{"id":15,"date":"2007-03-12T14:08:48","date_gmt":"2007-03-12T12:08:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.neschle.de\/wordpress\/?p=15"},"modified":"2020-06-20T12:22:05","modified_gmt":"2020-06-20T11:22:05","slug":"neschle-depeschle-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/blog\/neschle-depeschle-4\/","title":{"rendered":"Neschle-Depeschle 4"},"content":{"rendered":"<header>\n<h2 style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #4f81bd\"><strong>Ob sie es wohl tun? Wohltun!<\/strong><br \/>\n<strong>Das w\u00e4r\u2019 fein! Doch eher: Nein!<\/strong><\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Neschle-Depeschle-Neschle-Depeschle-Neschle-Depeschle-Neschle-Depeschle<\/strong><br \/>\n<strong>F\u00fcr den kleinen Hunger zwischendurch: Der schnelle Einwurf in den Strafraum<\/strong><\/p>\n<\/header>\n<p style=\"text-align: left;\"><em>Auch das Gute hat zwei Seiten. Eine gute und eine b\u00f6se.&nbsp;<\/em>(Jerzy Lew)<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Entgegen dem, was manche meinen: Unternehmen sind keine Wohlfahrtsinstitute. Das k\u00f6nnen sie im harten internationalen Wettbewerb auch gar nicht sein. Ja, aber warum nur tun dann einige so?<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Neschle hat daf\u00fcr einen neuen Begriff gepr\u00e4gt: <em><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>\u00dcbers-Ohr-Heucheln<\/strong><\/span><\/em>. Wie das geht, das zeigt er hier an drei Beispielen. Zwei hatte er schon parat, da kam einer wie ein teuflisches Engelein mit Datum 7. M\u00e4rz 2007 hereingeflattert. Und in allen F\u00e4llen zeigt sich Perfidie wie noch nie.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong>A. Vodafone kommt mal wieder so davon. Oder?<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Da bekommt Neschle Post am 7. M\u00e4rz 2007. Von Vodafone! Darin steht w\u00f6rtlich <em>(Klammerzusatz von Neschle!)<\/em>:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>\u201eHelfen Sie uns die Umwelt zu sch\u00fctzen: Nutzen Sie die Vodafone-Online Rechnung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Sehr geehrter Herr Prof. Prof. <em>(tats\u00e4chlich doppelt, beim Dr. ginge es ja noch!)<\/em> Dr. Neschle <em>(Name wegen der Reaktion ge\u00e4ndert!)<\/em>,<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">um nat\u00fcrliche Ressourcen zu schonen, m\u00f6chten wir unseren <em>(Kommt Neschle noch drauf!)<\/em> Papierverbrauch drastisch senken. Denn f\u00fcr jede Million Kunden werden j\u00e4hrlich 1.000 B\u00e4ume verbraucht<em> (Kommt auch!)<\/em> \u2013 und das nur f\u00fcr die monatliche Rechnung. Helfen Sie uns aktiv<em> (Kommt erst recht!)<\/em>, zum Umweltschutz beizutragen: Nutzen Sie k\u00fcnftig nur noch die <strong>papierlose Online-Rechnung im Internet<\/strong>. \u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Ab der \u00fcbern\u00e4chsten Rechnung erhalten Sie ihre Rechnung ausschlie\u00dflich in elektronischer Form \u2026 . Falls Sie trotzdem weiterhin Ihre Papier-Rechnung bekommen m\u00f6chten, informieren Sie uns bitte innerhalb von 6 Wochen. \u2026 \u201e<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Ist doch sch\u00f6n, wenn sich wenigstens hier einer um den Umweltschutz k\u00fcmmert: Oder? Aber ausgerechnet Vodafone!? Dann fangen wir mal an:<\/p>\n<ol style=\"text-align: left;\">\n<li>Vodafone senkt seinen eigenen Papierverbrauch drastisch. Wunderbar! Und ich drucke an meinem PC mit meinem Papier und meiner Tinte die Rechnung aus. Oder ruft jemand mein Finanzamt an und fragt, ob die k\u00fcnftig auf Papierbelege verzichten? Die werden doch eher schlimmer und fordern f\u00fcr jedes Gespr\u00e4ch einen Einzelnachweis mit deutlich mehr Papier! So sind die drauf! <em>Also wer und wie spart man da \u00fcberhaupt(???) au\u00dfer Vodafone selbst?<\/em>Aha! Da steht ja auch nur \u201ewir\u201c(!) senken \u201eunseren\u201c(!) Papierverbrauch um \u201e1.000 B\u00e4ume\u201c. Das hei\u00dft im Klartext Kostensenkung bei Vodafone. Und was hat der Kunde davon? Gar nichts! Er hat es dann angeblich \u201epraktisch und bequem\u201c(Was soll da praktischer und bequemer sein als jetzt?). Mehr nicht! Der Rest geht an Vodafone!<\/li>\n<li>1.000 B\u00e4ume = 1.000 gute Taten? Neschle w\u00fcrde sich freuen, wenn die weit mehr als 1.000 B\u00e4ume, die seit Kyrill im Umkreis von nur 2 Kilometern um Neschles Haus immer noch in den W\u00e4ldern liegen, mal auf Rechnung oder auch auf Rechnungen von Vodafone entsorgt w\u00fcrden.