{"id":14,"date":"2007-03-08T14:08:11","date_gmt":"2007-03-08T12:08:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.neschle.de\/wordpress\/?p=14"},"modified":"2020-06-21T16:15:22","modified_gmt":"2020-06-21T15:15:22","slug":"leon-neschle-5-12-woche-2007","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/blog\/leon-neschle-5-12-woche-2007\/","title":{"rendered":"Leon Neschle 5 (12. Woche 2007)"},"content":{"rendered":"<header>\n<h2 style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #4f81bd\"><strong>Eure geistige Armut kotzt mich an <\/strong><br \/>\n<strong>(Teil I)<\/strong><\/span><\/h2>\n<\/header>\n<p style=\"text-align: left;\"><em>We believe that to err is human. To blame it on someone else is politics.<\/em> (Hubert H. Humphrey)<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">In der Politik ist es \u00fcblich, dass sogenannte und selbsternannte \u201ePolit-Esel\u201c durch unmotivierte und unkoordinierte Geistesspr\u00fcnge langfristige \u00c4nderungen der Gesetzgebung ank\u00fcndigen.<!--more--> Nach den ersten Spr\u00fcngen wird dann zwar von anderen verharmlost oder dementiert, aber der Boden f\u00fcr den gro\u00dfen Sprung ist bereitet. Deshalb ist dann am Ende niemand mehr \u00fcberrascht, wenn etwa die PKW-Maut kommt. Der Sprung eines solchen Polit-Esels hat auch die jetzige Diskussion um die Finanzierung der Kinderbetreuung angek\u00fcndigt. Aber Eselei bleibt nat\u00fcrlich Eselei. Und ihr Kern ist die Gedankenlosigkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Das Bibelzitat \u201eSelig die Armen im Geiste, denn ihrer ist das Himmelreich\u201c (Matth\u00e4us 5,3) wird oft missverstanden. Nat\u00fcrlich auch in diesem Beitrag! Ganz gezielt sogar! Doch eher unbedarft vermutlich von manchen deutschen Politikern. Besser die blieben mit ihrer geistigen Armut in den \u00e4olischen Sph\u00e4ren des Himmelreichs, statt sie hier auf Erden in politischen Phantasien oder gar in Projekten auszuprobieren!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Geistige Armut und die Armut an Gedanken bleiben so lange sozial ungef\u00e4hrlich, wie niemand reale Folgen daraus ableitet oder jemand findet, der das tut. Ganz schlimm wird es, will irgendein Polit-Esel sich damit das Himmelreich erobern. Islamisten sterben wenigstens daf\u00fcr. Polit-Esel tragen jedoch fast nie die Folgen und immer nur scheinbar schwer an der politischen Verantwortung. Doch eher ist ein \u201efalscher Hase\u201c ein richtiger als \u201epolitische Verantwortung\u201c wirklich \u201eVerantwortung\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">So will ich denn, liebe Gemeinde, hier drei erste, mehr oder minder ernste F\u00e4lle geistiger Armut deutscher Politiker aufzeigen, die schon Folgen haben oder sie haben k\u00f6nnten. Ich spreche bewusst von Teil I, auch ohne schon einen Teil II zu haben. Denn ich bin sicher, dass mir die Politik in Deutschland noch viele Beispiele geistiger Armut liefern wird. Meine Beitr\u00e4ge dazu sind sicher voll-ver\u00e4tzend, aber nicht volksverhetzend. Denn: \u201eSind wir nicht alle ein Bisschen \u201aBluna\u2019?\u201c. Wir h\u00e4tten also einiges mit uns selbst zu tun! Doch es gibt einige, die haben dann noch ein wenig Zeit \u00fcber, um sich mit anderen zu besch\u00e4ftigen. Andere meinen das nur, wie einer, der mit schmutzigen Fingern\u00e4geln den Sauberkeitsappell durchf\u00fchrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Problematisch ist mein Vorgehen dennoch: <i>Denn ist es fair, Leute mit geistigen Waffen zu schlagen, die v\u00f6llig unbewaffnet daherkommen?