{"id":1316,"date":"2020-12-23T09:58:01","date_gmt":"2020-12-23T08:58:01","guid":{"rendered":"https:\/\/neschle.de\/?p=1316"},"modified":"2020-12-24T11:34:47","modified_gmt":"2020-12-24T10:34:47","slug":"leon-neschle-87","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/blog\/leon-neschle-87\/","title":{"rendered":"Leon Neschle 87"},"content":{"rendered":"\n<h2><strong><span style=\"color:#4f81bd\" class=\"tadv-color\">Die Erbs\u00fcnden des Liberalismus &#8211; Essay in neun Teilen und sieben S\u00fcnden<\/span><\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Teil 3<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eWenn der Verstand gottgegeben ist, muss auch sein Einsatz gottgewollt sein\u201c<\/em> (Neschle)<\/p>\n\n\n\n<h3><strong>Die zweite Erbs\u00fcnde: Menschenverstand statt Gottes Gebot<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Die zweite Erbs\u00fcnde liegt wie die erste in den Genen des Liberalismus. Sie wird den Liberalen jedoch nur von Seiten der Religionen vorgeworfen. Dennoch ist die Aus-einandersetzung damit nicht nur von religi\u00f6sem oder historischem Wert. Sie bringt tiefe Einblicke in den Liberalismus, insbesondere zu der Frage, ob man sich durch den eigenen Verstand versklaven kann und sich so selbst die Freiheit nehmen kann, f\u00fcr die man eigentlich eintreten will.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Liberalen haben den&nbsp;<em>menschlichen<\/em>&nbsp;Verstand, kein g\u00f6ttliches Gebot zum Ausgangspunkt ihres Denkens gemacht. Die Freiburger Thesen der FDP<a href=\"applewebdata:\/\/FD57C838-4DC5-4EE4-A7B4-20C57AD69519#_ftn1\"><sup>[1]<\/sup><\/a>&nbsp;fordern in diesem Sinne \u201eFortschritt durch Vernunft\u201c. Philosophien, die den Menschen und seine Vernunft und nicht Gott zum Ausgangspunkt ihres Denkens machen, ordnet Harari zwar dem \u201eHumanismus\u201c zu, betrachtet sie aber als \u201eReligionen\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/FD57C838-4DC5-4EE4-A7B4-20C57AD69519#_ftn2\"><sup>[2]<\/sup><\/a>:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie Grund\u00fcberzeugung humanistischer Religionen wie des Liberalismus, des Kommunismus und des Nationalsozialismus lautet, dass&nbsp;<em>Homo sapiens<\/em>&nbsp;\u00fcber einen einzigartigen und heiligen Wesenskern verf\u00fcgt, der Quell allen Sinns und aller Macht im Universum ist.\u201c&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Sp\u00e4ter erweitert er dieses ideologische Trio um den Buddhismus und den Taoismus, die \u201ebehaupten, die \u00fcbermenschlichen Gesetze seien Naturgesetze und nicht das Gesch\u00f6pf dieses oder jenes Gottes.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>In den Augen derer, die an Gottesgebote glauben, befleckt&nbsp;<em>das<\/em>&nbsp;den Liberalismus (und die anderen humanistischen \u201eReligionen\u201c) mit einer weiteren Erbs\u00fcnde. Aus der Sicht der Gottesreligionen ist \u201eMoral ohne Gott\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/FD57C838-4DC5-4EE4-A7B4-20C57AD69519#_ftn3\"><sup>[3]<\/sup><\/a>&nbsp;unm\u00f6glich. Liberalismus ist darum schiere Blasphemie. Das macht den Ausgangspunkt der Liberalen von der&nbsp;<em>menschlichen<\/em>&nbsp;Vernunft f\u00fcr religi\u00f6se Fundamentalisten zur schweren S\u00fcnde. Die f\u00fcgt sich direkt an die erste Erbs\u00fcnde an, hier liegt die Betonung aber nicht auf&nbsp;<em>leidenschaftsloser<\/em>&nbsp;Vernunft, sondern darauf, dass diese Vernunft&nbsp;<em>rein menschlich<\/em>&nbsp;ist und nicht geleitet von g\u00f6ttlichen Geboten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Verwirrend ist, wenn Harari sogar den Nationalsozialismus als \u201eReligion\u201c bezeichnet und als \u201e<em>humanistische&nbsp;<\/em>Ideologie\u201c. Denn nicht der Mensch als solcher spielt darin die Hauptrolle, sondern der arische \u00dcbermensch, der nicht-arische Untermensch und das arische Volkskollektiv. David A. Noebel<a href=\"applewebdata:\/\/FD57C838-4DC5-4EE4-A7B4-20C57AD69519#_ftn4\"><sup>[4]<\/sup><\/a>&nbsp;stellt auch den Marxismus&nbsp;<em>neben<\/em>&nbsp;den Humanismus, betrachtet ihn nicht als Teil davon. Allerdings sah sich die DDR als Hort eines neuen Humanismus<a href=\"applewebdata:\/\/FD57C838-4DC5-4EE4-A7B4-20C57AD69519#_ftn5\"><sup>[5]<\/sup><\/a>, der den Menschen von einer Obliegenheit der herrschenden Minderheit zur Sache aller mache, indem er die Reste feudaler Eigentumsverh\u00e4ltnisse aufhebe und den Menschen von Selbstentfremdung befreie. Dass dies heute noch von einigen Linken so gesehen wird, die meisten Menschen der DDR sich aber von den Folgen dieses \u201erealen Humanismus\u201c zu befreien suchten, geh\u00f6rt zu den Treppenwitzen der Weltgeschichte.