{"id":1435,"date":"2020-12-23T09:51:44","date_gmt":"2020-12-23T08:51:44","guid":{"rendered":"https:\/\/neschle.de\/?p=1435"},"modified":"2020-12-24T11:39:32","modified_gmt":"2020-12-24T10:39:32","slug":"1435","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/blog\/1435\/","title":{"rendered":"Leon Neschle 93"},"content":{"rendered":"\n<h2><span style=\"color:#4f81bd\" class=\"tadv-color\"><strong>Die Erbs\u00fcnden des Liberalismus<\/strong> &#8211; <strong>Essay in neun Teilen und sieben S\u00fcnden<\/strong><\/span><\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Teil 9 (letzter Teil)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Wer von Euch ohne S\u00fcnde ist, der werfe den ersten Stein. <\/em>(Bibel, NT, Johannes 8,7)<\/p>\n\n\n\n<p><em>Man muss ein Ende machen, auch wenn es nie ein Ende gibt.<\/em> (Neschle)<\/p>\n\n\n\n<h3><strong>Die Sieben Erbs\u00fcnden und die Vertreibung aus dem Paradies<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Ein Beispiel in dem Anfang Oktober 2020 erschienen Buch von Wolfgang Kubicki<a href=\"applewebdata:\/\/0DDB4233-9D25-4747-9F26-56A94017048C#_ftn1\"><sup>[1]<\/sup><\/a>&nbsp;erinnerte mich an das Zitat, das \u00fcber dem gesamten Essay steht:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201e\u201eFreiheit ist ein Geschenk, das sich nicht jeder gern machen l\u00e4sst.\u201c (Willmann)<\/p>\n\n\n\n<p>Doch Freiheit l\u00e4sst sich jede und jeder gerne schenken. Nicht Freiheit selbst wird als Problem empfunden, sondern die Verpflichtung, selbstverantwortlich mit Freiheit umzugehen und verantwortlich f\u00fcr die Freiheit anderer zu sein. Das ist&nbsp;<em>der<\/em>&nbsp;wesentliche Grund, das Geschenk der Freiheit abzulehnen. Kubickis Beispiel<a href=\"applewebdata:\/\/0DDB4233-9D25-4747-9F26-56A94017048C#_ftn2\"><sup>[2]<\/sup><\/a>ist ein Tagesthemen-Kommentar von Lorenz Beckhardt (WDR) von 2019:<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>\u201eEr selbst beschrieb sich als jemand, der gerne in Korallenriffen tauche und daf\u00fcr nat\u00fcrlich um die halbe Welt reisen muss. Der gerne ein saftiges St\u00fcck Fleisch esse und auch sonst lieber mit dem Auto fahre als mit dem Zug. Aber er sch\u00e4me sich nicht f\u00fcr seine vielen Privilegien, sondern sei eigentlich krank. Wie so viele andere sei er ein \u201aKonsumjunkie\u201c, und jeder wisse \u201aS\u00fcchtige brauchen Hilfe\u2018. Diese Hilfe sollte die Politik liefern.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Hier stellt sich jemand hin und sagt, er k\u00f6nne sein Leben nicht mehr in Verantwortung f\u00fcr sich selbst und andere f\u00fchren. Daher ruft er nach staatlichen Eingriffen und nach Bevormundung und \u00dcbernahme der Verantwortung durch die Regierung:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eMacht Fleisch, Auto fahren und fliegen so verdammt teuer, dass&nbsp;<em>wir<\/em>&nbsp;davon runter kommen. Bitte! Schnell! Dann w\u00e4hlen&nbsp;<em>wir<\/em>&nbsp;auch Euch alle!\u201c&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Dass Beckhart mit seiner pers\u00f6nlichen Verantwortung nicht fertig wird, ist das eine. Meint er daf\u00fcr Hilfe zu brauchen, soll er bitte um psychologische Unterst\u00fctzung nachsuchen. Will er selbst seine Verantwortung und seine W\u00fcrde abgeben, mag er das tun. Doch was er im Namen aller fordert ist \u00fcbergriffig und asozial:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<ul><li>\u00dcbergriffig, weil er mit dem \u201ewir\u201c&nbsp;<em>sein<\/em>&nbsp;Problem zum Problem&nbsp;<em>aller<\/em>&nbsp;erhebt.<\/li><li>A-sozial, weil seine Forderung zu Lasten der Armen geht. Der Reiche wird sich das alles auch danach leisten k\u00f6nnen, sogar in neofeudaler Exklusivit\u00e4t&nbsp;<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Beckhart selbst sucht die \u201eFreiheit\u201c der Abh\u00e4ngigen, \u201edie individuelle Freiheit von gesamtgesellschaftlicher Verantwortung\u201c, und nach Kubicki nicht die liberale Form der \u201eFreiheit&nbsp;<em>zur<\/em>&nbsp;Verantwortung\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/0DDB4233-9D25-4747-9F26-56A94017048C#_ftn3\"><sup>[3]<\/sup><\/a>. Das \u201e<em>zur<\/em>Verantwortung\u201c klingt freilich ungl\u00fccklich. Es suggeriert Freiheit sei&nbsp;<em>nur ein Mittel<\/em>&nbsp;<em>zur<\/em>&nbsp;Verantwortung. Das aber ist liberale Freiheit nicht. Sie ist \u201eFreiheit&nbsp;<em>mit<\/em>&nbsp;Verantwortung\u201c oder \u201eFreiheit&nbsp;<em>in<\/em>&nbsp;Verantwortung\u201c (Neschle 84). Denn ohne individuelle Verantwortung ist Freiheit entweder libert\u00e4r und regelfrei oder Beckharts \u201eFreiheit der Abh\u00e4ngigen\u201c, mit der er sich seine pers\u00f6nliche Entscheidung und Verantwortung von einer \u00fcbergeordneten Institution abnehmen l\u00e4sst.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Dass die Freiheit zwar ein hohes Gut ist, aber oft nur ohne pers\u00f6nliche Verantwortung erw\u00fcnscht ist, wurde zu Corona-Zeiten deutlich:<\/p>\n\n\n\n<p>1. Wem die eigene Freiheit das absolut Wichtigste ist unabh\u00e4ngig von der Gesundheit anderer, der wird die Maske verweigern, selbst wenn er sie f\u00fcr wirksam h\u00e4lt. Denn zweifellos schr\u00e4nkt das Tragen einer Maske die pers\u00f6nliche Freiheit ein. Dass sich gerade die Libert\u00e4ren in den USA dabei hervortun und die Schnittmenge mit Bef\u00fcrwortern des freien Waffentragens hoch ist, kann kaum verwundern. Dabei missachten sie den Bumerang-Effekt, dass sich Waffen wie das Virus gegen sie selbst richten k\u00f6nnten. Maskenverweigerer denken nur an ihre h\u00f6chstpers\u00f6nliche Freiheit und pfeifen auf die Gefahr f\u00fcr die Freiheit und k\u00f6rperliche Unversehrtheit anderer. \u2013 Au\u00dfer Acht lassen darf man freilich nicht diejenigen, die auch die geringste Wirksamkeit von Masken anzweifeln. Zur Gruppe der Maskenverweigerer geh\u00f6ren zudem die Verschw\u00f6rungstheoretiker, die die Existenz der Pandemie \u00fcberhaupt leugnen.