{"id":1609,"date":"2021-04-27T19:43:47","date_gmt":"2021-04-27T18:43:47","guid":{"rendered":"https:\/\/neschle.de\/?p=1609"},"modified":"2021-04-27T20:03:51","modified_gmt":"2021-04-27T19:03:51","slug":"1609","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/blog\/1609\/","title":{"rendered":"Leon Neschle 94"},"content":{"rendered":"\n<h2><span style=\"color:#4f81bd\" class=\"tadv-color\"><strong>Die stillen Leiden der Betriebswirtschaftslehre<\/strong> &#8211; <strong>Ein Essay mit mehr Kopf- als Fu\u00dfnoten<\/strong><a href=\"applewebdata:\/\/31C79FCC-48CA-44A0-B961-ED4B7E0A8EBE#_ftn1\"><sup><strong><sup><strong>[1]<\/strong><\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/span><\/h2>\n\n\n\n<p><em>&#8222;Wer eine Sache hinter sich hat, kann sie besser vor sich sehen als wenn er sie vor sich hat.&#8220; <\/em>(Neschle)<\/p>\n\n\n\n<p>Fr\u00fcher war vieles anders in der Betriebswirtschaftslehre. Heute ist vieles besser, aber l\u00e4ngst nicht alles gut. Das gilt f\u00fcr Forschung und Lehre in allen Teildisziplinen dieses Fachs. Es ist aber auch einiges schlechter geworden und der allgemeine Trend des Fachs ist bedenklich. Sehr bedenklich!<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt gute Gr\u00fcnde, warum die heutigen Vertreter die stillen Leiden dieses Fachs nicht deutlich machen. Die wichtigsten sind Selbstachtung und Eigennutz. Man beschmutzt nicht sein eigenes Nest und gef\u00e4hrdet nicht seine Karriere. Beides ist mir als Emeritus nicht mehr so wichtig. Daher werde ich die stillen Leiden hier laut machen, die alten, die mich selbst verbildet haben wie die neuen, die zu Lasten k\u00fcnftiger Generationen gehen. Diese Lasten sind der Grund f\u00fcr meinen Beitrag.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich werde mit der Lehre anfangen (Teil 1), weil sie in diesem Fach als gesellschaftlicher Multiplikator wichtiger ist als die Forschung. Wenn ich mich dann der Forschung (Teil 2) zuwende, wird man erkennen, wie wenig es heute mit der \u201eEinheit von Forschung und Lehre\u201c noch auf sich hat. Die stand fr\u00fcher im Zentrum des Bekenntnisses eines jeden Professors. Und \u201eProfessor\u201c hei\u00dft \u201eBekenner\u201c.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Beim derzeitigen Auseinanderdriften von Forschung und Lehre sollte man diese Einheit besser nicht einfordern. Denn w\u00fcrde das, was geforscht wird, auch so gelehrt, w\u00e4re die k\u00fcnftige Generation der Diplom-Kaufleute noch untauglicher f\u00fcr ihren Beruf als meine fr\u00fchere. Und die hat genug Schaden angerichtet.<\/p>\n\n\n\n<p>Das neue Problem werde ich am Beispiel einer Teildisziplin verdeutlichen (Teil 3), die ich fr\u00fcher selbst einmal vertreten habe: die \u201eBetrieb(swirtschaft)liche Steuerlehre\u201c. Hier sind in der t\u00e4glichen Praxis viele nationale Details zu beachten. Die machen sich schlecht in der internationalen Forschung, weil sich dort kaum jemand daf\u00fcr interessiert. Und da sich die Forschungsgemeinschaft der Betriebswirte als st\u00e4rker erwiesen hat als die Lehrgemeinschaft, wendet sich die BWL in den internationalen Ver\u00f6ffentlichungen von den Details der deutschen Steuer(un)ordnung ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer sich heute mit formeller Habilitation \u2013 oder immer h\u00e4ufiger ohne Habilitation \u2013 auf einen Universit\u00e4tslehrstuhl f\u00fcr Betriebswirtschaftliche Steuerlehre bewerben will, muss sich in seinen Forschungen auf Methoden und Themen konzentrieren, die Erfolg in internationalen Ver\u00f6ffentlichungen versprechen die fast nichts mit dem Berufsbild des Steuerberaters oder Wirtschaftspr\u00fcfers zu tun haben. Das gilt f\u00fcr die Methoden noch mehr als f\u00fcr die Themen. Denn die fr\u00fchere Methodenvielfalt der Forschung ist unter der Gatekeeperfunktion internationaler Journals fauf eine einzige Methode reduziert worden: die empirisch-statistische. Was das f\u00fcr die Lehraufgabe dieses Teilgebiets bedeutet, ist erschreckend. Aber aus nur scheinbar guten Gr\u00fcnden wird nicht dar\u00fcber gesprochen.<\/p>\n\n\n\n<h3><strong>1. Horror vacui oder: Der Schrecken vor der Lehre<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Als man mich noch selbst mit Betriebswirtschaftslehre beschulte und belehrte, war vieles schlechter, d\u00fcrftiger und einseitiger als heute. Vieles davon passte damals zwar noch in die Zeit, aber man blieb viel zu lange bei veralteten Inhalten. Symptomatisch f\u00fcr das, was uns Studenten<a href=\"applewebdata:\/\/31C79FCC-48CA-44A0-B961-ED4B7E0A8EBE#_ftn2\"><sup>[2]<\/sup><\/a>&nbsp;angetan wurde, war das Angebot der \u201eAllgemeinen Betriebswirtschaftslehre\u201c,&nbsp;f\u00fcr die vor allem das Lehrbuch von W\u00f6he stand.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich dachte damals, \u201eAllgemeine Betriebswirtschaftslehre\u201c das m\u00fcssten doch generelle Theorieans\u00e4tze sein, die \u00fcberall in der BWL Anwendung finden. Etwa so wie ich es sp\u00e4ter in einem Aufsatz \u00fcber eine Neukonzeption der Allgemeinen BWL beschrieben habe, z.B. das Gemeinsame zwischen Lagerhaltung, Kassenhaltung, Informationsspeicherung und der Vorhaltung personeller Kapazit\u00e4ten, die in Teilgebieten der BWL isoliert behandelt wurden und noch immer werden: in der G\u00fcterwirtschaft, der Finanzwirtschaft, der Informationswirtschaft (einschlie\u00dflich des Rechnungswesens) und in der Personalwirtschaft. Die Bezeichnungen dort sind andere, aber die Ph\u00e4nomene sind abstrakt gesehen identisch: Was in einem Gebiet z.B. \u201eSchwund\u201c genannt wird, hei\u00dft in den anderen \u201eInflation\u201c, \u201esinkende Aktualit\u00e4t\u201c oder \u201eKompetenzverlust\u201c. Wie gut w\u00e4re doch eine \u201eAllgemeine BWL\u201c gewesen, die solche allgemeinen Theorieans\u00e4tze pr\u00e4sentiert h\u00e4tte! Vielleicht h\u00e4tte sie aber, des abstrakten Inhalts wegen, besser ans Ende des Studiums gepasst.