{"id":173,"date":"2007-07-19T19:30:50","date_gmt":"2007-07-19T18:30:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.neschle.de\/index.php\/blog\/leon-neschle-22-29-woche-2007\/"},"modified":"2020-06-21T11:31:07","modified_gmt":"2020-06-21T10:31:07","slug":"leon-neschle-22-29-woche-2007","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/blog\/leon-neschle-22-29-woche-2007\/","title":{"rendered":"Leon Neschle 22 (29. Woche 2007)"},"content":{"rendered":"<header>\n<h2 style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #4f81bd\"><strong>\u201eHumankapital\u201c, letzter Nachschlag:<\/strong><br \/>\n<strong>Humaner Tod und ewiges Kapital!<\/strong><\/span><\/h2>\n<\/header>\n<p style=\"text-align: left;\"><em>Wo die Sonne der Weisheit am tiefsten steht, werfen selbst Zwerge gro\u00dfe Schatten.&nbsp;<\/em><em>(Karl Kraus)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Ein der Humanwirtschaft verpflichteter Verfasser, Herr Creutz, hat in einer Zeitschrift gleichen Namens, also <i>\u201eHumanwirtschaft\u201c <\/i>und nicht<i> Creutz<\/i>, gro\u00dfe Unterschiede zwischen Humankapital und Finanzkapital festgestellt<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>. In einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung h\u00e4tte Neschle ihm keine Beachtung geschenkt, nicht eine Zeile an seine Ausf\u00fchrungen verschwendet.<!--more--> Da h\u00e4lt Neschle es mit Lichtenberg (Heft B 1768 \u2013 1771): <i>\u201eMich d\u00fcnkt immer die ganz schlechten Schriftsteller sollte man immer in den gelehrten Zeitungen ungeahndet lassen; die gelehrten Zeitungsschreiber verfallen in den Fehler der Indianer, die den Orang-Utan f\u00fcr ihresgleichen \u2026 halten &#8230;\u201c. <\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Der sensitive oder gar sensible Leser mag den Spruch hart, ja arrogant finden. Er sollte warten, bis er Neschles Essay gelesen hat! Dann h\u00e4lt er diesen Spruch m\u00f6glicherweise f\u00fcr zu milde! \u2013 Warum aber setzt sich Neschle mit Creutz auseinander? <i>Unwichtiges sollte man auch unwichtig nehmen!<\/i> Und man sollte niemanden creutzigen, den keiner anbetet! Wissenschaftler beten Creutz nicht an!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Doch dies hier ist kein \u201ewissenschaftliches\u201c Essay! Es riecht nicht nach Fu\u00dfnote, sondern es duftet nach Kopfnote! Also warum diese Auseinandersetzung? Weil es gilt, die Scheinheiligkeit von Humanit\u00e4tsduslern zu entlarven. Wieder einmal! Die f\u00fchren die Tugend im Munde, doch den Menschen in die H\u00f6lle, wenn sie ihn nicht schon hienieden mit den Pfeilen ihrer perfiden Rechtschaffenheit erledigen! Solchen Leuten imponiert Creutz vermutlich. Das ist es, was Neschle zu diesem Essay reizt! Creutz\u2019 Argumentation ist gespickt mit aufgekochtem Sozial-Mus, den vor allem \u201esoziale\u201c Nicht\u00f6konomen gern glauben. Die sind aufnahmewillig f\u00fcr solche Argumente!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Creutz nennt sich <i>\u201e\u00d6konom\u201c<\/i>!? Das darf jeder ohne ein \u201eDiplom\u201c davor. Fr\u00fcher war das sogar jeder Bauer. Creutz ist allerdings der einzige Neschle bekannte \u201e\u00d6konom\u201c, der sich dem Verdikt der philologischen Jury (siehe <a href=\"https:\/\/neschle.de\/index.php\/blog\/leon-neschle-19-26-woche-2007\/\">Neschle 19<\/a>, <a href=\"https:\/\/neschle.de\/index.php\/blog\/leon-neschle-20-27-woche-2007\/\">Neschle 20<\/a>, <a href=\"https:\/\/neschle.de\/index.php\/blog\/leon-neschle-21-28-woche-2007\/\">Neschle 21<\/a>) gegen das Unwort <i>\u201eHumankapital\u201c<\/i> anschlie\u00dft. Selbst wenn Creutz ein \u201eechter\u201c \u00d6konom w\u00e4re, er w\u00e4re deshalb auf keinen Fall ein \u201ewahrer\u201c. Seine Vorstellungen sind n\u00e4mlich ein Musterbeispiel \u201e\u00f6konomischer Unvernunft\u201c. Unter dem M\u00e4ntelchen des Humanen verbreitet er Ansichten mit inhumanen Folgen, arglos einschmeichelnd, voll inbr\u00fcnstiger Verbohrtheit in die eigene selbstgef\u00fchlte Bonhomie.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Nun mag zwar jeder \u201ewahre \u00d6konom\u201c ein wenig naiv sein, aber nicht jeder, der naiv ist, ist ein \u201ewahrer \u00d6konom\u201c. Creutz jedenfalls nicht! Das wird Neschle zeigen!<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong>A. Finanzkapital stirbt nicht, Dummheit leider auch nicht!