<\/p>\n\n\n\n<p>2. Wer sich und vor allem anderen kein verantwortungsvolles Handeln mit R\u00fccksicht auf die Freiheit und die k\u00f6rperliche Unversehrtheit anderer zutraut, der will die staatlich verordnete Maskenpflicht f\u00fcr alle. Von einer wohlmeinenden Autorit\u00e4t auferlegt befreit diese Pflicht von jeder Verantwortung au\u00dfer der, die Vorschriften zu befolgen. Besonders Eifrige legen zus\u00e4tzlich Wert darauf, andere in der Einhaltung dieser Pflicht zu \u00fcberwachen, selbst wenn sie Zweifel an der Wirksamkeit der Maske haben.&nbsp;<em>Sie<\/em>m\u00fcssen die Maske tragen: dann doch bitte auch&nbsp;<em>alle anderen<\/em>. Dabei ist selbst Denunziantentum eine profunde Methode.<a href=\"applewebdata:\/\/0DDB4233-9D25-4747-9F26-56A94017048C#_ftn4\"><sup>[4]<\/sup><\/a>&nbsp;Ihre \u201eFreiheit\u201c unter der Maske besteht darin, dass sie sich keine eigenen Gedanken machen m\u00fcssen. Das hat der Staat f\u00fcr sie erledigt: Sie sind Sanssouci, sorgenfrei, jenseits des liberalen Freiheitsverst\u00e4ndnisses.<\/p>\n\n\n\n<p>3. Die letzte Gruppe besteht aus denjenigen, die eine Maske tragen aus Verantwortung f\u00fcr sich und andere, auch wenn der Staat sie nicht dazu zwingt. Das tun sie sogar bei Zweifeln an deren&nbsp;<em>absoluter<\/em>Wirksamkeit. Denn ihre Unwissenheit macht sie bescheiden. Das sind diejenigen, die verstanden haben, was Freiheit im liberalen Sinn bedeutet.<\/p>\n\n\n\n<p>Allein die Schweden haben ihren B\u00fcrgern zugetraut, in diesem Sinne zu denken. Fast alle anderen L\u00e4nder glauben nicht an die liberale Gesinnung ihrer B\u00fcrger und f\u00fchrten nach und nach die Maskenpflicht ein, oft gegen Proteste der Maskenverweigerer. Selbst in den USA wird die&nbsp;<em>blo\u00dfe Empfehlung&nbsp;<\/em>zum Maskentragen vom einflussreichen Virologen Fauci mittlerweile infrage gestellt<a href=\"applewebdata:\/\/0DDB4233-9D25-4747-9F26-56A94017048C#_ftn5\"><sup>[5]<\/sup><\/a>und eine Pflicht gefordert. Bei den meisten B\u00fcrgern gibt es offenbar weniger Angst vor Kontakt-, Reise- und Beherbergungsverboten oder dem Lockdown als vor der Unf\u00e4higkeit oder dem Unwillen ihrer Mitmenschen, Verantwortung f\u00fcr sich und andere zu tragen.<\/p>\n\n\n\n<p>In den Niederlanden konnte ich im \u201eFeldexperiment\u201c genau dies beobachten:<\/p>\n\n\n\n<p>Viele Deutsche fuhren dorthin nur zum&nbsp;<em>maskenfreien Einkauf<\/em>, sobald der in Deutschland nicht mehr erlaubt war.<a href=\"applewebdata:\/\/0DDB4233-9D25-4747-9F26-56A94017048C#_ftn6\"><sup>[6]<\/sup><\/a>&nbsp;Selbst ohne Sicherheitsabstand trug dort kaum jemand eine Maske. Das hatte keiner befohlen! Wer es in Verantwortung f\u00fcr die anderen dennoch tat, keine f\u00fcnf Prozent(!) und meist Deutsche, wurde angestarrt, als sei&nbsp;<em>er<\/em>&nbsp;verr\u00fcckt oder wisse den Wert der (Masken-)Freiheit nicht zu sch\u00e4tzen.<\/p>\n\n\n\n<p>So war es zuvor auch in Deutschland. Als ich vor der Maskenpflicht einen Laden mit Maske betrat, in dem Sicherheitsabst\u00e4nde nicht einzuhalten waren, machten die Leute erschreckt einen Riesenbogen um mich, um nahe an Leuten vorbeigehen, die&nbsp;<em>keine<\/em>&nbsp;Maske trugen und daher, eher als ich, Gef\u00e4hrder sein konnten. Nach Einf\u00fchrung der Maskenpflicht trugen dann alle brav ihre Maske. Man war erleichtert, dass f\u00fcr alle entschieden wurde und man das nicht selbst entscheiden musste.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses Verhalten offenbart eine klare Rangfolge: Am liebsten denkt man libert\u00e4r: keine Maske, keine Verantwortung. Danach autorit\u00e4r: Maskenpflicht f\u00fcr alle. Das Allerletzte ist: Pers\u00f6nliche Verantwortung f\u00fcr andere \u00fcbernehmen. Wie steht man da mit seiner Maske zwischen all den Maskenfreien, die ihre freiheitliche Lebensart demonstrieren? Mut und Lust, in diesem Szenario eigene Verantwortlichkeit zu leben, brachten die Wenigsten auf, selbst wenn sie an die Wirksamkeit der Maske glaubten.<\/p>\n\n\n\n<p>Der schwedische Weg? Der h\u00e4tte nach diesen Erkenntnissen nicht nur in Deutschland nie funktioniert. Zu gro\u00df ist die Sucht nach staatlicher Bevormundung, zu gro\u00df sind Unwilligkeit und Unf\u00e4higkeit zur Verantwortung f\u00fcr sich und andere. Mit solchen B\u00fcrgern ist kaum ein liberaler Staat zu machen. Liberale Bekenntnisse und liberales Agieren liegen weit auseinander. Und l\u00e4ngst nicht jeder, der sich liberal gibt, nennt oder sich selbst f\u00fcr \u201eliberal\u201c h\u00e4lt, ist es auch tats\u00e4chlich:<\/p>\n\n\n\n<p>1. Freiheit ohne Verantwortung ist keine liberale Freiheit. Libert\u00e4re, die einer egomanen Freiheit ohne jede Moral das Wort reden und sich \u201eliberal\u201c nennen, sch\u00e4digen den Ruf des Liberalismus. Denn der Liberalismus ist weder egoistisch noch egoman, weil er stets die Freiheit anderer im Auge hat (3. \u201eErb\u00fcnde\u201c). Liberalismus ist allenfalls \u201eegozentrisch\u201c&nbsp;<em>in dem Sinne<\/em>, dass er den Einzelnen und sein \u201eIch\u201c in den Mittelpunkt des Denkens r\u00fcckt. Darin unterscheidet er sich von Sozialismus und Nationalsozialismus, die \u201esoziozentrisch\u201c sind und alles dem Kollektiv unterwerfen und dem, was sie in anma\u00dfender Vertretung f\u00fcr jeden Einzelnen als gesellschaftlichen Nutzen verordnen.<\/p>\n\n\n\n<p>2. Der Liberalismus hat einst erfolgreich gegen den Feudalismus des Adels gek\u00e4mpft und sich f\u00fcr eine offene Gesellschaft mit sozialer Durchl\u00e4ssigkeit eingesetzt. Dem steht entgegen, dass gerade Profiteure der liberalen Gesellschaft viel daf\u00fcr tun, dass an die Stelle der alten sozialen Schichtung eine neue tritt (5. Erbs\u00fcnde). Sie sind in ihrer Mehrheit \u201eBekenntnisliberale\u201c. Sie stehen nicht f\u00fcr eine offene Gesellschaft, sondern f\u00fcr eine Gesellschaft der Privilegien. Was ihren eigenen Vorteil angeht, verhalten sie sich libert\u00e4r, obwohl sie nicht in einer libert\u00e4ren Gesellschaft leben m\u00f6chten. \u2013<\/p>\n\n\n\n<p>Von der neuen Linken wird derzeit ein Feudalismus neuer Art lanciert. Der schichtet die Gesellschaft nach angeborener Opferqualit\u00e4t und schreibt den Opfern Rechte zu, die weit \u00fcber den Minderheitenschutz hinausgehen. So