{"id":218,"date":"2007-11-22T09:33:04","date_gmt":"2007-11-22T08:33:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.neschle.de\/index.php\/blog\/leon-neschle-31-46-woche-2007\/"},"modified":"2020-06-21T11:08:39","modified_gmt":"2020-06-21T10:08:39","slug":"leon-neschle-31-46-woche-2007","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/blog\/leon-neschle-31-46-woche-2007\/","title":{"rendered":"Leon Neschle 31 (46. Woche 2007)"},"content":{"rendered":"<header>\n<h2 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #4f81bd\">Die Klau- und Maulerseuche w\u00fctet.<\/span><\/strong><\/h2>\n<\/header>\n<p style=\"text-align: left;\"><em>He that respects not is not respected.&nbsp;<\/em>(George Herbert)<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Alle reden von der Klimakatastrophe. Wir haben sie l\u00e4ngst! Die menschliche. Das Klima ist erhitzt. Wolkenbr\u00fcche von Verbalinjurien, Unwetter von T\u00e4tlichkeiten nehmen zu. Aus heiterem Himmel! Der gegenseitige Respekt nimmt ab. Ganz zu schweigen vom Charme im pers\u00f6nlichen Umgang, jener Eigenschaft bei anderen, die uns zufriedener mit uns selbst macht (Henri Amiel). Hier steht ein Klimagipfel aus, bevor der Gipfel des schlechten Klimas erreicht ist:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\u201eVerpiss Dich Alter!\u201c, sagt ein 17-j\u00e4hriger Sch\u00fcler zu seinem Lehrer. Er wird in der letzten Woche zu Jugendarrest und Sozialarbeit verurteilt. <i>Symptom: Maulerseuche.<\/i> Seine Freundin meint, ihr Freund habe ganz normal und gesund gesprochen!? \u2013<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Ein Student bricht in den gesch\u00fctzten Bereich der Doktoranden von Neschles Alter Ego ein, entwendet Fotos, stellt sie ins Internet. Zum \u00f6ffentlichen Am\u00fcsement. Er verr\u00e4t anderen, wie sie dort pl\u00fcndern k\u00f6nnen. <i>Symptom: Klauseuche mit anschlie\u00dfender Maulerseuche.<\/i> Denn es wird \u201echatm\u00e4\u00dfig abgel\u00e4stert\u201c \u00fcber die Beute mit allem, was der kleine Verstand h\u00e4lt. \u2013<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Zwei Studentinnen beklagen, dass Neschles Alter Ego seine Vorlesungsfolien nicht \u00f6ffentlich ins Netz stellt. Eine macht einen Verbesserungsvorschlag. Weder Mauler- noch Klauseuche! Die andere h\u00e4lt es f\u00fcr selbstverst\u00e4ndlich, dass der Professor alle Folien \u00f6ffentlich macht, kostenlos an die Welt abtritt und zum \u201eStehlen\u201c freigibt. Sie beschimpft ihn wild, sondert Beleidigungen ab. Im ersten Anschreiben! <i>Symptom: Maulerseuche wegen eines Hangs zur Klauseuche. \u2013<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Neschle fragt nicht, ob dieses Verhalten \u201easozial\u201c und egomanisch ist. Wie soll er es anders deuten, wenn respektlose Leute f\u00fcr sich selbst h\u00f6chsten Respekt einfordern? \u201eAnd in the end the love you take is equal to the love you make\u201c, singen die Beatles. F\u00fcr Respekt gilt dasselbe! Doch kann jeder Respekt zollen? Schopenhauer ist skeptisch: <i>\u201eUm fremden Wert willig und frei anzuerkennen und gelten zu lassen, muss man eigenen haben.\u201c<\/i> Und wer diesen Wert nicht hat, bei wem die Erkenntnis f\u00fcr den eigenen Wert fehlt? Kunstfiguren der Medien lassen es ja schwer werden, das \u201eeigene kleine Ich\u201c zwischen Supersch\u00f6nen, Superschlauen und Superreichen ansehnlich zu positionieren. Was ist man noch wert in dieser Scheinwelt?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Seit es M\u00e4rchen gibt, gibt es die Sucht nach dieser Welt. Doch heute halten sie viele f\u00fcr real. Weil sie mit Bild und Ton in unser Leben eindringt. Wer will denn wissen, dass einem Fernsehbericht stundenlanges Selektieren, Beleuchten und Schminken vorausgeht. Illusion ist das Reale! Daran messen viel zu viele ihren Eigenwert. Ihre eigene \u201eUnertr\u00e4glichkeit des Seins\u201c l\u00e4sst auch die anderen nicht gelten. Die k\u00f6nnen sich erst recht nicht messen mit den Scheinhelden der Scheinwelt, die im Cyberspace noch quadriert wird.