel, sind die Oberlehrerin! Sie wollen aber nichts gemerkelt haben?!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Neschle st\u00f6hnt anscheinend nur auf hohem Niveau. Aber Beamte des \u201emittleren\u201c Dienstes bewegen sich nach permanenten Erh\u00f6hungspausen zum Teil nur noch knapp \u00fcber den Gesamtleistungen von Hartz IV. Trotz Mehrarbeit! Mietzusch\u00fcsse sollte man ja nicht vergessen, vor allem nicht bei Zusatzkosten f\u00fcr Energie, f\u00fcr deren H\u00f6he in Deutschland <i>auch<\/i> Parlament und Bundesregierung Verantwortung tragen. Neschles vergleichsweise hohes Entgelt-Niveau gilt heute nur noch f\u00fcr den \u201einnerbeamtlichen\u201c Vergleich, auch zu k\u00fcnftigen Professorenkollegen. Denen hat man die Besoldungsgruppen \u201ereformiert\u201c, das hei\u00dft: eine <i>generelle Senkung<\/i> vorgenommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Jeder kann sich die neue W1 bis W3-Besoldung im Internet ansehen. Wer damit Spitzenforscher nach Deutschland holen oder auch nur hier halten will, ist auf ganz gro\u00dfe Idiotisten \u2026 ups! \u2026 Idealisten angewiesen. Neschle hatte im Dezember in den USA ein Gespr\u00e4ch mit einem US-Professor, \u201edeutsch-gezogen\u201c, ein gutes Pferd im Stall: R\u00fcckkehr nach Deutschland? \u2013 Lautes Wiehern! Am\u00fcsement ohne Ende! Da verdiene er als Junior-Professor hier schon mehr. Was er von Studentenzahlen und von Verwaltungsarbeit dort h\u00f6re, klinge grausam. Er habe kein Interesse, seine Zeit damit zu vertun, weil das zu Lasten seiner Forschung ginge. Auch nicht mit deutschen Steuererkl\u00e4rungen und \u00fcberbordendem Verwaltungskram. \u2013<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Vergleicht sich Neschle mit eigenen Doktoranden, die Karriere au\u00dferhalb des \u00f6ffentlichen Sektors gemacht haben, sieht er dort nicht nur gr\u00f6\u00dfere Steigerungen der Geh\u00e4lter, sondern mittlerweile das deutlich h\u00f6here Gehalt. Da kann Neschle die Karriere eines Wissenschaftlers hierzulande nicht mehr empfehlen. Jedenfalls nicht f\u00fcr Betriebswirte, deren F\u00e4higkeiten im Management gefragt sind. Da m\u00fcsste er seiner eigenen Lehre widersprechen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die doppelt \u201egehaltsarme\u201c Entgeltpolitik bei Wissenschaftlern wird flankiert von gro\u00dfsprecherischen Ank\u00fcndigungen neuer Bildungsoffensiven. Wer soll die durchf\u00fchren, wenn wir f\u00fcr dieses Entgelt k\u00fcnftig nur noch Mittelma\u00df finden? Neschles Alter Ego h\u00e4tte seinen Beruf beim heutigen Gehaltsverh\u00e4ltnis nie gew\u00e4hlt, obwohl er \u201e\u00dcberzeugungst\u00e4ter\u201c ist. Das gilt mittlerweile f\u00fcr viele seiner Kollegen. Wissenschaft in Deutschland wird zur Sache \u201enebenberuflich agierender Zweitverdiener\u201c. Politik \u00fcber <i>den<\/i> Gehalt der Wissenschaft wird eben <i>auch<\/i> \u00fcber <i>das<\/i> Gehalt der Wissenschaftler gemacht. Nicht nur in dieser Kategorie steht es hierzulande nicht zum Besten. Eine d\u00e4mliche \u201eElitepolitik\u201c versucht es mit amerikanischen Methoden, aber ohne die amerikanischen Mittel. Eine Idee der politischen Elite!?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Neschle mag auch \u201esicherer Arbeitsplatz\u201c nicht mehr h\u00f6ren. Den gab es schon fr\u00fcher f\u00fcr den dazugeh\u00f6rigen Gehaltsverzicht. Aber die Versicherungsgesellschaft kann untergehen! In selbstzerst\u00f6rerischer Paranoia etwa so: Der Staat leistet Beihilfe zu Diebstahl, Erpressung, Hehlerei und Steuerhinterziehung, um gegen Steuerhinterziehung vorzugehen?!<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Deutsche Politiker und Steuerfahnder sehen sich als Ersatz-Richter. Sie fahren \u00f6ffentliche Kampagnen <i>mit Pauschalverd\u00e4chtigungen<\/i>?! So brechen sie die moralische und \u00f6konomische (Vertrauens-)Grundlage weg!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Was bedeutet schon die Feststellung, dass sich 5 Millionen Hehlerlohn nach den Razzien \u201egelohnt\u201c haben? Wer untersucht die Zweit- und Drittwirkungen durch Wegzug und fehlenden Zuzug? Wen interessiert dann noch die deutsche (Staats-)Moral in anderen F\u00e4llen? Wer kann Vertrauen haben zu einem solchen Staat? Was wir derzeit erleben, kann schon der Anfang vom Ende sein! Die Beamten haben in die Versicherungsgesellschaft Bundesrepublik Deutschland eingezahlt: durch Verzicht! Und sie haften mit dieser Verzichtseinlage f\u00fcr deren Gesch\u00e4ftspolitik.