<\/p>\n\n\n\n<p>Dennoch stimmen alle Formen des \u201eHumanismus\u201c im Sinne Hararis in dem Glauben \u00fcberein, dass der Mensch selbst die Quelle einer besseren Welt ist oder sein kann. Soweit dies ideologisch ohne Gott geschehen kann, erweckt das den Widerspruch der Gottesreligionen, besonders ihrer fundamentalistischen Anh\u00e4nger. Obwohl es auch von islamischer oder j\u00fcdischer Seite heftige Kritik am gottlosen liberalen Humanismus gibt, beschr\u00e4nkt sich das Folgende zun\u00e4chst auf die christliche Kritik, weil sie hierzulande leichter zug\u00e4nglich ist und sich besser \u00fcberpr\u00fcfen l\u00e4sst:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eChristliche Humanismuskritik wendet sich gegen den anthropozentrischen, als \u201aweltlich\u2018 betrachteten Ansatz der humanistischen Modelle, der als unvereinbar mit dem christlichen Konzept eines auf Gott ausgerichteten Lebens angesehen wird. Christliche Kritiker des Humanismus missbilligen nicht nur die Glaubensferne, teils religionsfeindliche Haltung vieler Humanisten, sondern verwerfen auch den \u201achristlichen Humanismus\u2018, in dem sie einen Versuch der Harmonisierung von Unvereinbarem sehen.\u201c<sup>&nbsp;<a href=\"applewebdata:\/\/FD57C838-4DC5-4EE4-A7B4-20C57AD69519#_ftn6\"><sup>[6]<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Keiner hat sich in diesem Sinne r\u00fcder gegen den menschenzentrierten Rationalismus gewandt als Sard\u00e1 y Salvany in seiner Hetzschrift \u201eEl Liberalismo es Pecado\u201c (\u201eDer Liberalismus ist S\u00fcnde\u201c) aus dem Jahre 1884<a href=\"applewebdata:\/\/FD57C838-4DC5-4EE4-A7B4-20C57AD69519#_ftn7\"><sup>[7]<\/sup><\/a>. Die S\u00fcnde des Liberalen liege darin, dass der Liberale weder eine Autorit\u00e4t Gottes noch der Katholischen Kirche anerkenne, sondern allein die seiner eigenen Vernunft. Das sei H\u00e4resie! Und diese H\u00e4resie&nbsp;<em>der Liberalen<\/em>&nbsp;sei \u201edie gr\u00f6\u00dfte S\u00fcnde, die man im Codex des christlichen Gesetzes\u201c kenne: Der Liberale sei \u201es\u00fcndhafter als ein Gottesl\u00e4sterer, ein Betr\u00fcger, ein Ehebrecher oder M\u00f6rder\u201c (S. 20).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Allerdings gebe es drei Arten von Liberalen: 1. den radikalen, der seinen Liberalismus \u201edurch Br\u00fcllen\u201c bekunde, 2. den gem\u00e4\u00dfigten, der das durch vern\u00fcnftige Reden tue, und 3. den armen \u201ein den Liberalismus eingetauchte(n) Tropf\u201c, der das mit \u201eSeufzen und Gewimmer\u201c mache. Den ersten l\u00e4hme seine Wut, den dritten mache sein \u201ezwitterhaftes Wesen selbst unfruchtbar\u201c. Folglich sei gerade der zweite,&nbsp;<em>gem\u00e4\u00dfigte Liberale<\/em>&nbsp;\u201eder satanische Typus in hervorragender Weise. Er ist\u2019s, der in unseren Tagen eine wahre liberale Verheerung anrichtet\u201c (S. 46). Gem\u00e4\u00dfigte Liberale bedienten sich der&nbsp;<em>eigenen Vernunft<\/em>&nbsp;am konsequentesten und gottesl\u00e4sterlichsten. Vor allem mit ihnen sei jede Koexistenz von Liberalismus und Katholizismus ausgeschlossen:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Von \u201eallen Inkonsequenzen und Widerspr\u00fcchen, welche man in den mittleren Abstufungen des Liberalismus findet, ist die widersprechendste und die geh\u00e4ssigste jene, welche nichts weniger als den Einklang des Liberalismus mit dem Katholizismus behauptet, um dasjenige zu bilden, was in der Geschichte der modernen Verirrungen unter dem Namen katholischer Liberalismus oder liberaler Katholizismus bekannt ist.\u201c (S. 22).<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist eine harte Absage an jedwede liberale Theologie<a href=\"applewebdata:\/\/FD57C838-4DC5-4EE4-A7B4-20C57AD69519#_ftn8\"><sup>[8]<\/sup><\/a>, die sich in \u00e4hnlicher Form im liberalen Islam findet.<a href=\"applewebdata:\/\/FD57C838-4DC5-4EE4-A7B4-20C57AD69519#_ftn9\"><sup>[9]<\/sup><\/a>&nbsp;Extreme Anh\u00e4nger des Islam kommen zum selben Ergebnis: Liberalismus und Islam sind unvereinbar. F\u00fcr die Anh\u00e4nger der Religionen kommen die Inhalte direkt von Gott. Sie sind folglich nicht \u201evern\u00fcnftig\u201c diskutierbar, zumal sich diese g\u00f6ttlichen Inhalte der menschlichen Vernunft nicht vollst\u00e4ndig erschlie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Religionsgegner verbinden dies mit der Vorstellung der \u201eAllmacht der Religion\u201c, die keine Freiheit mehr erlaube.<a href=\"applewebdata:\/\/FD57C838-4DC5-4EE4-A7B4-20C57AD69519#_ftn10\"><sup>[10]<\/sup><\/a>&nbsp;Doch wie im Christentum gibt es auch im Islam liberale Gegenpositionen wie die von Mustafa Akyol in \u201eIslam Without Extremes\u201c.