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong>A. Die einfache Klauseuche, die sich unmerklich einschleicht.<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">In der letzten Woche sind zwei Paparazzi in einen Unfall verwickelt. Einer davon wird schwer verletzt. Beide verfolgten Britney Spears, um das \u00f6ffentlich zu machen, was diese Frau der \u00d6ffentlichkeit nicht freiwillig (preis-)geben will. Ein Diebstahl, bei dem der Paparazzo sich zwar zum Affen macht, daf\u00fcr aber von der Regenbogenpresse hoch bezahlt und von Gerichten selten belangt wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Es reicht ihren Auftraggebern und Abnehmern (das sind auch die Leser der Regenbogenpresse) offenbar nicht, was Britney freiwillig preisgibt. Das ist schon jede Menge, obwohl sie wohl von Paris Hilton klar \u00fcbertroffen wird. Auch Jamie Fawcett reichte es nicht, einer der wenigen Paparazzi, die wegen ihrer \u201eDiebstahlstouren\u201c vor Gericht kamen. In Sydney lieferte er Nicole Kidman eine halsbrecherische, traumatische Verfolgungsjagd. Von Diana will Neschle hier gar nicht reden!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Eine vor geifernder Neugier strotzende Leserschaft freut sich diebisch \u00fcber gelungene Einbr\u00fcche in den Privatbereich von Promis, weil die das \u201eSensationelle\u201c zutage f\u00f6rdern, was Promis nicht \u00f6ffentlich zeigen wollen. Wer zur \u201e\u00f6ffentlichen Person\u201c geworden ist, wird auch \u201e\u00f6ffentliches Eigentum\u201c. Er hat sein Recht auf \u201ePrivatheit\u201c verwirkt, muss sich in halsbrecherischer Weise vor Raubz\u00fcgen der Promi-J\u00e4ger sch\u00fctzen. Das ist \u201eKlauseuche\u201c. Die aus der untersten Schublade.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Es gibt auch die aus der oberen: J\u00fcngst gingen in den USA die Drehbuchautoren auf die Stra\u00dfe. Sie f\u00fchlten sich bestohlen von ihren Produzenten und wollten teilhaben an der Mehrfachnutzung ihrer \u201eProdukte\u201c, an der sich die Produzenten eine goldene Nase verdienten. Da gingen den Showmastern die Gags aus und die Zuschauer konnten erkennen, wer den Inhalt, den \u201eContent\u201c, in der gl\u00e4nzenden Fassade der Shows macht und wer ihn sich aneignet. Aber wirklich verdienen tun bislang nur die, die pr\u00e4sentieren und vermarkten und \u201eProduzenten\u201c hei\u00dfen. Den Baustoff, aus dem alle Tr\u00e4ume sind, liefern freilich andere. Aus ihrem geistigen Eigentum.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Ja, ja, die b\u00f6sen Produzenten. Das wird sich mancher denken und dann in einen der gro\u00dfen Elektrom\u00e4rkte gehen, um sich einen neuen Fernseher kaufen. Nat\u00fcrlich nicht ohne sich vorher intensiv beraten zu lassen. Doch im Elektronikmarkt? Nat\u00fcrlich nicht! Von einem der verbliebenen Fachh\u00e4ndler. Aber kaufen kann man da nicht! Zu teuer! Also die Information beim Fachh\u00e4ndler klauen und kaufen im Elektronikmarkt. Das ist das Zeichen einer verbreiteten Klauseuche. Oder glaubt jemand die Arbeitszeit des Fachh\u00e4ndlers sei kostenlos. Ja, sicher! F\u00fcr einen selbst ja! Man hat dem Fachh\u00e4ndler ja seine Zeit gestohlen. Und Geld gespart beim Einkauf, wollen wir nicht vergessen!<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong>B. Gib mir was von Deinem Ruhm \u2013 Betteln statt stehlen!<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Die zarte Variante dieser Klausucht ist die Bettelsucht. Neschle erz\u00e4hlt dazu mal wahre Geschichten:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Da sitzt jemand mit einem \u201ePromi\u201c beim Fondue. Kaum hat sich ein Gespr\u00e4ch entwickelt, z\u00f6gert sich ein Kind heran, von Mama und Papa mit schiebender Kopfbewegung nach sch\u00fcchternem Frageblick dirigiert und ermuntert. \u201eEin Autogramm bitte!\u201c Kein Problem: Der Promi kann sogar schreiben, was vor 800 Jahren noch gar nicht so selbstverst\u00e4ndlich war.