{"id":1339,"date":"2020-12-23T09:57:14","date_gmt":"2020-12-23T08:57:14","guid":{"rendered":"https:\/\/neschle.de\/?p=1339"},"modified":"2020-12-24T11:35:45","modified_gmt":"2020-12-24T10:35:45","slug":"leon-neschle-88","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/blog\/leon-neschle-88\/","title":{"rendered":"Leon Neschle 88"},"content":{"rendered":"\n<h2><strong><span style=\"color:#4f81bd\" class=\"tadv-color\">Die Erbs\u00fcnden des Liberalismus &#8211; Essay in neun Teilen und sieben S\u00fcnden<\/span><\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Teil 4<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eWer die Freiheit anderer achtet, zeigt allein dadurch mehr soziale Verantwortung als die Bef\u00fcrworter totalit\u00e4rer Systeme, denen individuelle Freiheit nichts gilt.<\/em>&#8220; (Neschle)<\/p>\n\n\n\n<h3><strong>Die dritte Erbs\u00fcnde: Egoismus statt soziale Verantwortung<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Die dritte Erbs\u00fcnde wird den Liberalen&nbsp;<em>am h\u00e4ufigsten<\/em>&nbsp;angelastet. Dennoch steckt sie&nbsp;<em>nicht<\/em>&nbsp;in den liberalen Genen. Sie findet sich aber in der&nbsp;<em>libert\u00e4ren<\/em>&nbsp;Mutation des Liberalismus.&nbsp;<em>Libert\u00e4re<\/em>&nbsp;verbergen sich (zu) oft als \u201eBekenntnisliberale\u201c hinter dem liberalen Etikett. Den Liberalen ist vorzuwerfen, dass sie nicht deutlich genug und nicht \u00f6ffentlichkeitswirksam gegen diesen Etikettenschwindel vorgehen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>So mancher Bekenntnisliberale glaubt, der Liberalismus lasse&nbsp;<em>unbeschr\u00e4nkte Freiheit<\/em>&nbsp;zu und&nbsp;<em>v\u00f6lligen Egoismus des Einzelnen<\/em>, ja fordere ihn sogar im Wirtschaftsliberalismus, ohne dass davon ein Schaden f\u00fcr die Gesellschaft ausgeht. Nach der Bienenfabel von Mandeville<a href=\"applewebdata:\/\/A6539146-275E-498B-A34F-BAB51D38ACB8#_ftn1\"><sup>[1]<\/sup><\/a>&nbsp;werden durch den Zwang zu freiwilliger Einigung am Markt sogar private Laster zu \u00f6ffentlichen Vorteilen. Auch der politische Abstimmungsprozess setzt den Individuen gesellschaftliche Schranken bei der Durchsetzung ihrer egoistischen Ziele.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Danach liegen die sozialen Bez\u00fcge nicht in der&nbsp;<em>sozialen Verantwortung jedes Einzelnen<\/em>, sondern in den sie umgebenden Systemen, wirtschaftlich im Markt und politisch in der Demokratie. Sie sind die Instrumente sozialer Verst\u00e4ndigung und Einigung, die selbst aus individuellem Egoismus kollektive Tugenden machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die soziale Natur dieser Systeme begrenze sowohl die pers\u00f6nliche Verantwortungslosigkeit als auch \u00f6konomische Gier des Einzelnen, hemme sie in ihrer potentiell zerst\u00f6rerischen Wirkung auf die Gesellschaft. Sie bringe die Individuen dazu, sich zum eigenen Vorteil friedlich mit anderen abzustimmen. Das ver\u00e4ndere sogar die Natur der Gier des Einzelnen und bringe sie unter Marktbedingungen als sozial n\u00fctzliches Leistungsstreben zur Geltung. Das charakterliche Manko des r\u00fccksichtslosen Egoisten erlaube ihm h\u00f6chste Kreativit\u00e4t und leite ihn jedoch in soziale Bahnen durch den Widerstand, den ihm die anderen Teilnehmer am marktlichen und politischen Einigungsprozess entgegensetzen. Egoistische Gier wird sozialisiert und mutiert vom isolierten Vorteil des Einzelnen zum Vorteil aller.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus einer so begr\u00fcndeten Forderung nach uneingeschr\u00e4nkter Freiheit DES Einzelnen bei v\u00f6lliger moralischer Enthaltsamkeit, ohne jede pers\u00f6nliche gesellschaftliche Verpflichtung und ethische Verantwortung, leiten&nbsp;<em>Bekenntnis<\/em>liberale noch heute krasse Freiheitsvorstellungen ab wie die Folgende:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eF\u00fcr Liberale gibt es keine universale Moral und keine ethischen Grunds\u00e4tze, die es erlauben w\u00fcrden, eine solche Moral abzuleiten. Liberale gehen davon aus, dass der Mensch frei ist, autonom und selbstbestimmt. Er hat das Recht, sein Leben gegebenenfalls egoistisch, verantwortungslos und alles andere als nachhaltig zu f\u00fchren. &#8230; Politik darf aus liberaler Sicht nicht den Versuch darstellen, einen Lebensstil durchzusetzen und sei er noch so umweltschonend, tolerant, multikulturell, kinderfreundlich und am Gemeinwohl orientiert.\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/A6539146-275E-498B-A34F-BAB51D38ACB8#_ftn2\"><sup>[2]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Der private Waffenbesitz im Sinne der amerikanischen Waffenlobby w\u00e4re danach ebenso ein liberales Freiheitsrecht wie das Recht, sich selbst freiwillig in die Sklaverei zu begeben, ja sogar der Sex mit Kindern zu haben, was Politiker der Gr\u00fcnen als Freiheitsrecht f\u00fcr sich und andere noch in den 80er- und 90er-Jahren forderten.<a href=\"applewebdata:\/\/A6539146-275E-498B-A34F-BAB51D38ACB8#_ftn3\"><sup>[3]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>In Wahrheit ist diese anarchistische Privat-Autonomie geboren aus der Denkhaltung eines&nbsp;<em>Libert\u00e4ren<\/em>, eines Anh\u00e4ngers des&nbsp;<em>Libertarimus<\/em>.<a href=\"applewebdata:\/\/A6539146-275E-498B-A34F-BAB51D38ACB8#_ftn4\"><sup>[4]<\/sup><\/a>&nbsp;Sie schafft dennoch Angriffspunkte f\u00fcr Gegner der Liberalen. Wie aus obigem Zitat erkennbar, h\u00e4lt sich der Autor selbst f\u00fcr einen \u201eLiberalen\u201c. Da auch Linke und Rechte aus agitatorischen Gr\u00fcnden gern auf die Unterscheidung zwischen Libert\u00e4ren und Liberalen verzichten, wird daraus ein Zerrbild des Liberalismus, das sich gut als Feindbild seiner Gegner eignet.<\/p>\n\n\n\n<p>Im politischen Liberalismus Kantscher Pr\u00e4gung gibt es dagegen keine egoistische Vereinzelung der Freiheit auf das Individuum. Was im Zitat als moralfreie Position eines \u201eLiberalen\u201c gekennzeichnet wird, ist zudem eine widerspr\u00fcchliche Denkhaltung:<\/p>\n\n\n\n<p>Welchen Sinn sollte es haben, wenn sich zwar die Politik nicht in mein Leben einmischen darf, aber jeder private Kontrollfreak unter Berufung auf seinen \u201eliberalen\u201c Lebensstil? Spielt es \u00fcberhaupt eine Rolle, ob ein Monopol staatlicher oder privater Natur ist? Und gibt es im Liberalismus wirklich \u201ekeine universelle Moral und keinen ethischen Grunds\u00e4tze\u201c, welche die uneingeschr\u00e4nkte Machtaus\u00fcbung eines Individuums ausschlie\u00dfen? Wie passt das zusammen mit John Stuart Mills<a href=\"applewebdata:\/\/A6539146-275E-498B-A34F-BAB51D38ACB8#_ftn5\"><sup>[5]<\/sup><\/a>&nbsp;Aussage zum Liberalismus: \u201eDass der einzige Zweck, um dessentwillen man Zwang gegen den Willen eines Mitglieds einer zivilisierten Gemeinschaft rechtm\u00e4\u00dfig aus\u00fcben darf, der ist: die Sch\u00e4digung anderer zu verh\u00fcten\u201c? Wird hier der Liberalismus von Libert\u00e4ren und seinen Gegnern mit einer Erbs\u00fcnde belastet, die ihm nie mitgegeben wurde?<\/p>\n\n\n\n<p>Dem Liberalismus ging es von Beginn an um die Befreiung des EINZELNEN von despotischer Herrschaft der Staaten und F\u00fcrsten und von st\u00e4ndischen Zw\u00e4ngen der nichtstaatlichen Z\u00fcnfte, Gilden und Innungen. Kollektivismus und Kollektive jeder Art wurden von Liberalen in erster Linie als Zwangsgewalt empfunden. Die Freiheit DES Einzelnen war der wesentliche Orientierungspunkt, insbesondere im passiven oder \u201enegativen\u201c Sinne als \u201eFreisein von\u201c, also als Nichteinmischung anderer Menschen und Kollektiven in die individuelle Selbstbestimmung. Das galt besonders f\u00fcr den gr\u00f6\u00dften Moloch, den (absolutistischen) Staat. Diese Forderung nach Freiheit betraf zun\u00e4chst nur&nbsp;<em>m\u00e4nnliche B\u00fcrger<\/em>.