<\/li>\n<li>Neschle soll \u201eaktiv\u201c helfen, sagt das Schreiben!? Seltsam! Da hat er etwas falsch verstanden: Muss er jetzt anrufen, wenn es daf\u00fcr ist, dass Vodafone die 1.000 B\u00e4ume spart. Das w\u00e4re \u201eaktiv\u201c! Aber es war doch anders: Er muss anrufen, wenn alles bleiben soll wie bisher, wenn er verhindern will, dass Vodafone die Umwelt sch\u00fctzen darf und nicht er selbst, weil er die Rechnung nicht mehr ausdrucken muss! Warum schreiben die \u201eaktiv\u201c, wenn es ihnen viel lieber ist, dass Neschle passiv bleibt, seine Klappe h\u00e4lt und keine Papierrechnung mehr verlangt.<\/li>\n<li>Was ist das \u00fcberhaupt f\u00fcr ein Stil? <em>Da \u00e4ndert Vodafone einfach und einseitig den Vertrag und wenn Neschle nicht widerspricht, hat er angeblich zugestimmt? <\/em>Achtet mal drauf, liebe Gemeinde, das wird immer mehr Stilelement unserer Unternehmungen! Der Verbraucher wird mit einseitigen \u00c4nderungen konfrontiert, die im Vorhinein bereits als abgenickt gelten, falls er nicht widerspricht. Da ist Vodafone \u00fcberhaupt kein Einzelfall und sie sind nicht die ersten! Hier ist der Gesetzgeber aufgerufen diese invasive Form des \u201estillen Vertragsbruchs\u201c zu verhindern. Vor allem wenn derjenige, der den Vertrag bricht, der einzige ist, der von diesem Vertragsbruch profitiert.<\/li>\n<li><em>Und jetzt kommt die eigentliche Nummer, die in dem scheinheiligen Schreiben gar nicht erw\u00e4hnt wird: das Porto! Die Zustellkosten!<\/em> Warum werden die nicht genannt? Und das obwohl Vodafone bei der Zustellung f\u00fcr Neschle \u2013 wie umweltfreundlich \u2013 einen privaten Zustelldienst benutzt und nicht die Post, die sowieso jeden Tag kommt. Dieser Zustelldienst bl\u00e4st daher <em>zus\u00e4tzlich<\/em> Abgas in die Luft. Warum hat Vodafone da nicht an die Umwelt gedacht?! So pl\u00f6tzlich f\u00e4llt sie Vodafone ein! Warum erw\u00e4hnt Vodafone die Portoersparnis nicht? Und die Abgasersparnis bei fehlender Zustellung? Diese Ersparnis d\u00fcrfte wichtiger sein f\u00fcr die Umweltbilanz als die 1.000 oder x-mal Tausend B\u00e4ume, die ohnehin daliegen.Neschle wei\u00df es: Weil hier das wirkliche Sparpotential liegt! Man m\u00f6chte ab er nicht, dass der dummdreiste Kunde es merkt. Man will offenbar auch nicht, dass der Kunde etwas vom Kuchen haben m\u00f6chte und so wird wie Vodafone selbst: Gierig!<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: left;\">Damit kein Missverst\u00e4ndnis entsteht: Gewinnstreben begr\u00fc\u00dft Neschle ausdr\u00fccklich und es ist wichtig, dass immer mehr Menschen verstehen, dass es wichtig ist und bei entsprechenden Rahmenbedingungen auch sozialer als die allermeisten Projekte selbstgef\u00fchlter Gutmenschen! Doch der Wolf erscheine als Wolf! Und der Haifisch trage die Z\u00e4hne im Gesicht. Schafspelze sind Heuchelei; das Messer, das man nicht sieht, ist Scheinheiligkeit. Das Gute hat eben wirklich zwei Seiten: Und hier ist das eindeutig die b\u00f6se!<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong>B. Luftfahrt h\u00e4lt die Luft rein. Ein Widerspruch?<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">CO<sub>2<\/sub>-Belastung und Kerosingeflimmer, das bringt man mit der Luftfahrt in Verbindung. Aber Luftreinhaltung?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Moment! Da war doch was! Als die meisten Regierungen noch \u00fcber Rauchverbote nachdachten, da waren die meisten Fluggesellschaften l\u00e4ngst so weit: Rauchverbote! Zuerst allein auf Inlandsfl\u00fcgen, dann auch dar\u00fcber hinaus.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Wie hat man das verkauft? Nat\u00fcrlich als Ausdruck eines nat\u00fcrlichen Helfersyndroms, als Schutz der ansonsten restlos und rechtlos eingenebelten Nichtraucher. Und was war wirklich dahinter? Was meint ihr, liebe Gemeinde?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Mamas gelbe Gardinen weisen uns den Weg: Es sind die Reinigungskosten und die Zeit, welche die Reinigung von Raucherkabinen und \u2013kabinetten zus\u00e4tzlich verschlingt. Die Flieger sollen immer schneller f\u00fcr Folge- und Anschlussfl\u00fcge bereitet werden. Und der Rauch versaut auf Dauer auch das beste L\u00fcftungs- und Luftfiltersystem mit seiner schmierigen Teerdecke. Das kostet!!!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Vorher sind die Raucher also sogar doppelt auf Kosten der Nichtraucher geflogen:<\/p>\n<ol style=\"text-align: left;\">\n<li>auf Kosten von deren Gesundheit und<\/li>\n<li>auf Kosten von deren Kosten. Denn die Nichtraucher haben aber die raucherbedingten Reinigungskosten mitgetragen!