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">W\u00e4re das alles, w\u00e4re es gut! Aber der Kleine hat nur eine Pilgerei er\u00f6ffnet. So ermuntert entwickelt sich eine \u201eselbsttragende\u201c Autogrammprozession. Die Pilger kommen, unterbrechen den Promi sogar mitten im Satz mit der Formel: \u201eEin Autogramm bitte!\u201c oder \u201eSie sind doch \u2026?! Kann ich mal ein Autogramm haben?\u201c. Sie halten alles hin, worauf man schreiben kann: Servietten, Bierdeckel, vergammelte Kladden. Einer sogar seinen Arm. Alles f\u00fcr den Test: Kann der wohl schreiben? Meist f\u00fcr nur zwei Anwendungen: 1. Ich habe ihn gesehen, habe ein St\u00fcck von ihm \u201egeklaut\u201c (Es ist ja keine freiwillige Autogrammstunde!)! 2. Papierkorbf\u00fcllung!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Wirkt der erstaunlich geduldige Promi langsam von den nichtnutzigen St\u00f6rungen genervt, kommt der Standardsatz: \u201eBin ja nur ich!\u201c Sagen das drei\u00dfig Leute in zwei Stunden, wird der Satz zynisch, von den Bittstellern aber unbemerkt. Jeder sieht nur sich selbst. Egomanen ohne Wertgef\u00fchl! Alle vier Minuten einer! Sie brauchen etwas von diesem Promi und nehmen ihm viel weg. Die Qualit\u00e4t seines Gespr\u00e4chs, den Abend: Geopfert wertvergessenen Bettelgraphophilen! F\u00fcr was eigentlich? \u2013<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Vorher in einer \u201eKneipe\u201c. T\u00fcrsteher! Das Ambiente ein Erlebnis. Freunde gehen hinein. In deren Mitte derselbe \u201ePromi\u201c. Getarnt mit M\u00fctze und Sonnenbrille, wie ein Erlk\u00f6nig. Keine drei\u00dfig Sekunden, dann feiert einer in der Kneipe schon dessen Enttarnung, schl\u00e4gt ihm auf die Schulter und gibt seiner ungez\u00fcgelten Freude Ausdruck, ihn hier zu treffen. Unvernebelt!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Merklich betrunken ist der Schnellmerker (noch) nicht. Trotzdem nennt er den \u201ePromi\u201c beim Vornamen! Der ist ja \u201e\u00f6ffentliche Person\u201c und geh\u00f6rt deshalb auch ihm. Sie sind also \u201egeborene\u201c Kumpel! Er nimmt ihn sogar in den Arm. So froh ist er, seine kostenlose Gegenwart zu genie\u00dfen. Doch den Promi kostet er den ganzen Abend!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\u201eGleich liebt er ihn kaputt!\u201c, denken seine Freunde, nehmen den genervten \u201ePromi\u201c auf dessen Wunsch wieder in die Mitte und fl\u00fcchten aus dem Lokal. Nach einer Minute ist vorbei, was ein sch\u00f6ner Abend f\u00fcr alle werden sollte.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Der schulterklopfende Umarmer hat die Klauseuche an den H\u00e4nden, ohne zu wissen, wie stark er infiziert ist. Er hat im Leben der anderen ger\u00e4ubert. Hat deren Leben nichts hinzugef\u00fcgt, nur gestohlen. \u201eGute Zeit\u201c geklaut und sich \u201eEigentum\u201c an einem \u201ePromi\u201c angema\u00dft, das dieser nicht an ihn abgeben wollte.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Dabei geben Promis mehr von sich weg als andere . Deshalb sind sie ja Promis. Machen sie aber Ans\u00e4tze, auf dem \u201eRecht an sich selbst\u201c zu bestehen und sei es nur auf ihr Recht auf \u201ePrivatheit\u201c, begegnen dem viele mit Unverst\u00e4ndnis. Manche ma\u00dfen sich sogar das Recht an, sich zu nehmen, was der Promi nicht freiwillig bietet. Oder es der \u00d6ffentlichkeit zu schenken. Papparazzi jedoch gegen hohen \u201eFinderlohn\u201c! \u2013<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong>C. Auf Klau- folgt manchmal Maulerseuche<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Der \u201eFinderlohn\u201c des Studenten, der sich in den Doktorandenbereich bei Neschles Alter Ego gehackt hat, war wohl der gef\u00fchlte Zuwachs an Coolness und pers\u00f6nlicher \u00dcberlegenheit. Und was war das f\u00fcr ein Spa\u00df bei der \u201eBeurteilung\u201c des Doktorandenseminars! Da waren z.B. Fotos von einer Sicherheits\u00fcbung mit Schwimmweste und ein kleines Bussi-Bild, bei dem einer Doktorandin gleich von zwei Seiten ein K\u00fcsschen aufgedr\u00fcckt wurde. Was nicht zu sehen war: Bilder von der Arbeit!