{"id":175,"date":"2007-07-27T12:13:46","date_gmt":"2007-07-27T11:13:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.neschle.de\/index.php\/au-aufschrei\/au-aufschrei-13\/"},"modified":"2020-06-19T14:50:53","modified_gmt":"2020-06-19T13:50:53","slug":"au-aufschrei-13","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/au-aufschrei\/au-aufschrei-13\/","title":{"rendered":"Au &#8230; Aufschrei 13"},"content":{"rendered":"<header>\n<h2 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #4f81bd\">Neschle verkauft sein Fahrrad!<\/span><\/strong><\/h2>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Nach Dracula-Doping und Test-Osteron Skandal:<\/strong><\/p>\n<\/header>\n<p style=\"text-align: left;\">Neschle will mit dem Fahrrad ins Dorf fahren. Doch wenn ihm da einer zuruft: \u201eNa, gedopt?!\u201c<!--more--> Neschle kann (sich) den rollenden Beitrag zum Umweltschutz ja gar nicht mehr leisten, ohne in Doping-Verdacht zu geraten! Er steigt daher wieder in sein Auto ein und aus aus (Die Korrekturhilfe rafft das nicht!) der radelnden Umweltkampagne. Sein Fahrrad steht zum Verkauf. Damit kann man sich ja nicht mehr sehen lassen!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die gr\u00fcne Bewegung ist mal wieder h\u00f6chst \u201ebetroffen\u201c. Da rollt n\u00e4mlich aus Frankreich die zweite Dope-Welle nach 68 geradewegs auf die Radfahrer zu. Fast ganz M\u00fcnster scheint gedopt und wenn wir ehrlich sind, wirkte es immer so. Es hei\u00dft jetzt \u201eDoping\u201c und hat sich fr\u00fch angek\u00fcndigt:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\u201eHaschu Haschisch in den Taschen, haschu <em>immer<\/em> waschu naschen!\u201c, sagte man bei urgr\u00fcnen Alt-68ern. \u201eImmer\u201c st\u00f6\u00dft auf die Permanenz der Verlaufsform hin: das \u201eDop<em>ing<\/em>\u201c oder \u201eImmer-dran-sein-am-dopen\u201c! Der Standardspruch \u201e<em>Roll<\/em> another dope!\u201c rollt zudem die Durchfahrt zum Radsport aus. Kein Wunder, dass damit ein Song der Afromen beginnt mit dem bezeichnenden Titel \u201eBecause I got high\u201c, was bei Bergetappen geradezu unerl\u00e4sslich ist. \u201eDon\u2019t walk on the grass! Smoke it!\u201c hat zuvor die Abstinenz der \u201eDope-Bewegung\u201c(!) von Rasensportarten erahnen lassen, ohne direkt in den Radsport zu weisen. So stellt sich heute die Frage, ob wir es mit dopenden Radfahrern oder mit radfahrenden Dopern zu tun haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Denn die Verbindung der urgr\u00fcnen Dope-Radler zum Radsport geht weiter und tiefer. Nennt doch der Drogeloge den schnellsten Stoff auch \u201eSpeed\u201c und strampelt sich bei der Tour de Farce der schnellste Sprinter ausgerechnet im dunkel<em>gr\u00fcnen<\/em> Trikot ab.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Sp\u00e4testens seit Winokurow ist die Sache raus: Nicht nur beim Test vor dieser Tour wurde gedopt, mit Osteron \u2013 deshalb auch \u201eTest-Osteron\u201c \u2013, sondern auch und wieder mal bei der Tour selbst. Winokurow versuchte es auf die \u201eTranssilvanische\u201c, was schon zu Beginn nicht nur dem Namen nach als \u201ehinterw\u00e4ldlerisch\u201c galt. Die vom Grafen Dracula perfektionierte Methode arbeitet mit Fremdblut. Dieses Blut erf\u00fcllt Velo-Vampire wie Winokurow mit einer Heidenangst vor Knoblauchausd\u00fcnstungen franz\u00f6sischer Feinschmecker und vor Kreuzzeichen. Nach einer Erkenntnis von Professor van Helsing versuchen \u201eFremdbluter\u201c, beides zu meiden, und rasen am knoblauchgeschw\u00e4ngerten Atem der franz\u00f6sischen Zuschauer nur so vorbei, \u00fcber Stra\u00dfenkreuzungen hinweg ohne hinzusehen. Da ist dann ein Velo-Vampir wie Winokurow auch mal in einen Sturz verwickelt, weil er vor lauter \u201eSpeed\u201c nichts mehr sieht.