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Doch serviert wurden in der \u201eAllgemeinen BWL\u201c nur D\u00fcnnaufg\u00fcsse einiger Spezieller BWLs, insbesondere der Produktionswirtschaft, der Absatzwirtschaft (die Bezeichnung \u201eMarketing\u201c kam erst anfangs der 70er in Mode), der Finanzwirtschaft, des internen und externen Rechnungswesens, der Organisation in funktionalem Sinne. Erg\u00e4nzt wurde das durch Ausf\u00fchrungen zu Unternehmenszusammenschl\u00fcssen und sp\u00e4rlichen Informationen zur Insolvenz. Kein Wort zur Personalwirtschaft, keines zur Gr\u00fcndung von Unternehmungen, wenn man von den Kapiteln zur Wahl der (juristischen) Rechtsform absieht. Das Leitbild der Lehre war die gro\u00dfe b\u00f6rsennotierte Produktionsunternehmung in der Reifphase ihrer Entwicklung.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Lehre dort war so, als w\u00fcrden k\u00fcnftige Piloten allein f\u00fcr ihre Aktionen nach Erreichen der Reiseflugh\u00f6he ausgebildet, nicht jedoch f\u00fcr Start, Landung oder das erneute Durchstarten vor einer unsanften \u201efinalen\u201c Landung. Gerade die Krisenphasen einer Unternehmung blieben ausgespart. Und das sind nun einmal die Gr\u00fcndung (der Start) und eine drohende Insolvenz (die Gefahr einer unsanften Landung). In diesen kritischen Phasen h\u00e4tten die Piloten in den Cockpits der Unternehmungen den Rat ihrer Wissenschaft n\u00f6tiger gehabt.<\/p>\n\n\n\n<p>Vorgeschaltet vor den D\u00fcnnaufguss der Speziellen BWLs waren Definitionen, vor allem die \u00fcber die beiden Wortbestandteile von Betriebswirtschaftslehre, also \u201eBetrieb\u201c und \u201eWirtschaftslehre\u201c:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Kern der Definition von \u201eBetrieb\u201c war die Unterscheidung Gutenbergs, wonach \u201eBetrieb\u201c sowohl \u201e\u00d6ffentliche Betriebe und Verwaltungen\u201c umfasst als auch \u201eUnternehmungen\u201c als kapitalistische Erscheinungsformen. Da sich das Buch von W\u00f6he allein auf Letztere bezog, h\u00e4tte es nach seiner Definition \u201eAllgemeine Unternehmungslehre\u201c hei\u00dfen&nbsp;<em>m\u00fcssen<\/em>. F\u00fcr \u00f6ffentliche Betriebe und Verwaltungen musste man andere Lehrb\u00fccher zu Rate ziehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei der Definition der \u201eWirtschaftslehre\u201c ging es nur noch um Unternehmungen, angefangen mit der apodiktischen Behauptung, deren Ziel sei die \u201eMaximierung des Gewinns\u201c. Sowohl die \u201eMaximierung\u201c als Zielausma\u00df als auch der \u201eGewinn\u201c als Zielinhalt sind jedoch fragw\u00fcrdig. Damit ist hier nicht der fehlende Zeithorizont gemeint, wonach kurzfristige Gewinneinschr\u00e4nkungen durch langfristig h\u00f6here Gewinne \u00fcberkompensiert werden k\u00f6nnen. (In j\u00fcngster Zeit hat das Jeff Bezos mit Amazon demonstriert, wo \u00fcber zwanzig Jahre lang kein Gewinn erzielt wurde.) Dieser Mangel wurde korrigiert durch die Behauptung, Unternehmungen strebten nach \u201elangfristiger Gewinnmaximierung\u201c. Dabei blieb offen, wie zwischen lang- und kurzfristig abgewogen werden sollte. Nicht einmal&nbsp;<em>die&nbsp;<\/em>Frage nach den daf\u00fcr geeigneten Zinss\u00e4tzen wurde gestellt und schon gar nicht die Frage, welche Faktoren dabei eine Rolle spielten. Bei Jeff Bezos war es z.B. das Erreichen eines hohen Marktanteils.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Behauptung, Unternehmungen strebten nach Gewinnmaximierung, \u00fcbernahm die nach wissenschaftlicher Anerkennung suchende BWL aus zeitlosen Modellen der Mikro\u00f6konomie, also aus der VWL. In diesen Modellen konnte man maximieren, was das Zeug hielt. Und das taten wir, rechneten ein Gewinnmaximum nach dem n\u00e4chsten aus. HIER kannte man das Maximum, weil alle Unsicherheiten \u00fcber Mengen und Preise wegdefiniert waren. Dazu unterstellte man einen \u201evollkommenen Markt\u201c, in dem die Kapitalertr\u00e4ge aller Unternehmungen zum Ausgleich kommen. F\u00fcr diesen Modell-Fall ist auch der \u201eGewinn\u201c als Zielgr\u00f6\u00dfe einer isoliert betrachteten Unternehmung sinnvoll.<\/p>\n\n\n\n<p>Was aber gilt in einer Welt mit Unsicherheit und ungleichen Renditeerwartungen? In dieser Welt konnte kein Unternehmungsleiter sagen, ob und wann er bei seiner Unternehmung das \u201eMaximum\u201c des Gewinns erreicht hatte. W\u00fcrde das dennoch ein Manager behaupten, w\u00fcsste jeder, dass er sich mit Wissen br\u00fcstet, das er gar nicht haben kann. Daher ist die Anweisung, das Maximum zu erreichen, wie die Aufforderung, an einem unbekannten Ziel als Erster da zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Dennoch lernten wir wochenlang das Maximieren mit Modellrechnungen unter Sicherheit, aber nur kurz die Instrumente der Gewinnkontrolle unter Unsicherheit, die heute meist unter \u201eBenchmarking\u201c zusammengefasst werden: den Vergleich der zeitlichen Entwicklung, den Vergleich mit anderen Unternehmungen. Der \u201eVergleich mit den Besten\u201c oder gar der Vergleich mit den besten Praktiken stand erst nach dem Erfolgsbuch \u201eIn Search of Excellence\u201c von Peters und Waterman ab 1982 in den Lehrb\u00fcchern. Doch nachtr\u00e4glich erwies sich das als \u201eBlase\u201c, weil die meisten ihrer \u201eexzellenten Unternehmungen\u201c schon in Schwierigkeiten kamen, als die Tinte noch dieses Buches noch feucht war.<\/p>\n\n\n\n<p>In einer Welt unterschiedlicher Renditen ist es aus der Sicht der Anleger nicht sinnvoll, den \u201eGewinn\u201c einer bestimmten Unternehmung m\u00f6glichst gro\u00df zu machen. Jede noch so kleine Erh\u00f6hung macht deren Gewinn zwar gr\u00f6\u00dfer, kann aber verhindern, dass die zur Gewinnerzielung aufgewandten Mittel in einer anderen Unternehmung mit h\u00f6heren Gewinnerwartungen angelegt werden. Der Gewinn als Zielgr\u00f6\u00dfe f\u00fchrte letztlich zu ineffizientem Gr\u00f6\u00dfenwachstum bei Unternehmungen, die zwar in der Vergangenheit gute Gewinne erzielt haben, aber f\u00fcr die Zukunft nicht die besten Erfolge versprachen. Zu hohe Einbehaltungen der Gewinne waren die Folge. Das schlug sich trotz der Ineffizienz in der Gr\u00f6\u00dfe der Unternehmung und als Anreiz zu solcher Ineffizienz in h\u00f6heren Geh\u00e4ltern des Managements nieder.