{"id":177,"date":"2007-07-28T23:38:15","date_gmt":"2007-07-28T22:38:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.neschle.de\/index.php\/blog\/leon-neschle-23-30-woche-2007\/"},"modified":"2020-06-21T11:27:42","modified_gmt":"2020-06-21T10:27:42","slug":"leon-neschle-23-30-woche-2007","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/blog\/leon-neschle-23-30-woche-2007\/","title":{"rendered":"Leon Neschle 23 (30. Woche 2007)"},"content":{"rendered":"<header>\n<h2 style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #4f81bd\"><strong>Von Proleten und Propheten: <\/strong><br \/>\n<strong>Warum essen Manager in Essen nicht aus Essen?<\/strong><\/span><\/h2>\n<\/header>\n<p style=\"text-align: left;\"><em>Watt Krupp in Essen is, bin ich in Trinken! <\/em><br \/>\n<em>Ein Prolet gilt \u2019ne Menge in sein eigenet Revier.&nbsp;<\/em>(Aus ein selbstgeformten Ruhrpottmund)<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Monopoly Deutschland ist da! Seit ein paar Wochen! V\u00f6llig neu! <i><u>Ohne das Ruhrgebiet!<\/u><\/i> Essen und Dortmund haben es nicht aufs Spielbrett geschafft. Auch keine andere Revierstadt.<!--more--> Die \u201ePoor Dogs\u201c Zeche Zollverein und Westfalenhalle m\u00fcssen drau\u00dfen bleiben. Deutschland ganz ohne Ruhrgebiet, ohne Schalke 04 und Borussia Dortmund. Daf\u00fcr gibt es \u2026 Bielefeld mit der Sparrenburg! So haben sie angeblich entschieden: 500.000 Internet-Nutzer. F\u00fcr Bielefeld statt f\u00fcr Dortmund oder Essen!? F\u00fcr Bielefeld??? \u2026 Da ist doch was schiefgelaufen!?<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong>A. Essen \u2013 \u201eKulturhauptstadt Europas\u201c, aber \u201eHauptstadt des Ruhrgebiets\u201c?<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Wichtig ist diese Monopoly-Entscheidung f\u00fcr sich genommen nicht. Schlie\u00dflich gibt es schon ein St\u00e4dte-Monopoly von Essen, mit Essener Stra\u00dfen und Pl\u00e4tzen. Damit kann der eingesessene und alt-abgehangene Essener ein wenig \u201eabtr\u00e4nen\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Aber die Entscheidung ist ein Zeichen! F\u00fcr Neschle eines in einer Serie von Zeichen. <i>Daf\u00fcr, dass dem Ruhrgebiet oder Revier seit Jahren, ja Jahrzehnten weder <u>von innen<\/u> (!) noch von au\u00dfen die Aufmerksamkeit zuteil wird, die der Zahl seiner Menschen und seiner wirtschaftlichen Bedeutung entspricht.<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Und der kulturellen Bedeutung? Es gibt im Revier mehr Theater, mehr Kinos, mehr Kultureinrichtungen als in den Metropolen dieser Welt. Ohnehin hat die \u201eRuhrgebietsstadt\u201c mehr davon als jede deutsche Stadt einschlie\u00dflich Berlins. Freilich kaum eine von so herausragender Bedeutung, dass die Welt aufhorchen oder aufsehen w\u00fcrde. Es scheint also zu passen, dass die Zeitschrift Men\u2019s Health die bl\u00f6desten M\u00e4nner Deutschlands gerade in der Mitte des Reviers ausfindig macht (<a href=\"https:\/\/neschle.de\/index.php\/au-aufschrei\/au-aufschrei-6\/\">Aufschrei 6!<\/a>)<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Jetzt aber kommt die kulturelle Rettung nach Essen. Am 25. August 2007! Die ultra-ultimative, extra-epochale, galaktisch-geile Kult(ur)-Klamotte: die <i>Loveparade<\/i>! Doch schon droht das krass-kreischende \u201ehautfreundliche\u201c Kultst\u00fcck in Essen zur Laughparade zu verkommen: Streit mit dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR)! Es geht um Geld (Klar!) und Qualit\u00e4t im Nahverkehr (Haha!). Daher kommen nur wenige Paradisten, weil die Deutsche Bahn auf den Einsatz von Sonderz\u00fcgen verzichtet.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">So wird sich vielleicht sp\u00e4ter eine der Ausreden anh\u00f6ren! Denn irgendwie ist Techno out. Laughparade! Nur deshalb kam die Techno-Kiste ja nach Essen. Z<i>ur kulturellen Entsorgung!<\/i> Riecht penetrant nach dem Letzten, den die Hunde bei\u00dfen und klingt nach Miss Erfolg als Patin f\u00fcr die Loveparade. Die forsche Lady hatte sich schon auf der letzten Parade in Berlin als MissErfolg gezeigt! Und ziemlich freiz\u00fcgig. Jetzt holt man die Loveparade und die halbnackte MissErfolg nach Essen, damit sie allen zeigen k\u00f6nnen, wie wenig sie mittlerweile bieten.