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Am Ende werden wir feststellen: Mit ihrer <i><u>Handhabung<\/u><\/i> der Steueraff\u00e4re hat die Bundesregierung dem Land langfristig h\u00f6heren Schaden zugef\u00fcgt als die Steuerhinterzieher. Vor allem ihr SPD-Part, um sich politisch zu profilieren. Halali Hubertus! Heil! Die Jagdsaison ist er\u00f6ffnet. Doch das Wild ist fl\u00fcchtig! Wie viele Steuerzahler mit hohem Potential, die wir nur noch \u201efl\u00fcchtig kennen\u201c. Von diesen lebte unser Staat <i><u>trotz ihrer (strafw\u00fcrdigen!) Hinterziehung<\/u><\/i> bislang gut. Und jetzt? Und k\u00fcnftig?!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Gerade nach dem Zusammenbruch der DDR<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> und trotz seiner spielt man immer dieselbe Leier von der Sicherheit des \u00f6ffentlichen Arbeitsplatzes und versagt deshalb zum x-ten Mal Gehaltserh\u00f6hungen. Immer mehr Qualifizierte wollen raus aus dem zwangsversicherten Staatsjob. Oder nicht mehr hinein! Die Zwangsversicherungspr\u00e4mie, die dort schon vom Gehalt abgezogen ist, ist einfach zu hoch geworden.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong>B. Hundsgemeine Manager und gemeine Arbeitnehmer<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Wie immer man den Kreis der Manager in der \u201efreien Wirtschaft\u201c abgrenzt: Deren Geh\u00e4lter sind in den letzten Jahren um ein Vielfaches mehr gestiegen als die der sonstigen Arbeitnehmer. Vor allem die h\u00f6chstrangigen Manager haben sich gehaltsm\u00e4\u00dfig und zuweilen auch geistig abgekoppelt von den anderen Arbeitnehmern. Sch\u00f6n zu sehen bei Utz Claassen, Fr\u00fchgoldrentner der EnBW, der im Wolkenkuckucksheim seines Schlaraffenlandes lebt! In weiten Teilen einer \u201eelitegeschw\u00e4ngerten\u201c Atmosph\u00e4re schleicht sich die neue Geld-Adelsherrschaft der Top-Manager ein, die viel st\u00e4rker \u00fcber Zugeh\u00f6rigkeitsmerkmale definiert ist als \u00fcber Leistung.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\u201eLeistungsgesellschaft\u201c: das ist in Gro\u00dfkonzernen eine gro\u00dfe Lebensl\u00fcge. Jedenfalls, wenn man damit meint, jeder Top-Manager werde nach seiner eigenen Leistung bezahlt. Wie kann man daran glauben, wenn Manager, denen Aktion\u00e4re Milliardensch\u00e4den \u201everdanken\u201c, den Konzern mit Riesenabfindungen verlassen, also geschremppt statt geschr\u00f6pft werden. Wenn Manager zwar am Aufschwung teilhaben, bei Bruchlandungen aber den claassischen goldenen Handschlag bekommen. Das hat nichts mit eigener \u201eLeistung\u201c, aber viel mit \u201eKriegenk\u00f6nnen\u201c zu tun. \u2013 Top-Manager erhalten ihr Honorar ohnehin nicht f\u00fcr <i>eigene<\/i> Leistungen, sondern f\u00fcr Leistungen, die <i>andere<\/i> Manager noch erbringen <i>sollen<\/i>. Das erkl\u00e4rt Neschle sp\u00e4ter.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Verkannt wird allerdings vielfach: Diese Kritik betrifft <i>allein(!)<\/i> <i>die Gro\u00dfkonzerne<\/i>. Den mittelst\u00e4ndischen Unternehmer treffen Abw\u00e4rtsbewegungen in voller H\u00e4rte. Geht es aufw\u00e4rts, halten andere die Hand auf. \u00c4hnliche \u201eSolidarit\u00e4t\u201c in der Krise findet der Unternehmer nicht. Auch nicht beim Staat! Der beteiligt sich mit der Steuer st\u00e4rker an Gewinnen als an Verlusten. Entgegen gel\u00e4ufigem Gerede werden im Mittelstand Gewinne sozialisiert, weniger Verluste. Freilich gibt es auch Sozialisierung von Verlusten, selbst von ausl\u00e4ndischen. Doch fast nie im Mittelstand und fast immer bei Gro\u00dfkonzernen wie Nokia et cetera. So st\u00fctzen wir nach der amerikanischen Immobilienkrise mit Steuergeldern f\u00fcr deutsche Banken indirekt sogar das amerikanische Rentensystem, w\u00e4hrend unsere Rentner ins Vakuum der leeren R\u00f6hre gucken!