wird das Mehrheitsprinzip moralisch ausgehebelt. Das geht so weit, dass T\u00e4ter*innen in den Opferkategorien geleugnet werden. Typisch daf\u00fcr ist etwa die Blindheit gegen\u00fcber Frauenfeindlichkeit und Islamismus bei Migranten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Linke&nbsp;<em>d\u00fcrfen&nbsp;<\/em>dieses Thema nicht aufnehmen,&nbsp;<em>weil es die Rechten tun<\/em>. Wer es als Linker dennoch tut, ger\u00e4t direkt in den Verdacht, ein Rechter zu sein. Er grenzt sich selbst moralisch aus. Es entscheidet, WER das Argument vorbringt. Tut es der \u201eFalsche\u201c, nimmt man das WAS, den Inhalt des Arguments, nicht zur Kenntnis, distanziert sich moralisch und erstickt den politischen Diskurs dar\u00fcber. Zudem werden die typisierten \u201eOpfer\u201c mit dem WIE \u201epolitisch korrekter Sprache\u201c in Watte gepackt, so dass jeder kritische Blick auf sie gehemmt ist, ganz anders als bei&nbsp;&nbsp;den typischen T\u00e4tern: den \u201ealten wei\u00dfen M\u00e4nnern\u201c. Kevin K\u00fchnert<a href=\"applewebdata:\/\/0DDB4233-9D25-4747-9F26-56A94017048C#_ftn7\"><sup>[7]<\/sup><\/a>&nbsp;schreibt dar\u00fcber:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Es steht der Vorwurf im Raum, in linken Weltbildern gebe es &#8222;richtige&#8220; und &#8222;falsche&#8220; Opfer oder T\u00e4ter. Und auch wenn dieser Vorwurf polemisch und pauschal daherkommen mag, so kann doch der Eindruck entstehen, dass da ein Funke Wahrheit im Spiel ist\u2026.Will die politische Linke den Kampf gegen den Islamismus also nicht l\u00e4nger Rassisten und halbseidenen Hobbyislamforschern \u00fcberlassen, dann muss sie sich endlich gr\u00fcndlich mit dieser Ideologie als ihrem wohl blindesten Fleck besch\u00e4ftigen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>K\u00fchnert r\u00fcckt damit das WAS, den Inhalt eines Arguments, wieder vor das WER, die Person, die es vorgebracht hat. Statt die Argumente der Rechten zu meiden, k\u00f6nnte die Linke ihnen so die Deutungshoheit nehmen. Doch die klammheimliche Furcht vor der Schw\u00e4che der eigenen Argumente und die nackte Angst, sich zu Gehilfen der Rechten zu machen, wird die Linke wohl noch lange Zeit umtreiben. Sich als Opfer zu qualifizieren, wird daher aus ihrer Perspektive weiterhin drei ideologische Vorteile haben:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>a. Niemand darf als Linker dar\u00fcber sprechen, wenn und wo \u201eOpfer\u201c zugleich T\u00e4ter sind, ohne sich als moralisch dekadent zu outen.<\/p>\n\n\n\n<p>b. Die \u201eOpfer\u201c sammeln Opferpunkte und ihre moralische Qualit\u00e4t schreit nach Sonderrechten gegen\u00fcber der immer moralisch disqualifizierten Mehrheit<\/p>\n\n\n\n<p>c. Nicht die \u201eOpfer\u201c m\u00fcssen sich \u00e4ndern, die anderen und die \u201eT\u00e4ter\u201c m\u00fcssen es. Die Mehrheit hat diese Opfer geschaffen, schlicht weil sie Mehrheit ist und die \u201eOpfer\u201c sich allein deshalb von ihr unterdr\u00fcckt f\u00fchlen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit den Sonderrechten und Privilegien f\u00fcr die in Kategorien einsortierten Opfer wird unausweichlich f\u00fcr die \u201eT\u00e4ter\u201c eine neue feudale Schichtung entwickelt, zumal die Opfereigenschaften angeboren oder unausweichlich sind: Hautfarbe (nicht wei\u00df), Geschlechtsmerkmale (nicht m\u00e4nnlich) oder Alter (nicht jung).<\/p>\n\n\n\n<p>3. Bei Nationalliberalen besteht die Gefahr, dem Nationalismus eine h\u00f6here Bedeutung beizumessen als dem Liberalismus, damit entweder ins rechte Lager abzugleiten und sich als Einstiegsdroge in den Rechtsradikalismus anzubieten (7. Erbs\u00fcnde). Angesichts globaler Herausforderungen scheint dieser Ansatz zudem \u00fcberholt, anders als zu Zeiten der deutschen Kleinstaaterei.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wie wichtig internationale Zusammenarbeit ist, zeigt sich nicht nur beim Klimaschutz: Weltweite Verantwortlichkeit kann ohne politische Abstimmung allerdings zu einem Irrweg werden: W\u00e4hrend China seine Wachstumspolitik ohne Proteste zu Lasten des Klimas fortf\u00fchrt, drohen die europ\u00e4ischen Nationen Milliarden von Euros ohne Klimawirkung in den Sand zu setzen. Was hier erreicht wird, wird von China konterkariert und \u00fcberkompensiert.<a href=\"applewebdata:\/\/0DDB4233-9D25-4747-9F26-56A94017048C#_ftn8\"><sup>[8]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>4. Bei denjenigen, die den positiven Freiheitbegriff und die Gleichheit der Startbedingungen betonen (6. Erbs\u00fcnde), gibt es die Gefahr, in sozialistisches Gedankengut abzurutschen. Die Betonung der Chancen gleicher Teilhabe kann im Extremfall zu radikalen Umverteilungsforderungen f\u00fchren. Weil nach einer alten Fu\u00dfballweisheit nach dem Spiel immer vor dem Spiel ist, verschwimmen dabei der liberale Ansatz gleicher Startchancen und der sozialistische Ansatz gleicher Endzust\u00e4nde. Wer permanent die absolute Gleichheit der Starchancen sichern will, sieht sich mehreren Problemen gegen\u00fcber:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>a. Die Herstellung gleicher Startchancen kann sich nicht auf pers\u00f6nliche Eigenschaften, F\u00e4higkeiten, Einsatzwillen und soziale Kontakte beziehen. Sie ist auf die materielle Komponente beschr\u00e4nkt oder auf den gleichen Zugang zu immateriellen Komponenten, insbesondere zu Informationen und Bildung.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>b. Die verbleibenden Unterschiede bei pers\u00f6nlichen F\u00e4higkeiten und sozialen Bez\u00fcgen sorgen laufend f\u00fcr Ver\u00e4nderungen in den Ergebnissen. Der Versuch, diese Ergebnisse permanent im Sinne einer Gleichheit zu korrigieren, erfordert auch permanente staatliche Eingriffe. Die machen nicht nur&nbsp;<em>passive<\/em>&nbsp;Freiheit unm\u00f6glich, sondern auch aktive Freiheit selbst. Denn:<\/p>\n\n\n\n<p>c. Die&nbsp;<em>aktive<\/em>&nbsp;Freiheit zur Teilhabe wird in Frage gestellt, wenn die Regierung alle Ergebnisse menschlichen Handelns unabl\u00e4ssig auf \u201eReset\u201c schaltet. Es stellt sich die Frage, wozu aktive Freiheit dann \u00fcberhaupt gut sein soll, wenn ihre Wirkung auf und f\u00fcr das Individuum faktisch immer gleich Null ist. Ohne Anreize l\u00e4uft aktive Freiheit ins Leere. Denn es stellt sich die Frage: Wof\u00fcr?