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Der Grund f\u00fcr dieses Fehlverhalten der Manager ist eine Gewinndefinition, die den Gewinn als Erh\u00f6hung des Eigenkapitals betrachtet, seiner Entstehung jedoch \u201eEigenkapitalkosten\u201c von Null zurechnet. Dadurch wird jeder zus\u00e4tzliche Gewinn begr\u00fc\u00dft, unabh\u00e4ngig davon ob sich f\u00fcr Anleger bei alternativer Verwendung der Mittel au\u00dferhalb der Unternehmung ein h\u00f6herer Gewinn erzielen l\u00e4sst.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Bei kleineren Unternehmungen unter direkter Kontrolle der Anleger (=Unternehmer) tauchte dieses Problem selten auf. Es waren die Aktiengesellschaften, die fast allein im Zentrum unserer Ausbildung standen, die diese Einbehaltungspraxis f\u00fcr lange Zeit aus\u00fcben konnten, weil sich Eigentum der Anleger und Verf\u00fcgungsmacht der Manager nicht mehr in einer Hand befanden.<\/p>\n\n\n\n<p>Sp\u00e4ter machte die \u201eShareholder Value\u201c-Bewegung darauf aufmerksam und verlangte den Ansatz von Opportunit\u00e4tskosten f\u00fcr Eigenkapital. Ertr\u00e4ge, die bei alternativer Verwendung des Eigenkapitals erzielbar waren, wurden wie Kosten von den Umsatzerl\u00f6sen abgezogen. Erst der Gewinn, der auch diese Opportunit\u00e4tskosten \u00fcberstieg, der \u201e\u00dcbergewinn\u201c, wurde als sinnvolle Zielgr\u00f6\u00dfe akzeptiert.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Der Gewinn als Lehrbuchzielgr\u00f6\u00dfe war frei von diesen \u00dcberlegungen. Er stimmte im Wesentlichen mit der Gewinndefinition des \u201eexternen Rechnungswesens\u201c \u00fcberein und stand damit im Widerspruch zum \u201einternen Rechnungswesen\u201c, das die Daten f\u00fcr die Steuerung der Unternehmung lieferte. Hier wurden unter dem Stichwort \u201ekalkulatorische Eigenkapitalkosten\u201c Opportunit\u00e4tskosten f\u00fcr das Eigenkapital in Rechnung gestellt, lange bevor das damals noch sp\u00e4rliche Armaturenbrett der Unternehmenssteuerung von der Kostenrechnung (und nur manchmal auch der Leistungsrechnung) durch die Instrumente des Controllings zum imposanten Cockpit erweitert wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Unser gedankliches R\u00fcstzeug war damals also denkbar schlecht und das gleich in mehrfacher Hinsicht. Unsere Allgemeine BWL war noch nicht in der Dienstleistungsgesellschaft angekommen, geschweige denn in der Informationsgesellschaft. Nicht einmal Personalwirtschaft spielte eine bemerkenswerte Rolle und die Informationswirtschaft beschr\u00e4nkte sich auf den externen Jahresabschluss und die interne Kosten- und Leistungsrechnung, wobei die Kostenrechnung \u00fcber 90% einnahm.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Leistungsrechnung war ein Anh\u00e4ngsel und wurde in unseren Vorlesungen nicht anger\u00fchrt. Daher war es f\u00fcr mich nicht verwunderlich, dass eine hervorragende Studentin mir nicht erkl\u00e4ren konnte, was eine \u201eAndersleistung\u201c ist, obwohl sie bei \u201eAnderskosten\u201c keine Probleme hatte. Gerade hinter der \u201eAndersleistung\u201c, die unsere Lehrb\u00fccher nicht erw\u00e4hnten, steckt aber beinahe das gesamte Entwicklungspotential der Unternehmung.<a href=\"applewebdata:\/\/31C79FCC-48CA-44A0-B961-ED4B7E0A8EBE#_ftn3\"><sup>[3]<\/sup><\/a>&nbsp;Prognosen wurden weder als Fr\u00fchwarnindikatoren noch als Risikoinformationen er\u00f6rtert, weil diese im klassischen Rechnungswesen im Grunde nicht vorkamen. Das \u00e4nderte sich erst mit dem Controlling.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotz all dieser Schw\u00e4chen hatte die Ausgestaltung der Allgemeinen BWL einen gewissen Sinn. Der D\u00fcnnaufguss vieler Spezieller BWLs sollte verhindern, dass bei der sp\u00e4teren Spezialisierung im Hauptstudium wenigstens Grundkenntnisse in den anderen Teilbereichen vorhanden waren. Und die meisten Absolventen landeten damals bei den gro\u00dfen Aktiengesellschaften der produzierenden Industrie. Diese Gesellschaften befanden sich auf der \u201eReiseflugh\u00f6he\u201c und machten sich kaum Gedanken \u00fcber den Gr\u00fcndungen oder eine unsanfte Landung in der Insolvenz.<\/p>\n\n\n\n<p>Unternehmensgr\u00fcnder suchten und fanden keine Nahrung in der BWL und auch f\u00fcr den Turnaround und die Sanierung lieferte die Allgemeine BWL faktisch keine Informationen. Insolvente Unternehmungen waren den b\u00e4rigen\u201c Juristen zur Verteilung des Fells \u00fcberlassen. Das waren im Gegensatz zum Betreiben einer laufenden Unternehmung nur noch Nullsummenspiele ohne Erzeugung eines \u201ebulligen\u201c Mehrwerts in dem Positivsummenspiel, das gute Kaufleute spielten. \u2013<\/p>\n\n\n\n<p>Trotz der eklatanten M\u00e4ngel ihrer Ausbildung verhielten sich viele Studenten damals so, als seien sie die kommende F\u00fchrungselite deutscher Unternehmungen. Die Studentenbewegung der 68er-Jahre hatte sie nicht beindruckt oder ver\u00e4ndert. Mit Aktenkoffer und Kleidung imitierten sie schon w\u00e4hrend ihres Studiums den Stil, den sie beim Management gro\u00dfer Aktiengesellschaften zu erkennen glaubten. Als \u201etypische\u201c BWLer waren sie auf dem Campus leicht zu erkennen. Mit einer abgetragenen Schultertasche und dem, was man heute als \u201eUsed-Look\u201c bezeichnet, setzte ich dazu einen Kontrapunkt. Ich wollte nur verstehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Frauen gab es auch in der BWL an der Uni in Bochum. Ich sch\u00e4tzte ihre Quote auf maximal 20% und sie waren, anders als heute(!), im Durchschnitt schlechter als ihre m\u00e4nnlichen Kommilitonen. Viele Frauen sch\u00f6pften ihr Potential nicht aus. Und nicht wenige gaben zu, die Uni als Heiratsmarkt nutzen zu wollen. Gerade die M\u00f6chtegern-Manager erfreuten sich bei ihnen gro\u00dfer Beliebtheit. In der emanzipierten Welt von heute ist das freilich \u00fcberwunden. Zum Gl\u00fcck!<\/p>\n\n\n\n<p>Dennoch hielt sich diese wenig emanzipatorische Vorstellung lange. Noch 1989, als ich frischberufener Ordinarius war, bot ich einer ausgezeichneten Absolventin meine erste Assistentenstelle mit Promotionsm\u00f6glichkeit an. Sie lehnte ab mit einer Begr\u00fcndung, die heute kaum mehr denkbar w\u00e4re: \u201eMit einer Promotion f\u00fchle ich mich ALS FRAU(!) \u00fcberqualifiziert.