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Apropos Banken: Was verdient der mittlere Bank-Manager einschlie\u00dflich aller Nebenkosten? Die West-LB behauptete j\u00fcngst, die Einsparung von Gehaltszahlungen von 3 Milliarden Euro pro Jahr mit der Entlassung von 1.500 Mitarbeitern zu bew\u00e4ltigen. Hui, hat Neschle gedacht und fix gerechnet: Das sind 200.000 Jahresgage f\u00fcr den durchschnittlichen Bankmanager dort, alles inklusive.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Da Neschles Alter Ego Banken recht gut kennt, wei\u00df er um den durchschnittlichen (Aus-)Bildungsstand dort. Er wei\u00df, was die Mitarbeiter dort tags\u00fcber machen. <i>Dennoch<\/i> muss er erkennen: Ein <i>durchschnittlicher<\/i> Bankmanager verdient heute bereits mehr als ein Universit\u00e4tsprofessor der <i>h\u00f6chsten<\/i> Besoldungsstufe. Das ist hart, vor allem angesichts der noch quellfrischen Fehlleistungen unserer Banken!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die j\u00fcngsten Gehaltssteigerungen zeigen nur erneut, dass der Beruf des staatlichen Universit\u00e4tsprofessors f\u00fcr Betriebswirtschaftslehre zum Auslaufmodell wird. Die Steigerungs-Raten betragen f\u00fcr \u201eManager\u201c\u2013 je nach Abgrenzung \u2013 mehr als zehn Prozent j\u00e4hrlich in den letzten drei Jahren. Das Meiste davon ist wegen gestiegener Allgemeinkonjunktur meist unverdienten und trotzdem \u201everdienten\u201c \u201eLeistungs\u201c-Pr\u00e4mien geschuldet. Am n\u00e4chsten <i>Abschwung<\/i> werden die Manager sicher nicht in gleicher Weise teilhaben. Da werden ihre Geh\u00e4lter nur <i>langsamer<\/i> steigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Da Top-Manager selbst entscheiden, welche Jobs durch ausl\u00e4ndische ersetzt oder ins Ausland verlagert werden, k\u00f6nnen sie sich meist aus der Globalisierungsfalle befreien. Sie nutzen die Globalisierung sogar zu \u201en\u00fctzlichen\u201c Vergleichen mit bereits pervertierten amerikanischen Top-Geh\u00e4ltern. So wird f\u00fcr sie aus der Globalisierungsfalle der Globalisierungsgl\u00fccksfall. Den normalen Arbeitnehmer lassen sie dagegen gezielt und gen\u00fcsslich wissen, dass er darin stecke, in dieser Falle des globalen Vergleichs. Es wird ihm \u00f6ffentlich deutsches Wasser gepredigt, w\u00e4hrend das Management heimlich internationalen Wein s\u00e4uft und den Champus knallen l\u00e4sst.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die h\u00f6chste Managementebene hat sich die st\u00e4rksten Zuschl\u00e4ge genommen. Daher driften die Geh\u00e4lter zwischen den Management-Ebenen auseinander. Das gilt auch f\u00fcr die oberste Managementebene zwischen Klein- und Gro\u00dfunternehmungen. Das \u201eFriedhofsg\u00e4rtnerprinzip\u201c zeigt immer st\u00e4rkere Wirkung: Je mehr Leute man unter sich hat, umso mehr verdient man. Unabh\u00e4ngig vom Ergebnis (<a href=\"https:\/\/neschle.de\/index.php\/blog\/leon-neschle-9-16-woche-2007\/\">Leon Neschle 9<\/a>)!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Wie unbekannt diese Gr\u00f6\u00dfenabh\u00e4ngigkeit ist, erf\u00e4hrt man, wenn man \u201ezugibt\u201c (wie beim Verh\u00f6r!), Aufsichtsratsvorsitzender einer (Startup-)Unternehmung zu sein. Da schl\u00e4gt einem in Deutschland blanker Neid entgegen, schon weil die meisten nicht mal zwischen Aufsichtsrat und Vorstand unterscheiden k\u00f6nnen. Selbst wenn sie das k\u00f6nnen, vermuten sie, man verdiene da mindestens und v\u00f6llig \u201enebenbei\u201c zwischen 20.000 und 50.000 Euro. Tats\u00e4chlich aber versehen viele diese T\u00e4tigkeit sogar ehrenamtlich. Sie verdienen damit gar nichts, was auch Steuerbeamten kaum zu erkl\u00e4ren ist. Die geh\u00f6ren n\u00e4mlich trotz ihres Berufes zu einer Spezies, die von wirtschaftlichem Verst\u00e4ndnis fast unbeleckt ist, daf\u00fcr aber formaljuristisch verbrettert.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Ein Erkl\u00e4rungsversuch geht dann wie folgt: Sagen Sie mir bitte, wie viel ein Fu\u00dfballspieler verdient! \u2013 Extremisten kommen sofort mit Luca Toni, Ronaldinho oder Diego. Moderate nennen Podolski oder Schweinsteiger und deren Gehalt! \u2013 \u201e<i>Gro\u00df<\/i> denken! Aber nicht gro\u00df <i>denken<\/i> und die viel gr\u00f6\u00dfere Masse der Kleinen im Blick haben! \u2013 Offenbar nehmen die Leute \u00fcberhaupt nicht zur Kenntnis, dass im deutschen Fu\u00dfballbund die Zahl der Kreisligaspieler, die f\u00fcr ihr Spiel Geld mitbringen, die der Bundesligaspieler um ein Vielfaches \u00fcbersteigt. Immerhin wird es nach langer Erkl\u00e4rung verstanden und akzeptiert: Nicht <i>jeder Fu\u00dfballspieler<\/i> ist Vielverdiener.