<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Die Verwendung des Wortes <i>Humankapital<\/i> sei \u2013 so Creutz \u2013<i> \u201enicht nur fahrl\u00e4ssig, sondern geradezu zynisch\u201c.<\/i> Denn<i>: \u201eDie \u00dcbertragung des Kapitalbegriffs auf den Menschen bzw. auf die menschliche Arbeitskraft verschleiert die gegebenen kapitalbedingten Ausbeutungsmechanismen\u201c.<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Schleier? Au Weia! Nat\u00fcrlich nur f\u00fcr alle anderen. Creutz sieht klar! Er enttarnt die Ausbeutungsursache mitten durch die Mauer humankapitaler Sprachvernebelung:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><i>Humankapital, <\/i>so Creutz<i>, verschwinde n\u00e4mlich mit dem Verlust von Arbeitsf\u00e4higkeit und dem Tod eines Menschen aus dieser Welt, ist dann sozusagen \u201etotes Kapital\u201c. Finanzkapital sterbe dagegen nie. Es bleibe bestehen.<\/i> \u2013<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Da sagt Neschle: Zum Gl\u00fcck f\u00fcr Rentnerinnen und Rentner, wenn deren Arbeitsf\u00e4higkeit nachl\u00e4sst! Sonst st\u00fcnden sie am Ende ihres Lebens oder nach dem Verlust des Partners ohne Geld da!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Dennoch ist Finanzkapital nicht unsterblich. Finanzkapital <i>kann<\/i> zwar den Menschen \u00fcberleben, sonst g\u00e4be es keine Erbschaften. <i>Muss<\/i> es aber nicht! <i>Denn w\u00e4re Finanzkapital unsterblich, k\u00f6nnte man mit dem ber\u00fchmten Pfennig oder Cent, den man zu Christi Geburt angelegt hat, heute die ganze Welt kaufen.<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Warum aber stirbt Capital nach Unsicht (Nicht \u201eAnsicht\u201c!) von Creutz nicht?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Finanzkapital stirbt einen anderen Tod, meist sogar einen schnelleren als die Menschen, die es besitzen<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a>, z.B. in Insolvenzen oder W\u00e4hrungsreformen. Die Arbeitnehmer von Enron leben noch, beerdigen mussten sie aber das Finanzkapital, das sie dort investiert hatten. <i>Dieses Kapital ist tot.<\/i> Ermordet vom Management, das damit bewies: <i>Wer zu nichts f\u00e4hig ist, ist zu allem f\u00e4hig!<\/i> F\u00e4hig dazu, selbst das nach Creutz Unsterbliche zu t\u00f6ten. Das gibt es sonst nur im Kino! \u2013 Daraus lernt man: Creutz ist hochbegabt darin, sein Wissen durch Phantasie zu ersetzen!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die M\u00e4r vom unsterblichen Kapital glaubt n\u00e4mlich nur, wer als Geldanlage allein \u201esichere\u201c Sparformen kennt und verkennt, dass f\u00fcr diese Sicherheit andere mit ihrem Kapital die Risiken \u00fcbernehmen m\u00fcssen. Diese Welt ist nicht sicher. Wer in einer solchen Welt sichere Eink\u00fcnfte haben will, braucht Leute, die Risiken \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Das sind in einem sozialistischen Staat alle, denn dieser Staat ist ein \u201eVersicherungsverein auf Gegenseitigkeit\u201c. In einer Marktwirtschaft sind es nur diejenigen, die freiwillig zur Risiko\u00fcbernahme bereit sind. Zu gegebenen Marktpreisen! Sie <i>spekulieren<\/i> dabei anders als die Masse der anderen Marktteilnehmer, die sich ihres Risikos entledigen wollen, meist jedoch zu Lasten ihrer Chancen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Unternehmer und Kapitalisten verdienen manchmal recht sehr gut bei ihrer von sozialistischen Seelen und B\u00e4uchen gerne kriminalisierten spekulativen T\u00e4tigkeit <a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a>. F\u00fcr deren Ergreifung ist nicht selten eine hohe Belohnung ausgesetzt. Ausgesetzt sind \u201edie Aktivisten\u201c aber dabei sogar dem Risiko des Totalverlustes.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><i>\u201eSpekulation\u201c bedeutet zun\u00e4chst nur: \u00dcber Zukunft nachdenken; schon heute so zu denken, wie die anderen erst morgen denken werden!<\/i> Dagegen hat keiner etwas! Bei der Tat f\u00e4ngt es an. Wenn sie <i>Gewinne <\/i>bringt! Das ist f\u00fcr Sozialgermanen verdammungsw\u00fcrdiges \u201earbeitloses Einkommen\u201c. \u201eVordenken\u201c kommt bei ihnen unter \u201eArbeit\u201c n\u00e4mlich nicht vor! \u201eNachdenken\u201c meist auch nicht!<i><\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><i>Die im Vergleich zu Spekulationsgewinnen problematischeren Spekulationsverluste werden dagegen kaum beachtet. Das mag daran liegen, dass \u201ebeim Sozialen\u201c Neid und Missgunst st\u00e4rkere Motive sind als \u00dcbelwollen und Schadenfreude.