<\/i> <i>Sicher nicht! Die darf man gar nicht beachten! Aber schlie\u00dflich tun manche so, als tr\u00fcgen sie Waffen. Die Bedrohung durch eine Kinderpistole kann eine Notwehrsituation heraufbeschw\u00f6ren, falls die Waffe \u201et\u00e4uschend echt\u201c aussieht! Manches sieht aus wie ein Gedanke, ist aber gar keiner. <\/i>F\u00fcr viele wirkt er \u201et\u00e4uschend echt\u201c, selbst wenn er \u201enicht ganz echt\u201c ist. Das rechtfertigt im Bedrohungsfall auch den Einsatz geistiger Waffen gegen eigentlich Unbewaffnete, denen man sonst besser keine Aufmerksamkeit schenkt. Also, nichts wie ran an die Bedrohung!<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong>A. Gemeinden in der Verantwortung: Ran ans Kindergeld!<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Da steht doch schon im Internet am 28.12.2006: \u201eKommunen wollen Kindergeld k\u00fcrzen\u201c, um damit die eigene Finanzkraft zu st\u00e4rken. Der Deutsche St\u00e4dte- und Gemeindebund will mit dem Geld nicht etwa die miserable Stra\u00dfenreinigung oder den erb\u00e4rmlichen Zustand der Stra\u00dfen verbessern. Nein! Das Geld soll den Eltern weggenommen werden, um es denjenigen zu geben, die wirklich wissen, was Kinder brauchen. Das sind die Kommunen selbst. <i>Bauknecht<\/i> wusste in der Werbung immer, was Frauen w\u00fcnschen; die Gemeinden wissen offenbar, was Kinder w\u00fcnschen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Also ist \u201eclear as mud\u201c: \u201eWer bessere Kinderbetreuung, mehr Jugendarbeit, mehr Schutz vor Verwahrlosung will, muss die Finanzkraft der Kommunen st\u00e4rken\u201c. So lechzt Gerd Landsberg, der Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer des St\u00e4dtebundes, nach Kindergeld. Das meiste wird gerade bei den Kinderreichen geholt, aber es wird ja auch wieder in \u201eKinder-Reiche\u201c investiert, falls die Kommunen es schaffen sollten, aus so einigen Schmuddelterrains welche zu machen. Alles ohnehin nach dem Geschmack der Gemeinden. Pardon: \u201eKommunen\u201c passt hier besser wegen der geistigen N\u00e4he dieser Idee zum ebenfalls passenden \u201e-ismus\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">F\u00fcr die K\u00fcrzung des Kindergeldes und der \u00dcberweisung des gek\u00fcrzten Betrages an die Gemeinde findet Landsberg zwei Argumente:<\/p>\n<ol style=\"text-align: left;\">\n<li><i>Die meisten europ\u00e4ischen L\u00e4nder zahlen weniger Kindergeld und sind in der Kinderbetreuung erfolgreicher. &#8211;<\/i><\/li>\n<\/ol>\n<blockquote><p>Nur was ist hier Ursache f\u00fcr was? K\u00f6nnen diese L\u00e4nder weniger Kindergeld zahlen, weil sie erfolgreicher in der Kinderbetreuung<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> sind? Dann nichts wie ran an die Arbeit, liebe Gemeinden, damit auch wir bald so erfolgreich in der Kinderbetreuung sind, dass wir sogar das Kindergeld k\u00fcrzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Doch die deutschen Gemeinden glauben offenbar, es sei umgekehrt: <i>Weniger Kindergeld ist die Ursache f\u00fcr eine bessere Kinderbetreuung. Deshalb muss man es k\u00fcrzen<\/i>! H\u00e4\u00e4\u00e4? W\u00e4re die Kinderbetreuung dann nicht sogar am besten, wenn es \u00fcberhaupt gar kein winzigkleines Bisschen Kindergeld g\u00e4be und man \u00fcberwiese gleich alles Geld der Gemeinde? (Pardon: Sp\u00e4testens jetzt sollte man wie Landsberg wirklich von \u201eKommune\u201c sprechen!) Daf\u00fcr spricht jedenfalls das n\u00e4chste Argument:<\/p><\/blockquote>\n<ol style=\"text-align: left;\" start=\"2\">\n<li><i>\u201eGerade in Problemfamilien wird das Kindergeld h\u00e4ufig nicht f\u00fcr die Kinder, sondern von den Eltern f\u00fcr den Konsum ausgegeben\u201c, so Landsberg.