<a href=\"applewebdata:\/\/A6539146-275E-498B-A34F-BAB51D38ACB8#_ftn6\"><sup>[6]<\/sup><\/a>&nbsp;Frauen, Knechte und Arbeiter waren ausgegrenzt. Daher galten die Liberalen als Muster einer&nbsp;<em>b\u00fcrgerlichen<\/em>&nbsp;Bewegung. Ihr b\u00fcrgerlicher Ausgangspunkt h\u00e4ngt den Liberalen bei Linken und Gr\u00fcnen noch heute nach.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch waren es wiederum Liberale, die das allgemeine Wahlrecht erzwangen, das der Frauen im Besonderen<a href=\"applewebdata:\/\/A6539146-275E-498B-A34F-BAB51D38ACB8#_ftn7\"><sup>[7]<\/sup><\/a>. Bahnbrechend war lange zuvor die Schrift \u201eThe Subjection of Women\u201c von John Stuart Mill.<a href=\"applewebdata:\/\/A6539146-275E-498B-A34F-BAB51D38ACB8#_ftn8\"><sup>[8]<\/sup><\/a>Danach war \u201eder Einzelne\u201c im Sinne der Liberalen nicht mehr nur der m\u00e4nnliche B\u00fcrger, sondern jede Frau und jeder Mann. Die politische Ausgrenzung von Frauen und nichtb\u00fcrgerlichen Gruppen heute noch als \u201eErbs\u00fcnde\u201c der Liberalen anzusehen, ginge daher zu weit. Diese S\u00fcnde aus den Anf\u00e4ngen der liberalen Bewegung ist l\u00e4ngst getilgt, durch die Liberalen selbst.<\/p>\n\n\n\n<p>Anders als Anh\u00e4nger der linken Sammlungsbewegung, die selbstgerecht von \u201elinker&nbsp;<em>Moral<\/em>&nbsp;und neo-liberalen&nbsp;<em>Interessen<\/em>\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/A6539146-275E-498B-A34F-BAB51D38ACB8#_ftn9\"><sup>[9]<\/sup><\/a>&nbsp;reden, haben andere erbitterte Gegner der Liberalen wie Sard\u00e1 (Teil 3) die Existenz einer liberalen Moral nie geleugnet. Sie haben allein gegen deren&nbsp;<em>gottlosen Ursprung<\/em>&nbsp;aus der&nbsp;<em>menschlichen<\/em>Vernunft gewettert.<\/p>\n\n\n\n<p>Besonders deutlich wird der Kern dieser liberalen Moral bei Immanuel Kant, einem Nestor liberaler Philosophie. In seinem \u201eKategorischen Imperativ\u201c wird die Freiheit DES Einzelnen unaufl\u00f6sbar mit der Freiheit DER ANDEREN verkn\u00fcpft und mit der Pflicht zu Toleranz und Verantwortung. Zusammen wird daraus die Freiheit DER Einzelnen. Zwei der vielen Fassungen lauten<a href=\"applewebdata:\/\/A6539146-275E-498B-A34F-BAB51D38ACB8#_ftn10\"><sup>[10]<\/sup><\/a>:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eHandle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten k\u00f6nne.\u201c Oder: \u201eHandle so, dass du die Menschheit sowohl in deiner Person als in der Person eines jeden anderen jederzeit zugleich als Zweck, niemals blo\u00df als Mittel brauchst.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Immanuel Kant, der solche moralischen Pflichten des Einzelnen ausruft, gilt nicht zu Unrecht als \u201eVollender der Aufkl\u00e4rung. Er ist der \u201atiefste, ja, der metaphysische Begr\u00fcnder des Liberalismus\u2018 (Joel)\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/A6539146-275E-498B-A34F-BAB51D38ACB8#_ftn11\"><sup>[11]<\/sup><\/a>. Mit der Forderung Kants steckt im Liberalismus nichts vom sozial unverantwortlichen Einzelnen. Das werfen Linke Liberalen zwar vor, doch sie k\u00f6nnen damit nur Libert\u00e4re meinen. Freiheit ohne Verantwortung, \u201eanarchistische Autonomie\u201c wie im obigen Zitat, passt nicht zusammen mit dem liberalen Freiheitsbegriff Immanuel Kants.<\/p>\n\n\n\n<p>Der&nbsp;<em>Liberale<\/em>&nbsp;als Egoist und verantwortungsloser Geselle steht in krassem Gegensatz zu Kants Freiheitsidee und zu der vom Ordoliberalismus geforderten&nbsp;<em>Einheit von Entscheidungsmacht und pers\u00f6nlicher Verantwortung<\/em>.&nbsp;<em>Individuelle Verantwortung und Haftung sind der Preis der liberalen Freiheit.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Daher ist es paradox, wenn der Vorwurf der Verantwortungslosigkeit von Menschen kommt, die sich selbst ihre Entscheidungen und Verantwortung abnehmen lassen: durch Unterwerfung unter ein Dogma und staatliche oder kirchliche Institutionen. Damit sind sie selbst die \u201everantwortungslosen Gesellen\u201c, als die sie Liberale gern an den Pranger stellen. Nur auf&nbsp;<em>Libert\u00e4re<\/em>&nbsp;trifft ihr Vorwurf zu (Neschle 84).<\/p>\n\n\n\n<p>Bei Liberalen hat jedoch jeder Einzelne pers\u00f6nliche Verantwortung und Haftung f\u00fcr sein Tun. Das hat beim Ordoliberalismus sogar zur Ablehnung der Aktiengesellschaft gef\u00fchrt<a href=\"applewebdata:\/\/A6539146-275E-498B-A34F-BAB51D38ACB8#_ftn12\"><sup>[12]<\/sup><\/a>, ohne die sich die meisten unsere Wirtschaft nicht vorstellen k\u00f6nnen. Der Grund f\u00fcr diese Ablehnung: Manager haben bei Fehlentscheidungen keinen Eingriff in ihr pers\u00f6nliches Verm\u00f6gen zu f\u00fcrchten. Au\u00dfer bei Straftaten lassen sie sich kaum zur Verantwortung ziehen, zumal die meisten durch eine (D&amp;O-) Versicherung gesch\u00fctzt sind. So manche Krise w\u00e4re aber verhindert worden, h\u00e4tten die Vorst\u00e4nde und Aufsichtsr\u00e4te von Aktiengesellschaften f\u00fcr wirtschaftliche Fehlentscheidungen pers\u00f6nlich zu haften, genau wie der pers\u00f6nlich haftende Unternehmer, mit dem sie sich oft und gerne vergleichen, oder wie der Vorstand einer Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA). Die soziale Verpflichtung der Vorst\u00e4nde der gr\u00f6\u00dften Unternehmen in der Rechtsform der Aktiengesellschaft zeigt also erhebliche L\u00fccken.<\/p>\n\n\n\n<p>Die moralische und soziale Verpflichtung Kants hat das liberale Denken tief gepr\u00e4gt. Sie hat ihre Wurzel in der Vernunft jedes Individuums. Das ist anthropo<em>zentrisch<\/em>&nbsp;oder aus der Sicht eines Einzelnen sogar \u201eego<em>zentrisch\u201c<\/em>. Durch ihren sozialen Bezug macht die Verpflichtung, die Freiheit anderer zu achten, den Liberalen jedoch nicht zugleich ego<em>istisch<\/em>&nbsp;und erst recht nicht ego<em>man<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p>Nur wer&nbsp;<em>das<\/em>&nbsp;als Gegner des Liberalismus boshaft oder fahrl\u00e4ssig ignoriert, kann Liberalismus auf Egoismus und grenzenlose Egomanie reduzieren. Denn dem Liberalen ist seine Freiheit immer auch Freiheit der anderen. In letzter Konsequenz bedeutet Liberalismus daher \u201ekosmopolitisch zu sein und die Verletzung von Leben und Freiheit der Mitglieder jedweder Rasse oder Gruppe \u00fcberall auf der Erde zu seiner ureigenen Angelegenheit zu erheben.\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/A6539146-275E-498B-A34F-BAB51D38ACB8#_ftn13\"><sup>[13]<\/sup><\/a>&nbsp;So ist dieses Konzept des verantwortungsvollen Liberalismus moralisch kaum anfechtbar, eher moralisch \u00fcberfordert<a href=\"applewebdata:\/\/A6539146-275E-498B-A34F-BAB51D38ACB8#_ftn14\"><sup>[14]<\/sup><\/a>:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eJe enger die Welt mit Hilfe der Technik zusammenr\u00fcckt, desto schneller st\u00f6\u00dft man an die Freiheiten der anderen \u2026 . Der alte Grundsatz des Liberalismus l\u00e4uft heute auf die Einsicht hinaus, dass es die Freiheit, wie sie die Aufkl\u00e4rer meinten, bald kaum noch geben d\u00fcrfte, und zwar nicht, weil die Menschen sie nicht mehr wollen, sondern weil die Welt ein anderer Ort geworden ist.