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Das soll auch bei Aufsichtsr\u00e4ten so sein? Man h\u00f6rt immer so viel. \u2013 Ja, aber nur von Spitzenhonoraren! Warum steht kein Wort in der Presse von der weitaus \u00fcberwiegenden Zahl der Aufsichtsrat-Ehren\u00e4mter, die das deutsche Recht sogar wie Gro\u00dfverdiener in die Haftung zwingt? Auch der Gesetzgeber hat eben wenig begriffen!<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong>C. Brauchen wir Helden? Schie\u00dft Geld doch Tore?<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Vor zwei Wochen. Der Reporter t\u00f6nt: \u201eLuca Toni erschie\u00dft Hannover im <i>Allein<\/i>gang. Ihm <i>allein <\/i>haben die Bayern ihren 0:3 Erfolg zu verdanken.\u201c \u2013 So reden Reporter. <i>Das Volk braucht Helden!<\/i> Es hungert nach Leuten, die einzigartig sind, nicht nur aus der Masse herausragen. Das Volk lechzt nach dem einen, einzigen K\u00f6nig. Unvergleichlich gut! Er steht \u00fcber allen, kann alles allein. Die Welt der G\u00f6tter war gestern. Heute regiert allein der eine: Luca Toni! \u201eToni, du bist ein Fu\u00dfball-Gott!\u201c Der Rest ist Staffage, F\u00fcllwatte, Luft. \u2013<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Diesen Helden m\u00fcssen wir bezahlen. Hoch! Denn einzig der allein schie\u00dft die Tore, gewinnt die Spiele im Alleingang! Nur, wenn sie ihn haben, den Fu\u00dfball-Gott, werden sie siegen! Daf\u00fcr zahlen sie alles, ein g\u00f6ttliches Gehalt! \u2013 Die Toren! F\u00fcr sie schie\u00dft Geld auch Tore? Aber:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\u201eWer baute das siebentorige Theben? In den B\u00fcchern stehen die Namen von K\u00f6nigen. \u2026 Der junge Alexander eroberte Indien. Er allein?.\u201c Das und mehr fragte schon Bert Brecht in den \u201eFragen eines lesenden Arbeiters\u201c. Und was machte der Staat, den BB unterst\u00fctzte: die DDR. Sie erschuf viele neue Helden. Sogar Helden der Arbeit! Haben die lesenden Arbeiter ihre eigenen Fragen nicht verstanden?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Ohne halbgotthafte Helden scheint vielen Menschen was zu fehlen. Nur das erkl\u00e4rt, warum Reporter so einen Unsinn schwafeln \u00fcber ein Spiel, das von zwei Mannschaften mit elf Spielern gespielt wird. Sie reden unbefangen von <i>Matchwinnern<\/i> und meinen einzelne Spielerhelden, nicht die Mannschaft. Schon der Passgeber steht erheblich hinter dem Torsch\u00fctzen, obwohl es ohne den Pass nie gegangen w\u00e4re. Doch selbst wo nur Einzelpersonen im Vordergrund stehen, steckt dahinter eine ganze Mannschaft. Etwa hinter Schumachers Erfolgen in der Formel 1. Das waren <i>Team<\/i>-Erfolge. Doch immer wird nur der eine Held gesucht. Und der hat viele Schmarotzer, die Neschle hier gar nicht alle vermitteln will.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Schauen wir nur auf das Unwesen der Paparazzi. Es schl\u00e4ft auch nicht, nachdem mit dessen Hilfe aus Lady Di die Died Lady wurde. Im Gegenteil: Die Internet-Pr\u00e4senz der Promi-News, deren Invasion in Nachrichtensendungen bei RTL und Co. hat diese Schmarotzer der Stars sogar befl\u00fcgelt. Der Kult selbst um \u201etote Stars\u201c verschafft ihrem peinlichen Job ein solides Auskommen. Wie weit sie dabei die Stars dem Normalmenschlichen entr\u00fccken, zeigte ein Fernseh-Reporter, als Schw\u00e4rme von Paparazzi Britney Spears im Restaurant den Gang zum stillen \u00d6rtchen verwehren: \u201eWarum geht Britney Spears auf eine \u00d6ffentliche Toilette?\u201c \u2013 Welch verr\u00fcckte Entr\u00fccktheit: Weil sie selbst als \u201eStar\u201c ein dringendes menschliches Bed\u00fcrfnis haben kann!