{"id":1282,"date":"2020-12-23T10:00:39","date_gmt":"2020-12-23T09:00:39","guid":{"rendered":"https:\/\/neschle.de\/?p=1282"},"modified":"2020-12-24T11:32:45","modified_gmt":"2020-12-24T10:32:45","slug":"leon-neschle-85","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neschle.de\/index.php\/blog\/leon-neschle-85\/","title":{"rendered":"Leon Neschle 85"},"content":{"rendered":"\n<h2><span style=\"color:#4f81bd\" class=\"tadv-color\"><strong>Die Erbs\u00fcnden des Liberalismus<\/strong> &#8211; <strong>Essay in neun Teilen und sieben S\u00fcnden<\/strong><\/span><\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Teil 1<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201e<em>Es ist so bequem, unm\u00fcndig zu sein.<\/em>\u201c (Immanuel Kant)<\/p>\n\n\n\n<h3><strong>Der Liberalismus und sein Erbe als Folge des Zeitgeistes seiner Geburt<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>\u201eW\u00e4hlt der moderne Liberale nicht Gr\u00fcn?\u201c, fragte mich ein Unternehmensgr\u00fcnder und FDP-Mitglied im Dezember 2018.<a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftn1\"><sup>[1]<\/sup><\/a>&nbsp;Neuere Umfragen geben ihm Recht. Denn in der Gunst der traditionell liberalen Unternehmensgr\u00fcnder ist die FDP von 37,6 (2018) auf 27,7% (2019) gefallen, die Gr\u00fcnen stiegen dagegen von 22,4 auf 43,6%<a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftn2\"><sup>[2]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch kann man liberal sein, wenn man eine \u201eVerbotspartei\u201c w\u00e4hlt oder gar deren Mitglied ist? Kann man liberal sein und sich zur CDU, CSU oder SPD bekennen?<a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftn3\"><sup>[3]<\/sup><\/a>&nbsp;Vielleicht sogar zu den Linken oder zur AfD?&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Sp\u00e4testens hier werden viele zweifeln. Denn schon bevor ihr Gr\u00fcnder Bernd Lucke und seine Anh\u00e4nger sich von ihr trennten, hat sich die AfD von allem Liberalen gel\u00f6st, wurde von einer Partei \u201erebellischer Professoren\u201c zu einer populistischen \u201eAnti-Elite Partei\u201c. Heute gilt daher: \u201eAls \u00fcberzeugter Liberaler h\u00e4lt man \u2026 den gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen Abstand zur AfD\u201c.<a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftn4\"><sup>[4]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Bernd Lucke selbst steht jedoch in der national-liberalen Tradition, die ihre Wurzeln in der Franz\u00f6sischen Revolution hat und \u00fcber die Paulskirche auf Deutschland \u00fcberging. Doch National-Liberale wie er finden \u00fcber das Nationale immer wieder die N\u00e4he antiliberaler Nationalisten. Naiv, aber nicht harmlos. Von Nationalisten lie\u00dfen sie sich schon bei Hitlers Macht\u00fcbernahme benutzen; als deren Steigb\u00fcgelhalter fungierten sie bei der AfD. Von linken \u201eBasisdemokraten\u201c wurde Lucke daher als \u201eVerbreiter von Nazipropaganda\u201c und \u201eNazi-Schwein\u201c beschimpft.<a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftn5\"><sup>[5]<\/sup><\/a>&nbsp;Dass er sich genau deshalb von der AfD trennte, hielten sie ihm nicht zugute.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eBasisdemokraten\u201c sind Basis f\u00fcr alles M\u00f6gliche, nur nicht f\u00fcr Demokratie. Dass sie mit Liberalismus wenig im Sinn haben, zeigt ihr Kampfbegriff: das vom Inhalt entkernte Pseudo-Schimpfwort: \u201eNeo-Liberalismus\u201c,&nbsp;<em>ihr<\/em>Synonym f\u00fcr egoistische Gier und soziale Ausgrenzung. Dabei geht es um \u201edas unter Linken au\u00dferordentlich beliebte Spiel &#8230;, bei dem die jeweils Andersdenkenden als \u201aNeo-Liberale\u2018 abgekanzelt und exkommuniziert werden\u201c.<a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftn6\"><sup>[6]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Auch die populistische Szene der Rechten erkl\u00e4rt die Liberalen zu ihren Gegnern.<a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftn7\"><sup>[7]<\/sup><\/a>&nbsp;Der Liberalismus gilt hier als \u201eLieblingspr\u00fcgelknabe\u201c, steht er doch f\u00fcr kulturelle Zu- und Durchl\u00e4ssigkeit und kulturelle Vielfalt. Das reicht bei den Rechten f\u00fcr die Behauptung \u201eAn Liberalismus gehen die V\u00f6lker zugrunde.\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftn8\"><sup>[8]<\/sup><\/a>&nbsp;Rechte und Linke sind sich einig in ihrer Gegnerschaft zu den Liberalen.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch wer sich als Linker mit der Hauptstr\u00f6mung des Neoliberalismus&nbsp;<em>in Deutschland<\/em>&nbsp;befasst, dem Ordoliberalismus der Freiburger Schule, wird staunen, wie wenig der mit seinem Feindbild \u201eNeo-Liberalismus\u201c zu tun hat. Denn als ideologische Basis der Sozialen Marktwirtschaft ist dieser urspr\u00fcngliche Neoliberalismus linker als die meisten Linken es wahrhaben wollen. Das Konzept Sahra Wagenknechts \u201eReichtum ohne Gier\u201c fu\u00dft auf seinem Fundament. Darin macht sie mehr Anleihen bei neoliberalen Denkern wie Eucken, von Hayek oder Erhard als bei sozialistischen wie Marx, Engels oder Lenin.<a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftn9\"><sup>[9]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Damit muss Wagenknecht bei Mehrheitslinken anecken. Die w\u00fcrden sich niemals liberalem Gedankengut aussetzen und sie setzen an die Stelle der Ordoliberalen ein gesch\u00e4rftes Feindbild des Liberalismus: die neo-neo-liberalistische Ideologie der \u201eChicago-Boys\u201c um Milton Friedman<a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftn10\"><sup>[10]<\/sup><\/a>, die faktisch in der Politik Margaret Thatchers und Ronald Reagans ihren Ausdruck findet.<a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftn11\"><sup>[11]<\/sup><\/a>&nbsp;<em>Diese(!)&nbsp;<\/em>\u201eNeo-Liberalen\u201c stehen stellvertretend f\u00fcr den Liberalismus. Ihnen werfen sie s\u00e4mtliche sozialen Grausamkeiten vor und ihre totalit\u00e4re Ideologie entgegen, \u00e4tzen mit Kritik an der Marktwirtschaft und an westlichen Demokratien, verschonen aber diktatorische Regime in China, Nordvietnam, Russland, Kuba oder Venezuela.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Doch es gibt Ausnahmen. So l\u00e4sst die pragmatische Politik von Bodo Ramelow in Th\u00fcringen keinen Zweifel an dessen demokratischer Gesinnung. Die H\u00e4lfte aller W\u00e4hler&nbsp;<em>dort<\/em>&nbsp;betrachtet die Linke sogar als \u201ePartei der Mitte.\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftn12\"><sup>[12]<\/sup><\/a>&nbsp;Trotzdem scheint es nicht wenige Linke zu geben, die bei einer Revolution erst \u201eein Prozent der Reichen erschossen haben\u201c wollen, ehe sie sich \u00f6kologischen Zielen zuwenden, oder die Reichen f\u00fcr \u201en\u00fctzliche Arbeit\u201c einsetzen wollen wie Parteichef Riexinger, was er immerhin nachtr\u00e4glich als gro\u00dfen Fehler bezeichnete.<a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftn13\"><sup>[13]<\/sup><\/a>&nbsp;Erstaunlich ist daher:<\/p>\n\n\n\n<p>Viele \u201eIntellektuelle\u201c, Kabarettisten, Kunstschaffende, Schauspieler, Journalisten, Professoren und Lehrer, z\u00e4hlen sich zwar zu den \u201eKulturliberalen\u201c, sehen aber \u201ein k\u00fcnstlerischer Freiheit\u201c \u00fcber den ideologischen Totalitarismus der Mehrheitslinken hinweg. Linke Kulturbewegungen haben weltweit unbestreitbar herausragende kulturelle Entwicklungen befl\u00fcgelt. Doch in allen bislang realisierten sozialistischen Gesellschaften finden sich K\u00fcnstler, Lehrer, Professoren und Journalisten zensiert und ans Ende der Gehaltsliste versetzt. Denn \u201en\u00fctzliche Arbeit\u201c machen sie nicht.