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Im Liberalismus gibt es keine Freiheit zur Egomanie. Wer nach der Freiheit der Liberalen ruft, muss bereit sein, sich selbst zu beschr\u00e4nken um der Freiheit anderer willen. Der Zeigefinger des linken, rechten oder religi\u00f6sen Extremisten, der anklagend auf den Egoismus der Liberalen zeigt, unterschl\u00e4gt drei Finger, die auf ihn selbst zur\u00fcckweisen, auf das sie einigende Diktat eines alle Menschen bindenden Dogmas, das die Freiheit Andersdenkender ignoriert.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Vorwurf des liberalen Egoismus hat seinen Ursprung vor allem bei den Kritikern des \u201eWirtschaftsliberalismus\u201c, der oft mit dem \u201eNeoliberalismus\u201c gleichgesetzt wird. Zieht nicht die Gier ihre Nahrung aus dessen \u201eMarktradikalismus\u201c? Falls das so ist, sollte man erwarten, dass im \u201eW\u00f6rterbuch des Neoliberalismus\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/A6539146-275E-498B-A34F-BAB51D38ACB8#_ftn15\"><sup>[15]<\/sup><\/a>&nbsp;der Begriff \u201eMarkt\u201c&nbsp;<em>die<\/em>&nbsp;herausragende Bedeutung hat. Doch in einer liberalismuskritischen Analyse der&nbsp;<em>zwanzig h\u00e4ufigsten Begriffe<\/em>&nbsp;neoliberaler Publikationen taucht der Begriff \u201eMarkt\u201c nicht einmal auf. Am h\u00e4ufigsten sind \u201eMensch\u201c und \u201eFreiheit\u201c auf Rang 1 und 2. \u201eGesellschaft\u201c; \u201eOrdnung\u201c, \u201eStaat\u201c und \u201eGesetz\u201c kommen auf den R\u00e4ngen 6, 7, 16 und 17; dazwischen noch \u201eWissen\u201c auf Rang 10.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wer hat sich da vertan? Die Neoliberalen selbst bei ihrer eigenen Philosophie oder diejenigen, die Neoliberale als \u201eMarkt-Radikale\u201c bezeichnen? Die Antwort liegt auf der Hand. Der urspr\u00fcngliche&nbsp;<em>Neoliberalismus<\/em>&nbsp;war \u201eweit davon entfernt, Marktradikalismus zu propagieren. Er war als antikommunistischer und antikapitalistischer Dritter Weg konzipiert\u201c.<a href=\"applewebdata:\/\/A6539146-275E-498B-A34F-BAB51D38ACB8#_ftn16\"><sup>[16]<\/sup><\/a>&nbsp;Dies gilt insbesondere f\u00fcr die Freiburger Schule und f\u00fcr Alexander R\u00fcstow, den Sch\u00f6pfer des Begriffs \u201eNeoliberalismus\u201c. Von den Kritikern h\u00e4tte man erwarten d\u00fcrfen, dass sie an dieser Quelle nachschlagen, doch ich bezweifle, dass die meisten ihn \u00fcberhaupt kennen. Dieser Neoliberalismus unterscheidet sich n\u00e4mlich deutlich vom (Neo-)Neo-Liberalismus der Chicago-Schule, den man schon eher mit \u201eMarktradikalit\u00e4t\u201c identifizieren k\u00f6nnte. Der ist es in der Regel, den die Kritiker meinen, wenn sie von \u201eNeo-Liberalismus\u201c reden und nicht den urspr\u00fcnglich von R\u00fcstow gepr\u00e4gten Begriff. Nur dieser wird hier \u201eNeoliberalismus\u201c geschrieben.<\/p>\n\n\n\n<p>Was Liberale am Markt fasziniert und seinen Widerhall in Metaphern des klassischen Liberalismus wie der \u201eunsichtbaren Hand\u201c findet, ist gerade, dass dadurch dem pers\u00f6nlichen Egoismus und der Gier&nbsp;<em>Schranken gesetzt werden<\/em>&nbsp;durch den Ausgleich widerstreitender Interessen. Monopole, Kartelle oder Vetternwirtschaft sind unerw\u00fcnscht, denn sie hebeln diese Marktfunktion aus. Daher hat es mit \u201e<em>Markt<\/em>folgen\u201c nichts zu tun, wenn sich Vorstand und Betriebsrat gegenseitig hohe \u201eApanagen\u201c zuschanzen, obwohl Kritiker des Liberalismus das gern \u201edem Markt\u201c zuschreiben.<a href=\"applewebdata:\/\/A6539146-275E-498B-A34F-BAB51D38ACB8#_ftn17\"><sup>[17]<\/sup><\/a>&nbsp;Mit Gier schon eher, doch die kommt gerade dadurch zur Wirkung, dass die Gierigen hier die \u00f6ffentliche Kontrollfunktion des Marktes&nbsp;<em>ausschalten<\/em>. Dasselbe gilt f\u00fcr exorbitante Managementgeh\u00e4lter, bei denen komplexe Verg\u00fctungsstrukturen einen Marktvergleich und Marktkontrolle faktisch unm\u00f6glich machen (sollen).<a href=\"applewebdata:\/\/A6539146-275E-498B-A34F-BAB51D38ACB8#_ftn18\"><sup>[18]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Aber nicht nur egoistische Motive spiegeln sich in den Markpreisen wider. Ist jemandem sein Altruismus so viel wert, dass er Marktpreise zahlt f\u00fcr G\u00fcter und Leistungen, die er Bed\u00fcrftigen schenken will, findet sich auch dieses altruistische Motiv im Marktpreis wieder. Dasselbe gilt f\u00fcr Geschenke aus Liebe oder Zuneigung und f\u00fcr soziale Stiftungen oder Schenkungen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Der Markt fragt seine Teilnehmer n\u00e4mlich nicht nach ihren Motiven. Daher verurteilt er keines davon, weder ein egoistisches noch ein altruistisches. Daraus dass der Markt&nbsp;<em>auch<\/em>&nbsp;egoistische Motive zul\u00e4sst, folgt jedoch nicht, dass er&nbsp;<em>nur<\/em>&nbsp;<em>diese<\/em>&nbsp;Motive zul\u00e4sst und&nbsp;<em>keine<\/em>&nbsp;sozialen oder altruistischen. Wie gern Moralapostel egoistische Motive auch ganz ausschalten m\u00f6chten: Man kann dem Markt als Organisationsmittel f\u00fcr den regelgebundenen Austausch von Individuen kaum vorwerfen, dass er als Marktteilnehmer&nbsp;<em>auch<\/em>&nbsp;Menschen mit egoistischen Motiven zul\u00e4sst. Denn moralisieren n\u00fctzt wenig, wenn es an der gesellschaftlichen Realit\u00e4t vorbeigeht. Diese Realit\u00e4t zwingt dazu, bei den Organisationsmitteln unserer Gesellschaft egoistische Motive einzubeziehen. Denn sie m\u00fcssen unabh\u00e4ngig von den nicht kontrollierbaren Motiven der Beteiligten funktionieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Egoist gilt vielen der \u201ehomo oeconomicus\u201c, der als DIE Symbolfigur eines gierigen Liberalismus gehandelt wird. Doch selbst der kann von altruistischen Motiven getrieben sein. Das verkennen selbst Liberale, die meinen, der \u201ehomo oeconomicus\u201c sei ein&nbsp;<em>allein von egoistischen<\/em>&nbsp;Zielen beherrschter&nbsp;<em>Typus Mensch<\/em>&nbsp;ohne soziale Verantwortung. Als solcher aber pr\u00e4gt er liberales Denken nach Auffassung von Kritikern&nbsp;<em>und<\/em>Anh\u00e4ngern des Liberalismus. Doch hinter der Behauptung vom egoistischen \u201ehomo oeconomicus\u201c stecken schwere Denkfehler und ein grob fahrl\u00e4ssiger Rufmord an der ethischen Bindung des Liberalen:<\/p>\n\n\n\n<p>1. Der \u201ehomo oeconomicus\u201c ist kein \u201eTypus Mensch\u201c, sondern eine Kunstfigur, ein Avatar geschaffen f\u00fcr das Spiel der mikro\u00f6konomischen Modelltheorie. Erst durch eine unkritische \u00dcbertragung auf die Realit\u00e4t wird er zu einem \u201eTypus Mensch\u201c. So wird seine Funktion im Modell einfach in eine fiktive Rolle in der Gesellschaft transponiert.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>2. Um im Modell kontrollierte und pr\u00e4zise Aussagen zu machen, ist diese Kunstfigur unsch\u00f6pferisch und v\u00f6llig unfrei erschaffen. Sie hat nichts vom kreativen Unternehmer. Sie&nbsp;<em>re<\/em>agiert mechanisch auf \u00f6konomische Zw\u00e4nge, ohne Phantasie oder Entscheidungsfreiheit. Genau diese&nbsp;<em>Unfreiheit<\/em>&nbsp;macht den \u201ehomo oeconomicus\u201c ungeeignet f\u00fcr ein \u201eMenschenbild\u201c einer freiheitlichen Philosophie. Geeignet ist diese Figur hingegen f\u00fcr pr\u00e4zise theoretische Prognosen von Handlungsergebnissen im Modell. Dazu wurde sie geschaffen. Denn durch die Annahme eines Subjekts mit freier Entscheidung w\u00fcrden pr\u00e4zise Prognosen nahezu unm\u00f6glich. Freiheit l\u00e4sst ja gerade offen, wie sich jemand entscheidet.