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Vorher hatte man Patrick Sinkewitz vorgeworfen, beim Training f\u00fcr die Tour de Farce gedopt zu haben mit dem nicht nur f\u00fcr \u00dcbungszwecke gebr\u00e4uchlichen Test-Osteron. Dessen Gebrauch wird gew\u00f6hnlich \u00fcber eine Blutprobe ermittelt. Nur bei erblicher Vorbelastung zeigt sich der Missbrauch \u00e4u\u00dferlich durch Kopfschaden: den virilen Haarausfall. Dann liegt das Doping wie bei Neschle \u201eauf der Hand\u201c. B\u00fcschelweise!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Nun produziert der eigene K\u00f6rper Doping-Mittel auch selbst. Statt diese Mittel von au\u00dfen zuzuf\u00fchren, kann man sie den K\u00f6rper produzieren lassen. Daher sind Jogger nichts anderes als verhinderte Kiffer oder Doper. Sie lassen ihren eigenen K\u00f6rper kostenfrei das produzieren, was andere kostspielig erwerben und von au\u00dfen einf\u00fchren m\u00fcssen. Nur kommt es dann nie zu dem Zeitpunkt, wo es gebraucht wird und nicht in den richtigen Mengen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Weil der K\u00f6rper die Chemie zum Teil selbst macht, ist sogar Training so etwas wie \u201eDoping\u201c und es dient wie dieses der Leistungssteigerung. Soweit der K\u00f6rper aber die Chemie selbst macht, nennt man es nicht \u201eDoping\u201c. Jeder K\u00f6rper muss seine leistungssteigernde Chemie aber aus etwas machen, das er zugef\u00fchrt bekommt. Auch Neschle hat diese Tatsache fr\u00fcher genutzt in seinen Examenspr\u00fcfungen:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Ging er durch diese f\u00fcnfst\u00fcndige Qual, achtete er darauf, w\u00e4hrend der Pr\u00fcfung stets gut gedopt zu sein. Es galt Traubenzucker und Kaffee nicht zu fr\u00fch einzuschieben, um nicht schon gegen Mitte der Klausur in ein Tief zu geraten. So machen es auch die Dope-Profis beim Radfahren, indem sie Kohle-Hydranten (Die Auto-Korrektur meldet keinen Schreibfehler!) mampfen und Mineralien ersetzen, wenn ihnen der Schwei\u00df ausgeht. Nun wird niemand bezweifeln, dass auch diese Stoffe die Leistung steigern und dass man nur so ungef\u00e4hr wei\u00df, wie der Radfahrerk\u00f6rper diese Stoffe ver- oder entwertet. Aber warum sind die dann <em>kein<\/em> Doping?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Und inwieweit ist Doping beim Training \u00fcberhaupt wettkampfrelevant. Wie immer Neschle bei seiner Klausurvorbereitung \u201egedopt\u201c h\u00e4tte, es h\u00e4tte ihm in der Klausur nicht unmittelbar n\u00fctzen k\u00f6nnen. Mittelbar schon durch seine intensivere Vorbereitung. Doch so ein Schuss kann nach hinten losgehen wie bei seiner Freundin. Die hielt sich beim Lernen unmittelbar vor der Klausur fit mit \u201eHallo Wach\u201c und legte danach im Klausur-Wettkampf eine Performance hin, von der nur sie selbst \u00fcberzeugt war, bis sie mit klarem Kopf das Fiasko analysierte.