<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Jeder Mensch \u201espekuliert\u201c jedoch mehrmals t\u00e4glich. Spekulation <i>als solche <\/i>kann also kaum ein ethisches Problem sein! Sie kann es nur werden in Verbindung mit Tun: Jemand hat in weiser Voraussicht das \u201eSalz der Erde\u201c gehortet, weil er eine Knappheit kommen sah, und nutzt nun gedanken- und skrupellos seinen Vorteil aus. Hier kam es in der Geschichte immer wieder zu Tumulten, wenn der Spekulant beim Umgang mit seinem Vorteil nicht dieselbe Weisheit zeigte wie beim Nachdenken \u00fcber die Zukunft, unm\u00e4\u00dfig wurde in seinen Anspr\u00fcchen und dies andere sp\u00fcren lie\u00df.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Spekulative T\u00e4tigkeiten haben Risiken. Risikotragen wird \u201eim Durchschnitt\u201c dennoch gut bezahlt, weil nur wenige Menschen bereit sind, dem Scheitern direkt in die Augen zu sehen. Je h\u00f6her das Risiko, umso h\u00f6her die Pr\u00e4mie. Diese Pr\u00e4mie k\u00f6nnte sich jeder holen. Niemandem ist es verwehrt, sich an \u201eSpekulationen\u201c zu beteiligen, die beim Eintritt eines (un-)erwarteten Ereignisses diese Pr\u00e4mien einbringen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Solche Risiken werden gerade f\u00fcr kleine Geldbeutel sogar k\u00fcnstlich erzeugt: Wettb\u00fcros und Spielh\u00f6llen sind voll von solchen Angeboten. Wer sein Geld so einsetzt, k\u00f6nnte das nat\u00fcrlich auch in Aktien oder Fremdw\u00e4hrungen tun. \u2013 Doch muss man dazu nicht mehr Wissen haben? Man kann sicher, aber muss man? Solange Schimpansen und Orang-Utans ausgewachsene und ausgewaschene Analysten schlagen, nicht unbedingt! Die Wissenschaft nennt das die Random Walk-Hypothese, Kursbildung nach dem Zufallsprinzip. Und welches Wissen hilft in der Spielh\u00f6lle?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Schimpfen Politiker auf die Gier und verbreiten durch sprunghafte Gesetzespolitik Heu-Schrecken unter Investoren, erh\u00f6hen sie deren Risiko und geben der \u201eGier\u201c nun erst richtig Feuer. Ein verunsicherter Investor verlangt h\u00f6here Zinsen, auch zu Lasten der Arbeits<i>einkommen<\/i> oder er investiert erst gar nicht, zu Lasten von Arbeitspl\u00e4tzen. Will aber <i>er<\/i> das Risiko nicht mehr tragen, werden es <i>alle(!)<\/i> st\u00e4rker tragen m\u00fcssen. Denn das Risiko ist da; irgendwer muss die Zeche zahlen f\u00fcr Fehlspekulationen. Der m\u00f6chte aber auch Erfolg einfahren, wenn er richtig lag. Genau daf\u00fcr fehlt dem Sozialisten aber das Verst\u00e4ndnis genau wie f\u00fcr die Rolle des Risikos in diesem System.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Das \u201erisikolose Leben\u201c der Bev\u00f6lkerung in der ehemaligen DDR war doch nur <i>scheinbar<\/i> so. <i>Den Preis f\u00fcr die verdeckten und versteckten Risiken zahlten am Ende alle: vor der Wende nur die im Osten, nach der Wende gerade die im Westen.<\/i> Da haftete zun\u00e4chst scheinbar niemand mit privatem Verm\u00f6gen f\u00fcr die systembedingte Wirtschafts- und Regierungspleite. Im Effekt allenfalls die, die man vorher enteignet hatte. Doch am Ende b\u00fcrgten alle, einschlie\u00dflich der westlichen Br\u00fcder und Schwestern! Die Wessis \u00fcbernahmen da ein Erbe, das sie nicht ausschlagen konnten. Das ist es doch, wof\u00fcr die Ossis den Wessis so dankbar sind, dass sie ihnen die PDS geschickt haben. So ein Kohl!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Man hatte im System der DDR alle Effekte des Moral Hazard, welche die Property Rights-Theorie voraussagt: Die allgemeine Minderung der Leistung in der DDR war z.B. \u201eVersicherungsbetrug\u201c an allen Mitb\u00fcrgern, die zugleich Anteilseigner und damit Risikotr\u00e4ger ihres \u201eVersicherungsvereins\u201c waren.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Wie unsterblich Kapital in dieser DDR war, konnte man am Zustand der Wohngeb\u00e4ude und Fabrikanlagen sehen. Dieser Staat hat sich nicht nur von Steuern und Ertr\u00e4gen seiner Betriebe ern\u00e4hrt, er hat am Ende auch von der Substanz seiner Wirtschaft gelebt. Er hat Menschen und Betriebe haften lassen f\u00fcr seine \u00f6konomischen Fehler, ja f\u00fcr die Fehlkonstruktion des gesamten Systems.