<\/p>\n\n\n\n<p>Die F\u00f6rderung aktiver Freiheit ist unter Liberalen umstritten. Dabei geht es zun\u00e4chst nur um&nbsp;<em>Behinderungen aktiver Freiheit<\/em>: Zugangsbeschr\u00e4nkungen bei der Berufsaus\u00fcbung wie die Approbation bei \u00c4rzten halten die meisten Liberalen noch f\u00fcr notwendig. Umstritten ist aber bereits der Meisterbrief im Handwerk, etwa bei Fliesenlegern oder Fris\u00f6ren. Bei Existenz eines Meisterprivilegs ist zudem aus liberaler Sicht umso wichtiger, dass allen der Weg zum Meisterbrief offensteht. Das war im Zunftwesen nicht der Fall.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur&nbsp;<em>F\u00f6rderung<\/em>&nbsp;aktiver Freiheit geh\u00f6rt ein Mindestlebensstandard f\u00fcr alle. Die sozialistische Fokussierung auf materielle Voraussetzungen findet sich bei Liberalen aber nicht. Zugang zu Informationen und Bildung ist f\u00fcr sie ein eher wichtigerer Teil der Chancengleichheit. Umso befremdlicher ist, dass Liberale sich nicht dem Bologna-Prozess widersetzt haben. Denn damit wurden neofeudale Tendenzen des angels\u00e4chsischen Bildungssystems \u00fcbernommen, die Privilegien erblich machen und der offenen Gesellschaft entgegenstehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Liberal zu werden, zu sein und zu bleiben, ist folglich ein Balanceakt zwischen der libert\u00e4ren \u00dcberbetonung der eigenen Freiheit, der neofeudalen Absicherung pers\u00f6nlicher Errungenschaften bis in die n\u00e4chsten Generationen, dem Hang zu nationalem Eigennutz bis hin zum Nationalismus und der \u00dcberinterpretation aktiver Freiheit, die in einem sozialistischen Zwangsstaat enden muss und damit der Freiheit insgesamt ihre Basis nimmt. Zwischen diesen Klippen f\u00fchrt der liberale Weg hindurch. Religi\u00f6se Extremisten sind eine weitere Herausforderung f\u00fcr den Liberalismus:<\/p>\n\n\n\n<p>Die Aufkl\u00e4rung hat die Liberalen verf\u00fchrt, vom Baume der Erkenntnis zu naschen. Die Hybris, den&nbsp;<em>menschlichen<\/em>&nbsp;Verstand zum Ausgangspunkt ihres Weltbildes zu machen, ist f\u00fcr Anh\u00e4nger fundamental religi\u00f6ser Str\u00f6mungen DIE Erbs\u00fcnde \u00fcberhaupt (2. \u201eErbs\u00fcnde\u201c). Doch mit dieser Erbs\u00fcnde ist der Liberalismus nicht allein. Sozialismus und Nationalsozialismus teilen sie. Beide sind sogar areligi\u00f6s, wenn nicht antireligi\u00f6s, w\u00e4hrend der Liberalismus grunds\u00e4tzlich neutral gegen\u00fcber den Religionen ist, weil er sie zur Privatsache und nicht zum \u00f6ffentlichen Problem erkl\u00e4rt. Nur wenn es um Allmachtanspr\u00fcche einer Religion geht, wird auch der letzte Liberale antireligi\u00f6s. Daher hat der Liberalismus seine Gegner nur bei religi\u00f6sen Extremisten, bei denen es nicht um die individuelle Aus\u00fcbung des eigenen Glaubens geht, sondern um \u00fcbergriffige Vereinnahmung aller Menschen f\u00fcr den eigenen Glauben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Der Liberalismus hat die individuelle Aus\u00fcbung des Glaubens nicht nur zugelassen, sondern immer auch gesch\u00fctzt. Das kann man von Sozialismus und Nationalsozialismus nicht sagen. Beide sind Ideologien, die keine sichere Privatsph\u00e4re kennen, sondern nur die Unterordnung des Einzelnen unter einen kollektiven Zwang der herrschenden Ideologie. Das hindert religi\u00f6se Extremisten freilich nicht daran, Liberalismus, Sozialismus und Nationalsozialismus in einen Topf zu werfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei all diesen Herausforderungen muss sich der Liberalismus erneuern, weil Umwelt- und Klimaschutz der liberalen Philosophie nicht in die Wiege gelegt waren (4. Erbs\u00fcnde). Damals waren diese Probleme noch nicht erkennbar. Anders bei der sozialistischen Geburt. Der Sozialismus ist ein j\u00fcngeres Kind der Industrialisierung, in der massive Umweltsch\u00e4digungen ihren Ursprung hatten und bereits sichtbar waren.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Bewegung \u201eFridays for Future\u201c rechnet dennoch Umwelt- und Klimasch\u00e4den dem Kapitalismus und dem Neoliberalismus zu. W\u00e4re das richtig, m\u00fcssten sozialistische L\u00e4nder bei Umwelt- und Klimaschutz besser dagestanden haben (der Ostblock), besser dastehen (China, Nordkorea) und der Wechsel in ein sozialistisches Regime (Venezuela) m\u00fcsste positive Umweltfolgen haben. Doch das Gegenteil ist der Fall.<\/p>\n\n\n\n<p>Oft wird \u201eder Markt\u201c von Gegnern der Liberalen&nbsp;<em>\u201epers\u00f6nlich\u201c<\/em>&nbsp;f\u00fcr Umweltsch\u00e4den verantwortlich gemacht. Doch auf dem Markt werden nur G\u00fcter und Dienstleistungen ge- und verkauft, weder unver\u00e4u\u00dferliche Werte (Liebe) noch \u201efreie G\u00fcter\u201c (Luft). Nur f\u00fcr knappe oder k\u00fcnstlich verknappte G\u00fcter gibt es einen Marktpreis. Knappheit gibt es von Natur aus (Boden) oder k\u00fcnstlich durch gesetzliche Regelung (CO<sub>2<\/sub>-Kontingente). Die allermeisten Schadstoffe haben keinen Markt. Daher hat \u201eder Markt\u201c ein perfektes Alibi. Wo er nicht im Spiel ist, kann er nicht verantwortlich sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Liberale L\u00f6sungen bestehen darin, umweltsch\u00e4dliche Stoffe per Gesetz zu verknappen und \u201eRechte zur Umweltsch\u00e4digung\u201c handelbar zu machen. Die vergleichbare dirigistische L\u00f6sung durch Besteuerung ist unflexibler und erzeugt Fehlsteuerungen \u00e4hnlich dem Preis einer Zentralverwaltungswirtschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Dem halten fundamentalistische Umweltsch\u00fctzer ihr \u201eKein Recht zur Sch\u00e4digung der Umwelt von Niemandem!