<a href=\"applewebdata:\/\/FD57C838-4DC5-4EE4-A7B4-20C57AD69519#_ftn11\"><sup>[11]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Sard\u00e1s&nbsp;<em>heutige<\/em>&nbsp;J\u00fcnger sehen den Kern der Irrlehre des Liberalismus in der \u201eselbstherrlichen und freudlosen Philosophie ihres metaphysischen Begr\u00fcnders Immanuel Kant\u201c und dessen Kategorischen Imperativ:<a href=\"applewebdata:\/\/FD57C838-4DC5-4EE4-A7B4-20C57AD69519#_ftn12\"><sup>[12]<\/sup><\/a>. Sie widerlegen damit zugleich die Behauptung, der Katholizismus habe dem Liberalismus nur \u201ebis in die 1950er Jahre hinein heftigen Widerstand entgegengesetzt\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/FD57C838-4DC5-4EE4-A7B4-20C57AD69519#_ftn13\"><sup>[13]<\/sup><\/a>. F\u00fcr sie sind Sard\u00e1s Thesen aktuell.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach Kant bedingt die Erhaltung der Freiheit nicht nur die Freiheit des Einzelnen, sondern auch die Verantwortung gegen\u00fcber anderen. Diese ethische Forderung scheint auf den ersten Blick im Einklang mit der christlichen Ethik und dem Gebot \u201eLiebe Deinen N\u00e4chsten wie Dich selbst!\u201c. Doch Kants&nbsp;<em>rationale Begr\u00fcndung<\/em>dieser \u201eSittlichkeit\u201c macht ihn f\u00fcr radikale Katholiken sogar zu einem&nbsp;<em>besonders<\/em>&nbsp;\u00fcblen Burschen. Denn er leite diese ethische Pflicht&nbsp;<em>nicht aus einem g\u00f6ttlichen Gebot<\/em>&nbsp;her, sondern er rufe die \u201eVersklavung durch die menschliche Vernunft\u201c aus. Nach Kant m\u00fcsse \u201eder Mensch sittlich sein, nicht um eines g\u00f6ttlichen Gebotes willen, sondern aus Pflicht gegen sich und die Menschheit, die sonst ohne das harte \u201aDu sollst\u2018 der Pflicht aus den Fugen gehen w\u00fcrde.\u201c Sein Kategorischer Imperativ der individuellen Vernunft zwinge den Menschen \u201e<em>unter das Joch<\/em>&nbsp;seines eigenen Verstandes\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Richtig ist: Der Mensch kann seine eigene Haut zu Markte tragen, sich im \u201eHamsterrad der Selbstoptimierung\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/FD57C838-4DC5-4EE4-A7B4-20C57AD69519#_ftn14\"><sup>[14]<\/sup><\/a>&nbsp;verfangen, sich zum \u201eSpielball seiner Selbst\u201c machen, einem inneren Zwang zur \u201etotalen Durch\u00f6konomisierung\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/FD57C838-4DC5-4EE4-A7B4-20C57AD69519#_ftn15\"><sup>[15]<\/sup><\/a>&nbsp;folgen, zu reinem \u201eHumankapital\u201c werden. Insbesondere marktgl\u00e4ubige \u00d6konomen scheinen dem zu verfallen, heute etwa die \u201erundum- evaluierten\u201c Influencer im Internet, die dort im Wettbewerb mit anderen Influencern ihr Ich als Marke verh\u00f6kern<a href=\"applewebdata:\/\/FD57C838-4DC5-4EE4-A7B4-20C57AD69519#_ftn16\"><sup>[16]<\/sup><\/a>:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWenn ich im Wettbewerb stehe, dann muss ich schauen, was macht die Konkurrenz: Ich muss mich abheben von den Mitbewerbern. Ich muss Alleinstellungsmerkmale entwickeln. Anders sein als die anderen und besser oder zumindest interessanter. Die Konkurrenten m\u00fcssen aber das gleiche: Alle sind st\u00e4ndig damit besch\u00e4ftigt in der Optimierung der eigenen Person \u2026 Ich hab keine klare Richtung mehr, wo ich mich hinoptimieren muss, sondern die Aufgabe, mich permanent neu zu justieren \u2026\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>So tritt \u201ean die Stelle des m\u00fcndigen Intellektuellen \u2026 der wendige Entrepreneur\u201c, dessen vermeintliche Freiheit durch den steten Zwang ersetzt wird, \u201esich an den potentiellen Abnehmern, den Kunden zu orientieren und an dem, was die Wettbewerber tun.\u201c \u201eUnsere angebliche Freiheit ist an eine zentrale Bedingung gekn\u00fcpft: Es ist unsere Pflicht, Erfolg zu haben, \u2026 \u201c.<a href=\"applewebdata:\/\/FD57C838-4DC5-4EE4-A7B4-20C57AD69519#_ftn17\"><sup>[17]<\/sup><\/a>&nbsp;In der Folge kann die Verhei\u00dfung unternehmerischer Freiheit zur Zwangsvorstellung werden, in der am Ende die Angst die Oberhand gewinnt: \u201eWenn du dich nicht gen\u00fcgend anstrengst, wenn du nicht deine unternehmerischen F\u00e4higkeiten gen\u00fcgend entwickelst, dann wirst du abst\u00fcrzen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Richtig ist daher: Der Mensch&nbsp;<em>kann<\/em>&nbsp;seine Freiheit und seine Vernunft verwenden, um sich selbst zu unterjochen. Fehlgebrauch und Missbrauch von Freiheit sind m\u00f6glich. Und: Ohne Freiheit kein Missbrauch von Freiheit!<\/p>\n\n\n\n<p>Ist individuelle Freiheit am Ende sogar gef\u00e4hrlicher als eine Schusswaffe und sollte man ihr Einhalt gebieten, weil der Freie sie gegen sich selbst richten kann? Sollte man dem Menschen deswegen seine Freiheit stehlen? Ist der (Neo-)Liberalismus der Verursacher dieses Missbrauchs, weil er Freiheit des oder der Einzelnen einfordert?