<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: left;\">Diese Reinigungskosten fallen jetzt weg und dieser Wegfall kommt der Fluggesellschaft zugute. Das aber will man eben nicht sagen, um die Begehrlichkeit der dummen und frechen Kunden nicht anzuheizen. Darum f\u00e4hrt man die Masche: Edel sei der Mensch, hilfreich und gut. Doch wieder ist es nur die b\u00f6se Seite des Guten.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong>C. Alle Jahre wieder. Perfidie zur Weihnachtsmelodie!<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Seit Jahren schon in Mode: <em>\u201eWerter Kunde, Lieferant, \u2026. . Wir haben uns [in unserer unendlichen G\u00fcte] entschlossen, dieses Jahr zu Weihnachten keine [ohnehin v\u00f6llig nutzlosen] Geschenke zu machen. Stattdessen spenden wir f\u00fcr einen sozialen Zweck [den wir uns nat\u00fcrlich aussuchen!].&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Was soll nun daran perfide sein? Verehrte Gemeinde, das ist doch klar! Hat den schon einmal jemand nachgehalten, wie viel f\u00fcr Weihnachtsgeschenke ausgegeben wird oder worden w\u00e4re und wie viel dann tats\u00e4chlich gespendet wird. Neschle hat das fr\u00fcher einige Male gesehen. Die h\u00f6chste Spendensumme betrug 50 Prozent der Kosten f\u00fcr Weihnachtsgeschenke, die niedrigste nicht einmal 10 Prozent.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Mag ja sein, dass sich heute alles ge\u00e4ndert hat. Neschles Informationen stammen noch aus der DM-Zeit aus dem vorigen Jahrhundert. Heute legen die Firmen wahrscheinlich noch etwas drauf, zahlen also 150 Prozent.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Doch warum berichten sie dann so gut wie nie dar\u00fcber? Es hei\u00dft doch: \u201eTue Gutes und rede dar\u00fcber!\u201c Oder hei\u00dft es tats\u00e4chlich: <em>\u201eTue Dir was Gutes und rede nicht dar\u00fcber!&#8220;?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">So bekommen wir hier wieder nur die b\u00f6se Seite des Guten zu sehen. Und die versteckt sich allzu gern. Auch hinter sozialem Weihnachtsschmuck! &#8211;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Da f\u00e4llt Neschle zum Schluss nur der Lichtenberg ein (und nat\u00fcrlich danach wie immer der scharfe Sexzeiler): Es ist eine alte Regel: <em>\u201eEin Unversch\u00e4mter kann bescheiden aussehen, wenn er will, aber kein Bescheidener unversch\u00e4mt.&#8220;&nbsp;<\/em>Da lobt sich Neschle die \u201eVersch\u00e4mten\u201c!<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: center;\">K\u00f6nnen wir mal Kosten sparen,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">darf kein Kunde es erfahren.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Und dies ist kein schlechter Rat:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Verkaufen wir\u2019s als gute Tat!<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Der Kunde denkt, wir sind sozial,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">ja das ist wirklich ideal.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">(Die echte Alternative:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Der Kunde wei\u00df, wir tun \u201esozial\u201c,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">f\u00fcr unser Image ist\u2019s fatal!<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Merke: Kunden sind auch schlau!)<\/p>\n<p><a title=\"PDF-Datei\" href=\"http:\/\/www.neschle.de\/download-manager.php?id=33\">PDF-Datei<\/a><br \/>\nThis post was downloaded by  1182  people until now.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ob sie es wohl tun? Wohltun! Das w\u00e4r\u2019 fein! Doch eher: Nein! Neschle-Depeschle-Neschle-Depeschle-Neschle-Depeschle-Neschle-Depeschle F\u00fcr den kleinen Hunger zwischendurch: Der schnelle Einwurf in den Strafraum Auch das Gute hat zwei Seiten. Eine gute und eine b\u00f6se.&nbsp;(Jerzy Lew) Entgegen dem, was manche meinen: Unternehmen sind keine Wohlfahrtsinstitute. Das k\u00f6nnen sie im harten internationalen Wettbewerb auch gar nicht &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/neschle.de\/index.php\/blog\/neschle-depeschle-4\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eNeschle-Depeschle 4\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[4,7],"tags":[14,20],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15"}],"collection":[{"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=15"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":938,"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15\/revisions\/938"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=15"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=15"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}