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Der Durchschnittsmensch im Revier tr\u00e4gt ja normalerweise etwas zwischen String und Burka, zwischen \u201eso viel wie m\u00f6glich nichts an\u201c und \u201emehr an geht nicht\u201c. Also normal! Wer sich nackig machen will, die kann das heute und hierzulande trotzdem fast \u00fcberall ohne anzuecken. Dazu braucht sie keine Loveparade. Die Natur selbst kennt keinen rechten Winkel. Wie sollte sie da auch anecken, au\u00dfer mit dem Techno-Zeug selbst? In Schador oder Burka f\u00e4llt sie mehr auf und eckt mehr an, als nackig gemacht. Donnert sie sich dazu ein fettes, orientalisches Parf\u00fcm auf, ist sie nicht nur Hingucker, sondern auch Hinriecher<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>. (Das w\u00e4re ein Tipp f\u00fcr das neue Leben der Paris Hilton \u201eunlocked and after jail\u201c: \u201eOh, Sie haben Ihr neues \u201eAfter Jail\u201c angelegt? Sieht gar nicht so \u201eunlocked\u201c aus und riecht sich nicht so an!\u201c)<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Also Laughparade? Das wird nichts! Der Trost folgt 2010: Essen wird \u201eKulturhauptstadt Europas\u201c. Doch wie steht es da mit der Vermarktung? <i><u>Das deutsche Fernsehen macht schon immer einen Bogen ums Revier!<\/u><\/i> Ja, die deutsche Presse insgesamt! \u00dcber zehn Prozent der Menschen erfahren hier eine Aufmerksamkeit, die deutlich unter f\u00fcnf Prozent liegt. Unterhaltungsshows, Boxk\u00e4mpfe etc., alles au\u00dferhalb des Reviers<i>. Der Landessender aus Nordrhein-Westfalen hat K\u00f6ln \u00f6fter im Fokus als alle Revierst\u00e4dte zusammen. K\u00f6ln hat aber gerade mal ein Zehntel der Einwohner.<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Dabei zeigt der Fu\u00dfball \u2013 nicht gerade und gerade nicht in Essen \u2013 es den K\u00f6lnern und dass es auch anders geht. Aber Fu\u00dfball wird nicht von Medienmanagern und -mogulen gemacht. \u2013<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Doch halt! <i>Bei Monopoly Deutschland war es eine Internet-Befragung. Trotzdem ging die Wahl am Revier vorbei!<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Offenbar gab es im Ruhrgebiet keine gen\u00fcgende Zahl von Leuten, die f\u00fcr die <i>eigene <\/i>Repr\u00e4sentanz auf dem Spielbrett gestimmt hat, wohl aber in Bielefeld. Zu viel Kirchturmdenken in Ruhrgebietsst\u00e4dten?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">W\u00e4hrend das Um- f\u00fcr Bielefeld gestimmt hat, gab es in Gelsenkirchen und Duisburg Stimmen f\u00fcr Aachen statt f\u00fcr Essen, f\u00fcr M\u00fcnster statt f\u00fcr Dortmund. <i>Bei so wenig Eigen- und Revierliebe kann der Ruhrpott gar nicht erwarten, von Fremden geliebt zu werden.<\/i> Neschle hat daf\u00fcr in <a href=\"https:\/\/neschle.de\/index.php\/au-aufschrei\/au-aufschrei-4\/\">Aufschrei 4<\/a> schon den Beweis angetreten mit der RAG, deren Salbadern vom \u201eRuhrpott\u201c und dem Widerspruch zu ihrem heuchelnden Handeln. \u201eM\u00fcrai s\u00f6z\u00fcne kanma!\u201c warnt der Reviert\u00fcrke: \u201eBir m\u00fcnaf\u0131k bir orduyu bozar!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Das \u201eRuhrgebiet\u201c ist zwar <i>ein<\/i> Begriff, politisch aber hoffnungslos zerfasert. Ohne Zentral\u00f6rtlichkeit bleibt es der Begriff einer Wirtschaftsregion. Und politisch war das Ruhrgebiet nie eine Einheit. Regiert wird es von Regierungspr\u00e4sidenten, die in D\u00fcsseldorf, M\u00fcnster und (sogar in) Arnsberg sitzen. Der einheitsf\u00f6rdernde eigene Regierungsbezirk wurde abgeschmettert, zuletzt als zu \u201egr\u00fcne Idee\u201c. Und obwohl in Nordrhein-Westfalen (immer noch) die meisten Menschen im Ruhrgebiet wohnen, sitzt die Landesregierung dort, wo auch die \u201ewirtschaftliche Regierungsgewalt\u201c \u00fcber das Ruhrgebiet ausge\u00fcbt wird: in D\u00fcsseldorf. Das Revier zahlt seine Zeche selbst!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Apropos Zeche! Haben Kirchen als Mittelpunkt von Siedlungen in der Vergangenheit die gr\u00f6\u00dfte Bedeutung gehabt, waren es mit der industriellen Entwicklung im Ruhrgebiet die Zechen. Um die Zechen entstanden die Zechensiedlungen. St\u00e4dte, das sind im zentralen Ruhrgebiet Anh\u00e4ufungen von Zechensiedlungen! Diese St\u00e4dte r\u00fccken so nahe zusammen, dass Teile von Wohnungen in verschiedenen St\u00e4dten, ja sogar Regierungsbezirken liegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Da kommt es vor, dass man von der K\u00fcche ins Wohnzimmer von Gelsenkirchen-\u00dcckendorf (Regierungsbezirk M\u00fcnster) nach Bochum-Wattenscheid (Regierungsbezirk Arnsberg) geht. Wo ist man da gemeldet? Wo geht das Kind da zur Schule? Ein St\u00e4dtebrei, aber verschiedene Regierungsbezirke? Daf\u00fcr kann es nur eine Begr\u00fcndung geben: <i>Das Ruhrgebiet nicht als konzentrierte Macht in NRW auftreten zu lassen! Das schw\u00e4cht aber das Revier nach innen, im deutschen und europ\u00e4ischen Zusammenhang. <\/i>Es ist wie bei Unternehmensfusionen: Was in NRW eine \u201emarktbeherrschende Stellung ist, ist es nicht unbedingt deutschland- oder europaweit.