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Im sozialistischen Staat selbst gelten einstmals revolution\u00e4re Kulturideen dann als entartet. Es bleibt \u201eheroische Staatskunst\u201c, die sich von der \u201ev\u00f6lkischen Kunst\u201c der Nationalsozialisten verbl\u00fcffend wenig unterscheidet. Trotzdem fallen Intellektuelle immer wieder auf Versprechen der Linken herein und geben ihnen ideologische Unterst\u00fctzung. Denn gebetsm\u00fchlenartig wiederholen die Linken: Beim&nbsp;<em>n\u00e4chsten Mal<\/em>&nbsp;wird alles anders.&nbsp;<em>Dann<\/em>&nbsp;endlich wird es \u201e<em>echter<\/em>&nbsp;Sozialismus\u201c. Das wird beim n\u00e4chsten Mal wieder so sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem \u201eRechts-Intellektueller\u201c wegen der anti-Intellektuellen Haltung der Rechten fast ein Paradox ist, fragt sich, ob linke K\u00fcnstler f\u00fcr ihren Mangel an Lernf\u00e4higkeit das Etikett \u201eLinks-Intellektuelle\u201c verdienen oder ob man ihnen, weil sie bei allem ihre kulturelle Freiheit betonen, nicht den Status \u201ed\u00fcmmster K\u00e4lber\u201c zuweisen muss. Sie suchen sich ihren Metzger selber.<\/p>\n\n\n\n<p>Woher kommt dieser historische Hang der \u201eIntellektuellen\u201c zum Sozialismus? Mit Schumpeter und Hayek erkl\u00e4rt sich das so: \u201eLinks-Intellektuelle\u201c sind nur Ideenvermittler, gutwillige H\u00e4ndler in Sachen Meinung, denen die Verantwortung f\u00fcr praktische Angelegenheiten ebenso fehlt wie Wissen aus erster Hand.<a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftn14\"><sup>[14]<\/sup><\/a>&nbsp;Ein solcher \u201eIntellektueller\u201c kann bei neuen Ideen allein \u201eein nahtloses Einf\u00fcgen in sein Weltbild\u201c beurteilen,<a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftn15\"><sup>[15]<\/sup><\/a>&nbsp;das von naivem Utopismus lebt. Dieses Weltbild ist gekennzeichnet von einer&nbsp;<em>scheinliberalen<\/em>&nbsp;Moral guter Gesinnung statt von kenntnisreicher Folgenmoral.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch \u201eScheinliberale\u201c gibt es auch unter Parteig\u00e4ngern der FDP. Wer als \u201eLiberaler\u201c gegen soziale Durchl\u00e4ssigkeit der Gesellschaft arbeitet, gegen fairen Wettbewerb, f\u00fcr eigene Privilegien, f\u00fcr die Sicherung seiner Machtbasen und sich f\u00fcr die G\u00fcnstlingswirtschaft eines Crony Capitalism<a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftn16\"><sup>[16]<\/sup><\/a>&nbsp;einsetzt, tut etwas, wogegen sich die Ur-Liberalen massiv gewendet haben: Er f\u00f6rdert, selbst wenn er sie nicht offen fordert, die soziale Schichtung der Gesellschaft und neo-feudale Strukturen. Er wird zum Feind der offenen Gesellschaft.<a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftn17\"><sup>[17]<\/sup><\/a>&nbsp;Es gibt daher in der FDP weniger Liberale als es der Parteiname verk\u00fcndet und es finden sich sogar viel mehr Liberale au\u00dferhalb der FDP als in ihr.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn der Liberalismus ist tief gespalten. Seine Anh\u00e4nger w\u00e4hlen auch CDU\/CSU, SPD oder die Gr\u00fcnen. All diese Parteien bedienen Teilaspekte des Liberalismus, ohne von liberalem Gedankengut durchdrungen zu sein. Die wirtschaftsliberale Pr\u00e4gung der FDP mag den Beifall des CDU-Wirtschaftsrates finden, kostet jedoch W\u00e4hlerstimmen bei solchen Liberalen, die sich st\u00e4rker (christlich-)sozialen oder \u00f6kologischen Werten verpflichtet f\u00fchlen. Die Gr\u00fcnen Realos verk\u00f6rpern die linke b\u00fcrgerrechtliche Spielart des Liberalismus, mit dem Problem bei der \u201eFreiheit des Andersdenkenden &#8230; durch ein \u00dcberma\u00df an Political Correctness an Grenzen\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftn18\"><sup>[18]<\/sup><\/a>&nbsp;zu sto\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Warum aber sind die Liberalen so tief gespalten? Oder positiv gewendet als Basis f\u00fcr eine liberale Sammlungsbewegung:&nbsp;<em>Warum sind die Liberalen politisch so breit aufgestellt, dass sie nur die \u00e4u\u00dferst linken und rechten R\u00e4nder des politischen Spektrums nicht erfassen?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ihre Spaltung hat zu tun mit dem, was hier sp\u00e4ter \u201eErbs\u00fcnden\u201c genannt wird. Dort, wo eine \u201eErbs\u00fcnde des Liberalismus\u201c empfunden wird, gilt sie als liberale Schwachstelle, die man zu meiden trachtet, wenn man die Wahl hat. Dann w\u00e4hlt man als Liberaler die Gr\u00fcnen, wenn man bei der FDP Defizite in der Umweltpolitik sieht, oder man entscheidet sich die SPD, falls man bei der FDP Schw\u00e4chen in der sozialen Einstellung entdeckt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Was aber soll eine solche \u201eErbs\u00fcnde\u201c sein? Eine Metapher soll das verdeutlichen:<\/p>\n\n\n\n<p>An jedem Menschen, der sich selbst mit einem \u201eEtikett\u201c versieht oder von anderen damit versehen wird, klebt mit diesem Etikett auch ein Vor-Urteil. Das ist bei \u201e<em>den<\/em>&nbsp;Liberalen\u201c ebenso wie bei \u201e<em>den<\/em>&nbsp;Deutschen\u201c. Als Deutscher h\u00f6re ich Anfang der 70er-Jahre von einem Niederl\u00e4nder: DER Deutsche (daher auch ich) sei verantwortlich f\u00fcr den Holocaust, obwohl ich selbst, f\u00fcr ihn gut erkennbar, nichts damit zu tun haben konnte. Er identifiziert mich&nbsp;<em>als Deutschen<\/em>&nbsp;und h\u00e4lt mich, noch ehe ein Wort gewechselt ist, f\u00fcr rassistisch, brutal und r\u00fccksichtslos, was man seinerseits als selbstgerecht und rassistisch ansehen k\u00f6nnte. Aber rassistisch gegen\u00fcber Deutschen kann er nicht sein, weil Rassismus f\u00fcr ihn, \u00e4hnlich wie f\u00fcr die Neue Linke,&nbsp;<em>definitionsgem\u00e4\u00df<\/em>&nbsp;eine rein&nbsp;<em>deutsche<\/em>&nbsp;Eigenschaft ist. Das ist die \u201edeutsche Last\u201c, die ich&nbsp;<em>in Sippenhaft<\/em>aufgrund des historischen S\u00fcndenfalls&nbsp;<em>der<\/em>&nbsp;Deutschen ererbt habe.<\/p>\n\n\n\n<p>Erst als meine Argumente gegen das B\u00f6se im Deutschen ins Leere gingen, erinnerte ich ihn an rassistische Untaten der Niederl\u00e4nder in ihren Kolonien. Zuvor hatte ich versucht, mich politisch da zu positionieren, wo mich die deutsche Erblast nicht so sehr dr\u00fccken konnte, weit weg von der nationalistischen Rechten. Bei ihm half das nicht: Ich blieb Deutscher und als solcher war ich mit der nationalsozialistischen Erbs\u00fcnde kontaminiert. Da h\u00e4tte ich sogar Widerstandsk\u00e4mpfer gegen die Nazis sein k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht anders als&nbsp;<em>den<\/em>&nbsp;Deutschen geht es denen, die sich \u201eLiberale\u201c oder \u201eNeoliberale\u201c nennen oder von anderen so genannt werden. An diesen Etiketten kleben alle S\u00fcnden der liberalen Geschichte. Die tr\u00e4gt jeder Liberale als \u201eErbs\u00fcnden\u201c mit sich. Um sich von deren Last zu befreien, positionieren sich viele Liberale au\u00dferhalb des politischen Etiketts \u201eliberal\u201c. Sie tun das bei CDU\/CSU, SPD oder den Gr\u00fcnen, je nachdem, was sie f\u00fcr die schlimmste Erbs\u00fcnde der Liberalen halten. Derzeit ist das f\u00fcr viele der wei\u00dfe Fleck der (Ur-)Liberalen bei \u00d6kologie und Klimaschutz.<\/p>\n\n\n\n<p>Daher haben sich viele junge Liberale den Gr\u00fcnen angeschlossen. Dort gibt es aber auch \u00d6ko-Fundamentalisten, die das Heil in einer \u00d6kodiktatur suchen und alles und jeden regulieren wollen. Sie finden Unterst\u00fctzung bei den \u201ePropheten des Untergangs\u201c vom Club of Rome und deren Angstszenarien von 2012. Wegen seiner gut verdr\u00e4ngten Fehlprognosen von 1972 wei\u00df dieser Club jedoch&nbsp;<em>dieses Mal<\/em>&nbsp;ganz genau, was bis 2052 passieren wird.