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die Fotos interessierten auch andere Studenten und so pl\u00fcnderten sie in Windeseile auf der Seite, deren Schl\u00fcssel der Hacker bereitwillig geliefert hatte. Innerhalb einer halben Stunde wurde x-mal heruntergeladen. Das musste man sehen! Sensation!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Auf diese Klauseuche setzte sich flugs die Maulerseuche. Nach dem Diebstahl der Fotos folgte der Versuch, nun auch den Ruf zu stehlen. Die Maulerseuche befiel die Synapsen sensationsgeiler Kleinhirne: Gibt es keine Bilder von der Arbeit, wurde auch nicht gearbeitet. Sieh mal einer an! So sind also Doktorandenseminare bei Neschles Alter Ego! Die Sache mit dem K\u00fcsschen verhie\u00df sogar sexuelle Abenteuer. Was ist da los? Auf einem DoktorandInnenseminar.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Und der Chef selbst!? Nee, was hat der glasige Augen auf dem Bild mit der Rettungsweste! Da wurde wohl bis in den tiefen Morgen gesoffen. So ein Banker hat ja lieber mehr Prozente als weniger. Wie viel Blut war da wohl noch im Alkohol? Wie lange musste der nichts trinken, bevor der wieder auf 0,5 Promille war? \u2013<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Davon war das Alter Ego schon angefressen. Er qu\u00e4lte sich damals mit dem Fieber einer Virusgrippe durch das Seminar, dachte sogar daran, das Zeitliche zu segnen und seine L\u00f6ffel abzugeben. Glasig ja! Doch leider ohne Alkohol! \u2013<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Das h\u00e4tte Graf von Wackerbarths \u201eGesellschaft zur Bek\u00e4mpfung der N\u00fcchternheit\u201c (Google doch mal!) heftig missfallen. Schlie\u00dflich hat die gute Gr\u00fcnde f\u00fcr sich: Nur etwa 13 Prozent der Unf\u00e4lle werden in angetrunkenem Zustand verursacht, 87 Prozent im n\u00fcchternen. Wenn das kein Grund f\u00fcr mehr Alkohol im Stra\u00dfenverkehr ist! Mit derselben \u201estatischen Methode\u201c folgerten die Einbrecher im Doktorandenportal von den geklauten Fotos auf den Arbeitsanteil. Was ist daran falsch?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Unrechtsbewusstsein bei den Stehlern, Hehlern und Verleumdern? Fehlanzeige, wenn man eine einzige nachdenkliche Stimme ausklammert! Weder daf\u00fcr, solche Fotos zu stehlen und an die \u00d6ffentlichkeit zu zerren, noch daf\u00fcr, einer schmuddeligen Phantasie dar\u00fcber \u00f6ffentlich Raum zu geben. Als Heckensch\u00fctze! Man selbst versteckte sich hinter Decknamen. So wahrte man eigene \u201ePrivatheit\u201c und zog aus gesicherter Position das phantastisch \u201eErkannte\u201c \u00f6ffentlich in den Dreck.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">H\u00e4tte die Klau- und Maulerseuche nur etwas Hirn hinterlassen, w\u00e4re noch Raum gewesen, um wenigstens zu fragen, wann man selbst Fotos schie\u00dft. Nat\u00fcrlich w\u00e4hrend der Arbeit und nicht in den kargen, phantasielosen Stunden der eigenen Freizeit.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong>D. Der Professor als \u201e\u00f6ffentliche Person\u201c und sein Recht auf Selbstbestimmung<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Auch ein Professor ist eine \u201e\u00f6ffentliche Person\u201c. Sondert er Essays im Internet ab sowieso! Deshalb glauben einige, von ihm verlangen zu k\u00f6nnen, dass er all seine Gedanken und Arbeiten \u00f6ffentlich macht. Und das kostenlos! Dabei hatte ein Professor mal gesagt: <i>\u201eHabe ich eine gute Idee, nutze ich sie. Habe ich eine schlechte, schreibe ich eine Ver\u00f6ffentlichung.\u201c<\/i> Schlie\u00dflich ist \u201eVorsprung durch Wissen\u201c sofort weg, sobald eine Idee ver\u00f6ffentlicht ist. Da muss man schon ein wenig zuwarten, bis es schon jeder wei\u00df und man seinen nicht mehr vorhandenen Vorteil kostenlos und freiwillig aufgibt. Und selbst dann: Stellen Pop-Stars ihre Ohrw\u00fcrmer zum kostenlosen Herunterladen f\u00fcr jedermann verf\u00fcgbar ins Netz? Oder lassen sie teuer danach angeln?