<a href=\"applewebdata:\/\/FD57C838-4DC5-4EE4-A7B4-20C57AD69519#_ftn18\"><sup>[18]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Doch die individuelle Freiheit als ideologische Verf\u00fchrung des (Neo-)Liberalismus f\u00fchrt nicht zwangsl\u00e4ufig in die Sklaverei der Vermarktung des Ichs. Wenn jede Freiheit, die man jemanden zugesteht, zu dem Verdacht f\u00fchrt, er werde sich dadurch selbst oder andere sch\u00e4digen, schlie\u00dft man damit deren Nutzung und den Nutzen aus, der aus dieser Freiheit erwachsen kann. Man erstickt jede Kreativit\u00e4t im Keim.<\/p>\n\n\n\n<p>Zudem bringt der st\u00e4ndige Blick auf den Kunden und den Wettbewerb keinesfalls die gr\u00f6\u00dften Markterfolge. Den gr\u00f6\u00dften Erfolg haben Produkte und Leistungen, von denen der Kunde gar nicht wei\u00df, dass er sie sich w\u00fcnschen konnte. Sie werden ohne Kundendruck entwickelt. Im Kleinen sind das Post-it Zettel, im Gro\u00dfen das i-Phone. Der Ressource-Based View zeigt entgegen dem Market-Based View, dass es f\u00fcr diese gr\u00f6\u00dften Erfolge sinnvoll sein kann, den Markt und die Vermarktung zun\u00e4chst zu ignorieren und sein eigenes Ding zu machen. Der Pionier schafft Wege gerade dort, wo bislang f\u00fcr Wettbewerber und Kunden unbekannte \u00d6de war. Er ist \u00fcberraschend gut. Die Biographie von Steve Jobs gibt daf\u00fcr ein beredtes Beispiel.<a href=\"applewebdata:\/\/FD57C838-4DC5-4EE4-A7B4-20C57AD69519#_ftn19\"><sup>[19]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Nirgendwo gibt es mehr M\u00f6glichkeiten, sein Ding zu machen, als in einer liberalen Gesellschaft. Vernunft gebietet dem Liberalen sogar, scheinbar vernunftfreie Ideen zun\u00e4chst zu akzeptieren. Oft genug sind es gerade diese Ideen, auf denen sich Ver\u00e4nderung und Fortschritt gr\u00fcnden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Es gab kaum eine Zeit mit mehr M\u00f6glichkeiten als heute, sich in gesellschaftlichen Subsystemen zu engagieren und kreativ zu entfalten. Und es ist paradox, dass gerade diejenigen, die Selbstunterjochung und Selbstvermarktung in \u201eneo-liberalen Gesellschaften\u201c r\u00fcgen, auf dem Weg sind, sich davon zu l\u00f6sen oder es bereits geschafft haben.<a href=\"applewebdata:\/\/FD57C838-4DC5-4EE4-A7B4-20C57AD69519#_ftn20\"><sup>[20]<\/sup><\/a>&nbsp;Selbsterkenntnis ist der Weg zum Bewusstseinswandel. Das zeigt, dass andere Wege m\u00f6glich sind,&nbsp;<em>gerade<\/em>&nbsp;in einer liberalen Gesellschaft. Anders als in einer Zwangs-Gesellschaft, wie sie Rechten oder Linken vorschwebt, wo der Missbrauch kollektiver Macht an die Stelle des Missbrauchs individueller Freiheit tritt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Was w\u00e4re also die Alternative? Sicher nicht eine v\u00f6lkische Gesellschaft, in der die Leute ihr M\u00fctchen k\u00fchlen, indem sie Jagd auf alles \u201eUnv\u00f6lkische\u201c machen. Vielleicht eine sozialistische Gesellschaft, die jede kreative Eigenleistung ideologisch genehmigen muss und jede nicht genehmigte erdrosselt? Eine Gesellschaft, die Freigeister drangsaliert und die Sensibelsten unter ihnen in den Suff treibt? Oder gar die sozialistische Kontrollgesellschaft Nordkoreas oder Chinas? Eine fundamental christliche oder islamische Gesellschaft? Was ist gravierender: der kollektive Missbrauch externer Macht und die Kontrolle in einem totalit\u00e4ren System oder der Verlust der Selbstkontrolle Einzelner in einer liberalen Gesellschaft?&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eFrei sein\u201c, hei\u00dft f\u00fcr den Liberalen keinesfalls, frei sein von Selbstkontrolle.<\/em>&nbsp;Im Gegenteil: \u201eFrei sein\u201c hei\u00dft aus liberaler Sicht, die externe Kontrolle durch die interne Kontrolle des Einzelnen und seine Eigenverantwortung zu ersetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch das ist nicht der Freiheitsbegriff von Sard\u00e1s J\u00fcngern. Bei Ihnen ist Freiheit, frei zu sein von Entscheidungszw\u00e4ngen und Verantwortung, von Gott gef\u00fchrt und in seiner F\u00fcrsorge und Macht geborgen. Das sind nicht Herausforderung und Risiko liberaler Freiheit, sondern das ist das Rundum-Sorglos-Paket eines f\u00fcrsorglichen und liebenden allm\u00e4chtigen Gottes.