-<\/i><\/li>\n<\/ol>\n<blockquote><p>Was meint Landesberg damit? Wenn Kindergeld f\u00fcr Konsum ausgegeben wird, fehlt es den Kindern? Wof\u00fcr will er es denn sonst ausgeben, wenn das Geld ohnehin knapp ist? Brauchen denn die \u201elieben Kleinen\u201c keinen Konsum? Oder sollen schon S\u00e4uglinge es selbst ausgeben und nicht ihre Eltern? Das kann es nicht sein! Landsberg sagt das zwar, meint es aber nicht. So etwas ist hohe Diplomatie: Mit \u00dcberzeugung sagen, was man gar nicht meint!<\/p>\n<p>Was Landsberg nicht sagt, um sich seinen \u201epolitischen korrekten\u201c Mund nicht zu verbrennen, aber meint, ist: <i>In \u201eProblemfamilien\u201c versaufen und verpaffen die Eltern das Kindergeld statt es in das Kind zu investieren.<\/i> Das meint er!<\/p>\n<p>Genau deshalb, so lautet seine \u201epolitische\u201c Folgerung muss es bei <i>allen<\/i>(!), ja tats\u00e4chlich: bei allen Familien gek\u00fcrzt werden, auch wenn Kinder f\u00fcr die meisten Familien mehr kosten als sie an Kindergeld erhalten. M\u00fcsste man bei diesen Familien &#8211; um im Gedanken zu bleiben &#8211; nicht das Kindergeld erh\u00f6hen statt es ihnen wegzunehmen? Wer seinen Kindern das Kindergeld nicht zukommen l\u00e4sst (auch \u00fcber Konsum, das haben wir oben gekl\u00e4rt), muss es an die Gemeinde abf\u00fchren, wer ihnen sogar <i>mehr<\/i>(!) zukommen l\u00e4sst, m\u00fcsste dann auch noch Geld von der Gemeinde bekommen! &#8211; Verstanden Herr Landsberg? &#8211; Das w\u00e4re symmetrisch und folgerichtig! Doch den Raffzahn erkennt man daran, dass er aufh\u00f6rt symmetrisch zu denken, wenn es um den Geldbeutel geht.<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: left;\">Ich habe noch einen weiteren Vorschlag, entwickelt in der parallelen Denkwelt von Herrn Landsberg: Weil es \u201eProblemb\u00fcrger\u201c gibt, die ihre Freiheit f\u00fcr Verbrechen missbrauchen, nehmen wir k\u00fcnftig <i>allen<\/i> (!) B\u00fcrgern ein wenig Freiheit weg und sperren sie jedes Jahr f\u00fcr drei Monate in den Knast. Die gewonnene Zeit setzen wir dann f\u00fcr die Verbrechensbek\u00e4mpfung ein.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Oder viel, viel besser noch! Bleiben wir beim Kindergeld und drehen den Spie\u00df um: <i>\u201eProblemgemeinden\u201c, die ihre Mittel nicht zweckgerecht verwenden, gibt es prozentual sogar h\u00e4ufiger als \u201eProblemfamilien\u201c. Deshalb nehmen wir nun allen(!)Gemeinden einen Teil ihrer Steuern weg und investieren sie in Kindergeld.<\/i> Da kann Herr Landsberg nun ruhig mit seiner Begr\u00fcndung daherkommen. Netto wird es dann sicher mehr Kindergeld geben, weil der Problemgemeinden eben anteilig mehr sind als der Problemfamilien.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><i>W\u00fcrde nur ein Bruchteil des Geldes, das die \u201eProblemgemeinden\u201c(!) zweckentfremdet ausgeben, f\u00fcr Kinderbetreuung verwendet, k\u00e4me der Deutsche St\u00e4dte- und Gemeindebund gar nicht auf die Idee, das Kindergeld k\u00fcrzen zu m\u00fcssen. <\/i>Er h\u00e4tte gen\u00fcgend Geld f\u00fcr intensive Kinderbetreuung. Wetten dass! Die Zahlen daf\u00fcr liefern Bundes- und Landesrechnungshof und der Bund der Steuerzahler.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><i>Warum soll f\u00fcr Gemeinden nicht dasselbe Argument gelten, dass sie gegen die B\u00fcrger ins Feld f\u00fchren???