<\/p>\n\n\n\n<p>3. Der \u201ehomo oeconomicus\u201c maximiert im Modell den eigenen Nutzen ohne jeden sozialen Bezug. Das scheint auf den ersten Blick \u201eegoistisch\u201c. Auf den zweiten Blick k\u00f6nnte es sein wie bei einer rational gef\u00fchrten gemeinn\u00fctzigen Stiftung. Den eigenen Nutzen k\u00f6nnen n\u00e4mlich auch altruistische oder soziale Motive bestimmen. Was auf den ersten Blick egoistisch scheint, spricht in Wahrheit nur f\u00fcr konsequenten Rationalismus, der auch f\u00fcr altruistische Ziele eingesetzt werden sollte, wenn man sie unbeirrt verfolgen will.&nbsp;<em>Rational ist nicht gleich egoistisch!<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Erl\u00e4uterungen im Einzelnen (Gegebenenfalls \u00fcberschlagen!):<\/p>\n\n\n\n<p>1. Der \u201ehomo oeconomicus\u201c ist eine&nbsp;<em>Kunstfigur der mikro\u00f6konomischen Theorie<\/em>, die es erlaubt, unter der Bedingung vollkommener Information aller Marktteilnehmer \u00fcber alle Marktparameter einen einzigen Gleichgewichtspreis und ein Gewinnmaximum exakt zu berechnen. Dazu verfolgt diese Kunstfigur strikt rational \u00f6konomische Ziele. Ob sich hinter diesen Zielen Gier oder Altruismus als Motiv verbirgt, ist f\u00fcr ihre Funktion im Modell irrelevant.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Auch um soziale oder altruistische Ziele effizient zu verfolgen, muss man zielgerichtet handeln. Altruistische Stiftungen k\u00f6nnen ihr Ziel nicht erreichen, wenn sie sich bei ihrem Tun nicht von \u00f6konomischer Effizienz und Stringenz leiten lassen. Effizienz verlangt daher von ihnen \u201e<em>Zweck<\/em>egoismus\u201c in der Verfolgung altruistischer Ziele. Das ist kein Widerspruch, zeigt aber, wie leicht \u201erational\u201c und \u201eegoistisch\u201c verwechselt werden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Dass gestandene Wissenschaftler eine Kunstfigur der Theorie nicht von einem Menschenbild unterscheiden (k\u00f6nnen), kommt auch jenseits der \u00d6konomie vor. Denselben Fehler macht der ber\u00fchmte Psychologe Frederic Skinner, indem er seine behavioristische Kunstfigur aus psychologischen Experimenten in \u201eJenseits von Freiheit und W\u00fcrde\u201c (\u201eBeyond Freedom and Dignity\u201c)<a href=\"applewebdata:\/\/A6539146-275E-498B-A34F-BAB51D38ACB8#_ftn19\"><sup>[19]<\/sup><\/a>&nbsp;zum \u201eMenschenbild\u201c hochstilisiert:<\/p>\n\n\n\n<p>Seine Experimente fu\u00dfen auf einem Reiz-Reaktionsschema (<strong>S<\/strong>timulus-<strong>R<\/strong>esponse). Menschen werden darin einem&nbsp;<em>messbaren<\/em>&nbsp;Reiz ausgesetzt, der zu einer&nbsp;<em>messbaren<\/em>&nbsp;Reaktion f\u00fchren soll.&nbsp;<em>Zum Zwecke der Messbarkeit<\/em>&nbsp;betrachtet dieser Ansatz allein das \u00e4u\u00dfere Verhalten und erspart dem Forscher den Blick in das dunkle Innere des Menschen, die Black-Box.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Weil der Forscher das Innere als nicht messbare Black-Box ausspart und dennoch \u201epsychologische\u201c Aussagen m\u00f6glich scheinen, ist Skinner \u00fcberzeugt \u2013 hier kommt der fragw\u00fcrdige Sprung in die Realit\u00e4t \u2013, dass auch jeder reale Mensch nur durch \u00e4u\u00dfere Reize auf bestimmte Reaktionen hin steuerbar ist. Allein \u00e4u\u00dfere Reize seien f\u00fcr sein Verhalten \u201everantwortlich\u201c. Kein Mensch ist innerlich frei in seiner Entscheidung, jeder ist allein au\u00dfengesteuert. Es gibt daher weder Freiheit noch W\u00fcrde.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Der Artikel 1 des Grundgesetzes \u201eDie W\u00fcrde des Menschen ist unantastbar\u201c w\u00e4re nur in dem Sinne g\u00fcltig, dass nicht antastbar ist, was es gar nicht gibt. Keinen Menschen trifft Schuld oder Verantwortung, selbst M\u00f6rder nicht. \u201ePers\u00f6nliche Verantwortung\u201c ist eine Chim\u00e4re, ebenso wie die von Liberalen postulierte individuelle Freiheit. Der zwanghaft reagierende und nie frei agierende \u201eMensch\u201c des Behaviorismus passt daher ebenso wenig zum Liberalismus wie der \u201ehomo oeconomicus\u201c. Er ist seine psychologische Parallelfigur.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Geschichte dieses Fehlers wiederholt sich j\u00fcngst bei Hararis \u201ehomo deus\u201c.<a href=\"applewebdata:\/\/A6539146-275E-498B-A34F-BAB51D38ACB8#_ftn20\"><sup>[20]<\/sup><\/a>&nbsp;Auch der verwechselt Modellwelt und Realit\u00e4t. Er behauptet: \u201eOrganismen<em>&nbsp;sind<\/em>&nbsp;Algorithmen\u2026.&nbsp;<em>Die Algorithmen, aus denen ein Mensch besteht, sind nicht frei.<\/em>&nbsp;Sie sind beeinflusst von Genen und Umweltzw\u00e4ngen und treffen Entscheidungen entweder deterministisch oder zuf\u00e4llig, aber niemals frei.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Doch der Mensch selbst und seine Entscheidungen werden allein f\u00fcr theoretische Zwecke der Messbarkeit und Vorhersagbarkeit&nbsp;<em>abstrahierend als Algorithmus<\/em>&nbsp;<em>betrachtet (!)<\/em>. Dann kehrt Harari dies einfach um und identifiziert seine Modelfigur \u201eder Mensch als Algorithmus\u201c (betrachtet!) mit dem realen Menschen: Dann trifft nicht der freie Mensch Entscheidungen, sondern ein ferngesteuerter Algorithmus. Aus Algorithmen&nbsp;<em>\u201ebestehen\u201c dann<\/em>&nbsp;nicht nur seine Modellavatare, sondern auch seine realen Menschen in der realen Gesellschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch&nbsp;<em>besteht<\/em>&nbsp;ein Mensch aus \u201eunfreien Algorithmen\u201c oder nicht eher aus Fleisch und Blut, W\u00fcnschen und Tr\u00e4umen? Verwechselt Harari nicht eine \u201ePlaymobil-Figur\u201c, mit der die Wissenschaft besser spielen und messen kann, mit einem realen Menschen, mit dem das Spielen und Prognostizieren nicht so leicht geht? Und gibt es daneben nicht andere Modelle des Menschen, andere Avatare in den theoretischen Kunstwelten von Soziologie, \u00d6konomie oder Biologie? Nat\u00fcrlich gibt es die! Doch sie alle sind nur alternative&nbsp;<em>Modellavatare, Kunstfiguren und Abstraktionen<\/em>, die nicht den Menschen als lebendigen Ganzen abbilden, sondern f\u00fcr theoretische Zwecke auf&nbsp;<em>einen Aspekt des Menschseins<\/em>&nbsp;fokussieren.<\/p>\n\n\n\n<p>2. Objektive Kontrollierbarkeit ist der wissenschaftliche Zweck der Erschaffung solcher Kunstfiguren, weil nur auf diese Weise exakte Aussagen m\u00f6glich sind. Denn Entscheidungsfreiheit in der theoretischen Black-Box macht die Beziehung zwischen Reiz und Reaktion zuf\u00e4llig und unberechenbar. Das aber ist nicht vereinbar mit dem Streben der Wissenschaft nach belastbaren Ergebnissen und klaren Vorhersagen. Daher wird den menschlichen Avataren im Modell die Freiheit genommen. So wird der Avatar zum Spielball von \u00e4u\u00dferen Anreizen oder Stimuli, denen er messbar und vorhersehbar folgt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem realen Menschen hat das nicht zwingend etwas zu tun. Denn nur so werden die geforderten Ergebnisse geliefert und so kommt man der Naturwissenschaft nahe, die es nicht mit denkenden und freien Wesen zu tun hat. In der Naturwissenschaft entscheidet allein, was real ist; in der Sozialwissenschaft aber oft, was der Mensch nur denkt und kommuniziert: richtig oder falsch, Fiktion, Wahrheit oder Fake. Nicht nur das, was wirklich ist, kann sein Tun bestimmen. Er kann Aktien verkaufen, nur weil er f\u00e4lschlich denkt, eine Unternehmung st\u00fcnde vor der Insolvenz und falls er auch andere dasselbe denken macht, kann er damit eine Insolvenz ausl\u00f6sen, die es ohne seine falsche \u00dcberzeugung nie gegeben h\u00e4tte.