<a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftn19\"><sup>[19]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Mit solch ungenierter Anma\u00dfung von Wissen soll trotz erwiesener Fehlbarkeit schnell und effektiv gehandelt werden. Da misstraut der Club of Rome dem Markt und der Demokratie. Denn es ist ungewiss, welche Einsicht sich dort am Ende durchsetzt. Es k\u00f6nnte eine andere sein als die eigene. Diese Unsicherheit des Ergebnisses bei Marktverhandlungen und bei Abstimmungsprozessen in einer liberalen Demokratie k\u00f6nnen radikale \u00dcberzeugungst\u00e4ter nicht aushalten. Sie k\u00f6nnte ihre Utopie zerst\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<p>Folglich vertraut der Club of Rome bei der Umsetzung seiner Einsichten auf totalit\u00e4re Systeme wie in China und deren \u201eF\u00e4higkeit zu handeln\u201c. Gegen\u00fcber diesen Systemen zeigt sich der Club naiv: Der \u201egute Diktator\u201c wird&nbsp;<em>ihre<\/em>&nbsp;Ziele umsetzen. Die sind ja&nbsp;<em>so<\/em>&nbsp;einleuchtend.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Aber wer wei\u00df, ob selbst eine \u00d6ko-Diktatur nicht&nbsp;<em>andere Einsichten<\/em>&nbsp;umsetzen w\u00fcrde? Um die vom Club of Rome geforderten Ma\u00dfnahmen durchzusetzen, m\u00fcsste der Club die \u00d6ko-Diktatur selbst aus\u00fcben. Doch bei \u00e4hnlich fatalen Fehleinsch\u00e4tzungen wie 1972 wird das eher zum Ruin der Menschheit f\u00fchren als zu deren \u00dcberleben.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Beifall der \u00d6ko-Fundamentalisten ist dem Club of Rome trotzdem sicher. Dennoch strafen zahlreiche Gr\u00fcne diejenigen L\u00fcgen, die behaupten \u201eJede Katze ist liberaler als die Gr\u00fcnen\u201c.<a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftn20\"><sup>[20]<\/sup><\/a>&nbsp;L\u00e4ngst nicht alle Gr\u00fcnen stehen in der Ecke der \u00d6ko-Diktatur. Da ist etwa Robert Habeck mit der Aussage \u201eIch w\u00fcrde links immer mir liberal kombinieren\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftn21\"><sup>[21]<\/sup><\/a>&nbsp;und noch deutlicher Anton Hofreiter mit: \u201eDenn Zweck unserer Politik ist die Freiheit der einzelnen Menschen\u201c um danach zu erkl\u00e4ren \u201enicht die Freiheit eines Systems, also etwa des Marktes.\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftn22\"><sup>[22]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Hofreiter baut damit jedoch einen Popanz auf: Freiheit des \u201eSystems des Marktes\u201c war bei Liberalen nie ein Ziel oder gar&nbsp;<em>das<\/em>&nbsp;Ziel an sich<em>. Anders als dem Individuum stand dem Markt im liberalen Denken niemals Freiheit zu.<\/em>&nbsp;Der Markt hatte und hat allein dienenden Zweck, eine Service-Funktion bei der Allokation knapper Ressourcen. Der Vorzeige-Liberale M\u00fcller-Armack nennt den Markt daher ein \u201ezweckm\u00e4\u00dfiges Organisations<em>mittel<\/em>\u201c.<a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftn23\"><sup>[23]<\/sup><\/a>&nbsp;Ein weiterer, Wilhelm R\u00f6pke, spricht von einer \u201eliberalen Sozial<em>technik<\/em>\u201c, die eine Diffusion von Macht beg\u00fcnstigt und Leistungsenergie freisetzt.<a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftn24\"><sup>[24]<\/sup><\/a>&nbsp;Das ist weit weg von der Behauptung, Liberale seien \u201emarktradikal\u201c; sie w\u00fcrden dem Markt selbst Freiheit zuordnen, ihn verg\u00f6ttern und Marktl\u00f6sungen verabsolutieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Das haben selbst linke \u00d6konomen (an-)erkannt.<a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftn25\"><sup>[25]<\/sup><\/a>&nbsp;V\u00f6llig abwegig ist daher auch die Behauptung von Harari, neoliberale \u00d6konomen und Politiker w\u00fcrden behaupten, \u201eam besten solle man alle wichtigen Entscheidungen dem Markt \u00fcberlassen\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftn26\"><sup>[26]<\/sup><\/a>. Die&nbsp;<em>liberale<\/em>(!) Nicht\u00f6konomin Lisa Herzog behauptet sogar, der Markt sei f\u00fcr die \u00d6konomie \u201eh\u00f6chster Richter \u00fcber&nbsp;<em>alle Werte<\/em>\u201c.<a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftn27\"><sup>[27]<\/sup><\/a>&nbsp;Damit schlie\u00dft sie sich denen an, die aus \u201edem Markt\u201c kein Organisationsmittel, sondern&nbsp;<em>eine handelnde Person<\/em>&nbsp;machen, die richtet, \u201eauf Wachstum zielt\u201c oder eine Kraft ist, \u201edie dem Menschen entgegensteht\u201c.<a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftn28\"><sup>[28]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Aber was soll&nbsp;<em>der<\/em>&nbsp;entscheiden, \u00fcber was soll er richten:&nbsp;<em>der Markt<\/em>? Welches Ziel soll \u201eer\u201c dabei&nbsp;<em>im Kopf<\/em>haben? Es sind&nbsp;<em>die Marktteilnehmer<\/em>, die in Abstimmung mit anderen Menschen entscheiden und zwar anders als im Feudalismus unabh\u00e4ngig von Titel und Herkunft. Das ist durchaus eine liberale Errungenschaft.&nbsp;<em>Die Marktteilnehmer<\/em>&nbsp;entscheiden am Markt, aber keinesfalls \u00fcber&nbsp;<em>alle<\/em>&nbsp;Werte, sondern&nbsp;<em>nur \u00fcber&nbsp;<\/em>die&nbsp;<em>\u201eWerte\u201c, die am Markt tats\u00e4chlich gehandelt werden<\/em>.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Bei unseren wichtigsten Werten ist das nicht der Fall. Die werden n\u00e4mlich nicht am Markt gehandelt! Auf dem Markt geht es nur um \u201eValuation\u201c (Bewertung) durch die Einigung von Marktpartnern auf einen dadurch \u201eobjektivierten\u201c Preis, nicht um \u201eValues\u201c im Sinne ethischer Werte, auch wenn ethische Werte als Motive im Hintergrund mitwirken k\u00f6nnen, wenn ich z.B. meiner Frau aus Liebe Blumen kaufe.<\/p>\n\n\n\n<p>Vertrauen ist zwar wesentliche Voraussetzung f\u00fcr jeden Handel. Misstrauen l\u00e4sst Vertr\u00e4ge scheitern oder macht sie teurer, weil es \u201eVersicherungen\u201c unterschiedlichster Art einfordert. Aber nicht Vertrauen wird am Markt gehandelt, sondern allenfalls Ma\u00dfnahmen zu dessen Erh\u00f6hung. Und Urteile von Rating-Agenturen, die dazu geeignet sein k\u00f6nnen, fordern ihrerseits Vertrauen ein. Daher spielt ihre Reputation eine herausragende Rolle. Doch Vertrauen selbst kann am Markt keiner kaufen.<\/p>\n\n\n\n<p>Und wie ist es mit Gl\u00fcck? Dass stets und nur der Bessere am Markt Erfolg hat, ist ein M\u00e4rchen, das sogar viele Liberale glauben. Markterfolg kann wie bei einem Spiel auf purem \u201eGl\u00fcck\u201c beruhen. Entscheidet also der Markt als \u201eh\u00f6chster Richter\u201c damit auch \u00fcber menschliches Gl\u00fcck? Das hie\u00dfe \u201estatistisches Gl\u00fcck\u201c mit \u201emenschlichem Gl\u00fcck\u201c zu verwechseln. Menschliches Gl\u00fcck&nbsp;<em>kann<\/em>&nbsp;allenfalls&nbsp;<em>entstehen<\/em>&nbsp;durch das, was man mit statistischem Gl\u00fcck am Markt erh\u00e4lt und pers\u00f6nlich daraus macht. Und wie ist es mit Liebe? Da sangen schon die Beatles \u201eMoney can\u2019t buy me love\u201c?&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Behauptung, der anonyme Markt sei f\u00fcr liberale \u00d6konomen \u201eh\u00f6chster Richter \u00fcber&nbsp;<em>alle<\/em>&nbsp;Werte\u201c ist daher grober Unfug und das von einer Verfasserin, die den Liberalismus nicht nur verteidigen, sondern ihn auf zeitgem\u00e4\u00dfe Art im Sinne aktiver Freiheit und der St\u00e4rkung der sozialen Verantwortung erneuern will.<\/p>\n\n\n\n<p>Unsere h\u00f6chsten Werte sind am Markt nicht handelbar. Im Gegenteil: Sie wachen \u00fcber den Markt, seine Verfahrensweisen und seine Ergebnisse. Der anonyme Markt entscheidet und richtet nicht \u00fcber sie, sondern umgekehrt: Sie richten \u00fcber ihn. Diese h\u00f6chsten Werte entscheiden&nbsp;<em>\u00fcber den Markt<\/em>, insbesondere \u00fcber die Marktordnung.<\/p>\n\n\n\n<p>Den ungeregelten \u201eFreien Markt\u201c haben Liberale nie gewollt und nie zu realisieren versucht.