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese \u201eFreiheit\u201c entsteht nur durch v\u00f6llige Unterwerfung unter Gottes Willen, den man genau zu kennen glaubt, obwohl seine Wege unerfindlich sind. Dieser Gott besch\u00fctzt und beh\u00fctet, selbst wenn viele meinen, in pers\u00f6nlicher Not schon andere Erfahrungen gemacht zu haben. Doch nur wenn sich das Gottes<em>-Kind<\/em>bedingungslos f\u00fchren l\u00e4sst, kann es geistig sicher und frei sein von jeder Belastung. Das ist religi\u00f6se Freiheit&nbsp;<em>von<\/em>&nbsp;Entscheidung und Verantwortung statt liberale Freiheit&nbsp;<em>zu<\/em>&nbsp;Entscheidung und Verantwortung. (<a href=\"https:\/\/neschle.de\/index.php\/blog\/leon-neschle-84\/\">Neschle 84)<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Noch ein weiterer Vorwurf wird der Philosophie Kants von Sard\u00e1s J\u00fcngern gemacht: \u201eWo das Leben nur aus Pflicht besteht, da ist f\u00fcr die Liebe kein Platz mehr\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/FD57C838-4DC5-4EE4-A7B4-20C57AD69519#_ftn21\"><sup>[21]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Das aber gilt f\u00fcr alle Gebote, weil alle Gebote Menschen in die Pflicht nehmen. Da macht die Herkunft des Gebotes von Gott oder von Menschen keinen Unterschied. Liebe l\u00e4sst sich nicht befehlen, auch nicht durch&nbsp;<em>g\u00f6ttliche<\/em>&nbsp;Gebote.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Warum aber beschert dann aus der Sicht dieser J\u00fcnger allein der Kategorische Imperativ eine \u201eArmut an Freude\u201c? Warum sorgt im Gegensatz dazu die \u201eVerankerung unseres Tuns und Handelns in den g\u00f6ttlichen Geboten\u201c f\u00fcr \u201eW\u00e4rme, Beschwingtheit des Gef\u00fchls, Freundlichkeit, Frohsinn, Liebe\u201c und warum kann dies allein \u201edas Leben in den tausendf\u00e4ltigsten Formen versch\u00f6nern und abwechslungsreich gestalten?\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/FD57C838-4DC5-4EE4-A7B4-20C57AD69519#_ftn22\"><sup>[22]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>W\u00fcrde dieser christliche Schw\u00e4rmer f\u00fcr Gottgeborgenheit dasselbe auch von der Scharia behaupten? Machen sogar die Gebote der Scharia beschwingt und froh, weil sie von Gott kommen? Und das ganz ohne Musik?<\/p>\n\n\n\n<p>Wer das verstehen will, muss es einfach glauben und sich von menschlicher Vernunft verabschieden, deren Sklave er angeblich durch die Aufkl\u00e4rung und die Philosophie Kants geworden ist. Wer sich zwangsl\u00e4ufig zum Sklaven seiner eigenen Vernunft und seiner selbst machen&nbsp;<em>muss<\/em>, kann nirgends (liberale) Freiheit finden. Mit solchen Vorstellungen wird Freiheit im Sinne des Liberalismus zur selbstwiderspr\u00fcchlichen Absurdit\u00e4t. Freiheit scheint am Ende unm\u00f6glich: Entweder m\u00fcssen wir \u201efr\u00f6hliche Sklaven\u201c Gottes sein oder \u201efreudlose Sklaven\u201c unseres Verstandes.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Wahlspruch der Aufkl\u00e4rung \u201eSapere aude!\u201c (Kurz: \u201eTrau Dich zu denken!\u201c) ist f\u00fcr religi\u00f6se Fundamentalisten ein Lockruf des Teufels. Ihnen hilft allein der feste Glaube: Folge Gottes Gebot und schalte Dein s\u00fcndiges und hochm\u00fctiges Denken aus! Eigenst\u00e4ndiges Denken macht Dich blasphemisch und unfrei.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Doch wie hochm\u00fctig muss dann fundamental religi\u00f6ses Denken sein, das sich anma\u00dft, Gottes Willen zu kennen, seine \u201eunerfindlichen\u201c Wege zu verstehen, genauso zu denken wie Gott selbst und das Recht zu haben, dies anderen vorzuschreiben. \u2013<\/p>\n\n\n\n<p>Die zweite \u201eErbs\u00fcnde\u201c,&nbsp;<em>menschlicher<\/em>&nbsp;Verstand als Ausgangs- und Richtpunkt liberaler Philosophie belastet den Liberalen allein bei der Auseinandersetzung mit Anh\u00e4ngern der abrahamitischen Religionen: Judentum, Christentum und Islam. Bei denen gilt der Liberale als \u201egottloser Geselle\u201c. Dieser Konflikt wird derzeit vor allem von radikalen Christen und Muslimen ausgefochten. Bei religi\u00f6sen Eiferern gibt es dieselbe Feindseligkeit allerdings auch gegen\u00fcber anderen \u201eHumanisten\u201c im Sinne Hararis, also gegen\u00fcber Kommunisten oder Nationalsozialisten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Einer der radikalsten Anti-Liberalen und Anti-Demokraten, Alexander Dugin, ist orthodoxer Christ und h\u00e4tte Europa gern zum russischen Protektorat gemacht.<a href=\"applewebdata:\/\/FD57C838-4DC5-4EE4-A7B4-20C57AD69519#_ftn23\"><sup>[23]<\/sup><\/a>&nbsp;Als \u201ephilosophischer\u201c Kopf der \u201eEurasischen Bewegung\u201c wendet er sich mit quasi religi\u00f6sen Symbolen und in Koalition mit schiitischen Fundamentalisten gegen den Liberalismus der westlichen Welt, aber auch gegen Sozialismus und Faschismus. Seine \u201ev\u00f6lkischen\u201c Ansichten tragen faschistoide Z\u00fcge. Er bewegt sich jenseits aller vertrauten politischen Dimensionen. Einigkeit zwischen den unter ihm vereinigten Gegenpolen schafft seine antidemokratische und antiliberale Haltung.