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Und wo ist die Hauptstadt des Ruhrgebiets? In der Mitte liegt Gelsenkirchen. Aber die Hauptstadt? Daf\u00fcr kommt nur eine Stadt in Frage, die weiter an den R\u00e4ndern liegt. Schon wegen ihrer Gr\u00f6\u00dfe. Im Osten Dortmund im Westen Duisburg oder Essen, das mit seinen vielen Dax-Unternehmen als die \u201eheimliche Hauptstadt\u201c des Reviers bezeichnet wird. Doch was ist das f\u00fcr eine \u201eheimliche Hauptstadt\u201c, die viele Unternehmen von D\u00fcsseldorf aus verwalten lie\u00df und l\u00e4sst und\/oder von Leuten, die sich nicht mit dem Ruhrpott identifizieren? Welchen Respekt, welche Reputation soll sich diese \u201eHaupt-Stadt\u201c da erwerben bei den Glieder-St\u00e4dten des Reviers?<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong>B. Der Prophet gilt nichts im Revier, der Prolet \u2019ne Menge!<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Ein gerade selbstgestricktes ruhrdeutsches Steiger-Sprichwort behauptet: <i>\u201eDer Prolet gilt \u2019ne Menge in sein eigenet Revier!\u201c<\/i> Das ist positiv gesagt. Deshalb hat dieses Sprichwort sein negatives Vorbild abgel\u00f6st. \u2013 Nun mecker\u2019 nicht, lieber Leser! Was hei\u00dft hier, ein Sprichwort kann man (sich) nicht selber machen? T\u00e4glich werden neue chinesische Sprichw\u00f6rter erfunden, auf die sich die amerikanischen Manager berufen, um Power in lasche Points zu kriegen. Womit ginge das besser als mit dem eigengefertigten Sprichwort, wenn es auf chinesisch weit wege (sprich: \u201ewecke\u201c!) Weise <i>weise<\/i> ist (Velzeihe das Splaach-Chinesisch, abel es bot sich lein stilistisch an.) \u2013<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Fr\u00fcher sagte man: <i>\u201eDer Prophet gilt nichts im eigenen Lande!\u201c.<\/i> Das stimmt zwar, aber es h\u00f6rt sich nach Jammern an! Und Jammern ist passe, selbst in Ost-Deutschland. Doch <i>warum<\/i> gelten die eigenen Propheten nichts im Revier, wo doch selbst Proleten dort etwas gelten? Die Erkl\u00e4rung ist einfach:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die meisten Propheten sind zu fein, zu (ein-)gebildet. Die Faust auf dem Tisch kennen sie nur mit dem Bleistift in der Hand. Sie melden sich nicht, auch wenn es schmerzt und sie sind enorm leidensf\u00e4hig, besonders wenn diese Propheten zugleich Professoren sind. Verwandelten sich diese Propheten in Proleten, g\u00e4lten sie etwas im Revier und f\u00fchrten vielleicht bald eine Revolution an. Das ist der Weg, den Neschle geht! Und siehe, jetzt wird er gelesen! Sp\u00e4ter vielleicht ge- oder erh\u00f6rt.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Neschle schmerzt es schon Jahre, dass die akademischen Propheten des Ruhrgebiets im Revier selbst fast keine Bedeutung und ihre gro\u00dfen Auftritte <i>woanders<\/i> haben. Bei Herbert Knebel und Doktor Stratmann ist das nicht so! Weil sie beide \u201eden Proleten geben\u201c! Die Proleten gelten hier etwas, woanders fast nichts. Das untermauert die Weisheit von Neschles sprichw\u00f6rtlicher Erkenntnis.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Neschle beobachtet seit Jahren ein dazu passendes hochschulpolitisches Verhalten hiesiger Unternehmen. Das nennt er ganz ungern und v\u00f6llig inkorrekt \u201eHochschulnetzwerk Ruhrgebiet\u201c. F\u00fcr das, was die Hochschulbeziehungen der Ruhrgebietsunternehmen besser kennzeichnet, hat man einst den deutschen Sprachschatz um den zugkr\u00e4ftigen Begriff \u201eSeilschaft\u201c bereichert. Die geht allerdings so:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die meisten F\u00fchrungskr\u00e4fte im Ruhrgebiet haben noch immer nicht an den dortigen Universit\u00e4ten (Bochum, Dortmund, Duisburg, Essen) studiert<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a>. Schlimmer noch: <i>Sie werden es auch k\u00fcnftig nie getan haben!<\/i> Es sind Manager <i>in<\/i> Essen, aber nicht <i>aus<\/i> Essen, viel zu wenige selbst <i>f\u00fcr<\/i> Essen. (Der Titel spricht bewusst nicht von \u201eManagern <i>aus<\/i> Essen\u201c, die nicht in Essen essen, sondern von \u201eManagern <i>in<\/i> Essen\u201c, die nicht aus Essen essen.)<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Wie kommt das? Nehmen wir an, ein Manager <i>im<\/i> Revier hat in K\u00f6ln oder St. Gallen studiert und macht im Ruhrgebiet Karriere. Sitzt er dann dort, erfasst ihn das akademische Heimweh. Er f\u00fchlt sich fremd <i>\u00fcber<\/i> (eben nicht \u201eunter\u201c!) all den Proleten. Nostalgisch verscheuklappt denkt er an seine Alma Mater in Colonia oder St. Gallen. Und er fragt nat\u00fcrlich <i><u>nur<\/u> dort<\/i> an, wenn er wissenschaftlichen Rat, akademische Baupinselei oder Manager-Nachwuchs braucht. Die Ruhrgebiets-Universit\u00e4ten liegen f\u00fcr ihn weit weg und vermeintlich auch unter seinem Niveau.