<a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftn29\"><sup>[29]<\/sup><\/a>Preisabsprachen und Monopole privater Marktteilnehmer waren ihnen seit jeher ebenso ein Graus wie ein dar\u00fcber stehendes Monopol mit staatlichen Preisdiktaten. Das&nbsp;<em>staatliche<\/em>&nbsp;Hyper-Monopol wird von Liberalen oft nur deshalb herausgehoben, weil es umfassender ist als jedes private Monopol und weil es bei der Auseinandersetzung mit dem Staatsdirigismus von links und rechts entscheidend ist.<\/p>\n\n\n\n<p>V\u00f6llig anders dagegen ist die liberale Sicht auf die Marktordnung, die Spielregeln und die Rahmenbedingungen des Markthandelns. Hier wird am Primat der Politik und an der staatlichen Verantwortung kein Zweifel gelassen, vor allem bei den Neoliberalen der Freiburger Schule. Nicht der Markt selbst, sondern der Staat entscheidet z.B. \u00fcber Marktzugangsregelungen (Approbation bei \u00c4rzten, Meisterbrief bei Handwerkern) oder \u00fcber Handelsbeschr\u00e4nkungen und Handelsverbote (bei Kinderpornographie oder Drogen).<\/p>\n\n\n\n<p>Anders als bei Linken, die&nbsp;<em>unabh\u00e4ngig von Kosten oder Folgen<\/em>&nbsp;auf Regulierung und Verstaatlichung setzen, spielt bei Liberalen der&nbsp;<em>Preis der Regulierung<\/em>&nbsp;eine entscheidende Rolle. Der liegt direkt in den B\u00fcrokratiekosten, indirekt auch in der F\u00f6rderung gro\u00dfer Wettbewerber gegen\u00fcber kleinen. Denn Regulierungskosten wirken meist wie regressive Steuern.<a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftn30\"><sup>[30]<\/sup><\/a>&nbsp;F\u00fcr Unternehmen ist es n\u00e4mlich egal, ob sie Steuern abf\u00fchren oder ob zus\u00e4tzlicher Aufwand durch eine staatliche Regulierung entsteht, der an nichtstaatliche Dienstleister zu zahlen ist.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kleinen m\u00fcssen f\u00fcr staatliche Regulierungen fast immer relativ mehr Aufwand betreiben als die Gro\u00dfen. Faktisch f\u00fchrt die Regulierung damit zur F\u00f6rderung privater Monopolisierung, gegen die Linke&nbsp;<em>damit&nbsp;<\/em>eigentlich vorgehen wollen. Das trifft nicht nur kleine Handwerker und Selbst\u00e4ndige, sondern auch Unternehmensgr\u00fcndungen, falls die nicht Werk gro\u00dfer Aktiengesellschaften sind und diese noch gr\u00f6\u00dfer werden l\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p>Die kritische Haltung der Linken gegen\u00fcber&nbsp;<em>privaten Monopolen<\/em>&nbsp;hindert sie nicht daran,&nbsp;<em>den Staat zu einem Hyper-Monopol zu machen<\/em>. Damit ersetzen sie den Markt als dezentrale Kontrollinstanz durch die zentrale Kontrolle des Staates und das Vertrauen in die F\u00e4higkeit der B\u00fcrger zum gegenseitigen Aushandeln fairer Ergebnisse durch das Vertrauen auf gerechte L\u00f6sungen durch die Staatsb\u00fcrokratie. \u2013 Was aber, wenn Beamte \u201edumm und faul\u201c sind oder durch ihre b\u00fcrokratische Administration dazu gemacht werden? Mit staatlichem Dirigismus vertr\u00e4gt sich ein solches Beamtenbild nicht, wohl aber eines, dass Beamten \u00fcbermenschliche F\u00e4higkeiten zuweist.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Beispiel f\u00fcr Staatsversagen bei der Regulierung bietet jedoch die Finanzkrise, die f\u00fcr manche \u201edas Scheitern des Neo-Liberalismus\u201c zeigt.<a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftn31\"><sup>[31]<\/sup><\/a>&nbsp;An dieser Krise gab man den&nbsp;<em>gro\u00dfen<\/em>&nbsp;Rating-Agenturen nicht zu Unrecht eine Mitschuld. Schnell wurde daher die Forderung nach sch\u00e4rferer Regulierung aller Rating-Agenturen umgesetzt. Im Zuge der Gleichbehandlung traf die Regulierung aber auch kleine Agenturen und Neugr\u00fcndungen. Was als Bestrafung der gro\u00dfen Agenturen und Einschr\u00e4nkung ihrer Macht angelegt war, st\u00e4rkte in Wahrheit ihren Einfluss: Es sch\u00fctzte sie vor Wettbewerbern und Neugr\u00fcndungen<a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftn32\"><sup>[32]<\/sup><\/a>. Diese verteuerten sich so stark, dass gerade das ein Grund war, warum eine Europ\u00e4ische Rating-Agentur nie gegr\u00fcndet wurde und den drei gro\u00dfen amerikanischen Agenturen das nun vor Konkurrenz besser gesch\u00fctzte Feld \u00fcberlassen blieb. Gute Absicht, b\u00f6se Folgen!<\/p>\n\n\n\n<p>Der Staat erh\u00e4lt durch die versch\u00e4rfte Regulierung der Rating-Agenturen zweifellos mehr Macht, aber mit welchem Ziel und welchem Ergebnis? F\u00fcr die Linke muss diese Regulierung letztlich in der Verstaatlichung dieser Agenturen enden mit direktem staatlichen Einfluss auf die Bonit\u00e4tspr\u00fcfung. Da derzeit drei&nbsp;<em>amerikanische<\/em>&nbsp;Agenturen etwa 90% des Marktes beherrschen, k\u00f6nnte es nur mit gravierenden politischen und wirtschaftlichen Folgen gelingen, diese Agenturen&nbsp;<em>in Deutschland<\/em>&nbsp;zu verstaatlichen. Das macht Verstaatlichung jenseits aller ideologischen Bedenken realpolitisch problematisch. Da sollte man sich gerade bei Donald Trump keinen Illusionen hingeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Paradoxerweise treffen sich Linke und Rechte ideologisch und fast mechanisch in diesem&nbsp;<em>Verstaatlichungsnationalismus<\/em>. Beide wollen dasselbe: Nationale&nbsp;<em>Solidit\u00e4t<\/em>&nbsp;ist f\u00fcr beide wichtiger als internationale Zusammenarbeit.<a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftn33\"><sup>[33]<\/sup><\/a>&nbsp;Auch bei manchen Gr\u00fcnen erhalten die Linken Zustimmung f\u00fcr Verstaatlichungen. Antiliberale Bewegungen dort f\u00fcrchten mit einer liberalen Haltung der Gr\u00fcnen sogar den Weg in eine \u201eselbstgew\u00e4hlte Verzwergung\u201c und den Verzicht auf \u201edie revolution\u00e4re Idee der \u00d6kologie\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftn34\"><sup>[34]<\/sup><\/a>.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Dass dem&nbsp;<em>klassischen<\/em>(!) Liberalismus&nbsp;<em>diese&nbsp;<\/em>\u201erevolution\u00e4re Idee\u201c fremd ist, liegt an seiner Entstehung in vorindustrieller Zeit. Da waren industrielle Umweltprobleme noch nicht geboren, der Klimawandel noch nicht identifiziert. Die Nutzung der \u201efreien G\u00fcter\u201c Luft und Wasser wurde in der \u00f6komischen Theorie kaum thematisiert, anders als die von Boden. Es ging um knappe G\u00fcter, um Umgang mit dem Mangel. Und an Umweltg\u00fctern schien damals in aller Regel noch kein Mangel.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Vernachl\u00e4ssigung den Sch\u00f6pfern des Liberalismus vorzuwerfen<a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftn35\"><sup>[35]<\/sup><\/a>, ist jedoch geschichtslose Einfalt. Allein die Erben des Liberalismus k\u00f6nnten hier am Pranger stehen, falls sie diese Probleme bis heute nicht erkannt haben und vers\u00e4umt haben, sie anzugehen. Denn jede politische Idee ist ein Produkt der Zeit ihrer Entstehung. Keine kann ihre Vergangenheit verleugnen. Im Guten wie im B\u00f6sen. Der Liberalismus ist ein Produkt der Aufkl\u00e4rung und des revolution\u00e4ren Widerstands gegen Absolutismus und Feudalismus. Da sich die Welt ver\u00e4ndert hat, ist diese Entstehungsgeschichte zugleich seine B\u00fcrde. Das ist beim Sozialismus nicht anders.<\/p>\n\n\n\n<p>Insbesondere der Schritt in die Informationsgesellschaft bringt so gravierenden Ver\u00e4nderungen mit sich, dass Harari vermutet, umfassende Datenbanken und verbesserte Algorithmen im System des Internets br\u00e4chten das Ende des Liberalismus mit sich. Hier wiederhole und erweitere ich sein Zitat aus der Vorbemerkung:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDer Liberalismus wird an dem Tag zusammenbrechen, an dem das System mich besser kennt als ich mich selbst. Und das ist weniger schwierig, als es vielleicht klingt, wenn man bedenkt, dass die meisten Menschen sich selbst nicht besonders gut kennen\u201c. Dazu m\u00fcsse Google mich nicht einmal \u201evoll und ganz kennen und nicht unfehlbar sein.