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Etwas, das es ohne eine menschliche Meinung oder \u00dcberzeugung nie geben w\u00fcrde, wird dadurch Realit\u00e4t. In der Naturwissenschaft sucht man solche self-fulfilling prophecies vergeblich, ebenso ihr Gegenst\u00fcck, die self-destroying prophecies: Horrorszenarien, die sich nie realisieren, nur weil der Mensch etwas dagegen unternimmt, angetrieben durch eine (falsche oder richtige) Prophezeiung. Dieser fundamentale Unterschied zur Naturwissenschaft wird in einer nach derselben Exaktheit strebenden Sozialwissenschaft aus wissenschaftlichem Ehrgeiz gern \u00fcbersehen. Oder dieser \u201eWebfehler der Sozialwissenschaften\u201c wird durch solche v\u00f6llig unfreie Avatare k\u00fcnstlich ausgeschaltet.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>In der Naturwissenschaft gibt es n\u00e4mlich keine solchen sich selbst erf\u00fcllenden oder sich selbst zerst\u00f6rende Prophezeiungen, durch die sich die Welt ver\u00e4ndert, nur weil der Mensch irgendetwas Falsches oder Richtiges dar\u00fcber denkt und danach handelt.<a href=\"applewebdata:\/\/A6539146-275E-498B-A34F-BAB51D38ACB8#_ftn21\"><sup>[21]<\/sup><\/a>&nbsp;Das aber passt nicht ins Bild einer Sozialwissenschaft, die den Naturwissenschaften nacheifert. Die braucht Avatare, die so reagieren wie eine Kugel, die jeden \u00e4u\u00dferen Ansto\u00df in eindeutig definier- und messbare Reaktionen verwandelt. Damit aber wird implizit die wissenschaftliche Besonderheit sozialwissenschaftlicher Probleme ignoriert oder sogar geleugnet.<\/p>\n\n\n\n<p>Von dieser Abstraktion f\u00fcr wissenschaftliche Zwecke und von der blo\u00dfen Reagibilit\u00e4t des Kunstweltavatars kann man aber nicht auf die tats\u00e4chliche Unfreiheit des Menschen schlie\u00dfen. Man abstrahiert von der Entscheidungsfreiheit des Menschen ja nur deshalb, weil menschliche Freiheit die wissenschaftliche Arbeit in Wirtschafts- und Sozialwissenschaften zu kompliziert macht und eigenst\u00e4ndiges Handeln die Ergebnisse nicht mehr exakt prognostizierbar.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4re ein solcher Avatar ein realer Mensch, w\u00e4re er nicht nur unfrei, sondern auch permanent angetastet sein in seiner W\u00fcrde. Die M\u00fctter und V\u00e4ter des Grundgesetzes h\u00e4tten sich vergebliche M\u00fche gegeben bei allen Artikeln, die sich mit der \u201eFreiheit und W\u00fcrde\u201c des Menschen befassen und mit seiner Verantwortung gegen\u00fcber der Gesellschaft. Kein Mensch w\u00e4re vor Gericht wegen seiner Schuld zu verurteilen. Schuld tr\u00fcge immer und allein die Gene, die Gesamtgesellschaft und die davon ausgehenden Reize. Bei Strafdelikten g\u00e4be es allein Sicherungsverwahrung oder im Extremfall die Ausmerzung \u201elebensunwerten Lebens\u201c. Mit Menschen ohne W\u00fcrde kann so etwas geschehen.<\/p>\n\n\n\n<p>In allen Modellen mit dem \u201ehomo oeconomicus\u201c, dem \u201ebehavioristischen Menschen\u201c Skinners oder dem \u201eAlgorithmus-Menschen\u201c Hararis geht es allerdings nie um Schuld. Niemand stellt darin die Schuldfrage oder will sie mit diesen Modellen beantworten. Zu diesem Zweck sind die Modelle nicht gemacht. Daher schadet es dem Zweck&nbsp;<em>dieser<\/em>&nbsp;Modelle nicht, wenn ihre Kunstfiguren unfrei konzipiert sind wie die Spielfiguren eines Kindes.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Dagegen muss ein Modell, in dem es um Kl\u00e4rung von Schuldfragen geht, bei seinen Modellfiguren zumindest rudiment\u00e4r Freiheit unterstellen. Ohne Freiheit keine Verantwortung, ohne Verantwortung keine Schuld. Dazu aber braucht man ein Modell mit der Annahme freier Avatare. Auf exakte Prognosen von Handlungsergebnissen wird man bei diesem \u201ejuristischen\u201c Modell dann jedoch verzichten m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Skinner h\u00e4tte es eigentlich stutzig machen m\u00fcssen, dass die Reaktion der realen Menschen in seinen Experimenten anders war als bei den seinen behavioristischen Avataren. Die Testpersonen folgten den angebotenen Reizen faktisch nie mit 100%iger Konsequenz. Zudem entstanden \u201eArtefakte\u201c, weil im Experiment unkontrollierte Reize bei ihnen Reaktionen ausl\u00f6sten und Wissenschaftler nachtr\u00e4glich falsche Reize und Reaktionen verkn\u00fcpften. Denn selbst im Experiment ist der Mensch nicht v\u00f6llig kontrollierbar, auch wenn man versucht, durch die Versuchsanordnung vollst\u00e4ndige Kontrollierbarkeit<em>k\u00fcnstlich herzustellen<\/em>. Es gibt daher nie reine Reaktivit\u00e4t und absolute Unfreiheit der Versuchsperson. Denn: \u201eDie Gedanken sind frei. Wer kann sie erraten?\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/A6539146-275E-498B-A34F-BAB51D38ACB8#_ftn22\"><sup>[22]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Was im Experiment k\u00fcnstlich erzeugt wird, l\u00e4sst nicht als nat\u00fcrliche Unfreiheit des realen Menschen deuten. Reale Menschen nutzen sogar den letzten Rest ihrer Freiheit im Experiment, um bewusst oder unbewusst aus der Versuchsanordnung auszubrechen und st\u00f6ren damit die Zuordnung ihrer Reaktion zum experimentellen Reiz und die Prognostizierbarkeit ihrer Reaktion.<\/p>\n\n\n\n<p>Der \u201ehomo oeconomicus\u201c wirkt als Modellfigur allerdings noch abstrakter und beschr\u00e4nkter als Skinners \u201ebehavioristischer Mensch\u201c. Er reagiert streng rational&nbsp;<em>allein auf \u00f6konomische Anreize<\/em>. Er macht keine Fehler, weil er \u00fcber vollkommene Information \u00fcber alle relevanten Parameter verf\u00fcgt. Das macht sein Verhalten absolut vorhersehbar, zumal ihn Rasse, Religion, Hautfarbe und Gewalt nicht interessieren:&nbsp;<em>Unerwartetes kann niemand von ihm erwarten.<\/em>&nbsp;Weil das so ist, ist er Spielball der Parameter seiner Modellwelt. Damit ist er zugleich v\u00f6llig ungeeignet als zentrale Figur jeder Philosophie der Freiheit.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>3. Der Avatar in der mikro\u00f6konomischen Modellwelt will nur seinen Nutzen maximieren. In einem solchen Modell kann er das auch. Nur&nbsp;<em>hier<\/em>&nbsp;ist ein \u201eMaximum\u201c bestimmbar. Denn es gibt keine Ungewissheit und keine Institutionen, weder Unternehmungen noch Gesetze, etwa \u00fcber Wandelung oder Minderung beim Kaufvertrag. Die sind ebenso unn\u00f6tig wie Rechnungslegung, weil den \u201eMarktteilnehmern\u201c alles bekannt ist und sofort \u201eeingepreist\u201c wird, sich also im Preis des Modellmarktes niederschl\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n<p>In der realen Welt dagegen kann&nbsp;<em>kein<\/em>&nbsp;Unternehmensleiter sagen, ob er das Gewinn<em>maximum<\/em>&nbsp;erreicht hat. Er wei\u00df nicht, ob er einen niedrigeren Preis bei Lieferanten oder einen h\u00f6heren bei Kunden&nbsp;<em>h\u00e4tte aushandeln k\u00f6nnen<\/em>. Daher w\u00e4re es f\u00fcr ihn ein Witz, nach einem Maximum zu streben, von dem er nicht wissen kann, ob er es erreichen kann. Er wei\u00df ja nicht einmal, wenn und wann er es erreicht&nbsp;<em>hat<\/em>. Sein Streben danach w\u00e4re wie der Versuch, an einem unbekannten Ort als Erster da zu sein.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Kein gesunder Geist strebt daher in der Realit\u00e4t nach einem solchen Maximum, sondern stattdessen nach Verbesserungen, z.B. gegen\u00fcber der Vorperiode oder der Konkurrenz, heute \u201eBenchmarking\u201c genannt. Doch obwohl niemand seinen Gewinn real maximieren kann, behauptet vor allem die Linke egoistische und asoziale \u201eGewinnmaximierung\u201c als typisch \u201emarktliberale\u201c oder \u201ekapitalistische\u201c Zielsetzung und bek\u00e4mpft ideologisch einen&nbsp;<em>Gewinnmaximierer<\/em>, den es real mangels vollkommener Information gar nicht geben kann. Das ist nicht einmal ein Papiertiger: das ist ein Hirngespinst.