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Der Manager wei\u00df, wie au\u00dferordentlich gut er selbst ist, wie aus- und eingebildet er an seiner Alma Mater wurde. Da m\u00fcsste, <i>lachs <\/i>(Nicht \u201elax\u201c! Es geht ja zu den Urspr\u00fcngen!) gesprochen, auch der Nachwuchs dort gut sein, von dort wo <i>er seine<\/i> Urspr\u00fcnge hatte. Freilich nie so gut wie sie selbst! Doch das ist der Lauf der Zeit! Denn fr\u00fcher war alles besser!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Damit dieser Nachwuchs aus K\u00f6ln oder St. Gallen noch besser werden kann, l\u00e4sst unser Manager im Revier Geld dorthin flie\u00dfen: f\u00fcr wissenschaftliche Beratung, Gutachten oder zur F\u00f6rderung neuer Lehrst\u00fchle. Nat\u00fcrlich auch nach Aachen, Mannheim, M\u00fcnchen, M\u00fcnster oder Z\u00fcrich. Doch nach Bochum, Essen, Duisburg, Dortmund? Rinnsale im Vergleich dazu!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">In der Stadt Essen findet derzeit sogar akademische Ausbildung unter der Schirmherrschaft der Hochschulen aus Aachen und M\u00fcnster statt. <i>Neben<\/i> der dortigen Universit\u00e4t! Die Universit\u00e4t Essen erhielt dazu ein Angebot, das sie ohne Verlust der Selbstachtung gar nicht annehmen konnte. Man stelle sich das in einer anderen Universit\u00e4tsstadt Deutschlands vor! Und ein zweites Projekt dieser Art in Essen w\u00e4re auch beinahe ohne die Universit\u00e4t Essen gestartet worden. Aber dort ist die Universit\u00e4t Essen dann versp\u00e4tet, aber federf\u00fchrend beteiligt worden.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><i>Aber Essen ist ja (noch immer) keine \u201eUniversit\u00e4tsstadt\u201c! Warum? <u>Weil es die Essener Unternehmen nicht wirklich wollen!!! Und wenn sie es wirklich wollen, dann handeln sie nicht so, als ob sie es wirklich wollten!!!<\/u><\/i><\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong>C. Wenn Essener Unternehmen stiften gehen!<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Neschle geht (bei) jede(r) Wette ein: <i>Von den zehn gr\u00f6\u00dften Essener Unternehmen gehen mehr Mittel an Hochschulen au\u00dferhalb der Region Ruhrgebiet als an Hochschulen in der Region. Erst recht mehr als nach Essen selbst.<\/i> Essener Unternehmen haben die Universit\u00e4ten im Revier und <i>IHRE<\/i> Universit\u00e4t noch gar nicht entdeckt. Das ist in Duisburg oder Dortmund kaum anders und nur in Bochum ein wenig besser.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Der Metro-Gr\u00fcnder Otto Beisheim stammt aus Vo\u00dfnacken, heute Essen-Kupferdreh (dem Ort mit den drei Tiernamen: Kuh, Pferd, Reh), hat aber in Koblenz (Vallendar) seine universit\u00e4ren Spuren hinterlassen. Die Krupp-Stiftung hat ihren Sitz in Essen. Da erhielt die Universit\u00e4t in Essen ihren Teil, zum Teil. Doch von hier wandern die meisten Mittel an Universit\u00e4ten au\u00dferhalb des Reviers, etwa nach Greifswald, wo der Vorsitzende der Stiftung pers\u00f6nliche Wurzeln hat. Eine Essener oder Ruhrgebietsinitiative l\u00e4sst sich da faktisch nicht erkennen!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Otto Beisheim kommt aus Essen, stiftet aber nicht dorthin, Berthold Beitz machte sein Abitur in Greifswald und stiftet aus Essen m\u00e4chtig dorthin<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a>: In beiden F\u00e4llen bleibt Essen selbst (un)ziemlich(?) drau\u00dfen!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Wie ist das in anderen Regionen? Alle Gro\u00dfbanken f\u00f6rdern trotz Filialen in ganz Deutschland fast allein die Frankfurter Universit\u00e4t. Keine Chance f\u00fcr Duisburg oder Essen, ihre Forschungsinstitute und ihre Hochschule(n)! Obwohl Hamburger oder Bremer Unternehmen kaum eine Chance haben, ihre Hochschulf\u00f6rderung im eigenen Lande zu halten, konzentrieren sich ihre F\u00f6rdermittel dort. Sie haben damit besonders in Bremen sichtbare Spuren hinterlassen! Und in Essen? Neschle wird in ganz Deutschland immer wieder von der Essener Spendenfreudigkeit \u00fcberrascht, nur ganz selten aber in Essen selbst.