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><em>Die Grenzen zwischen \u201eDoping\u201c und \u201eLeistungsunterst\u00fctzung&#8220; werden dabei nie eindeutig zu ziehen sein! Es kommt daher allein darauf an, sie <span style=\"text-decoration: underline;\">f\u00fcr die Fahrer<\/span> scharf zu ziehen.&nbsp;<\/em>Als Spielregeln des Wettbewerbs, bei denen ein Versto\u00df mehr oder minder scharfe Folgen nach sich zieht bis hin zum Ausschluss vom Spiel.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Was h\u00e4tte man also tun sollen? <em>Die Tour de Farce h\u00e4tte man schon zuvor mindestens ein Jahr lang ganz aussetzen sollen. <\/em>W\u00e4hrend dieser Zeit h\u00e4tte man alle anh\u00e4ngigen und kritischen Verfahren pr\u00fcfen und vielleicht abschlie\u00dfen k\u00f6nnen. Man h\u00e4tte ein Zeichen gesetzt, dass es <span style=\"text-decoration: underline;\">so<\/span> nicht weitergehen kann und man h\u00e4tte die Zeit nutzen k\u00f6nnen, moralisch und technisch aufzur\u00fcsten. <em>Die \u201eneue Tour&#8220;&nbsp;<\/em><em>w\u00e4re der Aufbruch in die neue alte Zeit des Radsports gewesen, mit klaren Spielregeln!<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Nach den gravierenden Doping-Vorf\u00e4llen \u201eBusiness as usual\u201c zu versuchen und die Tour in diesem Jahr anzupfeifen, war zum Scheitern verurteilt. Tour-Organisatoren und Tour-Sponsoren m\u00fcssen sich diesen Vorwurf gefallen lassen. Letztere griffen im Unterschied zu Ersteren wenigstens im Fall Rasmussen zur richtigen Konsequenz. Der Generalsekret\u00e4r der Tour kommentierte das mit den Worten, die f\u00fcr die Tour insgesamt h\u00e4tten gelten sollen: \u201eEr h\u00e4tte nie starten d\u00fcrfen, wenn wir es vorher gewusst h\u00e4tten\u201c. Denn wer dem Test aus dem Weg geht, verletzt die Spielregeln, ob er Test-Osteron, Epo oder was immer zur Leistungssteigerung nahm oder nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Und was will man da nicht vorher gewusst haben? Das klingt nach Besch\u00f6nigung, nach Euphemismus. Da ist es lustig, dass der Blutdoping-Papst nicht Dracula, sondern Fuentes hei\u00dft, <em>Eufemiano<\/em> mit Vornamen. Der wird auch mit dem Tr\u00e4ger des gelben Trikots Alberto Contador in Verbindung gebracht. Dessen Name tauchte in den Unterlagen auf und verschwand dann auf mysteri\u00f6se Weise. Doch es gibt andere Methoden als die transsilvanische. Andere Fahrer arbeiten etwa mit \u201eDoktor Epo\u201c, dem schnellen Michele Ferrari. Und man kann davon ausgehen, dass die Zusammenh\u00e4nge bis zum Ende der Tour nicht gekl\u00e4rt sind. Dann wird nur eines klar sein:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><em>Nicht einmal das Gelbe wird noch das Gelbe sein! Und das ist wirklich nicht das Gelbe! Das Ergebnis eine Farce, die Tour de France eine Tour de Farce!<\/em><\/p>\n<p><a title=\"PDF-Datei\" href=\"http:\/\/www.neschle.de\/download-manager.php?id=58\">PDF-Datei<\/a><br \/>\nThis post was downloaded by  1215  people until now.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neschle verkauft sein Fahrrad! Nach Dracula-Doping und Test-Osteron Skandal: Neschle will mit dem Fahrrad ins Dorf fahren. 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