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr den Gewinn als Zielinhalt gilt dasselbe wie f\u00fcr das Maximum als Zielausma\u00df. Nur im mikro\u00f6konomischen Modell, wo eine \u201eUnternehmung\u201c lediglich eine Kombination aus Kosten- und Erl\u00f6sfunktion ist, taugt der Gewinn dieser \u201eUnternehmung\u201c als Zielgr\u00f6\u00dfe f\u00fcr eine \u201eMaximierung\u201c. In der Realit\u00e4t nicht:<\/p>\n\n\n\n<p>Angenommen eine reale Unternehmung habe einen Gewinn von 100.000 Euro erzielt. Sie kann diesen Betrag reinvestieren oder an die Investoren aussch\u00fctten zum Konsum oder zur Investition in andere Unternehmungen. Um den Gewinn&nbsp;<em>dieser<\/em>&nbsp;Unternehmung zu \u201emaximieren\u201c, muss der Vorstand in sie reinvestieren, wenn sie dadurch&nbsp;<em>zus\u00e4tzlichen Gewinn<\/em>&nbsp;macht, egal wie hoch der ist. Es gen\u00fcgt ein einziger Euro. Der w\u00fcrde zur Maximierung fehlen, wenn der Vorstand den Vorjahresgewinn aussch\u00fcttet und die Eigner den einen Euro woanders investieren oder konsumieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Tats\u00e4chlich w\u00fcrden Eigner aber sogar die 100.000 Euro entnehmen, wenn sie woanders bei vergleichbarem Risiko dauerhaft einen h\u00f6heren Gewinn erwarten als diesen einen Euro. Damit entscheiden sie sich aber gegen die Maximierung des Gewinns bei der gewinnerzielenden Unternehmung. Sie verzichten auf zus\u00e4tzlichen Ertrag&nbsp;<em>dort<\/em>&nbsp;und verfehlen&nbsp;<em>dort<\/em>&nbsp;den maximalen Gewinn um diesen Euro. Gegen&nbsp;<em>diesen<\/em>&nbsp;Verzicht steht n\u00e4mlich der gr\u00f6\u00dfere Verzicht auf h\u00f6here Gewinne, wenn sie nicht zu den besseren Konditionen investieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch das Streben nach Maximierung&nbsp;<em>des Gewinns<\/em>&nbsp;einer Unternehmung hat daher nur im Modell seinen Platz. Die Maximierung scheitert in der Realit\u00e4t am Mangel an Informationen, der Gewinn als Zielgr\u00f6\u00dfe an h\u00f6heren Gewinnerwartungen anderer Unternehmen, die im Modell \u00fcber die Annahme eines vollst\u00e4ndigen und vollkommenen Kapitalmarktes wegdefiniert sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Statt um den Gewinn eines Unternehmens geht es um&nbsp;<em>das Einkommen der Eigent\u00fcmer<\/em>, wie jeder Einzelkaufmann wei\u00df und wie die Shareholder Value-Bewegung es auch f\u00fcr Kapitalgesellschaften einfordert. Durch sie wurden \u201eKosten\u201c des Eigenkapitals von Null (Eigenkapital kostet nichts, weil es Gewinne erzielt.) durch seine \u201eOpportunit\u00e4tskosten\u201c ersetzt: Der bei Alternativen entgehende Gewinn wird&nbsp;<em>wie<\/em>&nbsp;(Kapital-)Kosten behandelt. Im obigen Beispiel w\u00fcrde der zus\u00e4tzliche Ertrag von einem Euro gek\u00fcrzt um die bei einer Alternative erzielbaren Ertr\u00e4ge. Bei mehr als einem Euro dort w\u00e4re das Ergebnis negativ und die Reinvestition eine Fehlentscheidung, obwohl nur sie allein den Gewinn der Unternehmung \u201emaximieren\u201c w\u00fcrde. Der Gewinn einer Unternehmung als Zielgr\u00f6\u00dfe bewirkt daher eine Fehlallokation ihrer Finanzmittel.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>(Ende der Erl\u00e4uterungen)<\/p>\n\n\n\n<p>Der \u201egewinnmaximierende homo oeconomicus\u201c ist zugleich Zerrbild der Realit\u00e4t, weil es ihm wegen der Ungewissheit real nicht m\u00f6glich ist zu \u201emaximieren\u201c und es wegen realer Renditeunterschiede zugleich nicht sinnvoll w\u00e4re,&nbsp;<em>den Gewinn einer Unternehmung<\/em>&nbsp;zu maximieren, weil es um das pers\u00f6nliche Einkommen geht (siehe die Erl\u00e4uterungen oben). Und auch der&nbsp;<em>Egoismus<\/em>&nbsp;eines \u201eGewinnmaximierers\u201c l\u00e4sst sich dem mikro\u00f6konomischen Modell nicht entnehmen. Dort ist n\u00e4mlich nicht gesagt, f\u00fcr welchen Zweck die konsequent rational handelnde Kunstfigur \u201ehomo oeconomicus\u201c ihren Gewinn verwenden will. Dieser Zweck k\u00f6nnte eigenn\u00fctzig, aber auch sozial verantwortlich und altruistisch sein. Das ist v\u00f6llig unbestimmt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das \u201eMenschenbild\u201c des \u201ehomo oeconomicus\u201c wird oft und nicht nur von Gegnern des Liberalismus in den Mittelpunkt wirtschaftsliberalen Denkens gestellt<a href=\"applewebdata:\/\/A6539146-275E-498B-A34F-BAB51D38ACB8#_ftn23\"><sup>[23]<\/sup><\/a>.&nbsp;<em>Aber wie kann ein v\u00f6llig unfreies und phantasieloses Kunstwesen im Zentrum einer freiheitlichen Philosophie stehen?<\/em>&nbsp;Der ihm zwang- und fehlerhaft zugeschriebene Egoismus reicht den Gegnern des Liberalismus offenbar, den Modellavatar des Wirtschaftsliberalismus zur Galionsfigur aller Liberalen zu erheben, selbst wenn der vordergr\u00fcndige Egoismus in Wahrheit schierer Rationalismus ist: \u201eGl\u00e4ubige Neoliberale und ihre erbitterten Gegner sind gleicherma\u00dfen auf das Zerrbild eines dogmatischen Wirtschaftsliberalismus fixiert.\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/A6539146-275E-498B-A34F-BAB51D38ACB8#_ftn24\"><sup>[24]<\/sup><\/a>&nbsp;So unterst\u00fctzen selbst Liberale die auf falschen Anschuldigungen beruhende Rufmordkampagne der Gegner des Liberalismus.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei taugt der \u201ehomo oeconomicus\u201c \u00fcberhaupt nicht f\u00fcr das Bild eines egoistischen Liberalen, der absolute Freiheit fordert und jede kollektive und private Einmischung ablehnt. Rund um diese zwangsgesteuerte Modellfigur tauchen diese Fragen nicht einmal auf. Im politischen Liberalismus und dessen Philosophie zeichnen der kategorische Imperativ und der Ordoliberalismus ein ganz anderes Bild. Da wird der liberale Mensch verpflichtet, bei seinem Tun die sozialen Folgen f\u00fcr die Freiheit der anderen abzuw\u00e4gen, f\u00fcr die Nutzung seiner Freiheit Verantwortung zu tragen und f\u00fcr die Folgen zu haften.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Oft verzerren Libert\u00e4re das Bild des Liberalismus, mit ihrem Streben nach grenzenloser Freiheit f\u00fcr sich selbst, ohne jede soziale R\u00fccksicht, weil die \u00d6ffentlichkeit nicht unterscheiden kann oder nicht will oder weil dadurch das Feindbild aller Extremisten zerst\u00f6rt w\u00fcrde.<a href=\"applewebdata:\/\/A6539146-275E-498B-A34F-BAB51D38ACB8#_ftn25\"><sup>[25]<\/sup><\/a>&nbsp;Damit h\u00e4ngt die dritte Erbs\u00fcnde des Egoismus aber nur \u201eScheinliberalen\u201c an, die Freiheit, Verantwortung und Haftung entkoppeln wollen. Mit dem klassischen Neoliberalismus nach R\u00fcstow und dem Liberalismus Kantscher Pr\u00e4gung hat diese Erbs\u00fcnde \u00fcberhaupt nichts zu tun.<\/p>\n\n\n\n<p>Das krasse Gegenteil zur freiheitlichen Philosophie des Liberalismus sind die \u00fcbergriffigen Ideologien von Kommunismus, Nationalsozialismus oder Islamismus, die alle Bereiche des Lebens aller Menschen durchdringen wollen, sich in die hintersten Zellen der Gehirne fressen und dies mit Hilfe einer Gedankenpolizei sicherstellen wollen, sei es nun Stasi, Gestapo oder Religionspolizei. Hier verdr\u00e4ngt der von der Ideologie ausgerufene kollektive Zwang jede pers\u00f6nliche Freiheit anderer, sogar die ihrer Bef\u00fcrworter und Anh\u00e4nger.