\u201c<sup>&nbsp;<a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftn36\"><sup>[36]<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Dagegen sprechen meine Erlebnisse im Netz: Nicht nur w\u00e4hrend der Corona-Krise gab es dort weit mehr Fake-News als belastbare Informationen. Immer wieder werde ich von Google und Co. mit Kaufvorschl\u00e4gen konfrontiert, mit denen ich nichts anfangen kann. Entweder weil ich einen Gegenstand schon gekauft habe und keinen weiteren brauche, weil ich ihn f\u00fcr jemand anderen beschafft habe, weil ich aus blo\u00dfer Neugier nach ihm geschaut habe, weil meine Frau meinen Rechner benutzt hat oder weil meine Lebensumst\u00e4nde und Erwartungen sich ge\u00e4ndert haben. Und obwohl ich l\u00e4ngst emeritierter Professor bin, werden mir laufend neue F\u00fchrungspositionen in der Wirtschaft angeboten, sogar Ausbildungspl\u00e4tze, z.B. zum H\u00f6rger\u00e4teakustiker, was wohl daran liegt, dass ich mich einmal intensiv nach H\u00f6rger\u00e4ten erkundigt habe.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei allem Wissen von Google und Co. \u00fcber mich: Solche Erkundigungen wirken auf deren Algorithmen wie Fake-News, die sie erst einmal als solche erkannt und verarbeitet haben m\u00fcssen, ehe schon neue Fake-News \u00fcber mich auf sie einstr\u00f6men und auf ihre richtige Einordnung warten. Facettenreiche Menschen, die sich immer wieder neu erfinden, sind damit kaum zu greifen. Denn solche Systeme formen Daten nur um und pr\u00fcfen sie auf interne Plausibilit\u00e4t. Sie arbeiten nach dem GIGO-Prinzip (Garbage-in-Garbage-out, Mist\u2013rein-Mist-raus) oder wie Goethe sagte: \u201eGetretener Quark wird breit, nicht stark\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Hararis Behauptung, dass das System des Internets heute schon&nbsp;<em>besser f\u00fcr mich entscheiden kann als ich selbst<\/em>, beschw\u00f6rt die Rechtfertigung einer&nbsp;<em>Daten-Diktatur<\/em>&nbsp;herauf. Die tritt an die Stelle frei entscheidender Menschen und nimmt f\u00fcr sich in Anspruch, mehr zum Wohle dieser Menschen tun zu k\u00f6nnen als diese Menschen selbst. Das ist nichts anderes als die alte sozialistische Unterstellung, eine Staatsb\u00fcrokratie wisse besser, was f\u00fcr die Menschen gut ist, als die Menschen selbst. \u00c4hnlich denken \u201eGutmenschen\u201c, die meinen, sie w\u00fcssten besser als ich, was gut f\u00fcr mich ist, und die gutgemeint, aber schlechtgetan f\u00fcr mich entscheiden wollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ob sich diese Algorithmen etwa beim Thema Klimaschutz nicht genauso oder sogar schlimmer verrennen als die Generation der Alten, ist l\u00e4ngst keine ausgemachte Sache. Sicher ist nur, dass der Mensch mit seiner Verantwortung auch einen Teil seiner Freiheit an solche Algorithmen abgibt. Doch folgt man Harari, ist der Mensch ohnehin nicht frei in seinen Entscheidungen. Straft\u00e4ter zur Verantwortung zu ziehen, ist aus dieser Sicht absurd:&nbsp;<em>Keiner ist pers\u00f6nlich verantwortlich, nur seine Gene und das System.&nbsp;<\/em>Freie Menschen f\u00fcr ihr Tun pers\u00f6nlich verantwortlich zu machen, war und ist aber das Bestreben bei allen Formen des Liberalismus. Freiheit gibt es nicht zum Nulltarif. Deshalb will l\u00e4ngst nicht jeder diese Freiheit haben. (Neschle 84)<\/p>\n\n\n\n<p>Der Ur-Liberalismus passt allerdings nicht mehr unver\u00e4ndert in die heutige Zeit. Wurzeln und \u201eGene\u201c des Liberalismus stammen schon aus vorindustrieller Zeit. Sie pr\u00e4gen seine Philosophie. Jedem Liberalen werden daher M\u00e4ngel und Auslassungen der Anfangszeit heute noch als Erbs\u00fcnden zugerechnet. Der politische Gegner erinnert oft und gen\u00fcsslich daran, so wie sogar Deutschen mit der Nazikeule gedroht wird, die selbst \u00fcber jeden Verdacht erhaben, aber eben Deutsche sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie jede Idee mit Geschichte zeigt auch der Liberalismus Alterserscheinungen, vor allem wenn seine Anh\u00e4nger nicht verstehen, dass der fr\u00fchere Erfolg auf ein und dieselbe Weise nicht wiederholbar ist. Eine Idee muss sich ver\u00e4ndern. Sie muss in und aus ihrer Geschichte lernen. Heute ist der Wechsel von der Industrie- zur Informationsgesellschaft einer der Hauptgr\u00fcnde daf\u00fcr. Der Liberalismus muss sich bewusst auf diese Ver\u00e4nderung einlassen, um nicht mit der Zeit oder gar vor ihr zu sterben.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Liberalismus macht da keine Ausnahme<a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftn37\"><sup>[37]<\/sup><\/a>. Immerhin scheint er lernf\u00e4higer als Nationalsozialismus oder Sozialismus, deren fast psychotische Fixierung auf Utopien v\u00f6lkischer Lebensformen oder Arbeiterparadiese ihre Anh\u00e4nger geistig erstarren lassen. Die post-industrielle Philosophie der Linken ist daher schneller gealtert als die der Liberalen. \u201eVerstaatlichung\u201c als Standardantwort auf politische Probleme beweist stets aufs Neue ihre Unzul\u00e4nglichkeit, historisch im Ostblock, j\u00fcngst in Nordkorea oder Venezuela. Und unweigerlich hat jede konsequente Verstaatlichung in die politische Diktatur gef\u00fchrt. Es gibt kein Gegenbeispiel!&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei m\u00fcsste man meinen, Sozialisten h\u00e4tten Marx gelesen. Wo sich nach dem revolution\u00e4ren Sieg der Staat als Hyper-Monopolist der Wirtschaft bem\u00e4chtigt, kann niemand annehmen, der Marx gelesen hat, dass auf dieser \u00f6konomischen Basis ein demokratisches System errichtet wird. Wer davon tr\u00e4umt, dass dann \u201edie Mehrheit dar\u00fcber entscheidet, wie wir leben wollen\u201c und nicht \u201eprivilegierte Minderheiten\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftn38\"><sup>[38]<\/sup><\/a>&nbsp;einer politischen Nomenklatura, beachtet die Zusammenh\u00e4nge zwischen \u00f6konomischer Basis und geistigem \u00dcberbau nicht. Die \u00f6konomischen Bedingungen schlagen sich im politischen System nieder und bei totaler Verstaatlichung hei\u00dft das Diktatur.<\/p>\n\n\n\n<p>Dennoch wird von Linken immer wieder behauptet, bei allen \u201erealen Beispielen handelte es sich nicht um&nbsp;<em>wirklichen Sozialismus<\/em>.\u201c Denn \u201eSozialismus ohne eine demokratische Organisation der Gesellschaft gibt es nicht.\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftn39\"><sup>[39]<\/sup><\/a>&nbsp;Keiner fragt jedoch, warum dieser wirkliche Sozialismus bis heute unwirklich geblieben ist und immer genau das Gegenteil eingetreten ist: die Abschaffung der Demokratie. Doch nicht einmal nach dem x-ten Fehlversuch praktischer Umsetzung dieser Ideologie geben seine Anh\u00e4nger ihr Wunschdenken auf: Weil nicht sein kann, was nicht sein darf?<\/p>\n\n\n\n<p>Hier droht erneuter Missbrauch der Marxschen Theorie, nachdem Gregor Gysi<a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftn40\"><sup>[40]<\/sup><\/a>&nbsp;erkannte: \u201eDer Staatssozialismus hat Karl Marx missbraucht\u201c. Denn das gilt auch f\u00fcr seinen \u201efreiheitlichen Sozialismus\u201c, \u201eder das \u00fcbernimmt, was der Kapitalismus kann\u201c. Daraus kann nichts werden ohne die verteufelten kapitalistischen Anreize. Genau die will man aber ausschalten. Daher fu\u00dft dieses Wunschdenken auf Selbstbetrug, der dort auch sonst verbreitet ist. Immer noch kann kein Linker zugeben: Der Sozialismus war \u201eniemals und nirgendwo zuerst eine Arbeiterbewegung\u201c.