\u201c Ich war tief ersch\u00fcttert und nur so kam es, dass mein erster Assistent ein Mann war.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich bin heute noch davon \u00fcberzeugt, dass die Emanzipation Zeit braucht und sich das Problem von selbst erledigt. Frauenquoten sind derselbe Sexismus, dem man damit entgegentreten will. Eine Art Gegenfeuer, das so bedrohlich werden kann wie der Brand, den man l\u00f6schen will. Denn f\u00fcr alle Jobs, die Gehirn einfordern, darf man allein zwischen die Ohren schauen und nicht zwischen die Beine. Alles andere schadet unserer Gesellschaft, der Gerechtigkeit und der Effizienz.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei einer in den letzten Jahren nat\u00fcrlich gewachsenen Frauenquote von etwa 50% im Fach BWL, habe ich die Erfahrung gemacht, dass Frauen im Durchschnitt besser abschneiden als M\u00e4nner. Von den \u00fcber 2.000 Abschlussarbeiten, die ich mit meinem Lehrstuhl auf meiner letzten Professur in Essen betreuen durfte (insgesamt waren es sicher \u00fcber 3.000), waren unter den besten 100 etwa zwei Drittel Frauen. Doch unter den besten 10 war das Verh\u00e4ltnis umgekehrt. Bei den Schlechtesten und bei den Besten war der M\u00e4nneranteil \u00fcberdurchschnittlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Widerspruch hat mich immer besch\u00e4ftigt und ich habe ihn oft mit Frauen diskutiert. Das Ergebnis: Um allerbeste Leistungen zu erzielen, muss man zwei Dinge tun: eine Sache um ihrer selbst willen betreiben und alles auf&nbsp;<em>ein<\/em>&nbsp;Pferd setzen. Frauen sind zwar im Durchschnitt flei\u00dfiger und sorgf\u00e4ltiger als M\u00e4nner (daher die zwei Drittel unter den besten 100), aber sie sind pragmatischer und weniger risikofreudig. F\u00fcr absolute Spitzenleistungen darf man das nicht sein. Da \u00e4nderten sich die Dinge langsamer als ich das erwartet hatte. Aber da habe ich gute Hoffnung, wenn mich heutzutage immer mehr Frauen in rasantem Tempo \u00fcberholen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass es Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt, habe ich in der Lehre in einer Krisensituation nach dem Ende der DDR erkannt. Ich unterrichtete dort BWL f\u00fcr Frauen und M\u00e4nner der DDR mit einem Schwerpunkt auf dem Verst\u00e4ndnis der Ver\u00e4nderungen durch das neue Wirtschaftssystem. Nach der Korrektur von etwa 250 Klausuren trug ich die Noten in eine Namensliste ein. Da ich viele Studenten kannte, fiel mir das Alter auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Per Zufall sah ich einen Zusammenhang der Leistungen mit Alter und Geschlecht. Im ersten Kurs nach der Wende stellte sich das so dar: Frauen in den 20ern schrieben fast immer eine \u201e1\u201c, M\u00e4nner eher eine \u201e2-\u201c, in den 30ern waren es entsprechend eine \u201e2\u201c und eine \u201e3-\u201c und so weiter. Ausnahmen best\u00e4tigten die Regel. Dieses Bild \u00e4nderte sich erst allm\u00e4hlich bei sp\u00e4teren Kursen, so dass die Unterschiede mehr und mehr verschwanden.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem Verst\u00e4ndnis der drastisch ver\u00e4nderten wirtschaftlichen Lage direkt nach der Wende taten sich J\u00fcngere offenbar leichter als \u00c4ltere, aber Frauen auch leichter als M\u00e4nner. M\u00e4nner ben\u00f6tigten ebenso wie \u00c4ltere mehr Zeit, ihr Bild der Wirtschaftsordnung neu zu formen. K\u00f6nnte man das verallgemeinern, so w\u00e4ren Frauen bei pl\u00f6tzlich auftretenden Krisen die besseren Manager. (W\u00fcrde ich hier \u201eManagerinnen\u201c schreiben, w\u00e4re das eine Ehrabschneidung.) Frauen bew\u00e4ltigten den geistigen Turnaround durchschnittlich schneller als M\u00e4nner. \u2013&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Immerhin erhielten diese Studenten durch meine Lehrt\u00e4tigkeit nach der Wende eine auf die neuen Umst\u00e4nde ausgerichtete BWL. Darauf mussten die der ersten Gr\u00fcnderwelle, die kurz danach im vereinigten Deutschland hochschwappte, noch einige Zeit warten. Wie allzu oft thematisierte die BWL das Thema Gr\u00fcndung erst, nachdem es in der Praxis l\u00e4ngst virulent war. Dasselbe gilt f\u00fcr die Akademisierung der mittelst\u00e4ndischen Betriebe oder bestimmter Berufszweige wie der Immobilienwirtschaft. Da bildete die BWL nicht einmal die Gegenwart ab, sondern lief der Zeit ebenso hinterher wie bei der Digitalisierung.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wer jedoch glaubt, Manager der Praxis seien da besser als Professoren, der irrt: Manager haben f\u00fcr die Lehre in der BWL immer wieder Forderungen aufgestellt, die fast immer auf den Gegenwartsbedarf abstellten. Doch wer sich selbst und unserer Wirtschaft einen Gefallen tun will, der fragt nicht danach, welche Bildung oder Ausbildung&nbsp;<em>heute&nbsp;<\/em>wichtig ist, sondern mit welcher man (auch) die Probleme&nbsp;<em>der Zukunft<\/em>bew\u00e4ltigen kann.&nbsp;<em>Gute Lehre muss antizipieren, d.h. ihrer Zeit voraus sein.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Doch das ist nicht die einzige Herausforderung f\u00fcr die Lehre. Es muss einen \u201eFit\u201c geben zwischen den Herausforderungen der Praxis und den Inhalten der Lehre. Daran hindert an unseren Universit\u00e4ten derzeit vor allem die Entwicklung, welche die Forschung genommen hat. Diese Forschung weist kaum mehr Synergien mit der Lehre auf, so dass die klassische Forderung nach \u201eEinheit von Forschung und Lehre\u201c zu einer Fehlleitung der Lehre f\u00fchrt. Dieses Problem ist gr\u00f6\u00dfer als zu der Zeit, als ich mich selbst noch um das Verst\u00e4ndnis der BWL bem\u00fcht habe, und es nimmt eine bedenkliche Entwicklung.<\/p>\n\n\n\n<h3><strong>2.<\/strong> <strong>Forschung als Sammlung handwerklich perfekter Mosaiksteinchen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Forschung ist in. In allen F\u00e4chern. Forscher freuen sich dar\u00fcber. So sehr, dass sie ein schwedisches M\u00e4dchen namens Greta hofieren, weil sie die Forschung und deren Erkenntnisse absolut setzt: Diese kleine Jeanne d\u2019Arc hat der Forschung eine Aufmerksamkeit und einen Stellenwert verschafft, wie sie es selbst in vielen Jahren nicht vermochte: Politiker sollen auf Wissenschaft und Forschung h\u00f6ren!