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch ist es wirklich unvereinbar mit dem Christentum, liberal zu sein? Dass die menschliche Vernunft nicht von Gott, sondern vom Teufel geleitet ist, mag man zwar bei Nationalsozialisten gerne glauben, aber bei Liberalen? Sollte die menschliche Vernunft von Gott kommen, welchen Sinn sollte ein Verbot haben, sie zu benutzen? Wenn der Mensch denkt und Gott lenkt, kann der Mensch ohnehin denken, was er will: Mit jedem seiner Gedanken beschreitet er einen von Gott vorbestimmten Weg. Warum sollte dieser Weg schlecht sein? Warum also sollte man diesen Weg verbieten? Ein g\u00fctiger Gott wird seinen Gotteskindern den Gebrauch der von ihm geschenkten F\u00e4higkeiten nicht nur erlauben, er wird diesen Gebrauch sogar&nbsp;<em>fordern<\/em>, zum Wohle der Mitmenschen.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr einen solchen Gott ist die Einhaltung seiner Gebote nur notwendige Rahmenbedingung, aber keinesfalls hinreichend. Hinreichend ist erst, wenn der Mensch \u00fcber die&nbsp;<em>negativ<\/em>&nbsp;belegten Gebote (\u201eDu sollst&nbsp;<em>nicht<\/em>\u2026\u201c) hinaus Gutes tut. Allein f\u00fcr einen unsicheren und misstrauischen Gott, f\u00fcr den Fehlervermeidung wichtiger ist als die Schaffung von Gutem, ist die Einhaltung seiner Gebote notwendig&nbsp;<em>und<\/em>&nbsp;hinreichend. Sard\u00e1s J\u00fcnger unterstellen das. Doch warum sollte ihr Gott so negativ sein?<\/p>\n\n\n\n<p>Aber hat der Liberale \u00fcberhaupt das Wohl seiner Mitmenschen im Auge? Zwar betrachtet der Liberale Moralit\u00e4t und karitative Solidarit\u00e4t als Privatsache<a href=\"applewebdata:\/\/FD57C838-4DC5-4EE4-A7B4-20C57AD69519#_ftn24\"><sup>[24]<\/sup><\/a>, doch immerhin fordert er, andere und deren Meinung zu respektieren. Entspricht das nicht eher dem Gebot der N\u00e4chstenliebe als die Verteufelung der Liberalen durch selbsternannte Gottesversteher, die sich mit eitler Hybris zu dessen Vertreter auf Erden aufschwingen? Ist denn f\u00fcr sie die menschliche Vernunft nicht gottgeschaffen?<\/p>\n\n\n\n<p>Sobald man gottgeschaffene Vernunft und nicht allein gottgeschaffene Verbote zul\u00e4sst, scheint das Verh\u00e4ltnis von Religion und Liberalismus nicht mehr so widerspr\u00fcchlich, wie religi\u00f6se Fundamentalisten es behaupten. Und was f\u00fcr Liberale gilt, das gilt auch f\u00fcr die anderen Versionen des \u201eHumanismus\u201c bei Harari, sofern nicht Gottesleugnung selbst Teil ihrer Ideologie ist. Bei Liberalen ist sie das nicht. Das schlie\u00dft nicht aus, dass dort mancher zum Agnostizismus oder gar zum Atheismus neigt, aber auch nicht, dass ein Professor einer katholischen Hochschule positiv \u00fcber Liberalismus philosophiert, wenn auch abstrakt und nicht immer plausibel.<a href=\"applewebdata:\/\/FD57C838-4DC5-4EE4-A7B4-20C57AD69519#_ftn25\"><sup>[25]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Wie dem auch sei. Nationalsozialisten, vor allem aber Kommunisten neigen ideologiebedingt st\u00e4rker zum Atheismus als Liberale. Sie w\u00fcrden sich jedoch viel mehr beleidigt f\u00fchlen, w\u00fcrden sie in anderer Hinsicht mit Liberalen in einen Topf geworfen, w\u00fcrde ihnen neben ihrem&nbsp;<em>anthropo<\/em>zentrischen Weltbild auch ein&nbsp;<em>ego<\/em>zentrisches Weltbild unterstellt. Denn im Zentrum ihres Weltbildes steht das sozialistische Kollektiv oder die v\u00f6lkische Gemeinschaft, nicht der Einzelne und seine individuelle Freiheit. Der Einzelne ist bei ihnen nur sozial verankerter Teil eines Kollektivs: der internationalen Arbeiterklasse oder Teil einer v\u00f6lkischen Gemeinschaft. So lautet daher auch ihr Vorwurf an den Liberalismus, dessen Zentralgestirn sei das Ich und die Egomanie. Ist es bei den Religi\u00f6sen der Liberale als gottloser Geselle, so mutiert der Liberale hier zum egoistischen und verantwortungslosen Gesellen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/FD57C838-4DC5-4EE4-A7B4-20C57AD69519#_ftnref1\"><sup>[1]<\/sup><\/a>&nbsp;Artikel \u201eFreiburger Thesen\u201c,&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Freiburger_Thesen\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Freiburger_Thesen<\/a>. (4.12.19)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/FD57C838-4DC5-4EE4-A7B4-20C57AD69519#_ftnref2\"><sup>[2]<\/sup><\/a>&nbsp;Yuval Noah Harari, Homo Deus, Eine Geschichte von Morgen, 9.Auflage M\u00fcnchen 2017. Die folgenden Zitate ebenda S, 157 und 284.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/FD57C838-4DC5-4EE4-A7B4-20C57AD69519#_ftnref3\"><sup>[3]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. Fiete Kalscheuer, Mehr Kant wagen,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.cicero.de\/kultur\/immanuel-kant-philosophie-liberalismus-aufklaerung\">https:\/\/www.cicero.de\/kultur\/immanuel-kant-philosophie-liberalismus-aufklaerung<\/a>. (19.12.2019)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/FD57C838-4DC5-4EE4-A7B4-20C57AD69519#_ftnref4\"><sup>[4]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl, David A. Noebel, Kampf um Wahrheit \u2013 Die bedeutendsten Weltanschauungen im Vergleich, Gr\u00e4felfing 2007.