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Das w\u00e4re kaum problematisch, w\u00fcrden nun im Gegenzug Mittel aus dem Umfeld an die Universit\u00e4ten im Ruhrgebiet flie\u00dfen. Doch das Ruhrgebiet wird nicht nur von innen, sondern auch von au\u00dfen \u00fcbersehen und \u00fcbergangen. <i><\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Seit Jahren gehen dagegen Unternehmensmittel aus dem Revier hinaus, neuerdings stark an private Hochschulen. Nun aber mit einer \u201eversteckten\u201c Begr\u00fcndung: Dahin haben die F\u00fchrungskr\u00e4fte ihre eigenen Kinder geschickt oder die der Kollegen. Und \u201eZugeh\u00f6rigkeit\u201c z\u00e4hlt heute (wieder, bei der Adelsherrschaft war das schon mal so! Dazu gibt es bald einen Neschle!) mehr als \u201eLeistung\u201c. Denn \u201eZugeh\u00f6rigkeit\u201c ist die echte Eintrittskarte ins Netzwerk! Haben es die Kinder dieser F\u00fchrungskr\u00e4fte geschafft, sich an den bereith\u00e4ngenden Seilen hochzuhangeln, geht die obige Geschichte weiter: mit noch mehr \u201eCommitment\u201c zur \u201eSeilschafterei\u201c. Und mit Engagement der Ruhrgebietsunternehmen f\u00fcr die Hochschulen <i>au\u00dferhalb<\/i> des Reviers!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die Grundlage f\u00fcr dieses Engagement ist das \u201eWir-Gef\u00fchl\u201c oder bei Bayern das \u201eMir-san-mir-Gef\u00fchl\u201c der Hochschulen, das in der Jetztzeit \u201eCorporate Identity\u201c hei\u00dft. Dieses \u201eWir-Gef\u00fchl\u201c ist bei privaten Hochschulen ausgepr\u00e4gt und f\u00f6rdert deren Alumni-Seilschaften. Es sorgt f\u00fcr die Seilschaftmanie(r), vor allem die eigene Alma Mater zu f\u00f6rdern, <i>wenn und weil das \u201eRe-Wir-Gef\u00fchl\u201c, also das \u201eWir-Gef\u00fchl\u201c im und zum Revier, geringer ausgepr\u00e4gt ist.<\/i> Sonst m\u00fcsste Manager im Ruhrgebiet n\u00e4mlich st\u00e4rker auf die \u00f6rtlichen Universit\u00e4ten setzen! Die \u00f6ffentlichen Universit\u00e4ten im Revier haben freilich dem \u201eWir-Gef\u00fchl\u201c meist nur ein \u201e<i>Wirr<\/i>-Gef\u00fchl\u201c entgegenzusetzen. \u00c4u\u00dferes Zeichen daf\u00fcr ist die verdreckte Uni, in der keine freie Fl\u00e4che unverklebt bleibt.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Dennoch h\u00e4tte das Setzen auf die Universit\u00e4ten im Revier l\u00e4ngst Vorteile f\u00fcr die hiesigen Unternehmen (gebracht), von der Rekrutierung von Nachwuchs bis zum Bildungsklima im Ruhrpott. Das Revier h\u00e4tte sich damit auch f\u00fcr F\u00fchrungskr\u00e4fte aus anderen Regionen attraktiver machen k\u00f6nnen, die man es nun mit viel Schmerzensgeld einkaufen muss und die meist schnell wieder Fersengeld geben. Vielleicht h\u00e4tte man sich dann auch die Schlagzeilen \u00fcber die konzentrierte Verortung der bl\u00f6desten M\u00e4nner Deutschlands in der Mitte des Ruhrpotts erspart (<a href=\"https:\/\/neschle.de\/index.php\/au-aufschrei\/au-aufschrei-6\/\">Aufschrei 6<\/a>)!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Ergebnis: <i>Die Unternehmen im Revier werden ihrer \u201eregionalen Verantwortung\u201c seit langem hochschulpolitisch nicht gerecht. Dadurch schaden sie sich und dem Revier insgesamt (siehe auch <a href=\"https:\/\/neschle.de\/index.php\/au-aufschrei\/au-aufschrei-4\/\">Aufschrei 4<\/a>).<\/i><\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong>D. Da ist noch die <i>Geschichte<\/i> und noch <i>die <\/i>Geschichte!<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">In seiner Zeit als Privatdozent (so etwas wie ein Professorenbachelor oder -leutnant) hat Neschles Alter Ego ein einsemestriges \u201eGastspiel\u201c an der \u201eUniversit\u00e4t <i>zu<\/i> K\u00f6ln\u201c verbracht. Dort hat er einen traditionsreichen Lehrstuhl vertreten. <i><u>W\u00e4hrend dieses Semesters erhielt er mehr aktive(!) Kooperationsangebote von Ruhrgebietsunternehmen als in 15 Jahren als Professor an zwei Universit\u00e4ten im Ruhrgebiet ohne \u201evon\u201c oder \u201ezu\u201c!<\/u><\/i> Wohlgemerkt: In K\u00f6ln hatten Unternehmen aus Essen, Duisburg und Dortmund bei ihm <i><u>aktiv<\/u><\/i> um Kooperation nachgesucht! Bei einem Privatdozenten mit der Verweildauer eines Eintagsk\u00fckens!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Metaphorisch kann f\u00fcr die Lage der Universit\u00e4ten im Revier die Universit\u00e4t Duisburg herhalten. Von 1655 bis 1818 gab es dort schon einmal eine Universit\u00e4t, die dritte preu\u00dfische nach Frankfurt\/Oder 1506 und K\u00f6nigsberg 1544, und Vorbild f\u00fcr die vierte Gr\u00fcndung in Halle\/Saale 1694, die wiederum Vorbild f\u00fcr G\u00f6ttingen war. Diese alte Universit\u00e4t Duisburg, die im Ruhrgebiet kaum jemand kennt oder gar f\u00fcr m\u00f6glich h\u00e4lt, hatte ihren Sitz mitten in der Stadt. Da wo heute die Universit\u00e4tsstra\u00dfe ohne Universit\u00e4t liegt und der Philosophenweg ins Hafengebiet abzweigt. Die neue Universit\u00e4t liegt <i>drau\u00dfen<\/i> in Neu-Dorf. Neschles Alter Ego war nur ersch\u00fcttert, <i>wie weit drau\u00dfen<\/i> sie da f\u00fcr die Duisburger Wirtschaft und die IHK lag und vielleicht noch liegt.