<a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftn41\"><sup>[41]<\/sup><\/a>&nbsp;Realer Sozialismus war nie eine \u201eDiktatur der Arbeiterklasse\u201c, sondern immer eine \u201eDiktatur \u00fcber die Arbeiterklasse\u201c. Das kann beim n\u00e4chsten Mal wirklich anders werden, aber nur, weil es kaum noch eine Arbeiterklasse gibt. \u2013<\/p>\n\n\n\n<p>Doch wer als Liberaler mit dem Finger auf andere zeigt, die (noch) schlechter sind, macht sich im Vergleich nur ein bisschen weniger schlecht, aber nicht besser. Wer besser werden will, der sei schon jetzt gut genug, um bescheiden sein zu k\u00f6nnen. Er muss die Ursachen der eigenen M\u00e4ngel erkennen und an diesen Ursachen arbeiten. Alle im Folgenden beschriebenen sieben \u201eErbs\u00fcnden\u201c der Liberalen sind daher Baustellen f\u00fcr Liberale unabh\u00e4ngig davon, ob diese \u201eErbs\u00fcnden\u201c ihnen nur von au\u00dfen angeheftet wurden oder sie ihr liberales Gedankengut wirklich pr\u00e4gen. Im ersten Fall geht es um bessere Selbst- und Au\u00dfendarstellung liberalen Gedankenguts, im zweiten Fall um ideologische Kern- und K\u00e4rrnerarbeit, die innerliberale Dispute erwarten l\u00e4sst, weil das Selbstwertgef\u00fchl des Liberalismus tangiert ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch kritische Selbstbespiegelungen sind unbeliebt. Auch bei Liberalen. Und wer, wie ich im Folgenden, auch Argumente und Ausdrucksweisen politischer Gegner benutzt, ger\u00e4t leicht in den Verdacht, selbst einer dieser Gegner zu sein. Bequem ist dieser Verdacht f\u00fcr den liberalen Leser schon, weil er den Kritiker desavouiert und eigene Ver\u00e4nderung erspart. Zielf\u00fchrend ist er nicht. Nicht jeder, der bellt wie ein Hund, ist auch einer. Doch da, wo Hunde bellen, k\u00f6nnte Gefahr lauern, auf die man vorbereitet sein sollte.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Dennoch braucht der Liberale in den folgenden Teilen dieses Essays Frustrationstoleranz und geistige Flexibilit\u00e4t. Denn wie beim Blick in den Schminkspiegel sieht er Schw\u00e4chen des Liberalismus unertr\u00e4glich vergr\u00f6\u00dfert. Dazu geh\u00f6ren einige der \u201eErbs\u00fcnden\u201c. Die sind vor allem die Ursache daf\u00fcr, dass der Liberalismus derzeit nicht geeint und als eine einzige Str\u00f6mung daherkommt, sondern Liberale sich in vielen politischen Str\u00f6mungen verlieren und sich ihrer gemeinsamen Kraft berauben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Nur, wer davor nicht die Augen verschlie\u00dft, kann die Liberalen gegen die Totalit\u00e4ren von links und rechts einen. Denn anders als Linke und Rechte behaupten, liegt die politische Gefahr heute nicht im (Neo-)Liberalismus, sondern im Totalitarismus. Der greift im Namen von Kontrolle und Sicherheit weltweit um sich, am deutlichsten in der Totalkontrolle mit Mitteln moderner Informationstechnologie wie sie derzeit in China entsteht und in Nordkorea mit traditionelleren Hilfsmitteln versucht wird. Die Freiheit der Staatsb\u00fcrger gilt da als Bedrohung. Die Regenschirme von Hongkong zeigen allerdings, wie m\u00e4chtig liberales Gedankengut sein kann.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>China experimentiert l\u00e4ngst mit einer Digitalw\u00e4hrung, die das Portemonnaie gl\u00e4sern und die Staatsb\u00fcrger f\u00fcr die Regierung v\u00f6llig transparent macht.<a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftn42\"><sup>[42]<\/sup><\/a>&nbsp;Der Tausch von Freiheit gegen Bequemlichkeit, der von Internetnutzern bekannt ist, erfolgt hier zwangsweise und fl\u00e4chendeckend. Die Linke \u00fcbersieht das freilich gern und richtet den Blick lieber nach Schweden, wo der gl\u00e4serne B\u00fcrger dadurch entsteht, dass bereits mehr als drei Viertel aller Zahlungen bargeldlos erfolgen. Das wird als \u201eneofeudaler Zugriff\u201c und weiteres Zeichen f\u00fcr die \u201eDiktatur des Kapitals\u201c gesehen.<a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftn43\"><sup>[43]<\/sup><\/a>&nbsp;Problematisch genug! Sozialistische Staaten wie China, das l\u00e4ngst dem Staatskapitalismus fr\u00f6nt, scheinen aus linker Sicht gar nicht \u201e<em>neo<\/em>-feudal\u201c sein&nbsp;<em>zu k\u00f6nnen<\/em>. Streng genommen ist das sogar korrekt, denn sie haben die feudalen Strukturen nie verloren. Aufkl\u00e4rung und Liberalismus waren kein Teil ihrer Geschichte. Der Sozialismus hat diese Strukturen weiter verfestigt, am st\u00e4rksten wohl bei Nordkoreas Familienclan.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus deutscher Sicht ist es freilich besonders schlimm, dass vor unserer Haust\u00fcre oder bei B\u00fcndnispartnern populistische und illiberale Tendenzen um sich greifen, in Ungarn, Polen, in den USA. Warum wehren sich Liberale hier nicht leidenschaftlicher? Ein Grund daf\u00fcr liegt in der ersten Erbs\u00fcnde.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftnref1\"><sup>[1]<\/sup><\/a>&nbsp;Er ist nicht der Einzige, der diese Frage stellt: Sind die Gr\u00fcnen die neuen Liberalen?&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/gruene-liberalismus-fdp-1.4422755\">https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/gruene-liberalismus-fdp-1.4422755<\/a>. F\u00fcr die Schweiz mit derselben Diagnose Michael Schoenenberger, Was ist liberale Umweltpolitik,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/meinung\/was-ist-liberale-umweltpolitik-ld.1479370\">https:\/\/www.nzz.ch\/meinung\/was-ist-liberale-umweltpolitik-ld.1479370<\/a>. (03.10.19) Kritisch dagegen z.B. ohne Verfasser,&nbsp;&nbsp;Nicht liberal, sondern stockkonservativ&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.cicero.de\/innenpolitik\/nicht-liberal-sondern-stockkonservativ\/42902\">https:\/\/www.cicero.de\/innenpolitik\/nicht-liberal-sondern-stockkonservativ\/42902<\/a>. (03.10.19)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftnref2\"><sup>[2]<\/sup><\/a>&nbsp;Zum Vergleich von Gr\u00fcnderreport 2018 und 2019 siehe Florian Rinke, Gr\u00fcnder w\u00e4hlen lieber Gr\u00fcne als FDP. In: Rheinische Post vom 05.11.19, Seite B3.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftnref3\"><sup>[3]<\/sup><\/a>&nbsp;So auch Andreas Reckwitz aus. Liberalismus \u2013 Ein Ordnungsruf.&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2019\/47\/liberalismus-regulierungen-dynamisierung-demokratie-nationaloekonomie\">https:\/\/www.zeit.de\/2019\/47\/liberalismus-regulierungen-dynamisierung-demokratie-nationaloekonomie<\/a>. (04.11.2019)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftnref4\"><sup>[4]<\/sup><\/a>&nbsp;Hasso Mansfeld, Als \u00fcberzeugter Liberaler h\u00e4lt man also den gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen Abstand zur AfD,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.ruhrbarone.de\/als-ueberzeugter-liberaler-haelt-man-also-den-groesstmoeglichen-abstand-zur-afd\/79898\">https:\/\/www.ruhrbarone.de\/als-ueberzeugter-liberaler-haelt-man-also-den-groesstmoeglichen-abstand-zur-afd\/79898<\/a>. (12.01.20) Das hei\u00dft: Wird in Th\u00fcringen ein Ministerpr\u00e4sident, der sich f\u00fcr liberal h\u00e4lt, ausschlaggebend mit den Stimmen der AfD gew\u00e4hlt, darf er diese Wahl nicht annehmen.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftnref5\"><sup>[5]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. Demonstranten st\u00fcrmen wieder Lucke-Vorlesung,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/hamburg\/Demonstranten-stuermen-wieder-Lucke-Vorlesung,lucke160.html\">https:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/hamburg\/Demonstranten-stuermen-wieder-Lucke-Vorlesung,lucke160.html<\/a>. (20.04.2020) Vgl. auch Wikipedia \u2013 Nationalliberalismus,&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nationalliberalismus\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nationalliberalismus<\/a>. (07.10.19)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftnref6\"><sup>[6]<\/sup><\/a>&nbsp;Stephan Lessenich, Der Neoliberalismus und seine neoliberalen Subjekte,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Der-Neoliberalismus-und-seine-neoliberalen-Subjekte-4037900.html\">https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Der-Neoliberalismus-und-seine-neoliberalen-Subjekte-4037900.html<\/a>. (11.12.19)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftnref7\"><sup>[7]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. Jan-Werner M\u00fcller, Liberalismus \u2013 Die vielen Fallen des Populismus,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/kultur\/2019-05\/liberalismus-rechtspopulismus-afd-carl-schmitt-demokratie\">https:\/\/www.zeit.de\/kultur\/2019-05\/liberalismus-rechtspopulismus-afd-carl-schmitt-demokratie<\/a>. (16.03.20).