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/FD57C838-4DC5-4EE4-A7B4-20C57AD69519#_ftnref5\"><sup>[5]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl,&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Humanismus\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Humanismus<\/a>. (6.10.19)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/FD57C838-4DC5-4EE4-A7B4-20C57AD69519#_ftnref6\"><sup>[6]<\/sup><\/a>&nbsp;Ebenda.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/FD57C838-4DC5-4EE4-A7B4-20C57AD69519#_ftnref7\"><sup>[7]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. F\u00e9lix Sard\u00e1 y Salvany, Der Liberalismus ist S\u00fcnde: Brennende Fragen. Deutsche \u00dcbersetzung von Ulrich Lampert nach der 7. Auflage des spanischen Originals 1884, Salzburg 1889. Man muss dieses Buch nicht kaufen oder ausleihen. Im Internet lassen sich das Buch oder Teile davon herunterladen. Und die Tiraden darin finden noch heute Unterst\u00fctzer.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/FD57C838-4DC5-4EE4-A7B4-20C57AD69519#_ftnref8\"><sup>[8]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. Liberale Theologie,&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Liberale_Theologie\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Liberale_Theologie<\/a>. (6.10.19) Kant selbst sieht das \u00fcbrigens ganz anders: Vgl. Dazu Fiete Kalscheuer, Mehr Kant wagen,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.cicero.de\/kultur\/immanuel-kant-philosophie-liberalismus-aufklaerung\">https:\/\/www.cicero.de\/kultur\/immanuel-kant-philosophie-liberalismus-aufklaerung<\/a>. (19.12.2019)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/FD57C838-4DC5-4EE4-A7B4-20C57AD69519#_ftnref9\"><sup>[9]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl.&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wik%20i\/Liberale_Bewegungen_im_Islam\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wik i\/Liberale_Bewegungen_im_Islam<\/a>. (6.10.19).<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/FD57C838-4DC5-4EE4-A7B4-20C57AD69519#_ftnref10\"><sup>[10]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. Der Islam hat zivilisatorisch vollkommen versagt,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.welt.de\/debatte\/article13315630\/Der-Islam-hat-zivilisatorisch-vollkommen-versagt.html\">https:\/\/www.welt.de\/debatte\/article13315630\/Der-Islam-hat-zivilisatorisch-vollkommen-versagt.html<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/FD57C838-4DC5-4EE4-A7B4-20C57AD69519#_ftnref11\"><sup>[11]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. dazu auch die Buchbesprechung von Daniel Issing, Islam und Liberalismus \u2013Geht das Zusammen?,&nbsp;<a href=\"https:\/\/peace-love-liberty.de\/islam-und-liberalismus-geht-das-zusammen\/\">https:\/\/peace-love-liberty.de\/islam-und-liberalismus-geht-das-zusammen\/<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/FD57C838-4DC5-4EE4-A7B4-20C57AD69519#_ftnref12\"><sup>[12]<\/sup><\/a>&nbsp;<a href=\"https:\/\/katholischglauben.info\/die-freudlose-philosophie-kants\/\">https:\/\/katholischglauben.info\/die-freudlose-philosophie-kants\/<\/a>. (6.10.19)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/FD57C838-4DC5-4EE4-A7B4-20C57AD69519#_ftnref13\"><sup>[13]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl.&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Liberale_Theologie\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Liberale_Theologie<\/a>. (6.10.19)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/FD57C838-4DC5-4EE4-A7B4-20C57AD69519#_ftnref14\"><sup>[14]<\/sup><\/a>&nbsp;Philipp Lemmerich, Freiheit oder Liberalismus, Teil 2, Wie das Ich zu Markte getragen wird.&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/freiheit-oder-liberalismus-2-4-wie-das-ich-zu-markte.976.de.html?dram:article_id=310802\">https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/freiheit-oder-liberalismus-2-4-wie-das-ich-zu-markte.976.de.html?dram:article_id=310802<\/a>. (12.01.20).<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/FD57C838-4DC5-4EE4-A7B4-20C57AD69519#_ftnref15\"><sup>[15]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. dazu auch Harald Staun, Neoliberlismus, Das Gespenst der totalen Durch\u00f6konomisierung,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/neoliberalismus-das-gespenst-der-totalen-durchoekonomisierung-13874301.html\">https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/neoliberalismus-das-gespenst-der-totalen-durchoekonomisierung-13874301.html<\/a>. (15.01.2020)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/FD57C838-4DC5-4EE4-A7B4-20C57AD69519#_ftnref16\"><sup>[16]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. das Zitat von Ulrich Br\u00f6ckling bei Philipp Lemmerich, Freiheit oder Liberalismus, Teil 2, Wie das Ich zu Markte getragen wird.