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Und Essen? Essen ist zwar eine der gro\u00dfen Wirtschaftsmetropolen Deutschlands, aber durch den globalen Wettbewerb schon seit l\u00e4ngerem im Belagerungszustand. F\u00fcr diese F\u00e4lle hatte jede Burg im Mittelalter einen Brunnen, ohne dessen Quellwasser sie keine l\u00e4ngere Belagerungszeit durchhielt. \u2013 Doch woher kommt das Quellwasser f\u00fcr Essener Unternehmen bei Wissensdurst w\u00e4hrend der globalen Belagerung? Was Wasser f\u00fcr die Burg war, ist doch heute Know-how f\u00fcr die Unternehmen!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Essener Unternehmen haben den Quell des Wissens auf ihrem Gebiet bislang kaum gepflegt, ja vertrocknen lassen. Sagen wir es so: Es war ihnen ziemlich egal, im welchem Zustand sich dieser Quell befand. Man besorgte sich die Durstl\u00f6scher kurzfristig und zu hohen Preisen auch unter Einschaltung teurer Headhunter (was sich bei entsprechender Zusammenarbeit mit den Hochschulen weitgehend er\u00fcbrigen w\u00fcrde!) aus anderen Vogteien, statt in die eigene Brunnenanlage zu investieren. Dort man h\u00e4tte man warten m\u00fcssen, ob die Bohrungen den erhofften Erfolg hatten und h\u00e4tte (ein wenig mehr) investieren m\u00fcssen. Mittlerweile h\u00e4tte sich der Betrieb des \u201eeigenen Brunnens\u201c zwar l\u00e4ngst gelohnt, aber niemand hat so richtig damit angefangen. Es gab ja drau\u00dfen genug Wasser, wenn auch teurer und in Pfandflaschen, die h\u00e4ufig z\u00fcgig wieder an den Quellort zur\u00fcckgingen. \u2013<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Es mehren sich aber Zeichen, dass es im Revier ein Umdenken geben k\u00f6nnte. Ein Umdenken, wie es Neschles Alter Ego vor 25 Jahren von und vor der IHK-Duisburg forderte. Der zog den Ruf an eine Ruhrgebiets-Universit\u00e4t <i>drei<\/i> Rufen von au\u00dferhalb des Reviers vor. Er dachte damals: \u201eUniversit\u00e4ten im Ruhrgebiet!\u201c Die m\u00fcsste man gut machen k\u00f6nnen! All die Unternehmen drum herum m\u00fcssten ein starkes Interesse daran haben. Wir leben doch im Informationszeitalter und informierter Nachwuchs wird ben\u00f6tigt! Warum also Nachwuchs aus Bayern herankarren, dem das Leben im Pott nur mit Aufgeld ertr\u00e4glich ist und der sich meist schnell zur\u00fcckfl\u00fcchtet ins heimatliche Land der hohen Berge und niedrigen Horizonte (<a href=\"https:\/\/neschle.de\/index.php\/au-aufschrei\/au-aufschrei-3\/\">Aufschrei 3<\/a>, <a href=\"https:\/\/neschle.de\/index.php\/blog\/neschle-depeschle-8\/\">Depeschle 8<\/a>).<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Durch eine konstruktive Hochschulpolitik h\u00e4tten die Unternehmen das \u201eHochschulproblem im Revier\u201c seit Jahren vermeiden k\u00f6nnen. Diese Politik h\u00e4tte sich l\u00e4ngst gerechnet. Aber es gibt sie nur in Fragmenten. Einer der Gr\u00fcnde k\u00f6nnte sein: Die Fr\u00fcchte im Management werden meist erst von dem geerntet, der Nachfolger des Initiators ist. Die Verweilzeit eines Managers auf einer Po-Sition ist derweil kaum mehr tausend Tage. In den ersten f\u00fcnfhundert Tagen brennt es in der Firma, in den letzten lohnt es sich nicht mehr, die Frage der Hochschulpolitik aktiv anzugehen, falls man einer der wenigen ist, der sie \u00fcberhaupt stellt und sich ihr. Selbst wenn die eigene Unternehmung Vorteile h\u00e4tte: Die F\u00fcrchte erntet der Nachfolger!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Aber was sind das f\u00fcr \u201eMacher\u201c an der Spitze der Ruhrgebiets-Unternehmen, die es nicht fertig bringen, vor Ort auch die passende Hochschullandschaft mitzugestalten? Denen es nie gelungen ist, die Exzellenz der eigenen Hochschulen zu f\u00f6rdern, w\u00e4hrend das etwa in M\u00fcnchen selbstverst\u00e4ndlich ist. <b><i>Offensichtlich denkt und handelt das \u201ePersonalwesen\u201c der Essener Unternehmen nicht strategisch und nicht \u00f6konomisch. Jedenfalls nicht genug!<\/i><\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Freilich ist bei dieser Gestaltung besondere Sensitivit\u00e4t gefragt! Doch wenn Essener Unternehmen diese Sensitivit\u00e4t in St. Gallen, Aachen oder K\u00f6ln zeigen, warum dann nicht auch in Duisburg, Essen oder Dortmund?