<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftnref8\"><sup>[8]<\/sup><\/a>&nbsp;Siehe dazu Eduard Kaeser, Das Zeitalter der starken M\u00e4nner \u2013\u00fcber den naiven Liberalismus,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.google.com\/search?client=firefox-b-d&amp;q=+eduard+kaeser+Liberalismus\">https:\/\/www.google.com\/search?client=firefox-b-d&amp;q=+eduard+kaeser+Liberalismus<\/a>. (04.12.19)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftnref9\"><sup>[9]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. Sahra Wagenknecht, Reichtum ohne Gier. Wie wir uns vor dem Kapitalismus retten, Frankfurt, New York.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftnref10\"><sup>[10]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. Klaus Peter Kisker, Der Neoliberalismus ist die Versch\u00e4rfung, nicht die L\u00f6sung von Krisen,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.google.com\/search?client=firefox-b-d&amp;q=Klaus+Peter+Kisker%2C+Der+Neoliberalismus+ist+die+Versch%C3%A4rfung%2C+nicht+die+L%C3%B6sung+von+Krisen\">https:\/\/www.google.com\/search?client=firefox-b-d&amp;q=Klaus+Peter+Kisker%2C+Der+Neoliberalismus+ist+die+Versch%C3%A4rfung%2C+nicht+die+L%C3%B6sung+von+Krisen<\/a>. (12.12.19)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftnref11\"><sup>[11]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. den Artikel Klassischer Liberalismus,&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Klassischer_Liberalismus\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Klassischer_Liberalismus<\/a>. (14.12.19)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftnref12\"><sup>[12]<\/sup><\/a>&nbsp;Siehe Analyse der Landtagswahl \u2013 Die Gr\u00fcnde f\u00fcr den Erfolg der Linken,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/analyse-ltw-thueringen-zahlen-infratest-dimap-101.html\">https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/analyse-ltw-thueringen-zahlen-infratest-dimap-101.html<\/a>. (27.12.19)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftnref13\"><sup>[13]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. dazu ohne Verfasser, \u201eErschie\u00dfungen von Reichen\u201c \u2013 Skandal auf Linke-Konferenz.&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article206296277\/Linke-Konferenz-Erschiessungen-von-Reichen-Skandal-in-Kassel.html\">https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article206296277\/Linke-Konferenz-Erschiessungen-von-Reichen-Skandal-in-Kassel.html<\/a>. (3.3.2020)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftnref14\"><sup>[14]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. dazu Friedrich August von Hayek, Die Intellektuellen und der Sozialismus (Teil 1),&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.misesde.org\/2015\/09\/die-intellektuellen-und-der-sozialismus-teil-1\/\">https:\/\/www.misesde.org\/2015\/09\/die-intellektuellen-und-der-sozialismus-teil-1\/<\/a>. (20.02.2020)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftnref15\"><sup>[15]<\/sup><\/a>&nbsp;Friedrich August von Hayek, Die Intellektuellen und der Sozialismus (Teil 2),&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.misesde.org\/2015\/09\/die-intellektuellen-und-der-sozialismus-teil-2\/\">https:\/\/www.misesde.org\/2015\/09\/die-intellektuellen-und-der-sozialismus-teil-2\/<\/a>. (20.02.2020)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftnref16\"><sup>[16]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl, dazu den Wikipedia Artikel Crony Capitalism,&nbsp;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Crony_capitalism\">https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Crony_capitalism<\/a>. (23.01.20)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftnref17\"><sup>[17]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. dazu Karl Raimund Popper, Die offene Gesellschaft und ihre Feinde, 2 B\u00e4nde, 1. Auflage Bern 1957. Unbedingt lesenswert, insbesondere Band 2.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftnref18\"><sup>[18]<\/sup><\/a>&nbsp;Hubert Kleinert im Gespr\u00e4ch mit Jasper Barenberg, Konkurrenz zwischen FDP und Gr\u00fcnen: \u201eBeide in der Erbschaft des Liberalismus\u201c.&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/konkurrenz-zwischen-fdp-und-gruenen-beide-in-der-erbschaft.694.de.html?dram:article_id=447348\">https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/konkurrenz-zwischen-fdp-und-gruenen-beide-in-der-erbschaft.694.de.html?dram:article_id=447348<\/a>. (21.02.2020)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftnref19\"><sup>[19]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. dazu Philip Plickert, Club of Rome, Die Propheten des Untergangs,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/club-of-rome-die-propheten-des-untergangs-11746779.html\">https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/club-of-rome-die-propheten-des-untergangs-11746779.html<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftnref20\"><sup>[20]<\/sup><\/a>&nbsp;Siehe Lasse Becker, Liberalismus-Debatte, Jede Katze ist liberaler als die Gr\u00fcnen.&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2014-06\/liberalismus-debatte-fdp-gruene\">https:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2014-06\/liberalismus-debatte-fdp-gruene<\/a>. (2.10.19)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftnref21\"><sup>[21]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. Ausrichtung der Gr\u00fcnen, Die M\u00f6chtegern-Liberalen,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.google.com\/search?client=firefox-b-d&amp;q=Ausrichtung+der+Gr%C3%BCnen%2C+Die+M%C3%B6chtegern-Liberalen\">https:\/\/www.google.com\/search?client=firefox-b-d&amp;q=Ausrichtung+der+Gr%C3%BCnen%2C+Die+M%C3%B6chtegern-Liberalen<\/a>. (2.10.19)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftnref22\"><sup>[22]<\/sup><\/a>&nbsp;Anton Hofreiter, Zukunft des Liberalismus, Warum die Gr\u00fcnen die Partei der Freiheit sind,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2013-10\/liberalismus-gruene-gastbeitrag-hofreiter\">https:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2013-10\/liberalismus-gruene-gastbeitrag-hofreiter<\/a>. (2.10.19)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftnref23\"><sup>[23]<\/sup><\/a>&nbsp;Zitiert nach Dieter Schnaas, Liberalismus \u2013 Der Sinn der Freiheit,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.google.com\/search?client=firefox-b-d&amp;q=Dieter+Schnaas%2C+Liberalismus+%E2%80%93+Der+Sinn+der+Freiheit\">https:\/\/www.google.com\/search?client=firefox-b-d&amp;q=Dieter+Schnaas%2C+Liberalismus+%E2%80%93+Der+Sinn+der+Freiheit<\/a>, (24.03.20)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftnref24\"><sup>[24]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. dazu Dieter Schnass, Liberalismus &#8211; Der Sinn der Freiheit,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.google.com\/search?client=firefox-b-d&amp;q=Dieter+Schnaas%2C+Liberalismus+%E2%80%93+Der+Sinn+der+Freiheit\">https:\/\/www.google.com\/search?client=firefox-b-d&amp;q=Dieter+Schnaas%2C+Liberalismus+%E2%80%93+Der+Sinn+der+Freiheit<\/a>. (24.03.20)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftnref25\"><sup>[25]<\/sup><\/a>&nbsp;Siehe Stephan Hebel, Gier bringt das Gemeinwohl in Misskredit.