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Sicher hat sich ein Professor gegen Gehalt (quasi eine Flat-Rate) verpflichtet, eine Gruppe von Menschen mit Informationen zu beliefern, einen Teil seines Wissens einer definierten \u201eAllgemeinheit\u201c zu vermitteln. Er h\u00e4lt ja auch \u00f6ffentliche Vorlesungen, in denen er Ansichten \u201e\u00f6ffentlich bekennt\u201c. \u201eProfessor\u201c bedeutet ja \u201eBekenner\u201c! Er muss sich also \u00f6ffnen gegen\u00fcber seinen Studierenden. Doch gibt das einer Studentin das Recht, von ihm die Einstellung s\u00e4mtlicher Vorlesungsunterlagen ins Internet zu fordern, wo sie jeder herunterladen kann? In ihrem Anschreiben von \u201eDreistigkeit\u201c zu sprechen, wenn er es nicht schon im vorauseilenden Gehorsam getan hat?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Wir \u201eKinder im Pott\u201c hatten eine Standardformel bei solchen Verbalinjurien: \u201eWer et sacht, der isset auch! Hatt\u2019n dicken Wasserbauch!\u201c Neschle wei\u00df die Sache mit dem Wasserbauch nicht (Da denkt er an sich selbst und daran, dass hier der Umkehrschluss nicht gilt!), aber er wei\u00df eines: Als \u201edreist\u201c empfindet er das Verhalten dieser Studentin. Eine Erscheinungsform der Maulerseuche. Der ganz gemeinen!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die Studiengeb\u00fchr l\u00e4sst da offenbar manche Gehirne ausrasten. Sie gilt bei denen als vorausbezahltes Bu\u00dfgeld f\u00fcr Beleidigungen der Lehrkr\u00e4fte. Was w\u00e4re aber, wenn Professoren so reagieren wie der Lehrer im Vorspann? Die unperfekte Welle des miesen Tons ist nun jedenfalls von den Schulen an die Universit\u00e4ten geschwappt. Wehren wir uns nicht dagegen, werden wir von ihr \u00fcberschwemmt. Doch ist das Gericht immer die richtige Instanz? Manchmal ist sie aber wohl die letzte.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Stiehl man etwas, das materiell,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">bemerkt man es ganz oft sehr schnell.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Doch: Wer k\u00f6nnte es verhehlen,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">man kann auch etwas anderes stehlen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Stiehlt er Ideen, Ruf und Zeit,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">dann kommt der Dieb recht oft sehr weit.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">So schleicht sich ein in uns\u2019re Br\u00e4uche<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">die Klau- und auch die Maulerseuche.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Doch wer bei sich \u2019nen Wert entdeckt,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">hat auch f\u00fcr andere Respekt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">W\u00fcrd\u2019 ihn die Seuche je ereilen,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">versucht\u2019 er sich davon zu heilen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Von Paderborn bis hoch nach Lima,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">auch das beeinflusst unser Klima.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Wir k\u00f6nnen uns hier schon bedanken,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">falls wir nicht z\u00e4hlen zu den Kranken,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">die dieses Klima infizieren,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">sich selbst und uns nicht respektieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Doch lass Dich niemals hier verf\u00fchren,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Du kannst dabei Dich selbst verlieren!<\/p>\n<p><a title=\"PDF-Datei\" href=\"http:\/\/www.neschle.de\/download-manager.php?id=75\">PDF-Datei<\/a><br \/>\nThis post was downloaded by  1234  people until now.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Klau- und Maulerseuche w\u00fctet. 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