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Der Star-Kult gleicht dem G\u00f6tzendienst der dunklen Zeiten. Ihr Honorar gleicht den Opfern, die den G\u00f6tzen gebracht wurden. Es ist die Sucht nach Heldentum, die uns den vermeintlich Ersten oder die Erste hervorheben l\u00e4sst. Der bekommt ein Vielfaches des Zweiten, selbst wenn ihn nur Nuancen unterscheiden. Hundertstel Sekunden k\u00f6nnen den fundamentalen Unterschied machen. Sie entscheiden dar\u00fcber, wer das doppelte, dreifache, f\u00fcnffache, zehnfache Honorar erh\u00e4lt. Solche Honorarunterschiede sind da normal. Warum nicht auch bei Managern?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Neschle wurde gefragt, ob ein doppelt so teurer Wein auch doppelt so gut schmecke (<a href=\"https:\/\/neschle.de\/index.php\/blog\/leon-neschle-18-25-woche-2007\/\">Leon Neschle 18<\/a>)? Er h\u00e4tte antworten sollen: Bei billigen kann man das fast so sagen. Bei teuren dagegen entscheiden Name, Herkunft, Ruf, \u201eZeitgeschmack\u201c und schon kleinste geschmackliche Nuancen. Die bewirken dort, dass ein Wein doppelt oder dreifach so teuer ist. Und ob er \u00fcberhaupt den Weg auf die Top-Weinliste findet. Hat man sich f\u00fcr einen Wein zu einem bestimmten Anlass entschieden, kann man nicht einmal mehr sagen, ob es der <i><u>beste<\/u><\/i> Wein <i><u>daf\u00fcr<\/u><\/i> war. Die nicht gew\u00e4hlten werden daraufhin ja nicht mehr gepr\u00fcft.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Auch bei Top-Managern kann man nicht sagen, ob man den besten Manager f\u00fcr einen Job hat. Die anderen machen ihn ja nicht. Es entscheiden Herkunft, Gl\u00fcck, Zeitgeschmack, Netzwerk oder M\u00e4zene \u00fcber den Zugang zum System (Einmal Vorstand, immer Vorstand!). Fast immer sind die Gehaltsspr\u00fcnge von der n\u00e4chsten auf die Vorstandsebene die h\u00f6chsten, die man im Konzern machen kann. Absolut <i>und<\/i> relativ.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Gerade die h\u00f6chste relative Steigerung verwundert auf dem hohen absoluten Niveau. Und zwar absolut! \u00dcber die pers\u00f6nliche Leistung der Vorst\u00e4nde l\u00e4sst sie sich nicht erkl\u00e4ren. Doch \u00fcber eine Leistung ihrer Untergebenen, die diese noch gar nicht erbracht haben! Und das kommt jetzt:<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong>D. Lottoquoten und Wettfieber, Gehaltsstrukturen und Arbeitseinsatz<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Neschles Ehefrau ist f\u00fcr die Reform des deutschen Lottos. Sie w\u00fcrde den Hauptgewinn radikal senken und viel \u201esozialer\u201c sein: Die unteren (Gewinn-)Klassen sollten erheblich mehr erhalten. 100.000 Euro reichen f\u00fcr die erste Gewinnklasse, meint Neschles Ex-Verlobte. Der Rest f\u00fcr die \u201earmen Klassen\u201c! Ein Staat, der sich \u201esozial\u201c gebe, k\u00f6nne in seiner eigenen Lotterie nicht solche \u201eKlassenunterschiede\u201c machen. Er betreibe ein \u201eunsoziales\u201c Spiel und verdiene Steuern damit.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Der Leser m\u00f6ge \u00fcberlegen, ob nach einer solchen Lottoreform die Nachfrage nach Lottospielen steigt! Immerhin erh\u00f6ht sich der Gewinn in den unteren Klassen. Viel weniger zwar als die meisten vermuten; denn der Sechser ist vergleichsweise selten.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die Antwort d\u00fcrfte klar sein, wenn wir den Wettrausch beobachten, den ein hoher Jackpot verursacht. Da vervielfachen sich die Eins\u00e4tze: Denken wir das r\u00fcckw\u00e4rts, bedeutet es: Eine Nivellierung der Wetterfolge zwischen den Gewinnklassen reduziert den Einsatz \u00fcberproportional. Vor allem aber die Senkung des H\u00f6chstgewinns. Sie macht das Spiel unattraktiver f\u00fcr die Mitspieler. Geht es nach diesen, ist die Nivellierung der Gewinnquoten unerw\u00fcnscht! Das hindert sie freilich nicht daran, die Hauptgewinner zu beneiden. Die eigene Teilnahme wird sogar eingeschr\u00e4nkt, wenn es weniger zu \u201ebeneiden\u201c gibt. Die \u201eProduktion von Neid\u201c, das \u201eSelbsthabenwollen\u201c, scheint geradezu der Zweck des Ganzen zu sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Was der Wetteinsatz f\u00fcr die Lotterie, ist der Leistungseinsatz f\u00fcr das Wirtschaftssystem. Nivellierende Systeme wie der Sozialismus f\u00fchren zur Senkung des Leistungseinsatzes fast s\u00e4mtlicher Staatsb\u00fcrger. Nur die Linke hat das noch nicht begriffen und will es zu Lasten aller B\u00fcrger schon wieder im neuen Feldversuch testen! Und ihre W\u00e4hler wollen das an sich testen lassen<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Es scheint f\u00f6rderlich f\u00fcr den Einsatz, wenn die Honorarh\u00f6hen in den \u201eGewinnklassen\u201c scharf ansteigen. Die h\u00f6chste \u201eGewinnklasse\u201c geniest dabei bei weitem die h\u00f6chste Aufmerksamkeit, pressegest\u00fctzt. Viele versuchen, diese Klasse zu erreichen. Bei Top-Geh\u00e4ltern des Vorstands gilt das f\u00fcr die niedrigeren Managementebenen: \u201eThe Race is on!