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Zweifel sind jedoch leider angebracht. Auch beim Umgang der IHKen des Ruhrgebiets mit \u201eihren\u201c Universit\u00e4ten. Denn was Neschle als Alter Ego erlebt hat, geht so:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die IHK einer Revierstadt wollte Professoren der \u00f6rtlichen Universit\u00e4t als Ausbilder bei einem Projekt engagieren, f\u00fcr kleines Geld bei einem von \u201equalifizierten\u201c Mitarbeitern der IHK selbstgestrickten Lehrplan. Nat\u00fcrlich war angek\u00fcndigt, man wolle das Projekt <i>gemeinsam<\/i> entwickeln. Aber es war sinnigerweise bei der IHK schon fertig. Daran konnte man leider nichts mehr machen und darum sollten sich die Professoren nach diesem Konzept richten und danach unterrichten! Wollten die aber nicht!?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Sollen sich nicht so anstellen diese Profs! Das ist doch wie bei Leistungsvereinbarungen: Die hat die Unternehmensleitung auch schon fertig, ehe sie \u201egemeinsam\u201c entwickelt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Eine Kleinigkeit kam hinzu. Der IHK-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer hatte der versammelten Wirtschaft erkl\u00e4rt, warum man das Weiterbildungsprojekt ben\u00f6tige: \u201eWeil diese Dinge an der Uni nicht gelehrt <i>werden\u201c <\/i>(Tempus!)<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Deshalb hatte man die Professoren engagiert?! Vieles lernt man ja erst, wenn man es lehrt! Aber gerade im laufenden Semester war der Uni-Lehrplan \u00fcbervoll von diesem Thema (Umweltwirtschaft). Wie das Geduldsma\u00df der Professoren. Sie lehnten einhellig eine <i><u>solche<\/u><\/i> \u201eZusammenarbeit\u201c mit der IHK ab. \u2013 Doch es geht schlimmer:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Da war n\u00e4mlich noch ein Unternehmer. Der wollte einen ganzen Studiengang finanzieren, wenn die Universit\u00e4t sich verpflichtete, direkt auf seinen aktuellen Bedarf hin auszubilden. Dazu wollte er sogar die Wirtschaft der Stadt aktivieren, um gen\u00fcgend Geld zusammenzubekommen. Als sich das Vorgespr\u00e4ch dem Ende n\u00e4herte wurde klar, dass dieses Geld nur ein \u201eDarlehensanschub\u201c sein sollte. Sp\u00e4ter sollte sich die Ausbildung durch Studiengeb\u00fchren selbst tragen. Dann wollte der Unternehmer sein Darlehen zur\u00fcck und damit zugleich direkt auf seinen spezifischen Bedarf hin ausgebildete Leute. \u201eDo ut des!\u201c \u00fcbersetzte sich hier mit \u201eNimm, was Du kriegen kannst!\u201c. Freiheitdenken der Wissenschaft wurde so verstanden, dass man Wissenschaft frei verheizen kann. Freiheizdenken eben!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Neschle wei\u00df allerdings \u2013 aus gut unterrichteten Kreisen (Er meint hier nicht die Studenten seines Alter Ego!) \u2013, dass im Revier derzeit ein Projekt entsteht, das Vorbild f\u00fcr ein Umdenken bei der Zusammenarbeit von Unternehmen und Universit\u00e4ten im Revier sein k\u00f6nnte. Darauf freut er sich und auf ein wenig mehr Sensitivit\u00e4t bei allen Beteiligten. Daf\u00fcr gibt es erstmals einen Hoffnungsschimmer nach all den Jahren der Vernachl\u00e4ssigung der Revier-Universit\u00e4ten durch die Revier-Unternehmungen!<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: center;\">Der Manager im Ruhrgebiet<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">die Unis hier gern \u00fcbersieht.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Und statt zu f\u00f6rdern diese Quelle<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">f\u00fcr Nachwuchs und die freie Stelle,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">sucht er Nachwuchs mit mehr Geld<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">im Irgendwo auf dieser Welt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Man kann die Firmen gar nicht zwingen,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">das Ruhrgebiet nach vorn zu bringen,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">wo sie ihr Geld in all den Jahren<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">nach K\u00f6ln und Sankt Gall\u2019n gefahren.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">W\u00fcrd\u2019 man den Neschle dazu fragen,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">der meint, hier sollt\u2019 mal Einsicht nagen!<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Den eigenen Nachwuchs hier zu heben,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">war bislang freilich kaum das Streben<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">des Managements an Ruhr und Rhein.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Doch Neschle meint, es sollt\u2019 mal sein!<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">So kann das Ruhrgebiet beweisen,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">dass es viel mehr hat als nur Eisen!