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch wer sind diese anderen, deren Freiheit der Liberale neben seiner eigenen Freiheit zu beachten hat? Sind es auch solche, die (noch) nicht w\u00e4hlen d\u00fcrfen, ja sogar solche, die noch nicht geboren sind, die Generationen unserer Enkel und Urenkel? Wer deren Freiheiten ernst nimmt, muss sie bereits heute in die Entscheidungen einbeziehen. Denn was wir heute tun, vernichtet Optionen f\u00fcr die nachfolgenden Generationen und schr\u00e4nkt deren Freiheit ein, oder es erh\u00e4lt und schafft neue Optionen und erm\u00f6glicht ihnen mehr Freiheit. Mit Blick darauf lie\u00dfe sich fragen: Schaffen wir durch politisches Handeln mehr und bessere Optionen f\u00fcr unsere Nachkommen oder vernichten wir solche Optionen? Harari hat daf\u00fcr folgendes Beispiel<a href=\"applewebdata:\/\/A6539146-275E-498B-A34F-BAB51D38ACB8#_ftn26\"><sup>[26]<\/sup><\/a>:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWenn ich 100 Millionen Dollar in die \u00d6lsuche in Alaska investiere und dort auf das Schwarze Gold sto\u00dfe, dann habe ich zwar mehr, aber meine Enkel werden weniger haben. Wenn ich hingegen 100 Millionen Dollar in die Erforschung der Sonnenenergie investiere und eine neue, effizientere Methode entwickle, sie zu nutzen, werden meine Enkel \u00fcber mehr Energie verf\u00fcgen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit gibt es eine Entscheidung, die Freiheit der Folgegenerationen einzuschr\u00e4nken oder zu erweitern. Hier liegt daher eine Schnittstelle zwischen Liberalismus und Umweltschutz (einschlie\u00dflich des Klimas). Doch erst in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts wuchs die Erkenntnis: \u201eFreiheit ist auch Freiheit von morgen, denn die Natur steht allen Generationen gleicherma\u00dfen zu. Der Liberalismus muss auch auf die Nachwelt bezogen werden\u201c.<a href=\"applewebdata:\/\/A6539146-275E-498B-A34F-BAB51D38ACB8#_ftn27\"><sup>[27]<\/sup><\/a>&nbsp;In diesem Sinne haben unsere Altvorderen Liberalismus nie verstanden. Dazu h\u00e4tten sie allerdings seherische F\u00e4higkeiten haben m\u00fcssen. Fragen des Umweltschutzes wie auch des Tierwohls blieben in den fr\u00fchen Entw\u00fcrfen des Liberalismus au\u00dfen vor.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/A6539146-275E-498B-A34F-BAB51D38ACB8#_ftnref1\"><sup>[1]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. dazu z.B. den Wikipedia-Artikel \u00fcber Bernard Mandeville,&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bernard_Mandeville\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bernard_Mandeville<\/a>. (19.03.2020)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/A6539146-275E-498B-A34F-BAB51D38ACB8#_ftnref2\"><sup>[2]<\/sup><\/a>&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.cicero.de\/innenpolitik\/nicht-liberal-sondern-stockkonservativ\/42902\">https:\/\/www.cicero.de\/innenpolitik\/nicht-liberal-sondern-stockkonservativ\/42902<\/a>. (18.11.19)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/A6539146-275E-498B-A34F-BAB51D38ACB8#_ftnref3\"><sup>[3]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. dazu Katja Tichomirowa, P\u00e4dophilie Forscher: Gr\u00fcne wollten Sex mit Kindern legalisieren,&nbsp;<a href=\"https:\/\/archiv.berliner-zeitung.de\/paedophilie-forscher--gruene-wollten-sex-mit-kindern-legalisieren--3792714\">https:\/\/archiv.berliner-zeitung.de\/paedophilie-forscher&#8211;gruene-wollten-sex-mit-kindern-legalisieren&#8211;3792714<\/a>. (27.12.2019) Sowie Gerd Nowakowski, Gr\u00fcne und der Kindesmissbrauch Sich sch\u00e4men reicht nicht!,&nbsp;&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/gruene-und-der-kindesmissbrauch-sich-schaemen-reicht-nicht\/11805128.html\">https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/gruene-und-der-kindesmissbrauch-sich-schaemen-reicht-nicht\/11805128.html<\/a>. (27.12.2019)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/A6539146-275E-498B-A34F-BAB51D38ACB8#_ftnref4\"><sup>[4]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. dazu Libertarismus,&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Libertarismus\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Libertarismus<\/a>. (27.12.2019)&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/A6539146-275E-498B-A34F-BAB51D38ACB8#_ftnref5\"><sup>[5]<\/sup><\/a>&nbsp;Zitiert nach Dieter Schnaas, Liberalismus \u2013 Der Sinn der Freiheit, Abschnitt \u201eDer Eigentumsbegriff),&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.wiwo.de\/politik\/deutschland\/liberalismus-der-sinn-der-freiheit\/8881474.html\">https:\/\/www.wiwo.de\/politik\/deutschland\/liberalismus-der-sinn-der-freiheit\/8881474.html<\/a>. (23.03.20)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/A6539146-275E-498B-A34F-BAB51D38ACB8#_ftnref6\"><sup>[6]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. dazu Dieter Langewiesche, Wie schreibt man k\u00fcnftig eine Geschichte des \u201eLiberalismus in Deutschland, Ewald Grothe, J\u00fcrgen Fr\u00f6lich, Wolther von Kieseritzky (Hrsg.), Liberalismus-Forschung nach 25 Jahren, Bilanz und Perspektiven, 1. Auflage Baden-Baden, S. 193-210, hier S. 200-203.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/A6539146-275E-498B-A34F-BAB51D38ACB8#_ftnref7\"><sup>[7]<\/sup><\/a>&nbsp;Ebenda, S.200, 202.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/A6539146-275E-498B-A34F-BAB51D38ACB8#_ftnref8\"><sup>[8]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. dazu den Abschnitt \u201eLiberalismus und Frauenemanzipation\u201c im Wikipedia-Artikel \u201eLiberalismus\u201c,&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Liberalismus\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Liberalismus<\/a>. (20.03.20)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/A6539146-275E-498B-A34F-BAB51D38ACB8#_ftnref9\"><sup>[9]<\/sup><\/a>&nbsp;Bernd Stegemann, Sahra Wagenknecht, Linke Sammlungsbewegung \u2013 Von linker Moral und neoliberalen Interessen,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2018\/24\/linke-sammlungsbewegung-sahra-wagenknecht-populismus\">https:\/\/www.zeit.de\/2018\/24\/linke-sammlungsbewegung-sahra-wagenknecht-populismus<\/a>. Klammerzusatz R.E.(15.03.20)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/A6539146-275E-498B-A34F-BAB51D38ACB8#_ftnref10\"><sup>[10]<\/sup><\/a>&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kategorischer_Imperativ\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kategorischer_Imperativ<\/a>. (15.11.19)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/A6539146-275E-498B-A34F-BAB51D38ACB8#_ftnref11\"><sup>[11]<\/sup><\/a>&nbsp;<a href=\"https:\/\/katholischglauben.info\/die-freudlose-philosophie-kants\">https:\/\/katholischglauben.info\/die-freudlose-philosophie-kants<\/a>. 28.10.19)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/A6539146-275E-498B-A34F-BAB51D38ACB8#_ftnref12\"><sup>[12]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. dazu Walter Eucken, Grunds\u00e4tze der Wirtschaftspolitik, T\u00fcbingen 1952, S. 281, oder Franz B\u00f6hm, Die Kapitalgesellschaft als Instrument der Unternehmenszusammenfassung. In: Helmut Gutzler Wolfgang Herion; Joseph H Kaiser (Hrsg.), Wettbewerb im Wandel, Baden-Baden, S. 149-166.