\u201c Das Rattenrennen ist er\u00f6ffnet; der Preis daf\u00fcr ist ausgesetzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Zu Verw\u00e4sserungen dieses Anreizsystems kommt es, wenn nur noch Herkunft (Examen einer Elite-Universit\u00e4t), pers\u00f6nliche Beziehungen (von Beruf Sohn) oder reine Sympathie von Oligarchen entscheiden und dies den Mitarbeitern bekannt ist. In diese Welt entwickelt sich unser Wirtschaftssystem derzeit \u201eeliteverz\u00fcckt\u201c hinein (<a href=\"https:\/\/neschle.de\/index.php\/blog\/leon-neschle-32-47-woche-2007\/\">Leon Neschle 32<\/a>; <a href=\"https:\/\/neschle.de\/index.php\/blog\/5\/\">Leon Neschle 1<\/a>; <a href=\"https:\/\/neschle.de\/index.php\/blog\/leon-neschle-7-14-woche-2007\/\">Leon Neschle 7<\/a>). Glauben die untergebenen Manager aber nicht mehr, sich durch hohe Leistungen f\u00fcr den Vorstand zu qualifizieren, werden sie hohe Vorstandgeh\u00e4lter nicht mehr als interne Leistungsanreize begreifen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Eine Sache haben wir vergessen: Den Markt f\u00fcr Managerleistungen. Wer hier hoch gehandelt wird, demonstriert dadurch seine F\u00e4higkeiten f\u00fcr die Leitung von Gro\u00dfunternehmungen, bei denen man besonders viel falsch machen kann. Das ist die Komponente, die daf\u00fcr sorgt, dass ex ante hohe Geh\u00e4lter vereinbart werden, die selbst bei tats\u00e4chlich schlechten Leistungen und Misserfolgen gezahlt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Nun gibt es die Idee, die Aushandlung solch hoher Geh\u00e4lter und daunenweicher Ruhegeh\u00e4lter zu verhindern. Nicht mehr der Aufsichtsrat, sondern die Hauptversammlung soll \u00fcber Vorstandsgeh\u00e4lter entscheiden. Die Bef\u00fcrworter dieser Idee meinen wohl, der bescheidenere Hintergrund der Aktion\u00e4re sorge zumindest bei Publikumsaktiengesellschaften auch f\u00fcr bescheidenere Abschl\u00fcsse mit den Vorst\u00e4nden.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Daf\u00fcr k\u00f6nnte sprechen, dass es in Deutschland immer noch enge Verflechtungen in Kreisen der Unternehmensf\u00fchrung gibt. Wer bei der einen Unternehmung im Vorstand ist, der ist bei der anderen im Aufsichtsrat und umgekehrt Und eine Kr\u00e4he hackt der anderen kein Auge aus; da w\u00e4scht eine Hand die andere. So k\u00f6nnte es leicht zu Honorarkumpanei kommen. Doch w\u00e4hrend die \u00c4mterh\u00e4ufung sogar zur\u00fcckgegangen ist, haben sich die Top-Geh\u00e4lter weiter von den anderen entfernt.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Gegen den Einfluss der Hauptversammlung spricht, dass diese Entscheidungsverlagerung keine Garantie daf\u00fcr ist, dass die Gehaltsspreizung abnimmt. Im Gegenteil: \u201eMassen\u201c neigen zu extremeren Urteilen. Sollte es aufw\u00e4rts gehen, k\u00f6nnte die Euphorie der Massen sogar zu st\u00e4rker gespreizten Honorargef\u00fcgen f\u00fchren, die sie ihrem Star zu F\u00fc\u00dfen legen bis hin zur Selbstaufopferung. Die Leute wollen ihren K\u00f6nig und sie wollen ihn mit Prunk. Weil das Volk Helden braucht, gibt es Honorare mit \u201eHeldenzuschlag\u201c. Diese Zuschl\u00e4ge haben nichts mehr mit der irdischen Leistung der Helden zu tun. Sie sind durch das strahlende Vorbild der Helden f\u00fcr die eigene himmelw\u00e4rts gerichtete Karriere begr\u00fcndet.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Vor allen die Presse ist heute Haupttr\u00e4ger und Verst\u00e4rker des Heldenkultes. Jeder, der einmal auf einer Veranstaltung war, wo \u201ePromis\u201c anwesend waren, m\u00fcsste das wissen. Gerade \u201edie Kleinsten\u201c meckern \u00fcber extrem hohe Honorare der (Management-)Stars. Doch gerade sie tragen mit extremer \u201eHeldenverehrung\u201c h\u00e4ufig dazu bei, dass es zu horrend hohen Heldenzuschl\u00e4gen kommt.