\u201c entgegen. Diese Rettung der Umwelt&nbsp;<em>vor<\/em>&nbsp;dem Menschen statt&nbsp;<em>f\u00fcr<\/em>&nbsp;ihn f\u00fchrt in letzter Konsequenz zum Selbstmord und zur Ausl\u00f6schung der Menschheit. Dann w\u00e4re der Mensch selbst kein Teil der Umwelt mehr. \u2013<\/p>\n\n\n\n<p>Den Liberalen ist es bislang nicht gelungen, dieser emotionalen Ablehnung entgegenzuwirken und ihren rationalen L\u00f6sungsans\u00e4tzen Geh\u00f6r zu verschaffen. Denn Liberal ist man aus reiner Vernunft, nicht aus Begeisterung f\u00fcr eine Utopie, es sei denn aus Begeisterung f\u00fcr die Vernunft selbst (1. Erbs\u00fcnde). Daher gibt es auch Begeisterung f\u00fcr die liberale Freiheit, wie die Regenschirme von Hongkong oder die Flaggen in Belarus zeigen. Liberale blicken in eine offene Zukunft, die sie stetig im gewaltfreien Diskurs und auf demokratischem Weg verbessern wollen. Sie garantieren nicht einmal Verbesserung mit jeder Ver\u00e4nderung und verhei\u00dfen keine paradiesischen Endzust\u00e4nde, mit denen Extremisten Fanatismus bei ihren Anh\u00e4ngern entfachen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Liberale haben der \u201eKampfbereitschaft\u201c f\u00fcr ein Meinungsmonopol nur ihr Pl\u00e4doyer f\u00fcr Meinungsvielfalt entgegenzusetzen. Doch wenn es um das&nbsp;<em>Meta<\/em>-Problem der Erhaltung der Meinungsfreiheit geht, kann, ja darf ein Liberaler nicht \u201eliberal\u201c sein, sonst w\u00e4re der liberalen Ordnung ihre Basis entzogen: \u201eKeine Freiheit dazu, die Freiheit zu zerst\u00f6ren\u201c ist ebenso wenig ein Widerspruch wie die Aussage \u201eIch spreche kein Deutsch\u201c auf Deutsch oder die klassische Aussage des Kreters \u201eAlle Kreter l\u00fcgen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu all diesen Problemen f\u00fcr den Liberalismus tritt noch ein weiteres hinzu: Der Liberalismus ist gespalten. Mehrfach: Das macht ihn schwach! Doch er ist politisch fast \u00fcberall vertreten, au\u00dfer am extrem linken und rechten Rand: Das macht ihn stark!<\/p>\n\n\n\n<p>Liberale w\u00e4hlen daher auch Gr\u00fcne, CDU oder SPD. Ihr Verstand macht aber halt vor der \u00e4u\u00dfersten Linken, vor der AfD oder noch gr\u00f6\u00dferen Extremen.&nbsp;Doch mit dieser Ausnahme bedienen alle Parteien Teilaspekte des Liberalismus, ohne von liberalem Gedankengut ganz durchdrungen zu sein. Das ist nicht einmal die FDP als Partei, die den Liberalismus \u201eim Schilde\u201c f\u00fchrt. Wenn Christian Lindner seine Gr\u00fcnenschelte daran festmacht, dass diese Fleischliebhabern ihr Steak wegnehmen wollen, weist dies sogar auf einen eklatanten Mangel an fundamental liberalen Argumenten hin, auf eine Partei und oder einen Parteichef mit schwachem ideologischem Fundament.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht nur deshalb k\u00f6nnen allein neue fundamentale \u00dcberlegungen der liberalen Bewegung neue Orientierung, Schwung, Tiefe und Breite geben. Genau das vermissen viele W\u00e4hler auch bei anderen Parteien der politischen Mitte. Je mehr die sich etabliert haben, umso weiter tritt ihre politische Programmatik in den Hintergrund, umso mehr werden die Parteien zu reinen&nbsp;<em>Wahlvereinen<\/em>, umso mehr werden die Tagesordnungen der Parteitage dominiert von der Besetzung von Posten und P\u00f6stchen. Und wieder z\u00e4hlt dabei nur das WER und ganz am Ende steht das WAS, der Inhalt, f\u00fcr den die Partei steht. Das ist bei der CDU\/CSU, FDP und SPD sehr ausgepr\u00e4gt, auf Kreis-, Landes- und Bundesebene. Bei den Gr\u00fcnen noch am wenigsten. Und vielleicht ist gerade das der Grund f\u00fcr deren j\u00fcngste Erfolge.<\/p>\n\n\n\n<p>Woran liegt das? Und wie kann es gelingen, liberale Werte deutlich zu machen, zu verteidigen, zu erhalten und im heutigen Umfeld neu zu gestalten? Und warum ist eine Neugestaltung dringend notwendig?<\/p>\n\n\n\n<p>Politischer und \u00f6konomischer Liberalismus sind ideologisch \u00e4lter als der Sozialismus. Als sie geschaffen wurden, waren Umweltschutz und Klimapolitik keine relevanten Fragen. Erst recht keine Kommunikationstechnologie, bei der sich die Menschen mit Smart-Phone oder Alexa \u201efreiwillig\u201c einer pers\u00f6nlichen Kontrolle unterwerfen. Beinahe jede Zahlung ist heute nachvollziehbar, weil Geld vom materiellen Bar-Geld zur reinen Informationsgr\u00f6\u00dfe geworden ist. Lenins Kontrollwahn (\u201eVertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!\u201c) ist immer besser realisierbar und in Chinas Metropolen schon Realit\u00e4t. Auch hierzulande rufen Politiker nach Kontrolle bis in den Bereich der Familie. Corona kommt daf\u00fcr gerade recht.<a href=\"applewebdata:\/\/0DDB4233-9D25-4747-9F26-56A94017048C#_ftn9\"><sup>[9]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Angesichts dieser neuen Herausforderungen brauchen Liberale neue liberale L\u00f6sungen, die sie bei den Begr\u00fcndern ihrer Philosophie nicht finden k\u00f6nnen, weil die diese Probleme nicht hatten.&nbsp;<em>Der Liberalismus muss ohne eine konkrete Utopie seinen Anh\u00e4ngern Begeisterung vermitteln: f\u00fcr Meinungsvielfalt, f\u00fcr eine offene Gesellschaft, f\u00fcr Freiheit und aktive Teilhabe in Selbstverantwortung und Fremdverantwortung \u00fcber Generationen und Grenzen hinaus, f\u00fcr friedlichen Diskurs und Verhandlungsl\u00f6sungen, gegen totalit\u00e4re und gewaltbereite Meinungsdiktatur, gegen Bevormundung durch ideologische und gutmenschliche Besserwisser, private Kollektive oder Institutionen, gegen einen b\u00fcrokratisierten Staat.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Um diese Begeisterung zu erzeugen und wachzuhalten, bedarf es eines authentischen .Auftretens. Bei Umwelt- und Klimaschutz haben Realo-Liberale bei den Gr\u00fcnen nachgearbeitet, was der Liberalismus lange Zeit vers\u00e4umt hat. Der typische Ansatz der Gr\u00fcnen mit Verboten und (Steuer-)Strafen ist jedoch negativ ausgerichtet. Diese L\u00f6sungen sind starr und unflexibel, reagieren nicht auf Ver\u00e4nderungen in Umwelt, Politik und Wirtschaft. Liberale m\u00fcssen hier flexible Marktl\u00f6sungen entwickeln und deren Vorteile herausstellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die an den Erbs\u00fcnden festgemachte Kritik mag manchen Liberalen verunsichern. Das ist gut so. Liberal sein, bedeutet \u201eja\u201c zu sagen zu einem Prozess permanenter Ver\u00e4nderung und permanenten Lernens, vernunftgesteuert und demokratisch, nach dem Prinzip von Versuch und Irrtum. Das unterscheidet Liberale von politischen und religi\u00f6sen Extremisten mit paradiesischen Utopien, bei denen ein kollektivistisches Rattenrennen sein j\u00e4hes Ende Zeitpunkt der Erf\u00fcllung ihrer Endzeitvision findet.