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong>B. Wirkliche und unwirkliche Kapitalisten. Wirkt wirklich unwirklich!<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Der Crash der DDR zeigt wie jeder B\u00f6rsencrash, dass die Geschichte vom unsterblichen, risikolosen Kapital ein <i>sozialistisches M\u00e4rchen<\/i> ist. Popul\u00e4r, aber gr\u00f6bster Unfug. Ebenso wie die zweite Behauptung von Creutz:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\u201eDie <i>wirklichen Kapitalbesitzer<\/i> beziehen <i>ihr Einkommen ohne Arbeit\u201c<\/i>. &#8211;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Ein <i>\u201eunwirklicher\u201c Kapitalbesitzer<\/i> ist offenbar ein Unternehmer, der in seinem Unternehmen sechzig bis siebzig Stunden pro Woche arbeitet. Ein <i>\u201ewirklicher Kapitalbesitzer\u201c<\/i> ist das ein Rentner, der von der Rentenversicherung lebt und dessen Sparkonto sp\u00e4rliche 2% abwirft, ohne dass er daf\u00fcr (noch) arbeitet?! Das k\u00e4me heraus, wenn jeder, der arbeitsloses Einkommen bezieht, auch \u201ewirklicher Kapitalbesitzer\u201c w\u00e4re. Welch von Humanverz\u00fcckung vernebeltes Gehirn muss man haben, wie besoffen von der eigenen Moralit\u00e4t muss man sein, um so etwas in die Welt zu setzen?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Man k\u00f6nnte zudem die Sache umdrehen und sagen: <i>Die \u201ewirklichen\u201c Arbeitsleistenden beziehen ihr Einkommen ohne Kapitaleinsatz.<\/i> \u2013 Na, und? Deshalb sind sie auf Kapital angewiesen, vor allem wenn sie ein hohes Arbeitseinkommen beziehen wollen. <i>Denn nur und gerade bei hoch kapitalintensiven Arbeitspl\u00e4tzen lassen sich hohe Einkommen f\u00fcr den Einsatz des Humanverm\u00f6gens erzielen. <\/i>Die kapitallose Handarbeit, falls es die \u00fcberhaupt gibt, erm\u00f6glicht allenfalls noch K\u00fcnstlern ein Auskommen. Und da auch nur sehr wenigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die Creutz-Geschichte von den Lehnstuhlinvestoren macht zwar Stimmung gegen Unternehmer und Kapitalisten, trifft aber kaum die Realit\u00e4t. Nicht die Realit\u00e4t zu Marxens Zeiten und schon gar nicht die von heute. Wer etwas aus seinem Geld machen will, muss t\u00e4glich hinterher sein, muss ordentlich daf\u00fcr arbeiten, wenn man unter Arbeit nicht nur solche mit Hammer und Sichel versteht. Michael Jackson und andere haben gezeigt, wie man ansonsten selbst gr\u00f6\u00dfte Verm\u00f6gen verspielen kann. Und Berater haben immer gro\u00dfe H\u00e4nde und ger\u00e4umige Taschen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Geld allein bekommt keine Kinder, man muss sich darum k\u00fcmmern. Investoren am neuen Markt mussten das schmerzhaft erfahren, als sie von ihren Arbeitnehmern, denn das sind die meisten Vorst\u00e4nde und das F\u00fchrungspersonal, nicht nur um ihre Ertr\u00e4ge, sondern auch um ihre Kapitalsubstanz gebracht wurden. Wer nicht rechtzeitig die Z\u00fcgel anzog oder sich aus dem Investment verabschiedete, den bissen noch im Lehnstuhl sitzend die Hunde und schickten auch m\u00fchsam erspartes Finanzkapital in den Tod. Die Anspr\u00fcche waren entwertet. Nicht anders als bei vielen Arbeitnehmern, die damals ihre ersten und letzten Schritte auf dem B\u00f6rsenparkett wagten. Doch Creutz hat nicht mit diesen, sondern nur mit \u201ereinen\u201c Arbeitnehmern, mit den \u201ewirklich Arbeitsleistenden\u201c, besonderes Mitleid.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Doch wenn es <i>\u201ewirkliche Arbeitsleistende\u201c<\/i> und <i>\u201ewirkliche Kapitalbesitzer\u201c<\/i> gibt, wer sind dann die <i>\u201eunwirklichen\u201c<\/i>? Die Diktion allein klingt wirklich unwirklich! Die versteht man wohl selbst auf Humanus, unserem sprachtr\u00fcben Sozialstern, nur \u201eein St\u00fcck weit\u201c. Dort ist Erdenken und Erf\u00fchlen wichtiger. Das notorische \u201eWirklich\u201c von Creutz l\u00e4sst gerade daf\u00fcr wirklich alles offen, also wirklich nicht ganz dicht! Um weil das wirklich schick und flexibel ist, macht Creutz auch real weiter so!<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong>C. Arbeit muss den Zins erwirtschaften. Doch zum Nachteil des Lohns?