&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Genau das tun sie seitdem ganz brav, wohl auch weil sie damit die Verantwortung f\u00fcr ihr Tun von sich abw\u00e4lzen k\u00f6nnen. Schlie\u00dflich handeln sie auf Empfehlung der Wissenschaft! Das j\u00fcngste Beispiel daf\u00fcr ist die Corona-Pandemie.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber ist es nicht sinnvoll, auf Wissenschaftler und Forscher zu h\u00f6ren? Warum sollte ein Wissenschaftler wie ich das kritisch sehen statt sich dar\u00fcber zu freuen? Schlie\u00dflich habe ich mir das selbst oft gew\u00fcnscht, wenn Politiker dilettierten, ohne auf wissenschaftliche Erkenntnisse zu achten? Die Antwort ist einfach:<\/p>\n\n\n\n<p>Wissenschaftliche Erkenntnisse entstehen durch Fokussierung. Man konzentriert sich nicht nur auf ein einziges Problem, sondern meist auch auf einen einzigen Aspekt dieses Problems, oft genug auf einen winzigen. Erst durch Abstraktion von den meisten Aspekten der Wirklichkeit kommt man zu tiefgreifenden Erkenntnissen. Bei Virologen ist sind das Viren und ihre Verbreitung.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Doch diese tiefen Erkenntnisse reichen nicht weit. Nur so weit wie die Grenzen der Abstraktion. Setzt man diese Forschungsergebnisse unmittelbar in praktische Handlungsempfehlungen um, bleibt alles ausgeblendet, von dem auch f\u00fcr die Gewinnung der Forschungsergebnisse abstrahiert wurde. F\u00fcr die Verbreitung einer Pandemie bedeutet das: Im Fokus der Handlungen stehen nur die unmittelbaren medizinischen Folgen der Pandemie. Alle wirtschaftlichen, sozialen, psychologischen Folgen bleiben ausgeblendet; ja nicht einmal die mittelbaren medizinischen Folgen werden beachtet. Sie werden dadurch faktisch zu unbeachtlichen Kollateralsch\u00e4den.<\/p>\n\n\n\n<p>Politiker sollten das Problem umfassender betrachten, in all seinen Facetten. Dann kommen sie zwar nicht zwingend zu anderen Handlungen, aber andere Entscheidungen sind immerhin m\u00f6glich. F\u00fcr die Corona-Pandemie bedeutet das:<\/p>\n\n\n\n<p>Die Folgen einer ungehemmten Ausbreitung des Virus gehen weit \u00fcber den unmittelbaren medizinischen Aspekt hinaus. Neben den direkten Sch\u00e4den gibt es medizinische Folgesch\u00e4den, z.B. dass Menschen, die andere schwerwiegende Leiden haben als Corona, nicht mehr fachgerecht behandelt werden, weil ihre Operationen coronainduziert aufgeschoben werden oder die Krankenh\u00e4user f\u00fcr ihre Erkrankungen dichtmachen. Die wirtschaftlichen, sozialen und psychologischen Sch\u00e4den einer Pandemie sind ohnehin hinreichend bekannt.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine umfassende Folgenabw\u00e4gung erfordert jedoch, auch die Folgen der Ma\u00dfnahmen zu beachten, welche die Ausbreitung des Virus be- oder verhindern sollen, allem voran die eines Lockdowns. Dessen umfangreiche soziale und \u00f6konomische Wirkungen haben wiederum medizinische und psychologische Folgen. Die wirtschaftlichen Sch\u00e4den gef\u00e4hrden die Existenz tausender Unternehmen. Und die Sch\u00e4den f\u00fcr die nachfolgenden Generationen sind kurzfristig gravierender als die des Klimawandels, der wiederum durch diese Corona-Ma\u00dfnahmen verlangsamt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Prinzip \u201eScheune abbrennen hilft gegen M\u00e4use\u201c funktioniert auch hier. \u201eWollt Ihr den totalen Lockdown?\u201c: Diese Frage w\u00fcrden viele Virologen wohl mit \u201eja\u201c beantworten. Au\u00dferhalb der Grenzen virologischen Denkens kann man aber durchaus zu einem anderen Ergebnis kommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei Schulkindern vergr\u00f6\u00dfern Lockdowns die soziale Spaltung, weil die Kinder \u00e4rmerer Schichten nun schlechter beschult werden. Ich selbst habe in der Anfangszeit, als die Schulen mit dem Online-Unterricht nur langsam in die G\u00e4nge kamen, an einem Home-Schooling-Programm teilgenommen, das von Eltern aus privilegierten Schichten organisiert wurde. Die beschulten Kinder waren ebenfalls aus diesem Milieu. F\u00fcr solche Aktivit\u00e4ten war zumindest ein Zugang zur digitalen Welt notwendig, den nicht mal alle Lehrer hatten, geschweige denn ihre Sch\u00fcler, wie etwa eine t\u00fcrkische Familie mit sieben Kindern, die nur einen Laptop besa\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>H\u00e4usliche Gewalt und psychische Sch\u00e4den vergr\u00f6\u00dfern sich im Lockdown. Und auch die Konsequenzen der Lockdowns f\u00fcr unser politisches System sind kaum mehr im Fokus der Politik, Verfassungsverst\u00f6\u00dfe eingeschlossen. Nach der x-ten Verl\u00e4ngerung werden nun verharmlosende Begriffe gepr\u00e4gt wie \u201eBr\u00fccken-Lockdown\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Politiker, die allein auf die Inzidenzzahlen der Virologen achten, missachten diese Folgen. Eine umfassende Folgenabw\u00e4gung verlangt dagegen, weit \u00fcber den verengten Forschungsfokus der Virologen hinauszugehen. Wenn sich Politiker allein auf die Sichtweise der Virologen berufen und behaupten, sie folgen damit&nbsp;<em>der<\/em>&nbsp;Wissenschaft, ist ihr praktisches Handeln einseitig verzerrt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Nur wer nicht versteht, wie Forschung funktioniert, kann Politikern empfehlen, den Erkenntnissen einer&nbsp;<em>einzelnen<\/em>&nbsp;Wissenschaft zu folgen. Das gilt f\u00fcr Virologen ebenso wie f\u00fcr Klimaforscher oder Wirtschaftswissenschaftler. Freilich ist hier der Umkehrschluss unzul\u00e4ssig, man k\u00f6nne oder solle diese Erkenntnisse missachten. Es geht darum, sie in ein umfassendes Handlungskonzept einzubinden. Dabei sind politische Gewichtungen unerl\u00e4sslich. Doch solche Gewichtungen kann keine Wissenschaft vorgeben, auch wenn Wissenschaften zur Folgenabsch\u00e4tzung im Einzelnen beitragen. Der Ethikrat kann das Zusammenspiel der Folgen zwar er\u00f6rtern, aber nicht entscheiden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein umfassenderes Bild braucht jede Wissenschaft auch zur Steuerung ihrer praktischen Forschungsaktivit\u00e4ten. Ein solches Bild bieten Theorien oder theoretische Entw\u00fcrfe. Es ist jedoch nicht die Produktion und Erweiterung solcher Bilder, die heute im Mittelpunkt betriebswirtschaftlicher Forschung steht. Es ist die Produktion immer neuer Bildpunkte oder bestenfalls Mosaiksteinchen. Dabei ist oft nicht einmal klar, in welches Bild sich diese Fragmente integrieren lassen k\u00f6nnen oder sollen. Die Aufmerksamkeit gilt der handwerklichen Exaktheit neuer Mosaiksteinchen, die sich von bereits existierenden Bildfragmenten unterscheiden sollen. Allein noch das exakte Handwerk der empirischen Forschung ist \u201ewissenschaftlich\u201c. K\u00fchne Theorieentw\u00fcrfe gelten dagegen als \u201eblo\u00dfe Kunst\u201c, die keinen wissenschaftlichen Anspruch erheben kann. Es z\u00e4hlt nur EINE wissenschaftliche Methode: die empirisch-statistische. Und Exaktheit steht dort als Kriterium weit vor der Relevanz.