<\/i> Oder sagen wir wie es ist: Denn auch durch h\u00e4ufigen politischen Gebrauch wird das Argument nicht besser, alle verhaften zu m\u00fcssen, wenn nur einige etwas B\u00f6ses getan haben, statt sich gezielt der B\u00f6sewichte zu bem\u00e4chtigen. Es ist entweder ein Zeichen zerebraler Insuffizienz dritten Grades, die nur noch von anderen bemerkt wird, doch nicht von dem, der sie hat. Oder sie ist Indiz einer geistesvernebelnden und \u2013vernebelten Raffgier, der kein Argument zu dumm ist, um an das Geld der B\u00fcrger zu kommen. Ein Beispiel f\u00fcr Letzteres liefert auch das folgende Kapitel.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><b>B. Gleich ist gleich h\u00f6her. Der politische Fuchs und die Logik.<\/b><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Der Fuchs ist schlau und stellt sich dumm (Bei Neschle ist es anders rum! Nat\u00fcrlich!). K\u00f6nnte man das nicht nur vom \u201efabelhaften Fuchs\u201c, sondern auch vom Wirtschaftspolitiker Michael Fuchs (CDU) sagen, machte es ihn zwar verschlagen, w\u00e4re aber das bestm\u00f6gliche Urteil \u00fcber seinen Geisteszustand. Denn wie kommt der Fuchs daher mit seiner Reaktion auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts \u00fcber die Gleichbehandlung von Immobilienbesitz bei Erbschaften?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Bislang wurden Immobilien schonender behandelt als das Restverm\u00f6gen. Das Gericht hat nun gefordert, alle Verm\u00f6gensteile gleich zu behandeln. Fuchs behauptet nun allen Ernstes, eine h\u00f6here Erbschaftsbesteuerung sei nach diesem Urteil deshalb <i>unausweichlich<\/i> (RP v. 8. 2. 2007, B1). Was unausweichlich ist, ist aber nur der Schluss: <i>Der<\/i> Fuchs ist doch nicht schlau oder er meint das von allen anderen Staatsb\u00fcrgern:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Immobilienverm\u00f6gen muss nach dem Urteil des Gerichts k\u00fcnftig im Vergleich zu anderem Verm\u00f6gen <i>relativ(!)<\/i> h\u00f6her besteuert werden. Beh\u00e4lt man alle Freibetr\u00e4ge und auch alle Steuers\u00e4tze strikt bei oder senkt sogar die Freibetr\u00e4ge und erh\u00f6ht die S\u00e4tze, so f\u00fchrt das zu einer h\u00f6heren Erbschaftsbesteuerung. So weit, so richtig! Doch ist eine Steuererh\u00f6hung dadurch \u201eunausweichlich\u201c? Hat das Verfassungsgericht verboten Freibetr\u00e4ge und Steuers\u00e4tze zu senken? \u2013 Eben nicht, Herr Fuchs!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">So schlau m\u00fcsste selbst der Fuchs sein, dass das Gericht mit einem solchen Verbot seine M\u00f6glichkeiten \u00fcbersteigen w\u00fcrde. Den Politikern dagegen steht die M\u00f6glichkeit zur Erh\u00f6hung der Freibetr\u00e4ge oder Senkung der Steuers\u00e4tze jederzeit offen. Und zwar unausweichlich! Sie k\u00f6nnten damit sogar die Erbschaftsteuer senken. Ob das wiederum sinnvoll ist, l\u00e4sst Neschle hier mal dahingestellt, zumal es das Argument von Fuchs nicht besser macht.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Daher ist nicht die Erh\u00f6hung der Erbschaftsteuer unausweichlich, sondern das Urteil \u00fcber die geistige Armut des Herrn Fuchs. Die B\u00fcrger aber sollten schlau sein und sich solche Leute nicht als Vertreter m\u00fcndiger B\u00fcrger w\u00fcnschen. Und zwar <i>unausweichlich<\/i>! Erst recht nicht solche, die sich das Folgende einfallen lassen, was Neschle freilich ein wenig akzentuiert darstellt:<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><b>C. Kesselschlacht der Steuerfahnder. Jetzt haben sie die Rentner umzingelt.