<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Creutz sieht eine Gruppe von Menschen in besonderer Weise gekreuzigt:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><i>\u201eD<\/i>ie<i> wirklich Arbeitsleistenden <\/i>m\u00fcssen <i>neben der \u201eVerzinsung\u201c ihres \u201eHumankapitals\u201c (sprich: Lohn!) zwangsl\u00e4ufig auch noch die Eink\u00fcnfte<\/i> der wirklichen Kapitalbesitzer <i>erwirtschaften\u201c<\/i>. &#8211;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Nat\u00fcrlich! Die <i>\u201ewirklich<\/i> <i>Arbeitsleistenden\u201c<\/i>, also vermutlich nur die gewerkschaftlich organisierten 35-Stunden Arbeitnehmer ohne Sparkonto und Belegschaftsaktien<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a>, m\u00fcssen au\u00dfer f\u00fcr ihren Lohn auch f\u00fcr die Kapitalverzinsung arbeiten. Aber was ist die Alternative? Sollen diese <i>\u201ewirklich Arbeitsleistenden\u201c<\/i> auf den Kapitaleinsatz verzichten, weil sie sich von den <i>\u201ewirklichen Kapitalbesitzern\u201c<\/i> ausgebeutet f\u00fchlen? Dann br\u00e4uchten sie nur ihren Arbeitslohn erwirtschaften und nicht auch noch die Verzinsung des Kapitals. Ist das die Botschaft des Herrn Creutz von den <i>\u201egegebenen kapitalbedingten Ausbeutungsmechanismen\u201c und deren Vermeidung<\/i>?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Sollen die <i>\u201ewirklich Arbeitsleistenden\u201c<\/i> k\u00fcnftig die Erde mit ihren H\u00e4nden aufschaufeln, um <i>mehr<\/i> (!?) Lohn zu haben? Ohne Kapital k\u00f6nnen sie n\u00e4mlich nicht vom Kapital ausgebeutet werden, brauchen nicht zus\u00e4tzlich die Eink\u00fcnfte der <i>\u201ewirklichen Kapitalbesitzer\u201c <\/i>zu erwirtschaften. \u2013 Verdienen <i>\u201ewirklich Arbeitsleistende\u201c<\/i> ohne Kapitaleinsatz anderer \u201ewirklich\u201c mehr? Ein Blick in die Entwicklungsl\u00e4nder entlarvt den creutzbraven Schwachsinn prompt.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Profitieren Arbeitnehmer bei ihren L\u00f6hnen nun von besserer Kapitalausstattung oder leiden sie darunter, weil sie zus\u00e4tzlich die Zinsen erwirtschaften m\u00fcssen?I st nicht die \u201eVerzinsung des Humankapitals\u201c mit der Erh\u00f6hung der Produktiv- und Finanzkapitalintensit\u00e4t gestiegen? <i>Trotz der Notwendigkeit, zus\u00e4tzlich Kapitalertr\u00e4ge zu erwirtschaften!<\/i> \u2013 Niemand, der nicht mit dem Klammerbeutel gepudert ist, wird auf Dauer Finanzkapitalvertr\u00e4ge abschlie\u00dfen, von denen er selbst und seine Unternehmung nicht profitieren! Dabei sind die <i>\u201ewirklich Arbeitsleistenden\u201c<\/i> des Herrn Creutz eingeschlossen. Auch auf dem Arbeitsmarkt herrscht Wettbewerb. Gute Leute sind da nur f\u00fcr gutes Geld zu bekommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Will Herr Creutz, dass die Arbeitnehmer nicht mehr f\u00fcr die Ertr\u00e4ge des von ihnen zum eigenen Vorteil verwendeten Kapitals arbeiten? Dann soll er den Rentnern erkl\u00e4ren, dass sie k\u00fcnftig bis zum Lebensende weiterarbeiten m\u00fcssen. Er soll dem <i>\u201ewirklich Arbeitsleistenden\u201c<\/i> erl\u00e4utern, dass er auf sein Sparkonto k\u00fcnftig keine Zinsen mehr erh\u00e4lt. Oder was glaubt der Gutmensch Creutz, wo Zinsen erwirtschaftet werden, nachdem Banken Spargelder an Unternehmen ausgeliehen haben?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Wer glaubt Creutz, w\u00fcrde sein Geld noch in dieses Land geben, wenn er keinen Ertrag auf seinen Kapitaleinsatz erwartet? Das Ergebnis der zu Ende gedachten Kritik von Creutz ist ein Stadium, das hinter die reine Handarbeit zur\u00fcckf\u00e4llt. Denn auch f\u00fcr die braucht man Werkzeuge. Die sind aber Produktiv-Kapital. Niemand kommt umhin, f\u00fcr die Anschaffung von Ersatzwerkzeugen zu arbeiten und f\u00fcr mehr und bessere Werkzeuge, wenn er Wachstum will.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong>D. Bist Du denn des Wahnsinns fette Ausbeutung?<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Zwingt man hierzulande einen Arbeitslosen, der sich mit einer Imbissbude selbst\u00e4ndig machen will, zur Aufnahme von Kapital? L\u00e4sst sich der aus eigenem Antrieb <i>ausbeuten <\/i>von Kapitalisten und Banken? Warum sollte er das tun? Um sich zu schaden? Oder tut er das, weil er daf\u00fcr einen h\u00f6heren Ertrag erwartet als ohne dieses Kapital?