<\/p>\n\n\n\n<p>Beim Credo \u201eEleganz vor Relevanz\u201c wundert es kaum mehr, dass ich \u00fcber 150 empirische Aufs\u00e4tze zur Verg\u00fctung des Managements aus Top-Zeitschriften f\u00fcr eine anwendungsorientierte Ver\u00f6ffentlichung durchgesehen habe und nicht einen einzigen Beitrag gebrauchen konnte. Vier Ordner mit Aufsatzkopien wanderten in den M\u00fcll.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer heute wissenschaftliche Karriere machen will, muss sich dem Methodendiktat von Empirie und Statistik beugen. Mit der Ver\u00f6ffentlichungspraxis verbunden ist zudem eine Entscheidungsverlagerung von den Fakult\u00e4ten zu den internationalen Zeitschriften \u00fcberwiegend amerikanischer Pr\u00e4gung. Entschied fr\u00fcher die Professorenschaft einer Fakult\u00e4t \u00fcber Promotionen und die Besetzung von Lehrst\u00fchlen, so befinden dar\u00fcber heute Herausgeber und Gutachter hochrangiger internationaler Zeitschriften. Jemandem, der dort genug Aufs\u00e4tze platziert hat, kann und wird eine deutsche Fakult\u00e4t kaum mehr die Promotion verweigern, selbst wenn interne Kritiker der Fakult\u00e4t eine schlechte Meinung \u00fcber diese Aufs\u00e4tze haben. Diese Kritiker m\u00fcssten einen Krieg gegen das Establishment der internationalen Zeitschriften anzetteln und diesen Krieg w\u00fcrden sie verlieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu einem Konvolut zusammengefasst erscheinen die von renommierten Zeitschriften akzeptierten Aufs\u00e4tze dann als \u201ekumulative Dissertation\u201c. Dieser geht in der Regel eine Forschungsstory voran. Die ist oft genug ein Phantasieprodukt, auch weil sie als Erfolgsgeschichte die von Zeitschriften nicht akzeptierten Aufsatzprojekte der Kandidaten meist verschweigt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Zudem werden fast alle empirischen Forschungen von dem erarbeitet, was in der DDR bei der Ver\u00f6ffentlichung als \u201eAutorenkollektiv\u201c bezeichnet wurde. Eine Promotion aber ist individuell. Also muss der Einzelbeitrag des Kandidaten f\u00fcr sein Produktionsvorhaben nachtr\u00e4glich extrahiert werden. Da die gemeinschaftliche empirische Forschung ein synergetischer Prozess ist, gleicht das dem Versuch, aus einem gemeinsam gebackenen Kuchen die Einzelbeitr\u00e4ge der B\u00e4cker zu isolieren. Und weil der Erfolg viele V\u00e4ter hat, schreiben sich die wichtigsten Leistungen oft mehrere Promovenden sich selbst zu. Es gibt zwar Methoden, dies zu erschweren, und man kann dabei auf Erfahrungen aus den Naturwissenschaften bauen. Aber der Erschleichung einer Promotion ist auch bei dieser heute schon \u00fcblichen Form der Promotion noch T\u00fcr und Tor ge\u00f6ffnet.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese kumulative Promotion ist externen Promovenden kaum mehr zug\u00e4nglich. Zu gro\u00df ist f\u00fcr sie der Aufwand, ihre Erkenntnisse immer wieder auf wissenschaftlichen Tagungen zu pr\u00e4sentieren; zu schwierig die Anforderung, immer neue Forschungspartner zu finden. Daher bleiben die Insider der Wissenschaft immer h\u00e4ufiger unter sich, schmoren im eigenen Saft und betreiben mehr und mehr geistige Inzucht, mit der sie sich von der Praxis entfernen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Am deutlichsten wird das in den \u201eGraduiertenkollegs\u201c, in denen Gruppen von Doktoranden in \u201em\u00f6nchischer Askese\u201c zusammenarbeiten, unter der Supervision von Hochschullehrern. Dort findet eine interne Schulung f\u00fcr Promovenden statt, die mit der Freiheit der Forschung oft nur noch wenig zu tun hat. Diese Form der Promotionsvorbereitung erm\u00f6glicht \u00fcbergriffigen Professoren mehr als jemals zuvor, ihr Methodendiktat durchzusetzen und sich der Erkenntnisse ihrer Promovenden zu bem\u00e4chtigen und sie als eigene auszugeben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Bei der klassischen Promotion durch eine Dissertationsschrift ist das eher umgekehrt. Hier wandern Erkenntnisse aus Diskussionen mit dem betreuenden Professor in die Arbeit der Kandidaten. In den von mir betreuten fast 40 Doktorarbeiten dieses Typs stecken eine Menge meiner Ideen, ohne dass ich sie f\u00fcr mich beanspruche.<\/p>\n\n\n\n<p>Umfang und Tiefe der Erkenntnisse sind jedoch in beiden F\u00e4llen bescheiden. Wer zum wissenschaftlichen Fortschritt beitragen will, muss sich n\u00e4mlich zun\u00e4chst mit dem bisherigen Stand der Forschung vertraut machen. Hierf\u00fcr braucht man oft Jahre.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei einer kumulativen Dissertation bieten die einem Verfasser zugewiesenen Anteile der zur Promotion eingereichten Gemeinschafts-Aufs\u00e4tze oft nicht mehr als 30-40 Seiten Eigenanteil. Auch bei einer klassischen Dissertationsmonographie mit durchschnittlich etwa 250 Seiten ist das meist nicht mehr. Der Rest wird ben\u00f6tigt, den Stand der Forschung und die Forschungsl\u00fccke aufzuzeigen, alternative L\u00f6sungsans\u00e4tze zu diskutieren und die Arbeit in ein Gesamtbild einzuordnen. Letzterem dient beim Aufsatzkonvolut der \u201ekumulativen Dissertation\u201c der Vorspann.