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Bei aller Kritik am Liberalismus gibt es auch Gr\u00fcnde f\u00fcr Selbstsicherheit. Die \u201eHausordnung\u201c der Bundesrepublik Deutschland verdanken wir dem Liberalismus: Selbstbestimmung und Menschrechte, Gewaltenteilung und freie Presse, freie Wahlen und Rechtsstaat. Unser wirtschaftlicher Wohlstand beruht auf liberalen Grundlagen: Unternehmertum und Marktwirtschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>In der \u00f6ffentlichen Diskussion stehen die wirtschaftlichen Erfolge in den \u201eErrungenschaften des Liberalismus\u201c jedoch oft vor den politischen und rechtlichen. Der Liberalismus wird dann einseitig als Wirtschaftsliberalismus gelobt oder bek\u00e4mpft, seine kultur- und rechtspolitische Dimension wird ignoriert, sogar von seinen Anh\u00e4ngern. Der Einfluss der Liberalen auf die Wirtschaft wird \u00fcbertrieben, der auf Kultur und Verfassung missachtet. Das war in den Anf\u00e4ngen bei John Locke ganz anders. Da spielte der mit Adam Smith ins Spiel gekommene wirtschaftliche Aspekt noch keine Rolle.<\/p>\n\n\n\n<p>Die politische Ethik der Liberalen ist \u00e4lter als die der Linken, die trotzdem einem angeblich nur \u201einteressengeleiteten\u201c Liberalismus jede ethische Grundlage abspricht. Doch der Liberalismus ist anders als der Sozialismus eine Ethik des Weges und keine Ethik des Ziels.<\/p>\n\n\n\n<p>Kein Weg des Liberalismus f\u00fchrt nach Utopia. Daher kann der Liberalismus utopische Erwartungen auch nicht entt\u00e4uschen. Dagegen endete bislang jeder Versuch, die perfekte sozialistische oder nationalsozialistische Gesellschaft zu errichten, in Gewaltherrsch, obwohl die Linke nie m\u00fcde wird zu betonen, dass beim n\u00e4chsten realen Sozialismus alles besser wird. Bislang kam es nie so und es gibt gute Gr\u00fcnde anzunehmen, dass es auch k\u00fcnftig nicht so sein wird. Einer dieser Gr\u00fcnde findet man bei Marx selbst: Eine staatsgelenkte \u00f6konomische Basis hat n\u00e4mlich Auswirkungen auf den geistigen \u00dcberbau. In ihrer \u00dcbergriffigkeit auf die Politik ist sie mit Demokratie nicht zu vereinbaren.<\/p>\n\n\n\n<p>M\u00e4ngel bei der Realisierung liberaler Gestaltungsideen sind jedoch nicht zu \u00fcbersehen, im wirtschaftlichen, kulturellen und im politischen Raum. Doch ist das anders bei der Realisierung nationalistischer oder sozialistischer Ideen? Was immer an M\u00e4ngeln demokratischer Systeme und liberaler \u00d6konomien genannt wird, die Schreckensbilder des \u201eTausendj\u00e4hrigen Reiches\u201c sowie der Sowjetunion und China unter Stalin und Mao werden stets bei weitem verfehlt, ebenso wie die erbarmungsw\u00fcrdigen Zust\u00e4nde in Nordkorea oder Venezuela. Daher ist es erstaunlich, wie kraftlos Anh\u00e4nger des Liberalismus oft auf ideologische Kritik von links und rechts reagieren. Denn im Vergleich realisierter Systeme k\u00f6nnen sich die Liberalen durchaus sehen lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Linke Moral (von rechter \u201eMoral\u201c kann ich nicht einmal reden!) war und ist immer nur eine Moral der guten Absichten und der schlechten Folgen, wobei die schlechten Folgen durchweg aus der selbstzerst\u00f6rerischen Umsetzung der guten Absichten geboren werden. Die Sowjetunion, China, die DDR, der gesamte Ostblock, Nordvietnam, Nordkorea, Kuba und Venezuela zeugen von historischen Fehlschl\u00e4gen. Auf der Suche nach einem Beispiel mit nur einigerma\u00dfen guten Folgen linker Ideologie st\u00f6\u00dft man ins Leere. Eine selbstkritische Folgenethik bez\u00fcglich dessen, was linke Ideologie real angerichtet hat, sucht man dort vergeblich. Kritische Selbstbespiegelung war noch nie ein Kennzeichen von Extremisten. Die k\u00f6nnte sie schw\u00e4chen und der \u201eBewegung\u201c der Schwung nehmen. Liberale aber k\u00f6nnten und sollten dazu f\u00e4hig sein und damit f\u00fcr Lernf\u00e4higkeit bei ihrer Politik zu sorgen. Denn bei ihnen sind Lernf\u00e4higkeit und F\u00e4higkeit zur politischen Wandlung Teil ihrer Philosophie.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Linken vergleichen bei ihrer Kritik am Liberalismus fast nie die Realit\u00e4t liberaler Staaten mit der Realit\u00e4t sozialistischer Staaten, sondern reale Demokratien mit ihrer politischen Utopie. Ein fairer Vergleich w\u00fcrde entweder die Ideologien vergleichen oder die realen Systeme, also historisch die Bundesrepublik mit der DDR oder der UdSSR und aktuell Deutschland mit Nordkorea, Venezuela oder Kuba.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Variante des Vergleichs von Realit\u00e4t und Utopie ist die Gegen\u00fcberstellung von realer Demokratie und gutem Diktator. Auch hier wird eine durchaus kritikw\u00fcrdige Realit\u00e4t mit einem gedanklichen Ideal verglichen. Dabei w\u00fcrde sich jedoch das Ideal des \u201eguten Diktators\u201c bei jedem Versuch seiner Realisierung selbst zerst\u00f6ren. Unkontrollierte Macht ohne Verantwortung, ohne Zwang zur Rechenschaft, korrumpiert immer, abgesehen von der Frage, wie der \u201egute Diktator\u201c in seine Position k\u00e4me. Kann ein Diktator noch ein \u201eguter\u201c sein, wenn er seine Position mit der Gewalt erreicht? Bei Gewaltenteilung kann n\u00e4mlich kein noch so schlechter Demokrat die Machtf\u00fclle eines Diktators auf sich vereinigen: Er steht immer unter dem Vorbehalt seiner Abl\u00f6sung.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich kann man auch die Ideologien vergleichen. Marx und seine Epigonen haben der sozialistischen Ideologie zu weit mehr Bekanntheit und Popularit\u00e4t verholfen als es die Liberalen je geschafft haben. Anders ist die Lage nur in den angels\u00e4chsischen Staaten. Doch in den USA wird \u201eliberal\u201c oft n die N\u00e4he des Kommunismus ger\u00fcckt. Dort wird bei den Liberalen \u201esoziale Zuwendung\u201c verortet, hierzulande eher \u201esoziale K\u00e4lte\u201c. Kennt man sich zumindest in dieser Hinsicht bei den Angelsachsen mit dem Liberalismus vielleicht sogar besser aus?