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Mit dem nun Selbst\u00e4ndigen, nicht mehr \u201ewirklich Arbeitsleistenden\u201c, hat Creutz kein Mitleid. Der h\u00e4ngt nun nicht mehr als Arbeitsloser ab und ist auch nicht mehr abh\u00e4ngig. Nicht vom Gesch\u00e4ft und dessen Ergebnis!? Er wollte es so: Es gilt der Grundsatz des r\u00f6mischen Rechts <i>Volenti non fit iniuria<\/i>. <i>Dem Wollenden geschieht kein Unrecht. <\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Warum aber soll das beim freiwilligen Arbeitsvertrag anders sein? Warum endet der immer in creutzverdammter Ausbeutung des \u201eabh\u00e4ngig Besch\u00e4ftigten\u201c?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Bei Spitzensportlern und Vorst\u00e4nden der Weltmarktgiganten hatte Neschle eine andere Meinung (Teil 1, Leon Neschle 22). Zu dieser Meinung steht er, selbst wenn er sie mehrfach \u00e4ndern m\u00fcsste. Zumindest was die Seite angeht, die hier ausbeutet.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Beutet der Spitzenfu\u00dfballer nicht seinen Verein und der Vorstand seine Firma aus? So einfach ist es nicht einmal da! Fu\u00dfballvereine mit den h\u00f6chsten Geh\u00e4ltern, sind im Schnitt auch am erfolgreichsten. Wer ist hier Henne und wer Ei? Ist das Gehalt Ursache des Erfolgs oder der Erfolg Ursache des Gehalts? Werden bei Misserfolg auch die Geh\u00e4lter gesenkt, kann man die Ausbeutung der Vereine durch die Spieler nicht mehr als Regelfall betrachten.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Nicht alle Arbeitsvertr\u00e4ge stehen wie in den Augen von Creutz auf einer Stufe mit Schutzgelderpressung oder der Vereinbarung von erzwungenem L\u00f6segeld. Bei Letzteren spricht man mit Recht von Ausbeutung. Die Masse der Vertragspartner besteht auch nicht aus willigen Schafen, die sich freiwillig von kapitalistischen W\u00f6lfen fressen lassen und die der sozial(istisch)e Staat vor diesen W\u00f6lfen in Schutz nehmen muss.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Oder sollen sie sich ihr Kapital der <i>\u201ewirklichen Kapitalbesitzer\u201c<\/i> einfach nehmen, soll Diebstahl legitimiert werden? Das ist er ja schon durch ein fragw\u00fcrdiges Steuersystem (siehe <a href=\"https:\/\/neschle.de\/index.php\/blog\/leon-neschle-15-22-woche-2007\/\">Leon Neschle 15<\/a>). Am Ende g\u00e4be es aber noch eine Alternative zur Beteiligung aller <i>\u201ewirklich Arbeitsleistenden\u201c<\/i> am Produktivkapital. Der Staat w\u00fcrde jeden mit Kapital ausstatten. Scheinbar kostenlos! Daf\u00fcr wird er allerdings den Kapitalertrag einheimsen. Das muss er. Denn Kapital will erhalten sein, verwaltet und verzinst. Solche Systeme gab es schon. Sie waren das Kreuz des Ostens. Von der Humanit\u00e4t solcher Systeme vermag Neschle nichts Positives zu berichten.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Creutz tr\u00e4umt zwar nicht \u00f6ffentlich davon, doch seine Tr\u00e4ume f\u00fchren genau da hin. Den <i>29 Irrt\u00fcmern rund ums Geld<\/i> (einer seiner Buchtitel) sollte er, schon um die Sache glatt zu machen, den gr\u00f6\u00dften Irrtum hinzurechnen: seinen eigenen. Wie bei vielen Humancreutzern zielt er zwar auf die Humanit\u00e4t, trifft aber den Menschen und seine \u00f6konomische Basis.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong>E. Zwangshilfe f\u00fcr d\u00f6sige Malocher. Macht sie blo\u00df, nicht frei!<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Bei Creutz zu finden: Das alte sozialistische Unverst\u00e4ndnis von freiwilligen Vertr\u00e4gen, von denen <i>beide(!)<\/i> Beteiligten profitieren. Freiwillige Vertr\u00e4ge sind ein Positivsummenspiel, das Mehrwert f\u00fcr beide Parteien erzeugt. Das gilt f\u00fcr Kapitalvertr\u00e4ge genauso wie f\u00fcr Arbeitsvertr\u00e4ge. Sonst w\u00fcrden diese Vertr\u00e4ge nicht geschlossen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">G\u00e4be es dagegen Gewinner <i>und<\/i> Verlierer, sollte Creutz die Kr\u00e4fte deutlich machen, die den benachteiligten Vertragspartner in den Vertrag zwingen, also etwa die angeborene D\u00f6sigkeit<i> <\/i>von <i>\u201ewirklich Arbeitsleistenden\u201c<\/i>. Man kann sich des Eindrucks kaum erwehren, dass creutzbrave Sozio-Intellektuelle genau deshalb deren Partei ergreifen: Sie halten die \u201ewirklich Arbeitsleistenden\u201c f\u00fcr zu d\u00f6sig, es selbst zu tun.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Das ist die Unversch\u00e4mtheit der Humanit\u00e4tsdusler mit manischem Helfersyndrom. Sie erkennen selbst freiwillige Vertr\u00e4ge zwischen gesch\u00e4ftsf\u00e4higen Menschen nicht an. <i>Es z\u00e4hlt f\u00fcr sie allein ihr eigener ideologischer Ma\u00dfstab nichtausbeuterischer Gerechtigkeit, den sie auf das Tauschergebnis anwenden, ohne den Willen der Vertragsparteien zu (be)achten.