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch bei der Besetzung von Lehrst\u00fchlen beurteilt man die Forschungsleistungen eines Kandidaten mittlerweile fast allein nach den Aufs\u00e4tzen, die von hochgerankten internationalen Zeitschriften zur Ver\u00f6ffentlichung akzeptiert wurden. Insofern bietet hier die kumulative Dissertation dem wissenschaftlichen Nachwuchs Vorteile. Denn er macht sich so mit den Usancen wissenschaftlicher Ver\u00f6ffentlichungen vertraut und produziert synergetisch bereits Aufs\u00e4tze, die f\u00fcr die Berufung z\u00e4hlen. Dadurch ist die formelle Habilitation \u00fcber Habilitationsschrift und Habilitationsvortrag nicht nur \u00fcberfl\u00fcssig geworden, sie ist sogar nachteilig f\u00fcr die wissenschaftliche Karriere. Da allein Forschung in ist, z\u00e4hlen auch Lehrleistungen und soziale Kompetenz von Hochschullehrern an den Universit\u00e4ten kaum mehr.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Von meinen (fr\u00fcheren) Kollegen wird dies durchaus als bedenkliche Entwicklung wahrgenommen; auch dass faktisch oft die amerikanischen Gatekeeper der Vorzeigezeitschriften \u00fcber die Besetzung der Lehrst\u00fchle an deutschen Universit\u00e4ten entscheiden. Aber der Forschungszug rollt kollektiv in diese Richtung und wer einen Handlungsbedarf sieht, kennt keine M\u00f6glichkeit, diese Fahrt zu stoppen. Nachwuchswissenschaftler m\u00fcssen sich dem beugen und ihre Forschungen methodisch anpassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nie zuvor hatte ein Spruch meines akademischen Lehrers, Dieter Schneider, mehr G\u00fcltigkeit als heute: \u201eIn Treue fest den Blick nach West und nur nicht selber denken!\u201c Wer so den amerikanischen Trends hinterherl\u00e4uft, verpasst die Chance, sich selbst einmal an die Spitze der Forschenden zu setzen. Wer st\u00e4ndig in die Fu\u00dfstapfen der anderen tritt oder glaubt, in sie treten zu m\u00fcssen, kann nicht vorneweg gehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielen j\u00fcngeren Kollegen ist dieser Kotau bewusst. Ihre Antwort ist resignierend: Was sollen wir tun? Nur so geht wissenschaftliche Karriere heute. Habe Methode, suche Problem. Das statistische Handwerkszeug steht einseitig im Mittelpunkt, obwohl jeder wei\u00df oder wissen m\u00fcsste, dass keine noch so gute statistische Korrelation eine Theorie ersetzen kann. Statistisches Handwerk geht in der Wissenschaftspraxis heute weit \u00fcber die Kunst der Theorie. Mutige Theorieentw\u00fcrfe, wie die von Ronald Coase, w\u00fcrden heute in keiner der f\u00fchrenden Zeitschriften ver\u00f6ffentlicht: zu viel \u201ebeliebige\u201c Phantasie, zu wenig exaktes Handwerk. Wissenschaft ist weitgehend zu einer phantasielosen Anwendung statistischer Techniken verkommen, zu einem Handwerk ohne Kunstverstand und Weitblick. Wissenschaftliche Aufs\u00e4tze im Stil der Zeit kann sogar ein phantasiefreier Kretin produzieren, vorausgesetzt er beherrscht perfekt die statistischen Techniken.<\/p>\n\n\n\n<p>Sowohl der Wandel der Forschung zum empirischen Methodenmonismus als auch die Ver\u00e4nderung der Besetzungskriterien von Professuren haben fatale Folgen f\u00fcr die Lehre. Dies wird im Folgenden am Beispiel der Betrieblichen Steuerlehre verdeutlicht. Zugegeben: An diesem Beispiel tritt das Problem deutlicher hervor als bei anderen Teilgebieten der BWL.<\/p>\n\n\n\n<h3><strong>3. Betr\u00fcbliche Steuerleere in der Steuerlehre als Folge der Entfremdung der Forschung<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Ich selber \u201e<em>musste\u201c<\/em>&nbsp;das Fach \u201eBetriebswirtschaftliche Steuerlehre\u201c einst vertreten. \u201eMusste\u201c, weil es dort die besten Berufschancen f\u00fcr mich gab. \u201eMusste\u201c aber auch deshalb, weil es unm\u00f6glich war, den Studenten (allerlei Geschlechts) ein \u201eSteuerSYSTEM\u201c nahezubringen, das schon damals l\u00e4ngst keines mehr war. Mit laufenden Ver\u00e4nderungen wuchsen die Verwerfungen, die Beliebigkeit und die Willk\u00fcrakte in diesem \u201eSystem\u201c: Nuancen f\u00fchren zu grundlegend anderen Besteuerungen, entscheiden \u00fcber Steuerpflicht und Steuerfreiheit, noch willk\u00fcrlicher wie Inzidenzwerte von 50 oder 100, die \u00fcber einen Lockdown entscheiden. Es gibt Steuers\u00e4tze von weit \u00fcber 100 Prozent, wenn sich \u201egeldwerte Vorteile\u201c nachtr\u00e4glich als wenig vorteilhaft oder gar als Nachteile herausstellen.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr mich war es selbstqu\u00e4lerisch, den Unsinn, der in unsere Steuergesetze gegossen ist, noch l\u00e4nger zu verk\u00fcnden. Professor hei\u00dft auch \u201eBekenner\u201c und dazu konnte ich mich nicht l\u00e4nger bekennen. Das war der Hauptgrund, warum ich das Fach gewechselt habe. Denn in \u201eFinance\u201c, wie es heute hei\u00dft, ist vieles besser, wenngleich nicht alles.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch jeder, der das Fach \u201eBetriebswirtschaftliche Steuerlehre\u201c fr\u00fcher studiert hat und heute studiert, kann erwarten, mit dem h\u00f6llischen Dschungel des deutschen Steuerrechts, seiner unsystematischen Regelungen im Einzelnen und seinen \u00f6konomischen Folgen vertraut gemacht zu werden von Hochschullehrern deren Leidensf\u00e4higkeit gr\u00f6\u00dfer ist als meine.<\/p>\n\n\n\n<p>Was aber, wenn der Nachwuchs f\u00fcr die Steuerlehrst\u00fchle kaum noch einen Anreiz hat, dieses Wissen bei sich selbst herzustellen, weil sich der Aufwand daf\u00fcr als Karrierebremse erweist? Wenn er, um in internationalen Zeitschriften zu re\u00fcssieren, zuallererst perfekte Statistikkenntnisse haben und die Techniken der sekund\u00e4r- und prim\u00e4rstatischen Untersuchungen beherrschen muss? Was ist, wenn f\u00fcr steuerliche L\u00e4ndervergleiche in Top-Journals oberfl\u00e4chliche Kenntnisse der \u201eSteuersysteme\u201c ausreichen, weil die Gutachter gar nicht mehr vom deutschen Steuersystem wissen und nicht wissen wollen, weil dieses Wissen morgen schon pass\u00e9 ist? Dann macht sich dort eine Steuerleere breit, dann wird vereinfacht, was das Zeug h\u00e4lt. Man stellt nur noch auf die Grundstrukturen der Systeme ab, denn nur so sind internationale Steuervergleiche m\u00f6glich. Die Teufel der Praxis stecken aber tats\u00e4chlich woanders: in den unsystematischen Details.