<\/b><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Nun fallen sie Finanz\u00e4mter schon \u00fcber Krankenh\u00e4user her, beuten die Altenheime aus und pl\u00fcndern die Hospize. Sie zerren die Rentner heraus und machen sie gnadenlos verantwortlich f\u00fcr das Versagen der Politik vor dem Alter. Die Steuerfahnder kommen und sie haben Millionen von Steuerfl\u00fcchtlingen entdeckt, die bislang in steuerfreien Biotopen dahinvegetierten. Die hat man seit kurzem geschlossen, weil man nun einen neuen, den steuerlichen Um-Weg zur Rentenk\u00fcrzung fand. Die Rheinische Post vom 15. Januar 2007 schreibt auf der Titelseite:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><i>\u201eEin hoher Finanzbeamter sprach \u2026 von einer \u201eKesselschlacht\u201c. Steuerfahnder seien Rentnern auf der Spur, die so viel Steuern hinterzogen h\u00e4tten, dass ihnen nach der Strafe nichts mehr bleiben werde, jedenfalls nicht mehr auf Konten in Deutschland. \u201eDie k\u00f6nnen nur noch auswandern\u201c, betonte der Beamte.\u201c &#8211;<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\u201eNa sch\u00f6n\u201c oder \u201eso what\u201c, wird <i>der eine <\/i>sagen: Wir haben sowieso zu viele Rentner! Das ist eben die neue Methode, die \u201eRenterschwemme\u201c zu stoppen und sie nicht zum \u201eInvaliden-Tsunami\u201c anschwellen zu lassen. K\u00fcnftig werden sich die Menschen aus diesem Land eben schon vor Erreichen des Rentenalters absetzen oder Selbstmord ver\u00fcben m\u00fcssen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Schlimm sagt <i>der andere<\/i>: Jetzt vergreifen sie sich schon an Leuten im Hospiz oder in Altenheimen. Und das tun sie rein mechanisch, ohne Sinn und Verstand, jeder als Glied der rollenden Panzerkette des Fiskus. Die versucht in Deutschland schon seit jeher, jede wirtschaftliche Aktivit\u00e4t plattzumachen. Und es ist allein dem k\u00e4mpferischen Charakter der Deutschen zu verdanken, dass dies noch nicht ganz gelungen ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Eines eint jedoch den einen und den anderen. Die Feststellung n\u00e4mlich: Einen klareren und besseren Hinweis des Fiskus, sein Geld und sich selbst rechtzeitig ins Ausland zu schaffen, kann es kaum geben. Das sagt sogar der Steuerbeamte in dem Artikel der Rheinischen Post, Neschle Fr\u00fchst\u00fcckszeitung, denn er ist \u201ebodenst\u00e4ndig\u201c und kann auf sein \u201eLokales\u201c nicht verzichten.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Aber alles falsch! In Wirklichkeit ist das eine Attacke gegen die Kinder der alten Steuerhinterzieher. Eine verkappte Erbschaftssteuer! In diesem Sinn hat sogar der Fuchs aus dem letzten Kapitel Recht: Wir k\u00f6nnen nun unausweichlich feststellen, dass auf diese Weise die Erbschaftssteuer gestiegen ist!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Aber Steuern wollen auch erhoben sein. Dazu muss man Erkl\u00e4rungen abgeben. Und obwohl j\u00e4hrlich Millionen solcher Erkl\u00e4rungen abgegeben werden, hat mit diesen, durch diese und trotz dieser Erkl\u00e4rungen noch niemand das deutsche Steuer-\u201eSystem\u201c verstanden. Und das einschlie\u00dflich der Finanzbeh\u00f6rden! Dennoch muss man sie abgeben: die Steuererkl\u00e4rungen. Sie dienen n\u00e4mlich dazu, viele Arbeitspl\u00e4tze zu schaffen, auch und neuerdings sogar besonders in den Gef\u00e4ngnissen!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Bei manchem Altenheim braucht man sicher auch keine gro\u00dfen Umbauma\u00dfnahmen, um es in ein Gef\u00e4ngnis zu verwandeln. Und ich bin schon gespannt auf die Fortbildung der Gef\u00e4ngnisbeamten f\u00fcr die k\u00fcnftige Betreuung im Gef\u00e4ngnishospiz. &#8211;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Und wer, glauben gehirnvernagelten Politiker eigentlich, macht wohl die Steuererkl\u00e4rung der Leute, die gesegneten Alters sind. Da d\u00fcrfen die Kinder ran, die schon mit ihren eigenen Steuererkl\u00e4rungen gen\u00fcgend zu tun haben, jedenfalls wenn sie mehr tun als sich ihre Steuer monatlich von ihrem Verdienst abziehen zu lassen. Alles ABM-Ma\u00dfnahmen f\u00fcr diejenigen, die ohnehin genug Arbeit haben! Die m\u00fcssen halt ihre berufliche Arbeit zu Lasten der finanzb\u00fcrokratischen Mehrarbeit zur\u00fcckfahren.