&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/freiheit-oder-liberalismus-2-4-wie-das-ich-zu-markte.976.de.html?dram:article_id=310802\">https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/freiheit-oder-liberalismus-2-4-wie-das-ich-zu-markte.976.de.html?dram:article_id=310802<\/a>.&nbsp;(12.01.20)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/FD57C838-4DC5-4EE4-A7B4-20C57AD69519#_ftnref17\"><sup>[17]<\/sup><\/a>&nbsp;Paul Verhaeghe zitiert nach Anja K\u00fcmmel, Sachbuch \u201eUnd ich?\u201c \u2013 Unsere vorgegaukelte Freiheit,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/kultur\/literatur\/2014-01\/paul-verhaeghe-und-ich\">https:\/\/www.zeit.de\/kultur\/literatur\/2014-01\/paul-verhaeghe-und-ich<\/a>. (14.01.2020)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/FD57C838-4DC5-4EE4-A7B4-20C57AD69519#_ftnref18\"><sup>[18]<\/sup><\/a>&nbsp;So Paul Verhaeghe, ebenda; kritisch dazu die Besprechung von&nbsp;&nbsp;Anja K\u00fcmmel.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/FD57C838-4DC5-4EE4-A7B4-20C57AD69519#_ftnref19\"><sup>[19]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. Walter Isaacson, Steve Jobs, die autorisierte Biographie des Apple-Gr\u00fcnders, 1. Auflage M\u00fcnchen 2012.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/FD57C838-4DC5-4EE4-A7B4-20C57AD69519#_ftnref20\"><sup>[20]<\/sup><\/a>&nbsp;Deutlich etwa bei Norbert Niemann, Neoliberalismus, Wo bleibt der demokratische Widerstand?&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/kultur\/literatur\/freitext\/neoliberalismus-widerstand-demokratie-marktwirtschaft\">https:\/\/www.zeit.de\/kultur\/literatur\/freitext\/neoliberalismus-widerstand-demokratie-marktwirtschaft<\/a>. (22.01.20) Er prangert die \u201eAusschaltung kritischer Intelligenz im Dienst sogenannter Marktkompatibilit\u00e4t\u201c an, obwohl das nicht f\u00fcr ihn selbst gilt und er zugibt: \u00dcberall auf der Welt sitzen Idioten wie ich\u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/FD57C838-4DC5-4EE4-A7B4-20C57AD69519#_ftnref21\"><sup>[21]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl.&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Liberale_Theologie\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Liberale_Theologie<\/a>. (6.10.19)&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/FD57C838-4DC5-4EE4-A7B4-20C57AD69519#_ftnref22\"><sup>[22]<\/sup><\/a>&nbsp;<a href=\"https:\/\/katholischglauben.info\/die-freudlose-philosophie-kants\/\">https:\/\/katholischglauben.info\/die-freudlose-philosophie-kants\/<\/a>. (6.10.19)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/FD57C838-4DC5-4EE4-A7B4-20C57AD69519#_ftnref23\"><sup>[23]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. EURASIEN UBER ALLES (Das Manifest der eurasischen Bewegung), http:\/\/www.4pt.su\/de\/content\/eurasien-uber-alles-das-manifest-der-eurasischen-bewegung<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/FD57C838-4DC5-4EE4-A7B4-20C57AD69519#_ftnref24\"><sup>[24]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. dazu den Abschnitt \u201ePolitische Philosophie\u201c im Wikipedia-Artikel \u201eLiberalismus\u201c,&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Liberalismus\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Liberalismus<\/a>. (22.03.20)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/FD57C838-4DC5-4EE4-A7B4-20C57AD69519#_ftnref25\"><sup>[25]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. Heinz Theisen, Freiheit bewahren unter globalen Bedingungen \u2013&nbsp;&nbsp;warum Liberale heute konservativ sein sollten,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/meinung\/freiheit-bewahren-warum-liberale-heute-konservativ-sein-sollten-ld.1525710\">https:\/\/www.nzz.ch\/meinung\/freiheit-bewahren-warum-liberale-heute-konservativ-sein-sollten-ld.1525710<\/a>. (24.04.2020)<\/p>\n\n\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: =;\"><a href=\"http:\/\/www.neschle.de\/download-manager.php?id=228\">PDF-Datei<\/a><span style=\"font-size: small;\"><br \/>This post was downloaded by  316 people until now.<\/span><\/span><\/p>\n<p>&#8211;&gt;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Erbs\u00fcnden des Liberalismus &#8211; Essay in neun Teilen und sieben S\u00fcnden Teil 3 \u201eWenn der Verstand gottgegeben ist, muss auch sein Einsatz gottgewollt sein\u201c (Neschle) Die zweite Erbs\u00fcnde: Menschenverstand statt Gottes Gebot Die zweite Erbs\u00fcnde liegt wie die erste in den Genen des Liberalismus. 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