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer \u00fcber empirische Steueraufs\u00e4tze, die sich in internationalen Journals platzieren lassen, auf einen Lehrstuhl kommt, und das ist heute die Regel, der kann seinen Studenten die Statistik beibringen, die sie ben\u00f6tigen, um auf sie dieselbe Art Forschung zu betreiben wie er selbst. Aber das berufliche R\u00fcstzeug von Steuerberatern oder Wirtschaftspr\u00fcfern kann diese neue Garde von Hochschullehrern kaum mehr bereitstellen. Ihre Wissenschaft ist eine grundlegend andere geworden. Sie hat mit der steuerlichen Praxis in Deutschland weniger denn je zu tun.<\/p>\n\n\n\n<p>Dennoch verfolgt man in diesem Fach den Trend weiter, weil das alle Teilbereiche der Betriebswirtschaftslehre tun. F\u00fcr manche dieser Teilbereiche, etwa f\u00fcr die Finanzierung, sind die Folgen weniger gravierend und mit Blick auf die Internationalisierung gro\u00dfer Konzerne ist der internationale Fokus zwingend. Aber Internationalisierung der Praxis und Internationalisierung der Forschung sind nicht dasselbe. Nat\u00fcrlich geh\u00f6rt in die Ausbildung daher immer schon die internationale Steuerlehre, insbesondere die Besch\u00e4ftigung mit Doppelbesteuerungsabkommen und deren Folgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch das internationale Methodendiktat f\u00fcr die Forschung stellt solche Fragen gar nicht. Dort geht es darum, immer neue Anwendungsbeispiele zu finden, auf die statistische Methoden handwerklich exakt angewendet werden k\u00f6nnen. Da darf man nicht allzu sehr zwischen Steuerf\u00e4llen differenzieren, sonst reichen die Fallbeispiele nicht f\u00fcr die Vergleichskategorien. Genau diese Differenzen sind aber die Details, die im chaotischen Steueralltag den Unterschied machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Kurzum: Die Einheit von Forschung und Lehre f\u00fchrt bei dem derzeit dominierenden Forschungsstil zu einem klaren Ergebnis: Eine Lehre auf der Basis dieser Forschung ist nur geeignet, Wissenschaftlernachwuchs gro\u00dfzuziehen, der in genau demselben Stil arbeitet. Als Grundlage f\u00fcr eine berufliche Praxis eignet sich eine forschungsaffine Lehre weniger denn je.<\/p>\n\n\n\n<p>Das bringt uns hier in dieselbe Lage, die ich an amerikanischen Universit\u00e4ten vor Ort beobachtet habe. Wissenschaftler widmen sich aus Karrieregr\u00fcnden fast nur noch der Forschung, um immer mehr Ver\u00f6ffentlichungen zu produzieren. Die St\u00fctzen der Lehre sind ehemalige Praktiker, oft genug Alumni. Sie allein sorgen f\u00fcr die Bodenhaftung der Bachelor- und Masterstudenten in den Details der Lebenswirklichkeit. Fernab davon handwerkeln die Professoren im Wolkenkuckucksheim ihrer empirischen Forschungsaktivit\u00e4ten. Die aber haben mit den praktischen Herausforderungen in den sp\u00e4teren Berufen der Studenten immer weniger zu tun.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Da sind wir heute und finden keinen Weg zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/31C79FCC-48CA-44A0-B961-ED4B7E0A8EBE#_ftnref1\"><sup>[1]<\/sup><\/a>&nbsp;Dies wird (fast) die einzige Fu\u00dfnote bleiben. Die Leser m\u00fcssen mir einfach glauben, dass ich wei\u00df, was ich schreibe. Ansonsten aber sollten sie die Stichworte nehmen und schauen, ob sie Erfolg beim Googeln haben. \u2013 \u201eNoten\u201c stehen niederl\u00e4ndisch \u00fcbrigens f\u00fcr \u201eN\u00fcsse\u201c. Und \u201eKopfn\u00fcsse\u201c beschreibt es ganz gut, was ich hier verteile.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/31C79FCC-48CA-44A0-B961-ED4B7E0A8EBE#_ftnref2\"><sup>[2]<\/sup><\/a>&nbsp;M\u00e4nnlich wie weiblich! \u201eStudierende\u201c waren allein die, die sich gerade jetzt ihren Studien widmeten.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/31C79FCC-48CA-44A0-B961-ED4B7E0A8EBE#_ftnref3\"><sup>[3]<\/sup><\/a>&nbsp;Eine \u201eAndersleistung\u201c ist analog zu den \u201eAnderskosten\u201c eine Leistung, die im Externen Rechnungswesen weder als Umsatz noch als Lagerzuwachs oder sonstige Werterh\u00f6hung verbucht wird bzw. werden darf. Denn das Externe Rechnungswesen denkt vor allem in juristischen Dimensionen, nicht in \u00f6konomischen. Beispiele f\u00fcr \u201eAndersleistungen\u201c sind etwa die \u201eVerbesserung der Mitarbeiterkompetenzen\u201c oder \u201edie Erh\u00f6hung der Marktanteile\u201c. Da das Interne Rechnungswesen der Steuerung des Unternehmens gilt, ist die Erfassung und Bewertung dieser \u201eAndersleistungen\u201c sinnvoll. In der sp\u00e4teren Entwicklung zum Controlling geschah das auch. Aber in meinem Studium wurden diese Fragen nicht einmal thematisiert. Und eine Schw\u00e4che, die nicht erkannt ist, kann niemand beseitigen.<\/p>\n\n\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: =;\"><a href=\"http:\/\/www.neschle.de\/download-manager.php?id=259\">PDF-Datei<\/a><span style=\"font-size: small;\"><br \/>This post was downloaded by  423 people until now.<\/span><\/span><\/p>\n<p>&#8211;&gt;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die stillen Leiden der Betriebswirtschaftslehre &#8211; Ein Essay mit mehr Kopf- als Fu\u00dfnoten[1] &#8222;Wer eine Sache hinter sich hat, kann sie besser vor sich sehen als wenn er sie vor sich hat.&#8220; (Neschle) Fr\u00fcher war vieles anders in der Betriebswirtschaftslehre. Heute ist vieles besser, aber l\u00e4ngst nicht alles gut. Das gilt f\u00fcr Forschung und Lehre &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/neschle.de\/index.php\/blog\/1609\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eLeon Neschle 94\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[4,6],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1609"}],"collection":[{"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1609"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1609\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1622,"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1609\/revisions\/1622"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1609"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1609"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1609"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}