<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Zweites Gedicht: Wie k\u00f6nnte man die Universit\u00e4ten auch nur fair behandeln?)<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Dem Prof ist der Student bekannter<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">als jedem emsigen Headhunter.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">So wird mit Professorenrat<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">das Geld f\u00fcr Headhunter gespaat (dialektisch).<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Wie w\u00e4r\u2019s, wenn das gesparte Geld,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">dann auch die Uni mal erh\u00e4lt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Schon zig Genies hat er vermittelt,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">nie wurd\u2019 das Geld auch nur gedrittelt,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">was man dem Headhunter m\u00fcsst\u2019 l\u00f6hnen,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">als wollte man den Prof verh\u00f6hnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Denn dieser tut, was sehr gef\u00e4llt*,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">es ganz umsonst und ohne Geld.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">*Das \u201egef\u00e4llt\u201c gef\u00e4llt Neschle nicht! Da m\u00fcsste \u201emissf\u00e4llt\u201c hin! Denn das missf\u00e4llt ihm seit langem! W\u00fcrde Neschles Alter Ego nur die H\u00e4lfte von dem erhalten, was die Unternehmungen, denen er gezielt Studierende empfiehlt, f\u00fcr Annoncen oder Headhunter ausgeben m\u00fcssten, k\u00e4me er j\u00e4hrlich auf einen sechsstelligen Betrag. \u2013 Was aber erh\u00e4lt er daf\u00fcr tats\u00e4chlich? Nichts! Nicht einmal f\u00fcr seinen Lehrstuhl! Es gilt als selbstverst\u00e4ndlich, dass er sein spezifisches Wissen kostenlos abgibt, das sich jeder Headhunter teuer bezahlen l\u00e4sst.<\/p>\n<hr align=\"left\" size=\"1\" width=\"33%\">\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Neschle hat es selbst erlebt: Ein Schador, damit kein Mann hingucken will und kann. Dazu ein Parf\u00fcm, gegen das \u201eNuttendiesel\u201c ein schwacher Furz ist. Da muss man hinriechen und dann sieht man auch hin. Neschle hat sich gefragt, ob dieser Umweg \u00fcber den Geruchssinn die Verteidigungslinie einer Frau mit \u201eWerbeverbot\u201c ist. (In Deutschland gilt ein \u201eWerbeverbot\u201c ja ausgerechnet f\u00fcr die \u201efreien Berufe\u201c. Ist der Schador deshalb ein Zeichen f\u00fcr die \u201efreie Frau\u201c? Oder ist der \u201efreie Beruf\u201c frei?)<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Bismarck wollte ja keine Unis im Ruhrpott und so entstanden sie dort neu und mit arger Verz\u00f6gerung, in Duisburg allerdings \u201ewieder\u201c; denn die alte Universit\u00e4t Duisburg konnte selbst Bismarck nicht ungeschehen machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Das ist wie in der Formel 1. Da halten die Italiener zu ihrer Automarke Ferrari und die Deutschen zu ihren Fahrern. Wenn die Ferrari fahren, gehen die deutschen Automarken Mercedes und BMW leer aus. So wie Essen im obigen Beispiel!<\/p>\n<p><a title=\"PDF-Datei\" href=\"http:\/\/www.neschle.de\/download-manager.php?id=59\">PDF-Datei<\/a><br \/>\nThis post was downloaded by  1225  people until now.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Proleten und Propheten: Warum essen Manager in Essen nicht aus Essen? Watt Krupp in Essen is, bin ich in Trinken! Ein Prolet gilt \u2019ne Menge in sein eigenet Revier.&nbsp;(Aus ein selbstgeformten Ruhrpottmund) Monopoly Deutschland ist da! Seit ein paar Wochen! V\u00f6llig neu! Ohne das Ruhrgebiet! Essen und Dortmund haben es nicht aufs Spielbrett geschafft. &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/neschle.de\/index.php\/blog\/leon-neschle-23-30-woche-2007\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eLeon Neschle 23 (30. Woche 2007)\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[4,6],"tags":[26,14,12],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/177"}],"collection":[{"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=177"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/177\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1042,"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/177\/revisions\/1042"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=177"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=177"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=177"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}