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Eine wichtige Voraussetzung f\u00fcr die Abflachung der Honorarunterschiede ist daher, dass wir unseren Hang zum vermeintlich \u201eabsolut Besten\u201c und zum (letztlich erlittenen) Heldentum verringern. Ohnehin f\u00fchrt uns das, was heute \u201eElite\u201c genannt wird, nicht zur Leistungselite, sondern zu \u201eElite\u201c-Gesellschaften in der Gesellschaft, die sich \u00fcber adels\u00e4hnliche Zugangs- und Zugeh\u00f6rigkeitsmerkmale definieren (<a href=\"https:\/\/neschle.de\/index.php\/blog\/leon-neschle-32-47-woche-2007\/\">Leon Neschle 32<\/a>). Wir schaffen uns hier selbst eine riesige und rissige Fata Morgana. \u2013<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Oder glaubt jemand, beim k\u00fcrzlich verliehenen Oscar w\u00fcrden die besten Filme der Welt geehrt? Eine glamour\u00f6s \u00fcberalterte Jury mit \u00fcberstark amerikanischem Einfluss entscheidet dar\u00fcber, was geht und was nicht. Diesmal \u201egingen\u201c sogar Europ\u00e4er! Hitchcock aber hat nie einen Oscar erhalten. Er geh\u00f6rte nie zum inneren Kreis der Film-\u201eElite\u201c. Er brachte \u201ereine Leistung\u201c. Auf die (allein) kommt es jedoch nicht an in der \u201eElite-Gesellschaft\u201c. Doch das ist ein anderes Thema!<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: center;\">Fast jeder Mensch glaubt an das Bare<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">und an hohe Honorare.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Doch muss er <i>andere<\/i> drum beneiden,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">kann er sie pl\u00f6tzlich nicht mehr leiden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Dann gibt es immer Diskussion:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Was ist denn ein \u201egerechter Lohn\u201c?<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: center;\">Den bestimmt, denkt man recht scharf,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">nat\u00fcrlich Leistung und Bedarf.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Doch nichts davon erkl\u00e4rt auch nur<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">die heutige Gehaltsstruktur:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">H\u00f6chste Geh\u00e4lter sind nur \u201ePreise\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\u2019ner Lotterie im Wirtschaftskreise.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: center;\">Auch das gemeine Volk zahlt gern viel Geld,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">f\u00fcr einen gro\u00dfen Wirtschaftsheld.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Man tr\u00e4umt davon und sucht danach,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">zahlt Honorar ihm bis zum Dach.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Mit \u201eLeistung\u201c hat das nichts zu schaffen,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">nur mit dem Nach\u00e4ffen von Affen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: center;\">Dann startet es, das Rattenrennen,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">das alle aus der Wirtschaft kennen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">W\u00fcrden die Stars nur <i>halb<\/i> so reich,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">liefen wir langsamer sogleich.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\u201eLeistung\u201c ist es doch zum Schluss,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">ein <i>anderer <\/i>sie erbringen muss!<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: center;\">Man meckert \u00fcbers Honorar des Tollen,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">doch jeder will <i>ihn<\/i> haben wollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Man will da doch nicht nur den Zweiten,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><i>das<\/i> wird die Honorarverhandlung leiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Und so entsteht dann ganz nat\u00fcrlich,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">das Honorar, das \u201eungeb\u00fchrlich\u201c!