<\/p>\n\n\n\n<p>Die \u201esoziale K\u00e4lte\u201c der Liberalen wird auch mit ihrer Unsicherheitstoleranz verkn\u00fcpft, die offene liberale Zukunftsentw\u00fcrfe einfordern. Ein zur Unterordnung neigender Mensch wird auf alle Frage eindeutige Antworten erwarten und dazu neigen, sich jemandem geistig zu unterwerfen, der ihm eindeutige und definitive Antworten gibt. Genau das tut der Liberale nicht. Eine Metapher soll das erkl\u00e4ren:<\/p>\n\n\n\n<p>Als mich jemand um einen Beitrag f\u00fcr ein Rezeptbuch bat, musste ich passen. Alle waren verwundert, weil ich als Hobbykoch bekannt bin. Andere lieferten daf\u00fcr Rezepte, die Koch- oder Backvorgaben mit exakten Angaben zu Zutaten, Mengen und Zubereitung enthielten. Doch so koche ich nicht. Ich schaue, was es im Laden, auf dem Markt oder im K\u00fchlschrank gibt und mache mein Rezept: daraus immer neu. Dabei habe ich ein klares Ziel und klare Regeln. Das Ziel ist, alle Geschmacksnuancen, die ein Mensch sp\u00fcren kann, mit einem Gericht oder einer Men\u00fcfolge anzusprechen: bitter, salzig, sauer, s\u00fc\u00df, umami. Erg\u00e4nzend kommen Geruch, Aussehen und sogar das Geh\u00f6r hinzu, etwa der knackige Klang beim Zubei\u00dfen oder Kauen. Noch mehr als mit den sprichw\u00f6rtlichen Augen isst der Mensch mit Zunge und Nase.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Doch ob die Note \u201ebitter\u201c beim Chili con Carne mit einem Lorbeerblatt, dunkler Schokolade oder einer Tasse Espresso erreicht wird, ist der Phantasie des Koches \u00fcberlassen und dem, was f\u00fcr ihn gerade zur Hand ist. Ein genaues Rezept braucht man dazu nicht. Es reicht eine Vorstellung von dem, was das Gericht verk\u00f6rpert. Man macht etwas aus den besten Zutaten, die man finden kann, und l\u00e4sst sich nicht verleiten, schlechtes Gem\u00fcse zu verarbeiten, nur weil das Rezept diese Zutat verlangt und weil besseres nicht vorhanden ist. Unter schlechten Zutaten leidet das beste Rezept. Einen \u201eKochwein\u201c, den ich nicht mit Genuss trinken w\u00fcrde, kenne&nbsp;<em>ich<\/em>&nbsp;nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man so will, ist das \u201eliberales Kochen\u201c: aus dem Besten, was da ist und mit offenem Ergebnis. Wer Lebensrezepte mit genauen Vorgaben braucht, wird bei den Anbietern autorit\u00e4rer Dogmen bedient. Die geben exakte Rezepte vor, ohne die Verf\u00fcgbarkeit und die Qualit\u00e4t der Zutaten zu pr\u00fcfen. So wurden in sozialistischen Staaten die \u201esozialistische Pers\u00f6nlichkeit\u201c und der \u201eneue Mensch\u201c beschworen, damit der reale Sozialismus funktioniert. Ein Grund, warum der nie funktioniert hat, ist das Fehlen genau dieser Zutat. Der Liberale dagegen geht mit dem um, was er vorfindet. Der Marktprozess funktioniert mit altruistischen und egoistischen Marktteilnehmern. Manche werfen den Liberalen sogar die Toleranz ihrer Organisationssysteme gegen\u00fcber Egoisten vor. Als wenn es nicht gen\u00fcgend von denen g\u00e4be oder als ob sie durch sozialistische Umerziehung zur selbstlosen Pers\u00f6nlichkeit \u201ebekehrt\u201c werden k\u00f6nnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Das sorgt auch f\u00fcr einen anderen Zugang zur \u201eGerechtigkeit\u201c. F\u00fcr den Liberalen ist zun\u00e4chst immer das gerecht, worauf sich Leute freiwillig einigen. Gerechtigkeit kommt hier von unten (siehe weitere Neschle-Beitr\u00e4ge unter dem Stichwort \u201eGerechtigkeit\u201c). Dagegen kann f\u00fcr totalit\u00e4re Linke oder Rechte und f\u00fcr religi\u00f6se Fundamentalisten Gerechtigkeit allein(!) von oben kommen. Jede \u201egerechte\u201c L\u00f6sung von unten, auf die sich Beteiligte freiwillig geeinigt haben, wird im Namen einer Gerechtigkeit von oben infrage gestellt. An einer letzten Metapher wird das klar:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Stra\u00dfenkicker handeln strittige Fragen unter sich aus, f\u00fcr den Profisport gibt es Regeln, die sich durchaus ver\u00e4ndern. Doch JEDES Ergebnis, das unter den aktuell g\u00fcltigen Regeln zustande kommt, wird als gerecht anerkannt. Au\u00dfenstehende hadern oft mit einem Ergebnis und behaupten, ihr Verein habe \u201eunverdient\u201c verloren. F\u00fcr den Liberalen ist eine solche Meinung irrelevant. Der Totalit\u00e4re setzt dagegen sein Urteil \u00fcber das Ergebnis absolut und korrigiert das \u201eungerechte\u201c Ergebnis am gr\u00fcnen Tisch auch dann, wenn alles den Regeln entsprechend ablief. Er \u00fcberl\u00e4sst das Ergebnis weder dem freien noch dem regelgesteuerten Spiel der Kr\u00e4fte. Das erzeugt am Ende das, worunter der reale Sozialismus \u00fcberall leidet: Keiner hat mehr Lust am Einsatz f\u00fcr ein Spiel, dessen Ergebnis von oben bestimmt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist auch insofern problematisch, als die Kriterien der Gerechtigkeit von oben beliebig und daher willk\u00fcrlich sind. Religi\u00f6se kennzeichnen das oft mit dem Satz \u201eDie Wege des Herrn sind unerfindlich\u201c. Jedem nach seiner Leistung, seinem Bedarf, seiner Bed\u00fcrftigkeit, seinem Potenzial? Der totalit\u00e4re Staat gibt seine Gerechtigkeitsvorstellung f\u00fcr alle Bereiche des Lebens vor und \u00e4ndert seine Ma\u00dfst\u00e4be nach Zeit und Ort.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Einigen sich Menschen dagegen dezentral, freiwillig und gegenseitig, ist ihr Ergebnis ein Kompromiss verschiedener Gerechtigkeitsvorstellungen der Verhandlungsteilnehmer. Sofern hierbei nicht gelogen und betrogen wird und die Rechte Dritter gewahrt bleiben, wird der liberale Staat jedes Ergebnis als \u201egerecht\u201c anerkennen, was den Verhandlungsteilnehmern beliebt. Lug und Betrug sowie die Rechte Dritter sind eine Aufgabe f\u00fcr die Marktregulation: z.B. durch Wandelung, Minderung oder Handelsbeschr\u00e4nkungen. Der Souver\u00e4n aber ist&nbsp;<em>unter den geltenden Marktregulierungen<\/em>&nbsp;der liberale B\u00fcrger, nicht der autorit\u00e4re Staat, der \u201eseine\u201c Ergebnisse erzwingt.