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Doch wenn und weil die Steuerfahnder heute ohnehin alles erfahren: Warum braucht man \u00fcberhaupt noch Steuererkl\u00e4rungen? F\u00fcr die Steuererhebung nicht mehr! Nur noch um B\u00fcrgern, alten wie jungen, Mehrarbeit zu machen. Und vor allem Angst davor, sie k\u00f6nnten dem Finanzamt, das sowieso schon alle richtigen Angaben hat, falsche Angaben machen. Also allein, um sie ins Unrecht zu setzen und sie zu bestrafen, wenn sie nicht ordentlich steuergearbeitet haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Seit Anfang 2007 informieren die Rentenversicherungstr\u00e4ger das Finanzamt \u00fcber alle Rentenzahlungen. Und deutsche Bankkonten sind l\u00e4ngst kein Geheimnis mehr f\u00fcr den Fiskus. Auch die nicht, bei denen der Steuerpflichtige selbst nicht einmal wei\u00df, dass er sie hat, etwa nach Abschluss eines Autoleasingvertrags. Und Kontrollmitteilungen gibt es doch heute faktisch \u00fcberall und fl\u00e4chendeckend. Es wird ohnehin nur noch so getan, als sei man bei der Ermittlung der Einnahmen auf die Angaben der B\u00fcrger angewiesen, um die vollst\u00e4ndige Durchleuchtung des B\u00fcrgers nicht gar so despotisch aussehen zu lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Steuer- und Bankgeheimnis sind M\u00e4rchen aus uralten Zeiten. <i>Die Finanz\u00e4mter k\u00f6nnten also die Steuererkl\u00e4rungen mittlerweile faktisch vollst\u00e4ndig selbst ausf\u00fcllen und sollten das bei der steigenden Komplexit\u00e4t der Gesetze auch tun. Der Rest ist reine Schikane und die Aufrechterhaltung der zauberhaften Illusion, ein B\u00fcrger k\u00f6nne heute auch nur irgendetwas noch tun, von dem das Finanzamt nichts wei\u00df.<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die Finanzbeh\u00f6rden geben sich jedoch \u201e<i>betroffen \u00fcber den Mangel an Steuerkenntnissen bei Rentnern<\/i>\u201c (siehe Leitartikel der RP; da macht sich Neschle vor Lachen fast in die Hose, denn bei Neschle sind \u00fcber f\u00fcnfzig Prozent der Steuerbescheide falsch!), obwohl sie selbst ihre Steuern kaum mehr kennen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Zudem leben wir in einer Welt der Arbeitsteilung! Die Finanzbeh\u00f6rden haben doch auch keine Ahnung von Neschles Arbeit und zeigen das auch in eklatanter Weise, wenn es um seine Werbungskosten geht. Warum sollte also Neschle oder gar ein Rentner im Altersheim, der ja eigentlich gar nicht mehr arbeiten sollte (Warum hier also doch???!), die Arbeitsgrundlagen der Finanz\u00e4mter kennen, die ohnehin t\u00e4glich komplizierter werden? Doch Unwissenheit sch\u00fctzt bekanntlich nicht vor Strafe, es sei denn, es handele sich um eine deutsche Beh\u00f6rde oder einen Politiker. Die machen straflos und mit Unwissenheit (oder ist es doch Bosheit) das Steuer(un)recht f\u00fcr Millionen von Menschen gr\u00f6\u00dfer. Wer fr\u00fcher im Recht war, wird heute mit einem kleinen Federstrich ins Unrecht gesetzt. (Neschle wird in sp\u00e4teren Essays noch jede Menge Beispiele daf\u00fcr liefern.)