<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Warum kann jemand bereit sein, f\u00fcr Zinsen des risikotragenden Kapitals zu arbeiten? Ja, warum nur? \u2013 Was sich der fanatische Gutmensch nicht erkl\u00e4ren kann, erkl\u00e4rt er zur Ausbeutung. Er verdenkt in ideologischer \u00dcberh\u00f6hung, Gott selbst t\u00e4te es so, w\u00fcrde er nur die Fakten kennen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Selbst\u00fcberhebung unter dem Deckmantel der Humanit\u00e4t! Unversch\u00e4mtheit im B\u00fc\u00dfergewand der Bescheidenheit! Missachtung menschlichen Willens, freiheitst\u00f6tende Gesinnung! Respektloser Menschenbehandlung unter dem Vorwand h\u00f6chster Achtung f\u00fcr das Humane! Es z\u00e4hlt nicht der freie Wille, sondern nur das eigene Ideal vom Humanen. Kryptischer Totalitarismus unter dem Schirm f\u00fcrsorglicher Humanit\u00e4t!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Selbst beim freiwilligen Tausch soll die Verteilungsparanoia gelten: Was der eine bekommt, kriegt der andere nicht mehr. Hat der eine einen Vorteil, muss der andere im Nachteil sein. Das beste Ergebnis ist die perfekte Teilung. Die liegt da, wo jeder gleich viel hat. Das ist die gerechte L\u00f6sung.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Doch wie perfekt eine Teilung ist, entscheidet fast jeder anders. Und bei Dauerbeziehungen darf er den Blick nicht auf einen einzelnen Tauschakt lenken. Bei Ehepartnern<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a>, die <i>f\u00fcr sich<\/i> eine perfekte Teilung von Aufgaben und Verm\u00f6gen gefunden haben, m\u00f6gen Au\u00dfenstehende dennoch eine Ausbeutung der Ehefrau oder des Ehemannes erkennen. Wer entscheidet das? <i>Die Ehepartner selbst<\/i>, sagt der Liberale. Dabei kann in verschiedenen Ehen durchaus anders \u00fcber ausbeutungsfreie Beziehungen gedacht werden. <i>Dann gibt es mehrere gerechte L\u00f6sungen.<\/i> Was <i>jeweils<\/i> Gerechtigkeit ist, h\u00e4ngt allein vom Willen der Beteiligten ab. Und da gilt: <i>Jeder Jeck ist anders! Also: Freimus statt Sozialheit oder Freibier statt Sozialmus!<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><i>Der Sozialist r\u00e4umt dagegen au\u00dfenstehenden Meinungen den Vorrang ein vor der Meinung der Beteiligten. Im politischen System sind das Auffassungen einer Partei oder eines Diktators. Er glaubt sich allein oder diese Instanzen im Besitz des \u201erichtigen Ma\u00dfstabs f\u00fcr bzw. gegen Ausbeutung\u201c. Dessen moralische Qualit\u00e4t erlaubt ihm, die \u201eausbeutungslose Situation\u201c selbst gegen den Willen der Beteiligten herzustellen!<\/i> Ergebnis ist eine Ausbeutung, an der sich auch die politischen Instanzen bedienen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">F\u00fcr alle, die vom \u201eidealen Sozialismus\u201c mit Freiheit tr\u00e4umen: Die Nichtanerkennung von Freiheitsrechten ist <i>jedem<\/i> sozialistischen System immanent. Es gibt keinen \u201evegetarischen Schlachthof\u201c und keinen \u201edemokratischen Sozialismus\u201c (<a href=\"https:\/\/neschle.de\/index.php\/blog\/leon-neschle-18-25-woche-2007\/\">Leon Neschle 18<\/a>)! Das ist nicht nur Sache der noch real vegetierenden Sozialistenregime.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die Entw\u00fcrdigung der Freiheit folgt ideologisch aus der Vorstellung, mit jedem Tausch (freiwillig oder nicht) sei Ausbeutung verbunden, insbesondere mit dem zwischen Arbeit gegen Geld. Und aus der moralisch-ideologischen Anma\u00dfung, allein <i>den eigenen<\/i> Ma\u00dfstab anzuwenden! Ausbeutung ist, was diesem Ma\u00dfstab nicht entspricht. Wo und weil sich der hinter Floskeln verbirgt, wird staatliches Tun beliebig. Der sozialistische Mensch ist blo\u00df, nicht frei! Also blo\u00df nicht frei! Das ist die ganze sch\u00f6ne \u201eHumanwirtschaft\u201c dabei!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Neschle w\u00fcrde sich strikt verbitten, dass andere bestimmen, was f\u00fcr ihn \u201egerecht\u201c ist! Er schlie\u00dft Vertr\u00e4ge nur ab, wenn sie aus seiner Sicht einen Vorteil f\u00fcr ihn bringen. Auch er ist \u201ewirklich Arbeitsleistender\u201c. Braucht er einen Vormund, dann nicht Herrn Creutz, der trotz der inhumanen Sprach-Burka \u201eHumankapital\u201c seinen R\u00f6ntgenblick bis tief in die nackten Tatsachen der Ausbeutung \u201ewirklich Arbeitsleistender\u201c dringen l\u00e4sst. <i>Solche Durchblicker haben immer schon gefehlt<\/i>. <i>Weit! <\/i>Und vor allem <i>Neschle gerade noch<\/i>!