&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.fr.de\/kultur\/literatur\/gier-bringt-gemeinwohl-misskredit-11068287.html\">https:\/\/www.fr.de\/kultur\/literatur\/gier-bringt-gemeinwohl-misskredit-11068287.html<\/a>. (29.11.19)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftnref26\"><sup>[26]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. Yuval Noah Harari, Homo Deus.&nbsp;Eine Geschichte von Morgen, 9. Aufl. M\u00fcnchen 2019, S.577.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftnref27\"><sup>[27]<\/sup><\/a>&nbsp;Lisa Herzog, \u00d6konomie: Markt,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2017\/23\/oekonomie-maerkte-werte-wettbewerb-vereinbarung\">https:\/\/www.zeit.de\/2017\/23\/oekonomie-maerkte-werte-wettbewerb-vereinbarung<\/a>. Hervorhebung \u2013 R.E. (22.01.20).<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftnref28\"><sup>[28]<\/sup><\/a>&nbsp;Georg Diez, Corona \u2013 Das Neue ist l\u00e4ngst da,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/kultur\/2020-04\/neoliberalismus-krisen-kapitalismus-coronavirus-politik\">https:\/\/www.zeit.de\/kultur\/2020-04\/neoliberalismus-krisen-kapitalismus-coronavirus-politik<\/a>. (11.04.20)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftnref29\"><sup>[29]<\/sup><\/a>&nbsp;Das konzedieren sogar kritische Linke unter anderem durch Verweis auf von Hayek. Vgl.&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.taz.de\/!5153664\/\">http:\/\/www.taz.de\/!5153664\/<\/a>. (22.12.19)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftnref30\"><sup>[30]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. dazu Rainer Elschen, Taxation by Regulation und die Kosten der Staatsverbindung von Unternehmungen, in: Regulierung und Unternehmenspolitik, hrsg. v. Dieter Sadowski, Hans Czap, Hartmut W\u00e4chter, Wiesbaden (1996), S. 459 \u2013 479.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftnref31\"><sup>[31]<\/sup><\/a>&nbsp;Mark Schieritz, Staat und Markt \u2013 Tod eines Dogmas,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2016\/24\/neoliberalismus-staat-markt-waehrungsfonds\">https:\/\/www.zeit.de\/2016\/24\/neoliberalismus-staat-markt-waehrungsfonds<\/a>. (20.01.2020)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftnref32\"><sup>[32]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. dazu auch Thomas Straubhaar, Zu m\u00e4chtige Rating-Agenturen&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.google.com\/search?client=firefox-b-d&amp;q=Thomas+Straubhaar%2C+Zu+m%C3%A4chtige+Rating-Agenturen%2C\">https:\/\/www.google.com\/search?client=firefox-b-d&amp;q=Thomas+Straubhaar%2C+Zu+m%C3%A4chtige+Rating-Agenturen%2C<\/a>+. (19.01.20) F\u00fcr die Bankenregulierung siehe Peter A. Fischer. Nicht der Liberalismus hat in der Finanzkrise versagt,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/meinung\/nicht-der-liberalismus-hat-in-der-finanzkrise-versagt-ld.1420175\">https:\/\/www.nzz.ch\/meinung\/nicht-der-liberalismus-hat-in-der-finanzkrise-versagt-ld.1420175<\/a>. (19.01.20)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftnref33\"><sup>[33]<\/sup><\/a>&nbsp;Auf einer Wand in Gelsenkirchen sah ich den Spruch linker Sprayer \u201eHoch die internationale Solidarit\u00e4t!\u201c Rechte hatten \u201einter\u201c und \u201ear\u201c ausgel\u00f6scht zu \u201eHoch die nationale Solidit\u00e4t\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftnref34\"><sup>[34]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. Die M\u00f6chtegern-Liberalen,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.google.com\/search?client=firefox-b-d&amp;q=Ausrichtung+der+Gr%C3%BCnen%2C+Die+M%C3%B6chtegern-Liberalen\">https:\/\/www.google.com\/search?client=firefox-b-d&amp;q=Ausrichtung+der+Gr%C3%BCnen%2C+Die+M%C3%B6chtegern-Liberalen<\/a>. (2.10.19)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftnref35\"><sup>[35]<\/sup><\/a>&nbsp;Das versucht aber Dieter Langenwiesche, Wie schreibt k\u00fcnftig eine Geschichte des \u201eLiberalismus in Deutschland\u201c?,&nbsp;<a href=\"https:\/\/bibliographie.uni-tuebingen.de\/xmlui\/handle\/10900\/75205\">https:\/\/bibliographie.uni-tuebingen.de\/xmlui\/handle\/10900\/75205<\/a>. (12.12.19)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftnref36\"><sup>[36]<\/sup><\/a>&nbsp;Yuval Noah Harari, Homo Deus.&nbsp;Eine Geschichte von Morgen. 9.Auflf. M\u00fcnchen 2019, S. 521.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftnref37\"><sup>[37]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. dazu auch Lisa Herzog, Freiheit geh\u00f6rt nicht nur den Reichen, Pl\u00e4doyer f\u00fcr einen zeitgem\u00e4\u00dfen Liberalismus, 2. Auflage M\u00fcnchen 2018, S.20.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftnref38\"><sup>[38]<\/sup><\/a>&nbsp;Ebenda.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftnref39\"><sup>[39]<\/sup><\/a>&nbsp;Johannes Bockenheimer, Sozialismustage in Berlin: Was bei drei nicht auf dem Baum ist, wird verstaatlicht,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/sozialismustage-in-berlin-was-bei-drei-nicht-auf-dem-baum-ist-wird-verstaatlicht\/24240274.html\">https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/sozialismustage-in-berlin-was-bei-drei-nicht-auf-dem-baum-ist-wird-verstaatlicht\/24240274.html<\/a>. Der Verfasser zitiert hier Ren\u00e9 Arnsburg. (22.12.19) Hervorhebung R.E.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftnref40\"><sup>[40]<\/sup><\/a>&nbsp;Zitate von Gregor Gysi, Der Staatssozialismus hat Karl Marx missbraucht.&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/gregor-gysi-der-staatssozialismus-hat-karl-marx-missbraucht.694.de.html?dram:article_id=417134\">https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/gregor-gysi-der-staatssozialismus-hat-karl-marx-missbraucht.694.de.html?dram:article_id=417134<\/a>. (21.01.20)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftnref41\"><sup>[41]<\/sup><\/a><sup>&nbsp;<\/sup>Vgl. Friedrich August von Hayek, Die Intellektuellen und der Sozialismus (Teil 1),&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.misesde.org\/2015\/09\/die-intellektuellen-und-der-sozialismus-teil-1\/\">https:\/\/www.misesde.org\/2015\/09\/die-intellektuellen-und-der-sozialismus-teil-1\/<\/a>.<sup><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftnref42\"><sup>[42]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. Fabian Kretschmer, China und das gl\u00e4serne Portemonnaie \u2013 Die F\u00fchrung in Peking erprobt in vier St\u00e4dten eine eigene Digitalw\u00e4hrung. F\u00fcr den Staat wird die \u00dcberwachung damit noch einfacher,&nbsp;&nbsp;in Rheinische Post vom 24.04.2020, A5.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/217E4C51-839D-4AF0-AE00-0810FB8209A0#_ftnref43\"><sup>[43]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. dazu Wolf Senff, Der neofeudale Zugriff,&nbsp;<a href=\"https:\/\/titel-kulturmagazin.net\/2014\/10\/10\/der-neofeudale-zugriff\/\">https:\/\/titel-kulturmagazin.net\/2014\/10\/10\/der-neofeudale-zugriff\/<\/a>. (09.12.2019)<\/p>\n\n\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: =;\"><a href=\"http:\/\/www.neschle.de\/download-manager.php?id=225\">PDF-Datei<\/a><span style=\"font-size: small;\"><br \/>This post was downloaded by  3122 people until now.<\/span><\/span><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Erbs\u00fcnden des Liberalismus &#8211; Essay in neun Teilen und sieben S\u00fcnden Teil 1 \u201eEs ist so bequem, unm\u00fcndig zu sein.\u201c (Immanuel Kant) Der Liberalismus und sein Erbe als Folge des Zeitgeistes seiner Geburt \u201eW\u00e4hlt der moderne Liberale nicht Gr\u00fcn?\u201c, fragte mich ein Unternehmensgr\u00fcnder und FDP-Mitglied im Dezember 2018.[1]&nbsp;Neuere Umfragen geben ihm Recht. 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