<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: center;\">Ich will\u2019s dem Leser gern verrraten,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">das ist Verhalten von Primaten.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Wir werden es nur anders schaffen,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">wenn wir nicht denken wie die Affen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Denn nie <i>allein<\/i> kommt es drauf an,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">wer ist der Oberpavian!<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: center;\">Wenn wir es richtig mal erfassen,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">ist es die Qualit\u00e4t der Massen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Doch da gibt\u2019s h\u00e4ufig dumme K\u00e4lber,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">die suchen ihren Metzger selber.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Die Leute sind es selber schuld<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">und auch ihr dummer Heldenkult.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: center;\">Schon lange st\u00fctzt die Medien-Welt,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">das Heldenpluszulagegeld.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Zugleich stachelt sie an den Neid,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">das ist der Widerspruch der Zeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Da w\u00fcnscht man sich, dass diese Presse,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">hielt dazu endlich ihre Fresse. \u2013<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Von mir auch \ud83d\ude09<\/p>\n<hr align=\"left\" size=\"1\" width=\"33%\">\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Immerhin nennen die aufrechten D\u00e4nen die Straftatbest\u00e4nde der deutschen Regierung und weigern sich, auf diese Weise teilzuhaben an den gestohlenen Daten. Die Finnen wollen sie zwar, d\u00fcrfen die Daten jedoch vor Gericht nicht verwenden. Woanders scheint Staatskriminalit\u00e4t dagegen erw\u00fcnscht, wenn sie vordergr\u00fcndig und kurzfristig Erfolge verspricht. \u00dcber die langfristig negativen Folgen redet ja dann niemand mehr, zumal auch schon kurzfristig nur die Erfolge gefeiert werden!<br \/>\nBeim Sport moralisieren Politiker scharpingsinnig \u00fcber Doping und <i><u>verbotene Mittel zur Leistungssteigerung<\/u><\/i>. Aber die Finanzbeh\u00f6rden dopen sich dusselig mit geklauten Daten. Das verstehe, wer will! Auf Dauer wird auch dieses Doping schaden und es geh\u00f6rt ge\u00e4chtet.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Neschle will sich an dieser Stelle einen f\u00fcrchterlichen, v\u00f6llig deplatzierten und abwegigen Scherz nicht verkneifen: \u201eFrau Merkel, Sie stammen doch aus der ehemaligen DDR. Da haben Sie doch \u00dcbung damit, wie man einen Staat zugrunde richtet!\u201c \u2013 Neschle freut sich allerdings, dass die es <i>da<\/i> damals geschafft haben!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Umgekehrt ist Neschle verbl\u00fcfft, wie gro\u00df die sozialen Unterschiede sind, die sich blitzschnell nach Ende des Sozialismus einstellen. In Russland, China! Kuba, Nordkorea?<\/p>\n<p><a title=\"PDF-Datei\" href=\"http:\/\/www.neschle.de\/download-manager.php?id=88\">PDF-Datei<\/a><br \/>\nThis post was downloaded by  1389  people until now.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Horror horrend hoher Honorare We don\u2019t need another hero (Tina Turner) Seit Monaten gibt es Diskussionen \u00fcber Managerhonorare, deren H\u00f6he und deren Entwicklung; \u00fcber Unternehmensgewinne und deren Entwicklung. Weniger diskutiert wird \u00fcber Einnahmen von Sport- oder Filmstars und deren Entwicklung; \u00fcber Steuereinnahmen und deren Entwicklung. Doch \u00fcberall horrend hohe Honorare! \u2026 \u00dcberall? \u201eNormale\u201c Arbeitnehmer, &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/neschle.de\/index.php\/blog\/leon-neschle-35-8-woche-2008\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eLeon Neschle 35 (8. 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