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/A6539146-275E-498B-A34F-BAB51D38ACB8#_ftnref13\"><sup>[13]<\/sup><\/a>&nbsp;Judith Shklar zitiert nach Florian Werner, Zum Niedergang des Wortes \u201eFreiheit\u201c,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/begriffskritik-zum-niedergang-des-wortes-freiheit.691.de.html?dram:article_id=449671\">https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/begriffskritik-zum-niedergang-des-wortes-freiheit.691.de.html?dram:article_id=449671<\/a>. (24.01.2020)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/A6539146-275E-498B-A34F-BAB51D38ACB8#_ftnref14\"><sup>[14]<\/sup><\/a>&nbsp;Stefan Weidner, Liberalismus: Unsere Freiheit von au\u00dfen gesehen,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/liberalismus-unsere-freiheit-von-aussen-gesehen.1184.de.html?dram:article_id=435837\">https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/liberalismus-unsere-freiheit-von-aussen-gesehen.1184.de.html?dram:article_id=435837<\/a>. (25.01.20)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/A6539146-275E-498B-A34F-BAB51D38ACB8#_ftnref15\"><sup>[15]<\/sup><\/a>&nbsp;Gregor Wiedemann, Matthias Lemke, Andreas Niekler, Postdemokratie und Neoliberalismus \u2013 Zur Nutzung neoliberaler Argumentationen in der Bundesrepublik Deutschland 1949-2011. In: Zeitschrift f\u00fcr politische Theorie Heft 1\/2013, S. 80-96, hier S. 92. Vgl. dort auch das Folgende.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/A6539146-275E-498B-A34F-BAB51D38ACB8#_ftnref16\"><sup>[16]<\/sup><\/a>&nbsp;Wikipedia \u201eNeoliberalismus\u201c,&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Neoliberalismus\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Neoliberalismus<\/a>. (05.11.19). Hier weitere Quellenhinweise.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/A6539146-275E-498B-A34F-BAB51D38ACB8#_ftnref17\"><sup>[17]<\/sup><\/a>&nbsp;Dieser Verdacht besteht z.B. bei VW,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/unternehmen\/industrie\/volkswagen-zu-hohe-betriebsratsgehaelter-neue-anklagen-gegen-vw-manager\/25180458.html?ticket=ST-59571513-FhbW70t5fwrUloATIYbz-ap3\">https:\/\/www.handelsblatt.com\/unternehmen\/industrie\/volkswagen-zu-hohe-betriebsratsgehaelter-neue-anklagen-gegen-vw-manager\/25180458.html?ticket=ST-59571513-FhbW70t5fwrUloATIYbz-ap3<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/A6539146-275E-498B-A34F-BAB51D38ACB8#_ftnref18\"><sup>[18]<\/sup><\/a>&nbsp;Viel mehr und viel tiefer dazu Rainer Elschen, Was steuert die Gesamtbanksteuerer? \u2013 Gedanken zur G\u00fcte der Vorstandsverg\u00fctung. In: Stefan Kirm\u00dfe, Andreas Rinker, Olaf Scheer, Patrick Tegeder (Hrsg.), Aktuelle Entwicklungslinien in der Finanzwirtschaft. Frankfurt am Main 2017, S.965-993.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/A6539146-275E-498B-A34F-BAB51D38ACB8#_ftnref19\"><sup>[19]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. dazu Burrhus Frederich Skinner, Jenseits von Freiheit und W\u00fcrde, Hamburg 1982.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/A6539146-275E-498B-A34F-BAB51D38ACB8#_ftnref20\"><sup>[20]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. Yuval Noah Harari, Homo Deus.&nbsp;Eine Geschichte von Morgen. 9.Auflf. M\u00fcnchen 2019, S. 505. (Hervorhebungen von R.E.)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/A6539146-275E-498B-A34F-BAB51D38ACB8#_ftnref21\"><sup>[21]<\/sup><\/a>&nbsp;Die Heisenbergsche Unsch\u00e4rferelation beschreibt etwas anderes speziell f\u00fcr den Mikrokosmos. Hier nehmen Messung und Messger\u00e4te Einfluss auf das Ergebnis. Etwas Vergleichbares gibt es etwa in der Psychologie, wenn die Probanden in einem Experiment eher auf die Reize der Psychologin reagieren als auf die von ihr eingesetzten psychologischen Reize im Experiment. Dann kommt es zu \u201eArtefakten\u201c. Der Verfasser hat hier einschl\u00e4gige Erfahrungen als Proband.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/A6539146-275E-498B-A34F-BAB51D38ACB8#_ftnref22\"><sup>[22]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. Die Gedanken sind frei,&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Die_Gedanken_sind_frei\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Die_Gedanken_sind_frei<\/a>. (12.08.2020)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/A6539146-275E-498B-A34F-BAB51D38ACB8#_ftnref23\"><sup>[23]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. etwa Lisa Herzog, Freiheit geh\u00f6rt nicht nur den Reichen, Pl\u00e4doyer f\u00fcr einen zeitgem\u00e4\u00dfen Liberalismus, 2. Auflage M\u00fcnchen 2018, S. 26-64, wo sie ein ganzes Kapitel II. dem \u201ehomo oeconomicus\u201c widmet<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/A6539146-275E-498B-A34F-BAB51D38ACB8#_ftnref24\"><sup>[24]<\/sup><\/a>&nbsp;Jens Hacke, Liberalismus \u2013 Befreit die Freiheit!,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/kultur\/2019-05\/liberalismus-ideologie-kapitalismus-freiheit-ethik-politik\">https:\/\/www.zeit.de\/kultur\/2019-05\/liberalismus-ideologie-kapitalismus-freiheit-ethik-politik<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/A6539146-275E-498B-A34F-BAB51D38ACB8#_ftnref25\"><sup>[25]<\/sup><\/a>&nbsp;So etwa bei Jochen, Ott, Mehr Politik wagen! Wie wir die Demokratie vor dem Kapitalismus retten, K\u00f6ln 2019, S. 28f., wo es munter durcheinander geht: Unter der \u201eneoliberalen Wende\u201c wird von \u201eWirtschaftsliberalismus\u201c und von \u201elibert\u00e4rer Lesart\u201c gesprochen, obwohl es hier zum Teil gravierende Unterschiede gibt.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/A6539146-275E-498B-A34F-BAB51D38ACB8#_ftnref26\"><sup>[26]<\/sup><\/a>&nbsp;Yuval Noah Harari, HOMO DEUS \u2013 Eine Geschichte von Morgen, M\u00fcnchen 2017, 9. Auflage 2019 (Paperback), S. 330f.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/A6539146-275E-498B-A34F-BAB51D38ACB8#_ftnref27\"><sup>[27]<\/sup><\/a>&nbsp;Ren\u00e9 Rhinow, \u00d6kologie geh\u00f6rt zum Freisinn,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/meinung\/oekologie-gehoert-zum-freisinn-ld.1523186\">https:\/\/www.nzz.ch\/meinung\/oekologie-gehoert-zum-freisinn-ld.1523186<\/a>. (08.01.20)<\/p>\n\n\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: =;\"><a href=\"http:\/\/www.neschle.de\/download-manager.php?id=230\">PDF-Datei<\/a><span style=\"font-size: small;\"><br \/>This post was downloaded by  321 people until now.<\/span><\/span><\/p>\n<p>&#8211;&gt;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Erbs\u00fcnden des Liberalismus &#8211; Essay in neun Teilen und sieben S\u00fcnden Teil 4 \u201eWer die Freiheit anderer achtet, zeigt allein dadurch mehr soziale Verantwortung als die Bef\u00fcrworter totalit\u00e4rer Systeme, denen individuelle Freiheit nichts gilt.&#8220; (Neschle) Die dritte Erbs\u00fcnde: Egoismus statt soziale Verantwortung Die dritte Erbs\u00fcnde wird den Liberalen&nbsp;am h\u00e4ufigsten&nbsp;angelastet. Dennoch steckt sie&nbsp;nicht&nbsp;in den liberalen &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/neschle.de\/index.php\/blog\/leon-neschle-88\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eLeon Neschle 88\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[4,6],"tags":[112,14,109,11],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1339"}],"collection":[{"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1339"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1339\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1350,"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1339\/revisions\/1350"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1339"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1339"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1339"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}