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Dazu sagt Neschle mit Wolfgang Neuss: <i>Lacht auf Verdummte dieser Erde!<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: center;\">Der Mensch muss sterben, viel zu fr\u00fch,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">doch Kapital, das ohne M\u00fch\u2019 (?!)<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">uns Zins-es-Zinsen immer gab,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">das sieht niemals sein Euro-Grab?!<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Nein, <i>diese<\/i> Dummheit ist nicht erblich,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">und trotzdem ist sie wohl unsterblich!<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Der Bonhomme, der will stets das Gute,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">ihm ist ja <i>so<\/i> \u201esozial\u201c zumute.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">So stolz erf\u00fcllt ihn die Moral,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">da ist das Ende ihm egal.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">So wird er Teil von jener Kraft,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">die Gutes will, doch B\u00f6ses schafft!<\/p>\n<hr align=\"left\" size=\"1\" width=\"33%\">\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Nachfolgende Zitate sind von Helmut Creutz in der M\u00e4rz\/April-Ausgabe 2005 der Zeitschrift <i>Humanwirtschaft<\/i>: <i>\u201eHumankapital\u201c \u2013 Das Unwort des Jahres 2004<\/i>! Neschle verzichtet ja sonst auf Zitate. Das Pseudonym braucht schlie\u00dflich einen Grund: Nur was wirklich <i>nicht <\/i>zitierw\u00fcrdig ist, das zitiert Neschle dann doch. &#8211; Auseinandersetzungen mit dialektischen Verfassern f\u00e4rben ab!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a>Bei einem englischen Fu\u00dfballer starb das Finanzkapital einen besonders sch\u00f6nen Tod. Zur H\u00e4lfte durch Ausgaben f\u00fcr schnelle Frauen, leckere Autos und schicken Alkohol. Oder waren es leckere Frauen, z\u00e4rtliche Autos und schneller Alkohol? In jedem Fall hat er die andere H\u00e4lfte <i>einfach verprasst<\/i> und damit dessen vorzeitigen Tod willentlich herbeigef\u00fchrt. Eine Mordanklage bekam er nicht, obwohl er sein Capital gezielt hinrichtete! Vielleicht weil laut Creutz Kapital per Definition nicht stirbt!?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Gerade hat sich Neschle in der Tageszeitung wieder mal ein Zeugnis linken Bauchdenkens aufgedr\u00e4ngt. Da steht \u201eDie Linke\u201c bei einer Demonstration in Essen da mit einem Plakat: \u201eHeuschrecken stoppen, Hedge-Fonds verbieten.\u201c Abgesehen davon, dass \u201e!\u201c in diesem Fall richtig gewesen w\u00e4re, glaubt Neschle nicht, dass auch nur einer von denen wei\u00df, was so ein Hedge-Fond tut und bewirkt. Aber das steht in einem anderen Essay!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Die leitenden Angestellten empfangen nur die G\u00e4ste, damit die anderen in Ruhe arbeiten k\u00f6nnen. Auch wenn sie ansonsten sechzig oder mehr Stunden arbeiten, geh\u00f6ren sie offenbar nicht zu den \u201ewirklich Arbeitsleistenden\u201c, wenn sie, wie meist, an der Unternehmung beteiligt sind. Au\u00dferdem machen sie ja nur solche Arbeit wie Creutz selbst: Schreib- und Redekram. Keine wirkliche! Also wirklich!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> \u00d6konomisch gesehen ist die Ehe eine Tauschbeziehung, d.h. sie l\u00e4sst sich (auch) unter diesem Aspekt betrachten.<\/p>\n<p><a title=\"PDF-Datei\" href=\"http:\/\/www.neschle.de\/download-manager.php?id=57\">PDF-Datei<\/a><br \/>\nThis post was downloaded by  1103  people until now.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eHumankapital\u201c, letzter Nachschlag: Humaner Tod und ewiges Kapital! Wo die Sonne der Weisheit am tiefsten steht, werfen selbst Zwerge gro\u00dfe Schatten.&nbsp;(Karl Kraus) Ein der Humanwirtschaft verpflichteter Verfasser, Herr Creutz, hat in einer Zeitschrift gleichen Namens, also \u201eHumanwirtschaft\u201c und nicht Creutz, gro\u00dfe Unterschiede zwischen Humankapital und Finanzkapital festgestellt[1]. 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