<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Und seien wird ehrlich: <i>Marketingtechnisch sind die Steuerreformen doch das Aller-Allerletzte. Mit jedem neue Schokoriegel und jeder neuen Gesichtscreme werden wir besser vertraut gemacht als mit einer grundlegenden Steuerreform! <\/i>Doch ist das Schuld der B\u00fcrger? Oder soll jeder Rentner jetzt die \u201eSammlung Steuergesetze\u201c und den \u201eBetrieb-Berater\u201c abonnieren? Dem Fiskus ist das offensichtlich egal! Er macht immer sie verantwortlich. Und nun auch Opa und Oma im Krankenhaus, Altersheim und im Hospiz, die l\u00e4ngst zu schlechte Augen haben, um Zeitung zu lesen. Und wie gesagt: Arbeiten sollten sie eigentlich auch nicht mehr m\u00fcssen! Gute Nacht Deutschland! Ich sch\u00e4me mich f\u00fcr Dich!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Also bitte k\u00fcnftig nur noch Steuerreformen, wenn man sie den Betroffenen auch erkl\u00e4ren kann und wenn sie der arbeitenden Bev\u00f6lkerung weniger Arbeit machen als vorher. Es lebe der Bierdeckel! Und die Idee von Friedrich Merz, die Steuererkl\u00e4rung darauf anzufertigen!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Doch den Merz hat leider der eigene Frust aus der Politik entfernt. Heute kann der Bierdeckel daher nur die Grundlage sein, dort die Biere abzustellen, mit denen ich mir jetzt den Frust weg-, die Steuerpolitik und den Verstand der zur Rentnerjagd blasenden Politiker sch\u00f6n- und klugtrinke. In diesem Punkt werden sie freilich fast noch von der deutschen Steuerverwaltung \u00fcbertroffen. Die macht wirklich alles, was man ihr sagt. Die f\u00fchlt sich, so sagte es ein Steuerbeamter zu Neschle, \u201ewie die Perle in einer Kette\u201c und erkl\u00e4rt sich f\u00fcr schuldlos bei all ihrem Tun. Was dabei \u201ePerle\u201c bedeuten soll, ist Neschle allerdings immer noch unklar. Aber eines ist klar: Widerstand gegen Schwachsinn??? Fehlanzeige!!! Also selber Schwachsinn!<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: center;\">Politiker k\u00f6nn\u2019 Fehler machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Manchmal auch solche, wo man lachen<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">kann und sich nach zehn Minuten fragt:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Hat wirklich Stoiber das gesagt?<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Doch wird aus Schwachsinn ein Gesetz*,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">dann mag man\u2019s nicht mehr, das Geschw\u00e4tz.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">(Man achte besonders auf den feinen Doppelsinn von \u201eGesetz\u201c!)<\/p>\n<hr align=\"left\" size=\"1\" width=\"33%\">\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Da w\u00fcrde ich auch gerne mal das Erfolgskriterium von Herrn Landsberg kennen und seine Begr\u00fcndung daf\u00fcr. Ich wette, die ist genau so verquast wie die anderen Begr\u00fcndungen.<\/p>\n<p><a title=\"PDF-Datei\" href=\"http:\/\/www.neschle.de\/download-manager.php?id=34\">PDF-Datei<\/a><br \/>\nThis post was downloaded by  1155  people until now.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eure geistige Armut kotzt mich an (Teil I) We believe that to err is human. To blame it on someone else is politics. (Hubert H. Humphrey) In der Politik ist es \u00fcblich, dass sogenannte und selbsternannte \u201ePolit-Esel\u201c durch unmotivierte und unkoordinierte Geistesspr\u00fcnge langfristige \u00c4nderungen der Gesetzgebung ank\u00fcndigen.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[4,6],"tags":[22,11,21,23],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14"}],"collection":[{"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1061,"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14\/revisions\/1061"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}