<\/p>\n\n\n\n<p>Liberal sein hei\u00dft daher, im Zweifel weniger Staat zu wagen und mehr Privatautonomie. Es hei\u00dft auch, ein System von Regeln ohne exakt vorherbestimmtes Ergebnis zu entwickeln und zu akzeptieren, wie bei einem Fu\u00dfballspiel. Der Drang der Totalit\u00e4ren auf ihr vorbestimmtes Ergebnis t\u00f6tet dagegen die Lust am Spiel und am Engagement. Der Liberalismus l\u00e4sst beides leben und damit jeden Menschen und seine individuellen W\u00fcnsche.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/0DDB4233-9D25-4747-9F26-56A94017048C#_ftnref1\"><sup>[1]<\/sup><\/a>&nbsp;Wolfgang Kubicki, Meinungs-<em>Un<\/em>-Freiheit, Das gef\u00e4hrliche Spiel mit der Demokratie, Frankfurt\/Main 2020,.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/0DDB4233-9D25-4747-9F26-56A94017048C#_ftnref2\"><sup>[2]<\/sup><\/a>) Die folgenden Zitate ebenda auf S. 109f. und S. 110. (Hervorhebung des \u201ewir\u201c: L.N<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/0DDB4233-9D25-4747-9F26-56A94017048C#_ftnref3\"><sup>[3]<\/sup><\/a>&nbsp;Beide Zitate ebenda, S. 110.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/0DDB4233-9D25-4747-9F26-56A94017048C#_ftnref4\"><sup>[4]<\/sup><\/a>&nbsp;So findet sich z.B. beim Ordnungsamt der Stadt Essen ein Formular \u201eMelden eines Versto\u00dfes gegen die Coronaschutz-Verordnung\u201c, das es dem Denunzianten erlaubt, seine Identit\u00e4t geheimzuhalten.<a href=\"https:\/\/www.essen.de\/formular\/ordnungsamt\/coronaschutzverordnung__melden_eines_verstosses.de.html\">https:\/\/www.essen.de\/formular\/ordnungsamt\/coronaschutzverordnung__melden_eines_verstosses.de.html<\/a>. (14.10.2020)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/0DDB4233-9D25-4747-9F26-56A94017048C#_ftnref5\"><sup>[5]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. Sophie LoelkeNeue Rekordwerte in USA \u2013 US-Virologe Fauci \u00e4ndert Meinung zur Maskenpflicht.&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.t-online.de\/nachrichten\/ausland\/id_88809852\/corona-in-den-usa-us-virologe-anthony-fauci-aendert-meinung-zur-maskenpflicht.html\">https:\/\/www.t-online.de\/nachrichten\/ausland\/id_88809852\/corona-in-den-usa-us-virologe-anthony-fauci-aendert-meinung-zur-maskenpflicht.html<\/a>. (24.10.2020)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/0DDB4233-9D25-4747-9F26-56A94017048C#_ftnref6\"><sup>[6]<\/sup><\/a>&nbsp;Mittlerweile habe ich Niederl\u00e4nder kennengelernt, die nach Deutschland fuhren, weil hier&nbsp;<em>mit Maske<\/em>&nbsp;eingekauft wurde.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/0DDB4233-9D25-4747-9F26-56A94017048C#_ftnref7\"><sup>[7]<\/sup><\/a>&nbsp;Kevin K\u00fchnert, Die politische Linke sollte ihr Schweigen beenden,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/kevin-kuehnert-ueber-islamismus-die-politische-linke-sollte-ihr-schweigen-beenden-a-5133948b-bac7-490a-a56a-a42d87a62532\">https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/kevin-kuehnert-ueber-islamismus-die-politische-linke-sollte-ihr-schweigen-beenden-a-5133948b-bac7-490a-a56a-a42d87a62532<\/a>. (21.10.2020). Was K\u00fchnert hier \u201eFunke Wahrheit\u201c nennt, ist allerdings lange schon ein Schwelbrand unter der gesamten Linken, den nur sie selbst nicht sehen will.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/0DDB4233-9D25-4747-9F26-56A94017048C#_ftnref8\"><sup>[8]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. dazu Nicole Weinhold,&nbsp;Weltweit \u00fcber 1.000 neue Kohlebl\u00f6cke in Bau und Planung \u2013 Von den weltweit in Betrieb genommenen Kohlebl\u00f6cken mit 68 Gigawatt stehen ca. zwei Drittel in China. Und die Asiaten bauen weltweit neue Kraftwerke, vom 6. Juli 2020.&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.erneuerbareenergien.de\/weltweit-ueber-1000-neue-kohlebloecke-in-bau-und-planung\">https:\/\/www.erneuerbareenergien.de\/weltweit-ueber-1000-neue-kohlebloecke-in-bau-und-planung<\/a>. (19.10.2020)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/0DDB4233-9D25-4747-9F26-56A94017048C#_ftnref9\"><sup>[9]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. ntv.de, jug\/dpa\/AFP, &#8222;Nationale Notlage&#8220; Lauterbach fordert Kontrollen an der Haust\u00fcr,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Lauterbach-fordert-Kontrollen-an-der-Haustuer-article22129548.html\">https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Lauterbach-fordert-Kontrollen-an-der-Haustuer-article22129548.html<\/a>.<\/p>\n\n\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: =;\"><a href=\"http:\/\/www.neschle.de\/download-manager.php?id=240\">PDF-Datei<\/a><span style=\"font-size: small;\"><br \/>This post was downloaded by  298 people until now.<\/span><\/span><\/p>\n<p>&#8211;&gt;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Erbs\u00fcnden des Liberalismus &#8211; Essay in neun Teilen und sieben S\u00fcnden Teil 9 (letzter Teil) Wer von Euch ohne S\u00fcnde ist, der werfe den ersten Stein. (Bibel, NT, Johannes 8,7) Man muss ein Ende machen, auch wenn es nie ein Ende gibt. (Neschle) Die Sieben Erbs\u00fcnden und die Vertreibung aus dem Paradies Ein Beispiel &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/neschle.de\/index.php\/blog\/1435\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eLeon Neschle 93\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[4,6],"tags":[112,14,109,11],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1435"}],"collection":[{"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1435"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1435\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1443,"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1435\/revisions\/1443"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1435"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1435"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1435"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}